Gleichgeschlechtliche Eltern: Diskriminierung vorbeugen – Folgen für das Kind

Gleichgeschlechtliche Eltern: Es ist kaum zu glauben, dass es immer noch Zweifel über die Entwicklung von ihren Kindern gibt. Der Grund für viele falsche Überzeugungen zu diesen Familien ist ganz einfach Unwissenheit. Wie sind diese Kinder? Ist es wahr, dass Kinder, die von schwulen oder lesbischen Eltern erzogen werden, Probleme in der Entwicklung bekommen können? Haben gleichgeschlechtliche Eltern eher Kinder die auch homosexuell werden? Werden ihre Mitschüler über sie lachen und sie verspotten? Hier erklären wir dir, wie Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern sind und widerlegen gewisse Mythen.

Als gleichgeschlechtliche Eltern bezeichnet man Eltern, die beide das gleiche Geschlecht haben, das heißt homosexuell (schwul oder lesbisch) sind.  Aber davon abgesehen gibt es viele andere Familienstrukturen: Eine lesbische alleinerziehende Mutter oder ein schwuler Single-Vater, Patchwork-Familie mit gleichgeschlechtlichen Eltern und Kindern aus einer vorhergehenden heterosexuellen Beziehung …

Die Statistiken vermuten, dass 15 % der gleichgeschlechtlichen Paare auf der Welt Kinder haben, seien sie biologisch oder adoptiert.

Die Menschen fragen sich oft, ob Kinder aus diesem Kollektiv (Schwule und Lesben) sich korrekt entwickeln oder ob, im Gegensatz dazu, die Homosexualität der Eltern eine Art von Trauma oder Funktionsstörung in ihnen hervorrufen kann.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Wie sind die Kinder?

Es existieren bereits einige Studien zu diesem Thema. Sie alle deuten darauf hin, dass es keine Unterschiede zwischen Kindern von homosexuellen und denen von heterosexuellen Paaren gibt. Wichtiger als die Familienstruktur sind die intrafamiliären Prozesse und Beziehungen. Das heißt, viel relevanter für eine gute Kindesentwicklung als der Aufbau der Familie ist das Beibringen eines vernünftigen Wertesystems und den Kindern zuas Vermeiden davon, in Fallen zu treten, die aus unserem Kind einen kleinen Straftäter machen könnten, die Kommunikation mit unseren Kindern und der Umgang mit den Gefühlen.

Der Glaube, dass Kinder von homosexuellen Paaren sich schlechter entwickeln und in ihrer Zukunft schlechter anpassen können, entsteht durch Unwissen, aber auch durch das in-Verruf-bringen durch einige religiöse Einrichtungen.

Um zu argumentieren, dass gleichgeschlechtliche Eltern keine guten Eltern sind, wird oft eine Studie unter der Leitung von dem Forscher Mark Regnerus der Universität von Texas aus dem Jahre 2012, zitiert. Diese Studie bestätigte, dass Kinder von homosexuellen Müttern und Vätern sich sozial, emotional und relational schlechter verhielten als Kinder aus “biologisch intakten Familien“. Diese Ergebnisse widersprachen der bisherigen Forschung.

Nichtsdestotrotz analysierten Wissenschaftler in einer aktuelleren Studie von den Universitäten aus Indiana und Connecticut diese Daten und kamen zu einer anderen Schlussfolgerung. Ihnen gemäß ist die beste Art eine Studie zu beurteilen, die Daten neu zu analysieren, besonders, wenn diese umstrittene Ergebnisse aufwirft. Dabei fanden sie Fehler in der Art der Kodifizierung und Klassifikation der Daten. Zum Beispiel hatte ein Viertel der Jugendlichen, die angeblich von gleichgeschlechtlichen Eltern erzogen worden waren, in Wirklichkeit nur ein Jahr oder weniger bei ihnen gelebt. Außerdem fanden sie heraus, dass eine große Anzahl der Antworten in den Fragebögen, auf denen die Daten beruhten, inkonsistent, unlogisch und voller Widersprüche war. Diese hätten von der Analyse ausgeschlossen werden müssen.

Als diese Fehler beglichen waren, fand man heraus, dass die Unterschiede zwischen Kindern, die von gleichgeschlechtlichen Paaren und Kindern, die von heterosexuellen Paaren aufgezogen wurden, sehr klein, praktisch inexistent sind.

