Toxische Beziehung: Lerne, sie zu identifizieren und dich den Personen gegenüber richtig zu verhalten

Kraftlos, demotiviert, mit Kopfschmerzen … so können wir uns fühlen, wenn wir eine toxische Beziehung haben. Eltern, Geschwister, Partner, Freunde, Arbeitskollegen … Jeder von uns kann toxische Personen und somit eine toxische Beziehung haben.

Mairena Vázques, Psychologin, hilft dir, eine toxische Beziehung zu identifizieren, erläutert dir die Charakterzüge von toxischen Personen und zeigt dir die beste Art, ihnen die Stirn zu bieten. Lies weiter!

Toxische Menschen.

Wie identifizieren wir toxische Personen und eine toxische Beziehung?

Laut Stamateas ist eine toxische Person eine Person “die sich den Luxus erlaubt zu beurteilen, was du sagst und tust, und sogar, was du nicht sagst und tust”. Von deinem Partner, deinen Eltern, Geschwistern, Freunden, Arbeitskollegen, Chefs, … bin hin zu dir selbst kann jeder ein toxischer Mensch sein.

Achtung! Alle Menschen können gewisse toxische Züge haben, was nicht bedeutet, dass wir alle “toxische Personen” sind und mit diesen eine toxische Beziehung führen. Der Hauptunterschied besteht darin, dass wir unsere toxischen Gewohnheiten nicht zu unserem Lebensstil machen. Wenn wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir machen können und Dinge, die wir nicht machen können, haben wir nicht das Risiko, eine toxische Beziehung zu entwickeln.

Eine toxische Person versucht andere zu kontrollieren und zu beherrschen, indem sie  ihr Opfer einschüchtert, beschuldigt und verachtet. Solche Menschen benutzen die anderen oft als Werkzeuge und stützen sich vor allen Dingen auf Menschen mit wenig Selbstachtung.

Das Wort “toxisch” kommt von “toxon”, was sich früher auf das Gift bezog, womit man die Pfeile einrieb, die man auf die Feinde schoss. Dieses Gift war gefährlich, genau wie die toxischen Personen.

Wenn wir etwas Zeit mit einer toxischen Person verbringen, können wir gewisse Symptome  wie Frustration, Energieverlust und Demotivation, Bauch- oder Kopfschmerzen und sogar Depression und Kummer bemerken. Personen in einer toxischen Beziehung können dir das Gefühl geben, du seist schlecht und egoistisch, sie können dich sogar von deiner Umgebung isolieren und auf deine Persönlichkeit einwirken.

Auch wenn es am Anfang schmerzt, solltest du einsehen, dass eine toxische Person in deiner Umgebung dich nicht respektiert, dich nicht für wichtig hält und dich auch überhaupt nicht liebt und du diese toxische Beziehung besser meiden solltest.

Wie können wir toxische Personen und eine toxische Beziehung erkennen?

Wir können toxischen Menschen in jeder Situation begegnen, denen wir uns Tag für Tag stellen. Von einer toxischen Person können wir nichts Gutes erwarten. Unter den wichtigsten Charaktereigenschaften finden wir:

Toxische Personen sind sehr negative Menschen.

Ihr Motto ist “wenn etwas schiefgehen kann, wird es schiefgehen” und das denken nicht nur sie, sondern sie versuchen außerdem, dich davon zu überzeugen, dasselbe zu denken. “Ah, du fährst in Urlaub? Wozu? Zum Schwitzen, um einen Unfall zu bauen oder dir irgendwas einzufangen?” Zwischen toxischen Menschen kann man häufig beobachten, wie sie darum kämpfen, wer der Unglücklichste oder Gescheitertste ist. Sie führene eine toxische Beziehung.

Toxische Personen beschweren sich über absolut alles.

Sie sind vom Wesen her Nonkonformisten und sehen alles schwarz, auch wenn es scheint, dass die Dinge gut laufen. Damit beeinflussen sie ihr ganzes Umfeld und vergiften es mit Negativität. Obwohl sie sich über alles beschweren, sind sie für gewöhnlich stolz, denn sie müssen auf irgendeine Art ihr Selbstvertrauen erhalten.

Toxische Personen vergleichen sich ständig mit den anderen.

Im Regelfall handelt es sich um Menschen, die frustriert von ihrem Leben sind und deswegen dazu neigen, sich unentwegt mit anderen zu vergleichen, die anderen geringzuschätzen und zu verachten, was diesen das Gefühl gibt, dass sie nichts wert sind. Die toxische Beziehung von toxischen Menschen zeichnet sich dadurch aus, dass sie es lieben im “Mittelpunkt zu stehen” und versuchen dies so oft wie möglich zu erreichen. Deswegen müssen sich die Gespräche immer um sie selbst drehen und in jeder Angelegenheit mit ihnen zusammenhängen.

Wie wir toxische Menschen erkennen können

Toxische Personen haben ein pessimistisches Wesen.

Sie sind nicht mutig genug, um neue Dinge auszuprobieren oder neue Projekte in Angriff zu nehmen. Sie neigen dazu zu denken: Warum sollte ich das tun, wenn es eh nicht funktionieren wird? Sie haben schreckliche Angst, aus ihrer Komfortzone zu treten und zu scheitern.

Sie können dafür sorgen, dass du Mitleid mit ihnen hast, flieh, bevor es zu spät ist!

Toxische Personen sind Schuld an gar nichts, die anderen sind schuld.

Toxische Menschen gehen gegen alles und jeden an, sie haben immer recht (auch wenn sie nicht recht haben) und denk nicht mal daran ihnen einen Tipp zu geben, denn es handelt sich für gewöhnlich um arrogante und überheblich Personen. Gewöhn dich an die Idee, dass der Schuldige einen Namen hat und es tut mir leid, aber das ist deiner (laut ihnen, natürlich).

Toxische Personen sind falscher als ein 3-Euro-Schein.

Diese Art von Menschen liebt es, sich als Opfer zu verkleiden und würde alles tun, damit du der Böse im Film bist. Wie schon das Sprichwort sagt “Herr, erlöse mich von den stillen Wassern, denn von den stürmischen löse ich mich selbst” … Sei besonders vorsichtig mit den “Opfern der Gesellschaft”, unverstanden und angeblich so gute Menschen.

Toxische Beziehung: Toxische Menschen sind unglaublich neidisch und mittelmässig.

Ihre Freizeit verbringen sie damit, das Leben der anderen zu kritisieren, zu vergleichen und zu verurteilen. Das tun sie, da sie so viel Angst haben, für ihr eigenes Leben zu kämpfen und da sie ein Leben frei von Träumen und Hoffnung führen. 

Toxische Personen beißen sich auf die Zunge und speien Gift.

Toxische Menschen sind in der Regel ironisch und sarkastisch, sie schreien gerne um dich unterzujochen und einzuschüchtern.

Wir können sie als Schlangenbeschwörer bezeichnen.

Toxische Personen können Schlangen oder Schlangenbeschwörer sein

Toxische Personen sind für gewöhnlich manipulativ und neurotisch. 

Sie suchen pausenlos nach Zustimmung oder Anerkennung der anderen und so können sie dich manipulieren, bis du kaputt gehst. Sie sind dazu fähig, alles so zu manipulieren, dass sie jede Situation so herumdrehen können, dass du und nur du der Schuldige bist. Du Arme/r, am Ende wirst du dich schlecht fühlen.

Toxische Personen lieben es zu lügen und unfair zu spielen.

Sie lügen mehr als sie sprechen und das Schlimmste ist, dass sie ihre Lügen so begründen können, dass du zweifelst und sie am Ende glaubst. Sie haben kein Problem damit, Dritte ins Spiel zu bringen und Spannungen gegen dich zu schaffen. Sie sind dazu fähig, dass du dich wie die schlechteste Person der Welt fühlst.

Toxische Personen lieben es zu lügen und unfair zu spielen

Wie geht man mit toxischen Menschen um?

Wenn du bis hierhin gekommen bist und denkst, dass sich eine toxische Person in deiner Umgebung befindet, sei es innerhalb einer Familie, der Arbeit … sollte der erste Schritt zur Verbesserung deiner persönlichen und psychischen Gesundheit sein zu FLIEHEN.

Natürlich ist es nicht dasselbe, vor einer Person in deinem engsten Familienkreis zu fliegen wie vor deinem Nachbarn aus dem 5. Stock, aber jedes Problem hat eine Lösung. Denk daran, dass grosse Übel grosser Heilmittel bedürfen.

Wenn du die toxische Beziehung zu dieser Person aus diversen Gründen nicht abbrechen kannst, flieh nicht, aber bau Distanz auf und setze gewisse Grenzen. Versuch mit dieser Person zu sprechen und zeig ihr, dass sie sich in einem Spinnennetz befindet, das sowohl für die selbst als auch für diejenigen, die ihr nahestehen, zerstörerisch ist.

Es ist ratsam, dass du dir eine Liste mit den möglichen toxischen Personen in deinem Leben machst und nicht zulässt, dass sie Einfluss auf dich haben. Du hast das Glück, so zu sein, wie du bist und solltest nicht zulassen, dass nichts oder niemand dich negativ werden lässt. Du solltest dein Selbstwertgefühl aufbessern und, auch wenn das am Anfang Mühe kostet, ist es die beste Entscheidung dich von den toxischen Menschen in deiner Umgebung zu befreien.

Wenn du einer negativen Person begegnest, solltest du lernen, ihr keine Aufmerksamkeit zu schenken, wenn du siehst, dass sie ihre “toxische Seite” ausspielt. Lerne einige Tricks der Positiven Psychologie, um glücklicher und optimistischer zu werden und wenn du denkst, dass das Gespräch aus dem Ruder läuft, ändere subtil das Thema. Wenn du merkst, dass er/sie beginnt sich aufzuregen, gib ihm/ihr Zeit sich zu beruhigen.

Das Ratsamste ist es, den Kontakt zu toxischen Personen zu reduzieren, das heisst, dich nach und nach von ihnen zu entfernen. Du solltest dich selbst kennen und wissen, was du vom Leben möchtest, was du an deiner Seite haben möchtest und was besser nicht dort sein sollte.

Du kannst Entspannungstechniken wie Achtsamkeit ausprobieren, die dir dabei helfen dich zu beruhigen, den Sinn für Humor behalten und versuchen, netter und selbstsicher zu sein und vor allem, dich mehr selbst zu lieben.

Du kannst dich auch immer an einen Psychologen wenden, um zukünftige Probleme zu vermeiden.

Flieh vor toxischen Personen

Denk immer dran, dass du die Person bist, die die Zügel deines Lebens in der Hand hast und somit frei bist, deine eigenen Entscheidungen zu treffen und dich mit Personen zu umgeben, die ähnlich wie du denken. Wenn sie optimistisch sind und ihre Freude zeigen, noch besser …

Weißt du eigentlich, dass sowohl positive als auch negative Gefühle ansteckend sind? Wenn du glücklich sein willst, umgebe dich mit glücklichen Leuten und sorge so dafür, dass du jeden Tag ein bisschen glücklicher wirst.

Wenn euch das Theme interessiert und ihr mehr darüber erfahren wollt, empfehle ich euch die folgenden Bücher von Bernardo Stamateas:

  • “Toxische Typen: Wenn andere Gift für uns sind und was wir dagegen tun können”.
  • “Toxische Gefühle: Wie wir emotionale Verletzungen heilen können und inneren Frieden finden”.

“Toxische Menschen sind Traumdiebe”.

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Positive Psychologie: Was ist das und wie lässt sie sich anwenden? Ein nützlicher Leitfaden

Nützlicher Leitfaden: Positive Psychologie. Finde heraus, was dieses Konzept bedeutet, welche Autoren sich mit ihr befassen und wie man Techniken und Strategien im Alltag anwenden kann. In diesem Artikel werden wir interessante Dynamiken vorstellen, die man zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Kindererziehung nutzen kann. Es fördert persönliche Stärken, den Optimismus und die Kreativität. Lerne unterhaltsame Spiele und Übungen der positiven Psychologie für Kinder und Erwachsene kennen. Das psychische Wohlbefinden und das eigene Glück zu verbessern ist einfacher, wenn man weiß wie. 

Positive Psychologie Manual: Hilfreicher Leitfaden

Die positive Psychologie ist ein Zweig der Psychologie, der sich mit dem Glück beschäftigt. Was macht uns glücklich? In diesem Artikel erklären wir, was die positive Psychologie ist und geben Ratschläge und Übungen zur Anwendung der positiven Psychologie.

Experten sagen, dass das Glück von drei Faktoren abhängt: 50% hängt es von unserem Charakter ab, welcher genetisch bedingt ist, zu 10% hängt es von den Ereignissen in unserem Leben ab und zu 40% davon, was wir tun, um glücklich zu sein. Bei diesen 40% der Fälle greift die positive Psychologie ein.

Was ist die positive Psychologie? Definition und Konzept

Nachdem der Fokus der Psychologie jahrzehntelang auf Störungen, Psychopathologien, Verhaltensproblemen, Krankheiten, usw… lag, hat man allmählich begonnen, sich Gedanken darüber zu machen, was uns gut tut. Es geht nicht mehr nur um die Suche nach einer Behandlung, um Krankheiten zu heilen, sondern auch um die Suche nach Antworten auf das, was uns aufblühen lässt und uns glücklich machen kann. In der positiven Psychologie werden die Probleme nicht ignoriert, aber es wird auch vor allem nach dem gesucht, was uns Befriedigung schenkt.

Die positive Psychologie könnte man als die wissenschaftliche Erforschung dessen definieren, was unser Leben lebenswert macht, ohne dabei jedoch die persönlichen Probleme zu vergessen.  

Die positive Psychologie fördert auf ausgewogene Weise unserer Stärken und die Vermittlung eines objektiveren Selbstverständnisses. Dies ist notwendig, da einige Stärken nicht zwangsläufig gut sind und auch im Übermaß nicht vorteilhaft sind, wie zum Beispiel die Positivität. Zu positiv zu sein, kann uns glauben machen, dass wir unverwundbar sind. Wir können dadurch zu der Annahme gelangen, dass wir alles erreichen werden. Das kann dazu führen, dass wir zu viele Risiken eingehen und mehr Dinge auf einmal in Angriff nehmen, als wir realistisch gesehen durchführen können. Wenn wir hingegen negativ sind, werden wir schwerlich in der Lage sein, das Gute was das Leben mit sich bringt zu genießen.

Was ist die positive Psychologie nicht?

Die positive Psychologie wird oft unterschätzt, weil sie das Bild vermitteln kann, dass es sich um eine billige Form der Selbsthilfe handelt. Die wirklichen Probleme der Menschen werden dadurch jedoch nicht übergangen. Es wird sich um Stärken und Schwächen gekümmert, indem auf das Beste im Leben aufgebaut und das Schlimmste repariert wird. Das macht das Leben der Menschen zufriedener und behandelt so auch Pathologien. Es geht auch nicht darum, allen Menschen universelle Lösungen des Glücks anzubieten. Jeder Mensch ist einzigartig, und was der eine mag, muss dem anderen nicht gefallen. Und ihr Ziel ist es ebenso wenig, uns immer freudig und glücklich zu stimmen. Glücklich zu sein bedeutet zu akzeptieren, dass es traurige Momente gibt, dass wir wütend und enttäuscht werden und auch streiten. Aber es hilft uns dabei, uns nicht auf das Schlechte zu konzentrieren und das zu finden, was unser Wohlbefinden fördert.

Glücklichsein kann man trainieren.

Warum konzentrieren wir uns auf das Negative? Die selektive Wahrnehmung

Es ist wahr, dass in unserem täglichen Leben positive Dinge oft vergessen werden, sie bleiben oft unbemerkt und wir konzentrieren uns nur auf die negativen Ereignisse. Es kann sein, dass man denkt: “Ich steckte in einem furchtbaren Stau”, “das Wasser beim Duschen war eiskalt”, “ich habe wieder zugenommen, ich bin furchtbar”, “ich hatte einen Streit mit meinem Kollegen”, usw. Im Gegensatz dazu vergessen wir oft die “kleinen Freuden”, die in unserem täglichen Leben passieren: Eine Mahlzeit zu genießen, die wir mögen; ein angenehmes Gespräch; eine warme Dusche….

Diese Tendenz, dass die meisten von uns den negativen Aspekten im Leben mehr Aufmerksamkeit schenken und sich besser an diese erinnern und das Positive unterschätzen, nennt man selektive Wahrnehmung.

Einige Experten halten die selektive Wahrnehmung für einen adaptiven Mechanismus, der für unser Überleben von Vorteil ist. Dies liegt daran, dass negative oder ungünstige Ereignisse eine Reaktion von uns erfordern, um sie zu konfrontieren und zu lösen. Positive Ereignisse, die unser Überleben nicht gefährden, bedürfen jedoch keiner Reaktion und bleiben für unsere Aufmerksamkeit und unser Gedächtnis unbemerkt.

Wenn wir uns jedoch auf das Negative konzentrieren, verschlechtert sich unsere Stimmung und wir laufen Gefahr an Angstzuständen, Depressionen und anderen psychologischen Problemen zu leiden.

Seligman und die positive Psychologie

Martin Seligman gilt als Begründer der positiven Psychologie. Er war einer der ersten, der das Glück aus wissenschaftlicher Sicht untersuchte.

Seligman selbst erklärt in dem folgenden Video, wie sich die psychologische Sicht vom medizinischen Modell der Heilung von Krankheiten, hin zur positiven Psychologie entwickelt hat. Er erklärt auch, was positive Psychologie ist.

Seligman zufolge gibt es drei Dimensionen des Glücks, die bearbeitet werden können: ein angenehmes Leben, ein gutes Leben und ein sinnvolles Leben. Im folgenden werden diese Bereiche weiter erläutert:

Angenehmes Leben

Es besteht darin, die Freuden des Lebens zu suchen, so viele positive Emotionen wie möglich zu erleben, jeden Moment zu genießen. Das Problem ist, dass die Fähigkeit, positive Emotionen zu erleben und zu verstärken, nicht gut beeinflussbar ist und zum Teil von der Genetik abhängt. Aber wir können lernen, mehr aus ihnen herauszuholen.

Gutes Leben

Dieses erreichen wir, indem wir unsere Tugenden und Stärken entdecken und sie nutzen, um unser Leben zu verbessern. Wir spüren es, wenn wir eigentlich nichts fühlen, uns auf eine Aufgabe konzentrieren und von allem anderen abstrahieren. Es ist das, was Csikszentmihalyi Flow nennt.

Sinnvolles Leben

Laut Seligman ist der dritte Schritt des Glücks, ein tiefes Gefühl der Erfüllung und Zufriedenheit zu finden, indem wir unsere Kräfte für einen Zweck nutzen, der größer ist als wir selbst.

Praktische Übungen und Techniken der positiven Psychologie

Eine Studie replizierte Seligmans Annahmen, um herauszufinden, ob Übungen der positiven Psychologie funktionieren. Sie fanden heraus, dass Interventionen der positiven Psychologie in der Tat glücklicher machen. Obwohl die Auswirkungen auf Menschen mit Depressionen geringer sind, als man durch vorherige Untersuchungen annahm, scheinen sie eine Nützlichkeit zu haben.

Wenn du also glaubst an einer Depression zu leiden, findest du hier Informationen wie die neuropsychologische Stimulation von CogniFit in Kombination mit einer Psychotherapie dir helfen kann, sie zu bekämpfen.

Wie wenden wir positive Psychologie an?

1. Übungen der positiven Psychologie: Stärken

Nach Seligman ist ein sehr wichtiger Teil der positiven Psychologie, zu lernen, die positiven Aspekte unseres Lebens zu genießen, um unsere Stärken zu erkennen. Im folgenden findet sich eine Tabelle, die dabei hilft, diese zu identifizieren. Wenn du Schwierigkeiten hast, kann man eine nahestehende Person um Hilfe bitten. Manchmal sehen andere unsere Tugenden deutlicher.

1.      Weisheit und Wissen 
KreativitätÜber neue und produktive Wege etwas zu tun nachzudenken
NeugierdeSich für all die stattfindenden Erfahrungen zu interessieren
OffenheitTiefgründig und aus anderen Blickwinkeln über Dinge nachzudenken
Wunsch zu lernenNeue Fähigkeiten zu entwickeln und sich Wissen anzueignen
PerspektiveIn der Lage zu sein anderen weise Ratschläge zu erteilen
2.      Mut 
TapferkeitKeine Angst vor Bedrohungen, Herausforderungen, Schwierigkeit oder Schmerz zu haben
AusdauerDas zu beenden, was man sich vorgenommen hat
Integrität/AuthentizitätDie Wahrheit zu sagen und sich authentisch zu präsentieren
VitalitätDem Leben voller Energie und mit Spannung zu entgegnen
3.      Menschlichkeit
LiebeEnge Beziehungen zu anderen schätzen
GüteGefallen zu tun und anderen zu helfen
Soziale IntelligenzSich der Motive und Gefühle von sich selbst und anderen bewusst zu sein
4.      Gerechtigkeit
Gemeinschaftssinn und GruppenarbeitGut als Mitglied eines Teams oder einer Gruppe zu arbeiten
Gelassenheit/GerechtigkeitAlle Menschen gleich zu behandeln im Sinne der Gerechtigkeit und Fairness
FührungGruppenaktivitäten zu organisieren und zu schaffen, dass diese ausgeführt werden
5.      Mäßigung/Contención
Fähigkeit zu VerzeihenDenen zu verzeihen, die uns weh getan haben
Güte/BescheidenheitDie eigenen Taten und Leistungen sprechen zu lassen
UmsichtVorsichtig bei eigenen Entscheidungen zu sein; keine Dinge zu tun oder zu sagen, die man später bereuen könnte
SelbstregulationDas was man fühlt und macht zu regulieren
6.      Übertragung
Schönheit wertschätzenSchönheit und Exzellenz in allen Lebensbereichen wahrzunehmen und wertzuschätzen
DankbarkeitSich der schönen Dinge im Leben bewusst zu sein und dankbar dafür zu sein
HoffnungDas Beste zu hoffen und dafür zu arbeiten, es zu erlangen
HumorGefallen am Lachen und Späßenzu haben; Bei anderen ein Lächeln zu erzeugen
Spiritualität/Religiösitätkohärente Überzeugungen über einen höheren Zweck und Sinn des Lebens zu haben

2. Übungen der positiven Psychologie: Soziale Beziehungen

Menschen, die zumindest eine enge Freundschaft haben, sind glücklicher. Es ist wichtig, dass man Menschen hat, auf die man sich verlassen kann, von denen man sich geliebt und unterstützt fühlt. Es ist wichtig, dass wir uns frei mit unseren Liebsten ausdrücken können, dass wir zeigen, wie wir uns fühlen und was wir wollen. Dabei scheint es nicht so bedeutend zu sein, wie viele Freunde wir haben, jedoch ist die Häufigkeit der Interaktionen und Aktivitäten, die wir mit ihnen teilen, von Wichtigkeit. Es ist wichtig, die Fähigkeit zu pflegen, Interesse an dem auszudrücken, was andere uns sagen, und ermutigend zu reagieren.

Psicología positiva: cultiva las relaciones sociales

3. Übung zur positiven Psychologie: Körperliche Aktivität

Das körperliche Wohlbefinden ist wichtig für unser seelisches Wohlbefinden. Bewegung und gesunde Ernährung kann uns helfen, unsere Stimmung zu verbessern. Körperliche Bewegung hat einen großen Einfluss auf die Depression.

Oft hat man beim Sport jedoch das Ziel im Sinn, Gewicht zu verlieren und einen attraktiveren Körper zu bekommen. Das sollten sekundäre Motive sein und die Übungen sollten besser aus reinem Vergnügen ausgeführt werden. Viele Leute mögen keinen Sport einfach weil “es ihnen nicht gefällt”. Aber es gibt eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Aktivitäten, die man je nach Geschmack gestalten kann. Selbst bei zügigem Tempo spazieren zu gehen, kann sich positiv auf Organismus auswirken. Entdecke hier, wie man sich zum Sport animieren kann.

4. Übung zur positiven Psychologie: Humor

Humor steigert unser Wohlbefinden, verlängert das Leben und macht uns glücklicher. Es ist wichtig, einen Sinn für Humor zu haben, aber wie alles andere kann man auch das trainieren.

  • Umgib dich mit Menschen mit Sinn für Humor, es ist ansteckend.
  • Lerne, Dinge weniger ernst zu nehmen und lache über dich selbst (natürlich ohne Spott).
  • Lerne, Humor intelligent und nicht wahllos einzusetzen. Nicht in jedem Moment ist er richtig angebracht.

5. Übung zur positiven Psychologie: Dankbarkeit

Dankbarkeit zu praktizieren ist eines der Dinge, die den Menschen am meisten Wohlbefinden bringen. Manchmal merken wir es nicht, aber wir haben immer etwas, wofür wir dankbar sein können. Im Folgenden finden sich drei positive psychologische Übungen, die sehr nützlich sind, um Dankbarkeit zur Gewohnheit werden zu lassen:

  • Ein Dankbarkeitstagebuch zu führen und jeden Abend vor dem Zubettgehen mindestens drei Dinge aufzuschreiben, für die man an diesem Tag dankbar war.
  • Einen Dankesbrief an eine besondere Person zu schreiben. Aufzuschreiben wie man sich fühlt, dank dem, was der andere für einen getan hat. Wenn möglich, kann man den Brief der Person persönlich vorlesen. Die positiven Gefühle und Emotionen die dabei entstehen sollte man zulassen und genießen.
  • In jedem Moment dankbar sein. Man sollte es sich zur geistigen Gewohnheit machen immer und zu jeder Zeit dankbar zu sein. Dafür sucht man am besten aktiv nach den Details und Handlungen anderer, um sich selbst zu helfen und/oder sich ein gutes Gefühl zu geben, und diesen Menschen dankbar zu sein.

6. Übung zur positiven Psychologie: Drei positive Dinge

Diese Übung der positiven Psychologie besteht darin, ein “Genuss-Tagebuch” zu führen. Schreibe jeden Abend drei positive Dinge auf, die dir Freude, Glück und Zufriedenheit gebracht haben… Denke darüber nach, was du empfunden hast und weshalb. Urteile nicht und sei nicht negativ. Dies wird dir helfen, dich der guten Zeiten des Tages bewusster zu werden, und dadurch kannst du herauszufinden, was dir Glück gebracht hat und du wirst in der Lage sein, diese Dinge in den folgenden Tagen zu wiederholen.

Positive Psychologie auf der Arbeit

Wie kann man die positive Psychologie am Arbeitsplatz anwenden? Für viele ist der Arbeitsplatz ein Ort der Folter. Es ist dieser schreckliche Ort mit furchtbaren Menschen, denen man nicht entkommen kann, weil man ein Gehalt braucht, um sich zu ernähren. Und selbst wenn es nicht der begehrenswerteste Ort der Welt ist, kann man ihn zu einem weniger feindseligen Ort machen.

1. Dankbar sein

Wie in der Übung zur positiven Psychologie weiter oben vorgeschlagen, kann man auch auf der Arbeit Dankbarkeit praktizieren. Denk an eine Person, die etwas für dich getan hat, was du wirklich zu schätzen weißt. Schreib ihr einen Brief und lies ihn laut vor. Diese Übung vermittelt das Gefühl des Wohlbefindens und stärkt gleichzeitig deine Beziehung zu dieser Person.

2. Gib deinen Aufgaben eine Richtung

Wenn wir unserer Arbeit einen Sinn geben, der über die Pflicht hinausgeht, ist es möglich, unser Glück und unsere Zufriedenheit zu steigern. Versuche dir vorzustellen, wie diese Aufgaben zum Wohl der Allgemeinheit beitragen. Vermeide dabei Gedanken wie “ich tue das nur, damit der Chef reich wird”. Dieser Gedanke hilft nicht. Denke darüber nach, was du den Menschen bietest und wozu er notwendig ist. Und wenn du nichts finden kannst, denk darüber nach, was er dir selbst bringt (ökonomische Sicherheit, Mittel für deine Kinder…).

3. Denk an das Positive deines Arbeitstages

Wie schon vorher genannt, kann man sich auch hier drei positive Dinge vor Augen führen, die einem bei der Arbeit passiert sind. Es kann ein “Dankeschön” und ein Lächeln von jemandem sein, es kann ein Kaffee mit einem Kollegen oder ein Kompliment von jemandem gewesen sein.

4. Verbringe Zeit mit deinen Arbeitskollegen

Bemühe dich, deine Arbeitskollegen kennenzulernen, mit ihnen zu sprechen, einen Kaffee zu trinken oder Aktivitäten außerhalb der Arbeit zu planen.

5. Nutze deine Stärken

Das Wissen um unsere Stärken und deren tägliche Anwendung in unserer Arbeit steigert unser Glück und Erfolgserlebnis.

Übungen der positiven Psychologie für Kinder

Wie können wir positive Psychologie auf Kinder anwenden? Die Einbeziehung positiver Psychologie in das Leben der eigenen Kinder kann sehr einfach sein. Man muss dafür nur die oben genannten Übungen an das Kind anpassen.

Ejercicios de psicología positiva para niños

1. Liste der Dankbarkeit

Eine positive Psychologie Übung für Kinder ist es, das Kind zu ermutigen, drei Dinge aufzuschreiben, für dass es jeden Tag dankbar ist. Diese Übung kann man gut als Familie praktizieren. Am Ende der Woche, liest man sich das Ergebnis gemeinsam durch und reflektiert über die wunderbaren Dinge, die man im Leben schätzt.

2. Akt der Freundlichkeit

Hilf deinem Kind, jeden Tag einem anderen Menschen gegenüber freundlich zu sein. Hilf ihm herauszufinden, wie gut es sich anfühlt, andere gut zu behandeln. Ebenfalls kannst du mit deinem Kind gemeinsam planen, welche positiven Dinge es für andere in der kommenden Woche tun kann und diese aufschreiben.

3. Drei positive Dinge

Eine weitere interessante Übung der positiven Psychologie für Kinder ist es, ihm zu helfen drei positive Dinge, die ihm am Tag passiert sind zu reflektieren. Vielleicht ein Kompliment des Lehrers oder eines Freundes, eine lustige Zeit beim Mittagessen oder ein gemütlicher Spaziergang.

4. Liste der Stärken

Entdeckt gemeinsam welche Stärken dein Kind hat und überlegt euch wie es diese Stärken im Alltag unterbringen kann, um sein eigenes Wohlbefinden und das der anderen zu verbessern.

5. Genießen

Statt durch den Alltag zu hetzen, verlangsamt euren Rhythmus und versucht eine angenehme Aktivität oder einen Moment zu genießen. Achtsamkeit mit dem eigenen Kind zu praktizieren, kann das Bewusstsein in der heutigen Zeit erhöhen und Sorgen und Ängste verringern.

6. Soziale Beziehungen

Sinnvolle soziale Beziehungen tragen wesentlich zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Achte darauf, dass dein Kind die ganze Woche über eine gute Zeit mit einem guten Freund oder einem besonderen Familienmitglied verbringt. Oder das Kind kann sogar einen neuen Freund aus seinem Umfeld besser kennenlernen.

7. Zielliste

Eine gute Übung der positiven Psychologie bei Kindern kann sein, dem Kind dabei zu helfen eine Liste der kurz-und langfristigen Ziele zu erstellen. Die Ziele sollten machbar und nicht zu kompliziert sein. Wenn man sieht, wie man das erreicht, was man sich vorgenommen hat, fühlt man sich gut und wird ein bisschen glücklicher.

Übersetzung aus dem Spanischen. Originalartikel: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

CogniFit wurde von norwegischen Wissenschaftlern als wirksame Übungsbatterie gegen Demenz ausgezeichnet

  • Wissenschaftler des Gjøvik University College (Norwegen) haben in einer Studie die wichtigsten Gesundheitsspiele zur Bekämpfung von Demenz klassifiziert und bewertet.
  • Das Programm des aktiven Alterns von CogniFit hat sich als führende Technologie auf dem Gebiet der Prävention, Rehabilitation und Bewertung kognitiver Funktionen bei älteren gesunden oder pathologisch erkrankten Menschen (Alzheimer, Leichte kognitive Beeinträchtigung, Demenz, Depression, Schlafstörungen, eingeschränkte Mobilität…) positioniert. CogniFit bietet eine Reihe validierter klinischer Spiele an, die zur Prävention von Pflegebedürftigkeit im Alter und das gesunde Altern gedacht sind.
  • Die Untersuchung dieser Wissenschaftler kommt zu dem Schluss, dass, trotz der Vielzahl an Gehirntrainingsspielen, nur wenige von ihnen eine reale Wirkung bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen haben. In diesem Zusammenhang hat sich gezeigt, dass CogniFit über wissenschaftliche Forschungsergebnisse verfügt, die belegen, dass die Wirkung des kognitiven Trainings dauerhaft ist und auf die Alltagsaktivitäten älterer Menschen übertragbar ist (ökologische Validität).

Spiele zur kognitiven Stimulation – Wissenschaftliche Studie zu Demenz

Die Demenz ist eines der bedeutendsten Probleme im Sozialwesen. Schätzungen zufolge gibt es derzeit weltweit 35,6 Millionen Menschen mit Demenz. Diese Zahl wird sich in Zukunft alle 20 Jahre nahezu verdoppeln und sich auf geschätzte 65,7 Millionen im Jahr 2030 und 115,4 Millionen im Jahr 2050 erhöhen.

Das häufigste Symptom oder Merkmal der Demenz ist der Gedächtnisverlust. Diese Störung führt aber auch zu eingeschränkter Denkfähigkeit, Kommunikations- und Orientierungsschwierigkeiten und Problemen den Alltag zu bewältigen. Andere Symptome der Demenz sind Persönlichkeitsveränderungen, Angstzustände, Verfolgungswahn, Wahnvorstellungen und zwanghaftes Verhalten. Demenz hat verschiedene Ursachen und manifestiert sich in unterschiedlichen Formen, die bekannteste ist die Alzheimer-Krankheit.

In letzter Zeit macht sich eine starke Zunahme von Unternehmen bemerkbar, die Gehirn-Spiele oder Gehirntrainingsanwendungen anbieten, welche darauf abzielen einige der verbreitetsten Krankheiten des 21. Jahrhunderts zu behandeln, zu bewerten oder zu verhindern (Demenz, kognitive Beeinträchtigung, Alzheimer, etc.). Es herrscht jedoch allgemeine Verwirrung darüber welche der vielen Programme wirklich ernst zu nehmen sind und sowohl wirkungsvoll als auch nützlich sind, wenn man die verschiedenen Arten von Demenz adressiert.

In dieser Studie haben die Wissenschaftler Simon McCallum und Costas Boletsis vom Gjøvik University College (Norwegen) eine Überprüfung der auf dem Markt erhältlichen Gehirntrainingsspiele durchgeführt. Die Forschungsergebnisse führen zu der Schlussfolgerung, dass, obgleich es viele Gehirntrainingsspiele gibt, nur wenige von ihnen eine echte Wirkung bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen haben.

In diesem Zusammenhang hat sich gezeigt, dass CogniFit über wissenschaftliche Forschungsergebnisse verfügt, die belegen, dass die Wirkung des kognitiven Trainings dauerhaft ist und auf die Alltagsaktivitäten älterer Menschen übertragbar ist (ökologische Validität)

Das Programm des aktiven Alterns von CogniFit hat sich als führende Technologie auf dem Gebiet der Bewertung, Prävention und Rehabilitation kognitiver Funktionen bei älteren gesunden oder pathologisch erkrankten Menschen positioniert (Alzheimer im Anfangsstadium, leichte kognitive Beeinträchtigung, Demenz, Depression, Schlafstörungen, eingeschränkte Mobilität…).

CogniFit bietet eine Reihe validierter klinischer Spiele an, die das aktive und gesunde Altern fördern und der Pflegebedürftigkeit vorbeugen. Ältere Menschen und Senioren haben ein erhöhtes Risiko Krankheiten zu erleiden, die den kognitiven Zustand beeinträchtigen. Die Übungen zum kognitiven Erhalt und dem aktiven Altern von CogniFit zielen darauf ab, das Wohlbefinden und die Lebensqualität der alternden Menschen zu verbessern und damit Möglichkeiten für ein autonomes und gesundes Leben im Alter zu fördern.

Das mentale Stimulations- und Neurorehabilitationprogramm von CogniFit ermöglicht Interventionen, die auf eine angemessene Adaption älterer Menschen abzielen. Dies geschieht durch die Bereitstellung von kompensatorischen kognitiven Mechanismen und Strategien, die helfen, eine gute psychische Gesundheit, Selbstständigkeit und Kompetenz länger aufrechtzuerhalten.

CogniFit ist ein validiertes kognitives Stimulations- und Rehabilitationsinstrument. Diese Technologie besteht aus einfachen, automatisierten online verfügbaren Gehirntrainingsspielen, die auch von älteren Erwachsenen ohne Probleme angewendet werden können.

Um CogniFit zu nutzen, muss man sich nur anmelden. Die Anwendung dieses klinischen Programms ist einfach und für alle Zielgruppen leicht zugänglich, auch für Personen, die mit Computerprogrammen oder kognitiven Interventionsbatterien nicht vertraut sind.

  • Menschen über 50, ältere Erwachsene und Senioren: Dieses Programm ist für alle geeignet, die daran interessiert sind, ihre wichtigsten kognitiven Funktionen zu bewerten und zu verbessern.
  • Familienangehörige oder Betreuer: Die Rolle der Familie ist für die Unterstützung von älteren Personen, Angehörigen und Familienmitgliedern unerlässlich, um diesen zu helfen ihre kognitiven Fähigkeiten und mentale Agilität zu erhalten und zu verbessern. Dadurch kann die Pflegebedürftigkeit vermindert und das würdevolle Altern gefördert werden.
  • Gesundheitsexperten: Dieses professionelle Instrument zur kognitiven Bewertung und Wiederherstellung wurde validiert, um Ärzten, Psychologen und anderen Angehörigen des Gesundheitswesens (insbesondere der Gerontologie) bei der Ausübung der Erkennung, Diagnose und Intervention von kognitiven Störungen im Zusammenhang mit dem Altern zu helfen.
  • Einrichtungen für Senioren und gerontologische Interventionen: Die Aufgaben und Spiele der kognitiven Psychostimulation und Rehabilitation von CogniFit sind sehr einfach anzuwenden und auf die besonderen Eigenschaften älterer Erwachsenen zugeschnitten.
  •  Forscher und Wissenschaftler: Das fortschreitende Altern der Bevölkerung und die steigende Lebenserwartung machen es erforderlich, die Forschung zur Verbesserung des Erhalts kognitiver Fähigkeiten bei älterer Menschen und ihrer Lebensqualität zu fördern.

CogniFit, führende Technologie für aktives Altern

 

Neuropsychology Review: CogniFit als führende Gehirntrainings-Technologie ausgewählt

  • Eine neue Studie in “Neuropsychology Review” untersuchte ausführlich die Merkmale von Gehirntrainings- und kognitiven Rehabilitationsprogrammen. In diese Studie wurde die empirische Evidenz der Programme beurteilt, um zu bewerten, ob diese die Gehirngesundheit fördern und einen realen Nutzen für Anwender darstellen.
  • Die Autoren dieses ersten systematischen Testberichts zeichneten die Gehirntrainingsprogramme von CogniFit mit dem höchsten Grad an empirischer Evidenz und Effektivität aus. 
  • Den Forschern zufolge ist CogniFit führendes Programm mit empirisch belegter Effektivität, welches hilft, die Kognition und wichtige kognitive Fähigkeiten zu verbessern und wiederherzustellen.
  • Die kognitiven Verbesserungen durch das Gehirntraining von CogniFit wirken sich positiv auf den Alltag der Anwender aus.

Neuropsychology Review Studie 

Eine vor kurzem in der Fachzeitschrift Neuropsychology Review veröffentlichte Studie untersuchte ausführlich die Eigenschaften verschiedener auf dem Markt verfügbaren Gehirntrainingsprogramme und Programme der kognitiven Stimulationen. Dabei nahmen die Forscher die empirische Evidenz dieser Programme ganz genau unter die Lupe, um zu überprüfen, ob diese effektiv die Gehirngesundheit fördern und dem Anwender einen Nutzen erbringen.

Die Autoren dieses ersten systematischen Testberichts für Gehirntrainings zeichneten die Gehirntrainingsprogramme von CogniFit mit dem höchsten Grad an empirischer Evidenz und Effektivität aus. Den Forschern zufolge ist CogniFit das führende Programm mit empirisch belegter Effektivität, welches hilft die Kognition und wichtige kognitive Fähigkeiten zu verbessern und wiederherzustellen.

Die Autoren der Studie  “Enhancing Cognitive Functioning in Healthy Older Adults: a Systematic Review of the Clinical Significance of Commercially Available Computerized Cognitive Training in Preventing Cognitive Decline“, zu Deutsch –Verbesserung der kognitiven Funktionsweise bei gesunden älteren Erwachsenen: eine systematische Überprüfung der klinischen Bedeutung kommerzielle erhältlicher computergestützter kognitiver Trainings zur Verhinderung des kognitiven Verfalls– schlussfolgerten Folgendes: “Aktuelle Erkenntnisse belegen, dass nur einige computergesteuerte Produkte für Gehirntrainings und die kognitive Rehabilitation zur Verbesserung der Gehirnfunktion beitragen und so das gesunde Altern des Gehirns fördern”.

