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Born this way: Geschlechtsidentität und der Versuch der sexuellen Umerziehung

Das Lied „Born this way“ galt als Liebeserklärung von Lady Gaga an ihre LGBT-Gemeinde. Der Appell, sich selbst so zu lieben, wie man geboren wurde, sollte allen gelten – unabhängig von sexueller Orientierung, biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität. Dieser Artikel bietet eine biologische Einführung zur Entstehung von Geschlechtsidentität (gender identity) und Sexualität und diskutiert wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Implikationen am Beispiel des John/ Joan bzw. Bruce/ Brenda Falls.

My mama told me when I was young 

We are all born superstars 

She rolled my hair and put my lipstick on

In the glass of her boudoir

(Lady Gaga)

Die Geschlechtsidentität ist nichts, was man/frau einfach mal ablegen kann.

Begriffsdefinitionen: Biologisches Geschlecht, Gender und Geschlechtsidentität

Welches biologische Geschlecht (engl. biological sex) eine Person hat, ist auf die Art der Keimzellen zurückzuführen, die produziert werden. Das biologische Geschlecht ist somit (biologisch) determiniert und ist von dem Begriff Gender abzugrenzen. Mit Gender ist das erlebte bzw. soziale Geschlecht gemeint. Dieses ist konstruiert, das bedeutet es ist erlernt und variabel.

Vor allem der Sexualforscher und Psychologe Dr. John Money prägte den Begriff Gender als soziales Geschlecht in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter den Begriff fallen auch die Bezeichnungen gender role und gender identity, letzteres ist die Geschlechtsidentität. Während gender role alle Verhaltensweisen meint, die kulturbedingt als typisch und erwartet für das weibliche bzw. männliche Geschlecht gelten, wird die Geschlechtsidentität eines Individuums, beruhend auf der eigenen Empfindung, als gender identity bezeichnet. Dabei ist nicht nur die persönliche Identifikation mit dem männlichen bzw. dem weiblichen Geschlecht möglich, sondern auch eine Kombination aus beiden bzw. eine Identität, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuzuordnen ist.

Geschlechtsidentität: Die Gender Gate Theorie von Dr. J. Money

Dr. John Money gründete im Laufe seiner Karriere die John Hopkins Gender Identity Clinic und entwickelte die gender gate theory – eine Theorie, die besagt, dass die Geschlechtszuweisung bis zum 2. Lebensjahr offen und unter anderem durch operative Eingriffe sowie durch die Erziehung bestimmbar ist.

Als die Kanadierin Janet Reimer, Mutter der eineiigen Zwillinge Bruce und Brian, im Jahr 1966 eine Fernsehsendung sah, in der Dr. Money diese Theorie vorstellte, fühlte sie sich seit langem wieder hoffnungsvoll. Bei einem operativen Eingriff wurde der Penis von Bruce verbrannt. Bruce, zu dem Zeitpunkt des Unfalls ein sieben Monate alter Säugling, würde den Vorfall nicht erinnern. Doch die Zweifel, ob ihr Sohn als „Mann ohne Penis“ zurechtkommen und glücklich werden würde, blieben der Mutter. So nahm sie Kontakt zu dem Spezialisten Dr. Money auf. Dieser sah in dem Fall seine große Chance, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf seine Forschung zu lenken und um zu beweisen, dass das menschliche Geschlecht konstruiert bzw. arbiträr ist. Kurzum lud er die Familie in seine Klinik in Balimore ein.

Der John/ Joan bzw. Bruce/ Brenda Fall

Dr. Money konnte die Eltern von Bruce davon überzeugen, dass es im Sinne des Jungen wäre, ihn als Mädchen großzuziehen. Mit 18 Monaten wurde Bruce einer geschlechtsangleichenden Operation, eine operative Geschlechtsumwandlung der primären Geschlechtsmerkmale, unterzogen und fortan Brenda genannt. Weiterhin mussten die Eltern versichern, dass sie selbst nie an Money’s Methode zweifeln bzw. die Erziehung ändern und den Zwillingen die Wahrheit sagen würden. Von diesem Zeitpunkt an, kleideten die Eltern Brenda in mädchenhafter Weise und gaben ihm/ ihr Puppen und andere Spielzeuge, die für Mädchen dieses Alters üblich waren. Mit Einsetzen der Pubertät wurden Brenda weibliche Hormone verabreicht. Weiterhin mussten die Zwillinge jährliche Gespräche mit Dr. Money wahrnehmen. Zwillings-Studien stellen in der Entwicklungsforschung eine große Besonderheit dar, da entwicklungs- bzw. erziehungsbedingte Unterschiede auf Grundlage identischer Gene untersucht werden können. So kann der Einfluss biologischer bzw. umweltbezogener Unterschiede auf die entwicklungsbedingte Veränderung kontrolliert, also herausgerechnet, werden.

Bereits nach kurzer Zeit zeigten sich erste Anzeichen, die darauf hinwiesen, dass das Experiment zu scheitern schien. Brenda bevorzugte die Spielsachen von Brian und wurde von anderen Kindern gemobbt. Selbst im tiefsten Winter in Kanada musste Brenda Kleider tragen. Dr. Money, der bereits erste erfolgsversprechende Artikel zu dem Fall und seiner nurture-not-nature Theorie (Pflege/ Erziehung nicht Natur Theorie) veröffentlicht hatte, sah sich gezwungen immer extremere Methoden anzuwenden. So mussten die Zwillinge bei den Terminen mit Dr. Money gemeinsam sexuelle Positionen nachstellen, bei denen Brenda die Rolle der untergeordneten, passiven Frau einnehmen sollte. Mindestens einmal wurden die Zwillinge von dem Forscher gezwungen ihre Kleidung abzulegen, um eine „genitale Inspektion“ durchzuführen.