Gleichgeschlechtliche Eltern

Gleichgeschlechtliche Eltern: Ihre Kinder entwickeln sich genauso wie die von Hetero-Eltern

Eine andere Untersuchung zeigt, dass es zwischen Kindern aus homosexuellen Familien und denen aus heterosexuellen Familien keine Unterschiede im Bezug auf ihre Gesundheit gibt. Aber es finden sich Unterschiede im Familienzusammenhalt. Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern wiesen gleichberechtigteres Verhalten auf als Familien mit heterosexuellen Eltern, wenn es dazu kam, die Hausarbeiten zu verteilen. Zusätzlich ergab die Studie, dass ihre Entscheidungen sowohl im Familienleben als auch bei der Arbeit mehr auf den momentanen Umständen als auf vorgefertigten Geschlechterrollen basierten.

Laut der Studie des Ökonomen Douglas Allen, findet man jedoch Unterschiede in den akademischen Leistungen an der Universität zwischen Kindern von homosexuellen Eltern und Nachkommen von heterosexuellen Eltern. Er erwähnt auch, dass die Söhne von schwulen Vätern bessere Ergebnisse erhalten als die Töchter von schwulen Vätern. Diese Studie war sehr umstritten und wir kennen die Gründe für diese Ergebnisse immer noch nicht, da sie allem widersprechen, was bisher erforscht wurde. Es ist auch möglich, dass sich die Resultate auf Diskriminierung innerhalb der Hörsäle zurückführen lassen. Ohne Frage muss in diesem Bereich noch weiter geforscht werden.

Manche Studien zeigen auch, dass die Kinder, die von schwulen Vätern oder lesbischen Müttern erzogen wurden, eine positivere Einstellung der menschlichen Vielfalt gegenüber haben und offener sind. Außerdem findet man, dass Homosexualität bei Kindern aus homosexuellen Familien genauso oft auftritt wie in heterosexuellen Familien. Der Unterschied ist, dass homosexuelle Familie viel offener und flexibler mit der Sexualität ihrer Kinder umgehen.

Leider müssen diese Familien oft Stigmata und Diskriminierung ertragen. Und es ist erwiesen, dass dies einen negativen Einfluss auf die geistige und emotionale Gesundheit hat, was wiederum häufig zu Verhaltensproblemen führt. Dennoch beweisen einige Studien, dass es keinen Unterschied beim Auftreten von Belästigungsfällen zwischen gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Familien gibt. Personen, die andere belästigen, finden immer einen Grund um zu diskriminieren und zu erniedrigen, sei es, weil du pummelig bist, eine Brille trägst oder deine Eltern homosexuell sind. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass dies eine Bevölkerungsgruppe ist, die dazu neigt und empfindlich dafür ist, unter solchen Verhaltensweisen zu leiden.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Wie sollte man der Diskriminierung von Kindern von Schwulen oder Lesben in der Schule vorbeugen und wie die Situation handhaben?

Die Hauptarbeit besteht darin, die Gesellschaft aufmerksam zu machen, zu informieren und zu normalisieren, nicht nur diesen Typ von Familie, sondern alle Familien, die sich von einer „traditionellen“ Familie, in der es eine Mutter und einen Vater gibt, die verheiratet sind und mit ihren Kindern im selben Haushalt leben, unterscheiden. Dennoch muss man auch im intrafamiliären Bereich arbeiten, damit die spärlichen Strategien, die bisher durchgeführt werden, eine große Wirkung auf die Überzeugungen der Gesellschaft haben können.

Gleichgeschlechtliche Eltern

Das Stigma der sexuellen Orientierung steht immer noch auf der Tagesordnung

Glücklicherweise können wir Strategien entwickeln, um die Auswirkungen der Diskriminierung auf dieses Kollektiv zu verringern.

  • Den Kindern helfen zu verstehen, dass an ihren (schwulen oder lesbischen) Eltern nichts Schlechtes ist. Dass alle Familien auf ihre Art unterschiedlich sind und kein Typ Familie besser ist als der andere.
  • Ihr Selbstvertrauen und ihre sozialen Fähigkeiten. Denn ein selbstsicheres Kind mit Ressourcen kann sich viel besser Situationen der Belästigung oder Stigmatisierung entgegenstellen.
  • Die Kommunikation in der Kernfamilie fördern. Es ist notwendig, dem Kind seine Herkunft oder andere Information nicht zu verschweigen. Wenn eine gute Verbindung aus Zuneigung, Unterstützung, Akzeptanz und guter Kommunikation geschaffen wird, ist es viel einfacher Situationen der Diskriminierung aufzudecken.
  • Den Ausdruck von Gefühlen in den diskriminierenden Situationen unterstützen- Wenn das Kind in der Schule diskriminiert wurde, oder man es belästigt hat, weil es zu einer gleichgeschlechtlichen Familie gehört, ist es sehr wichtig, ihm Raum zu geben, damit es ausdrücken kann, was es fühlt.

 

Quelle: Andrea García Cerdan, Psychologin bei CogniFit.

 

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