Die Autoren dieser Studie suchten in der wissenschaftlichen Literatur nach klinischen Studien am Menschen, die sich mit kommerziell erhältlichen Gehirntrainingsprogrammen befassten. Nachdem sie fast 8.000 Studien durcharbeiteten, identifizierten die Gutachter 18 kognitive Programme, von welchen elf weder durch klinische Studien noch empirische Nachweise gestützt waren. Von den verbleibenden sieben Gehirntrainingsprogrammen hatten nur CogniFit und ein weiteres Unternehmen die höchste Evidenzstufe, die konkrete Auswirkungen des Gehirntrainings auf das gesunde Altern zeigen konnte.

“In den letzten fünf Jahren zeigte sich eine starke Zunahme von Gehirn-Spielen oder Gehirntrainingsanwendungen, bei denen es wenige oder gar keine wissenschaftliche Belege dafür gibt, dass diese zu der Verbesserung der Gehirnfunktion beitragen. Leider hat diese Situation zu widersprüchlichen Aussagen darüber geführt, ob Gehirntraining funktioniert oder nicht, was zu Verwirrung bei Gesundheitsexperten und später auch beim Durchschnittsverbraucher führte. Ich begrüße dementsprechend diesen Testbericht, welcher zeigt, dass die patentierte Technologie von CogniFit ein führendes und wirksames klinisches Instrument zur Verbesserung und Wiederherstellung der kognitiven Funktionen ist. Es hat sich dementsprechend als äußerst nützlich für private Nutzer, Forscher, Pädagogen oder Angehörige des Gesundheitswesens gezeigt.” sagt Tommy Sagroun, CEO von CogniFit.

Die Forscher in dieser Studie argumentieren, dass das Gehirntraining von CogniFit “das Arbeitsgedächtnis und die exekutiven Funktionen bei gesunden Senioren verbessert.” Die Forscher bezeichnen CogniFit als ein effektives Werkzeug, das signifikante Hinweise auf die spezifischen Auswirkungen von Gehirntraining liefert, um das gesunde Altern zu fördern und die Gehirnfunktion älterer Erwachsener zu verbessern. 

Die Stimulation oder Wiederherstellung bestimmter kognitiver Fähigkeiten, wie der exekutiven Funktionen, der Verarbeitungsgeschwindigkeit oder der Aufmerksamkeit durch das kognitive Training von CogniFit kann dazu beitragen bei älteren Menschen die Bewegung und die Gehgeschwindigkeit zu verbessern und die Anzahl an Stürzen zu minimieren.

Die Programme zur Psychostimulation und Rehabilitation von CogniFit sind eine führende Technologie im Bereich der Prävention und eine ausgezeichnete Ergänzung zu nicht-pharmakologischen Therapien, um die Wiederherstellung von geschwächten kognitiven Fähigkeiten zu unterstützen.

Diese Studie hat gezeigt, dass die kognitive Stimulation wichtiger Fähigkeiten durch qualifizierte Programme wie CogniFit es ermöglicht, kognitive Verbesserungen auf die Bereiche des täglichen Lebens der Teilnehmer zu übertragen.

Die Autoren heben ebenfalls hervor, dass die kognitiven Programme von CogniFit und die kognitiven Bewertungen “auch bei bei Patienten mit Multipler Sklerose, Legasthenie und anderen Störungen eingesetzt wurden. Außerdem verbessert das kognitive Training von CogniFit ebenfalls die Gedächtnis-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, die exekutiven Funktionen und die Verarbeitungsgeschwindigkeit bei Patienten mit chronischen Schlafstörungen”.

Diese Studie zeigt, wie die Programme von CogniFit sowohl für gesunde Menschen als auch für ein breites Spektrum spezifischer psychischer Krankheiten und Bedürfnisse eingesetzt werden können.

Die Gehirntrainings und kognitiven Bewertungen von CogniFit sind auf die persönlichen Eigenschaften der einzelnen Benutzer abgestimmt. Die Anwendung dieses klinischen Programms ist einfach und für alle Zielgruppen zugänglich, auch für Personen, die mit kognitiven Interventionsprogrammen nicht vertraut sind. Die Gehirntrainings oder kognitiven Bewertungs- und Wiederherstellungsprogramme können von jedem (Kinder, Erwachsene und ältere Menschen) angewendet werden. Um sie nutzen zu können, muss man sich nur registrieren.

  • Junge Menschen, Erwachsene oder Senioren, die ihren eigenen kognitiven Zustand beurteilen oder verbessern wollen: CogniFit eignet sich für alle, die ihre wesentlichen kognitiven Funktionen bewerten und verbessern wollen. Die mentalen Trainingsbatterien werden automatisch an die spezifischen Bedürfnisse jedes Nutzers angepasst. Das Programm wertet die kognitiven Ergebnisse der Person aus und erstellt ein kognitives Trainingsprogramm, das speziell auf die Person zugeschnitten ist. 
  • Familienangehörige oder Betreuer: Die Rolle der Familie ist für die Unterstützung von Angehörigen und die Bewertung und Verbesserung deren kognitiver Funktionen unerlässlich. CogniFit ist sehr einfach zu bedienen und ermöglicht es jedem, auch jenen die nicht über spezielle Kenntnisse verfügen, wichtige neuropsychologische Fähigkeiten zu bewerten und zu verbessern. Mit diesem Programm kann die kognitive Bewertung oder das Gehirntraining für Familienmitglieder geregelt und verwaltet werden, das bequem von zu Hause aus durchgeführt werden kann.
  • Gesundheitsexperten: Dieses professionelle Instrument zur kognitiven Bewertung und Wiederherstellung wurde validiert, um Ärzten, Psychologen und anderen Angehörigen des Gesundheitswesens bei der Ausübung der kognitiven Intervention bei ihren Patienten zu helfen. Die Datenbasis von CogniFit, und die dadurch möglichen standardisierten Vergleiche, können helfen, spezifische Pathologien genau zu verstehen und kognitive Bereiche, die verändert oder geschwächt wurden, zu trainieren. Die zuständigen Gesundheitsexperten haben immer Zugriff auf einen vollständigen Bericht über die Ergebnisse, Anstrengungen, Fortschritte und kognitive Entwicklung der Patienten.
  • Schulen und Lehrkräfte: Die Gehirntrainings- und Bewertungsprogramme von CogniFit sind sehr einfach zu bedienen und können jedem Pädagogen mit oder ohne Erfahrung auf dem Gebiet der Psychopädagogik helfen, die kognitive Funktionsweise der Schüler zu erforschen und zu verbessern. CogniFit kann dabei helfen, einige der neurologischen Ursachen für Schulversagen zu identifizieren und kognitive Prozesse im Lernprozess und in der akademischen Leistung zu verbessern.
  •  Forscher und Wissenschaftler: Dieses Gehirntrainingsprogramm ermöglicht Forschern und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt, kognitive Interventionen durchzuführen, mit denen sie die neuropsychologischen Eigenschaften der Forschungsteilnehmer eingehend untersuchen können. CogniFit spart dem wissenschaftlichen Team und den Teilnehmern Zeit und erleichtert die Erfassung, Verwaltung und Analyse der Studiendaten.

CogniFit führende Technik im Bereich der kognitiven Stimulation und dem Gehirntraining

CogniFit und die Universität in Haifa untersuchen den Zusammenhang zwischen wichtigen kognitiven Fähigkeiten und Legasthenie

  • Schätzungsweise leidet mindestens eine von zehn Personen an Legasthenie. Ein hoher Prozentsatz der Betroffenen ist sich der Pathologie nicht bewusst. Mehrere Studien zeigen, dass eine niedrige Arbeitsgedächtnisleistung direkt mit der Wahrscheinlichkeit an Legasthenie zu leiden zusammenhängt.
  • Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Legasthenie und Intelligenz. Studien zeigen jedoch, dass die von dieser Erkrankung betroffenen Menschen ein niedrigeres Bildungsniveau und höhere Arbeitslosenquoten haben.
  • Das innovative neuropsychologische Bewertungssystem von CogniFit ermöglicht die Bestimmung des Risikoindex für Legasthenie.
  • Diese auf PubMed veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass das Gehirntraining mit der wissenschaftlichen Anwendung von CogniFit die Arbeitsgedächtnisleistung und die mentale Agilität signifikant verbessert und die Leseleistung (14,73%) steigert.

Das Arbeitsgedächtnis ist eine kognitive Fähigkeit, die wir im täglichen Leben kontinuierlich anwenden. Es ist die Fähigkeit, verschiedene Informationsteile im Auge zu behalten, die für die jeweilige Aufgabe relevant sind. Um es vielleicht besser zu verstehen: Das Arbeitsgedächtnis ist in der Regel eng mit dem Gedanken verbunden den wir manchmal haben, wenn wir beispielsweise in die Küche laufen und uns dann fragen “weswegen bin ich nochmal in die Küche gelaufen, was will ich hier?”.

Um nun mehr über die Funktionsweise unseres Gehirns zu erfahren und neurologische Störungen zu behandeln, hat CogniFit zusammen mit der Haifa Universität eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie eine geringe Arbeitsgedächtnisleistung und der Verfall in den exekutiven Funktionen und anderen kognitive Fähigkeiten ein starker Indikator für Legasthenie sein können.

Es ist nicht immer einfach herauszufinden, ob man an dieser Dysfunktion leidet. Der Legasthenie-Test (CAB-DX) von CogniFit ist dagegen ein führendes, professionelles Hilfsmittel, das ein umfassendes kognitives Screening und eine zuverlässige Bewertung des Risikoindexes des Vorliegens von Legasthenie ermöglicht.

Dieser innovative online verfügbare Legasthenietest ist ein wissenschaftliches Hilfsmittel, welches es ermöglicht ein komplettes kognitives Screening durchzuführen, die Stärken und Schwächen der Testperson zu ermitteln und den Risikoindex für das Vorliegen von Legasthenie mit großer Zuverlässigkeit zu bestimmen. Der Test richtet sich an Kinder ab 7 Jahren, Jugendliche und Erwachsene.

Alle privaten oder professionellen Anwendenden können diese neuropsychologische Bewertungsbatterie problemlos handhaben. Mit dieser leistungsstarken Verwaltungssoftware lassen sich verschiedene Variablen untersuchen und ein vollständiger, personalisierter Ergebnisbericht erstellen.

Der Legasthenietest (CAB-DX) besteht zum einen aus einem Fragebogen, welcher die Symptome und Anzeichen von Legasthenie bewertet und zum anderen aus einer Reihe validierter Übungen und Tests, die in Form von einfachen Computerspielen präsentiert werden.

Der Ergebnisbericht wird automatisch direkt nach Fertigstellung des Tests erstellt. Die Durchführung dauert in der Regel etwa 30-40 Minuten.

Darüber hinaus zeigt die von der Haifa Universität veröffentlichte Studie, dass die Stimulation der exekutiven Funktionen und anderen wichtigen kognitiven Fähigkeiten mit dem Gehirntraining von CogniFit für Legasthenie zu einer signifikanten Verbesserung der Arbeitsgedächtnisleistung, der kognitiven Entwicklung und der Leseleistung führt (die Anzahl der richtigen Wörter, die pro Minute gelesen werden, steigt um 14,73%). Darüber hinaus zeigten sich die positiven Effekte auch bis zu sechs Monate nach dem Training, was sich in jedem Alter positiv auf die Folgen der Legasthenie auswirkte.

Gehirnaktivität beim Lesen bei gesunden (links) und legasthenischen Personen (rechts)

LEGASTHENIE VERSTEHEN:

Legasthenie ist die häufigste neuronale Entwicklungsstörung, von der in Deutschland über 3 Millionen Menschen betroffen sind. Sie wird häufig als strukturelles Defizit in den neuronalen Netzen definiert, welche die Sprache verarbeiten. Dadurch wird das Lesen, Schreiben und allgemein die flüssige Dekodierung von Symbolen erschwert.

Diese Funktionsstörung erschwert den Zugang zu im Gehirn gespeicherten Informationen und verschwindet nicht in der Pubertät, wie fälschlicherweise oft angenommen wird. Heutzutage ist das Wissen um die Möglichkeit in der Kindheit an Legasthenie zu leiden immer größer und folglich kann die Störung auch häufiger diagnostiziert werden. Jedoch gibt es viele Erwachsene, die Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Verstehen im Laufe ihres Lebens hatten und haben, sich dieser Dysfunktion jedoch nie bewusst geworden sind. Dies ist in der Regel das Worst-Case-Szenario, denn obwohl sie eine normale oder sogar überdurchschnittliche intellektuelle Kapazität haben, wurden sie wahrscheinlich als ungeschickte oder schlechte Schulkinder abgestempelt. Diese Schwierigkeiten gehen über das Schulleben hinaus und können sich auch am Arbeitsplatz und im sozialen Bereich niederschlagen. Obwohl die Legasthenie nicht mit den intellektuellen Fähigkeiten in Zusammenhang steht, zeigen mehrere Studien, dass die von der Störung betroffenen Menschen ein niedrigeres Bildungsniveau, höhere Arbeitslosigkeit, ein geringes Selbstwertgefühl und mehr Stress haben.

Legasthenie kann oft die zugrunde liegende Ursache für andere Probleme sein. Die meisten Erwachsenen mit Legasthenie neigen dazu, ihr Defizit zu verbergen. Sie schämen sich für ihre Fehler und nutzen entsprechende Strategien, um sie zu vertuschen. Und obwohl diese Menschen sich an Therapeuten wenden sollten, erreichen sie in der Regel nicht viel, da es nicht leicht ist, an die Wurzel ihres Problems zu gelangen: die Diagnose der Legasthenie.

Die gute Nachricht ist, dass sich dank der Neuroplastizität des Gehirns die Folgen dieser Erkrankung in jedem Alter minimieren lassen. Durch das Gehirntraining mit CogniFit können neue neuronale Netzwerke geschaffen werden, welche die Agilität des Gehirns steigern. Dies ermöglicht es die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben, das Verständnis, die Konzentration, die akademische und professionelle Lern- und Leistungsfähigkeit deutlich zu verbessern.

Zirkadianer Rhythmus: Deine innere Uhr

Warum tendieren wir eigentlich dazu eher spät zu Bett zu gehen und morgens zu verschlafen? Und warum ist der Jetlag, wenn wir nach Amerika reisen nicht so schlimm, wie wenn wir nach Russland fliegen? Der zirkadiane Rhythmus (auch circadiane Rhythmik: cR), unsere innere Uhr, ist ein Biorhythmus und gibt einen inneren 24-Stunden-Takt vor, der den Tagesablauf von Mensch und Tier maßgeblich beeinflusst. Einen Einblick darin, wie er genau funktioniert und was passiert, wenn unsere biologische Uhr nicht intakt ist, gibt dieser Artikel.

“Everything in the universe has a rhythm, everything dances.” 

Maya Angelou

Die innere Uhr: Warum gehen wir eigentlich oft zu spät ins Bett?

Wir tanzen alle zum gleichen Beat

Ebbe und Flut wechseln sich innerhalb von etwa 25 Stunden zwei Mal ab. Das hängt zu einem großen Teil mit dem Mond zusammen. Ein Mondphasenzyklus von Neumond zu Neumond beträgt in der Regel 29,5 Tage. Der Mond kreist nämlich um die eigene Achse und auch um die Erde. Die Erde braucht übrigens 23 Stunden und 56 Minuten, um sich einmal um sich selbst zu drehen und dann kreist sie dabei auch noch um die Sonne. Dafür braucht sie ein Jahr. Das Universum scheint einem Rhythmus zu folgen und jedes Element tanzt dabei im eigenen Beat. Und so beeinflusst der Beat eines Elements ein anderes Element. So dirigiert und tanzt das Universum also vor sich hin. Und wir? Wir tanzen auch. Die Neuronen in unserem Gehirn schwingen zum Beispiel und mit jedem Atemzug weiten sich unsere Lungen und ziehen sich dann wieder zusammen – mal schnell, mal langsam, aber immer folgen sie dabei einem Rhythmus – den unserer inneren Uhr.

Fast alle physiologischen Funktionen unterliegen dem sogenannten zirkadianen Rhythmus (cR)

Im Gegensatz zu den beschriebenen Umweltrhythmen werden die Rhythmen, die von einem Lebewesen aus gehen, als Biorhythmen bezeichnet. Auch der Schlaf-Wach-Rhythmus, Schlafstadien, Bewegung und Sprache gehören dazu. Diese Rhythmen betreffen nicht nur uns Menschen, sondern sind auch bei Tieren und Pflanzen zu finden. So sind Eichhörnchen in der Regel tagesaktiv, Rotwild ist besonders während der Dämmerung aktiv und Hamster sind bekanntlich nachtaktive Tiere. Weiterhin lassen sich Biorhythmen nach ihrer Länge unterteilen. So wird die circadiane, infradiane und ultradiane Rhythmik unterschieden.

Die cR, unsere innere Uhr, bezieht sich auf einen inneren 24-Stunden-Rhythmus. Das beste Beispiel ist der Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen, aber auch der vieler Tiere. Infradiane Rhythmen sind deutlich länger, wie zum Beispiel der Vogelzug und der Winterschlaf bei anderen Tieren. Auch der weibliche Menstruationszyklus gehört zu der Kategorie der infradianen Rhythmik. Ultradiane Rhythmen sind hingegen deutlich kürzer als der 24-Stunden-Rhythmus. Ein leicht nachvollziehbares Beispiel ist wohl der Herzschlag. Ein Herz schlägt in der Regel zwischen 60 und 100 Mal die Minute, das sind 100.000 Herzschläge pro Tag. Aber zurück zur cR, um die es in diesem Artikel gehen soll…

Die innere Uhr: Wieso uns eigentlich eine Stunde am Tag fehlt

Schlägt man “circadiane Rhythmik” im Lexikon nach, steht da so etwas wie “[eine] 1954 von F. Halberg eingeführte Bezeichnung für eine biologische Dynamik, die durch endogene Oszillationen metabolischer oder physiologischer Aktivität oder des Verhaltens mit einer Periodizität von ungefähr 24 (20-28) Stunden verursacht wird”. Damit ist gemeint, dass die Schwingungen innerhalb des Körpers entstehen und nicht äußerlich “angestoßen” werden. Durch diese Schwingungen kommt es dann zu Aktivität. Nahezu alle körperlichen Funktionen unterliegen der circadianen Rhythmik, so auch die Körpertemperatur und der Cortisol-Spiegel. Spannend ist, dass (Tages)Licht zwar einen Einfluss als Zeitgeber hat – das ist gerade jetzt im Übergang zur Herbst/ Winterzeit wieder zu spüren – allerdings bleibt der Zyklus auch dann erhalten, wenn Licht als Taktgeber fehlt. Das weist daraufhin, dass die Rhythmen und Länge des Zyklus biologisch determiniert sind.

Funfact: Auch ohne externe Zeitgeber, wie zum Beispiel Tageslicht, steuert die cR unsere sogenannte “biologische Uhr”. Allerdings folgen Menschen natürlich (ohne externe Informationen) eher einem 25-Stunden- als einem 24-Stunden-Rhythmus. Deshalb tendieren wir eher dazu immer etwas später zu Bett zu gehen und aufzuwachen. Auch verkraften wir einen Jet-Lag in Richtung Westen (der Tag bekommt zusätzliche Stunden) besser, als eine Reise in Richtung Osten (der Tag verkürzt sich).

Der Hypothalamus stellt eine wichtige Quelle für die cR dar. Der dort lokalisierte suprachiasmatische Kern (engl. suprachiasmatic nucleus, kurz: SCN) gilt damit als einer der Schrittmacher des cR bzw. der inneren Uhr. Es wird davon ausgegangen, dass es noch weitere innere Uhren im System des Menschen gibt, die unabhängig oder auch unter Einfluss des SCN arbeiten. Dieser Kern hat gerade einmal eine Größe von < 0.3 mm3. Untersuchungen haben gezeigt, dass sie bei elektrischer Stimulation des Kerns die cR verschiebt. Bei Läsion des SCN werden körperliche Funktionen und Verhalten, wie Schlaf-Wach Rhythmus oder Hunger maßgeblich beeinflusst.

Was passiert, wenn die innere Uhr aus dem Takt kommt

Nicht nur eine physische Verletzung, z.B. des SCN, kann zu einer Störung der cR führen. Auch äußerliche Faktoren, wie Schichtarbeit, Lichtmangel im Winter und künstliche Lichtreize, wie zum Beispiel durch Mobiltelefone, Fernseher und Computer, am Abend führen kurz- oder langfristig zu einer Beeinflussung des Biorhythmus. Folge sind häufig Schlaf- und Essstörungen sowie Leistungseinbrüche und Energieverlust bis hin zu depressiven Verstimmungen und psychischen Erkrankungen. Äußerlich können beschleunigte Altersprozesse und Übergewicht die Folge sein.

Was wir tun können & was gerade in der Welt passiert

Es lohnt sich daher die innere Uhr durch aktive Maßnahmen zu unterstützen. Die beste Möglichkeit ist es dabei, Schlaf- und Essrhythmen beizubehalten. Die Zeiten des Zubettgehens und Aufstehens am Wochenende sollten sich daher nicht zu sehr von den Zeiten unter der Woche unterscheiden. Insgesamt sollte aber darauf geachtet werden, dass der Körper täglich ca. 8 Stunden Schlaf bekommt. Weiterhin sollten Mahlzeiten regelmäßig eingenommen werden, das hilft der Verdauung und dem Schlaf-Wach-Rhythmus. Gerade in der Winterzeit sollte die Licht- sowie Vitamin-D-Zufuhr aktiv geregelt werden. Das einfachste Mittel ist es, während der Sonnenstunden mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Das lässt sich durch Spaziergänge während der Mittagspause und am Wochenende integrieren. Auch Tageslichtlampen können unterstützend wirken. Bevor Präparate eingenommen werden, die den Vitamin-D-Haushalt regulieren, sollte Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden, um zu überprüfen, ob tatsächlich ein Vitamin-D-Mangel vorherrscht. Nicht Zuletzt sollte am Abend der Gebrauch von elektronischen Medien eingegrenzt werden, die artifizielles Licht (Blaulicht) abgeben und damit den Melatoninspiegel senkt. Melatonin ist auch als Schlafhormon bekannt, das der Körper vermehrt zum Abend hin ausschüttet und das für eine wichtige Rolle für erholsamen Schlaf und somit die innere Uhr spielt

Übrigens ging der diesjährige Nobelpreis für Medizin an eine Gruppe von Forschern aus den USA, die wichtige Erkenntnisse zu der Kontrolle der cR durch molekulare Mechanismen lieferten.

Weitere Quellen: http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/circadianer-rhythmus/2197

CogniFit kann laut Wisssenschaftlern des Albert Einstein College of Medicine die Mobilität bei Senioren verbessern und die Anzahl der Stürze verringern

  • Mobilitätsprobleme nehmen im Alter stetig zu und wirken sich negativ auf die Lebensqualität aus. Das kognitive Training von CogniFit kann innerhalb von 8 Wochen die Mobilität von bewegungseingeschränkten Menschen verbessern.
  • Bestimmte kognitive Fähigkeiten, wie die Aufmerksamkeit und die exekutiven Funktionen, mit dem kognitiven Training von CogniFit zu stimulieren, kann helfen bei älteren Menschen die Gehgeschwindigkeit zu erhöhen und Stürze zu reduzieren. 
  • Die innovative Studie des Albert Einstein College of Medicine, Yeshiva University, die darauf abzielt, das Gehverhaltensmuster (Walking) zu bewerten und zu verbessern, nutzt CogniFit, eine führende Technologie zur Bewertung und Verbesserung kognitiver Funktionen.

CogniFit-Gait und kognitiver Fortschritt

Mobilitätsprobleme oder Gehstörungen umfassen mehrere Aspekte wie: eine reduzierte Gehgeschwindigkeit (Geschwindigkeit oder Geschwindigkeit beim Gehen); die Zeit, die eine Person braucht, um von einem Stuhl aus aufzustehen; ihre Fähigkeit, regelmäßig zu gehen (mit den Füßen ausgerichtet und im Gleichgewicht) und die Symmetrie oder Synchronizität der Körperbewegungen, usw…

Im Alter nehmen die Mobilitätsprobleme stetig zu. Zahlreiche Studien haben festgestellt, dass Aufmerksamkeitsdefizite und Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen mit der Anzahl an Stürzen und langsamerem Gehen in Zusammenhang stehen.

Diese Gehstörungen oder Mobilitätsprobleme wirken sich negativ auf die Leistungsfähigkeit bei Alltagsaufgaben des Patienten aus und erhöhen das Sturzrisiko. Menschen mit diesen Schwierigkeiten neigen dazu sich weniger zu sozialisieren, genießen eine geringere Lebensqualität und haben eine erhöhte Erkrankungs- und Sterblichkeitsrate. Aus diesem Grund ist es wichtig, nicht-pharmakologische Behandlungsformen zu erforschen, die es ermöglichen, Mobilitäts- und Gehprobleme zu minimieren oder zu verhindern.

CogniFit ist eines der führenden online verfügbaren neuropsychologischen Programme für kognitive Bewertungen und Trainings, das sich bei der Messung und Stimulation verschiedener kognitiver Fähigkeiten wie der Aufmerksamkeit und der exekutiven Funktionen wissenschaftlich bewährt hat. Die übersichtliche Gestaltung des Programms macht CogniFit für Jung und Alt gleichermaßen geeignet. Aus diesen Gründen bot sich CogniFit als ideale Plattform für diese Studie an.

Die Mobilität und Gehfähigkeit einer Person zu untersuchen kann für die Diagnosestellung von psychischen und neurologischen Störungen sehr informativ sein. Wenn der Gang langsamer oder unregelmäßig wird, können dies erste Anzeichen einer möglichen kognitiven Beeinträchtigung sein. Diese Merkmale stehen im Zusammenhang mit einer späteren Diagnose von Demenz und Alzheimer.

Der Zusammenhang zwischen der Gehfähigkeit und der Kognition wird bereits seit mehreren Jahren erforscht. Holtzer, Professor für Neurologie an der Albert Einstein und Yeshiva University und Verghese, Leiter des Montefiore Einstein Center for the Aging Brain arbeiten seit 2011 zusammen und untersuchten bislang eine Stichprobe von 600 älteren Menschen. Die Wissenschaftler fanden dabei heraus, dass die exekutiven Funktionen im Frontallappen mit einer komplexen Planung verbunden sind, die für das Sprechen und Gehen kritisch ist.

Eine weitere Studie von Yogev, Hausdorff und Giladi ergab, dass die Aktivierungsstufen im Frontallappen beim Gehen und Sprechen ein guter Prädiktor für das Auftreten zukünftiger Stürze sind.

Eine Pilotstudie aus dem Jahr 2010, die kognitive Prozesse und das Gehen untersuchte, stellte fest, dass die Teilnehmer, die eine Intervention mit Gehirntrainingsspielen erhielten, signifikante Verbesserungen ihrer Fähigkeit des Gehens und des Gehens während des Führens einer Unterhaltung, zeigten.

Das Hauptziel der Studie von Holtzer und Verghese bestand darin die Gehfähigkeit und Mobilität zu steigern, indem sie die exekutiven Funktionen mittels computergestützter kognitiver Trainingsprogramme verbesserten.

Bis heute haben die Forscher 120 Teilnehmer untersucht, rechnen aber mit einer Gesamtstichprobe von insgesamt 420 Teilnehmern. Von diesen wird die Hälfte Gehirntrainingsspiele von CogniFit spielen, welche darauf ausgelegt sind die exekutiven Funktionen zu trainieren. Die andere Gruppe erhält ein ebenfalls von CogniFit entwickeltes Placebo-Training, welches nicht die gleichen kognitiven Prozesse stimulieren, wie die in der Interventionsgruppe.

Vor Beginn des achtwöchigen Trainings messen die Wissenschaftler die Fähigkeit des Gehens und die Gehgeschwindigkeit der Forschungsteilnehmer. Diese Messung wird ebenfalls unmittelbar nach dem Eingriff, sowie sechs und zwölf Monate später durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Effekte nachhaltig sind.

Der Ablauf der Studie sieht vor, dass das Gehirntraining an drei nicht aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche über acht Wochen durchgeführt wird. In dieser Zeit überwachen die Ärzte die Gehirnaktivität der Teilnehmer.

CogniFit nimmt erneut eine führende Rolle in den Neurowissenschaften ein. Ziel ist es, die Lebensqualität zu verbessern und dazu beizutragen Risikopersonen zu identifizieren. CogniFit ist das einzige personalisierte Gehirntrainingsprogramm, das wissenschaftlich validiert wurde und mit Hilfe fortschrittlicher Algorithmen automatisch den Schwierigkeitsgrad der Spiele und Übungen an das kognitive Niveau und die Bedürfnisse der Nutzer anpasst. Dieses online verfügbare Gehirntrainingsprogramm kann von Kindern, Erwachsenen und Senioren verwendet werden. Um es zu nutzen, muss man sich nur registrieren.

CogniFit kann eingesetzt werden, um die Gesundheit des Gehirns zu verbessern, es kann bei der Wiederherstellung von kognitiven Fähigkeiten helfen, die durch Hirnschäden entstanden sind oder der gesunden Bevölkerung dienen ihre kognitiven Ressourcen zu erhalten.

CogniFit zählt laut Silicon Review zu den 50 innovativsten Unternehmen weltweit im Jahre 2017

  • Das renommierte Magazin Silicon Review listet CogniFit als eines der 50 weltweit innovativsten Unternehmen auf, die es in diesem Jahr ganz besonders zu beobachten gilt.
  • Die patentierte Technologie von CogniFit erkennt den individuellen kognitiven Zustand einer Person und erstellt daraufhin automatisch ein personalisiertes Gehirntrainingsprogramm.

CogniFit: Führend in neuropsychologischen Bewertungen und Gehirntrainings

Silicon Review, das weltweit renommierteste Magazin im Bereich Technologie (Software, Handys, Big Data, ihealth, usw.), nimmt jedes Jahr die neuesten Trends auf dem Markt unter die Lupe. Das Silicon Review veröffentlicht in diesem Zusammenhang jährlich eine Liste mit den 50 technologischen Unternehmen, die es für besonders bedeutend und innovativ hält.

Unter all den Firmen, die das Silicon Review im Jahre 2017 unter die Lupe nahm, wurde CogniFit, Marktführer in neuropsychologischen Bewertungen und kognitiven Stimulationsprogrammen, von der Expertengruppe als eines der 50 relevantesten Unternehmen des Jahres 2017 ausgewählt.

Über CogniFit

CogniFit ist ein Gesundheitsunternehmen, das im Jahre 1999 von dem israelischen Professor Shlomo Breznitz gegründet wurde, mit dem Ziel, die kognitive Gesundheit zu bewerten und zu verbessern. Alle angebotenen Untersuchungs- und Stimulationsinstrumente sind wissenschaftlich validiert. CogniFit steht in 16 Sprachen zur Verfügung und arbeitet mit Krankenhäusern, Universitäten, Stiftungen und Forschungszentren auf der ganzen Welt zusammen. CogniFit ist federführend und wird von der wissenschaftlichen Gemeinschaft und von internationalen Unternehmen genutzt.

Das neurowissenschaftliche Programm wird von einem internationalen Wissenschaftlerteam aus Neurologen und Psychologen geleitet, das die neuesten Erkenntnisse über das Gehirn erforscht und mit komplexen Algorithmen kombiniert, um komplexe Bewertungsaufgaben in Form von einfachen Spielen zu entwickeln.

Dieses professionelle neuropsychologische Untersuchungs- und kognitive Stimulationsprogramm basiert auf wissenschaftlicher Methodologie und kann konkrete kognitive Fähigkeiten und deren Zusammenhang mit neurologischen Krankheiten messen, trainieren und überwachen.

Die entwickelte Technik besteht aus einer kompletten computergestützten Aufgabenbatterie, die es erlaubt, über 20 grundlegende kognitive Funktionen zu bewerten. Diese sind klar definiert und werden objektiven Kontrollmessungen unterzogen, die auf standardisierten demographischen und altersbezogenen Kriterien einer Stichprobe aus mehreren Tausend Subjekten basieren.

Diese Fähigkeiten wurden in zahlreichen Forschungsarbeiten validiert. Mithilfe der kognitiven Daten, die durch die Untersuchung und Standardisierung der Ergebnisse nach Alter und Land erhalten werden, bewertet CogniFit den individuellen kognitiven Zustand des Nutzers und kann entsprechend ein personalisiertes Gehirntrainingsprogramm erstellen. Diese Methode ist eingetragen und patentiert.

Eine einzigartige Plattform 

CogniFit richtet sich sowohl an Einzelpersonen, Familien, Schulen und Gesundheitsexperten: mit verschiedenen Gehirntrainings kann der kognitive Zustand gemessen und trainiert werden. Dank der großen Datenbank und der Entwicklung fortschrittlicher Algorithmen erfasst CogniFit den aktuellen individuellen kognitiven Zustand des Nutzers und bietet ein maßgeschneidertes personalisiertes Gehirntrainingsprogramm an. Jede Person ist einzigartig und verdient ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Trainingsprogramm. Durch die präzise Messung der individuellen Leistungsfähigkeit der Gehirnfunktionen, generiert CogniFit automatisch ein personalisiertes Trainingsprogramm.

“CogniFit misst und trainiert präzise die kognitiven Fähigkeiten jedes Einzelnen. Es identifiziert kognitive Abweichungen und Defizite und erstellt ein maßgeschneidertes Gehirntraining, das speziell auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Person zugeschnitten ist“.

Bedeutet Alleinsein Einsamkeit? Vor- & Nachteile. Wieso haben wir Angst davor?

Ist Einsamkeit gut? Einsamkeit gehört zum Menschsein dazu. Jeder hat sich schon einmal alleine oder einsam gefühlt. Das Gefühl der Einsamkeit kann sich negativ auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken. Es ist jedoch sehr hilfreich zu lernen alleine zu sein, ohne sich dabei einsam zu fühlen. Die Zeit mit sich selbst zu genießen kann sehr hilfreich sein, um mit den eigenen Gefühlen in Kontakt zu treten, sich besser kennenzulernen und als Person zu wachsen. Entdecke hier einen nützlichen Leitfaden: Was ist Einsamkeit? Warum haben wir Angst davor, allein zu sein? Welche Arten der Einsamkeit beziehungsweise des Alleinseins gibt es und was kann man tun, um das Gefühl der Einsamkeit zu überwinden?

Bedeutet Alleinsein Einsamkeit?

Was ist Einsamkeit? Konzept und Definition

Das Gefühl der Einsamkeit ist eines der schlimmsten Gefühle, das wir haben können. Sich einsam zu fühlen gefährdet unser Glück. Um glücklich zu sein, müssen wir intime Bindungen mit anderen Menschen eingehen. Wir brauchen jemanden, dem wir vertrauen können, wir haben das Bedürfnis uns zugehörig zu fühlen und jemanden in unserem Leben zu haben, auf den wir uns verlassen können. Enge Beziehungen zu haben (was nicht bedeutet, dass es viele Beziehungen sein müssen) ist einer der Schlüssel zum Glücklichsein.

Es lassen sich zwei verschiedene Konzepte unterscheiden, die im Deutschen Sprachgebrauch oft vermischt werden: Die Einsamkeit und das Alleinsein. Das erste Konzept bezieht sich auf das Gefühl der Qual bei der realen oder wahrgenommenen Abwesenheit von sozialen Kontakten. Der zweite Begriff bezieht sich darauf alleine zu sein, was durchaus auch mit einer positiven Konnotationen einhergeht. Man kann es beispielsweise durchaus genießen sich von Zeit zu Zeit zurückzuziehen.

Alleine zu sein kann durchaus positiv sein. Das Problem liegt darin sich alleine, besser gesagt einsam zu fühlen, indem man einen Mangel an sozialer Unterstützung wahrnimmt und glaubt niemanden zu haben, auf den man sich verlassen kann. Das ist die Gefahr der sozialen Isolation.

Einsamkeit lässt sich deshalb als einen lähmenden psychischen Zustand definieren, der durch das wirkliche oder wahrgenommene Fehlen befriedigender sozialer Beziehungen entsteht. Menschen die sich einsam fühlen, verspüren ein Gefühl der Leere, Wertlosigkeit und andere depressive Symptome.

Ist Einsamkeit oder das Alleinsein positiv?

Wie zuvor erwähnt wurde, muss man diese beiden Begriffe gut voneinander unterscheiden, um diese zu bewerten. Im folgenden werden wir von dem positiven Alleinsein sprechen, ein Gefühl, bei dem man sich nicht begleitet und demnach alleine fühlt, aber nicht einsam. Es handelt sich also um eine positive und notwendige Form des Alleinseins.

Es stimmt, dass wir eine sehr soziale Spezies sind und andere brauchen. Aber um uns mit den anderen gut zu verstehen, müssen wir uns zunächst gut mit uns selbst verstehen.

Einsamkeit und Introspektion

Zeit alleine zu verbringen erlaubt Raum zum Denken zu haben. Es hilft dabei, sich selbst kennenzulernen, mit sich selbst in Kontakt zu treten und ist unentbehrlich für das persönliche Wachstum.

Viele Menschen können nicht oder nur ganz schwer alleine sein. Diese große Abhängigkeit von anderen hindert einen daran, richtig glücklich sein zu können. Außerdem ist das “Nicht alleine sein können” oft ein Zeichen dafür, dass die betroffene Person psychische Probleme hat. Das eigene Wohlbefinden können wir nicht von anderen abhängig machen, das ist nicht effektiv. Wir müssen für unser eigenes Glück verantwortlich sein. 

Das Alleinsein gibt uns die Möglichkeit herauszufinden, was wir wirklich im Leben wollen, was unsere Ziele sind, was wir mögen, was wir nicht mögen und was wir brauchen.

Alleinsein und Kreativität

Zeit allein zu verbringen kann der Schlüssel zur Entwicklung kreativer Ideen sein. Wenn wir allein sind, können wir unseren Gedanken freien Lauf lassen und besser auf uns selbst hören.

Es gibt die Redensart eine “Idee auszubrüten”. Dieser Prozess ist an der Generierung von kreativen Projekten und Ideen beteiligt. Bei diesem Prozess distanzieren wir uns einen Moment von unserer Arbeit und lassen zu, dass unser Bewusstsein (ohne eine eigene Handlung vorzunehmen) unseren Verstand und unser Wissen vertieft, um unbewusste Verbindungen herzustellen. Dies ist nur möglich, wenn wir alleine sind und Aufgaben ausführen, die wenig kognitive Anstrengung erfordern, wie beispielsweise mechanische Aufgaben.

Wieso fühlen wir uns einsam?

Heutzutage fühlen wir uns viel einsamer als früher, wie hier genauer untersucht wurde. Es scheint paradox, da wir über unzählige Kommunikationsmedien und soziale Netzwerke verfügen, die es uns ermöglichen, mit anderen in Kontakt zu treten.

Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Heutzutage suchen wir nach dem unmittelbaren Glück. Wir widmen unseren sozialen Beziehungen keine Zeit und investieren nicht in sie. Wir leben von unserem Image in sozialen Netzwerken, haben aber keinen wirklichen Kontakt zu Menschen.

Gerade ältere Menschen laufen Gefahr, sich einsam zu fühlen. Der Tod eines Ehegatten, der Ruhestand, die Tatsache, dass die eigenen Kinder eine eigene Familie bilden, bringt ältere Menschen dazu, viel Zeit allein zu verbringen.

Wenn du in Begleitung bist, aber dich einsam fühlst

Sich allein zu fühlen, auch wenn wir Menschen um uns herum haben, ist eine Art subjektiver Einsamkeit.

Einsamkeit zu verspüren, auch wenn wir nicht allein sind, hängt mit der Qualität und Intimität der vorhandenen Beziehungen zusammen und nicht mit der Quantität der Beziehungen. Vielleicht liegt es daran, dass man weniger Kontakt zu anderen hat, als man braucht.

In vielen Fällen liegt das an uns selbst. Dabei ist es nicht so, dass wir Schuld daran sind, sondern oft falsche Überzeugungen und Gedanken haben, die uns selbst beschränken. “Niemand fragt mich, wie es mir geht”, “Keiner ruft mich an”, “Niemand schlägt Pläne vor.” Das mag stimmen, aber wir können die Verantwortung nicht anderen überlassen. Wenn du selbst Pläne vorschlägst, Leute anrufst und auf andere zugehst, wird es wahrscheinlicher, dass sie sich auch dir nähern. 

Formen der Einsamkeit

Es lassen sich verschiedene Formen der Einsamkeit unterscheiden.

Emotionale Einsamkeit

Emotionale Einsamkeit entsteht durch den Verlust der Bindung zu einer anderen Person. Dies kann auf den Tod eines Partners oder das Ende einer Beziehung zurückzuführen sein.

Soziale Einsamkeit

Soziale Einsamkeit bezieht sich auf das Fehlen eines Netzwerks sozialer Beziehungen, zu welchem sich die betroffene Person zugehörig fühlt.

Subjektive oder objektive Einsamkeit

Die subjektive Einsamkeit bezieht sich auf die Tatsache, dass wir uns trotz Begleitung einsam fühlen, wie es beispielsweise auch in Paar-Beziehungen geschehen kann.

Sich in einer Beziehung einsam zu fühlen ist ein Indikator dafür, dass die Beziehung nicht gut läuft. In diesen Fällen sollte man die Ursachen dieser Gefühle herausfinden, die Kommunikation zwischen den Partnern verbessern und herausfinden, was die beiden Partner voneinander brauchen.