Unglücklich und geplagt von großen sozialen Problemen verkündete Brenda mit 14 Jahren, dass er/ sie sich das Leben nehmen würde, sofern er/ sie noch einmal zu einem Termin mit Dr. Money gezwungen werde. Die Eltern beschlossen die Zwillinge aufzuklären. Während Brenda, die/ der sich von diesem Zeitpunkt an David nannte, eine innerliche Erleichterung verspürte, reagierte Brian verstört auf die Neuigkeiten bzgl. seines Zwillingsbruders.

Der Fall ging unter dem Pseudonym John/Joan in die Geschichte der Geschlechter-Forschung ein.

Geschlechtsidentität: Was ist dran am konstruierten Geschlecht?

Um die Theorie mit ihren dramatischen Folgen aus den 1960er etwas genauer zu beleuchten, soll zunächst Bezug auf die embryonale Entwicklung genommen werden:

Mit der Verschmelzung der Eizelle der Frau und der Samenzelle des Mannes entsteht eine neue Zelle mit 23 Chromosomenpaaren. Der neue Chromosomensatz besteht damit zu 50% aus der mütterlichen und zu 50% aus der väterlichen DNA. Eines dieser Chromosomenpaare enthält bereits die Geschlechtsinformationen des Embyros – die sogenannten Geschlechtschromosomen. Zwei X-Chromosomen liefern das Entwicklungsprogramm für einen weiblichen Organismus. Wohin gegen ein X-Chromosom und ein Y-Chromosom den männlichen Organismus entstehen lassen.

In den ersten sechs Schwangerschaftswochen läuft die Embryonalentwicklung geschlechtsunabhängig ab und die Anatomie unterscheidet sich trotz unterschiedlicher Geschlechtschromosomen nicht. Erst ab der 10. Woche beginnt eine differenzierte Ausbildung der Gonoden (Keimzellen) und der sogenannten Wolff- und Müller-Gängen. Das SRY-Gen (sexdeterminierende Region von Y) befindet sich ausschließlich auf dem Y-Gen und ist für die Entwicklung der Hoden zuständig. Die angelegten Hoden produzieren wiederum das bekannte Sexualhormon Testosteron. Dieses Hormon ist unter anderem für die Weiterentwicklung der Wolff-Gänge zuständig, woraus sich letztendlich die männlichen Genitalien bilden. Bei dem weiblichen Organismus degenerieren hingegen die Wolff-Gänge, stattdessen entwickeln sich die Müller-Gänge zu Vagina und Uterus. Die Hoden und Eierstöcke stellen wichtige Drüsen für die Hormonproduktion dar, die wiederum u.a. während der Geschlechtsreife (Pubertät) eine wichtige Rolle spielen.

Der Einfluss der Sexualhormone ist aber nicht auf die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale beschränkt, es gibt auch Belege dafür, dass sowohl bestimmte Gehirnstrukturen als auch kognitive Leistungen geschlechtsbedingt sind.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es anatomische und hormonelle Unterschiede zwischen den biologischen Geschlechtern gibt, die sich bereits pränatal entwickelt haben und die über das Vorhandensein primärer Geschlechtsmerkmale hinausgehen. Eine postnatale Beeinflussung von außen, wie eine operative geschlechtliche Umwandlung oder die Gabe von Sexualhormonen, kann daher nur bedingt wirksam werden. Was also geschah mit David?

Das Leben nach dem Experiment

David unterzog sich mehreren operativen und hormonellen Behandlungen, um wieder als Mann leben zu können. 1990 heiratete er seine Frau Jane Fontaine und adoptierte ihre drei Kinder. David’s Bruder Brian litt stark unter den Folgen des Experiments und entwickelte eine Schizophrenie. Im Jahr 2002 verstarb er an einer Überdosis Antidepressiva.

David konnte den Tod seines Zwillingsbruders nur schwer verkraften. Als ihm 2004 seine Frau mit der Scheidung drohte und er seinen Job verlor, nahm sich David Reimer das Leben. Er wurde 38 Jahre alt.

Janet Reimer ließ später über die New York Times veröffentlichen, dass sie glaube, dass ihr Sohn heute noch Leben würde, wäre er nicht Opfer des „katastrophalen Experiments“ von Dr. John Money geworden.

Geschlechtsidentität (gender identity) und sexuelle Orientierung: Ein Ausblick

Es gibt einige Befunde, die darauf hinweisen, dass die sexuelle Identität und Orientierung bereits vor der Geburt feststeht. So ist es nicht nur unmöglich einen Jungen als Mädchen zu erziehen, sondern auch sexuelle Präferenzen „umzuerziehen“ oder zu therapieren. Studien zeigen z.B. dass gewisse Hirnareale (deren Entwicklung bereits im Mutterleib abgeschlossen wurde) von homosexuellen Männern denen von heterosexuellen Frau ähneln.

Die Erkenntnisse zu gender identity und sexuellen Orientierung sind noch jung und bei weitem nicht abgeschlossen.

Bis 1992 galt beispielsweise auch die Homosexualität laut WHO noch als Krankheit, die eine psychotherapeutische Behandlung bedarf. Und noch heute haben lesbische und schwule Jugendliche in Deutschland eine vier- bis siebenmal höhere Suizidrate als Jugendliche allgemein.

Bei dem Thema Transgender ist das ähnlich. Glücklicherweise werden auch hier Fortschritte gemacht. So wurde beispielsweise die Geschlechtsidentitätsstörung aus dem amerikanischen Diagnosemanual DSM entfernt. Eine fehlende Identifikation mit dem biologischen Geschlecht ist nicht einer psychischen Störung gleichzusetzen. Der Begriff kann leicht missverstanden werden. Eine Störung meint eine Normabweichung psychischer Funktionen, die das Denken, Wahrnehmen, Fühlen und/ oder Verhalten der betroffenen Person und damit deren Alltagsbewältigung negativ beeinflussen. Trans*- Menschen haben also keine Störung der Geschlechtsidentität. Vielmehr kann das Leiden an einer Geschlechtsdysphorie diagnostiziert und behandelt werden. Diese beschreibt den Leidenszustand einer Person, wenn diese bemerkt, dass ihr biologisches Geschlecht im Konflikt mit der eigenen geschlechtlichen Identität steht.