Die objektive Einsamkeit bezieht sich darauf, dass jeder außenstehende Beobachter sehen kann, dass eine Person wirklich allein, einsam und isoliert ist.

Situative Einsamkeit

Diese Art der Einsamkeit bezieht sich auf die Tatsache, dass nach einer Zeit des psychischen Unwohlseins, die Menschen es schaffen sich dem Verlust zu stellen, diesen bewältigen und sich erholen. Es ist eine Art vorübergehender Einsamkeit.

Einsamkeit als Anpassungsmechanismus

Das Gefühl der Einsamkeit hat in der Regel Erfolg, wenn dadurch nach einem Wohnortswechsel oder einem Trauerfall die Verbindung oder Wiederverbindung zu anderen erleichtert wird und die soziale Isolation durch das Gefühl vermieden wird. Das Gefühl dient als eine Form der Warnung oder des Alarms, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte und etwas geändert werden muss.

Chronische Einsamkeit

Ist ein stabilerer Zustand, der in der Regel das Ergebnis davon ist, dass die Person Schwierigkeiten damit hat, im Laufe der Jahre zufriedenstellende soziale Beziehungen aufzubauen.

Man könnte also sagen, dass das Gefühl der Einsamkeit manchmal notwendig ist. Es ist sozusagen eine Warnung dafür, dass etwas nicht gut läuft und dass es notwendig ist, wieder mit anderen in Kontakt zu treten. Wenn man dieses Gefühl jedoch nicht richtig handhabt, verfängt man sich darin und ist später nicht mehr in der Lage, dort wieder heraus zu kommen. Das erschwert die Lösung dieses Problems ungemein.

Gedanken, Überlegungen, Sätze und Verbalisierungen bei Einsamkeit

Wenn wir uns einsam fühlen, können eine Reihe von Gedanken, Überlegungen oder Formulierungen auftreten, welche das Gefühl der Einsamkeit verstärken und aufrecht erhalten. Diese Gedanken sind oft irrational, das heißt sie sind nicht rationaler Natur. Diese Überzeugungen sollten deshalb abgebaut werden. Die kognitive Umstrukturierung kann in diesen Fällen eine effektive Technik sein.

“Ich bin den Leuten egal, ich bin langweilig.”

Einer der immer wiederkehrenden Gedanken der Einsamkeit ist es zu glauben, dass  “die Leute sich nicht für einen interessieren, weil man ein langweiliger Mensch ist“. Weißt du wirklich, was diese Leute denken? Hast du sie gefragt? Hast du objektive Beweise dafür, dass das so ist?

Falls dir mehrere Leute gesagt haben, dass du langweilig bist – Ist es das schlimmste, was dir passieren kann? Mit Sicherheit hast du schon viel schwierigere Dinge in deinem Leben ertragen als die Tatsache, dass dich jemand für langweilig hält.

Was nutzt es dir, dir einzureden, dass sich keiner für dich interessiert? Du fühlst dich dadurch nur schlecht und trägst nicht dazu bei, dass du dich weniger einsam fühlst und den Kontakt zu Leuten suchst. 

Es ist schwierig jedem langweilig zu erscheinen, genauso wie es schwierig ist von jedem gemocht zu werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dich jemand interessant findet.  Außerdem hast du mit Sicherheit einige Konversationsthemen, die bei deinem Gegenüber das Interesse wecken.

“Keiner sorgt sich um mich, ich bin ihnen egal.”

Einer der immer wiederkehrenden Sätze der Einsamkeit ist zu glauben, dass “die anderen sich nicht um einen kümmern, weil man ihnen egal ist“. Überlege dir, ob es stimmt, dass du deiner Familie und deinen Freunden egal bist und sie sich nicht um dich sorgen? Waren sie nicht für dich da, als du ihnen erzählt hast, dass du eine schwere Zeit hattest? Welche Belege gibt es dafür, dass diese Aussage stimmt?

Manchmal scheint es so, als würden sich andere nicht um einen kümmern, weil sie gar nicht wissen, dass es einem nicht gut geht. Doch um dir helfen zu können müssen sie wissen, wie du dich fühlst. Du musst es ihnen also auch mitteilen und dich ihnen öffnen. Man kann nicht erwarten, dass die Leute es erraten oder ständig fragen, wie es dir geht. Jeder hat sein eigenes Leben und seine eigenen Sorgen und keiner hat die Zeit ständig auf alle anderen um sich zu achten.

Zu denken, dass sich keiner um einen sorgt und man anderen egal ist, macht es nicht einfacher, mit anderen in Kontakt zu treten, ganz im Gegenteil. Es führt dazu, dass du dich mehr isolierst und dich über die Leute ärgerst, die dir nahe stehen.

“Man kann anderen nicht trauen”

Eines der wiederkehrenden Gedanken der Einsamkeit ist es auch zu glauben, “dass man anderen nicht trauen kann“. Es ist vielleicht nicht möglich, jedem zu vertrauen. Es gibt Leute, die zuverlässiger sind als andere, aber man kann das nicht verallgemeinern. Es gibt dort draußen gute Menschen, denen man vertrauen kann. 

“Sobald ich einen Partner finde, bin ich nicht mehr einsam”

Ein anderer Satz, der unter einsamen Menschen am häufigsten wiederholt wird, ist der Glaube “sich nicht mehr einsam zu fühlen, sobald man einen Partner gefunden hat“. Einen Partner zu haben ist keine Garantie dafür, sich nicht einsam zu fühlen. Man kann man sich durchaus sehr einsam fühlen, selbst wenn viele Menschen um einen herum sind. Das Gefühl der Einsamkeit hängt nicht davon ab, wen wir neben uns sitzen haben, sondern von uns selbst. Vielleicht haben wir einen Partner, wenn wir aber kein Vertrauen aufbauen und Zuneigung verspüren, bleiben wir einsam.

Wenn man davon ausgeht, dass ein Partner die Lösung für die Probleme der Einsamkeit sein wird, geht man dazu über verzweifelt nach einem solchen Partner zu suchen. In der Regel “klammert” man sich dann an die erstbeste Person, was zu dysfunktionalen Beziehungen und Abhängigkeitsdynamiken führen kann.

“Es ist besser, die Dinge in Gesellschaft zu tun”

Ein anderer wiederkehrender Gedanke der Einsamkeit ist oft zu glauben, “dass es besser ist, Dinge in Gesellschaft zu tun“. Es kann sicherlich mehr Spaß machen, Aktivitäten mit anderen zusammen zu machen. Es ist ganz normal, dass man es bevorzugt Aktivitäten mit anderen Personen zu teilen. Doch das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass es negativ ist allein Dinge zu unternehmen, einige Sachen machen allein sogar mehr Spaß. Wenn wir nie etwas allein gemacht haben, kann einem die Vorstellung zunächst etwas Angst bereiten, sie wird in den meisten Fällen aber zu einem durchaus positiven Erlebnis.

Zu denken, dass es besser ist, die Dinge mit jemand anderem zu tun, macht einen nicht glücklicher sondern lähmt einen lediglich. Es hält dich davon ab, die Dinge zu tun, die du gerne tust. Wenn du gerne ins Kino gehen, aber niemand diesen Film sehen kann oder will, lass dich nicht davon abhalten trotzdem hinzugehen. Sonst wirst du dich am Ende nur noch schlechter fühlen und den Film nicht gesehen haben.

“Wenn ich alleine dort hingehe, sehe ich aus wie ein Idiot.”

Einer anderer typischer Gedanke der Einsamkeit ist es zu denken, dass “man wie ein Idiot wirkt, wenn man alleine irgendwohin geht“. Nur wenige Leute denken, dass jemand, der allein spazieren geht, allein zu Abend isst, allein ins Kino geht oder irgendeine andere Aktivität ausführt, ein Idiot oder ein Verlierer ist. Viele Menschen sehen es in der Tat als etwas Bewundernswertes an. Es gehört Mut dazu, sich aufzuraffen etwas allein zu unternehmen. Außerdem sollten wir niemals aufhören etwas zu tun, das uns Freude bereitet, weil die anderen schlecht darüber denken könnten. Es ist unmöglich allen Menschen zu gefallen und dies zu versuchen ist dementsprechend nicht sinnvoll. 

“Allein zu sein ist furchtbar”

Ein weiterer Gedanke, den einsame Leute oft haben ist es zu denken, “dass es furchtbar ist, allein zu sein“. Oft ist es in Gesellschaft lustiger. Es ist ein schreckliches Gefühl, sich einsam zu fühlen, doch allein zu sein muss nicht zwangsläufig furchtbar sein.

Wer neigt dazu, unter Einsamkeit zu leiden?

Welche Menschen fühlen sich einsam? Ohne Ausnahme kann sich jeder von uns einsam fühlen. Es gibt jedoch bestimmte Eigenschaften oder Ereignisse, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass man sich einsam fühlt.

  • Unsere Persönlichkeitsmerkmale. Menschen, die Schwierigkeiten haben, Beziehungen einzugehen und Verbindungen zu knüpfen, empfinden eher Einsamkeit. Also introvertierte, schüchterne oder ängstliche Menschen.
  • Menschen mit niedrigem Selbstwertgefühl, Gefühlen der Wertlosigkeit und Ungeliebtheit, gehen nur selten auf andere Menschen zu. Das Problem ist, dass der soziale Kontakt das Selbstwertgefühl steigert. Dementsprechend sinkt das Selbstwertgefühl je weniger Kontakte man hat. Dies führt zu einem sehr unerwünschten Teufelskreis.
  • Geringe soziale Kompetenz. Menschen mit geringen sozialen Fähigkeiten haben auch Schwierigkeiten dabei, soziale unterstützende Netzwerke aufzubauen und zu erhalten.
  • Soziodemographische Merkmale. Junge und ältere Menschen sind häufiger einsam. Das Fehlen eines Partners, Schwierigkeiten mit der Kernfamilie und der Verlust von Angehörigen macht es wahrscheinlicher, dass man sich einsam fühlt.

Wieso haben wir Angst davor alleine zu sein?

Warum haben wir Angst vor dem Alleinsein? Es scheint in unserer Gesellschaft schlecht angesehen, allein zu sein. Manchmal drängt die Familie einen dazu, einen Partner zu finden oder zu heiraten. Menschen, die allein essen gehen, allein ins Kino gehen oder allein reisen, sind meist die Ausnahme. Aber immer mehr Menschen tun das.

Es stimmt, dass wir andere Menschen brauchen, aber auch eine gewisse Dosis des Alleinseins ist notwendig. Und das ist nicht negativ. Wie wir bereits gesagt haben, müssen wir in der Lage sein Zeit mit uns selbst zu verbringen.

Wir haben Angst davor allein zu sein, weil wir uns verletzlich und verlassen fühlen. Wir mögen glauben, dass wir die anderen brauchen, dass sie uns vervollständigen und sie sich um uns kümmern müssen. Man denkt vielleicht, dass man allein nicht gut genug ist und bestimmte Dinge nicht allein kann und Hilfe benötigt. Vielleicht denkt man auch, dass Einzelgänger komische Wesen sind, die psychische Probleme haben, die andere Menschen davonlaufen lassen. Es kann sein, dass man sich einsam fühlt, weil man viel Liebe zu geben hat und niemand an unserer Seite ist, oder diese Person die Zuneigung ablehnt. 

Doch nichts davon stimmt. Ganz selten sind wir wirklich allein. Es kann sein, dass man sich von seinen Freunden oder Familienmitgliedern distanziert hat, doch diese Kontakte kann man wieder aufnehmen. Jeder von uns verfügt über die notwendigen Ressourcen, um seine Entscheidungen zu treffen und eigene Ziele zu verfolgen. Wir sind dabei nicht von anderen abhängig. Sicherlich können uns nahestehende Personen helfen, aber nicht aus einer Abhängigkeit heraus.

Wenn wir die volle Verantwortung für uns selbst übernehmen, uns wertschätzen, uns zuhören, uns körperlich, emotional und geistig pflegen ist es unwahrscheinlich, dass wir Angst davor haben allein zu sein.

Folgen der Einsamkeit

Wie diese Studie beschreibt, kann die Einsamkeit sehr negative Folgen für unsere körperliche und geistige Gesundheit haben. Die Wahrnehmung von sozialer Isolation oder Einsamkeit erhöht die Wachsamkeit gegenüber potenzieller Gefahren und erhöht das Gefühl der Verletzlichkeit, während gleichzeitig der Wunsch nach dem erneuten Kontakt zu anderen verstärkt wird. Die Hypervigilanz gegenüber sozialen Bedrohungen verändert psychologische Prozesse, die das Funktionieren des Organismus beeinflussen, vermindert die Schlafqualität (Schlafstörungen können auftreten) und erhöht die Wahrscheinlichkeit an bestimmten Krankheit zu leiden oder zu sterben.

Psychische Folgen der Einsamkeit

  • Sich einsam zu fühlen kann leicht in einer Depression münden.
  • Einsamkeit verschnellert den kognitiven Verfall und erhöht das Risiko an Alzheimer zu erkranken. CogniFit verfügt über spezifische Trainingsprogramme, die frühem kognitiven Verfall vorbeugen, die sich als effizient erwiesen haben.
  • Sie führt zu einer verminderten Teilnahme an sozialen Aktivitäten, Freizeit und Bewegung.
  • Sie hängt mit “destruktiven” Gewohnheiten zusammen: Überbeanspruchung, Alkoholkonsum, Tabak…
  • Steigert das Stresslevel, da es an emotionaler Unterstützung fehlt.

Körperliche Folgen der Einsamkeit

  • Erhöht den Blutdruck
  • Hat direkte Auswirkungen auf das Immunsystem und das Herz-Kreislauf-System, was ein erhöhtes Erkrankungsrisiko und ein erhöhtes Sterberisiko mit sich bringt
  • Chronische Einsamkeit hängt mit der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Probleme zusammen. Doch auch vorübergehende Gefühle der Einsamkeit stellen bereits ein Gesundheitsrisiko dar.
  • Kann zu einer Verschlechterung der Folgen von Tumorerkrankungen führen
  • Die Gesundheit (beispielsweise Depression) kann sich auf die Einsamkeit auswirken. Eine Krankheit zu haben, kann die Gefühle der Einsamkeit erhöhen.

Was kann man tun, um die Einsamkeit oder das Alleinsein zu bekämpfen?

Suche Kontakt zu anderen: Geh auf andere Personen zu, entweder wenn du keine Freunde oder Menschen in deiner Nähe hast, oder wenn die Beziehung zu diesen abgekühlt ist. Sorg dich um die anderen, frage wie es ihnen geht, wie sie das Wochenende oder die Feiertage verbracht haben, oder frage sie nach ihren Plänen. Hab keine Angst, den ersten Schritt zu tun. 

Reflektiere deine Gedanken: Was denkst du über das Alleinsein? Was sind die Gedanken, die du hast, wenn du allein bist? Denke darüber nach, ob diese objektiv und nützlich sind und relativiere sie.

Verbinde dich mit dir selbst: Lerne, dir deiner Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse, Wünsche und Ziele besser bewusst zu sein… Die Achtsamkeitsmeditation kann dir dabei eine große Hilfe sein.

Sieh das Alleinsein nicht alles etwas Negatives an: Es ist nichts falsch daran, Zeit allein zu verbringen. Wie wir bereits gesagt haben, ist es notwendig, sich mit sich selbst zu verbinden. Dadurch kann man viel innere Zufriedenheit erlangen.

Sieh dich nicht in der Opferrolle und schreite zur Tat: Es ist sinnlos, sich selbst zu bemitleiden. Fall nicht in die Opferrolle “Warum passiert mir das alles?”. Frage dich selbst, was du daraus lernen kannst und was du unternehmen kannst, um dieses Gefühl zu beenden. Mach einen Schritt nach vorne und geh auf andere zu, öffne dich für neue Beziehungen, interagiere mit anderen Personen und lass die Zeit der Isolation hinter dir. 

Such dir keine unmittelbare Linderung als Trost gegen die Einsamkeit: Der Wunsch, die Gefühle der Einsamkeit schnell zu lindern, führt oft zu riskanten Verhaltensweisen wie exzessiver Alkohol-, Drogen-, oder Nahrungskonsum oder zwanghafte Einkäufe. Auf diese Weise versucht man dem Gefühl der Einsamkeit zu entkommen, aber es ist viel effektiver und gesünder, ihr ins Auge zu sehen. Darüber hinaus führen diese Aktivitäten nur zu einer kurzfristigen Linderung, so dass wir uns danach schlechter fühlen.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Kommunikationsfähigkeit: Wie kann man sie verbessern?

Wolltest du schon immer besser kommunizieren? Fühlst du dich unsicher, wenn Du in der Öffentlichkeit sprichst? Hast du Probleme bei Formulierungen? Weißt du manchmal nicht, was du sagen sollst? In diesem Artikel werden wir erklären, was die Kommunikationsfähigkeit bedeutet, welche Art von kommunikativen Kompetenzen es gibt und was deren praktische Anwendung ist. Wir zeigen auch, wie sich diese verbessern lassen.

Kommunikationsfähigkeit

Kommunikationsfähigkeit: Definition und wofür wir sie benötigen

Die Kommunikationsfähigkeit hängt von den kommunikativen Kompetenz ab, die als eine Reihe von Fähigkeiten definiert werden, die es einer Person ermöglichen, angemessen zu kommunizieren. Die kommunikative Kompetenz besteht laut Hymes darin, zu wissen “wann man spricht, wann man nicht spricht, worüber man spricht, mit wem, wann, wo, und auf welche Weise”.

Wir stehen in ständigem Kontakt mit anderen Menschen und können nicht anders, als uns auszudrücken. Diese Fähigkeiten gut zu beherrschen ist daher für unsere persönliche und soziale Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Wir nutzen sie beim Sprechen, Hören, Lesen und Schreiben.

Heutzutage ist es schwierig, sich von den Bildschirmen der Computer und Mobiltelefone zu lösen. Die Art der Kommunikation ändert sich mit rasender Geschwindigkeit und wir müssen uns auf diese Veränderungen einstellen. Die Kommunikationsfähigkeit setzen wir aber unabhängig vom Kommunikationskanal jederzeit ein.

Wir alle wissen, wie ärgerlich Missverständnisse sind. Ebenso kennt jeder das unangenehme Gefühl (oder kann es sich zumindest vorstellen), dass einem keine Beachtung geschenkt wird, während man spricht. Es ist unvermeidlich, dass das Gesagte manchmal nicht von Interesse ist oder dass es zu Fehlern im kommunikativen Prozess kommt. Im Folgenden finden sich jedoch einige Richtlinien, um diese Situationen so weit wie möglich zu vermeiden. Entdecke hier, wie du deine Kommunikationsfähigkeit verbessern kannst.

Kommunikationsfähigkeit: Andwendung der Kompetenzen

Wir können nicht aufhören zu kommunizieren, selbst wenn wir es versuchen. Eine einzige Geste verrät uns. Selbst wenn wir allein sind, reden wir mit uns selbst. Die richtigen Worte zu finden und die eigenen Gedanken auf eine kohärente Weise zu entfalten, ist für alle Lebensbereiche förderlich. Nachstehend werden die drei wichtigsten Bereiche erläutert.

1. Kommunikationsfähigkeit am Arbeitsplatz

Nicht immer erntet die Person die Lorbeeren, die am härtesten arbeitet. Manchmal kommt es darauf an, wie man die Ideen verkauft und die Überzeugungskraft mit derm an diese rüberbringt. Die Kommunikationsfähigkeit ermöglicht es Techniken weiterzuentwickeln und bei seinem Publikum besser anzukommen.

Auf professioneller Ebene ist es wichtig, mit den Kollegen richtig zusammenzuarbeiten, um auch in angespannten Situationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dies ist einer der Gründe, warum eine gute Kommunikationsfähigkeit im Lebenslauf zunehmend geschätzt wird.

Eine gute Kommunikationsfähigkeit zu haben ist praktisch genauso wichtig wie das Beherrschen von Fremdsprachen oder bestimmten Computerprogrammen. Eine Person mit guten Kommunikationsfähigkeiten hebt sich in einigen Bereichen von anderen ab und sticht bei Vorstellungsgesprächen heraus.

2. Kommunikationsfähigkeit in der Erziehung

Wir können diese Fähigkeiten und Kompetenzen von der Kindheit an trainieren. Dies ist auch der geeignetste Weg, um sie auf natürliche Weise zu entwickeln und sich optimal an die Umwelt anpassen zu können. Eine gute Kommunikation verbessert unsere persönlichen Beziehungen und unser Wohlbefinden. Wir fühlen uns dadurch kompetent.

Das Erlernen dieser Fähigkeiten sollte unbedingt in den Unterricht einbezogen werden. Wenn man sicherstellt, dass Kinder ohne Probleme kommunizieren können, werden sie zu unabhängigen, problemlösenden und zufriedenen Menschen. Dadurch lässt sich auch die Interaktion mit den Kindern verbessern, da sie das Gesagte besser verstehen, es verinnerlichen und lernen auch ihre eigenen Gedanken klar auszudrücken.

Um anderen eine gute Kommunikationsfähigkeit beizubringen, muss man selbst auch ein guter Kommunikator oder eine gute Kommunikatorin sein. Es ist unmöglich, dieses Wissen gut zu vermitteln, wenn man selbst kein gutes Vorbild ist.

3. Kommunikationsfähigkeit im Alltag

Wir brauchen diese Fähigkeiten, um unserem Mitbewohner respektvoll zu sagen, dass er das Geschirr nicht gewaschen hat, um einem Freund eine schlechte Nachrichten zu überbringen oder eine Postkarte an unsere Verwandten zu schicken. Von der einfachsten Interaktion bis hin zur kompliziertesten – es wird von uns verlangt, dass wir wissen wie wir uns auszudrücken haben. Eine gute Kommunikation spart uns Zeit, Mühe und macht das Leben angenehmer.

Kommunikationsfähigkeit im Alltag

10 Eigenschaften von Personen mit einer guten Kommunikationsfähigkeit

1. Sie beobachten

Die Theory of Mind (“Native Theorie”) erlaubt es, den mentalen Zustand einer anderen Person zu erahnen. Gute Kommunikatoren können die Reaktionen anderer voraussehen, sie erkennen und das was sie sagen entsprechend anpassen.

2. Sie können den Kontext interpretieren

Menschen mit guten kommunikativen Fähigkeiten sind geprägt von Neugier und passen sich individuellen, sozialen und kulturellen Unterschieden an. Man stelle sich vor, man würde in ein asiatisches Land reisen und merken, dass sich die Bewohner unbehaglich fühlen, wenn man mit ihnen spricht. Vermutlich deshalb, weil sie es für respektlos halten, jemandem direkt in die Augen zu gucken.

Man muss dabei aber nicht so weit gehen, um eine Situation einzuschätzen. Es ist in jedem Bereich unerlässlich. Die Umwelt muss berücksichtigt werden, um eine effiziente Kommunikation aufrechtzuerhalten.

3. Sie haben eine hohe Selbstwirksamkeit

Sie sehen Hindernisse als Herausforderungen an. An seine eigenen Möglichkeiten zu glauben hilft, sich auf das zu konzentrieren, was man zu sagen hat, ohne sich dabei von den eigenen Unsicherheiten ablenken zu lassen. Es ist ganz normal Zweifel zu haben (was gut ist, um die eigenen Fehler zu erkennen und zu verbessern), aber es gibt Möglichkeiten, die eigenen Kompetenzen mehr wertzuschätzen.

4. Sie sind respektvoll

Eine Person mit einer guten Kommunikationsfähigkeit ist in der Lage, mit Menschen zu sprechen, die anderer Meinung sind, ohne dabei unhöflich zu werden. Das kann kompliziert werden, wenn man über Politik oder Fußball spricht. Wie oft hat man schon Leute gesehen, die wegen Kleinigkeiten aus der Fassung geraten sind? Gute Kommunikatoren akzeptieren den Standpunkt des anderen und unterbreiten ihre eigenen Argumente auf respektvolle Weise.

5. Sie sind emotional intelligent

Diese Personen achten darauf, wie sich ihr Gesprächspartner fühlt. Sie haben ein hohes Durchsetzungsvermögen und sind empathisch. Sie wissen, welche Fragen sie dem Gegenüber stellen müssen, wie sie es ansprechen und wann sie schweigen sollten.

6. Sie sind organisiert

Diese Menschen sortieren ihre Gedanken, bevor sie diese äußern. Sie denken nach, bevor sie sprechen und haben kein Problem damit zuzugeben, wenn sie etwas nicht wissen. Sowohl das Sprechen als auch das Schreiben erfordern, dass man die eigenen Ideen kohärent organisiert. Auf diese Weise macht man es dem Gesprächspartner leichter der Konversation folgen zu können.

7. Sie sind kreativ

Personen mit guten Kommunikationsfähigkeiten besitzen verschiedene Mittel und Ressourcen, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen. Sie erzählen Geschichten, um eine emotionale Bindung zum Zuhörer aufzubauen, schaffen Metaphern und denken sich raffinierte bzw. einprägsame Beispiele aus. Sie sind flexibel und wissen, was in welcher Situation am Angebrachtesten ist.

8. Sie haben gute Vorbilder

Diese Personen achten, wenn auch nicht immer bewusst, auf die kommunikativen Kompetenzen anderer. Sie lernen schnell und perfektionieren so ihre eigenen Techniken. Wenn das nicht automatisch passiert, kann man sich das selbst als Übung vornehmen.

9. Sie haben keine Angst davor, Fehler zu machen

Man kann nicht alles unter Kontrolle haben, egal wie gut die eigene Kommunikationsfähigkeit ist. Exzellente Kommunikatoren sind nicht deshalb so gut, weil sie perfekt sind, sondern weil sie aus ihren Fehlern lernen, nicht aufgeben und die Dinge mit Humor nehmen. Fehler zu machen gehört zur Kommunikation einfach dazu.

10. Sie üben, üben und üben

Es scheint, als gäbe es Menschen, die eine übernatürliche Kommunikationsfähigkeit haben. Dieses Potenzial geht jedoch verloren, wenn man die kommunikativen Fähigkeiten nicht nutzt. Zu üben schadet nie.

Bist du ein guter Kommunikator oder eine gute Kommunikatorin?

Formen der Kommunikationsfähigkeit

1. Grammatikalische oder sprachliche Kompetenz

Das bezieht sich darauf, wie gut jemand die Sprache beherrscht. Dabei geht es um die Integration und die Bedeutung der Sprache, die in einer wechselseitigen Beziehung stehen. Diese Kompetenz umfasst die phonetische Ebene (Intonation, Rhythmus, usw.), die lexikalisch-semantische Ebene (Vokabular) und die grammatikalische Ebene (Struktur der Wörter, wie sie kombiniert werden, usw.). Diese Kompetenz ist die Grundlage der Kommunikation, ohne sie könnten wir nicht mal uns selbst verstehen.

2. Sozio-linguistische Kompetenz

Hiermit ist die Sprache und ihr Kontext gemeint. Die Sprache lässt sich nicht vom Kontext lösen. Um diese Kompetenz richtig einsetzen zu können, muss man in der Lage sein, verschiedene Ausdrücke in Abhängigkeit von der jeweiligen Situation richtig zu verstehen. Man kann den Unterschied der Bedeutung erkennen, wenn sich zwei Verliebte sich liebevoll “dumm” nennen oder wenn sich zwei streitende Leute mit dem gleichen Ausdruck kritisieren.

3. Diskursive Kompetenzen

Diese Kompetenz umfasst die Fähigkeit, Nachrichten richtig zu interpretieren und in verschiedenen Situationen unterschiedliche Inhalte vermitteln zu können. Dabei muss der Inhalt kohärent und zusammenhängend sein. Man setzt das in die Praxis um, wenn man (mündlich oder schriftlich) einer Gruppe von Freunden geordnet und einer logischen Struktur folgend von seinem Wochenende erzählt.

4. Strategische Kompetenz

Ermöglicht eine effektive Kommunikation. Dadurch können Fehler behoben werden, ohne den Gesprächsverlauf zu unterbrechen. Hierunter fallen eine Vielzahl von Taktiken, mit denen langes Schweigen oder Fehlinterpretationen vermieden werden können. Auch die nonverbale Sprache gehört hierzu. Ein Beispiel hierfür wäre es, das Gespräch auf ein angenehmeres Thema zu lenken (ohne dass es künstlich und abrupt wirkt), wenn man bemerkt, dass man ein unangenehmes Thema angeschnitten hat.

10 nützliche Tipps, um die Kommunikatiosfähigkeit zu verbessern

1. Analysiere dich

Suche nach Menschen in deiner Umgebung, die das, was sie sagen wollen, außergewöhnlich gut kommunizieren können und beobachte ihren Stil. Du wirst dir bewusster darüber werden, was du gut machst und wo du weiter dazu lernen solltest. Dieser Prozess automatisiert sich mit der Zeit. Dabei ist es nicht notwendig, dass du perfektionistisch bist, wenn du zu streng mit dir bist, macht dich das nur nervös. Es wird nicht lange dauern, bis dich die Ergebnisse selbst überraschen. 

2. Bleib simpel

Oft ist weniger mehr. Verschwende deine Zeit nicht mit hochtrabenden Ausdrücken oder gestelzten Satzkonstruktionen. Sie behindern den kommunikativen Prozess und kommen auch nicht immer gut an. Das bedeutet nicht, dass wir damit aufhören müssen, unseren Wortschatz zu erweitern. Wir müssen einfach nur wissen, wann wir welches Wort verwenden sollten.

3. Sei natürlich

Hattest du schon einmal das Gefühl, dass das Gegenüber in eine Rolle schlüpft, während es mit dir spricht? Manchmal versucht man eine Person zu sein, die man nicht ist. Das bedeutet nicht, dass man lügt. Manchmal versucht man lediglich sich anzupassen.

Stell dir eine Person bei einem ersten Date vor. Vielleicht ist sie unsicher und sucht vor allem die Bestätigung des Gegenüber. Es ist wahrscheinlich, dass sie versucht zu zeigen, dass sie bestimmte Eigenschaften oder Kenntnisse besitzt, die dem Gegenüber gefallen könnten. Selbst wenn wir die besten Absichten in der Welt haben, kann das erzwungen und wenig überzeugend wirken. Es ist wichtig, dass man sich selbst vertraut und sich wohl fühlt, um gut kommunizieren zu können.

4. Sei freundlich

Es mag offensichtlich erscheinen, doch manchmal vergisst man in der Eile, durch den Stress oder aufgrund der schlechten Laune das Lächeln auf den Lippen. Es ist genauso aufwendig beim Sprechen Positivität auszustrahlen, wie mit der Stirn zu runzeln. Nicht alle Umstände erfordern, dass man sich fröhlich gibt, aber man kann versuchen immer so empathisch wie möglich zu sein. Freundlich zu sein wirkt sich sowohl auf das eigene Wohlbefinden aus, als auch darauf, wie sich andere Personen einem gegenüber verhalten.

5. Pass dich deinem Gesprächspartner an

Jeder Mensch hat seine Realität im Laufe der Zeit auf eine andere Weise aufgebaut. Das bedeutet nicht, dass wir nicht alle auf ein und dem selben Planeten leben. Es ist nur möglich, dass wir uns auf der soziokulturellen Ebene unterscheiden, verschiedene Standpunkte vertreten oder eine andere mentale Repräsentation für dasselbe Wort haben. Dies kann zu Missverständnissen führen.

Diese Fehler lassen sich bei vielen Gelegenheiten vermeiden, wenn wir versuchen, die Reaktionen unserer Zuhörer zu beobachten und entsprechend handeln. Wenn du siehst, dass dich dein Gegenüber nicht versteht, suche nach erklärenden Beispielen oder verbinde deine Worte mit seiner Welt. Andererseits solltest du selbst nicht zögern nachzufragen wenn sich Zweifel oder Fragen auftun. Dadurch kannst du sicherstellen, dass die Kommunikation effektiv ist.

6. Probiere Entspannungstechniken aus

Wenn eine wichtige Bewertung ansteht, du ein anspruchsvolles Publikums hast oder einer Person gegenüber stehst, die dich unruhig macht, kann das die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigen. Es ist ganz normal, dass man unter diesen Umständen nervös ist. Dennoch gibt es Möglichkeiten, um in extremen Stresssituationen ruhig zu bleiben. So kann man beispielsweise still bis 10 zählen, bis man sich besser fühlt. Es mag wie ein Witz erscheinen, aber es kann helfen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren und dem Problem zu entkommen.

7. Suche nach Inspiration

Es gibt eine Vielzahl von Artikeln und Büchern, die einem helfen können die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Dabei werden Themen wie Körpersprache, das Storytelling oder das neuro-linguistische Programmieren (NLP) behandelt. Ebenfalls kann man im Internet nach Vorträgen suchen, deren Inhalt einen interessiert und anschließend auf den Vortragsstil des Experten achten.

8. Nutze die Macht der Bilder

Wenn man eine Präsentation gestalten muss, oder der Anlass es erlaubt, unterstütze das Gesagte visuell. Verwende Fotos, Illustrationen oder Infografiken, welche die Ideen bereichern. Dabei kann man sich auf die Farbpsychologie verlassen, um eine emotionale Bindung zum Publikum herzustellen. Es wird die Worte stärken und die Zuhörer werden sich im Anschluss besser daran erinnern können.

9. Hab Spaß bei der Kommunikation

Kommunikation ist nicht nur ein Mittel zum Zweck, sondern kann auch als solche genossen werden. Bei fast allen Situationen, die wir genießen, ist die Kommunikation ein Teil davon. Nicht jedem bereitet es Freude Geschichten zu schreiben oder ein sensibles Thema Hunderten von Menschen vorzutragen. Aber unsere kommunikativen Fähigkeiten sind auch in anderen Momenten gefragt, beispielsweise wenn wir einen Witz erzählen oder jemanden umarmen. Sie zu verbessern, wird diese Erfahrungen noch angenehmer machen.

Der Kommunikationsprozess macht übrigens dann mehr Spaß, wenn man nicht mehrere Dinge gleichzeitig tut. Dies kann nicht nur für die andere Person irritierend sein. Die Aufmerksamkeit nimmt ab und das Gespräch wird nicht richtig wertgeschätzt.

10. Hör zu

Übe das aktive Zuhören, sei einfühlsam und vermittle dem Gesprächspartner, dass du ihn verstehst. Gut zuhören zu können ist genauso wichtig wie grammatikalisch einwandfrei zu sprechen oder einen großen Wortschatz zu besitzen. Dadurch hört man nie auf zu lernen und bereichert seine zwischenmenschlichen Beziehungen.

Dieser TED-Talk von Celeste Headlee kann ebenfalls dazu beitragen, die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. 

Vielen Dank für das Lesen des Artikels. Bei Fragen und Anregungen kann gerne ein Kommentar hinterlassen werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Ainhoa Arranz Aldana, Autorin bei CogniFit.

Leitfaden über Trauer: Symptome, Arten und Tipps

Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, können uns alle möglichen negativen Gefühle und Emotionen widerfahren. Trauer ist ein normaler Prozess, wenn wir etwas verlieren, das uns wichtig ist. Aber es gibt Momente da erscheint es besonders kompliziert, das Leben geregelt weiterzuführen. Entdecke hier einen nützlichen Leitfaden: Was ist Trauer, ihre Eigenschaften, was sind die Stadien und Phasen der Trauer, Arten, Symptome und wie sie sich ausdrückt, Diagnose der pathologischen Trauer, Tipps für die Überwindung oder Bewältigung der Trauer.

Trauer überwinden: Was kann man für sich tun?

Was ist die Trauer?: Konzept der Trauer

Was ist die Trauer? Trauer kann als “eine emotionale Reaktion auf den Verlust von etwas, das uns wichtig ist” definiert werden. Es ist eine normale und notwendige Reaktion, in der der Mensch sein Leben daran anpassen muss, ohne das zu leben, was er gerade verloren hat. Es kann der Tod eines geliebten Menschen sein, das Ende einer Beziehung, der Verlust des Arbeitsplatzes, usw… Trauer kann auch durch bedeutende Veränderungen im Leben entstehen, wie eine chronische Krankheit oder durch den Verlust einer biologischen oder körperlichen Funktion.

Jeder Mensch steht dem Verlust eines geliebten Menschen anders gegenüber. Trauer ist ein notwendiger Prozess im Angesicht eines Verlustes. Wenn man seine Gefühle versteht, von nahe stehenden Menschen Unterstützung erfährt und sich um sich kümmert, kann man sie überwinden.

Trauer nach Verlust einer geliebten Person

Eigenschaften & Merkmale

  • Trauer beinhaltet zuerst eine emotionale Verweigerung des Verlustes. Zunächst wird bestritten, dass die verlorene Person nicht wieder “hergestellt werden kann”.
  • Es werden Wut, tiefe Traurigkeit und depressive Symptome zum Ausdruck gebracht.
  • Es besteht die Notwendigkeit, eine Art innere Beziehung zu dem Verstorbenen wiederherzustellen.
  • Routine, Bräuche und übliche Aktivitäten werden unterbrochen.
  • Oft besteht bei Betroffenen die Notwendigkeit ihre Überzeugungen und Einstellungen dem Leben gegenüber zu überdenken und neu zu strukturieren.

Mehr über den Trauerprozess und die spezifischen Phasen der Trauer im folgenden Video:

Phasen der Trauer

Die folgenden Phasen der Trauer wurden von John Bowlby, einem britischen Psychologen und Psychiater, lange vor dem bekannten 5-Stufen-Modell von Kübler-Ross (das Modell, welches im Video erklärt wird) vorgestellt. Bowlby war bekannt für seine Bindungstheorien, dieses Wissen übertrug er auf die Trauer.

Phase 1: Benommenheit, Betäubung

Diese Phase der Trauer ist in der Regel kurz (Stunden, Tage) und dient als eine Art Abwehrmechanismus. Diese Phase impliziert einen Schock der Unwirklichkeit. Es kommt auch zu dem Gefühl des Nicht-Fühlens und des Nicht-Denkens. In dieser Phase tritt auch körperlicher Stress auf, der zu somatischen Symptomen führen kann. Die häufigsten Aussagen sind “Das ist unmöglich”, “Das kann nicht passiert sein”, “Ich bin sicher, das muss ein Fehler sein”. Das Geschehene zu leugnen ist eine Form sich mehr Zeit für die Bearbeitung des Verlustes zu geben.

Wenn man nicht zur nächsten Phase übergeht, wird es schwierig die eigenen Gefühle zu akzeptieren und zu verstehen, als auch diese auszudrücken. Man “verschließt” sich emotional.

Phase 2. Tiefe Traurigkeit und Sehnsucht

Zu diesem Zeitpunkt ist man sich bereits über die Lücke bewusst, welche durch den Verlust der Person entstanden ist. Die Zukunft, die man sich vorstellte, ist nicht mehr möglich. In dieser Phase der Trauer sucht man den Trost, den man mit dem Menschen hatte, der einen verlassen hat. Oft versucht man die Leere der Abwesenheit zu füllen. Es kann sein, dass man sich Sorgen um die Person macht, sich weiterhin mit ihr identifiziert und nach dauernden Erinnerungen und Wegen sucht, ihr näher zu sein.

Sobald man sich der Realität gestellt hat, treten intensive Emotionen wie Trauer, Schmerz, Angst, Wut, Schuldgefühle und Groll auf. Es ist ganz normal frustriert und wütend zu sein. Dieser Zorn kann auf sich selbst, auf andere Leute oder sogar auf die Person gerichtet sein, die einen verlassen hat. Man weiß, dass man ihr nicht die Schuld geben kann, auf emotionaler Ebene ist man jedoch wütend. Gleichzeitig fühlt man sich schuldig, weil man wütend ist.

Es kann auch passieren, dass man zu sich selbst sagt: “Was wäre wenn…?”, “Ich hätte es besser machen sollen…”, “Ich habe mich nicht genug um ihn/sie gekümmert.”

Wenn man in dieser Phase stecken bleibt, versucht man laut Bowlby, die Leere des Verlustes zu füllen und diesen geliebten Menschen ständig in seinen Gedanken zu behalten.

Phase 3. Desorganisation-Verzweiflung

In dieser Phase der Trauer wird man sich des Verlustes bewusst und akzeptiert, dass sich alles verändert hat und nicht mehr so sein wird, wie es war oder wie man es sich vorgestellt hat. Man realisiert, was der Verlust im eigenen Leben bedeutet. Depressive Symptome treten auf, wie Apathie und Desinteresse, anhaltende Traurigkeit, Einsamkeit, körperliche Schwäche und Ziellosigkeit. Es fühlt sich an, als würde das Leben niemals wieder besser werden, oder als würde es ohne die Anwesenheit des Verstorbenen nie wieder einen Sinn ergeben. Es kann sogar dazu kommen, dass man sich von anderen distanziert.

Wenn man diese Phase nicht überwindet, wird das Leben weiterhin von Trauer und Depression dominiert, und das Lebensgefühl bleibt negativ und hoffnungslos.

Phase 4. Reorganisation-Genesung

Das ist die letzte Phase der Trauer. Sie beginnt dann, wenn der Glaube an das Leben langsam zurückkehrt. Hier wird die Realität des Verlustes akzeptiert, aber gleichzeitig wieder Hoffnung geschöpft und es kommt zu einer Anpassung an die Realität, neue Ziele werden gesetzt, neue Beziehungen aufgebaut.

Allmählich beginnt man sich wieder aufzubauen und erkennt, dass das Leben auch nach dem Verlust positiv sein kann. Das Vertrauen wird langsam wieder hergestellt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Trauer noch nicht ganz verschwunden, aber der Verlust tritt in den Hintergrund.

Das Problem der Trauerphasen

Diese Phasen sind weder linear noch universell. Jeder Mensch durchläuft seinen eigenen Trauerprozess, der sich von dem von anderen unterscheiden kann. Der Prozess des Trauerns ist auch nicht linear, manchmal werden nicht alle Phasen durchlaufen oder in einer anderen Reihenfolge. Es stimmt, dass die Phasen häufig in dieser Form auftreten, aber sie sind auf keinen Fall “obligatorisch”.

Daher gibt es immer noch viele Zweifel daran, dass es wirklich begrenzte Trauerphasen gibt. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass wir alle diese Phasen durchlaufen. Möglicherweise durchläuft man alle, überspringt alle bist auf eine oder geht diese Phasen sehr schnell durch und verbleibt in der Akzeptanz. Es kann auch dazu kommen, dass man Phasen wiederholt oder neu kreiert. Die echte Trauer ähnelt eher einer Achterbahn der Gefühle als einer Liste geordneter Etappen.

Darüber hinaus fühlen sich viele Menschen schlecht oder bestrafen sich selbst dafür, dass sie nicht den im Modell vorgegebenen Phasen folgen. Sie sind davon überzeugt, dass sie falsch mit der Trauer umgehen. Es gibt in Wahrheit aber nicht nur einen einzigen richtigen oder gesunden Weg, dies zu tun.

Symptome der Trauer

Körperliche Symptome

  • Flaues Gefühl im Magen
  • Energiemangel, Erschöpfung
  • Weinen
  • Schlafstörungen (Schlaflosigkeit oder übermäßiger Schlaf)
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Spannung auf der Brust
  • Verlust des sexuellen Verlangens

Psychische Symptome

  • Gefühl von Fremdheit in der gewohnten Welt
  • Fassungslosigkeit/ Ungläubigkeit
  • Reizbarkeit
  • Verwirrung
  • Halluzinationen im Zusammenhang mit dem Verlust
  • Sorge im Zusammenhang mit dem erlebten Verlust
  • Verlust der Begeisterung, Desinteresse
  • Schuldgefühl und Vorwürfe (für begangene Fehler in der Beziehung mit dieser Person, für das Wiedergewinnen der Freude)
  • Angst
  • Ärger über die Ärzte, Gott, Verwandte…
  • Erleichterung, Befreiung
  • Gefühl des Verlassenseins
  • Einsamkeit, vor allem kurz vor bestimmten Tagen im Jahr

Äußerung der Trauer

Geistige/gedankliche Äußerung

  • Bewusstsein über die eigene Endlichkeit
  • Verlust des Gefühls der Unsterblichkeit
  • Suche nach Gott, in Form von Verbitterung, Gleichgültigkeit oder Vertrauen.
  • Suche nach dem Sinn des Lebens

Soziale Äußerung

  • Verbitterung gegenüber der sozialen Wirklichkeit (alles geht freudig weiter)
  • Gefühl der Isolation
  • Entwicklung einer neuen Identität und Übernahme neuer sozialer Rollen

Was kann den Trauerprozess beeinflussen?

Nicht alle Formen der Trauer sind gleich. Es gibt mehrere Faktoren, welche die Schwere der Trauer und die zusammenhängenden Komplikationen bestimmen können.

  • Die Nähe zum Verstorbenen. Natürlich ist die Traurigkeit umso größer, je näher man der Person stand, die man verloren hat.
  • Die Art der Beziehung zur verstorbenen Person. Es besteht ein größeres Risiko für eine Komplikation, wenn es sich um eine ambivalente oder Abhängigkeitsbeziehung handelte. Das bedeutet, dass es eine sehr enge aber konfliktreiche Beziehung war. Dies kann Schuldgefühle auslösen, bestimmte Dinge nicht getan zu haben oder die Beziehung in irgendeiner Weise nicht verbessert zu haben.
  • Wenig soziale Unterstützung. Ein geringer familiärer Zusammenhalt oder die Unmöglichkeit, Gefühle auszudrücken, erschwert den Trauerprozess.
  • Ob man sich darauf vorbereiten konnte oder nicht. Bei chronischen Krankheiten können sich die Menschen auf den Verlust vorbereiten, so dass die Trauer meist erträglicher ist. Wenn der Tod plötzlich eintritt, kann es schwieriger sein.
  • Religiöse Überzeugungen. Religiosität, der Glaube an Gott, an die Seele und an einen Ort im “Jenseits” kann helfen, dem Tod ins Auge zu sehen. Auch die Kultur kann einen Einfluss darauf haben, wie man den Tod sieht.
  • Frühere psychologische Probleme. Probleme oder psychische Störungen zum Zeitpunkt des Verlustes können einen Risikofaktor für eine komplizierte Trauerverarbeitung darstellen.

Arten von Trauer

  • Verzögerte Trauer: Hat die Merkmale einer normalen Trauer, erscheint aber mehrere Monate nach dem Tod. Dies kann daran liegen, dass in diesen Monaten die emotionalen Reaktionen aufgrund von bestimmten Umständen (Druck durch die Familie oder Arbeit) unterdrückt wurden.
  • Fehlende Trauer: Es zeigt sich keine emotionale Reaktion, so als sei nichts geschehen. Hinzu kommt ein Prozess der Leugnung aufgrund des traumatischen Verlustes.
  • Chronische Trauer: Ist ein Kummer, der sich über lange Zeit erstreckt, mit Symptomen von Angst und Depression und kontinuierlichen zwanghaften Sorgen um die verstorbene Person. Unbehandelt kann dies zu Depressionen, Drogenmissbrauch, selbstschädigendem Verhalten oder sogar Selbstmord führen.
  • Ungehemmte Trauer: Unfähigkeit, die Traurigkeit und den Kummer aufgrund persönlicher oder sozialer Einschränkungen richtig zum Ausdruck zu bringen. Oft äußern sich diese Emotionen dann körperlich, beispielsweise durch Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder andere Krankheiten…
  • Unerlaubtes Trauern: Tritt auf, wenn die Umgebung das Zeigen der Trauer nicht legitimiert. Es kann sein, dass Umstehende die Bedeutung des Verlustes kleinreden. Dies kann beim Tod von Haustieren, Freunden oder dem Partner geschehen (besonders wenn die Beziehung schlecht war oder die verstorbene Person den trauernden Menschen schlecht behandelt hat).
  • Kumulative Trauer: Dies tritt auf, wenn es in kurzer Zeit zu mehreren Verlusten kommt. Die Person hat keine Zeit, den einen Todesfall ausreichend zu verarbeiten, da verstirbt bereits eine andere nahe stehende Person.

Was ist pathologische Trauer?

Obwohl es stark von der Person abhängt, dauert ein normaler Trauerprozess in der Regel zwischen 3 und 6 Monaten. Es kann jedoch Leute geben, die deutlich mehr Zeit brauchen. Die Zeit, welche sie benötigen, um “gesund zu werden” hängt sehr stark von den Persönlichkeitsmerkmalen, dem Unterstützungsnetzwerk, dem Alter, den Überzeugungen, usw… ab.

Trauer beginnt dann problematisch zu werden, wenn der Betroffene im Trauerprozess steckenbleibt und nicht in der Lage ist, zur nächsten Phase überzugehen. Die betroffene Person fühlt weiterhin einen tiefen emotionalen Schmerz, der nie aufhört. In diesen Fällen ist es möglich, dass es sich um einen Fall pathologischer Trauer handelt.

Diagnose der Trauer

Es gibt keine einheitlichen Diagnosekriterien für pathologische Trauer, eine Reihe von Kriterien werden aber vorgeschlagen:

Kriterium A

Stress durch die emotionale Trennung, die der Todesfall mit sich bringt. Dazu müssen die folgenden vier Symptome täglich oder drei von vier Symptomen sehr intensiv vorhanden sein:

  1. Intrusive und sich wiederholende Gedanken über den Verstorbenen
  2. Sehnsucht nach dem Verstorbenen (sich mit großer und tiefer Traurigkeit an seine Abwesenheit erinnern)
  3. Suche nach dem Verstorbenen (auch wenn man weiß, dass er tot ist)
  4. Gefühle der Einsamkeit durch den Todesfall

Kriterium B

Stress durch das psychologische Trauma, das der Verlust ausgelöst hat (4 der 8 Symptome)

  1. Fehlen von Zielen und/oder das Gefühl, dass alles hinsichtlich der Zukunft nutzlos ist
  2. Subjektives Gefühl von Kälte, Gleichgültigkeit oder fehlender emotionaler Reaktion (emotionale Blockade)
  3. Schwierigkeit, die Realität des Todes zu akzeptieren
  4. Gefühle der Leere und dass das Leben keinen Sinn hat
  5. Das Gefühl, dass ein Teil von einem selbst auch gestorben ist
  6. Übernahme von unangemessenen Symptomen und Verhaltensweisen des Verstorbenen oder Dinge die mit dem Verstorbenen im Zusammenhang stehen
  7. Übermäßige Reizbarkeit, Verbitterung und/oder Wut gegenüber dem Tod
  8. Veränderungen in der Weltanschauung und der Interpretation der Welt

Kriterium C

Dauer der Symptome über mindestens 6 Monate

Kriterium D

Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen.

Es müssen alle Kriterien A, B, C und D erfüllt sein, um als pathologische oder komplizierte Trauer gesehen zu werden. Das heißt, es kann in keinem Fall von pathologischer Trauer gesprochen werden, wenn es zu keinen Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Leben kommt. Diese Bereiche müssen betroffen sein. Wenn die Person auch mit Schmerzen ihr Leben vernünftig weiterführen kann, ist die Trauer nicht als kompliziert anzusehen.

In jedem Fall hängt es sehr von der Person und der Situation ab, weshalb es notwendig ist, eine gute erste Beurteilung der Situation vorzunehmen, um die Trauer nicht unnötig zu pathologisieren, denn diese ist etwas Unvermeidliches und Natürliches im Leben der Menschen.

Wann sucht man Hilfe?

Es ist immer gut, Menschen um sich zu haben, die einem nahe stehen und helfen können, mit der eigenen Trauer umzugehen. Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist ebenfalls immer möglich. Diese kann dabei helfen, die Trauer besser zu ertragen. Es ist vor allem dann besonders ratsam Hilfe zu suchen, wenn man das Gefühl hat, dass man keine Fortschritte macht, und die Trauer einen nicht loslässt.

Wenn man trauert, sollte man nicht zögern Hilfe zu suchen

Man sollte professionelle Hilfe aufsuchen, wenn:

  • man Mühe hat, die Alltagsroutine aufrecht zu erhalten, zur Arbeit zu gehen, Hausarbeiten zu tun,…
  • Bei Gefühlen der Depression
  • Bei Selbstverletzung oder dem Gedanken, dass das Leben nicht lebenswert ist
  • Wenn man nicht in der Lage ist aufzuhören, sich selbst zu beschuldigen

Wie kann man die Trauer überwinden?

Manchmal weiß man nicht, wie man mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen soll. Im folgenden finden sich deshalb ein paar Tipps und Techniken, mit der Trauer umzugehen, die hilfreich sein können.

  • Den Versuch die Emotionen durch Drogen, Alkohol, Essen oder Arbeit zu steuern vermeiden. Das sind Formen, um sich von seinen eigenen Gefühlen zu entfernen und zu vermeiden sich der Trauer über den Verlust zu stellen. Diese Strategien helfen nicht dabei, sich langfristig besser zu fühlen.
  • Sich Zeit lassen. Man sollte es nicht übertreiben und denken: “Ich hätte darüber hinwegkommen sollen”. Jeder benötigt seine Zeit und seinen eigenen Prozess. Man sollte seine Gefühle akzeptieren.
  • Mit anderen Leuten darüber reden. Man sollte Zeit mit seinen Liebsten, der Familie und Freunden verbringen. Manchmal braucht man eine Umarmung. Man sollte keine Angst haben danach zu fragen. Isolation ist in dieser kritischen Zeit sehr schädlich und kann depressive Symptome verstärken.
  • Sich um sich selbst kümmern. Sport treiben, schlafen und gut essen. Manchmal hilft es eine Routine aufzunehmen, um wieder zum Leben zurückzukehren. Es ist wichtig, sich nicht zu vernachlässigen, denn das kann den Trauerprozess verschlimmern.
  • Hobbys wieder aufnehmen. Wenn man nach dem Verlust bestimmte Aktivitäten oder Hobbys vernachlässigt hat, die einem Spaß machten, sollte man sie unbedingt wieder aufnehmen. So kann man die eigene Stimmung und das Wohlbefinden verbessern, sich aktivieren und motivieren.
  • Einer Selbsthilfegruppe beitreten. Es kann helfen mit anderen zu sprechen, die durch eine Trauerphase gehen. Erfahrungen auszutauschen und sich mit anderen zu verbinden, kann für jeden sehr hilfreich sein.
  • Man sollte es vermeiden, den Raum oder das Eigentum der verstorbenen Person so zu lassen, wie sie es verlassen hat. Diesen Ort wie ein Mausoleum aufrecht zu erhalten kann den Prozess der Akzeptanz des Verlustes verlangsamen. Um sich an die Person zu erinnern, können Fotos oder persönliche Gegenstände aufbewahrt werden. Das restliche Eigentum sollte man loswerden oder spenden. Das hilft voranzukommen, sich nach vorne zu richten und nicht in der Vergangenheit zu leben.
  • Man sollte keine radikalen Veränderungen in seinem Lebensstil vornehmen. Manchmal glauben Leute, dass es ihnen hilft den Verlust zu überwinden, wenn sie “sich von allem losreißen” und alles vermeiden, was mit dem Toten zusammenhängt. Diese radikalen Veränderungen im Leben sind jedoch eine emotionale Vermeidung. Es ist nicht falsch Dinge zu verändern, jedoch sollte das allmählich geschehen. Man muss zunächst in der Lage sein, die eigenen Emotionen zu “verdauen”.
  • Das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein fördern. Manchmal fühlt man sich nutzlos und hilflos, wenn man einen geliebten Menschen verliert, gerade dann wenn man in einer gegenseitigen Abhängigkeit stand. Man sollte daher darauf achten, sein Selbstwertgefühl zu verbessern.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Farbpsychologie: Wie beeinflussen uns Farben und was bedeuten sie?

Die Bedeutung der Farben hat einen großen Einfluss darauf, wie wir bestimmte Dinge in unserem Alltag wahrnehmen. Was ist die Farbpsychologie? Wie beeinflussen die Farben unsere Emotionen? Was vermitteln die einzelnen Farben in unterschiedlichen Kulturen? Wir alle verbinden mit jedem Farbton ein bestimmtes Gefühl und verschiedene Konzepte. In diesem Artikel werden die Grundsätze der Farbpsychologie näher beleuchtet, die Anwendung dieser in der Praxis erklärt und praktische Tipps zur eigenen Anwendung genannt.

Farbpsychologie

Farbpsychologie: Was ist das und wozu ist sie gut?

Die Farbpsychologie untersucht, wie uns die Farben beeinflussen. Farben können die Wahrnehmung verändern, unsere Emotionen beeinflussen, Gefühle in uns auslösen, usw… Farben haben die Macht unsere Aufmerksamkeit und unser Gedächtnis zu verbessern und können uns sogar davon überzeugen, bestimmte Entscheidungen zu treffen. Die Bedeutung der einzelnen Farben zu kennen ist also ein wichtiger Schlüssel, um unser eigenes Verhalten besser zu verstehen.

Der Einfluss der Farben kann komplett unsere Vorstellung zu einem bestimmten Element oder Raum verändern. Stelle dir einmal ein Spielzeug für kleine Kinder vor. Wahrscheinlich denkst du an knallige bunte Farben mit starken Kontrasten, die lebendig und energetisch wirken. Wenn wir uns das gleiche Objekt jetzt komplett schwarz mit silbernen Elementen vorstellen … Stößt uns das vor den Kopf?

Es kann sein. Es gibt für bestimmte Elementgruppen sowas wie einen Farbkodex. Wir knüpfen im Laufe unseres Lebens bestimmte Assoziationen. Dabei stützen wir uns auf das, was wir täglich sehen ohne uns darüber ernsthaft Gedanken zu machen. Wenn wir aber auf einmal eine blaue Banane sehen, gelbe Erbsen oder einen neongelben Baum, können wir nur staunen.

Die Farbpsychologie ist ein Forschungsfeld, das sich ständig weiterentwickelt. Sie zu beherrschen ist wichtig für alle Kreative oder Firmen, wenn sie neue Produkte entwickeln und vermarkten wollen. Die Bedeutung der Farben zu kennen kann aber jedem dabei helfen, nicht in eine spezielle Falle zu tappen, das beste Geschenk für eine Freundin in Abhängigkeit ihrer Persönlichkeit auszusuchen oder um sich in seinem eigenen Zuhause wohlzufühlen.

Farben beeinflussen deine Emotionen und deine Laune. Farbpsychologie: Gehirn und Emotionen.

Wir sind einer großen Menge von Reizen ausgesetzt und führen viele verschiedene Aufgaben aus. Unser Gehirn ist zu jeder Tageszeit mit verschiedensten Herausforderungen konfrontiert. Wir haben dabei nicht die Zeit, all die Reize zu verarbeiten, die wir über unsere Sinnesorgane aufnehmen.

Aus diesem Grund sparen uns die Assoziationen viel Zeit, die wir über so grundlegende Aspekte wie Farben oder Formen entwickeln,  da diese Verarbeitung automatisch geschieht.

Außerdem sind wir unglaublich emotional. Die Farben interagieren mit unserem Gedächtnis, wecken unsere Gefühle und geben der Vernunft eine Richtung. Sie erinnern uns an angenehme Dinge, wie diese knallgelben Gummistiefel, die wir als kleines Kind hatten oder es irritiert uns ein T-Shirt in der Lieblingsfarbe unsere Exfreundin zu sehen.

Es ist gar nicht notwendig die Theorien der Farbpsychologie in aller Tiefe zu kennen, um zu wissen, dass Farben wie rot und rosa mit der romantischen Liebe und Erotik assoziiert werden (wenn der Valentinstag im Anmarsch ist, dominiert diese Farbe jedes Kaufhaus).  Wenn wir eine Einrichtung betreten, welche in diesen Farben dekoriert ist, (in angemessener Form)kann es vorkommen, dass wir uns daran erinnern, wie verliebt wir doch gerade sind und dass wir dieser Person eine Aufmerksamkeit schenken könnten.

Was bedeutet jede einzelne Farbe in der Psychologie?

Über dieses Thema wurden schon hitzige Debatten geführt. Experten wie Psychologinnen, Soziologen, Sprachwissenschaftlerinnen, oder Marktforscher untersuchen und interpretieren die Bedeutung der Farben. Sie untersuchen Ausdrücke wie “grün vor Neid zu sein” oder “das Leben durch eine rosarote Brille zu sehen”. Sie untersuchen die häufigsten Farben für eine bestimmte Produktkategorie oder führen unzählige Studien mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen durch.

Was bedeutet die Farbe Weiß

Die Farbe des Schnees, der Milch, der Baumwolle oder dem Hochzeitskleid. Weiß steht für einen Neuanfang, Leichtigkeit, Perfektion, Reinheit, Frieden, Unschuld, usw.

Im Krankenhaus ist Weiß eine vorherrschende Farbe, sie wirkt steril und vermittelt Ruhe. Die weißen Kittel werden eingesetzt, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Weiß ist eine makellose Farbe, sie ist neutral und sauber.

Ein weißes unbeschriebenes Blatt zu sein eröffnet uns eine Welt voller Möglichkeiten, kann aber auch Unwohlsein auslösen, wenn wir nicht wissen, wie wir es füllen sollen.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Weiß

Was bedeutet die Farbe Gelb?

Die Farbe Gelb wird mit positiven Konzepten wie Optimismus, Jugend, Vertrauen und Kreativität assoziiert. Lächelnde Gesichter wie das Smiley sind gelb und es ist unwahrscheinlich, dass wir uns an einem traurigen Tag ein gelbes T-Shirt anziehen. Es ist die Farbe der Sonne, des Goldes, oder liebenswerter Tiere wie Giraffen oder Küken.

Gleichzeitig ist Gelb aber auch eine widersprüchlich Farbe. Sie ist mit Verrat, Habsucht, Lügen, Verrücktheit oder Warnungen assoziiert. Die Farbe wurde außerdem mit aus der Gesellschaft ausgeschlossenen und verstoßenen Gruppen in Verbindung gebracht, wie den Juden oder Prostituierten. In China jedoch ist Gelb die Farbe, welche am meisten wertgeschätzt wird, weshalb sie hier so gut wie keine negative Bedeutungen hat.

Was bedeutet die Farbe Orange?

Die Farbe Orange erregt sofort Aufmerksamkeit. Diese Farbe findet sich einigen Früchten und Gemüsesorten und erscheint uns bei Rothaarigen auch so besonders.

Viele Dinge, die wir als rot bezeichnen sind eigentlich orange, wie das Feuer oder Dächer. Laut der Farbpsychologie steht Orange für Extravaganz, Energie, Transformation und das Einzelne.

Was bedeutet die Farbe Rot?

Rot ist die leidenschaftlichste aller Farben, sie alarmiert uns und zieht unmittelbar die Aufmerksamkeit auf sich. Gemäß der Farbpsychologie wird Rot mit Liebe, Blut, der Freude, Strafen, der Nähe, Krieg oder dem Verbotenen verbunden. Sie erscheint auf den Ampeln, den Rabattschildern auf den Preisschildern, oder dem Essen. Sie ist die Farbe des Notfalls.

Es ist unmöglich ihr zu entgehen, wir können die Korrekturen in einer Aufgabe nicht übersehen und nicht verhindern einem roten Lippenstift Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn du eine unfehlbare Nachricht verbreiten willst und Aufmerksamkeit erlangen willst, nutze die Farbe Rot. Sich in dieser Farbe zu kleiden zieht ebenfalls mehr Blicke auf sich und beeinflusst die sexuelle Anziehungskraft, sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Was bedeutet die Farbe Rosa?

Laut der Farbpsychologie steht Rosa für Weiblichkeit, Zärtlichkeit, Feinheit, Sanftheit, Sensibilität, Höflichkeit, Freude, Erotik, usw. Sie kann auch infantil wirken und mit der Kindheit und Jugend in Verbindung gebracht werden. 

Von einer großen Anzahl an Personen wird Rosa geradezu geliebt, diese Leute kaufen sich alles was sie nur können in dieser Farbe, andere wiederum verabscheuen die Farbe, sehen sie als irritierend, sexistisch oder kitschig an.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Rosa

Was bedeutet die Farbe Violett

Die Farbe Violett ist unüblich und rätselhaft. Der Farbpsychologie zur Folge, wird diese Farbe der Luxuswelt, der Religion und der Sexualität zugeschrieben. Violette Gegenstände strahlen etwas attraktives und ambivalentes aus. Es ist keine sehr häufige Farbe in der Natur und steht bei richtiger Verwendung über dem Rest.

Die Farbe wurde mit Homosexualität assoziiert und vom Feminismus adaptiert. Sie reflektiert Nostalgie, Phantasie, Banalität, Ehrgeiz, Eitelkeit, Unbeständigkeit, usw. Wie man sehen kann handelt es sich um eine Farbe mit vielen ambivalenten Bedeutungen, was ihr viel Potential verleiht, wenn man sie kreativ nutzen möchte.

Was bedeutet die Farbe Blau

Blau ist die Farbe, die am häufigsten als Lieblingsfarbe genannt wird. Laut der Farbpsychologie symbolisiert Blau Harmonie, Treue, Sympathie, Frieden, Fassung, Vertrauen, Ehrlichkeit, Kommunikation, usw. Es sollte einen also nicht verwundern, dass viele soziale Netzwerke und Firmen diese Farbe in ihrem Logo tragen.

Aber es gibt auch negative Konnotationen, so scheint Blau kalt und distanziert. Die Farbe ist für Essen beispielsweise unangebracht und lässt uns misstrauisch werden. Die meisten Menschen würden darauf verzichten ein blaues Püree zu essen. Trotzdem erscheint die Farbe für viele Dinge sehr geeignet, wie beispielsweise seine Wand in einem beruhigenden blauen Farbton zu streichen.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Blau

Was bedeutet die Farbe Grün

Grün ist die Farbe die am meisten mit der Natur in Verbindung steht. Sie erinnert uns an Gras, Jugend, Hoffnung, Gesundheit, Fruchtbarkeit, Geld, usw. Gemäß der Farbpsychologie ist Grün frisch und harmonisch, strahlt Jugend, Ruhe und Frieden aus. Leute mit einem Umweltbewusstsein bezeichnen sich als “grün”.

Es ist aber auch keine komplett unschuldige Farbe, so wird sie mit Gift assoziiert (giftgrün), die meisten Bedeutungen sind jedoch durchaus positiv.

Was bedeutet die Farbe Braun

Braun steht für Faulheit, Schmutz, Vulgarität, Hässlichkeit. Braun kann fad und altmodisch wirken. Braun ist eine der am wenigsten wertgeschätzten Farben.

Nichtsdestotrotz steht Braun auch für Holz und den Herbst, die Farbe erinnert uns an gemütliche, warme und angenehme Orte. Die Farbe findet sich auch in Lebensmitteln wieder, wie Schokolade oder Fleisch. Im Sommer gebräunt zu sein ist auch gerade sehr angesagt. Braun ist eine Farbe, die in unserer Umgebung sehr präsent ist und verschiedenste Assoziationen auslöst.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Braun

Was bedeutet die Farbe Grau

In der Farbpsychologie repräsentiert Grau hauptsächlich Alter und Nüchternheit. Sie kann dunkel sein, für Mittelmaß stehen und Dinge verbergen wie die “Grauzone”. Andererseits erinnert uns die Farbe auch an die “graue Substanz” oder die Eleganz in der Mode.

Was bedeutet die Farbe Schwarz

Genau wie bei der Farbe Weiß gibt es eine offene Debatte darüber, ob Schwarz überhaupt eine Farbe ist oder nicht. Laut der Farbpsychologie steht Schwarz in Verbindung mit der Nacht, Macht und dem Tod. Sie steht für Ablehnung, Mysterium, Trauer, Hass, Grausamkeit, usw. Die Leute assoziieren schwarze Katzen mit Pech und niemand hat gerne einen schwarzen Tag. Schwarz steht für ein schweres und gewaltvolles Ende.

Trotzdem ist Schwarz eine grundlegende Farbe in jedem Kleiderschrank und umgibt uns überall. Die Farbe ist sehr praktisch für eine Abendveranstaltung, oder um elegant zu wirken.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Schwarz

In dem Buch Wie Farben wirken von Eva Heller werden die Bedeutungen der Farben sehr detailliert beschrieben. Es diente auch als Grundlage für diesen Artikel. 

Die Bedeutung der Farben in den verschiedenen Kulturen

Es gibt Untersuchungen dazu, ob die Einteilung der Farben etwas natürliches ist oder durch die Gesellschaft definiert wird. Berlin und Kay kommen nach Untersuchungen in verschiedenen Kulturen zu dem Schluss, dass es allgemeine Tendenzen in allen Kulturen gibt, die Farben zu kategorisieren. Es wird davon ausgegangen, dass es 6 Grundfarben gibt, um die sich die restlichen gruppieren. Bei den Grundfarben herrscht Einigkeit, bei der Anordnung der weiteren Farben gibt es jedoch Unterschiede.

Bezüglich der Bedeutung von Farben ist es beispielsweise in unserem Kulturkreis nicht gut angesehen mit knalligen oder hellen Farben auf eine Beerdigung zu gehen. In Asien hingegen ist die Farbe der Trauer Weiß. Diese Farbe passt besser zur Vorstellung der Wiedergeburt. Doch auch in Europa wurde diese Farbe vor vielen Jahren bei Frauen verwendet, die sich in große weiße Gewänder hüllten.

Auch in unserer eigenen Kultur sind die Bedeutungen von Farben nicht unumstößlich. Die Tradition, das Mädchen in Rosa und Jungs als Babys in Hellblau gekleidet werden, begann erst etwa 1920. In den letzten Jahren wird dieser Brauch deutlich kritisiert. Im Laufe der Zeit werden die Bedeutungen von Farben neu definiert und neue Konventionen entstehen, die eines Tages vielleicht in Vergessenheit geraten oder sich je in Abhängigkeit der aktuellen Mode verändern.

Die Bedeutung der Farben variiert auch zwischen den einzelnen Personen. Wir können eine Farbe auf eine bestimmte Art wahrnehmen oder auf eine andere. Das hängt von aktuellen Trends, unserem emotionalen Zustand oder der Lebensphase in der wir uns gerade befinden, ab. Die Farbe Schwarz gut zu finden nimmt mit dem Alter ab (ohne kleine Kinder mitzuzählen), da diese im Laufe der Zeit immer mehr mit Negativem assoziiert wird.

Nicht alle sehen wir die Farben gleich. Man darf die Menschen nicht vergessen die eine Farbfehlsichtigkeit besitzen oder jene, die auch die kleinsten Farbnuancen unterscheiden. Es gibt auch Menschen mit Synästhesie, die Farben “hören” oder “schmecken” können. Das bedeutet aber nicht, dass die Farbpsychologie besonders variabel oder subjektiv ist. Wenn man den Kontext gut analysiert, kann sie sehr hilfreich sein.

Farbpsychologie: Ihre Anwendung

Farben wurden verwendet, um Krankheiten zu heilen; sie sind Teil von fast allen Beschreibungen, die wir machen und es wurde viel darüber spekuliert, welche Beziehung es zwischen Farben und der Persönlichkeit gibt. Tatsächlich tendieren wir dazu Farben auszuwählen, die im Einklang mit unserer aktuellen Stimmung sind und bei denen wir glauben, dass sie uns repräsentieren. Im Folgenden wird die alltägliche und professionelle Anwendung erläutert.

Die Bedeutung der Farben für Kreative

Es ist möglich, dass die ersten Berufe die uns einfallen, wenn wir an Farben und Farbpsychologie denken, mit der Kreativität zusammenhängen. Designer (Grafikdesigner, Modedesigner, Innenarchitekt, Produktdesigner, usw.) Künstler, Leute aus der Werbebranche, usw. Bei all diesen ist es wichtig, zu wissen wie die Leute ticken, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen und mit ihnen zu kommunizieren. Die visuellen Kommunikationsmittel sind voller Beispiele. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass sich die Farben eines Nachrichtenprogramms von denen unterscheiden, die für eine Sendung für Kinder verwendet wird.

In einer Gesellschaft herauszustechen, die so Reiz überflutet ist, ist eine schwierige Mission. Dank der Farbpsychologie ist es jedoch möglich sich besser mit seinem Publikum in Verbindung zu setzen und Emotionen in ihm auszulösen. Die Reaktionen des Publikums zu bestimmten Farben hervorzusagen ist unabdingbar, um eine Nachricht richtig und effektiv zu überbringen. Wenn du über die Prävention von Autounfällen sprechen wollen würdest, welche Farbe würdest du verwenden?

Die Bedeutung der Farben für Unternehmen

Das Image eines Unternehmens ist grundlegend für dessen Erfolg. Wenn man von einem Erfrischungsgetränk und der Farbe rot spricht, brauchen wir keine weiteren Hinweise, um zu wissen welche Marke gemeint ist. Um ein kohärentes Bild abzugeben und sich in unser Gehirn einzubrennen, repräsentieren Marken in ihrem Logo und den restlichen visuellen Elementen ihre Persönlichkeit mithilfe von Farben. Diese sind grundlegend für Marketingstrategien.

Man stelle sich vor eine Restaurantkette würde auf Unternehmensfarben verzichten und sich in jedem Restaurant anders präsentieren, unsere Erinnerung an diese Kette wäre viel schwächer und unorganisierter. Folglich würden sie viele Möglichkeiten verpassen neue Kunden zu gewinnen und zu halten. Das Image ist nicht alles, aber es hilft auf jeden Fall. Gerade in der heutigen wettbewerbsstarken und sich rasant ändernden Zeit.

Tatsächlich verändern auch einige Unternehmen ihre Farben, in Abhängigkeit von dem Zielpublikum und den aktuellen sozialen Tendenzen. Es ist kein Zufall, dass einige Marken ihre gewöhnlichen Farben zu Grün hin verändern, die Farbe die wie keine andere für ökologisch, gesund und umweltbewusst steht.

Farben sind nicht nur für das Publikum wichtig. Auch Mitarbeiter können ihr Wohlbefinden und ihre Produktivität steigern, wenn sie an einem Ort arbeiten, an dem sie sich wohl fühlen. Ein geschlossener Ort mit viel Schwarz und wenig Licht kann dazu führen, dass sich die Leute eingeengt fühlen und so wenig Zeit wie nur möglich an diesem Schreibtisch verbringen möchten.

Wenn man diese Wände aber weiß streicht und ein paar grüne, blaue und noch warme Farbreflexe hinzufügt, wird es vielleicht zu einem gemütlicheren Ort.

Die Bedeutung der Farben im Alltag

Farben beeinflussen uns auch bei unseren ganz alltäglichen Entscheidungen. Seit wir klein sind, werden wir nach unserer Lieblingsfarbe gefragt und jeder hat dabei seine eigenen Präferenzen. Die meisten Objekte und Gegenstände sind in mehreren Farben verfügbar. Das heißt wenn wir beispielsweise eine Tasse kaufen wollen, ist es wahrscheinlich, dass wir ohne groß zu zögern die nehmen, deren Farbe uns am besten gefällt.

In anderen Situationen müssen wir aber mehrere Variablen beachten. Wenn wir ein Auto kaufen, sollten wir sicher gehen die richte Entscheidung zu treffen. Wir werden es wahrscheinlich lange benutzen und viel Zeit mit ihm verbringen. Es kann sein, dass wir etwas Gewagtes wollen wie Orange, dann ist es aber möglich, dass es uns irgendwann nicht mehr gefällt und wir ganz verrückt werden, wenn wir das Auto sehen.

Andererseits kann ein Auto in einer diskreteren Farbe wie Schwarz oder Dunkelblau Nachts schlechter gesehen werden. Bei einem weißen Auto bemerkt man sofort das kleinste bisschen Schmutz und vielleicht wollen wir doch lieber etwas fröhlicheres? Über dieses Dilemma wird sich meistens lange der Kopf zerbrochen und das Thema mit Freunden und Familie ausdiskutiert.

Nützliche Empfehlungen für die Anwendung der Farbpsychologie

1 Unsere Lieblingsfarbe ist nicht immer die Beste für alles

Es kann sein, dass uns Violett unglaublich gut gefällt, wir uns aber irgendwann unwohl in unserem Zimmer fühlen, wenn so gut wie alles darin Violett ist. Bei der Kleidung hingegen kann man mit Violett auf jeden Fall Aufmerksamkeit erregen. Vor allem dann, wenn man sie mit Komplementärfarben wie Orange kombiniert. Man sollte sich überlegen, welche Funktion das besagte Objekt oder der Raum haben wird, bevor man eine Farbe wählt.

2 Der Kontext ist enorm wichtig, um Farben auszuwählen und zu interpretieren

Wir wissen nun bei der Farbauswahl von kulturellen Faktoren und den Umständen einer Situation. Einen Kandidaten für eine Stelle als Anwalt in einem knall-grünen Anzug zum Vorstellungsgespräch erscheinen zu sehen, könnte uns komisch vorkommen. Trotzdem kann man neue Farbkombinationen oder gewagtere und extravagantere Farben ausprobieren.

3 Der Schlüssel liegt in der Kombination einzelner Farben

Vielleicht müssen wir einen Brief schicken oder ein Schild gestalten und haben alle Elemente der Farbpsychologie bereits beachtet. Doch noch weitere Aspekte müssen gut abgewogen werden, beispielsweise den Effekt die bestimmte Farben haben, wenn man sie kombiniert. Braun zusammen mit Gold, Gelb oder Orange repräsentiert den Herbst. Wenn man Braun jedoch mit Grau und Schwarz kombiniert, verwandelt es sich in eine trostlose, wenig ausdrucksstarke und konservative Farbe.

4 Farben müssen auch funktional sein

Wer hat es nicht schon mal bereut mit dem neuen weißen Oberteil Spaghetti Bolognese zu essen? Es gibt Farben die sind resistenter gegenüber Schmutz, andere angebrachter bei Hitze und wiederum andere so unauffällig, dass man mit ihnen in der Masse untertauchen kann.

Wenn wir beispielsweise ein Schild gestalten oder einen Brief schreiben, müssen wir uns vergewissern, dass die Schrift auf dem ausgewählten Hintergrund gut lesbar ist. Auch wenn es uns wunderschön erscheint mit hellrosa Schrift auf einem weißen Blatt zu schreiben, so lässt sich eine gelbe Schrift auf schwarzem Hintergrund tausend Mal besser lesen. Das ist übrigens die Kombination, die sich am allerbesten wahrnehmen lässt.

5 Verwende Farben, um dein Gedächtnis zu verbessern

Wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und dabei nicht weiß, wie man sich diese langweilige Liste merken soll, versuche mal jeden Abschnitt mit einer bestimmten Farbe in Verbindung zu bringen. Eselsbrücken und Assoziationen sind die Basis für unser Lernen. Wenn du beispielsweise eine Präsentation machst, kannst du mithilfe von Farben auch die Erinnerungen deines Publikums verbessern. Nutze die Farbpsychologie, um Wichtiges hervorzuheben und bringe einzelne Farben mit einer bestimmen Bedeutung in Verbindung.

6 Sei kohärent

Wenn du ein Unternehmen hast oder darüber nachdenkst eines zu gründen, überlege dir gut, was du vermitteln möchtest. Wenn du das gut analysiert hast, evaluiere, was deine Marke tun muss, um dies zu erreichen. Es ist wichtig, dass all deine Markenelemente untereinander kohärent sind. Ein professioneller Designer, welcher diese Aspekte beachtet, kann dabei helfen eine Geschäftsidee erfolgreich in die Tat umzusetzen.

Vielen Dank für das Lesen des Artikels. Bei Fragen und Anregungen kann gerne ein Kommentar hinterlassen werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Ainhoa Arranz Aldana, Autorin bei CogniFit.

Adrenalin oder Epinephrin: ein nützlicher Leitfaden mit Fragen und Antworten

Erfahre alles über Adrenalin (Epinephrin): Was es ist; wozu es dient; seine Eigenschaften; Funktionen; Effekte; wie dieses Molekül freigesetzt wird; was passiert, wenn man ein Erfolgserlebnis hat; der Einsatz in der Medizin; Nebenwirkungen, usw… Entdecke hier einen nützlichen Leitfaden mit Fragen und Antworten

Jeder hat schon einmal von Adrenalin gehört. Es gibt eine Vielzahl von Aktivitäten oder Extremsportarten, bei denen eine große Menge Adrenalin freigesetzt wird. Wir wissen, dass wir diese Substanz produzieren, wenn wir starke Emotionen verspüren oder Extremsituationen erleben. Durch die Ausschüttung von Adrenalin verändert sich die Herzfrequenz und die Atmung. Wenn Adrenalin freisetzt wird können wir spüren, wie unsere Kraft und Energie steigt, wir fühlen uns euphorisch und unbesiegbar… Wenn wir aber mal beiseite lassen in welchen Situationen wir es ausschütten können, was wissen wir dann eigentlich über diese Substanz? Im folgenden werden alle Zweifel geklärt und Fragen beantwortet:

Was ist Adrenalin? Definition:

Adrenalin, synthetisch auch unter dem Namen Epinephrin bekannt, ist ein Molekül, welches unser Körper in Alarmsituationen freisetzt. Also dann, wenn wir eine Bedrohung wahrnehmen.

Diese Substanz ist dafür verantwortlich, dass bestimmte Körperprozesse ausgelöst werden, die dafür sorgen, dass unser Körper auf eine potentielle Gefahr reagieren kann. Die Effekte von Adrenalin (Epinephrin) dienen also einem bestimmten Zweck: Die Bereitstellung von Energie, damit unsere Muskeln und unser Körper auf einen potentiellen Angriff oder eine Gefahrensituation reagieren kann.

Adrenalin (Epinephrin) bereitet uns darauf vor schnell handeln und reagieren zu können. Es verändert unseren Körper kurzzeitig so, dass wir die größtmögliche Leistung erbringen können. Deshalb sagt man auch, dass diese Substanz die Überlebensmechanismen auslöst. Sie bringt uns auf Trab, damit man sich den Situationen stellen kann, die eine schnelle Reaktion erfordern.

Adrenalin (Epinephrin) hat verschiedene Funktionen in unserem Körper: Wenn es in den Blutkreislauf ausgeschüttet wird, wirkt es als Hormon und wenn es in den synaptischen Spalt (zwischen zwei Neuronen) freigesetzt wird, als Neurotransmitter.

  • Adrenalin als Hormon: Als Hormon gelangt Adrenalin über den Blutkreislauf durch unseren Organismus zu verschiedenen Zellen und Zonen des Körpers, wo es zahlreiche Reaktionen auslöst.
  • Adrenalin als Neurotransmitter: agiert als chemischer Nachrichtenüberbringer. Es ist in dem Fall dafür verantwortlich die Nachrichten des Nervensystems zu versenden. Diese Substanz überträgt die Information von einem Neuron zum nächsten. Die Effekte sind dabei stark mit der Aufmerksamkeit, dem Alarmzustand und dem Belohnungssystem des Gehirns verbunden.