Abgesehen davon kommt es, genau wie bei Homosexuellen, bei Trans*-Menschen ebenfalls häufig zu psychischen Belastungen aufgrund von gesellschaftlichen Hürden und Reaktionen des sozialen Umfelds. In diesen Fällen ist es selbstverständlich ebenfalls wichtig, dass Betroffene psychologische Hilfe erhalten.

Ein großer Faktor ist und bleibt dabei die gesellschaftliche Aufklärung und Akzeptanz sowohl zur Geschlechtsidentität als auch der sexuellen Identität und sexuellen Orientierung.

Es gibt aber auch einige Positiv-Beispiele zur Entwicklung des gesellschaftlichen Umgangs mit Geschlechtsidentifikation. So bietet Facebook mittlerweile über 50 Auswahlmöglichkeiten zur Angabe des eigenen Geschlechts. Weiterhin erkannten die australischen Behörden die erste Person als androgyn (weiblich UND männlich) an und stellten dementsprechend den Pass mit dieser Geschlechtsbezeichnung aus.

Asperger-Syndrom bei Kindern: Ratschläge für Eltern

Sobald man Kinder bekommt verändern sich die eigenen Prioritäten schlagartig. Tag und Nacht dreht sich alles um die Kinder. Dabei kann gerade nachts die Elternrolle am schwersten fallen: wenn man mitten in der Nacht aufstehen muss, um sein weinendes Kind zu trösten. In diesen Momenten kann es manchmal vorkommen, dass man sich wünscht, das eigene Kind würde nicht so viel Aufmerksamkeit und Zuneigung einfordern. Aber was passiert, wenn dieser Wunsch auf extreme Weise zur Realität wird? Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich dadurch, dass die Kinder einzelgängerisch sind und Probleme haben ihre Gefühle auszudrücken und Zuneigung zu zeigen. Das kann für die jeweiligen Eltern sehr schwierig sein kann.

Asperger-Syndrom bei Kindern

Wir sprechen hier von Kindern mit Eigenschaften aus dem autistischen Spektrum, die sich vor allem durch Defizite in der Entwicklung der Sozialkompetenzen bemerkbar machen. Die Eltern nehmen in der Regel bereits im Babyalter wahr, dass sich ihr Kind anders entwickelt. Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich zunächst dadurch, dass sie kaum Blickkontakt zu anderen aufbauen, keine Aufmerksamkeit schenken, wenig Ausdruck im Gesicht zeigen, etc.

Das Asperger-Syndrom bei Kindern macht sich aber vor allem ab der Schule deutlich bemerkbar. Sobald sie dort hingehen zeigen sich die Unterschiede im Sozialverhalten im Vergleich zu den Mitschülern noch deutlicher, da letztere in diesem Alter neue soziale Fähigkeiten erlernen. Kinder mit Asperger-Syndrom spielen lieber alleine, hören bei Themen nicht zu, wenn sie diese nicht interessieren und reagieren in bestimmten Situationen unangemessen oder reagieren über. Diese Verhaltensweisen sind aber nicht ausschlaggebend dafür, wie sich das Kind später entwickelt. Das wichtigste hierbei ist die Unterstützung und die Erziehung, die das Kind in seiner Familie und seinem Umfeld erhält. Hierfür geben wir im folgenden ein paar Tipps, die helfen können mit dem Asperger-Syndrom bei Kindern und ihren Besonderheiten besser umzugehen und bestimmte Probleme bewältigen zu können.

Asperger-Syndrom bei Kindern: Wie kann ich mein Kind zuhause unterstützten?

  • Es ist wichtig seinem Kind von Klein auf ein gutes Erziehungs- und Lernumfeld zu schaffen. Im schulischen Bereich ist es sinnvoll das Lernmaterial an die Bedürfnisse von Kindern mit Asperger-Syndrom anzupassen, da sich diese Kinder sehr schnell langweilen und eine niedrige Toleranzgrenze besitzen, wodurch es zu Aufmerksamkeitsproblemen kommen kann. Beispielsweise kann man beim Beibringen der Vokale diese zusammen mit dem Kind aufmalen und ausschneiden und jedem Vokal anschließend eine Stimme und eine Farbe zuordnen.
  • In der Schule und bei Aufgaben im Haushalt ist es sinnvoll Routinen einzuhalten, da das Wohlbefinden des Kindes sehr von der Sicherheit abhängt, die es verspürt. Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich auch dadurch, dass sie diese Sicherheit durch Routine erlangen, da sie so wissen was passiert und sie alles unter Kontrolle haben.
  • Kinder mit Asperger-Syndrom sind häufig sehr perfektionistisch und haben eine niedrige Toleranzschwelle, wenn sie scheitern. Aus diesem Grund kann es sein, dass sie sich schnell frustriert zeigen und ihr Selbstwertgefühl sinkt, wenn sie eine neue Aufgabe nicht richtig ausführen können. Um das zu vermeiden ist es wichtig die Aufgabenschwierigkeit Stück für Stück zu steigern und Aufgaben zu vermeiden, die zu schwierig sein könnten.
  • Auch die Familie muss sich anpassen und die Situation ihres Kindes verstehen. Die Eltern von autistischen Kindern haben oft Schwankungen in ihrem Wohlbefinden, da ihr Kind ihnen wenig oder keine Zuneigung schenkt. Es kann sein, dass das Kind einem nicht immer signalisiert, dass es einen liebt. Wichtig ist hier, dass man nicht vergisst, dass das mit den Einschränkungen zutun hat, die auf das Asperger-Syndrom zurückzuführen sind.
  • Obwohl das eigene Kind das Asperger-Syndrom hat, sollte man es auf keinen Fall unterschätzen. Im Gegenteil, man sollte es immer motivieren. Ihm Raum geben, es ermutigen und das Beste von ihm erwarten: dass es seine Kapazitäten maximal entwickeln können wird. Man darf dabei nicht vergessen, dass das Kind, obwohl es Konzentrationsprobleme hat, durchaus die Fähigkeit hat zu Lernen.
  • Auch wenn man mit Kindern mit Asperger-Syndrom viel Arbeit hat, sollte man die Gefühle und Bedürfnisse des Partners und der anderen Kinder nicht vernachlässigen. Dabei kann man sich in Erinnerung rufen, dass autistische Kinder ebenfalls ihren eigenen persönlichen Raum benötigen und es deshalb nicht notwendig ist, den ganzen Tag hinter ihnen her zu sein.
  • Man sollte sich positive Unterstützung bei Freunden und Verwandten suchen. Eltern von autistischen Kindern müssen ab und zu auch selbst ermutigt werden, weshalb man sich sowohl Freunde als auch professionell Hilfe suchen sollte, mit denen man die eigenen Erfahrungen teilen und sich Ratschläge geben lassen kann. Es ist wichtig positiv und optimistisch zu sein, um das eigene Kind unterstützen zu können. Dabei muss man ruhig bleiben und manche Dinge mit Humor nehmen und über bestimmte Dinge einfach lachen, um Stress und Unwohlsein zu vermeiden.
  • Wichtig ist es ebenso dem Kind ein paar Fähigkeiten beizubringen, damit es sich sozial integrieren kann: dabei kann es sehr hilfreich sein, dem Kind Techniken zu zeigen, mit denen es an einem Gespräch teilnehmen kann. Ebenfalls können dem Kind Sätze beigebracht werden, um mit anderen in Kontakt zu treten wie “Kann ich dir helfen?”, oder “Darf ich mitspielen?”. Das sind ein paar einfache Tricks, die autistischen Kindern dabei helfen, Kontakt zu anderen aufzubauen.
  • Ebenso sollte man sein Kind dazu animieren, das Verhalten anderer Kinder zu beobachten: Viele Erwachsene mit Asperger-Syndrom können gut sozial interagieren, da sie die sozialen Verhaltensweisen von anderen beobachten und imitieren. Die Kinder können dabei das gleiche tun und durch die Beobachtung lernen Augenkontakt zu halten, aufmerksam zuzuhören oder mit anderen zu spielen. Diese Vorgehensweise ist sehr nützlich, da Kinder mit Asperger-Syndrom oft nicht das notwendige soziale Verständnis haben, um intuitiv an sozialen Geschehnissen teilzunehmen.
  • Man sollte aufmerksam die Situationen identifizieren, in welchen das Kind von sich aus auf natürliche Weise soziale Fähigkeiten zeigt: dieses Verhalten sollte man durch Lob verstärken, indem man dem Kind sagt, dass es sehr aufmerksam war oder dass es eine große Hilfe für eine andere Person ist.
  • Ebenfalls ist es wichtig dem Kind zu helfen, seine persönlichen Gefühle und Gedanken zu formen: dabei ist es ratsam mit dem Kind darüber zu sprechen, wie es sich in einer bestimmten Situation gefühlt hat und auch über das, was man selbst in bestimmten Situationen über sein Verhalten denkt und wie man sich diesbezüglich fühlt. Das hilft, dass sich das Kind und die Eltern gegenseitig besser verstehen.
  • Dem Kind sollten Metaphern und rhetorische Figuren beigebracht werden: Kinder mit Asperger-Syndrom verstehen Dinge meist wortwörtlich, weshalb bestimmte Redensarten sie sehr verwirren können. Ihnen die Bedeutung dieser Sätze zu erklären, kann dabei von Hilfe sein.
  • Es sollte ein Sicherheitssatz mit dem Kind vereinbart werden: man kann mit seinem Kind einen Sicherheitssatz ausmachen, den es sagen kann wenn es verwirrt ist oder sich unwohl fühlt. Es kann etwas einfaches sein wie “ich weiß nicht genau, was ich jetzt machen soll” oder “ich verstehe nicht genau, was du sagen möchtest”. Diesen Satz zuhause zu üben, kann helfen die Angst zu verringern, die das Kind in bestimmten sozialen Situationen verspürt, die es nicht versteht.
  • Kinder mit Asperger-Syndrom können Probleme damit haben zu lernen ihre Emotionen zu kontrollieren. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern sie leiten und ihnen beibringen ihre Impulse zu kontrollieren und ihren Ärger durch Worte auszudrücken und nicht durch gewalttätige Reaktionen. Ebenfalls hilft es das Kind toben zu lassen, damit es so seine Energie auf lustige Weise mit Spielen und körperlichen Aktivitäten raus lässt, um anschließend ruhiger zu sein. Das Kind Aufgaben im Haushalt übernehmen zu lassen kann ebenfalls hierzu beitragen.
  • Man darf nicht vergessen ehrlich mit sich und den eigenen Gefühlen zu sein, es ist unmöglich immer die perfekten Eltern zu sein. Wie alle anderen Eltern auch kann man sich ab und zu irren, frustriert oder traurig sein. Das passiert allen und aus Fehlern lernt man schließlich. Man darf mit sich selbst nicht zu streng sein und sich gut behandeln, zurückzublicken und sich vor Augen zu führen, was man schon alles erreicht hat.
  • Zum Schluss nun der beste Ratschlag, den man Eltern von Kindern mit Asperger-Syndrom machen kann: Akzeptiert das Kind so wie es ist. Wenn ein Kind Defizite bei sozialen Fähigkeiten hat bedeutet das nicht, dass es seine Eltern oder andere Menschen um es herum nicht liebt. Die Etappe der Kindheit kann für die Eltern sehr schwierig sein, aber mit Anstrengungen und Konstanz, können diese Kinder zu Erwachsene werden, die in der Lage sind soziale Fähigkeiten zu erlernen. Sie zeigen sich von Mal zu Mal weniger gezwungen sozial interaktiv und können dann all die Zuneigung zurückzugeben, die ihnen die Eltern in der Kindheit geschenkt haben.