Wenn wir uns in einer gefährlichen, risikoreichen oder stressigen Situation befinden, wird die andrenerge (eine Art von Rezeptormolekülen in den Zellen des Körpers, welche die Signale von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin empfangen) Reaktion ausgelöst. Das Adrenalin wird über das Blut kanalisiert und wirkt in verschiedenen Organen und Teilen des Körpers. Dort löst es sehr konkrete Effekte aus, welche die Aktivierung des Körpers zur Folge haben: Die Ausdehnung der Atemwege, um die Sauerstoffaufnahme zu steigern; die Verengung der Blutgefäße; die Erhöhung des Pulses, usw…

Diese Substanz wird in der Regel in Stress-, Erregungssituationen oder Situationen der Anspannung produziert. Sie wird vor allem mit Extremsport oder risikoreichen Aktivitäten in Verbindung gebracht, doch auch in Alltagssituationen wird Adrenalin im Körper freigesetzt. Wenn wir eine Prüfung haben, wenn wir zufälligerweise jemanden auf der Straße treffen, bei einem wichtigen Treffen, oder am Tag der Hochzeit. Das Adrenalin (Epinephrin) macht es beispielsweise auch möglich, die ganze Nacht vor einer Prüfung zu lernen.

Ursprung des Wortes

Der Begriff stammt aus dem Latein ad (was soviel heißt wie “bei, neben”) und renes (was Niere bedeutet). Das Wort Adrenalin steht also für “neben den Nieren”. Ein polnischer Philosoph, Napoleon Cybulski, extrahierte aus den Nebennieren eine Substanz, welche Adrenalin enthielt. Jahre später entdeckte ein japanischer Chemiker, Jokichi Takamine, die Substanz. Das war im Jahre 1900.

Vier Jahre später gelang es Friedrich Stolz und Henry Drysdale Dankin die Substanz erstmals synthetisch in einem Labor herzustellen, das sogenannte Epinephrin.

Sind Adrenalin und Epinephrin das Gleiche?

Adrenalin ist eine körpereigene Substanz, das bedeutet, dass sie von unserem Körper auf natürliche Weise hergestellt wird. Das geschieht in den Drüsen der Nebennierenrinde, die sich direkt über den Nieren befinden. Die gleiche Substanz kann jedoch auch in Labors synthetisiert werden. In dem Fall verwendet man entsprechend den Namen Epinephrin (synthetisches Adrenalin), dieses findet in Pharmazeutika und Medikamenten Anwendung.

Die beiden Begriffen werden unabhängig von einander genutzt, um das Hormon zu bezeichnen, was in den Nebennieren in Stresssituationen produziert wird. Die Begriffe werden daher häufig synonym verwendet.

Funktion von Adrenalin: Aktivierungsmechanismus

Wozu dient es? Finde im Folgenden heraus, wie diese Substanz wirkt und welche Handlungsmechanismen dadurch ausgelöst werden. Die wichtigsten Prozesse, bei denen Adrenalin in relativ großen Mengen freigesetzt wird, sind die folgenden:  

1- Effekte von Epinephrin in den Lungen:

Adrenalin oder Epinephrin erweitern die Bronchien. Es ermöglicht, dass sich die Bronchien und die Lungenmuskulatur entspannen und erhöht die Atemfrequenz. Die Atemkapazität steigt, wodurch deutlich mehr Sauerstoff aufgenommen wird und mehr davon zu den Zellen gelangt. Ein sauerstoffreicheres Blut ermöglicht es körperlich leistungsstärker zu sein.

2- Effekte von Epinephrin auf das Herz und den Blutdruck:

Adrenalin oder Epinephrin wirken an den Rezeptoren des Herzens und führt so dazu, dass es sich stärker zusammenzieht und der Puls und Blutdruck steigt. Wenn das Herz mehr Blut durch den Körper pumpt, erhalten die Muskeln mehr Sauerstoff und können sich mehr anstrengen. Dadurch kann man schneller rennen, höher springen, stärker schlagen, usw…

3- Effekte von Epinephrin auf die Pupillen und die Sicht:

Adrenalin oder Epinephrin vergrößern die Pupillen, wodurch mehr Licht ins Auge gelangt. Dadurch werden die Sicht und die Wahrnehmung verbessert. Das ermöglicht es, sich bewusster darüber zu sein, was in der Umgebung passiert.

4- Epinephrin aktiviert Glykogen (Energiereserve der Muskeln und der Leber):

Adrenalin oder Epinephrin aktivieren die Energiereserven, die sich in den Glykogenmolekülen befinden. Wenn der Körper oder die Zellen in einem Notfall einen Energieschub benötigen, was in gefährlichen, angespannten oder alarmierenden Situationen der Fall ist, baut sich Glykogen in Glukose ab, welches dann für den energetischen Metabolismus zur Verfügung steht.

5- Epinephrin hemmt die Verdauungsfunktionen:

Unser Verdauungstrakt verbraucht eine große Menge an Energie, um die Nahrung zu verdauen. In alarmierenden Stresssituationen, in denen wir einer Gefahr gegenüberstehen, ist dieser Vorgang nicht gerade hilfreich, weshalb Adrenalin oder Epinephrin dafür sorgen, diesen Prozess zu hemmen. Dies geschieht, damit die Energie die benötigt wird, um effizient auf die Gefahr reagieren zu können nicht verschwendet wird.

6- Epinephrin löst Veränderungen im Metabolismus des Körpers aus:

Wenn Adrenalin oder Epinephrin in den Rezeptoren unseres Organismus synthetisiert wird, kommt es zu einer Reihe von metabolischen Veränderungen. Die Verbindung von Epinephrin mit den adrenergen Rezeptoren kann die Freilassung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse hemmen, die Glykogenolyse in der Leber und den Muskeln stimulieren (Abbau von Glykogen zu Glukose), die Sekretierung von Glukagon in der Brauchspeicheldrüse anregen um den Blutzuckerspiegel im Blut zu erhöhen, die Ausschüttung des Hormons Adrenocorticotropin (ACTH) in der Hypophyse anregen und die Lipolyse (Aufspaltung von Fetten) im Fettgewebe erhöhen. Das alles um die energetischen Bedürfnisse zu decken.

All diese Effekte tragen dazu bei, dass sich die Konzentration von Fettsäuren im Blut erhöht und der Blutzucker steigt. Dadurch kann die Energieproduktion in den Zellen des Körpers erhöht werden.

Können wir Andrenalin willentlich freisetzen? Wie man einen Adrenalinstoß erhalten kann

Eine Art und Weise willentlich Adrenalin auszuschütten, ohne dabei eine Risikosituation aufzusuchen, ist es sich selbst dazu zu zwingen, seine eigene Komfortzone zu verlassen, neue Aktivitäten auszuprobieren, sich mit neuen unbekannten Menschen zu treffen, neue Orte kennenzulernen, usw… Diese Handlungen können dabei helfen einen zusätzlichen Energieschub zu bekommen.

Eine andere Form wie man einen höheren Adrenalinspiegel erhalten kann ist die Konfrontation mit erschreckenden Reizen (Horrorfilme, in eine Geisterbahn zu gehen, Achterbahn zu fahren) oder bestimmte körperliche Aktivitäten auszuführen. Man sollte dabei jedoch stets aufpassen und nichts tun, was einem Schaden hinzufügen kann, nur um das gewisse Extra zu verspüren.

Im Falle von Extremsportarten oder dem Achterbahnfahren wird im Gehirn ein Schwindelgefühl produziert, was einer Alarmsituation gleich kommt, weshalb der Körper daraufhin Adrenalin ausschüttet. Wenn wir dann wieder auf normalem Boden stehen fühlen wir uns euphorisch, erfüllt und sind positiv erregt.

Wieso gibt es Menschen, die das Bedürfnis nach einem Adrenalinkick haben? Viele Personen, die Angstsymptome oder Stress erleben suchen nach neuen Möglichkeiten große Mengen Adrenalin auszuschütten. Das passiert beispielsweise wenn man ganz schnell Auto fährt und dadurch euphorisch wird.

Eine Erklärung hierfür ist, dass die Freisetzung dieser Substanz einen (vorübergehenden) Zustand maximaler Energie, Euphorie und Handlungsfähigkeit hervorruft. Anschließen fühlt sich die Person auf angenehmen Weise entspannt.

Adrenalin freisetzen

Was passiert, wenn exzessiv Adrenalin freigesetzt wird?

Diese Substanz ist notwendig, um in gefährlichen oder angespannten Situationen handeln zu können. Vielen Leuten gefällt das euphorische Gefühl, was sie nach einem Andrenalinstoß verspüren. Es ist gut von Zeit zu Zeit Adrenalin freizusetzen, indem man beispielsweise Extremsport betreibt, einen Freizeitpark besucht oder sich einen Horrorfilm anschaut.

Leute die jedoch kontinuierlichem oder chronischem Stress ausgesetzt sind, schütten diese Substanz kontinuierlich aus, was sehr schädlich und belastend für die Gesundheit sein kann.

Exzessiv viel Adrenalin auszuschütten kann zu verschiedenen Pathologien führen wie beispielsweise Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen oder Schlafproblemen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein und auf die Anzeichen des eigenen Körpers zu hören und auf die Alarmsignale wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu achten.

Eine andere mit einem hohen Adrenalinspiegel assoziierte Pathologie bezieht sich auf Menschen die sehr starke Emotionen verspüren (hauptsächlich negative) und eine extreme Gefühlswelt haben. Diese sind anfälliger für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Auch gibt es einen Zusammenhang zu Übergewicht. Zusammen mit Cortisol fördert Adrenalin die Einlagerung von Zucker und Fett im Bauchgewebe.

Wenn sich eine Person an die regelmäßigen Adrenalinstöße gewöhnt treten Symptome wie bei einer Suchterkrankung auf (Kraftlosigkeit, Angst, Nervosität, Bedürfnis nach Aufputschmitteln).

In Extremfällen kann es dazu kommen, dass das Immunsystem versagt, was zur Chronifizierung vieler Krankheiten führen kann. Ein dauerhaft erhöhter Adrenalinspiegel kann dazu beitragen, dass Krankheiten wie chronische Müdigkeit oder Fibromyalgie auftreten.

Zusammengefasst sind die Symptome von einem erhöhten Adrenalinspiegel folgende:

  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Erweiterte Pupillen
  • Erhöhung der Atmung (Der Sauerstoff gelangt schneller zu den Organen)
  • Erhöhter Blutdruck
  • Kontrolle und Verringerung der Verdauungsfunktionen

Einsatz in der Medizin von Adrenalin (Epinephrin)

Epinephrin (synthetisches Adrenalin) hat seit dem es entwickelt wurde viele Leben gerettet. Es findet in der Medizin in zahlreichen Bereichen, vor allem in der Notfallmedizin bei lebensbedrohlichen Bedingungen, Anwendung. Beim Kreislaufstillstand, einem anaphylaktischem Schock (Immunologische Reaktion auf Lebensmittel, Insektenstiche, Medikamente, etc…), einem Asthmaanfall, einer starken Blutung, einem Kreislaufkollaps, einem Bronchospasmus, um den Effekt einer Anästhesie zu verstärken, usw…

  • Bei einem Herzstillstand wird Epinephrin verwendet, um den Gefäßwiderstand mithilfe der Gefäßverengung zu erhöhen.
  • Bei der Anaphylaxie (starke allergische Reaktion/ allergischer Schock): wirkt Epinephrin durch seine immunologischen Eigenschaften gegen diese Reaktion.
  • Es wird auch in einige Lokalanästhetika beigefügt (Bupivacain und Lidocain): Durch die gefäßverengende Wirkung des Epinephrins wird die Absorption verlangsamt, was die Wirkung des Lokalanästhetikums verlängert.

Dieses Medikament sollten nur in Notfällen eingesetzt werden, da es zu starken Nebenwirkungen kommen kann. Wie alle Medikamente hat Adrenalin auch nachteilige Effekte und sollte bei Allergien, Menschen mit Herzproblemen, Atherosklerose, Engwinkelglaukom oder Phäochromozytom nicht angewendet werden.

Nebenwirkungen bei der Anwendung von Epinephrin?

Die Injektion von Epinephrin kann schwere Nebenwirkungen haben, wie beispielsweise Bluthochdruck, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen (starker, schneller oder unregelmäßiger Puls), periphere Gefäßverengung, Gehirn Hämorrhagien, Lungenödeme, Arrhythmien, Brustschmerzen, Hautirritationen, Entzündungen, Hitze oder Hypersensiblität an der Injektionsstelle, Atemschwierigkeiten, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Schwindel, Angst, Nervosität, Unruhe, Blässe, Kopfschmerzen, Zittern, usw…

Wie entsteht Adrenalin? Wo wird Adrenalin produziert?

Der Hypothalamus (eine Gehirnstruktur) ist dafür zuständig, dass die Nebennieren Adrenalin ausschütten. In einer Gefahrensituation steigt sowohl die Kraft, als auch die Reaktionsgeschwindigkeit und die Schmerzwahrnehmung wird reduziert.

Adrenalin wird in den Nebennieren synthetisiert, welche die Aminosäure Tyrosin über einige Zwischenschritte in Adrenalin zerlegt. Diese Substanz gehört zu den Katecholaminen, eine Gruppe von Hormonen, die im Zusammenhang mit der körperlichen Antwort auf Stress stehen.
Der Prozess ist folgender: Tyrosin wird zu Levodopa hydroxiliert. Im Anschluss erfolgt eine Decarboxylierung und Dopamin entsteht. Dieses wird hydroxiliert und dadurch zu Noradrenalin weiter prozessiert. Anschließend erfolgt eine N-Methylierung die Synthetisierung von Adrenalin.

Wieso wird es ausgeschüttet? Die Hauptgründe für die Freisetzung dieser Substanz sind die körperliche Bedrohung, starke Emotionen oder eine hohe Umgebungstemperatur. Diese Reize werden im zentralen Nervensystem verarbeitet.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Sara Morales Alonso, Klinische Neuropsycholgin bei CogniFit.

Nucleus accumbens: Funktionen, Anatomie, assoziierte Störungen,…

Der Nucleus accumbens ist eine Gehirnstruktur, die Teil des Belohnungs- und Lustzentrums ist. Sie ist für die Aktivierung unserer Motivation zuständig und macht es möglich, dass wir unseren Willen in die Tat umsetzen können. Sie spielt eine entscheidende Rolle beim Lernen, dem Gedächtnis, dem Lachen, der Angst, der Aggression, Abhängigkeiten, dem Placebo-Effekt, dem Sex, der Verdauung, usw. Entdecke im Folgenden alles über den Nucleus accumbens: Was diese Struktur ist, welche Funktionen sie hat, ihre Anatomie, Störungen die mit ihr assoziiert sind und vieles mehr. 

Nucleus accumbens: Anatomie und Funktionen

Was ist der Nucleus accumbens? Definition

Er ist ein Gehirnorgan welches an Funktionen wie der Motivation, der Belohnung oder der positiven Verhaltensverstärkung beteiligt ist.

Die Aufgabe des Nucleus accumbens ist es die Motivation und die motorische Ausführung zusammenzuführen. Seine Funktion ist die Umwandlung motivationaler Information, um so die motorischen Handlungen zu aktivieren (Diese sind notwendig, um eine bestimmtes Ziel oder eine gewünschte Belohnung zu erreichen).

Ein Ungleichgewicht der Aktivität des Nucleus wird mit vielen verschiedenen psychiatrischen und neurologischen Störungen in Verbindung gebracht wie der Depression, der Zwangsstörung, der bipolaren Störung, der Angststörung, dem Morbus Parkinson, der Krankheit Corea Huntington, Übergewicht oder auch Drogenabhängigkeit.

Wie wird der Nucleus accumbens aktiviert? Mithilfe von natürlichen positiven Verhaltensverstärkern, wie beispielsweise eine gesunde Ernährung, Geschlechtsverkehr, Geld, usw… Es werden die Neuronen des Nucleus aktiviert, wodurch automatisch Dopamin ausgeschüttet wird, was zu einer unmittelbaren Befriedigung führt.

Zu dieser Reaktion kommt es jedoch nicht nur durch natürliche positive Verhaltensverstärker, diese kann auch durch den wiederholten Konsum von Drogen (Kokain, Heroin, Nikotin, Ecstasy, usw…) ausgelöst werden. 

Grundlegende Neurobiologie des Nucleus accumbens 

Anatomie und Struktur. Dieses Hirnorgan befindet sich im unteren basalen Vorderhirn. Jede Hemisphäre besitzt einen Nucleus accumbens. Diese Struktur ist Teil der Basalganglien und erhält Verbindungen aus dem Area tegmentalis ventralis, welche für die Dopaminproduktion verantwortlich ist.

Anatomisch betrachtet setzt sich der Nucleus accumbens aus zwei Komponenten zusammen: Der Schalenregion (the shell) und der Kernregion (the core). Die Funktionen dieser beiden Teile sind unterschiedlich. Während die Schale mehr mit dem limbischen System (den Emotionen) verbunden ist, hat der Kern eine Verbindung zum motorischen System (die Ausführung der motorischen Handlungen). Diese Bereiche sind bei Nagetieren jedoch weitaus mehr differenziert als bei uns Menschen.

1. Die Schalenregion (Shell)

Der als Schale bezeichnete Bereich besitzt eine erhöhte Anzahl neuronaler Verbindungen, welche diesen Bereich mit anderen Hirnregionen, wie dem limbischen System oder dem Hippocampus vernetzen. Sowohl das limbische System als auch der Hippocampus sind dafür verantwortlich Dopamin, Serotonin und Glutamat zu empfangen. Aus diesem Grund ist die Schalenregion der Teil des Nucleus accumbens, der mit den Emotionen verbunden ist.

Außerdem enthält die Schalenregion ebenfalls wichtige neuronale Verbindungen die vom Frontallappen kommen, die dafür zuständig sind die vom Thalamus gesammelte Information zum zentralen Punkt des Nucleus zu leiten.

2. Kernregion (Core)

Der als Kern bezeichnete Teil zeichnet sich durch Funktionen aus, die hauptsächlich mit der Motorik verbunden sind. Die Kernregion (Core) ist mit den Basalganglien, der Substantia nigra und dem Motorkortex verbunden. Diese Hirnregionen werden in dem Moment aktiviert, in dem eine Handlung mit emotionalem Inhalt ausgeführt wird, die darauf abzielt ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Funktionen des Nucleus accumbens 

Die anatomische Struktur des Nucleus accumbens weist auf seine Funktion hin: die limbisch-motorische Integration. 

  • Emotionen: Der Nucleus erhält Verbindungen aus Bereichen des Gehirns, welche mit den Emotionen zusammenhängen, wie der Amygdala und dem Hypothalamus.
  • Gedächtnis und motorische Areale: Ebenfalls verbindet er sich mit dem Gedächtnis und den motorischen Arealen.

All dies verwandelt ihn in ein grundlegendes Organ für das Erlernen von Verhaltensweisen, die zu positiven Gefühlen führen oder durch welche negative Erfahrungen vermieden werden können.

1- Nucleus accumbens: Das Dopamin und seine Funktion im Belohnungssystem

Die bekannteste Funktion des Nucleus accumbens ist seine zentrale Rolle im Belohungssystem. Wenn wir angenehme Aktivitäten ausführen, wie beispielsweise zu essen oder sexuelle Handlungen auszuführen, werden unter anderem die Dopaminneuronen im Area tegmentalis ventralis aktiviert. Diese Neuronen steigern die Menge des Dopamins im Nucleus, was das Glücksgefühl hervorruft.

Die Verbindung zwischen angenehmen Erfahrungen und der Konzentration des Dopamins im Nucleus accumbens lies Neurowissenschaftlicher über lange Zeit glauben, dass die grundlegende Funktion dieses Organs die Belohnung ist und diese Hirnregion dementsprechend bei Prozessen wie der Abhängigkeit eine Rolle spielt. Auch heute noch wird der Nucleus accumbens als Belohungszentrum des Gehirns angesehen.

Doch durch diese Studie hat man entdeckt, dass er sowohl mit positiven als auch aversiven Reizen in Zusammenhang steht. Laut dieser Studie steigt die Dopaminkonzentration im Nucleus accumbens bei positiven Verstärken und sinkt drastisch ab, wenn aversive Reize wahrgenommen werden.

Dementsprechend ist der Dopaminkreislauf sowohl bei der Speicherung der Information von positiven als auch negativen Umweltreizen involviert. Dies ermöglicht es uns zu merken, wie wir positive Erfahrungen wiederholen und negative vermeiden können.

Aus diesem Grund spielt der Nucleus accumbens eine so wichtige Rolle bei Lernprozessen. Dank diesen Organs sind wir in der Lage Verbindungen zwischen dem was uns Freude oder Schmerzen bereitet herzustellen, um anschließend das eine zu vermeiden und das andere aktiv zu suchen.

2- Nucleus accumbens und der Placebo-Effekt

Gemäß einer Studie, könnte der Nucleus accumbens eine zentrale Rolle beim Placebo-Effekt spielen.

Der Placebo Effekt bezeichnet die psychische Erfahrung einer gesundheitlichen Verbesserung nachdem eine Substanz, Behandlung oder Operation appliziert wurde, die keinerlei Effekt besitzt (wie die Homöopathie und andere Pseudotherapien). Es kommt aber bei den Betroffenen zu einem realen Nutzen.

Dieser Effekt ist so stark, dass er bei Medikamentenstudien eine Variable darstellt, die genau kontrolliert werden muss.

In der besagten Studie wurde mit gesunden Probanden die Funktion des Nucleus accumbens im Zusammenhang mit dem Placebo-Effekt untersucht. Dabei konnte die Ausschüttung von Dopamin im Nucleus während der Verabreichung eines Placebo-Präparats nachgewiesen werden.

Die Wissenschaftler fanden ebenfalls heraus, dass mehr Dopamin ausgeschüttet wurde, wenn die Teilnehmenden im Vorhinhein die positiven Effekte der Substanz erwarteten. In diesem Fall verspürten sie auch eine größere Verbesserung.

3- Nucleus accumbens und die Verbindung zur Liebe und Bindung

Die grundlegende Funktion des Belohnungssystems und des Nucleus accumbens ist es, überlebenswichtige Verhaltensweisen wie die Nahrungsaufnahme, Geschlechtsverkehr und die Bindung zu garantieren. Obwohl dieses Hirnareal auch bei anderen Verhaltensweisen aktiviert wird, sind dies die primitivsten Funktionen.

Aus diesem Grund ist eine Aufgabe des Nucleus accumbens die Generierung von Genuss und Bindung in affektiven Beziehungen. Der Nucleus accumbens spielt bei der Bildung von affektiven Beziehungen und bei der Liebe (Familie, Freunde oder Partnerschaft) eine Rolle und wird auch dann aktiviert, wenn wir zurückgewiesen werden. Wir Menschen sind soziale Wesen und brauchen einander, weshalb es sehr wichtig ist ein solides Unterstützungsnetz zu besitzen. Der Nucleus accumbens hilft uns dabei. Seine Aktivierung versucht ebenfalls zu verhindern, dass wir uns von denen trennen (sowohl räumlich als auch psychisch) die wir lieben.

Bereits beim Betrachten eines Fotos einer nahestehenden Person (Familienmitglied, Partnerin oder Freundin) steigt die Aktivierung des Nucleus accumbens.

Laut einer Studie ist der Nucleus accumbens zusammen mit dem orbifrontalen Kortex dafür verantwortlich die möglichen Gewinne und Verluste, welche die Liebe und die Abneigung mit sich bringen bewertet.

Bei der romantischen Liebe steigt die Dopaminkonzentration im Nucleus, wenn wir mit einer Person zusammen sind, die wir anziehend finden. Das führt dazu, dass wir mehr Zeit mit ihr verbringen wollen und wir Freude und Zufriedenheit durch die reine Anwesenheit dieser Person verspüren. Dieses Phänomen ermöglichte evolutionär gesehen den Erhalt der Spezies.

4- Nucleus accumbens und die Rolle bei der Sucht

Der Nucleus accumbens spielt eine grundlegende Rolle bei der Entstehung von Abhängigkeiten bzw. Süchten. Drogen- oder Substanzmissbrauch führt dazu, dass Dopamin im Nucleus accumbens freigesetzt wird, wodurch Glück und Zufriedenheit verspürt wird. Wir stellen demzufolge eine Verbindung zwischen dem Glücksgefühl und der entsprechenden Substanz her, als Konsequenz wollen wir diese weiterhin konsumieren.

Eine weitere Funktionen des Nucleus ist der Handlungsimpuls bei der Planung und Inhibition von Verhalten. Dies lässt sich auf die Verbindung des Nucleus zum präfrontalen Kortex (Areal der Planung, Aufmerksamkeit…) zurückführen. Dadurch ist es möglich Verhalten auszuführen, das Glücksgefühle in uns auslöst.

5- Nucleus accumbens und das Motivationssystem

Der für die Motivation verantwortliche Neurotransmitter ist ebenfalls das Dopamin. Wie bereits erwähnt, sind das Dopamin und der Nucleus accumbens das perfekte Paar, um angenehme Belohnungsgefühle zu verspüren. Doch das funktioniert nicht nur, wenn wir die Belohnung erhalten haben, sondern auch wenn wir auf diese hinarbeiten. Wenn wir uns auf etwas Angenehmes freuen oder dieses erwarten, wird Dopamin im Nucleus accumbens freigesetzt. Dank der Verbindungen zum präfrontalen Kortex sind wir in der Lage Handlungspläne zu generieren, um die entsprechende Belohnung zu erhalten.

Der Nucleus accumbens hat also die Funktion, eine Belohnung zu antizipieren, um uns zu motivieren diese wirklich zu erhalten.

Können der Nucleus accumbens und das motivationale System verstärkt werden?

Ist es möglich die Motivation zu erhöhen, indem man den Kreislauf des Nucleus accumbens verstärkt? Man kann sein Gehirn dazu trainieren mehr Motivation zu haben und die Ausschüttung von Dopamin im Nucleus auszulösen.

Gestatte dir selbst dir regelmäßig positive Rückmeldung einzuholen, indem du deinen Fortschritt an einer Reihe von Zielen misst. Teile also deine Aufgaben in kleine Zwischenziele ein und belohne dich für das Erreichen jedes einzelnen Zwischenziels. Dabei muss man sich nicht jedes Mal mit einem Stück Torte belohnen, das wäre übertrieben und irgendwann schädlich für die Gesundheit. Belohne dich mit einer kleinen Pause und lobe dich für das was du schon geschafft hast.

Wenn du beispielsweise ein sehr großes Thema lernen musst, unterteile es in kleinere Unterthemen und belohne dich dafür, wenn du ein Unterthema abgeschlossen hast.

6- Die Funktion des Nucleus accumbens beim Lernen und Gedächtnis

Wie bereits erwähnt, fühlen wir uns durch die Dopaminausschüttung im Nucleus accumbens glücklich. Wenn wir mit etwas Negativem konfrontiert sind, sinkt der Dopaminspiegel im Nucleus accumbens deutlich ab. Das hilft uns dabei zu lernen, diese Situation in Zukunft zu vermeiden. Wenn man beispielsweise mit seiner Hand die Herdplatte berührt und sich verbrennt, erhält der Nucleus accumbens eine Antwort, die uns beibringt, dass man die Herdplatte nicht berühren sollte. Wenn ein Kind seinem Vater aber beispielsweise ein Bild malt und dieser sich darüber freut und es lobt, funktioniert das Dopamin im Gehirn als Belohnung. Dadurch lernt das Kind, dass es durch das Verschenken von gemalten Bildern Zuneigung und Lob erhält.

7- Der Nucleus accumbens und Musik

Musik zu hören ist eine der angenehmsten Erfahrungen für Menschen. Laut dieser theoretischer Abhandlung hat Musikhören einen Einfluss auf die Aktivität im Nucleus accumbens. Die musikalischen Reize können die Konzentration des Dopamins und anderer Neurotransmitter signifikant steigern. Auch das passive Hören von unbekannter Musik erhöht die Aktivität dieses Nucleus.

Welche Rolle spielt der Nucleus accumbens bei psychischen Störungen?

Seine Hauptfunktion ist die Intervention im Belohnungssystem. Wenn dieses jedoch nicht richtig funktioniert, sei es aus genetischen Gründen oder bestimmten Lebenserfahrungen, sind damit bestimmte psychische Störungen assoziiert.

Nucleus accumbens und Depression

Gemäß einer Studie ist die neuronale Aktivität des Nucleus mit dem Neurotransmitter Acetylcholin verbunden, welcher die depressiven Verhaltensweisen reguliert. Wenn die Werte dieses Neurotransmitters sinken, beobachteten die Forscher depressive Symptome. Das deutet darauf hin, dass diese Aktivität grundlegend für die Stimmunsregulierung und die Motivation ist.

Nucleus accumbens und Psychopathie

Laut dieser Studie besitzen Psychopathen, beziehungsweise Personen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, ein hyper-reaktives Belohnungssystem. Bei der Antizipation einer Belohnung wird eine größere Menge an Dopamin ausgeschüttet als bei Gesunden. Diese Tatsache kann das missbräuchliche und rücksichtslose Verhalten von diesen Menschen erklären.

Nucleus accumbens und ADHS

Bei ADHS ist die Funktionsweise des Nucleus accumbens ebenfalls verändert, wie diese Studie belegt. Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung ist mit einer verringerten Dopaminkonzentration in dem Nucleus assoziiert. Damit stehen die Aufmerksamkeitsprobleme in Zusammenhang. Der Nucleus ist eng mit motivationalen Prozessen verbunden. Wenn dieser nicht aktiv genug ist, können sich Kinder mit ADHS sich nicht auf Handlungspläne konzentrieren und sich nicht für etwas anstrengen, das erst mittel- oder langfristig belohnt wird. Diese Kinder suchen deswegen nach der direkten Bedürfnisbefriedigung.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán: Psychologin bei CogniFit.

Ich träume, also kann ich. Luzides Träumen als Lebenshilfe

Luzides Träumen, auch “klar träumen” genannt, bezeichnet das Phänomen sich darüber bewusst zu sein, dass man sich in einem Traum befindet und diesen wiederum steuern zu können. Im folgenden Artikel werden das luzide Träumen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse hierzu näher beleuchtet. Außerdem wird Schritt für Schritt erklärt, wie man das luzide Träumen lernen kann.

Luzides Träumen

Wenn der Lebensstil zur Therapie wird: Klarträumen als Problemlösung

Klarträumen (Luzides Träumen, lucid dreaming) – Was ist das?

Ein Klartraum (lucid dream) ist ein Traum, in dem man weiß, dass man gerade träumt. Diese Erkenntnis kann man nutzen, um den Trauminhalt zu beeinflussen und den Traum nach seinen Wünschen zu gestalten. Träume, was du träumen willst! Im Klartraum kann man fliegen, durch Wände gehen oder Gegenstände telekinetisch bewegen – abseits von physikalischen und sozialen Gesetzeszwängen kann man alles tun, was man sich vorstellen kann. Die Klarheit darüber, dass man träumt, ist dabei ein Kontinuum und nicht etwa an oder aus. Man kann während man träumt genauso fast klar sein (präluzid) wie richtig trüb (unwissend) und völlig klar (hellwach) sowie alles dazwischen. Klarheit ist dabei zu unterscheiden von Kontrolle. Beides hängt miteinander zusammen, aber es ist möglich, völlig klar zu sein und überhaupt keine Kontrolle (Macht) über den Trauminhalt zu haben, als auch völlig trüb zu sein und trotzdem in der Lage, die Traumumgebung zu beeinflussen. Klarträumer nennen sich auch Oneironauten, von griechisch „oneiros“= Traum und „nautes“=Seefahrer, also Traumreisende übersetzt.

Ein “Funny Fact” ist: Man kann sich nie sicher sein, dass man wach ist. Man kann sich nur sicher sein, dass man träumt.

Empirische Evidenz oder wie der Laie fragt: „Ist das wissenschaftlich bewiesen?“

Vorneweg: Man kann wissenschaftlich nichts beweisen. Das wissen (fast) alle Wissenschaftler, aber sie hängen es verständlicherweise nicht so gern an die große Glocke. Man kann nur Wahrscheinlichkeitsaussagen machen. Das können Sie in der nächsten Diskussion anbringen, wenn sich mal wieder jemand hinstellt und behauptet XY wäre doch aber wissenschaftlich bewiesen. Sollte das nicht helfen, habe ich hier eine zweite Keule für Sie: wissenschaftliche Aussagen sind immer falsch, wenn nur genügend Zeit ins Land geht. Das ist ja das Gute an der Wissenschaft: sie entwickelt sich und stellt sich bestenfalls selbst in Frage und auf den Kopf.

Aber nun zur Frage, was die Wissenschaft zum Klarträumen (Luzides Träumen) sagt. Lange Zeit galt in der Wissenschaft und insbesondere in der Schlafforschung luzides Träumen als Mythos und Legende. Es wurde als esoterisch abgetan und nicht beachtet. Einige Wissenschaftler wie Keith Hearn und Stephen LaBerge wussten es aus eigener Erfahrung besser. Aber wie sollten sie „beweisen“, dass Klarträume existieren? Es brauchte einen Pionier-Oneironauten, der ein Signal aus der Traumwelt in die Wachwelt senden würde – und genau das setzten beide um: Ende der 70er Jahre (Keith Hearn) und Anfang der 80er (Stephen LaBerge) wurde der „Beweis“ erbracht – ein Oneironaut funkte zum ersten Mal Signale aus der Traumwelt in die Wachwelt.

Wie war das möglich? Während der REM-Phase (rapid eye movement – Phase), in der für gewöhnlich die lebhaftesten und buntesten Träume auftreten, ist die gesamte Muskulatur bei gesunden Menschen gelähmt – die gesamte Muskulatur außer der Atem- und der Augenmuskulatur (Das soll wahrscheinlich verhindern, dass die Traumbewegungen in real ausagiert werden). Die Augen springen in dieser Phase oft wild umher, so wie im Wachleben auch, wenn Menschen die Umgebung abscannen. Normalerweise folgen diese Augenbewegungen keinem Muster. Diese REM-Phase wurde mithilfe des von Berger 1929 entwickelten EEGs von Aserinsky und Kleitman 1953 entdeckt. Man war also in der Lage, einigermaßen genau und verbindlich festzustellen, ob jemand schlief und träumte, wenn man ihn an ein EEG anschloss. Das machten sich Hearn und LaBerge zu Nutze und trugen ihren Oneironauten auf, sobald sie klar werden würden, die Augen rhythmisch von links nach rechts und wieder zurück zu bewegen. Diese im EEG (und im EOG) erkennbaren Muster (LRLR) gab es vorher nicht. Somit war das Signal gesendet und das luzide Träumen „bewiesen.“ Trotzdem wollte die Fachwelt davon nichts wissen. LaBerge hatte damit zu kämpfen, dass seine Erkenntnisse publiziert wurden. Aber letztlich wurden sie es. [Aktualierung vom 02.09.2017 17:09 h Ich habe gerade mit dem Co-Autor des Werkes “Schöpferisch Träumen” Kaleb Utecht telefoniert. Nach seiner Aussage stammt die Idee für die Versuchsachanordnung weder von LaBerge noch von Hearn, sondern von Paul Tholey, der die Idee zu diesem Experiment schon 1975 in “Gestalttheory” veröffentlicht haben soll. Aktualisierung Ende] Und dann kam in Deutschland der legendäre Paul Tholey, hier zu sehen in einem der seltenen Fernsehauftritte, welche kontrovers diskutiert werden. Er lernte seinerzeit an der Uni, dass Träume immer schwarz-weiß wären. Das glaubte er nicht und brachte sich selbst das Klarträumen bei, um (für sich selbst) den Gegenbeweis anzutreten.

Heute weiß man, dass die Nachkriegsgeneration oft in schwarz-weiß träumt, wahrscheinlich, weil diese Generation das Fernsehen in der Kindheit so erlebte. Der Professor von Tholey war offensichtlich einer dieser Schwarzweißträumer und schlussfolgerte von sich auf alle Menschen.

Paul Tholey entwickelte strenge Klarheitskriterien. Ich muss gestehen, dass ich wahrscheinlich noch keinen einzigen Klartraum hatte, auf den alle diese Kriterien gleichzeitig zutrafen.

Die Kriterien für luzides Träumen sind:

  1. Der Träumer ist sich darüber im Klaren, dass er träumt.
  2. Der Träumer ist sich über seine Entscheidungsfreiheit im Klaren.
  3. Das Bewusstsein ist klar, es gibt keine traumtypische Verwirrung oder Bewusstseinstrübungen.
  4. Die Wahrnehmung der fünf Sinne ist genau wie im Wachzustand.
  5. Es besteht Klarheit über das Wachleben, also darüber, wer man ist oder was man sich für den Klartraum vorgenommen hat.
  6. Nach dem Traum gibt es eine klare Erinnerung.
  7. Der Träumer ist sich über den Sinn des Traums im Klaren.

Vor allem Punkt 3 und Punkt 7 sind meines Erachtens nur schwer zu erfüllen. Ich stelle mir das Klartraumbewusstsein wie eine farbige Brille vor. Wenn das Wachbewusstsein eine Sonnenbrille wäre, welche die Farbe Gelb hätte, und das Traumbewusstsein eine Sonnenbrille mit der Farbe Blau wäre, dann stelle ich mir vor, das Klartraubewusstsein wäre eine Mischung: also grün, weil sich Wachbewusstsein und Traumbewusstsein übereinander schieben. Nach diesem Modell wäre es unmöglich, Tholeys Punkt 3 (keine traumtypische Verwirrung oder Bewusstseinstrübung) überhaupt zu erreichen.

Heute weiß man dank MRT-Studien, dass im Klartraum Teile des präfrontalen Kortexes zugeschaltet werden, gleichsam einer Kamera, die das Geschehen filmt (siehe Bild).

Elisa Filevich und ihr Team fanden außerdem heraus, dass bei Klarträumern das Brodmannareal 10 im präfrontalen Kortex vergrößert ist. Das Bordmannareal 10 macht man für Metakognition (also das Denken über das Denken) verantwortlich. Es ist allgemeiner Konsens, dass, wenn das Bewusstsein irgendwo im Gehirn lokalisiert ist, es wohl im Kortex sein muss – dem evolutionsbiologisch jüngsten Teil des Gehirns. Vor allem der präfrontale Kortex (hinter der Stirn) ist da ein heiß gehandelter Kandidat.

Heute arbeiten brilliante Wissenschaftler an der weiteren Erforschung des Klarträumens, die noch in den Kinderschuhen steckt – zum Beispiel Martin Dresler in Nijmegen, Daniel Erlacher in Bern, Melanie Schädlich in Heidelberg, Michael Schredl in Mannheim und Brigitte Holzinger in Wien.

Wozu ist luzides Träumen gut?

Luzides Träumen: Therapeutische Zwecke

“Mein erster Klartraum (und das ist nicht unüblich) entstand aus einem Alptraum; Geister kreisten mich ein und bedrohten mich, indem sie den Kreis immer enger zogen. In diesem Moment sprang zum ersten Mal eine Metakognition an und flüsterte mir zu: „Das hier ist zu schrecklich! Das muss ein Traum sein!“ Ich dachte mir, wenn das ein Traum ist, dann kann ich mich vielleicht daraus wecken. Ich versuchte, mit meinen Fingern meine Augenlider auseinanderzuziehen, damit ich im realen Leben meine Augen öffnen würde – und siehe da: ich wachte auf. Zu diesem Zeitpunkt war ich Vorschuldkind oder gerade erst eingeschult; hätte ich gewusst, dass ich auch im Traum bleiben kann und angenehm weiterträumen kann – dann wäre ich heute ein weitaus geübterer und erfahrener Klarträumer als ich es jetzt bin. Aber diese wertvolle Information erhielt ich erst im Jahr 2013, im Alter von 37 Jahren.”

Wenn Sie jünger sind und das hier lesen, können Sie sich freuen, dass Sie die frohe Botschaft früher erfahren. Wenn Sie älter sind, machen Sie sich keine Sorgen: es ist selten zu früh und nie zu spät! Ich denke nicht, dass das Alter irgendeine einschränkende Funktion hat, das Klarträumen zu erlernen. Gut, man lernt generell schneller, wenn man jung ist – das will ich nicht abstreiten, aber das Alter sollte nicht als Ausrede herhalten müssen, diese wunderbare Möglichkeit an sich vorbeiziehen zu lassen. Meine Oma hat immer gesagt: „Ich bin alt wie eine Kuh und lerne immer noch dazu!“

Nach der überaus wirksamen Bekämpfung von Alpträumen könnte man das luzide Träumen auch therapeutisch bei der sogenannten PTBS (posttraumatischen Belastungsstörung) einsetzen. Darüber liegen leider noch keine Studien vor und es ist Vorsicht geboten – eine Retraumatisierung sollte natürlich beim Einsatz des Klarträumens vermieden werden.

Und zu guter Letzt könnte das luzide Träumen endlich eine wirksame psychologische Intervention bei Schizophrenie zu sein. Darüber existieren auch noch keine Studien, aber der Schluss liegt nahe, dass bei Schulung der Metakognition auch die Einsicht in Wahnzustände verbessert werden kann. Außerdem legen MRT-Studien nahe, dass das Zusammenspiel dreier Netzwerke im Gehirn durch das Klartraumtraining verändert und damit auch verbessert werden kann. Das ist zum einen das Ruhezustandsnetzwerk DMN (default mode network), das beim Tagträumen aktiviert ist. Bei einigen Erkrankungen kommt es zu Veränderugnen im DMN, hierunter auch die Schizophrenie.  Das “dorsal attention network“ ist sozusagen der Gegenspieler und wird aktiviert, wenn das Gehirn extern zugeführte Reize und Aufgaben verarbeiten muss. Das „frontoparietal(e) control system“ ist das dritte Netzwerk im Bunde, das die Aktivität der anderen beiden Netzwerke steuert. Scannerbefunde führen zu der Vermutung, dass luzides Träumen das Zusammenspiel dieser Netzwerke positiv beeinflussen kann.