Asperger-Syndrom bei Kindern

Das folgende Video zeigt eine Frau, die von ihren Brüdern erzählt und erklärt, dass es teilweise schwierig ist autistische Kinder zu erziehen, diese aber wunderbare Personen sind, von denen wir selbst ganz viel lernen können.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Borja Echeverría, Autor bei CogniFit.

Facebook = Face-Boost? Wie stark wirkt sich unser virtuelles auf unser echtes Sozialleben aus?

Facebook = Face-Boost? Welchen Einfluss haben die Interaktionen mit unseren Freunden bei Facebook auf unser echtes Sozialleben?

Die meisten von uns können spontan mindestens drei gute Gründe für die Nutzung von Facebook nennen:

Mit alten SchulfreundInnen und Urlaubsbekanntschaften in Kontakt bleiben, aktuelle Themen und witzige Videos mit den FreundInnen teilen usw. Und auch der Begriff „Jäger und Sammler“ hat dank Facebook eine neue Bedeutung bekommen. 1.000 FreundInnen und mehr ist heute keine Seltenheit. Doch wie stark wirkt sich unser virtuelles Sozialleben auf unser echtes aus? Und welche Rolle spielen dabei die Quantität und Qualität der FreundInnen? Diesen Fragen sind Wissenschaftler aus Innsbruck nachgegangen.

Sozialleben? Facebook gehört bei vielen längst zum Alltag

Das Aufrechterhalten von Freundschaften und der regelmäßige Austausch mit FreundInnen sind zwei schlagkräftige Gründe für das beliebte soziale Netzwerk. Dies gilt vor allem bei den jungen Facebook-NutzerInnen. Und von ihnen gibt es reichlich: 55% der Internet-UserInnen sind es- um genau zu sein. Facebook gehört bei vielen längst zum Alltag. Aber neben den positiven Interaktionseffekten mit den Facebook-FreundInnen werden auch verstärkt Erfahrungen der Isolation und Zurückweisung gemacht. Erfahrungen, wie das „unfrienden“ rufen negative Emotionen hervor, die sogar an den grundlegenden Bedürfnissen wie Zugehörigkeit, Anerkennung, Kontrolle und einem positiven Selbstbild rütteln können.

„Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen“

So formulierte es die Welt Kompakt einmal sehr treffend. Ihr Ziel dabei war es, den Fokus weg von den quantitativ hohen und frei zugänglichen Medien im Internet und hin auf die Qualität gedruckter Printmedien zu lenken. Auch in der psychologischen Forschung wurde darauf hingewiesen, dass es nicht allein die Anzahl der FreundInnen in den sozialen Netzwerken ist, die das Selbstbild boostet. Eine Forschungsgruppe der Universität Innsbruck hat diese Erkenntnis nun aufgegriffen. Außerdem hat sie sie um die Annahme erweitert, dass vor allem die Qualität, also die Aufgeschlossenheit im Antwortverhalten der FreundInnen, positiv zur Bedürfnisbefriedigung beiträgt.

ForscherInnen untersuchen die Auswirkungen der Facebook-Nutzung auf das Gefühl von Zugehörigkeit und das Selbstwertgefühl

Hierfür wurden zwei Versuche durchgeführt. Die erste Studie untersuchte dabei, ob es einen Unterschied in der Bedürfnisbefriedigung zwischen der Quantität und der Qualität gibt. Die Quantität meint dabei die Anzahl der FreundInnen. Unter Qualität sind die FreundInnen gemeint, die auf Posts, Geburtstage, etc. antworten. Studierende wurden gebeten, die Anzahl der GratulantInnen ihres letzten Geburtstages zu zählen. Anschließend beantworteten sie unter anderem Fragen zu ihren aktuellen Emotionen, ihrem Selbstwertgefühl und dem Gefühl von Einsamkeit. Die Ergebnisse bestätigten die Annahme, dass das Antwortverhalten der FreundInnen eine eindeutige Auswirkung auf die Gefühle und Bedürfnislage der Studierenden hat. Die reine Anzahl an Facebook-FreundInnen wirkte sich hingegen nicht automatisch positiv auf die eigenen Emotionen aus.

In der zweiten Studie wurde zusätzlich die Art und Weise der Antwort untersucht. Dafür wurden die Studierenden gebeten, die Kommentare ihrer FreundInnen zu ihren eigenen letzten drei Posts in negativ und positiv zu unterteilen. Ob die Antwort eher negativ oder positiv war, wirkte sich zwar auch auf den User und seine Emotionen aus, allerdings nicht in großem Maße- getreu dem Motto: „Hauptsache ich bekomme irgendeine Antwort.“

Zusammengefasst – Was kann ich tun?

Die Auswirkung virtueller Interaktionen auf das Sozialleben eines Einzelnen sind also nicht zu unterschätzen. Deswegen sollten wir uns der Konsequenzen unserer Handlungen im Internet genauso bewusst sein, als würde wir unseren FreundInnen auf der Straße treffen. Aber eins hat die Studie noch gezeigt: Effekte realer Begegnungen sind deutlich stärker als die, der virtuellen Zusammentreffen. Sie können daher auch negative Gefühle verbessern. Vielleicht sollten wir daher beim nächsten Geburtstag eines Freundes/ einer Freundin unsere Anerkennung lieber gleich durch einen Blumenstrauß zum Ausdruck bringen. …denn Blumen sagen bekanntlich mehr als 1.000 Facebook-Kommentare.

 

Referenz:

Greitemeyer, T., Mügge, D. O., & Bollermann, I. (2014). Having responsive Facebook friends affects the satisfaction of psychological needs more than having many Facebook friends. Basic and Applied Social Psychology36(3), 252-258.

Asperger-Syndrom: Filme um dieses Phänomen besser zu verstehen

Asperger-Syndrom Filme: Das Asperger-Syndrom ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung und gehört zum autistischen Spektrum. Personen mit Asperger-Syndrom haben in der Regel einen normalen bis erhöhten Intelligenzquotienten, äußern jedoch Defizite in Bereichen der sozialen Interaktion und Motorik. Zusätzlich zeigen sie Besonderheiten in ihrer Art zu Sprechen, indem sie beispielsweise zu einer hochgestochenen Sprache neigen. Diese Verhaltensweisen können zu großen Problemen bei der Integration beispielsweise in einer Schulklasse führen, da sie oft als sonderbar wahrgenommen werden. Kennt man persönliche keine Menschen mit Asperger-Syndrom, so kann es relativ schwer fallen zu verstehen, wie diese Menschen fühlen und handeln und welche Konsequenzen dies für sie und ihre Umwelt hat.

Was ist das Asperger-Syndrom?

Filme bieten die einzigartige Gelegenheit sich anderen Realitäten und Sichtweisen zu nähern, in diese Welten einzutauchen und über sie nachzudenken. Demnach sind Filme eine gute Möglichkeit, um das Asperger-Syndrom besser zu verstehen. Die Filmindustrie war schon immer eine Plattform, um bestimmten Krankheiten, Störungen oder Besonderheiten eine höhere Sichtbarkeit und Akzeptanz zu verschaffen. Durch die Figuren im Film erfahren wir, wie sich diese Menschen fühlen und handeln, was uns hilft diese besser nachzuvollziehen, zu verstehen und mit den Personen zu sympathisieren. Auch hilft es die Distanz und Vorurteile abzubauen und somit zu einer Normalisierung der Art der Betroffenen beizutragen.

Im Folgenden werden fünf Filme vorgestellt, die helfen können die Welt der Menschen mit Asperger-Syndrom besser zu verstehen (Hier Ratschläge für Eltern von Kindern mit dem Asperger-Syndrom). Einige der Figuren sind mit dem Asperger-Syndrom diagnostiziert, andere zeigen einige Charakteristika des Syndroms.

Asperger-Syndrom Filme. Diese fünf  Filme bieten einen Einblick in die Welt mit Asperger

Asperger-Syndrom Filme: Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet ? (Adam Elliot, 2009)

Mary & Max ist ein Knetanimationsfilm, der die Geschichte zweier eigenartiger Freunde erzählt: ein einsames achtjähriges Mädchen, das in einem Vorort von Melbourne lebt und ein 44-jährigen Mann mit Asperger-Syndrom aus New York. Durch Zufall entsteht zwischen den beiden eine Brieffreundschaft, die sie über viele Jahre aufrecht erhalten und zu einer guten Freundschaft entwickeln. Ein rührender Film, der einen die beiden Charaktere schätzen und lieben lehrt.

Asperger-Syndrom Filme: Mozart und der Wal (Petter Næss, 2005)

Dieser Film zeigt die Liebesgeschichte zwischen zwei Personen mit Asperger-Syndrom. Donald, der als Taxifahrer arbeitet, eröffnet eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Asperger-Syndrom. Im Rahmen dessen lernt er Isabelle kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die im Laufe des Films immer wieder auf die Probe gestellt wird.

Asperger-Syndrom Filme: Adam – Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere (Max Mayer, 2009)

Ein weiterer romantischer Film, in welchem Adam, ein junger Mann mit Asperger-Syndrom, sich in seine neue Nachbarin Beth verliebt. Adam hat eine große Leidenschaft für das Weltall, worin sich seine Andersartigkeit widerspiegelt. Die Geschichte erzählt die Schwierigkeiten und Missverständnisse die das Paar erlebt und wie sie mit ihnen umgehen.

Asperger-Syndrom Filme: Ben X (Nik Balthasar, 2007)

Ben ist ein autistischer Junge, der in der Schule gemobbt wird. Um dieser Realität zu entfliehen, flüchtet er sich in das Spiel ArchLord, ein beliebtes Online-Videospiel. Hier kann Ben der Held sein, der er in der echten Welt nicht ist. Der Film zeigt nicht nur wie es ist mit Asperger-Syndrom zu leben, sondern beleuchtet auch die emotionalen Konsequenzen von Mobbing, unter welchen viele Menschen mit Asperger-Syndrom leiden, weil sie als “komisch” angesehen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=2wWbcDZcwjE

Asperger-Syndrom Filme: Verblendung – The Girl with the Dragon Tattoo (David Fincher, 2011)

Der Film basiert auf der Bestseller Trilogie Millenium von Stieg Larsson. Es wird die Geschichte des Journalisten Mikael Blomkvist und der Hackerin Lisbeth Salander erzählt. Salander ist Blomkvist bei seinen Nachforschungen zu einem mysteriösen Fall eine große Hilfe ist. Obwohl weder in den Büchern noch im Film davon gesprochen wird, dass Salandar das Asperger-Syndrom hat, weist ihre Figur einige typische Charakteristika auf. Beispielsweise hat sie Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen, ein fotografisches Gedächtnis und außerordentliche Fähigkeiten als Hackerin. Aus diesem Grund wurde der Film mit in die Liste aufgenommen.

Übersetzt aus dem Spanischen: Cristina Nafría, Neuopsychologin bei CogniFit.

 

Entwicklungsstufen nach Piaget – Entwickelt sich mein Kind seinem Alter entsprechend?

Woher weiß ich, ob mein Kind seinem Alter entsprechend gewisse Fähigkeiten entwickelt? Wie denken Kinder und was sind die Phasen ihrer Entwicklung? Ist es normal, dass sie sprachliche oder logische Fehler machen? Die Entwicklungsstufen nach Piaget erklären die Phasen der Kindesentwicklung auf verständliche Art und Weise. Finde in diesem Post heraus, ob dein Kind sich seinem Alter entsprechend entwickelt. Wir klären all deine Zweifel!

Piagets Theorie: Entwicklungsstufen von Kindern

Piaget ist aufgrund seiner Erkenntnisse über die Kindheit und die Intelligenzentwicklung von Kindern einer der berühmtesten Psychologen der Geschichte. Sein Leben lang widmete er sich der Erforschung der verschiedenen Wachstumsphasen und wie sich in diesen Phasen unsere Lern-, Denk- und kognitiven Entwicklungsmodelle verändern. Dieser Artikel erläutert die Theorie Piagets zu den Entwicklungsstufen und bietet eine Erklärung zu den verschiedenen Phasen der Kindesentwicklung.