Wie gesagt: bis jetzt sind das alles nur unbestätigte Hypothesen basierend auf der Annahme, dass Psychosen und Träume ähnliche neurophysiologische Korrelate haben und dass eine Psychose quasi ein „fehlgeleiteter“ Traum im Wachzustand ist, aber dieser Ansatz ist vielversprechend und es wäre möglich, dass so endlich ein Heilmittel gegen Schizophrenie gefunden werden kann.

Luzides Träumen: Effekte

Im Netz finden sich viele Spiele, die vorgeben das Gehirn zu trainieren, das sind meist kleine Spiele oder Denk-, Merk- oder Rechenaufgaben, die das Gehirn trainieren sollen und so einen positiven Effekt auf die Gehirnleistung oder sogar das Wohlbefinden haben sollen. Vielen von diesen Übungen fehlt jedoch jegliche wissenschaftliche Grundlage, da sie weder wissenschaftlich validiert wurden, noch in einen therapeutischen Rahmen eingebettet sind. Bei diesen Spielen ist es wie wenn man Intelligenztests übt, dann besser abschneidet und dann behauptet, intelligenter zu sein – ist man aber nicht, sondern nur geübter in Intelligenztests.

Luzides Träumen hat Auswirkungen auf Selbstwirksamkeitserwartung, Wohlbefinden, Verbindung zur Intuition, Achtsamkeit und Metakognition. Ähnlich wie Yoga oder Entspannungsübungen hat das Luzide Träumen also positive Auswirkungen – es dauert nur länger, bis diese eintreten, dafür erhält man diese dann aber geballt und nicht so allmählich wie beim Yoga.

Fazit: Sport, Yoga, luzides Träumen – das alles sind mühsame Tätigkeiten, die viel Überwindung des inneren Schweinehundes erfordern (Erfahre hier, wie man Motivation für Sport aufbringen kann). Das erzeugt kognitive Dissonanz, die wiederum Kognitionen erzeugt wie: „Das ist alles nicht wirksam, nicht für mich, viel zu anstrengend, mache ich irgendwann mal, wenn ich Zeit und Muße habe.“ Oder „Ich bin zu alt, zu ungeeignet, zu irgendwas.“

Warum sonst wird Sporttherapie in den meisten Psychiatrien angeboten, kognitives Training aber nur vereinzelt? Das hat einen Grund. Und die Patienten sind oft nicht motiviert, sich in der Sporttherapie anzustrengen – davon können die Therapeuten und das Klinikpersonal ein Lied singen. Dabei ist es die Interventionsmethode mit der größten Effektstärke und mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis.

Luzides Träumen: Nicht-klinische Anwendungen

Luzides Träumen hat viele andere Auswirkungen. Man kann im Traum Sportarten und Bewegungsabläufe trainieren und es hat einen positiven Effekt auf den Gleichgewichtssinn. Man kann Instrumente schneller lernen. Man kann seine Kreativität steigern. Klarträumen kann beim Problemlösen helfen. Es steigert die Selbstwirksamkeit und das Wohlbefinden. Wenn Traumyogis und Buddhisten sagen, die Wirklichkeit wäre ein Traum, dann meinen sie, so denke ich, diese Selbstwirksamkeit und die Plastizität der Realität. Die Wirklichkeit ist plastischer und damit traumähnlicher als wir denken.

Bewusstseinsforschung

Das Bewusstsein ist ein Mysterium. Klartraumforschung könnte helfen, dieses Mysterium wenigstens teilweise aufzuhellen. Der Begriff Bewusstsein wird oft mehrdeutig verwendet. Wenn wir etwas als bewusst bezeichnen, können wir intensiv, metakognitiv, absichtlich, aufmerksam und mit sich selbst identifizierend oder reflexiv meinen oder alles zusammen. In der Psychologie galt lange Zeit alles als bewusst, was verbalisierbar war und dementsprechend war ein notwendiges aber nicht hinreichendes Merkmal des Unbewussten die Unaussprechlichkeit. In der aktuellen Bewusstseinsforschung teilt man das Bewusstsein ein in „basal“ und „higher-order“. Zum basalen oder primären Bewusstsein gehören zum Beispiel Wahrnehmungen und Emotionen, wie sie im normalen Trübtraum auftreten. Higher-order Bewusstsein wie Metakognition und Traumeinsicht (bzw. die Einsicht in den aktuellen Bewusstseinszustand) treten im luziden Traum und im Wachbewusstsein bei Menschen auf.

Wie lerne ich das luzide Träumen (Klarträumen)?

4 Schritte zum ersten Klartraum

Schritt 1: Ein Muss für jeden Oneironauten ist das Traumtagebuch. Damit fängt alles an und damit hört es auf, wenn man es vernachlässigt. Nehmen Sie Stift und Schreibblock und legen Sie beide neben ihr Bett, um der „Traumlöschfunktion“ zuvorzukommen. Alternativ können Sie die Träume in ein Diktiergerät oder eine entsprechende App sprechen, Hauptsache, sie zeichnen Sie irgendwie auf. Das übt die Traumerinnerung und fördert die Erinnerung an das Traumbewusstsein und wie es sich „anfühlt“.

Schritt 2: Setzen Sie sogenannte Wachposten, heißt, trainieren Sie das prospektive Gedächtnis. Autosuggerieren Sie sich, aufzuwachen sobald Sie geträumt haben, nehmen Sie sich vor, sich an Ihre Träume zu erinnern und natürlich: nehmen Sie sich vor, den Traum als solchen zu erkennen. Üben Sie das Setzen von Wachposten im Alltag. Nehmen Sie sich vor, das nächste Mal, wenn Sie am Punkt X vorbeikommen, sich an Y zu erinnern. Das ist ein Wachposten. Ihr Gehirn speichert das ab und wird Sie mit erhöhter Wahrscheinlichkeit wissen lassen, dass Sie und was Sie sich vorgenommen haben. Einen gut gesetzten Wachposten erkennt man daran, dass er vorher schon immer wiederauftaucht, um sich aufzufrischen, bevor der Ernstfall dann eintritt.

Schritt 3: Machen Sie sogenannte Reality Checks (RCs). Ein RC testet, ob Sie gerade träumen. Es gibt eine Vielzahl von RCs – suchen Sie sich Ihren Liebling aus! Ich zähle gern meine Finger, denn im Traum sind es meistens mehr oder weniger als 5 – keiner weiß warum, aber es ist so. Eine andere Möglichkeit ist, sich die Nase zuzuhalten und zu versuchen, durch die geschlossene Nase zu atmen. Im Traum wird das funktionieren, weil Sie sich ja nur „virtuell“ die Nase zu halten und tatsächlich weiteratmen. Sie können etwas lesen, wegschauen und es erneut lesen. Im Traum sollte es sich verändert haben (das ist der Lieblingsrealitycheck von LaBerge).  Sie können versuchen zu schweben oder den Lichtschalter betätigen. Im Traum sollte das Licht nicht angehen. Oder fragen Sie sich, wo Sie vor Kurzem waren – im Traum fehlt Ihnen diese Erinnerung.

Schritt 4: Unterbrechen Sie Ihren Schlaf (sogenanntes Wake-back-to-Bed (WBTB)). Schlafunterbrechungen führen nachweislich zu vermehrten Klarträumen. Aber achten Sie darauf, mindestens einmal pro Nacht mindestens 4 Stunden zu schlafen, weil sonst das Somatropin (ein wichtiges Hormon für den Knochenerhalt) nicht ausgeschüttet werden kann und es wichtig für die Gesundheit ist, genug Schlaf zu bekommen.

Kombinieren Sie diese Methode mit Schritt 2, nehmen Sie sich vor, nach einem Traum aufzuwachen. Gelingt dies, schreiben Sie ihn auf und dann tun Sie Folgendes: Legen Sie sich wieder ins Bett und versuchen, möglichst lange bewusst zu bleiben. Bewegen Sie sich nicht. Nach einiger Zeit sollten Lichtblitze vor Ihrem inneren Auge entstehen. Beobachten Sie diese. Sie werden zu Mustern, werden bunt und plastischer (sogenannte Hypnagogien) und wenn Sie Glück haben, können Sie auf diese Weise den gesamten Einschlafprozess bis in den Traum hinein bewusst verfolgen. Irgendwann in diesem Prozess setzt die Schlafparalyse ein, heißt, Sie spüren, dass Ihre Muskeln völlig erschlaffen. Kann sein, dass es sich wie ein Fallen oder wie ein Sog in den Traum anfühlt. Dann haben Sie es geschafft: Gratulation zu einem erfolgreichem WILD (wake-induced-lucid-dream)! Aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn es nicht klappt. Kein WILD-Versuch ist umsonst, denn er steigert die Wahrscheinlichkeit enorm, dass Sie später im Traum bewusst werden.

Für Interessierte gibt es ein deutsches Klartraumforum.

Luzides Träumen: Zusammenfassung/Fazit

Die meisten Menschen haben schon mal erlebt, dass es möglich ist, im Traum zu wissen, dass man träumt. Einige wenige können sich diesen Zustand gar nicht vorstellen, andere – noch wenigere – kennen gar nichts anderes. Aber: Luzides Träumen kann man trainieren. Die Menschen, die sich diesem Hobby verschrieben haben, nennt man auch Oneironauten (griechisch von: oneiros = Traum und nautēs  = Seefahrer) also übersetzt: Traumreisende.

Ein Klartraumtraining kann in vielerlei Hinsicht sinnvoll sein; am offensichtlichsten  – und auch schon erforscht – ist der Einsatz gegen Alpträume. Niemand muss unter Alpträumen leiden – das ist eine frohe Botschaft, die gar nicht so bekannt ist, wie man annehmen würde. Außerdem hat das Max-Planck-Institut in Berlin mithilfe von MRT-Studien herausgefunden, dass Hirnareale im präfrontalen Kortex, die für Metakognition zuständig scheinen, bei Klarträumern vergrößert sind. Metakognition ist das Denken über das Denken (und Fühlen) und erinnert stark an den Begriff der Achtsamkeit. Und Achtsamkeit ist bekanntermaßen ein adäquates Mittel bei psychischen Problemen oder generell bei der Lebensbewältigung.

Ein Klartraumtraining erfordert einigen zeitlichen Aufwand, Anstrengung und Willenskraft, aber eines soll hier nicht unerwähnt blieben: es macht auch einen heiden Spaß. Besonders wenn sich erste Erfolge einstellen, berichten viele von euphorischen Erlebnissen und ungeheurer Motivation und Energie über das nächtliche Erlebnis hinaus, die über Stunden bis Tage anhalten. Stellen Sie sich vor, wie es sein wird, über das Donautal zu fliegen einfach kraft Ihres Bewusstseins und Ihres Willens. Wie wird es sich körperlich anfühlen, das erste Mal durch eine Wand zu gehen? Wie fühlt es sich an, das Geschlecht zu wechseln? Oder als Tiger durch den Urwald zu streifen und von Fels zu Fels zu springen? All das und viel mehr – im Prinzip alles, was Sie sich vorstellen können – wird möglich sein…

Stressbewältigung: Techniken und Tipps zur Stressreduktion

Ein kompletter Leitfaden zur Stressbewältigung. Erkenne stressige Situationen und lerne die häufigsten Fehler zu entdecken, die zu Kontrollverlust führen. Die Psychologin Patricia Sánchez gibt die besten Tipps und erklärt die Techniken, die helfen das Stresslevel im Alltag zu senken. Außerdem gibt sie Ratschläge, ab welchem Punkt man professionelle Hilfe aufsuchen sollte und wie eine Psychologin dabei helfen kann. Welche Therapieformen werden bei Stress angewendet? 

Stressbewältigung lernen

Stressbewältigung: Lerne Stress zu erkennen

In der heutigen Zeit überfordern uns die unzähligen Alltagsaufgaben, Verpflichtungen und Anforderungen der Umwelt häufig.

Der erste Schritt zur Stressbewältigung ist es zu lernen die Situationen zu erkennen, die uns stressen und überfordern. Jede Person zeigt individuelle Stresssymptome. Einige sind eher reizbar oder wütend, wohingegen andere über Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme klagen.

Die Auslöser können unter anderem die Arbeit, Beziehungen, Geldprobleme oder die Gesundheit sein. Wenn man einmal die Ursache der Symptome herausgefunden hat, kann man damit beginnen Stressbewältigungsstrategien zu entwickeln.

Die Anzeichen und Symptome können auf verschiedenen Ebenen auftreten:

  •  Kognitive Ebene: Aufmerksamkeits– und Konzentrationsprobleme, Erinnerungsverlust aufgrund von Stress, Zwangs- und Angstgedanken, katastrophisierende Gedanken über die eigene Situation, usw…
  • Emotionale Ebene: Trauer und Gefühl der Einsamkeit, Angst, Unverständnis, starke Stimmungsschwankungen, Unfähigkeit sich zu entspannen, Schwierigkeiten positive Dinge zu genießen, impulsives Verhalten, usw…
  • Körperliche Reaktion: Fehlende Energie, sexuelle Dysfunktion, Übelkeit, Gastrointestinale Störungen, Hautprobleme, Haarausfall, Verspannungen, Gewichtsveränderungen, usw…
  • Verhaltensreaktionen: Impulsives Verhalten (angstvoll sein, viel essen, viel Geld ausgeben, zu viel trinken oder rauchen…) Veränderung des Schlafverhaltens (Schlafstörungen, zu viel oder zu wenig Schlaf, usw.), Vernachlässigung von Verpflichtungen, sozialer Rückzug, Fingernägelkauen, usw…

Für die Stressbewältigung ist es wichtig zu wissen, wie sich der Stress auf uns auswirkt, um entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Ein empfehlenswertes Hilfsmittel ist das kognitive Bewertungsprogramm von CogniFit. Dieses klinische Trainingsprogramm erlaubt es mithilfe simpler kognitiver Tests mögliche Defizite oder Probleme der grundlegenden kognitiven Fähigkeiten zu identifizieren. CogniFit ist sowohl für Laien als auch für Experten leicht in der Anwendung. Mithilfe von CogniFit lässt sich herausfinden, welche Auswirkungen der Stress auf kognitiver Ebene hat. Um das Programm zu nutzen, muss man sich nur hier registrieren.

Stressbewältigung – Bewertungen und Gehirntrainings von CogniFit

Hat man einmal die Anzeichen von Stress identifiziert und weiß wie sich diese auf uns auswirken, kann man beginnen sie zu bewältigen. Seine exekutiven Funktionen mithilfe von validierten kognitiven Stimulationsprogrammen zu verbessern, kann helfen die kognitiven Stresssymptome zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

Jeder fühlt sich in dem einen oder anderen Moment gestresst. Es handelt sich hierbei um eine normale und gesunde Reaktion gegenüber einer Veränderung oder einer Herausforderung. Langanhaltender Stress hat jedoch sehr negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Lerne im weiteren Stressbewältigungsstrategien und -techniken kennen.

Versuche nicht den Stress mithilfe von ungesunden Strategien zu bewältigen

Oft versucht man seinen Stress mithilfe ungesunder Verhaltensweisen unter Kontrolle zu bekommen. Vielleicht helfen die Strategien einen Moment, schlussendlich verschlechtern diese Verhaltensweisen jedoch die Symptome und führen so zu einer noch größeren
Beeinträchtigung. Im Folgenden werden typische Verhaltensweisen aufgelistet, mit denen häufig versucht wird Stress zu kontrollieren. Man sollte diese Verhaltensweisen entsprechend vermeiden:

→ Exzessiv essen

Wenn du dein Stresslevel kontrollieren willst, solltest du diese Haltungen vermeiden. “Ich esse aus Nervosität“, “Ich nehme einen Keks und dann kann ich nicht aufhören“, “Ich brauche etwas Süßes“… Essen macht Spaß, wenn man jedoch die Kontrolle darüber verliert und  immer mehr isst beeinträchtigt das uns. Diese Verhaltensweisen lösen Schuldgefühle, Unwohlsein und ein Gefühl des Kontrollverlusts in einem aus – statt zur Stressbewältigung beizutragen.

→ Trinken, um vor dem Stress zu fliehen

Wenn man den Stress bewältigen möchte, sollte man nicht exzessiv trinken. Alkohol löst ein beruhigendes Gefühl aus, schädigt aber das Gehirn nachhaltig. Der Konsum von Alkohol löst zunächst Entspannung aus, aber wie fühlt man sich am nächsten Tag? Man verschwendet seine Zeit, es wird Unwohlsein ausgelöst und im schlimmsten Fall entwickelt man eine Abhängigkeit. Auf Alkohol zurückzugreifen ist sehr kontraproduktiv für die Stressbewältigung.

→ Drogen konsumieren, um vor dem Stress zu fliehen

Man sollte nie auf Drogen oder andere Substanzen zurückgreifen, um zu versuchen den Stress zu bewältigen. Einige Leute fühlen sich versucht, sich mithilfe von Substanzen von ihren Problemen abzulenken. Dadurch werden die Probleme aber selbstverständlich nur größer. Viele dieser Substanzen machen abhängig. Es gibt Medikamente, die helfen die Angst zu reduzieren (Anxiolytika) oder das Wohlbefinden zu steigern (Antidepressiva). Diese besitzen aber ebenfalls ein hohes Abhängigkeitspotential und bekämpfen nicht die Ursache des Problems, weswegen diese immer nur unter ärztlicher und psychologischer Aufsicht eingenommen werden sollten.

→ Viel oder wenig schlafen, um vor dem Stress zu fliehen

Stress kann die Schlafqualität beeinflussen. Manche Leute können nicht einschlafen oder wälzen sich nachts umher, weil sie sich Sorgen machen und ihr Kopf nicht abschalten kann. Zu wenig Schlaf beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit im Alltag und verschlimmert die Stressymptome. Wenig zu schlafen führt zu körperlicher und mentaler Müdigkeit und verschlechtert die Leistungsfähigkeit und Effizienz. Müdigkeit zu verspüren, apathisch und schwach zu sein, beeinträchtigt außerdem die Fähigkeit der Stressbewältigung.

Andere wiederum neigen dazu zu viel zu schlafen, um den Stress unter Kontrolle zu bekommen. Zu viel zu schlafen wird als Hypersomnie bezeichnet. Mehr zu schlafen als nötig, verändert die biologische Uhr des Körpers, verlangsamt den Metabolismus und führt zu mehr Tagesmüdigkeit. Dadurch wird es noch schwieriger die Alltagsaufgaben auszuführen und die Stressbewältigung erweist sich als komplizierter.

Geläufige Fehler, die den Alltagsstress erhöhen

• Nicht zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden: Man verbringt den Tag oft damit an das zu denken, was gerade nicht relevant ist. Man sitzt abends zuhause und guckt einen Film und kann einfach nicht aufhören an das Projekt auf der Arbeit zu denken, das man einreichen muss. Sitzt man dann bei der Arbeit und arbeitet an dem Projekt bekommt man deine Gedanken nicht von der Urlaubsplanung los. Das ist schlecht, denn man ist nicht hundert Prozent bei dem was man gerade macht. Um eine gute Stressbewältigung zu entwickeln ist es wichtig zu lernen sich auf die Aufgaben zu konzentrieren, die man gerade ausführt.

• Technologien: Es ist nichts Neues festzustellen, dass wir von Bildschirmen nur so umzingelt sind. Wir erhalten einen großen Teil unserer Informationen über sie. Wir wollen immer über alles informiert sein und enden übersättigt. Denn unser Gehirn ist nicht dafür ausgelegt. Es ist sehr stressig, sich selbst abzuverlangen die ganze Zeit aufmerksam zu sein und alle Reize wahrzunehmen. Man muss sich zwischendurch auch ausruhen.

• Emotionen unterdrücken: Seine Gefühle auszudrücken kann befreiend sein. Oft sagen wir nicht was wir denken, um Konflikte zu vermeiden, “weil es nicht so wichtig ist“, “weil es schon vorüber gehen wird” oder “weil es das nicht wert ist“. Das Unwohlsein zu unterdrücken und es sich für einen anderen Tag aufzusparen erhöht den Alltagsstress. Es führt dazu, dass unsere Gedanken darum kreisen, dass wir uns schlecht fühlen. Dadurch wird das Problem nicht gelöst. Den Emotionen selbstbehauptend Ausdruck zu verleihen, hilft dabei den Stress effektiver zu bewältigen.
• Zu viel vorzuhaben: Das ist der größte Stressfaktor. Wir irren uns, wenn wir glauben, dass wir Stress verspüren wenn wir viele Sachen tun. Die Wahrheit ist, dass wir Stress verspüren, wenn wir das Gefühl haben die ganzen Aufgaben die wir uns vorgenommen haben nicht erledigen zu können. Es ist überhaupt nicht schlimm seine Limits zu kennen und zu wissen wie weit man gehen kann. Situationen zu vermeiden, bei denen man das Gefühl hat, dass einem alles zu viel wird helfen dabei den Alltagsstress zu vermeiden und zu regulieren, wodurch man effektiver wird.

• Schlechte Haltung: Die Arbeit kann dazu führen, dass man lange Zeit sitzt. Oft nimmt man dadurch eine schlechte Haltung ein, sodass sich der Körper verspannt, was auch psychische Auswirkungen hat. Die Schmerzen haben Auswirkungen auf den Gemütszustand und führen zu Frustration, wenn man nicht schafft die Schmerzen loszuwerden.

Empfehlungen und Techniken zur Stressbewältigung:

  • Vermeide stressende Situationen: Es gibt Situationen die immer zu Angespanntheit oder Angst führen. Es gibt beispielsweise Leute die sehr gestresst reagieren, wenn sie zu spät kommen, andere geraten in Stress wenn sie keiner Routine folgen, andere wenn sie keine körperlichen Ausgleich haben… Eine Gute Art dies zu vermeiden ist es rechtzeitig los zu gehen, Routinen aufbauen oder sich Raum zu schaffen, um Sport zu treiben. Es geht darum die Elemente zu kontrollieren, bei denen man weiß, dass sie etwas außer Kontrolle geraten sind.
  • Bewerte die kognitiven Stresssymptome und wandle deine Schwächen in kognitive Stärken um: Neuere Erkenntnisse gehen davon aus, dass Menschen, die Stresssymptome zeigen, das gleiche Muster kognitiver Defizite aufweisen. Die kognitive Bewertung und das kognitive Training von CogniFit ist speziell auf die kognitive Rehabilitation geschwächter kognitiver Fähigkeiten ausgerichtet. Diese Fähigkeiten zu verbessern kann hilfreich sein, die kognitiven Symptome zu verringern und die Angst und Angespanntheit besser zu kontrollieren.
  • Sport zu treiben hilft bei der Stressbewältigung: Wenn man Sport treibt, schüttet der Körper einige Hormone aus (Dopamin, Serotonin und Andreanalin), die dazu führen, dass man sich während und nach dem Sport gut fühlt. Viele Leute sagen “wenn ich laufen gehe, kann ich richtig abschalten”. Das ist einer der Gründe weshalb man Sport treiben sollte. Entdecke hier, wie man mit dem Sport beginnen kann.
  • Lerne neue Entspannungstechniken kennen: Es gibt viele Entspannungstechniken, bei denen einem beigebracht wird im Moment zu leben und diesen zu genießen. Beispielsweise können hier Yoga, Mindfullness, Meditationen, oder Pilates helfen.
  • Suche Aktivitäten, die dir Spaß machen, um den Stress zu bewältigen: Genau wie beim Sport Serotonin (das Glückshormon) ausgeschüttet wird, passiert das Gleiche, wenn man etwas tut, das einem Freude bereitet. Wenn einem Joggen oder Schwimmen keinen Spaß macht, ist vielleicht Zeichnen, Klavierspielen, Kochen oder ein gutes Buch das Richtige…? Es gibt unzählige Aktivitäten, die Spaß machen können und die so den Serotoninspiegel nach oben treiben und uns Dinge genießen lassen.
  • Alternativen suchen: Mit Alternativen suchen ist nicht nur eine gute Problemlösestrategie oder eine hohe kognitive Flexibilität gemeint, um sich in bestimmten Situationen gut zurecht finden zu können. Es gibt Momente, da bringt es nichts sich Sorgen zu machen. Das Beste in dieser Situation wäre dementsprechend andere Gedankengänge anzustreben “ich kann es nicht lösen, was kann ich stattdessen unternehmen?”. Beispielsweise kommt man zu spät zur Arbeit, weil man den Bus verpasst hat, der gerade losfuhr, als man an der Haltestelle ankam. Die erste Reaktion ist, dass man wütend wird und den Busfahrer innerlich beschimpft, da er die Türe nicht nochmal geöffnet hat. Das ist eine ganz normale Reaktion, aber… bringt es einem etwas jetzt schlecht gelaunt zu sein? Während man sich aufregt, hat jemand das letzte Citybike ausgeliehen und gerade kommt ein Taxi vorbei. Man sollte seine Zeit nicht mit Dingen verschwenden, die keine Lösung haben.
    Sich um seine Ernährung zu kümmern hilft bei der Stresbewältigung: Oft isst man einfach nur irgendetwas, weil man keine Zeit hat, manchmal setzt man sich dafür nicht mal hin. Man isst in der U-Bahn, auf dem Weg zur Arbeit, zwischen einer Schicht und der nächsten… Es gibt Momente da lässt sich das nicht vermeiden, aber es löst Stress aus. “Ich habe einfach keine Zeit zum essen“. Diese Einstellung erhöht das Gefühl, dass man keine Zeit hat. Außerdem führt so ein Essverhalten zu einer schlechten Verdauung. Das kann zu Gastrointestinalbeschwerden und Unwohlsein führen, was das Stresslevel zusätzlich in die Höhe treibt. Wenn man eine gute Stressbewältigung haben möchte, ist es unabdingbar auf seine Ernährung zu achten. Entdecke hier, welche Vitamine wichtig für das Gehirn sind.
  • Ruhe dich gut aus, um den Stress zu reduzieren: Hier gibt es wenig zu erklären. Man muss nur kurz überlegen, wie man sich fühlt wenn man wenig oder schlecht geschlafen hat. Das hat eine Auswirkung auf einjeden von uns. Wenn man nicht gut schlafen kann, sollte man professionelle Hilfe aufsuchen und Schlafhygiene betreiben, wodurch sich die Angst und Anspannung senken lassen. Auch mit einer gewissen Ernährung lässt sich dazu beitragen, da dadurch der Melatoninspiegel reguliert werden kann.
  • Physiotherapie: Stress führt zu Muskelverspannungen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, etc. Wenn das passiert, sollte man regelmäßig einen Physiotherapeuten aufsuchen. Dadurch werden die Schmerzen verringert, die Haltung verbessert, was sich positiv auf die Stimmung auswirkt. Alles summiert sich auf. Im folgenden findet sich das Stressschema nach Raúl Valencia, das erklärt, wie Stress Angst auslöst und wie Stress und Angst zu Muskelverspannung führen, was zu einem höheren Schmerzempfinden führt. Die Schmerzen lösen wiederum mehr Angst und Stress aus und führen zu einer Verstärkung des ganzen Prozesses.

Wann sollte man Hilfe suchen?

Ein paar Anzeichen, die darauf hindeuten, dass man professionelle Hilfe aufsuchen sollte sind:

  • Du fühlst, dass der Stress dein Leben dominiert und du hast aufgehört Dinge zu tun, die du früher gemacht hast, um weniger zu leiden.
  • Du kannst deinen Gemütszustand nicht kontrollieren. Du wirst wegen Kleinigkeiten wütend und weißt nicht weshalb.
  • Du kannst nicht gut schlafen, verlierst den Appetit, deine Haut ist gereizt.
  • Du hast mehr Haarausfall als gewöhnlich.
  • Du hast Essanfälle oder beginnst Tabletten zu schlucken, um stressige Situationen zu überstehen.
  • Du beginnst viel Alkohol oder andere beruhigende Substanzen zu konsumieren.
  • Du bist extrem apathisch und träge. Du bist unmotiviert und hast Lust auf nichts.

Wie eine Psychologin/ ein Psychologe bei der Stressbewältigung hilft

Eine Psychologin oder ein Psychologe geht die Fälle der Leute, die ihren Stress bewältigen wollen in verschiedenen Bereichen an. Dabei werden die Arbeit, die Familie, der zwischenmenschliche und sportliche Bereich angegangen. In einer Therapie werden einem verschiedene Techniken an die Hand gegeben, durch die man als hilfesuchende Person ein Repertoire an Antwortmöglichkeiten erhält, um stressige Situationen richtig anzugehen. Wenn man diese Strategien erstmal gelernt hat, werden sie geübt und in die Tat umgesetzt.

Psychologische Hilfe wird also nicht aufgesucht, um den Stress zu senken, sondern um Techniken und Strategien zu lernen, die einem helfen diese Situationen auf adaptive Weise anzugehen.

Einige der Techniken, die im Rahmen der Stressbewältigung genutzt werden sind:

  • Entspannungstechniken: Eine sehr bekannte Entspannungstechnik ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Bei dieser Technik werden bestimmte Muskelgruppen nacheinander aktiv angespannt und danach entspannt. Die Person, welche die Entspannungsübung anleitet, gibt laut vor, was zu tun ist. Das Hauptziel der Technik ist es zu erkennen, wann ein Muskel angespannt und wann er entspannt ist. Die Übung ist gut geeignet für Personen, die aufgrund von Stress oder Angst Muskelverspannungen haben. Sie können den erlebten Stress mithilfe dieser Übungen reduzieren. Im folgenden Video wird die Muskelrelaxation erklärt.
  • Stressimpfungstraining:  Mit dieser Technik lernt man eine effektive Form der Stressbewältigung, um seine Ziele zu erreichen. Diese Technik wird viel bei Athleten und anderen Sportlern genutzt. Diese müssen während Wettkämpfen zu bestimmten Zeitpunkten eine erhöhte Aktivierung aufweisen, um erfolgreich zu sein und in anderen Momenten müssen sie entspannt sein, bei denen Stress negative Auswirkungen hat. Damit diese Stressbewältigungstechnik effektiv ist, muss man bewusst trainieren und sich bestimmten Stresssituationen aussetzen (sowohl in echt, als auch imaginativ), während man von einer Expertin oder einem Experten angeleitet wird. Wenn man diese Technik beherrscht, kann man seine Aktivierung in Abhängigkeit der Anforderungen der Situation verändern. Diese Technik wird häufig mit Entspannungstechniken kombiniert, um die Aktivierung reduzieren zu können wenn diese zu hoch ist.
  • Kognitive Therapie: Die kognitive Therapie basiert auf der Verwendung des sokratischen Dialogs, welchen die Psychologin/ der Psychologe zusammen mit der Klientin/ dem Klienten führt. Dem sokratischen Dialog liegt ein Modell zugrunde, bei welchem die Gedanken (Bilder, Selbstdialog, Interpretation und Glaubenssätze)  die psychologischen Probleme bestimmen. Es hat nichts damit zutun, dass man positiv denken und glücklich sein soll. Vielmehr geht es darum Alternativen für die Glaubenssätze zu suchen. Die therapieleitende Person konfrontiert die Klientin/ den Klientin mit ihren/seinen irrationalen Annahmen, die kognitiven Verzerrungen, und Kernglaubenssätze mithilfe einer bestimmten Fragetechnik. Dabei muss sich die therapierende Person gut auf das Gegenüber einstellen und die Art zu Sprechen der Klientin/ des Klienten annehmen.
  • Entscheidungen treffen: Oft verspürt man Stress, wenn man sich nicht entscheiden kann. Man macht sich einen Kopf darüber, eine bestimmte Entscheidung zu treffen: “Was mache ich…?” , “und wenn ich falsch liege?” , “und wenn es schlecht ausgeht?. Viele machen es am Ende mit sich und ihrem Kopfkissen aus, indem sie die ganze Nacht über eine Entscheidung nachdenken, aber mit keinem darüber sprechen. Wie sieht psychologische Hilfe aus, die einem hilft den Stress zu bewältigen, den die Entscheidungsfindung mit sich bringt? Hierbei wird eine Technik zum Treffen von Entscheidungen angewendet. Hierbei werden alle möglichen Alternativen gesammelt, die einem einfallen. Oft schwankt man zwischen und A und B, dabei ist die beste Option C. Nachdem man sicher gegangen ist, dass man alle möglichen Optionen kennt, werden die Optionen von der Klientin/ dem Klienten aussortiert, die sie/er auf keinen Fall wählen würde. Anschließend werden die restlichen Optionen bewertet. Anschließend wird eine Entscheidung auf Basis dieses Ergebnisses getroffen.

Stress beunruhigt uns, weil er in vielen Situationen dazu führt, dass man sich schlecht fühlt. Wenn man aber lernt ihn zu kontrollieren und richtig zu nutzen, kann uns Stress produktiver und effizienter machen.

Gerne können Kommentare hinterlassen werden, falls Fragen oder Anregungen geäußert werden möchten.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Patricia Sanchez Seisdedos, Psychologin bei CogniFit.

Antisoziale Persönlichkeitsstörung – zur Manipulation geboren?

Manipulativ, gefühlskalt und rücksichtslos, sie überrennt andere Personen und ihre Bedürfnisse geradezu, ohne dabei auch nur die geringste Reue zu empfinden – die antisoziale Persönlichkeitsstörung ist eine anerkannte Persönlichkeitsstörung, die noch weit über das typische Klischee des heimtückischen Managers oder manipulativen Vermögensberaters hinausgeht. Doch wo liegt die Grenze zwischen egozentrisch-berechnend und einer Persönlichkeitsstörung?

Personen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung sind oft egozentrisch und manipulativ

Antisoziale Persönlichkeitsstörung – Symptome und Diagnose

Besonders auffällig und bezeichnend für die antisoziale Persönlichkeitsstörung – auch dissoziale Persönlichkeit genannt –  ist eine überdauernde Tendenz, mit dem eigenen Verhalten die Rechte anderer zu missachten oder zu verletzen. Mit Rechten sind dabei nicht unbedingt juristische Grundrechte gemeint, sondern es geht vor allem um gesellschaftliche Werte und Normen, die mitmenschliche Interaktionen regeln und den Umgang in sozialen Situationen regulieren.
Diese Tendenz ist in der Regel bereits in der Kindheit erkennbar, indem das Kind schon im Kindergarten oder in der Schule auffällig häufig Regeln missachtet, Unterricht schwänzt, zum eigenen Vorteil lügt, randaliert oder stiehlt.

Die antisoziale Persönlichkeitsstörung zieht sich häufig bis ins Erwachsenenalter durch, wo sie in schwerwiegenderer Kriminalität und Gewalt enden kann, aber nicht muss. Viele antisoziale Persönlichkeiten sind gut sozial eingebettet und sehr erfolgreich, da sie risikofreudig sind und es ihnen aufgrund ihrer Rücksichtslosigkeit nicht schwerfällt, andere Personen zu manipulieren oder zu übergehen. Dies wird dadurch erleichtert, dass betroffene Personen durchaus sehr charmant sein können, wenn es ihrem Vorteil dient, und die Emotionen anderer leicht wahrnehmen, auch wenn ihr eigenes Gefühlsspektrum eher beschränkt ist.

Im DSM-V, einem Klassifikationssystem von psychischen Störungen, ist die antisoziale Persönlichkeitsstörung dem 2. Teilbereich B zugeordnet, welcher dramatische und emotionale Persönlichkeitsstörungen beschreibt. Die hier klassifizierten Merkmale der antisozialen Persönlichkeitsstörung, von denen mindestens 3 zur Diagnose der Störung erfüllt sein müssen, lauten wie folgt:

  • Verletzung der Rechte anderer; hiermit ist vor allem die fehlende Rücksicht auf gesellschaftliche Normen und Regeln gemeint
  • Impulsivität oder Versagen, vorausschauend zu planen
  • mangelndes Verantwortungsbewusstsein, Verantwortungslosigkeit vor allem in Bezug auf finanzielle, berufliche oder soziale Verpflichtungen
  • Gefühllosigkeit, fehlende Reue
  • Reizbarkeit, erhöhte Aggressivität und häufige Beteiligung bei körperlichen Übergriffen
  • Rücksichtslosigkeit, keine Beachtung der Gefühle, Rechte und Sicherheit anderer Menschen
  • Falschheit, in der Regel ausgedrückt durch wiederholtes Lügen, falschen Identitäten oder Manipulation anderer zum eigenen Vorteil

Charakteristisch ist für Personen mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung, dass sie lediglich ihren eigenen Vorteil zu erfüllen versuchen. Sie empfinden kaum Schuldgefühle, wenn sie sich über Normen hinwegsetzten und andere Menschen dabei vor den Kopf stoßen, da sie sich kaum für die Empfindungen anderer verantwortlich fühlen – auch, wenn sie mit ihrem Verhalten erst für diese Empfindungen sorgen.

Nicht jeder, der ab und zu aufgrund einer rücksichtsloseren und manipulativeren Art sozial aneckt, leidet aber unter einer antisozialen Persönlichkeitsstörung.

Derzeit schätzt man, dass etwa 3% aller Männer und ca. 1% der Frauen die genannten Symptome ausreichend erfüllen und an einer antisozialen Persönlichkeitsstörung leiden. Besonders hoch ist die Konzentration antisozialer Persönlichkeiten aufgrund ihrer Reizbarkeit und der niedrigen Aggressionsschwelle unter Gefängnisinsassen; verschiedene Studien schätzen, dass zwischen 25 und 40% der Strafgefangenen darunter leiden.

Doch woher kommt diese extreme Ausprägung der Symptome überhaupt, die so weit geht, dass sie sogar als Persönlichkeitsstörung anerkannt ist?

Wie entsteht eine antisoziale Persönlichkeitsstörung?

Es gibt verschiedene Theorien, die die Entstehung einer antisozialen Persönlichkeitsstörung zu erklären versuchen. Die wahrscheinlichste und umfassendste Erklärung bietet dabei das Zusammenspiel von biologischen, sozialen/umweltbezogenen und psychischen Faktoren.

Verschiedene Untersuchungen legen nahe, dass die antisoziale Persönlichkeit genetisch beeinflusst zu sein scheint. Eine große Rolle wird hier dem sogenannten MAO-A-Gen zugesprochen, welches das Vorkommen verschiedener Stoffe wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin im Gehirn reguliert. Liegt dieses Gen in einer besonders schwachen Form vor, so kann es vermehrt zur Entwicklung einer antisozialen Persönlichkeitsstörung kommen.
Weiterhin stellten einige Forscher die These auf, dass Personen mit einer antisozialen Persönlichkeit Anomalien im Gehirn, vor allem im Frontalhirn, aufweisen. Diese Anomalien betreffen unter anderem das limbische System, die Amygdala, den Hippocampus und weitere Bereiche des Frontalhirns.
Familiäre Häufung spricht ebenfalls für einen genetischen Einfluss auf die antisoziale Persönlichkeitsstörung, da sie oft gehäuft bei mehreren Personen innerhalb einer Familie auftritt und auch Zwillingsstudien einen starken genetischen Einfluss bestätigen.

Diese familiäre Häufung und genetische Basis scheint durch Risikofaktoren aus der Umwelt weiter begünstigt zu werden. Es gibt demnach einige Umweltfaktoren, die die Entstehung einer antisozialen Persönlichkeitsstörung fördern. Dazu zählen unter anderem Missbrauch, elterliche Vernachlässigung und geringe Erziehungskompetenz, sowie das Aufwachsen in einer eher kriminellen Umwelt. Diese Umweltfaktoren können über Lernprozesse und Imitation dazu führen, dass das Kind eine antisoziale Persönlichkeit entwickelt. Mangelnde Liebe und Zuwendung in der Kindheit führt gemäß einiger psychoanalytischer Theorien dazu, dass kein Grundvertrauen zu anderen Menschen aufgebaut wird und deswegen kaum Beziehungen, Emotionen oder Mitgefühl entwickelt werden. Empfindungen anderer Menschen werden daher ebenso übergangen, wie die eigenen Gefühle in der Kindheit übergangen wurden.

Einige Forscher klassifizieren die antisoziale Persönlichkeitsstörung oft als eine Unterform der Psychopathie, wobei die beiden nicht identisch sind, sondern durchaus zu unterscheiden sind, da die Psychopathie eine noch sehr viel ausgeprägtere Form der antisozialen Persönlichkeit darstellt und noch weitere Diagnosekriterien enthält.

Die antisoziale Persönlichkeitsstörung tritt häufig zeitgleich mit anderen Störungen auf und geht oft mit Alkohol– und Drogenkonsum einher.

Therapie der antisozialen Persönlichkeitsstörung

Wie vorher erwähnt, findet sich ein Teil der Personen mit antisozialen Persönlichkeitsstörungen im Gefängnis wieder – dies ist für die Behandlung der Störung jedoch keine gute Alternative. Das einfache Wegsperren der Betroffenen hilft ihnen nicht zu lernen, wie sie mit ihren Charakterzügen umgehen können. Da Betroffene grundsätzlich wenig Reue empfinden bringen negative Erfahrungen, die aus dem gezeigten Verhalten resultieren, in der Regel keinerlei Lerneffekte mit sich, sondern erhöhen lediglich die mit der Störung einhergehende Aggression.
Bisher sind kaum Psychopharmaka bekannt, die bei dieser Störung zuverlässig und dauerhaft wirken.