Piaget: Theorie

Piagets Theorie besagt, dass Kinder gemäß ihres Intellekts und ihrer Fähigkeit, reife Beziehungen wahrzunehmen, spezifische Phasen durchlaufen. Diese Phasen der Kindesentwicklung treten bei jedem Kind in jedem Land in einer festen Reihenfolge auf. Allerdings kann das Alter in welchem die Phasen auftreten von einem Kind zum anderen leicht variieren.

Es kommt häufig vor, dass Kinder in jungen Jahren sich nicht so in andere einfühlen können, wie es ein Erwachsener machen würde und “egozentrisch denken”. Dies tun sie ihrem Alter und Fähigkeiten entsprechend, genauso wie es normal ist, dass Kinder Fehler begehen.

In der Kindheit findet eine natürliche Entwicklung statt, bei der die Kinder “zu denken beginnen”, oder besser gesagt, mit der Welt, in der sie leben, zu interagieren. Das bedeutet eine Reihe von Entwicklungsveränderungen im Leben des Kindes, gekennzeichnet durch Phasen während der gesamten Kindheit, von der Geburt an bis zur Präadoleszenz. Diese Phasen, in denen sie gewisse Fertigkeiten entwickeln, sind gegenwärtig in die “Entwicklungsstufen von Piaget” unterteilt.

Was ist Piagets Theorie? Jean Piaget (schweizer Psychologe und Biologe) führte zahlreiche Studien zur Kindheit durch und teilte diese in Phasen ein, sogenannte Stadien. Piagets Theorie nimmt an, dass sich die Entwicklung des Kindes in entsprechende Phasen unterteilen lässt, die vom Alter des Kindes abhängen.

Piagets Stadien beschreiben eine Gesamtheit an relevanten Gegebenheiten im frühkindlichen Entwicklungsprozess. Beispielsweise kann die Sprechweise, die Kinder benutzen, mit dem Alter sehr stark variieren (Gebrabbel, erfundene Wörter, Pseudo-Wörter, in der dritten Person von sich selbst sprechen …), genau wie die Art des Denkens (egozentrisches Denken, bei dem alles sich um das dreht, was das Kind sieht oder glaubt), oder auch körperliche Fertigkeiten (Reflexe benutzen, krabbeln, dann gehen, laufen …). Diese komplette Entwicklung findet in den Stadien von Piaget kontinuierlich und fortschreitend in einem ungefähren Altersabschnitt statt.

Die Grundannahmen Piagets. Als Basis seines Entwicklungsmodells geht Piaget davon aus, dass wir Menschen mit zwei grundlegenden Tendenzen auf die Welt kommen. Die erste dieser beiden Tendenzen ist die Adaptation, sprich unsere Anpassungsfähigkeit an die Umwelt. Diese Fähigkeit gliedert sich wiederum in zwei komplementäre Prozesse: die Assimilation, hier verändert man die Umwelt um diese an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse anzupassen und die Akkommodation, bei der das eigene Verhalten an die Umwelt angepasst wird. Laut Piagets Theorie streben alle Menschen danach durch Assimilation und Adaptation ein Gleichgewicht zwischen sich und ihrer Umwelt herzustellen um harmonisch leben zu können. Die zweite Tendenz die Piaget als Basis seiner Theorie postuliert ist die Organisation, bei der die eigenen Prozesse in kohärente Systeme integriert werden. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Kleinkind nachdem es die Augen-Hand-Koordination gelernt hat, Beobachtungen und Handlung in ein System integrieren kann und nach etwas bestimmtem greift, während es danach schaut. Dies ist ein Prozess den Kinder erst erlernen müssen, Neugeborene können diese Integration noch nicht. Diese Annahmen bilden die Basis des Lernens und somit die Grundsteine für die Entwicklungsstufen Piagets.

Tritt in Piagets Theorie jede Entwicklungsphase oder jedes Entwicklungsstadium in einem exakten Moment auf?

Nein, sie müssen nicht in einem exakten Moment auftreten, aber wir können davon ausgehen, dass es sensible Zeiträume in jedem Alter gibt, in denen es wahrscheinlicher und üblicher ist, dass sich bestimmte Fähigkeiten entwickeln können. Es ist wahrscheinlicher, dass sich eine bestimmte Fähigkeit in einem bestimmten Alter entwickelt, zum Beispiel beim Spracherwerb wären das die ersten Worte, wenn das Kind in etwa 1 Jahr alt ist, aber die Sprache wird sich bis zum siebten Lebensjahr nicht vollständig entwickeln und auch dann noch einen beschränkten Wortschatz besitzen, der in den folgenden Jahren ansteigen wird.

Entwicklungsstufen des Kindes nach der Theorie von Piaget

Piaget schlug 4 Entwicklungsstufen von Kindern vor: 1. Stadium der sensomotorischen Intelligenz (Kinder von 0-2 Jahren), 2. Stadium der präoperationalen Intelligenz (Kinder von 2-7 Jahren), 3. Stadium der konkret-operationalen Intelligenz (Kinder von 7-11 Jahren), 4. Stadium der formal-operationalen Intelligenz (Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren, bis ungefähr 19 Jahre). Im Folgenden beschreiben wir die Entwicklungsstufen von Piaget näher.

1. Kindesentwicklung: Stadium der sensomotorischen Intelligenz (Kinder von 0-2 Jahren)

Dieses Entwicklungsstadium Piagets zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind ein Verständnis für seine Umwelt, in der es sich bewegt, entwickelt. Es koordiniert die sensorische Erfahrung mit seiner körperlichen Bewegung, diese Prozesse werden im Gehirn integriert. In diesem Zeitraum ereignet sich eine Weiterentwicklung der angeborenen Reflexe.