Die Therapie der antisozialen Persönlichkeitsstörung gestaltet sich grundsätzlich als schwierig, da die Betroffenen – gegeben durch die Natur und die Merkmale der Störung – schlecht mitarbeiten, impulsiv und aggressiv reagieren, eine schlechte Compliance und hohen Widerstand gegen eine Therapie aufbringen und nur selten selbst eine Krankheitseinsicht zeigen – sie schätzen ihr Verhalten selbst eher als sehr normal und angemessen ein. Personen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung haben daher in der Regel wenig Motivation, sich überhaupt für eine Therapie anzumelden – sie werden eher z.B. vom Arbeitgeber oder vom Gefängnispersonal dafür eingetragen –  geschweige denn dabei aktiv mitzuarbeiten.

Ist eine Person mit antisozialer Persönlichkeit doch willig, sich in therapeutische Behandlung zu begeben, ist vor allem Verhaltenstherapie, gezielt ausgerichtet auf spezifische Bereiche, sinnvoll, um die Persönlichkeitseigenschaften der Betroffenen langfristig zu modifizieren, Verhaltensmuster zu durchbrechen und so aggressive und gewalttätige Tendenzen zu reduzieren, damit ein besseres Sozialleben möglich ist. Diese spezifischen Bereiche umfassen zum Beispiel Trainings zu Aggressions – und Ärgerkontrolle, Problemlösetraining, Empathietraining und ethisches Training, um die soziale Kompetenz zu verbessern. Das Ziel ist hierbei ebenfalls, den Betroffenen alternative Handlungsmöglichkeiten nahezulegen, auf die sie in kritischen Situationen zurückfallen können.

Der Therapieerfolg ist daher abhängig von der Motivation der betroffenen Person, der Ausprägung der Störung, und der Art der Therapie – im Gegensatz zu vielen anderen psychischen Krankheiten und Störungen sind die Ergebnisse einer Therapie der antisozialen Persönlichkeitsstörungen jedoch leider von wenig Erfolg gekrönt.

Was ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung? Merkmale, Ursachen und Behandlung

Zwischen 1,6% und 5,9% der Bevölkerung leiden an der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Symptome entwickeln sich in der Regel zu Beginn des Erwachsenenalters, doch bereits in der Jugend weisen Betroffene emotionale Instabilität, Kontrollverlust und eine hohe Impulsivität auf. Viele bekannte Persönlichkeiten leiden oder litten unter diese Störung. Zu ihnen zählen beispielsweise Amy Winehouse, Angelina Jolie, Jim Carrey oder Winona Ryder. Willst du mehr über diese Störung erfahren?

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Einordnung: Die Persönlichkeitsstörungen

Als Menschen leben wir mit anderen Menschen auf dieser Welt zusammen und schreiben unbewusst unsere ganz eigene Geschichte. Eingebettet in einen sozialen Kontext generieren wir in den ersten Jahren anhaltende Muster, die unsere Wahrnehmung, unser Verhalten und die Art mit anderen und uns selbst umzugehen, bestimmen. Diese Muster werden auch als Persönlichkeitsmerkmale bezeichnet.

Laut DSM (dem diagnostischen Leitfaden psychischer Störungen) definieren sich die Persönlichkeitsstörungen durch ein überdauerndes und maladaptives Muster der Persönlichkeitsmerkmale. Das innere Erleben und Verhalten ist durch diese Persönlichkeitsmerkmale dahingegend beeinflusst, dass diese deutlich von den Erwartungen der soziokulturellen Umgebung abweichen. Davon werden mindestens zwei der folgenden Bereiche beeinflusst: die Kognition (Wahrnehmung), die Affektivität (emotionales Erleben und Reaktionen), die Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und die Impulskontrolle. Das Persönlichkeitsmuster ist bei diesen Störungen sehr inflexibel und erstreckt sich über viele soziale Situationen und löst ein klinisch relevantes Leiden aus. Dadurch kommt es zu Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen und anderen relevanten Lebensbereichen.

Im DSM werden die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen in Abhängigkeit ihrer Merkmale in verschiedene Cluster unterteilt.

  • Cluster A: umfasst die schizophrenienahen Persönlichkeitsstörungen. Das sind solche, bei denen die Betroffenen exzentrisch, sonderbar, misstrauisch und affektarm wirken.
  • Cluster B : in dieser Gruppe befinden sich die Persönlichkeitsstörungen bei denen die Personen sich dramatisch, emotional und irritierbar zeigen. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird zu diesem Cluster gezählt.
  • Cluster C: hierunter fallen die Persönlichkeitsstörungen bei welchen sich  die Betroffenen als ängstlich, vermeidend und furchtsam beschreiben lassen.

Was ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird zum Cluster B der Persönlichkeitsstörungen gezählt (zum Cluster B zählen ebenfalls die histrionische Persönlichkeitsstörung, die narzisstische Persönlichkeitsstörung und die antisoziale Persönlichkeitsstörung).

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch ein überdauerndes und unflexibles Muster der Persönlichkeitsmerkmale aus. Zu diesen Mustern zählt beispielsweise die Instabilität zwischenmenschlicher Beziehungen, die Instabilität des Selbstbildes und der Affektivität (die Gefühle und Emotionen). Außerdem weisen die Betroffenen eine hohe Impulsivität in ihrem Verhalten auf.

Marsha M. Linehan, eine US-amerikanische Psychologin und Expertin der Borderline-Persönlichkeitsstörung beschreibt Betroffene als “Personen mit emotionalen Unregelmäßigkeiten die aus einer nicht wertschätzenden Umgebung stammen“.

Das folgende Video zeigt die Geschichte von Personen, die an der Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden und wie ihr Leben dadurch beeinflusst wird.

Merkmale der Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Durch was zeichnen sich Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung aus? Im folgenden werden die Hauptsymptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung beschrieben:

  • Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung zeigen sehr intensive emotionale Reaktionen. Dabei verfügen sie nicht über die Fähigkeit diese Emotionen zu identifizieren und richtig auszudrücken, was zu einem großen Leiden führt und sich deutlich auf ihre Lebensqualität auswirkt.
  • Ein weiteres Merkmal ist, dass Betroffene sehr instabile Gemütszustände haben. Dabei kommt es vor, dass die Personen in kürzester Zeit (Stunden oder Tagen) von einem tief depressiven Zustand in einen Zustand hoher Aufregung oder Wut wechseln. Unangemessene intensive Wut und Schwierigkeiten diese unter Kontrolle zu bekommen ist ebenso eine Charakteristik für diese Störung, wie eine fehlende Selbstkontrolle, schlechte Laune oder die Verwickelung in Streitereien.
  • Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung fühlen sich oft leer und haben unkontrollierbare Angst davor verlassen zu werden, was dazu führt, dass sie sich verzweifelt bemühen das Verlassenwerden zu verhindern (sei  diese Annahme real oder eingebildet).
  • Betroffene drohen häufig ihren Suizid an und zeigen selbstverletzendes Verhalten, welches Ausmaße annehmen kann, die einem Suizidversuch gleichkommen. Das selbstverletztende Verhalten tritt häufig in Momenten auf in denen die Person dissoziiert. Es hilft den Betroffenen Schuldgefühle zu verringern oder gibt ihnen die Fähigkeit sich und ihren Körper zu spüren und so das Gefühl zu erlangen, dass dieser ihnen gehört. Ein Auslöser für dieses Verhalten kann vermeintliche Ablehnung sein. Beispielsweise wenn jemand ein Treffen absagt, sich verspätet oder die Partnerin/ der Partner eine Reise unternehmen muss oder die behandelnde Psychologin die Sitzung beendet.
  • Betroffene weisen sehr impulsive Verhaltensweisen auf, die schädlich für sie selbst sind. Beispielsweise äußern sie häufig ein impulsives Sexualverhalten, geben viel Geld aus oder haben ein exzessives Essverhalten. Ebenfalls zeigen sie Risikoverhalten in Form von rücksichtslosem Fahren oder Substanzmissbrauch von Kokain, Alkohol oder anderen Drogen.
  • Eine weitere Besonderheit der Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist, dass diese oft das Gefühl haben, dass sich ihre Identität wandelt. Das bedeutet, dass das Bild und das Gefühl, was sie von sich selbst haben instabil ist und sich leicht verändert.
  • In Stresssituationen haben Betroffene oft paranoide Züge, sie fühlen ungerecht behandelt oder gequält. Ebenfalls kann es zu schweren dissoziativen Symptomen kommen. Hierbei entsteht das Gefühl, dass ihr Körper nicht ihnen gehört, dass die Umgebung nicht real ist oder sie nicht mit dieser verbunden sind.
  • Aus all diesen Gründen haben Betroffene instabile und intensive zwischenmenschliche Beziehungen, wobei hier das Gegenüber in einem Moment idealisiert und in einem anderen komplett abgewertet wird. Die Meinung die Erkrankte über Menschen aus ihrem Umfeld haben ändert sich demnach ständig.

Ursachen der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Statt von Ursachen sollte man besser von Risikofaktoren sprechen. Die Forschung hat gezeigt, dass sowohl genetische als auch familiäre Faktoren im Zusammenhang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung stehen.

Genetische Faktoren: Es hat sich gezeigt, dass bei Verwandten ersten Grades von Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung ein fünffach erhöhtes Risiko besteht, die Störung ebenfalls zu entwickeln. Für Menschen die Familienmitglieder haben, die an Substanzabhängigkeit, Depression, der bipolaren Störung oder der dissozialen Persönlichkeitsstörung leiden, ist die Prävalenz für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ebenfalls erhöht.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird deutlich häufiger bei Frauen (75%) als bei Männern diagnostiziert.

Ebenfalls scheint die Beziehung zu den primären Bezugspersonen aus der Kindheit eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Persönlichkeitsstörung zu spielen, dabei vor allem die Beziehung zur Mutter.

Die Merkmale der Borderline-Persönlichkeitsstörung werden als Konsequenz des dysfunktionalen Musters gesehen, welches wenig adaptiv ist und während der Kindheit nicht in die familiären Beziehungen integriert wurde, woraus sich ein entsprechender Bindungsstil entwickelt.

Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Gibt es eine Heilung? 

Von allen Persönlichkeitsstörungen gibt es für die Borderline Störung am meisten wirksame psychologische Behandlungsformen.

Die derzeit im Zusammenhang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung am besten untersuchte und wirksamste Therapieform, ist die von von M.M. Linehan entwickelte Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT, dialektische Verhaltenstherapie). Diese wurde speziell für die Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Insbesondere die Behandlung der Suizidalität, des selbstverletzenden Verhaltens und der affektiven Instabilität stehen hier im Mittelpunkt.

Die Therapie besteht aus verschiedenen Techniken, die darauf ausgerichtet sind Fertigkeiten zur Emotionsregulation, Akzeptanz und Achtsamkeit (Mindfulness) zu verbessern. Ebenfalls werden Strategien zur Verbesserung der sozialen Fertigkeiten und zwischenmenschlichen Beziehungen erlernt. Auch wird an der Frustrationstoleranz und dem Unwohlsein gearbeitet.

Personen, die sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden zeigen gelegentlich Verbesserungen im ersten Jahr. Die Tendenz zu extremen Emotionen, zur Impulsivität und Instabilität ist jedoch überdauernd.

Es kann also nicht von einer Heilung gesprochen werden, vielmehr geht es für Betroffene darum die Störung zu akzeptieren und Strategien zu lernen und zu assimilieren, welche die Lebensqualität verbessern können.

Wie kann man einer Person mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung helfen?

Das  Zusammenleben mit einem Menschen der an der Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet kann für viel Verwirrung und Leiden bei Freunden und Familienmitgliedern führen. Merkmale wie die emotionale Instabilität oder Impulsivität werden oftmals mit exzentrischem, egoistischem, launischem und chaotischem Verhalten verwechselt. Die plötzlichen und abrupten Stimmungsschwankungen können zu großen Konflikten sowohl bei den Betroffenen und deren Angehörigen führen.
Die folgenden Empfehlungen können dabei helfen das Zusammenleben mit Menschen mit dieser Störung zu erleichtern. Wie unterstützt und hilft man Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung? Mit diesen Tipps lässt sich die Beziehung zu ihnen verbessern:
  • Betroffene sind sehr extrem und impulsiv. Für sie sind die Dinge “schwarz oder weiß”. Aus diesem Grund kann es für Angehörige hilfreich sein, dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht zu unterstützen und nicht das andere Extrem zu verkörpern. Wenn eine betroffene Person beispielsweise sagt “ich halte es nicht aus“, “ich kann nicht mehr“, “ich schaffe das nicht” sollten Angehörige darauf nicht das Gegenteil antworten wie “du überstehst das“, “du kannst das“, “du schaffst das“. In diesen Situationen kann es hilfreicher sein Dinge zu sagen wie “Es ist sehr kompliziert, aber wir glauben an dich, wir werden dir helfen das zu schaffen“. Dadurch hilft man den Betroffenen Facetten wahrzunehmen und aus dem extremen Denken “alles oder nichts”, “gut oder schlecht” herauszukommen.
  • Informationen suchen und dabei helfen eine Diagnose zu erhalten: Wenn man einer Person mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung helfen möchte, ist es sehr wichtig sich über die Störung zu informieren und diese gut zu verstehen. Wenn die betroffene Person noch keine Diagnostik beziehungsweise Therapie erhalten hat, ist es sinnvoll sie in diesem Prozess zu begleiten. Dabei kann man beispielsweise bei der Suche nach einer Expertin oder einem Experten helfen, damit eine angemessene psychotherapeutische Behandlung stattfinden kann. Ebenfalls sollte man emotionale Unterstützung anbieten und sich geduldig und mitfühlend zeigen. Es kann ebenfalls sehr hilfreiche sein zusammen eine Therapie zu machen, da einem dort Empfehlungen für den Umgang mit kritischen Situationen gegeben werden können. Dadurch kann der Umgang untereinander und die Beziehung gemeinsam verbessert werden. Auch wenn es für einen selbst schwierig ist das gezeigte Verhalten zu verstehen oder nachzuvollziehen, darf man nicht vergessen, dass die Menschen mit der Störung selbst am allermeisten unter ihr leiden. Ein Mensch mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet. Emotional instabil zu sein, kann sehr bedrückend sein und im Grunde hegen Betroffene den Wunsch daran zu arbeiten, um nicht leiden zu müssen. Man sollte der betreffenden Person vermitteln, dass man für sie da ist und dass sie Willensstärke für die Veränderung aufbringen sollte.
  • Eine Familientherapie kann hilfreich sein, damit alle Familienmitglieder eine bessere Bindung zu der Patientin oder dem Patienten aufbauen: Informiert zu sein ist sehr wichtig, um die Situation der Patientin oder des Patienten zu verstehen. Das bedeutet nicht, dass man das Verhalten oder Handlungen akzeptieren muss. Wenn die betroffene Person beispielsweise selbstverletzendes Verhalten zeigt oder einen Wutanfall hat kann man versuchen die zugrundeliegende Bedeutung zu verstehen (Wut, Hilferuf, Ärger). Wenn man selbst einige Techniken erlernt, kann man dem Familienmitglied mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung helfen die Emotionen und Gefühle anders Kund zu tun: diese mit Wörtern auszudrücken, die Wut an einem Kissen auszulassen oder Sport zu machen, etc…
  • Es gibt Techniken und Übungen, um die Impulsivität zu kontrollieren: Diese Strategien können Betroffenen helfen weniger impulsive Entscheidungen zu treffen und voreilige Reaktionen zu vermeiden. Die Impulsivität und die Unfähigkeit Frustrationen auszuhalten kann dazu führen, dass die Betroffenen spontan emotionale und wenig rationale Entscheidungen treffen, welche sie selbst verletzten und in Gefahr bringen.
  • Keine Lügen, Erpressung oder Misshandlungen von Seiten der Person mit Borderline-Persönlichkeitsstörung tolerieren: Es ist wichtig, dass die Angehörigen den Personen mit dieser Störung verbalisieren, was ihre Handlungen in ihnen auslösen: Beispielsweise Mitleid, Trauer oder Besorgnis zu zeigen, vermittelt die echte Sorge, die man verspürt, wenn selbstverletzendes oder selbstschädigendes Verhalten gezeigt wird. Wenn eine Krisensituation herrscht ist es wichtig, die Dinge nicht persönlich zu nehmen. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass die betroffene Person nicht so handelt weil sie das so möchte, sondern weil sie dieses Verhalten nicht vermeiden kann. Ebenso wenig sollte man sich jemals für ihr Verhalten verantwortlich fühlen.

Gerne kannst Du weitere Ratschläge für den Umgang mit Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung vorschlagen. Zögere nicht, deine Fragen, Vorschläge oder Kommentare unter dem Artikel zu posten.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Rosa Calderón Vicente, Psychologin bei CogniFit.

Born this way: Geschlechtsidentität und der Versuch der sexuellen Umerziehung

Das Lied „Born this way“ galt als Liebeserklärung von Lady Gaga an ihre LGBT-Gemeinde. Der Appell, sich selbst so zu lieben, wie man geboren wurde, sollte allen gelten – unabhängig von sexueller Orientierung, biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität. Dieser Artikel bietet eine biologische Einführung zur Entstehung von Geschlechtsidentität (gender identity) und Sexualität und diskutiert wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Implikationen am Beispiel des John/ Joan bzw. Bruce/ Brenda Falls.

My mama told me when I was young 

We are all born superstars 

She rolled my hair and put my lipstick on

In the glass of her boudoir

(Lady Gaga)

Die Geschlechtsidentität ist nichts, was man/frau einfach mal ablegen kann.

Begriffsdefinitionen: Biologisches Geschlecht, Gender und Geschlechtsidentität

Welches biologische Geschlecht (engl. biological sex) eine Person hat, ist auf die Art der Keimzellen zurückzuführen, die produziert werden. Das biologische Geschlecht ist somit (biologisch) determiniert und ist von dem Begriff Gender abzugrenzen. Mit Gender ist das erlebte bzw. soziale Geschlecht gemeint. Dieses ist konstruiert, das bedeutet es ist erlernt und variabel.

Vor allem der Sexualforscher und Psychologe Dr. John Money prägte den Begriff Gender als soziales Geschlecht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter den Begriff fallen auch die Bezeichnungen gender role und gender identity, letzteres ist die Geschlechtsidentität. Während gender role alle Verhaltensweisen meint, die kulturbedingt als typisch und erwartet für das weibliche bzw. männliche Geschlecht gelten, wird die Geschlechtsidentität eines Individuums, beruhend auf der eigenen Empfindung, als gender identity bezeichnet. Dabei ist nicht nur die persönliche Identifikation mit dem männlichen bzw. dem weiblichen Geschlecht möglich, sondern auch eine Kombination aus beiden bzw. eine Identität, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen ist.

Geschlechtsidentität: Die Gender Gate Theorie von Dr. J. Money

Dr. John Money gründete im Laufe seiner Karriere die John Hopkins Gender Identity Clinic und entwickelte die gender gate theory – eine Theorie, die besagt, dass die Geschlechtszuweisung bis zum 2. Lebensjahr offen und unter anderem durch operative Eingriffe sowie durch die Erziehung bestimmbar ist.

Als die Kanadierin Janet Reimer, Mutter der eineiigen Zwillinge Bruce und Brian, im Jahr 1966 eine Fernsehsendung sah, in der Dr. Money diese Theorie vorstellte, fühlte sie sich seit langem wieder hoffnungsvoll. Bei einem operativen Eingriff wurde der Penis von Bruce verbrannt. Bruce, zu dem Zeitpunkt des Unfalls ein sieben Monate alter Säugling, würde den Vorfall nicht erinnern. Doch die Zweifel, ob ihr Sohn als „Mann ohne Penis“ zurechtkommen und glücklich werden würde, blieben der Mutter. So nahm sie Kontakt zu dem Spezialisten Dr. Money auf. Dieser sah in dem Fall seine große Chance, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf seine Forschung zu lenken und um zu beweisen, dass das menschliche Geschlecht konstruiert bzw. arbiträr ist. Kurzum lud er die Familie in seine Klinik in Balimore ein.

Der John/ Joan bzw. Bruce/ Brenda Fall

Dr. Money konnte die Eltern von Bruce davon überzeugen, dass es im Sinne des Jungen wäre, ihn als Mädchen großzuziehen. Mit 18 Monaten wurde Bruce einer geschlechtsangleichenden Operation, eine operative Geschlechtsumwandlung der primären Geschlechtsmerkmale, unterzogen und fortan Brenda genannt. Weiterhin mussten die Eltern versichern, dass sie selbst nie an Money’s Methode zweifeln bzw. die Erziehung ändern und den Zwillingen die Wahrheit sagen würden. Von diesem Zeitpunkt an, kleideten die Eltern Brenda in mädchenhafter Weise und gaben ihm/ ihr Puppen und andere Spielzeuge, die für Mädchen dieses Alters üblich waren. Mit Einsetzen der Pubertät wurden Brenda weibliche Hormone verabreicht. Weiterhin mussten die Zwillinge jährliche Gespräche mit Dr. Money wahrnehmen. Zwillings-Studien stellen in der Entwicklungsforschung eine große Besonderheit dar, da entwicklungs- bzw. erziehungsbedingte Unterschiede auf Grundlage identischer Gene untersucht werden können. So kann der Einfluss biologischer bzw. umweltbezogener Unterschiede auf die entwicklungsbedingte Veränderung kontrolliert, also herausgerechnet, werden.

Bereits nach kurzer Zeit zeigten sich erste Anzeichen, die darauf hinwiesen, dass das Experiment zu scheitern schien. Brenda bevorzugte die Spielsachen von Brian und wurde von anderen Kindern gemobbt. Selbst im tiefsten Winter in Kanada musste Brenda Kleider tragen. Dr. Money, der bereits erste erfolgsversprechende Artikel zu dem Fall und seiner nurture-not-nature Theorie (Pflege/ Erziehung nicht Natur Theorie) veröffentlicht hatte, sah sich gezwungen immer extremere Methoden anzuwenden. So mussten die Zwillinge bei den Terminen mit Dr. Money gemeinsam sexuelle Positionen nachstellen, bei denen Brenda die Rolle der untergeordneten, passiven Frau einnehmen sollte. Mindestens einmal wurden die Zwillinge von dem Forscher gezwungen ihre Kleidung abzulegen, um eine „genitale Inspektion“ durchzuführen.

Unglücklich und geplagt von großen sozialen Problemen verkündete Brenda mit 14 Jahren, dass er/ sie sich das Leben nehmen würde, sofern er/ sie noch einmal zu einem Termin mit Dr. Money gezwungen werde. Die Eltern beschlossen die Zwillinge aufzuklären. Während Brenda, die/ der sich von diesem Zeitpunkt an David nannte, eine innerliche Erleichterung verspürte, reagierte Brian verstört auf die Neuigkeiten bzgl. seines Zwillingsbruders.

Der Fall ging unter dem Pseudonym John/Joan in die Geschichte der Geschlechter-Forschung ein.

Geschlechtsidentität: Was ist dran am konstruierten Geschlecht?

Um die Theorie mit ihren dramatischen Folgen aus den 1960er etwas genauer zu beleuchten, soll zunächst Bezug auf die embryonale Entwicklung genommen werden:

Mit der Verschmelzung der Eizelle der Frau und der Samenzelle des Mannes entsteht eine neue Zelle mit 23 Chromosomenpaaren. Der neue Chromosomensatz besteht damit zu 50% aus der mütterlichen und zu 50% aus der väterlichen DNA. Eines dieser Chromosomenpaare enthält bereits die Geschlechtsinformationen des Embyros – die sogenannten Geschlechtschromosomen. Zwei X-Chromosomen liefern das Entwicklungsprogramm für einen weiblichen Organismus. Wohin gegen ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom den männlichen Organismus entstehen lassen.

In den ersten sechs Schwangerschaftswochen läuft die Embryonalentwicklung geschlechtsunabhängig ab und die Anatomie unterscheidet sich trotz unterschiedlicher Geschlechtschromosomen nicht. Erst ab der 10. Woche beginnt eine differenzierte Ausbildung der Gonoden (Keimzellen) und der sogenannten Wolff- und Müller-Gängen. Das SRY-Gen (sexdeterminierende Region von Y) befindet sich ausschließlich auf dem Y-Gen und ist für die Entwicklung der Hoden zuständig. Die angelegten Hoden produzieren wiederum das bekannte Sexualhormon Testosteron. Dieses Hormon ist unter anderem für die Weiterentwicklung der Wolff-Gänge zuständig, woraus sich letztendlich die männlichen Genitalien bilden. Bei dem weiblichen Organismus degenerieren hingegen die Wolff-Gänge, stattdessen entwickeln sich die Müller-Gänge zu Vagina und Uterus. Die Hoden und Eierstöcke stellen wichtige Drüsen für die Hormonproduktion dar, die wiederum u.a. während der Geschlechtsreife (Pubertät) eine wichtige Rolle spielen.

Der Einfluss der Sexualhormone ist aber nicht auf die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale beschränkt, es gibt auch Belege dafür, dass sowohl bestimmte Gehirnstrukturen als auch kognitive Leistungen geschlechtsbedingt sind.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es anatomische und hormonelle Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern gibt, die sich bereits pränatal entwickelt haben und die über das Vorhandensein primärer Geschlechtsmerkmale hinausgehen. Eine postnatale Beeinflussung von außen, wie eine operative geschlechtliche Umwandlung oder die Gabe von Sexualhormonen, kann daher nur bedingt wirksam werden. Was also geschah mit David?

Das Leben nach dem Experiment

David unterzog sich mehreren operativen und hormonellen Behandlungen, um wieder als Mann leben zu können. 1990 heiratete er seine Frau Jane Fontaine und adoptierte ihre drei Kinder. David’s Bruder Brian litt stark unter den Folgen des Experiments und entwickelte eine Schizophrenie. Im Jahr 2002 verstarb er an einer Überdosis Antidepressiva.

David konnte den Tod seines Zwillingsbruders nur schwer verkraften. Als ihm 2004 seine Frau mit der Scheidung drohte und er seinen Job verlor, nahm sich David Reimer das Leben. Er wurde 38 Jahre alt.

Janet Reimer ließ später über die New York Times veröffentlichen, dass sie glaube, dass ihr Sohn heute noch Leben würde, wäre er nicht Opfer des „katastrophalen Experiments“ von Dr. John Money geworden.

Geschlechtsidentität (gender identity) und sexuelle Orientierung: Ein Ausblick

Es gibt einige Befunde, die darauf hinweisen, dass die sexuelle Identität und Orientierung bereits vor der Geburt feststeht. So ist es nicht nur unmöglich einen Jungen als Mädchen zu erziehen, sondern auch sexuelle Präferenzen „umzuerziehen“ oder zu therapieren. Studien zeigen z.B. dass gewisse Hirnareale (deren Entwicklung bereits im Mutterleib abgeschlossen wurde) von homosexuellen Männern denen von heterosexuellen Frau ähneln.

Die Erkenntnisse zu gender identity und sexuellen Orientierung sind noch jung und bei weitem nicht abgeschlossen.

Bis 1992 galt beispielsweise auch die Homosexualität laut WHO noch als Krankheit, die eine psychotherapeutische Behandlung bedarf. Und noch heute haben lesbische und schwule Jugendliche in Deutschland eine vier- bis siebenmal höhere Suizidrate als Jugendliche allgemein.

Bei dem Thema Transgender ist das ähnlich. Glücklicherweise werden auch hier Fortschritte gemacht. So wurde beispielsweise die Geschlechtsidentitätsstörung aus dem amerikanischen Diagnosemanual DSM entfernt. Eine fehlende Identifikation mit dem biologischen Geschlecht ist nicht einer psychischen Störung gleichzusetzen. Der Begriff kann leicht missverstanden werden. Eine Störung meint eine Normabweichung psychischer Funktionen, die das Denken, Wahrnehmen, Fühlen und/ oder Verhalten der betroffenen Person und damit deren Alltagsbewältigung negativ beeinflussen. Trans*- Menschen haben also keine Störung der Geschlechtsidentität. Vielmehr kann das Leiden an einer Geschlechtsdysphorie diagnostiziert und behandelt werden. Diese beschreibt den Leidenszustand einer Person, wenn diese bemerkt, dass ihr biologisches Geschlecht im Konflikt mit der eigenen geschlechtlichen Identität steht.

Abgesehen davon kommt es, genau wie bei Homosexuellen, bei Trans*-Menschen ebenfalls häufig zu psychischen Belastungen aufgrund von gesellschaftlichen Hürden und Reaktionen des sozialen Umfelds. In diesen Fällen ist es selbstverständlich ebenfalls wichtig, dass Betroffene psychologische Hilfe erhalten.

Ein großer Faktor ist und bleibt dabei die gesellschaftliche Aufklärung und Akzeptanz sowohl zur Geschlechtsidentität als auch der sexuellen Identität und sexuellen Orientierung.

Es gibt aber auch einige Positiv-Beispiele zur Entwicklung des gesellschaftlichen Umgangs mit Geschlechtsidentifikation. So bietet Facebook mittlerweile über 50 Auswahlmöglichkeiten zur Angabe des eigenen Geschlechts. Weiterhin erkannten die australischen Behörden die erste Person als androgyn (weiblich UND männlich) an und stellten dementsprechend den Pass mit dieser Geschlechtsbezeichnung aus.

CogniFit bewertet die kognitiven Fähigkeiten der Astronauten der Raumfahrtmission Poland Mars Analogue Simulation 2017 (PMAS 2017)

CogniFit ist Teil des “Space Race” zum Mars und bewertet die kognitiven Fähigkeiten der Astronauten unter widrigen Bedingungen. 

  • CogniFit, führendes Programm neuropsychologischer Bewertgungen, der kognitiven Stimulation und Gehirntrainings, nimmt an der internationalen Raumfahrtmission Poland Mars Analogue Simulation 2017 (PMAS 2017) teil. CogniFit bewertet die kognitiven Fähigkeiten der Besatzung unter widrigen Bedingungen, wie sie auf dem Mond oder Mars vorherrschen.
  • Die innovative Technologie von CogniFit trägt dazu bei, die Ankunft der Menschen auf dem roten Planeten vorzubereiten. Für den Erfolg einer echten Mars-Mission ist es unabdingbar zu erforschen und zu verstehen wie sich der Mensch unter den gegebenen Bedingungen verhält.

CogniFit – kognitive Bewertung und Gehirntraining für Astronauten 

Die Organisation Space Generation Advisory Council, unterstützt von verschiedenen Institutionen (wie den vereinten Nationen), schickt sechs Astronauten auf eine simulierte Mond- und Mars-Mission. Das Projekt wird in Polen durchgeführt, hierher auch der Name: Poland Mars Analogue Simulation 2017 (PMAS 2017).

Die Teilnehmer müssen während der Mission einem strengen Plan zur Weltraumforschung folgen. Die ersten drei Tage der Mission leben und arbeiten die Astronauten in einem Habitat, das die Atmosphäre des Mondes simuliert. Die restlichen 11 Tage ist der simulierte Lebensraum der Mars. Die Astronauten werden ununterbrochen durch ein Team aus mehr als 25 Mitgliedern unterstützt. Sobald sich die Astronauten “auf dem Mars” befinden, verzögert sich die Kommunikation zu diesem Team um 15 Minuten. Dadurch werden die echten Bedingungen, würden sich die Astronauten auf dem Mars befinden, simuliert.

CogniFit, führendes Programm neuropsychologischer Bewertgungen, der kognitiven Stimulation und Gehirntrainings, nimmt an der internationalen Raumfahrtmission teil, indem es jeden Tag die kognitiven Fähigkeiten der Astronauten und des Teams bewertet.

Zu erforschen wie sich der Mensch unter gegebenen Umständen verhält ist grundlegend für den Erfolg der Mission.

Für eine echte Mission zum roten Planeten ist es notwendig zu wissen, wie sich die Isolation und andere auf dem Mond und Mars herrschende widrige Umstände auf den Menschen auswirken. In einer Simulation können diese wichtigen Kenntnisse erlangt werden.

 

Die Teilnehmer der Mission stammen aus über 27 Ländern, darunter USA, Spanien, Frankreich, Indien, Israel, Puerto Rico.

Während der zwei Wochen führt ein wissenschaftliches Forschungsteam interdisziplinäre Studien durch, die Bereiche der Astrophysik, Psychologie, Geologie, Biologie und dem Ingenieurwesen umfassen.

Das macht die Poland Mars Analogue Simulation 2017 zu einer der interdisziplinärsten, internationalsten und multikulturellsten Simulationsmissionen, die jemals durchgeführt wurden.

Die innovative Technik von CogniFit trägt dazu bei Geschichte zu schreiben und die Wissenschaft zu verändern, indem es hilft das menschliche Gehirn besser zu verstehen und die Reise auf den roten Planten vorbereitet. Jeder kann seine kognitiven Fähigkeiten so bewerten und trainieren wie diese Astronauten: Registriere dich hier.

CogniFit – Poland Mars Analogue Simulation 2017

Dysmorphophobie: die körperdysmorphe Störung. Das verzerrte Körperbild

Die körperdysmorphe Störung – An ihr leidende Personen, sind davon überzeugt, dass ein bestimmter Teil ihres Körpers verformt und hässlich ist. Sie wollen diesen verändern – koste es was es wolle. “Sind meine Brüste zu klein?”, “Meine Lippen zu schmal?”, Oder meine Oberarme zu unmuskulös?”… Im Folgenden findet sich ein komplettes Manual zur Dysmorphophobie: Was genau diese Störung ist, ihre Ursachen, Symptome, Folgen, die Behandlungsmöglichkeiten und Ratschläge.  

Fast jeder war schon einmal mit einem Teil seines Körpers unzufrieden. In den meisten Fällen lernt man jedoch mit den Stellen, die einem nicht gefallen umzugehen und sie bereiten einem dementsprechend keine großen Probleme. Personen die an der körperdysmorphen Störung leiden haben jedoch wiederkehrende Gedanken, die sich auf diesen Körperteil beziehen, was bei den Betroffenen viel Stress auslöst und ihr Leben stark einschränkt. Viele von ihnen suchen Schönheitskliniken auf, doch nur selten stellen die Operationen sie wirklich zufrieden.

Was ist die Dysmorphophobie?
Definition

Die Dysmorphophobie, auch körperdysmorphische Störung, Körperbildstörung oder Missgestaltsfurcht genannt, ist eine Störung bei welcher Betroffene sich übermäßige Sorgen bezüglich eines Körperteils, beziehungsweise eines Aspekts ihrer äußeren Erscheinung machen. Dabei bilden sie sich den Defekt entweder komplett ein, oder es ist ein minimaler Defekt, dem sie übertriebene Aufmerksamkeit schenken.

Was ist die Dysmorphophobie? Die Personen sind davon überzeugt, einen körperlichen Defekt zu besitzen. An der körperlichen Dysmorphie Erkrankte leben mit der beständigen Überzeugung eine hässliche Stelle am Körper zu haben: Sie nehmen eine Körperstelle als nicht perfekt, deformiert oder unproportional wahr oder schreiben ihr ein anderes Defizit zu.

Betroffene sind davon überzeugt, dass die Wahrnehmung, die sie von ihrem Körper und ihrem “körperlichen Defekt” haben absolut objektiv ist und sich nicht infrage stellen lässt. Auch wenn ihr Umfeld anderer Meinung ist und das Gegenteil behauptet, glauben sie, dass die Beurteilung der Anderen nicht objektiv ist. Sie gehen davon aus, dass diese ihren Defekt herunterspielen, um sie trösten oder täuschen zu wollen. Beispielsweise kann jemand davon überzeugt sein, dass seine kleine Narbe einen großen Defekt darstellt und andere diese fixieren und anstarren. Die betroffene Person sieht sich selbst sehr negativ, auch wenn andere ihr Komplimente machen.

Normalerweise zeigen Menschen mit der körperdysmorphischen Störung ritualisierte Verhaltensweisen: sie überprüfen ihre Erscheinung im Spiegel, machen sich aufwändige Frisuren oder schminken sich stark, vergleichen sich mit anderen oder suchen die Bestätigung durch andere.

Ungefähr eine von Hundert Personen leidet an dieser Störung, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Die Dysmorphophobie tritt meistens in der Pubertät, beziehungsweise im Jugendalter auf.

Stellen des Körpers, die typischerweise von Betroffenen der körperdysmorphischen Störung als hässlich wahrgenommen werden sind folgende:

  • Eine nicht makellose Haut: Falten, Narben, Pickel und andere Abdrücke.
  • Die Haare: kann sowohl das Haupthaar betreffen, die Körperbehaarung oder das Fehlen von Haaren.
  • Gesichtszüge: häufig ist die Nase das als defekt wahrgenommene Körperteil, es kann aber die Form oder Größe jeden Gesichtszugs betroffen sein.
  • Körpergewicht: viele sind mit ihrem Gewicht oder ihrer Muskelverteilung nicht zufrieden.
  • Asymmetrie: manche Betroffene nehmen bestimmte Asymmetrien wahr. Sie glauben beispielsweise, dass eine Hand größer ist als die andere, oder ein Ohr kleiner als das andere, etc.

Die Sorgen können sich beispielsweise auch auf die Größe des Penis, der Muskeln, der Brüste, der Oberschenkel, des Hintern oder auch auf bestimmte Körpergerüche beziehen.

Die körperdysmorphische Störung steht in enger Verbindung zu Angstsymptomen, einer gedrückten Stimmung, sozialer Ängstlichkeit, Neurotizismus (emotionaler Instabilität), Perfektionismus, Introvertiertheit und einem niedrigen Selbstwertgefühl.

Muskeldysmorphie

Eine Form der Dysmorphophobie ist die muskeldysmorphe Störung oder Muskeldysmorphie, die häufiger bei Männern als bei Frauen vorkommt. Betroffene glauben ihr Körper sei zu klein, nicht muskulös oder definiert genug. Das glauben sie, obwohl sie einen normalen oder sogar muskulösen Körper besitzen. Nicht alle, aber viele der Betroffenen machen Diäten, Übungen und oder exzessiven Kraftsport, was dem Körper schaden kann. Einige nehmen Anabolika oder andere Steroide ein, die stark gesundheitsgefährdend sind.

Wahnhafte Dsymorphophobie

Betroffene können sich entweder darüber bewusst sein, dass ihre Sorgen grundlos sind, oder nicht. In der Regel ist die Einsicht sehr gering. Die Betroffenen haben teilweise wahnhafte Überzeugungen, bei denen sie keinen Anhaltspunkt dafür haben, dass diese wahr sind. Auch wenn man versucht sie vom Gegenteil zu überzeugen, rücken sie nicht von ihrer Vorstellung ab und sind überzeugt von diesem Gedanken.

Wie lässt sich die körperdysmorphische Störung von anderen Störungen unterscheiden?

Einige Eigenschaften der Dysmorphophobie sind auch bei Essstörungen oder der Zwangsstörung vorhanden. Mit den Essstörungen hat sie die Sorge um das eigene Körperbild gemeinsam. Bei Essstörungen bezieht sich diese Sorge jedoch auf die Form und das Gewicht des gesamten Körpers, während sich bei der Dysmorphophobie die Sorge auf einen ganz bestimmten Körperteil richtet.

Personen mit einer Zwangsstörung haben Stress auslösende wiederkehrende Gedanken, Ängste oder Bilder (Zwangsgedanken), die sie nicht kontrollieren können. Aufgrund dieser führen sie entsprechende Zwangshandlungen aus, um ihre Angst zu verringern (ritualartige, sich wiederholende Verhaltensweisen). Personen mit der körperdysmorphischen Störung führen ebenfalls Rituale durch, indem sie sich beispielsweise ständig im Spiegel betrachten oder schminken. Im Gegensatz zur Zwangsstörung beschränken sich die Zwangsgedanken jedoch auf den Körper und das äußere Erscheinungsbild und die Zwangshandlungen dienen alleinig dem Zweck, die wahrgenommenen Defekte zu kaschieren.
Ebenfalls kann die körperdysmorphische Störung mit der Sozialphobie verwechselt werden, da bei beiden Störungen soziale Kontakte gemieden werden. Bei der Dysmorphophobie ist der Grund hierfür jedoch die Angst, dass die anderen ihren Defekt wahrnehmen und sie deswegen abweisen könnten. Bei der Sozialphobie besteht die Angst vielmehr darin allgemein bewertet und verurteilt zu werden.

Symptome der Dysmorphophobie

Einige der Symptome, die ein Anzeichen für eine körperdysmorphische Störung sein können sind:

  • Repetitive Verhaltensweisen, die sehr zeitaufwändig sind wie: sich im Spiegel betrachten, der Versuch die wahrgenommenen Defekte mithilfe von Schminke oder Kleidung zu überdecken oder zu verstecken.
  • Die Suche nach Bestätigung durch andere und die Vergewisserung, dass man den Defekt nicht sieht oder dieser nicht sehr auffällt.
  • Die “defekte” Körperstelle wird immer wieder gemessen oder berührt.
  • Aufgrund der Unfähigkeit die Aufmerksamkeit auf etwas anderes als den wahrgenommen Defekt zu richten kommt es zu Problemen auf der Arbeit, in der Schule oder bei sonstigen sozialen Aktivitäten.
  • Ein übermäßiges Bewusstsein des “Defekts”, woraufhin der Kontakt zu anderen vermieden wird oder es in Anwesenheit anderer Personen zu großer Angst kommt.
  • Häufiges Aufsuchen von Ärzten, wie Schönheitschirurgen oder Hautärzten, um Mittel zu finden das äußere Erscheinungsbild zu “verbessern”.

Ursachen der Dysmorphophobie

Wie bei allen psychischen Erkrankungen gibt es keine genaue Ursache, ebenso wenig gibt es in den meisten Fällen eine einzelne Ursache für die Dysmorphophobie. Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen.

Häufig trifft die körperdysmorphische Störung zusammen mit anderen psychologischen Störungen, wie der Angststörung oder Major Depression auf. Unter einer dieser Störungen zu leiden erhöht die Vulnerabilität für die Dysmorphophobie.

Andere Faktoren, die einen Einfluss auf das Auftreten dieser Störung haben, sind:

  • Das Erleben traumatischer Ereignisse oder emotionaler Konflikte während der Kindheit, insbesondere Missbrauch und Vernachlässigung.
  • Ein geringes Selbstwertgefühl
  • Eltern oder andere Bezugspersonen, die sich kritisch gegenüber dem Erscheinungsbild äußerten.
  • Der gesellschaftliche Druck eines perfekten Erscheinungsbild und einem bestimmten Schönheitsideal kann ebenfalls einen Risikofaktor für das Auftreten dieser Störung sein.

Behandlung der Dysmorphophobie

Die Behandlung der Dysmorphophobie findet meistens in einer psychologischen Einzeltherapie statt. Das Ziel ist es die Überzeugungen über den Körper zu verändern und das Zwangsverhalten zu reduzieren.

Die Gruppen- oder Familientherapie sind ebenfalls hilfreich. Es ist wichtig, dass die Familie die Störung versteht und ihre Anzeichen und Symptome erkennt. Ebenso ist es wichtig, die familiäre Kommunikationsweise und das Familienklima zu verbessern.

Obwohl es nicht immer notwendig ist, kann eine medikamentöse Behandlung ebenfalls nützlich sein. Hier kommen Antidepressiva und Antipsychotika zum Einsatz.

Die Heilungschancen von Betroffenen sind, bei Behandlung sehr gut. Das ist vor allem dann der Fall, wenn diese über eine hohe soziale Unterstützung verfügen.

Folgen und Komplikationen der Dysmorphophobie

Betroffene isolieren sich sozial oft sehr stark, aufgrund der Angst in die Öffentlichkeit zu gehen. Diese Isolation wirkt sich ebenfalls auf das Berufsleben oder die Schule aus.

Personen mit einer körperdysmorphischen Störung haben eine höhere Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken und dementsprechend auch ein höheres Suizidrisiko.

Es handelt sich ebenfalls um eine Störung welche die Gesundheit gefährdet, da sich viele Betroffene chirurgischen Eingriffen unterziehen.

An Muskeldysmorphie erkrankte Personen konsumieren ebenfalls häufig Produkte, um an Muskelmasse zuzunehmen und erhöhen dadurch ihr Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Was tue ich, wenn ich denke ich könnte an Dysmorphophobie leiden?

Viele Menschen mit Dysmorphophobie suchen keine Hilfe auf, weil sie große Scham verspüren.

Wichtig ist es professionelle Hilfe aufzusuchen, da die Symptome nicht nachlassen, wenn keine Behandlung erfolgt. Außerdem können Komplikationen und andere komborbide Störungen auftreten. Das macht eine Behandlung und Genesung schwieriger und Betroffene auch anfälliger für einen Rückfall.

Du bist dir nicht sicher, ob du an Dysmorphophobie leidest? Nachstehend findest du einige Fragen, die dir helfen können:

  • Machst du dir viele Sorgen um dein Aussehen und wünschst dir, weniger darüber nachzudenken?
  • Fällt es dir deswegen schwer deine Arbeit zu machen oder dich mit Freunden zu treffen?
  • Über welche speziellen Bereiche deiner Erscheinung machst du dir Sorgen?
  • Wie viele Stunden verbringst du an einem durchschnittlichen Tag damit über dein Äußeres nachzudenken?
  • Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS): Das Leiden vor der Periode

Das prämenstruelle Syndrom (PMS): gehört haben fast alle schon mal davon. Doch oft wird das Leiden der Betroffenen belächelt, da “ja nur die Hormone ein bisschen verrückt spielen”. Bei einigen Frauen ist das prämenstruelle Syndrom jedoch so stark ausgeprägt, dass man hier besser von der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) sprechen sollte. Eine Störung, die es bis jetzt noch nicht in das in Deutschland verwendete Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen ICD geschafft hat und auch in den USA erst seit kurzer Zeit als eigenständige Störung im dortigen DSM zu finden ist. Im Folgenden wird erklärt, was das prämenstruelle Syndrom bzw. die prämenstruelle dysphorische Störung eigentlich ist, welche Symptome die Betroffenen zeigen, welche Ursachen dahinter stecken und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt. 

Das prämenstruelle-Syndrom: psychische und/oder körperliche Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte

Während der Periode klagen Frauen häufig über Bauchkrämpfe oder müssen sich zumindest mit lästigen Hygieneartikeln wie Binden und Tampons herumschlagen (ein Hoch auf die Menstruationstasse als Alternative). Doch nicht nur das. Bereits vor der Menstruation leiden zahlreiche Frauen an körperlichen und psychischen Beschwerden: dem prämenstruellen Syndrom (PMS) – auch bekannt als die “Tage vor den Tagen”.

Was ist das Prämenstruelle Syndrom (PMS)?

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) zeichnet sich durch akute körperliche und psychische Beschwerden aus, die bei einer Frau unmittelbar vor ihrer Regelblutung auftreten. Fast die Hälfte aller Frau nimmt Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, wahr. Wie ausgeprägt diese Veränderungen sind, und ob diese mehr psychischer oder physischer Natur sind, variiert hierbei sehr zwischen den betroffenen Frauen. Etwa 35% aller Frauen berichten davon, Anzeichen von PMS zu verspüren und etwa 5% leiden so sehr darunter, dass sie sich in ihrem Alltag stark beeinträchtigt fühlen. Da jedoch nicht genau festgelegt ist, welche Beschwerden nun das prämenstruelle Syndrom definieren, gibt es sehr verschiedene Zahlen darüber, wie viele Frauen betroffen sind.

Fest steht, dass einige Frauen lediglich über leichte Stimmungsveränderungen, Wassereinlagerungen oder Heißhunger klagen, während andere unter starken psychischen Symptomen leiden. Betroffene Frauen haben auch nicht zwangsläufig jeden Zyklus diese Beschwerden und leiden nicht unbedingt jedes Mal unter den gleichen Symptomen. Die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms verschwinden normalerweise beim Eintreten der Monatsblutung und sind somit von den Beschwerden der Menstruation abzugrenzen. Es ist jedoch auch möglich, dass die Symptome darüber hinaus anhalten. Unter dem prämenstruellen Syndrom leiden am häufigsten Frauen zwischen 30 und 40 Jahren. Die Symptome verstärken sich später bis hin zu den Wechseljahren, nach Ausbleiben der Regelblutung verschwinden diese dann vollständig.

Prämenstruelles Syndrom (PMS) Symptome

Die Symptome sind sehr vielfältig und auch die Symptomstärke variiert von Frau zu Frau. Die Dauer dieser Symptome unterscheidet sich ebenfalls zwischen den Betroffenen. Einige Frauen klagen nur wenige Tage über zwei bis drei Beschwerden, andere leiden die gesamte zweite Zyklushälfte unter einer Reihe von Symptomen. Die geläufigsten Beschwerden lassen sich grob in die folgenden körperlichen und psychischen Symptome unterteilen:

  • Körperliche Beschwerden: Gewichtszunahme; Veränderungen der Haut (bspw. Akne); Wassereinlagerungen im Körper; Magen-Darm-Beschwerden; Durchfall; Unterleibskrämpfe; Müdigkeit, Erschöpfungssymptome, Abgeschlagenheit; Übelkeit und Kreislaufbeschwerden; Rücken- und Kopfschmerzen; Völlegefühl; Migräne; Extreme Sensibilität der Brüste,…
Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen können physische Symptome von PMS sein.
  • Psychische Beschwerden: Stimmungsschwankungen; Antriebslosigkeit; Konzentrationsprobleme; Interessenverlust; Hyperaktivität oder Ruhelosigkeit; Depressionen; Gefühl des Kontrollverlusts; geringes Selbstwertgefühl; Reizbarkeit; Aggressivität; Angstzustände; Heißhunger oder Appetitlosigkeit; grundloses Lachen oder Weinen,…

Bei etwa 3-8% der Frauen sind die psychischen Beschwerden sehr extrem ausgeprägt. Diese Frauen leiden unter der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Die schwerste Form des prämenstruellen Syndroms wird als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet. Im Gegensatz zu dem PMS gilt die PMDS als generell behandlungsbedürftig. Denn hier sind die psychischen Symptome Wut, Aggressivität, Reizbarkeit, Depression und Angst so massiv, dass sie die betroffenen Frauen sowohl sozial, familiär und beruflich belasten und einschränken.

In dem für Deutschland gängigen diagnostischen Klassifikiationssystem ICD-10 ist die prämenstruelle dysphorische Störung bislang nicht aufgeführt. Aus diesem Grund ist der Begriff PMDS in Deutschland bislang auch weitgehend unbekannt, was gerade für Betroffene problematisch sein kann. Das im Jahre 2013 veröffentlichte DSM-5 (der in den USA von der Amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft herausgegebene diagnostische und statistische Leitfaden psychischer Störungen) listet zum ersten mal die prämenstruelle dysphorische Störung als eigene Störung auf.

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) nach DSM-5

Im DSM-5 ist die PMDS folgendermaßen definiert:

A.
Während mindestens neun der vergangenen zwölf Zyklen bestanden wenigstens fünf der folgenden Symptome (und mindestens eines der Beschwerden eins bis vier) an den meisten Tagen der letzten Woche vor der Menstruation, während sie in der ersten Zyklushälfte nicht vorhanden waren:

  1. Depressive Verstimmungen, Selbstzweifel, Hoffnungslosigkeit
  2. Angst, innere Anspannung, Gereiztheit
  3. Plötzliches, grundloses Weinen, extreme Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisungen
  4. Andauernde Wut, aggressives Verhalten
  5. Kaum Interesse für übliche Aktivitäten (Freizeit, Beruf, Schule, Familie, Freunde)
  6. Subjektives Gefühl der Konzentrationsschwäche
  7. Lethargie, Energieverlust
  8. Starke Veränderung des Appetits (unter anderem Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln)
  9. Änderung des Schlafverhaltens (Schlafstörungen, deutlich gesteigertes Schlafbedürfnis)
  10. Subjektive Empfindung, außer Kontrolle zu geraten, Überwältigungsgefühl
  11. Körperliche Symptome wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Ödeme, Gewichtszunahme

B.
Die Symptome führen zu einem deutlichen beruflichen oder schulischen Leistungsabfall, soziale und andere Aktivitäten werden vermieden.

C.
Die Symptome sind nicht nur eine Verstärkung einer anderen bestehenden psychischen Erkrankung, etwa einer Major Depression, einer Angst- oder einer Persönlichkeitsstörung.

D.
Anhand einer täglichen Einschätzung mithilfe eines PMS-Kalenders über mindestens zwei Menstruationszyklen werden die Punkte A, B und C überprüft.

Mithilfe eines Symptom-Kalenders werden die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms dokumentiert

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Ursachen

Die Ursachen für das prämenstruelle Syndrom (PMS) und der prämenstruellen dysphorische Störung (PMDS) sind nicht vollständig geklärt.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Geschlechtshormone

Fest steht, dass die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen eine Rolle spielen, denn Frauen, welche diese Hormone nicht produzieren (etwa nach den Wechseljahren, nach einer Entfernung der Eierstöcke), zeigen auch keine PMS oder PMDS Symptomatik. Frauen während der Schwangerschaft ebenso wenig.

Doch die Hormonkonzentration von Progesteron und Östrogen alleine kann die Störung ebenfalls nicht erklären, denn symptomfreie Frauen weisen die gleichen hormonellen Schwankungen auf, wie es Betroffene tun. Denkbar ist, dass betroffene Frauen sensibler auf die natürlichen hormonellen Schwankungen im Zyklus reagieren.

Möglich ist auch, dass die Bindungsstellen des Östrogens an den Nervenzellen bei den betroffenen Frauen defekt sind. Das würde zu einer gestörten Signalübertragung zwischen einzelnen Nervenzellen führen. Somit wäre kein hormonelles Ungleichgewicht für die Beschwerden verantwortlich, sondern eine gestörte Übertragung der Informationen. Das würde auch in Einklang mit den Befunden stehen, dass symptomfreie Frauen den gleichen hormonellen Schwankungen unterliegen wie betroffene Frauen.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Der Einfluss des Serotoninspiegels

Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass die Hormone Progesteron und Östrogen einen Einfluss auf den Neurotransmitter Serotonin haben. Die genauen Zusammenhänge zu dem PMS und der PMDS sind jedoch weiterhin unklar. Es wird aber aus diesem Grund gemutmaßt, dass ein gestörter Serotoninstoffwechsel die psychischen Symptome des PMS und PMDS auslöst. Dieser spielt auch bei anderen affektiven Störungen wie der Depression eine wichtige Rolle. Neben einigen Untersuchungen stützt vor allem die Wirkung bestimmter Antidepressiva bei PMS und PMDS, die den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, diese These.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – weitere Einflussfaktoren

Neben den Geschlechtshormonen und dem Serotoninspiegel gibt es weitere Faktoren, die einen Einfluss auf das Auftreten der PMS/PMDS-Symptomatik haben können:

Langanhaltender Stress und eine psychische Belastung können die Symptomatik verstärken und zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt der Frauen führen.

Ebenso haben die Ernährung und der Verzehr von Alkohol und Nikotin eine Auswirkung. Eine schlechte Ernährung kann bestimmte Symptome verschlimmern (Beispielsweise kann eine sehr salzhaltiger Ernährung die Wassereinlagerungen verstärken). Der Konsum von Alkohol und Nikotin kann dazu führen, dass die Symptome wie Angstzustände oder Kopfschmerzen stärker werden.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Behandlung

Für die Behandlung des prämenstruellen Syndroms gibt es keine spezifische Medikation. Da die Ursachen und Zusammenhänge nicht vollständig geklärt sind und ebenfalls verschiedene Auslöser auf komplexe Weise zusammenhängen zu scheinen, erfolgt die Behandlung individuell in Abhängigkeit der jeweiligen Symptome.

Bei weniger starken Beschwerden lassen sich die körperlichen Symptome des prämenstruellen Syndroms oft bereits durch Verhaltensänderungen deutlich lindern. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin in der zweiten Zyklushälfte, eine ausgewogene gesunde Ernährung, sowie körperliche Bewegung und viel frische Luft können das Wohlbefinden deutlich verbessern. Ein geregelter Schlafrhythmus ist ebenfalls förderlich. Bei leichten Beschwerden helfen außerdem Entspannunsübungen, autogenes Training, Yoga oder Massagen.

Auch kognitives Training kann helfen Symptome wie Konzentrationsprobleme oder andere Einschränkungen, die mit depressiver Symptomatik einhergehen können, zu bekämpfen. CogniFit bietet zahlreiche Trainingsprogramme, unter anderem eine neurokognitive Stimulation zur Behandlung von Depressionen. Das kann dabei helfen, die psychischen Beschwerden durch PMS zu lindern.

Medikamentöse Behandlung des prämenstruellen Syndroms:

Am häufigsten werden PMS-typische Symptome mit hormonellen Verhütungsmitteln, wie beispielsweise der Pille, behandelt. Welche dieser Präparate bei PMS wirklich helfen können ist nicht ausreichend erforscht. In den meisten Fällen verschreibt die zuständige Frauenärztin oder der Frauenarzt eine der verfügbaren Pillen mit einer bestimmten Hormonkombination, welche die betroffene Frau dann einfach ausprobiert und guckt, ob die Symptome dadurch nachlassen. Doch auch die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel haben Nebenwirkungen und kommen für Frauen mit Kinderwunsch beispielsweise nicht infrage.

Bei Kopf- Rücken- oder Bauchschmerzen kommen in der Regel klassische nicht-rezeptpflichtige Schmerzmittel zum Einsatz. Klassischerweise sind das Ibuprofen oder Aspirin, die beide schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.

Bei sehr starken Wassereinlagerungen und Spannungsgefühlen in der Brust können auch Diuretika (entwässernde Medikamente) eingenommen werden. Aufgrund von bestimmten Nebenwirkungen und einem Gewöhnungseffekt sollte die Einnahme jedoch unbedingt zuvor mit einem Arzt abgeklärt werden.

Neben diesen Medikamenten kommen teilweise auch Hormonpräparate wie GnRH-Analoga oder Progesteron zum Einsatz. Deren Wirkung bei PMS ist jedoch umstritten, von ihrer Anwendung wird deshalb und auch aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen mittlerweile meistens abgeraten.

Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung:

Bei der prämenstruellen dyphorischen Störung kommen zur Behandlung auch Medikamente infrage, die sonst bei Depression eingesetzt werden: Antidepressiva. Das geschieht oft dann, wenn die psychischen Beschwerden wie Angstgefühle, Verzweiflung und depressive Verstimmungen das Leben der Betroffenen stark einschränken. In der Regel finden hier selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Anwendung. Diese Antidepressiva erhöhen die Verfügbarkeit des Serotonins im Gehirn (genauer im Synaptischen Spalt zwischen den Zellen), indem sie die Wiederaufnahme des Serotonins durch die Zellen hemmen. Man geht davon aus, dass Serotonin die Wirkung anderer Hormone beeinflusst, die in der zweiten Zyklushälfte vermehrt ausgeschüttet werden. Es gilt als wissenschaftlich belegt, dass SSRI bei PMS oder PMDS die psychischen Symptome lindern. Dabei werden SSRI teilweise auch nur gezielt in der zweiten Zyklushälfte eingenommen.

Neben einer medikamentösen Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung können Betroffene auch psychotherapeutische Unterstützung suchen. Gerade ergänzend mit anderen Maßnahmen kann dies sehr hilfreich sein und außerdem zum Verständnis der Störung beitragen. Da gerade in Deutschland die prämenstruelle dysphorische Störung weniger bekannt ist, oder Betroffene oftmals belächelt werden und “die Hormone wohl einfach nur mal wieder verrückt spielen”, kann es sehr erleichternd für die Frauen sein, die körperlichen und psychischen Veränderungen während ihres Zyklus nachvollziehen und verstehen zu können. Viele Frauen wissen lange nicht, was eigentlich mit ihnen passiert und sind dann froh, diese Veränderungen besser einordnen zu können und eine Erklärung für ihr zyklisch immer wiederkehrendes Leid zu haben.

Wenn man also das Gefühl hat, man könnte an PMDS oder einer schweren PMS leiden und sich dadurch eingeschränkt fühlt, sollte man sich unbedingt Hilfe suchen – gerade auch um etwas gegen die psychischen Beschwerden unternehmen zu können.

Bei Fragen oder Anregungen kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Asperger-Syndrom bei Kindern: Ratschläge für Eltern

Sobald man Kinder bekommt verändern sich die eigenen Prioritäten schlagartig. Tag und Nacht dreht sich alles um die Kinder. Dabei kann gerade nachts die Elternrolle am schwersten fallen: wenn man mitten in der Nacht aufstehen muss, um sein weinendes Kind zu trösten. In diesen Momenten kann es manchmal vorkommen, dass man sich wünscht, das eigene Kind würde nicht so viel Aufmerksamkeit und Zuneigung einfordern. Aber was passiert, wenn dieser Wunsch auf extreme Weise zur Realität wird? Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich dadurch, dass die Kinder einzelgängerisch sind und Probleme haben ihre Gefühle auszudrücken und Zuneigung zu zeigen. Das kann für die jeweiligen Eltern sehr schwierig sein kann.

Asperger-Syndrom bei Kindern

Wir sprechen hier von Kindern mit Eigenschaften aus dem autistischen Spektrum, die sich vor allem durch Defizite in der Entwicklung der Sozialkompetenzen bemerkbar machen. Die Eltern nehmen in der Regel bereits im Babyalter wahr, dass sich ihr Kind anders entwickelt. Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich zunächst dadurch, dass sie kaum Blickkontakt zu anderen aufbauen, keine Aufmerksamkeit schenken, wenig Ausdruck im Gesicht zeigen, etc.

Das Asperger-Syndrom bei Kindern macht sich aber vor allem ab der Schule deutlich bemerkbar. Sobald sie dort hingehen zeigen sich die Unterschiede im Sozialverhalten im Vergleich zu den Mitschülern noch deutlicher, da letztere in diesem Alter neue soziale Fähigkeiten erlernen. Kinder mit Asperger-Syndrom spielen lieber alleine, hören bei Themen nicht zu, wenn sie diese nicht interessieren und reagieren in bestimmten Situationen unangemessen oder reagieren über. Diese Verhaltensweisen sind aber nicht ausschlaggebend dafür, wie sich das Kind später entwickelt. Das wichtigste hierbei ist die Unterstützung und die Erziehung, die das Kind in seiner Familie und seinem Umfeld erhält. Hierfür geben wir im folgenden ein paar Tipps, die helfen können mit dem Asperger-Syndrom bei Kindern und ihren Besonderheiten besser umzugehen und bestimmte Probleme bewältigen zu können.

Asperger-Syndrom bei Kindern: Wie kann ich mein Kind zuhause unterstützten?

  • Es ist wichtig seinem Kind von Klein auf ein gutes Erziehungs- und Lernumfeld zu schaffen. Im schulischen Bereich ist es sinnvoll das Lernmaterial an die Bedürfnisse von Kindern mit Asperger-Syndrom anzupassen, da sich diese Kinder sehr schnell langweilen und eine niedrige Toleranzgrenze besitzen, wodurch es zu Aufmerksamkeitsproblemen kommen kann. Beispielsweise kann man beim Beibringen der Vokale diese zusammen mit dem Kind aufmalen und ausschneiden und jedem Vokal anschließend eine Stimme und eine Farbe zuordnen.
  • In der Schule und bei Aufgaben im Haushalt ist es sinnvoll Routinen einzuhalten, da das Wohlbefinden des Kindes sehr von der Sicherheit abhängt, die es verspürt. Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich auch dadurch, dass sie diese Sicherheit durch Routine erlangen, da sie so wissen was passiert und sie alles unter Kontrolle haben.
  • Kinder mit Asperger-Syndrom sind häufig sehr perfektionistisch und haben eine niedrige Toleranzschwelle, wenn sie scheitern. Aus diesem Grund kann es sein, dass sie sich schnell frustriert zeigen und ihr Selbstwertgefühl sinkt, wenn sie eine neue Aufgabe nicht richtig ausführen können. Um das zu vermeiden ist es wichtig die Aufgabenschwierigkeit Stück für Stück zu steigern und Aufgaben zu vermeiden, die zu schwierig sein könnten.
  • Auch die Familie muss sich anpassen und die Situation ihres Kindes verstehen. Die Eltern von autistischen Kindern haben oft Schwankungen in ihrem Wohlbefinden, da ihr Kind ihnen wenig oder keine Zuneigung schenkt. Es kann sein, dass das Kind einem nicht immer signalisiert, dass es einen liebt. Wichtig ist hier, dass man nicht vergisst, dass das mit den Einschränkungen zutun hat, die auf das Asperger-Syndrom zurückzuführen sind.
  • Obwohl das eigene Kind das Asperger-Syndrom hat, sollte man es auf keinen Fall unterschätzen. Im Gegenteil, man sollte es immer motivieren. Ihm Raum geben, es ermutigen und das Beste von ihm erwarten: dass es seine Kapazitäten maximal entwickeln können wird. Man darf dabei nicht vergessen, dass das Kind, obwohl es Konzentrationsprobleme hat, durchaus die Fähigkeit hat zu Lernen.
  • Auch wenn man mit Kindern mit Asperger-Syndrom viel Arbeit hat, sollte man die Gefühle und Bedürfnisse des Partners und der anderen Kinder nicht vernachlässigen. Dabei kann man sich in Erinnerung rufen, dass autistische Kinder ebenfalls ihren eigenen persönlichen Raum benötigen und es deshalb nicht notwendig ist, den ganzen Tag hinter ihnen her zu sein.
  • Man sollte sich positive Unterstützung bei Freunden und Verwandten suchen. Eltern von autistischen Kindern müssen ab und zu auch selbst ermutigt werden, weshalb man sich sowohl Freunde als auch professionell Hilfe suchen sollte, mit denen man die eigenen Erfahrungen teilen und sich Ratschläge geben lassen kann. Es ist wichtig positiv und optimistisch zu sein, um das eigene Kind unterstützen zu können. Dabei muss man ruhig bleiben und manche Dinge mit Humor nehmen und über bestimmte Dinge einfach lachen, um Stress und Unwohlsein zu vermeiden.
  • Wichtig ist es ebenso dem Kind ein paar Fähigkeiten beizubringen, damit es sich sozial integrieren kann: dabei kann es sehr hilfreich sein, dem Kind Techniken zu zeigen, mit denen es an einem Gespräch teilnehmen kann. Ebenfalls können dem Kind Sätze beigebracht werden, um mit anderen in Kontakt zu treten wie “Kann ich dir helfen?”, oder “Darf ich mitspielen?”. Das sind ein paar einfache Tricks, die autistischen Kindern dabei helfen, Kontakt zu anderen aufzubauen.
  • Ebenso sollte man sein Kind dazu animieren, das Verhalten anderer Kinder zu beobachten: Viele Erwachsene mit Asperger-Syndrom können gut sozial interagieren, da sie die sozialen Verhaltensweisen von anderen beobachten und imitieren. Die Kinder können dabei das gleiche tun und durch die Beobachtung lernen Augenkontakt zu halten, aufmerksam zuzuhören oder mit anderen zu spielen. Diese Vorgehensweise ist sehr nützlich, da Kinder mit Asperger-Syndrom oft nicht das notwendige soziale Verständnis haben, um intuitiv an sozialen Geschehnissen teilzunehmen.
  • Man sollte aufmerksam die Situationen identifizieren, in welchen das Kind von sich aus auf natürliche Weise soziale Fähigkeiten zeigt: dieses Verhalten sollte man durch Lob verstärken, indem man dem Kind sagt, dass es sehr aufmerksam war oder dass es eine große Hilfe für eine andere Person ist.
  • Ebenfalls ist es wichtig dem Kind zu helfen, seine persönlichen Gefühle und Gedanken zu formen: dabei ist es ratsam mit dem Kind darüber zu sprechen, wie es sich in einer bestimmten Situation gefühlt hat und auch über das, was man selbst in bestimmten Situationen über sein Verhalten denkt und wie man sich diesbezüglich fühlt. Das hilft, dass sich das Kind und die Eltern gegenseitig besser verstehen.
  • Dem Kind sollten Metaphern und rhetorische Figuren beigebracht werden: Kinder mit Asperger-Syndrom verstehen Dinge meist wortwörtlich, weshalb bestimmte Redensarten sie sehr verwirren können. Ihnen die Bedeutung dieser Sätze zu erklären, kann dabei von Hilfe sein.
  • Es sollte ein Sicherheitssatz mit dem Kind vereinbart werden: man kann mit seinem Kind einen Sicherheitssatz ausmachen, den es sagen kann wenn es verwirrt ist oder sich unwohl fühlt. Es kann etwas einfaches sein wie “ich weiß nicht genau, was ich jetzt machen soll” oder “ich verstehe nicht genau, was du sagen möchtest”. Diesen Satz zuhause zu üben, kann helfen die Angst zu verringern, die das Kind in bestimmten sozialen Situationen verspürt, die es nicht versteht.
  • Kinder mit Asperger-Syndrom können Probleme damit haben zu lernen ihre Emotionen zu kontrollieren. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern sie leiten und ihnen beibringen ihre Impulse zu kontrollieren und ihren Ärger durch Worte auszudrücken und nicht durch gewalttätige Reaktionen. Ebenfalls hilft es das Kind toben zu lassen, damit es so seine Energie auf lustige Weise mit Spielen und körperlichen Aktivitäten raus lässt, um anschließend ruhiger zu sein. Das Kind Aufgaben im Haushalt übernehmen zu lassen kann ebenfalls hierzu beitragen.
  • Man darf nicht vergessen ehrlich mit sich und den eigenen Gefühlen zu sein, es ist unmöglich immer die perfekten Eltern zu sein. Wie alle anderen Eltern auch kann man sich ab und zu irren, frustriert oder traurig sein. Das passiert allen und aus Fehlern lernt man schließlich. Man darf mit sich selbst nicht zu streng sein und sich gut behandeln, zurückzublicken und sich vor Augen zu führen, was man schon alles erreicht hat.
  • Zum Schluss nun der beste Ratschlag, den man Eltern von Kindern mit Asperger-Syndrom machen kann: Akzeptiert das Kind so wie es ist. Wenn ein Kind Defizite bei sozialen Fähigkeiten hat bedeutet das nicht, dass es seine Eltern oder andere Menschen um es herum nicht liebt. Die Etappe der Kindheit kann für die Eltern sehr schwierig sein, aber mit Anstrengungen und Konstanz, können diese Kinder zu Erwachsene werden, die in der Lage sind soziale Fähigkeiten zu erlernen. Sie zeigen sich von Mal zu Mal weniger gezwungen sozial interaktiv und können dann all die Zuneigung zurückzugeben, die ihnen die Eltern in der Kindheit geschenkt haben.

Asperger-Syndrom bei Kindern

Das folgende Video zeigt eine Frau, die von ihren Brüdern erzählt und erklärt, dass es teilweise schwierig ist autistische Kinder zu erziehen, diese aber wunderbare Personen sind, von denen wir selbst ganz viel lernen können.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Borja Echeverría, Autor bei CogniFit.

Vigilanz: Wachsamkeit bei eintönigen Tätigkeiten

Der Urlaub ist vorbei und man fährt nach Hause. Noch 5 Stunden liegen vor einem. Obwohl die Autobahn komplett leer ist, muss man wachsam sein, jederzeit könnte ein Hindernis auftauchen. Die hier benötigte Wachsamkeit wird auch Vigilanz genannt. Nicht nur bei langen Autobahnfahrten, sondern auch bei anderen eintönigen Tätigkeiten, bei denen adäquat auf selten auftretende Reize reagiert werden muss, ist die Vigilanz unabdingbar. Im folgenden Artikel wird erklärt, was die Vigilanz ist, wie man sie misst, welche Vigilanzstufen es gibt, welche Störungen auftreten können und welche Bedeutung die Vigilanz im Zeitalter der Automatisierung hat. 

Vigilanz bei langen Autobahnfahrten

Vigilanz Definition

Der aus dem Latein stammende Begriff vigilantia bedeutet so viel wie “Wachheit”. Die Wachheit selbst ist ein Teilaspekt des Bewusstseins.

Der Begriff Vigilanz beschreibt in der Medizin, Physiologie und Psychologie Zustände andauernder Aufmerksamkeit bei eintöniger Reizfrequenz. Die Vigilanz bezeichnet den Zustand der Aktivierung des zentralen Nervensystems und kann verschiedene Ausprägungen haben. Sie ist immer ungerichtet, die Aufmerksamkeit konzentriert sich also nicht auf einen bestimmten Reiz, sondern beschreibt einen generellen “Wachheitszustand”, bei welchem ein irgendwann auftretender Reiz wahrgenommen werden muss.

Ein gutes Beispiel ist das Autofahren auf der Autobahn: Bei wenig Verkehr sind die Reize sehr eintönig (eintönige Reizfrequenz) und der Autofahrer muss sich nicht nur auf einen bestimmten Reiz konzentrieren, sondern eine allgemeine und andauernde Aufmerksamkeit zeigen, um so einen plötzlich erscheinenden Reiz (beispielsweise ein Gegenstand auf der Straße) wahrnehmen zu können.

Die Vigilanz unterscheidet sich somit von der Daueraufmerksamkeit, die eine andauernde Aufmerksamkeit bei hoher Reizfrequenz beschreibt, also beispielsweise beim Lesen, wo kontinuierlich neue Reize aufgenommen und verarbeitet werden müssen.

Was ist die Vigilanz?

Eine gesunde wache Person, die sich auf keine bestimmte Sache konzentriert verfügt über einen Bereitschaftszustand, sie ist wach. Das bedeutet, dass plötzlich auftretende Reize die Aufmerksamkeit der Person erregen können. Vigilant zu sein, bedeutet also die Fähigkeit einen willkürlichen, auch schwächeren Reiz wahrnehmen und auf ihn reagieren zu können. Bei bewusster Entspannung geht man in einen bewussten Ruhezustand über, schläft eventuell ein und tritt in die unterschiedlichen Schlafphasen ein. Hier verändert sich die Vigilanz. Welche Vigilanzformen es gibt, wird im nächsten Abschnitt näher erläutert.

Wie sich hieraus bereits schließen lässt unterliegt die Vigilanz individuellen Tagesschwankungen. Diese Schwankungen hängen mit dem zirkadianen Rhythmus und der persönlichen biologischen Uhr zusammen. In den meisten Fällen ist die Vigilanz im Laufe des Vormittags am höchsten ausgeprägt. Aus diesem Grund werden kognitive Funktionstests häufig in diesem Zeitraum durchgeführt. Dadurch lassen sich Störfaktoren und Vigilanzschwankungen reduzieren und die Leistungsfähigkeit einer Person einschätzen.

Welche Formen der Vigilanz lassen sich unterscheiden?

Wie bereits erwähnt ist die Vigilanz keine kategoriale Eigenschaft, die entweder vorhanden oder nicht vorhanden ist, sondern eine graduell ausgeprägte Aktivierung des Gehirns.

Die Hirnaktivität lässt sich also durch verschiedene Vigilanzstadien beschreiben, die sich graduell unterscheiden. Dabei gibt es zwei Extrempole der Vigilanz:

  1. Zum einen die höchstmögliche Erregung, wie sie beispielsweise in einer Schrecksituation auftritt.
  2. Der andere Pol wäre der Zustand eines traumlosen Tiefschlafs. 

Zwischen diesen beiden Polen befinden sich also alle möglichen Zwischenstadien der Aktivierungszustände. Hierbei seien beispielsweise die kritische Aufmerksamkeit, Entspannung, Dösen und leichter Schlaf mit raum-zeitlicher Orientierungslosigkeit und das Träumen genannt.

Jedem der beschriebenen Wachheitszustände kann eine Reihe elektrophysiologischer Befunde gegenübergestellt werden. Mittels Elektroenzephalogramm-(EEG)-Bildern kann ein bestimmtes Stadium der Wachheit gemessen werden. Es lässt sich mithilfe des EEG dementsprechend erkennen, wie stark die ungerichtete Aktivierung einer Person ausgeprägt ist.

Der Hirnfoscher und Psychologe Donald B. Lindsley unterschied anhand von EEG-Leitbildern drei verschiedene Wachheitszustände, bei denen die ersten beiden als passive Wachzustände und der letzte als aktiver Wachzustand bezeichnet wird:

  1. Relaxierter Wachzustand (relaxed wakefulness). Dieser Vigilanzzustand zeichnet sich durch eine spannungsniedrige, niederfrequente, unregelmäßige Grundaktivität des Hirnstrombildes bei verschlossenen Augen auf.
  2. Wache Aufmerksamkeit (alert attentiveness). Ist eine höhere synchrone Grundaktivität des EEG bei geschlossenen Augen.
  3. Starke Erregung (strong excited emotion). Bei diesem Vigilanzzustand zeigt sich ein asynchrones Hirnstrombild mit spannungsniedrigen Erregungsabläufen. 

Steuerung der Vigilanz im Gehirn

Für die Steuerung der Vigilanz ist unter anderem das aufsteigende retikuläre Aktivationssystem (ARAS) verantwortlich. Das ARAS ist ein Kontroll-Modulations-System welches sich im Hirnstamm befindet. Dort werden die Neurotransmitter Noradreanalin, Dopamin und Serotonin gebildet. Diese aktivieren sowohl den Hypothalamus als auch den Thalamus. Die Aktivität des ARAS unterliegt dem zirkadianen Rhythmus. Das ARAS besitzt einen Einfluss auf weite Teile des Körpers. Neben der neuronalen Informationsverarbeitung  beeinflusst die Vigilanz auch die Hormonregulation des Organismus.

Die Amygdala scheint ebenfalls eine wichtige Rolle in der Regulierung der Vigilanz zu spielen. Diese Hirnstruktur, die Teil des limbischen Systems ist, spielt eine entscheidende Rolle bei der Erkennung von emotionalen Reizen.

Vigilanztest: Wie misst man die Vigilanz?

Ein klassischer Test zur Vigilanzmessung wird am Computer ausgeführt. Diese Tests sind so aufgebaut, dass sie monoton und lang andauernd sind, während auf seltene Reize angemessen reagiert werden muss.

Ein Beispiel ist der Mackworth-Clock-Vigilanztest (Mackworth-Uhrentest): Bei diesem Test muss ein Bildschirm beobachtet werden auf dem 24 Kreise kreisförmig, ähnlich einer Uhr angeordnet sind. Ein schwarzer Punkt wandert nun diese “Uhr” entlang von einem Kreis zum nächsten. Ab und zu überspringt der schwarze Punkt einen dieser weißen Kreise. Die Teilnehmer müssen, wenn der Punkt einen Kreis überspringt, einen Knopf drücken. Der eingänglich für Piloten der Royal Air Force entwickelt Test dauert in seiner Ursprungsform zwei Stunden. Die Schwierigkeit des Tests ist es nicht, die Doppelsprünge an sich wahrzunehmen, sondern über längere Zeit wachsam zu sein, wichtig ist also die langanhaltende Belastung.

Vigilanzminderung und Vigilanzstörung 

Aufgrund von psychischen oder körperlichen Krankheiten kann es zur Verringerung der Vigilanz kommen. Neurologisch werden folgende Schweregrade der Vigilanzminderung unterschieden:

Benommenheit: Bewusstsein ist erhalten, aber die Vigilanz ist reduziert. Das Reaktionsvermögen, die Wahrnehmung und Gedächtnisleistung sind herabgesetzt.

Somnolenz: abnorme Schläfrigkeit. Jedoch bleibt die Person ansprechbar und erweckbar.

Sopor: Die betroffene Person ist nicht mehr voll weckbar und befindet sich in einem tiefen Schlaf. Nur sehr starke Reize, wie Schmerzen, lösen eine meist ungezielte Abwehrreaktion aus.

Koma: Ist der schwerste Grad einer Bewusstseinsstörung. Betroffene sind nicht ansprechbar und reagieren nicht auf Außenreize. 

Eine Verminderung der Vigilanz kann auch künstlich eingeleitet werden. Dies ist beispielsweise bei Operationen der Fall, die unter Narkose geschehen. Hier wird die Vigilanz durch Medikation vermindert, damit bei den Patienten keine Empfindungen und Reaktionen auf Schmerzreize erfolgen.

Vigilanz im Alltag: Welche Bedeutung hat die Vigilanz in der automatisierten Welt?

Für Privatpersonen ist der Bereich, in welchem die eigene Vigilanz eine wichtige Rolle spielt, das lange Autofahren. Bestehen hier Defizite bringt man sich selbst als auch andere in Gefahr. Doch wie sieht das eigentlich in anderen Bereichen aus? In vielen Berufen werden Prozesse immer weiter automatisiert. Was früher noch von Hand ausgeführt oder zumindest eingestellt werden musste, wird heutzutage von Computern erledigt. Das ist beispielsweise bei Piloten der Fall, die selbst bei Start und Landung hauptsächlich Prozesse überwachen und während des Flugs so gut wie keine Handlungen ausführen müssen und nur im Notfall eingreifen. Ebenso spielt die Vigilanz für Tätigkeiten in Kontrollzentren von Fabriken, Atomkraftwerk, etc. eine wichtige Rolle. Doch die Automatisierung nimmt nicht nur bei diesen Berufen, sondern auch im Alltag immer weiter zu. Projekte wie selbstfahrende Autos sind mittlerweile keine Vision mehr.

Doch was passiert, wenn unser Alltag weiter automatisiert wird?

Ganz richtig: Durch die Automatisierung nimmt die Zahl der Situationen in denen Prozesse überwacht werden müssen immer weiter zu. Somit wird die Bedeutung der Vigilanz für die Sicherheit im Alltag immer größer. Es ist also extrem wichtig, einen Reiz schnell erkennen, ihn zu verarbeiten und auf diesen reagieren zu können, um bei automatisierten Prozessen im Notfall richtig eingreifen zu können.

Kognitive Fähigkeiten wie die Verarbeitungsgeschwindigkeit oder die Reaktionszeit, die hierbei eine wichtige Rolle spielen, können unter anderem mit den computergestützten Programmen von CogniFit gemessen und trainiert werden. Neben der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der Reaktionszeit misst und bewertet CogniFit eine Vielzahl weiterer wichtiger kognitiver Fähigkeiten. Durch das gezielte personalisierte Training können Defizite ausgeglichen werden, was bei der Bewältigung des Alltags und den Anforderungen bei Überwachungsprozessen für eine bessere Leistung sorgen kann.

Kognitive Fähigkeiten spielen eine wichtige Rolle im Alltag

Gesundheit, Rätsel & Neuroscience

Die mobile Version verlassen