  • Es ist erwiesen, dass Kinder in diesem Alter eine Vorliebe für bunte Reize haben, die glänzen, sich bewegen und hohe Kontraste aufweisen.
  • Außerdem bilden sie Konzepte, indem sie ein Ereignis mit ihrem eigenen Körper nachzuahmen versuchen, zum Beispiel, indem sie ein Geräusch machen, während sie auf ein Spielzeug schlagen, einen Gegenstand werfen, oder an einer Decke ziehen um an einen Gegenstand, der auf der Decke ist, zu gelangen, etc. In diesem Alter ahmen die Kinder auf zufällige Art und Weise Ereignisse nach und experimentieren so mit ihrem eigenen Körper und es schärfen sich die Sinne.
  • Erster Kontakt des Babys mit der Sprache: Der erste Kontakt des Babys mit der Sprache findet im Mutterleib statt, während der Schwangerschaftsmonate beginnt es, sich an die elterlichen Stimmen zu gewöhnen. Untersuchungen belegen, dass sie den Klang der menschlichen Stimme in ihren ersten Lebenstagen allen anderen Geräuschen vorziehen. Es ist verwunderlich wie sehr sie an Sprache gewöhnt sind, denn von dem Moment an, in dem das Baby zur Welt kommt, hat es die erstaunliche Fähigkeit den Klang der Stimme zu erkennen. Untersuchungen von Casper und Spence zeigten außerdem, dass sich die Kinder besonders von der Sprechweise ihrer Mutter angezogen fühlen, die sie identifizieren, bevor sie die Stimme von Fremden erkennen.
  • Wie kommunizieren Kinder von 0 bis 2 Jahren? Direkt nach der Geburt ist die beste Art der Kommunikation des Babys das Weinen, da es keine anderen Laute von sich geben kann (es ist körperlich nicht dafür ausgestattet). Während der ersten Monate benutzt es unbeabsichtigt prälinguistische Ausdrücke durch Lächeln und Weinen, die später zielgerichtet werden, wenn sie lernen, diese zur Kommunikation zu nutzen. Auf alle Fälle interpretieren die Eltern, was das Kind macht, wenn es weint oder lächelt, und so findet eine erste nicht beabsichtige Kommunikation vom Baby aus statt. Mit etwa 6 Monaten kommt das erste Gebrabbel mit Konsonant-Vokal, zum Beispiel “bababa”. Die ersten flüssigen Worte bringt das Baby hervor, wenn es ungefähr 12 Monate alt ist.

2. Kindesentwicklung: Stadium der präoperationalen Intelligenz (Kinder von 2-7 Jahren)

Dies ist die zweite Entwicklungsstufe von Piagets Theorie. Ab 3 Jahren geschieht etwas Wichtiges im Leben des Kindes, die Einschulung bzw. die Aufnahme in den Kindergarten. Dies setzt eine sehr wichtige soziale Komponente voraus.

  • Das Kind beginnt mit anderen, besonders Gleichaltrigen, in Beziehung zu treten, da vor diesem Moment seine einzigen Beziehungen die zur Familie waren.
  • Wie kommunizieren die Kinder von 2 bis 7 Jahren? Obwohl zwischen 3 und 7 Jahren eine riesige Steigerung des Wortschatzes stattfindet, werden die Kinder in der frühen Kindheit durch ein “egozentrisches Denken” gelenkt, das heißt, das Kind denkt auf seine individuellen Erfahrungen bezogen, was verursacht, dass sein Denken noch statisch, intuitiv und nicht logisch ist. Deshalb kommt es häufig vor, dass Kinder bis 6 Jahre sowohl beim Interpretieren als auch beim Ausdrücken eines Ereignisses Fehler machen.
  • In der dritten Person zu sprechen während von sich selbst gesprochen wird ist ganz normal in dieser Phase, denn das “Ich”-Konzept, das es von dem Rest der Welt trennt, ist noch nicht ganz definiert.
  • Kinder in diesem Alter, zwischen 2 und 7 Jahren, sind sehr neugierig und lernfreudig, deshalb fragen sie ihre Eltern oft nach dem “Warum”.
  • In dieser Phase schreiben Kinder Gegenständen menschliche Gefühle oder Gedanken zu. Dieses Phänomen nennt man Animismus.

Das “egozentrische Denken” nach Piagets Theorie: Warum können sich die Kinder in dieser Entwicklungsstufe nicht in andere hineinversetzen? Diese Tatsache hängt mit der “Theory of Mind” zusammen, die sich auf die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen bezieht. Kinder haben diese Fähigkeit bis zum Alter von 4 oder 5 Jahren nicht. Deshalb denkt das Kind bis zu diesem Alter, dass “die anderen genau so wie es selbst sehen und denken”. Diese Theorie hilft uns zu erklären, warum Kinder bis 5 Jahre nicht lügen oder Ironie benutzen können.

Jede dieser Beschränkungen im prä-logischen Stadium wird nach dem 6. oder 7. Lebensjahr in der nächsten Entwicklungsstufe überwunden und festigt sich bis zum Alter von 14 oder 15 Jahren.

3. Kindesentwicklung: Stadium der konkret-operationalen Intelligenz (Kinder von 7-11 Jahren)

In diesem vorletzten Stadium von Piagets Entwicklungsstufen beginnen die Kinder logisches Denken in konkreten Situationen anzuwenden. In dieser Phase können sie Aufgaben, wie mathematische Vorgänge, auf komplexerem Niveau anhand von Logik ausführen. Nichtsdestotrotz, obwohl sie große Fortschritt im Vergleich zum prä-logischen Stadium gemacht haben, können sie in diesem Entwicklungsstadium die Logik nur mit gewissen Begrenzungen anwenden: Das Hier und Jetzt ist immer einfacher für sie. Das abstrakte Denken wird in diesem Alter noch nicht genutzt. Das bedeutet, es ist weiterhin kompliziert für Kinder in diesem Alter Kenntnisse auf ein Thema anzuwenden, dass sie nicht kennen.

4. Kindesentwicklung: Stadium der formal-operationalen Intelligenz (Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren)

Diese letzte Phase der Entwicklungsstufen von Piaget zeichnet sich durch den Erwerb des logischen Denkens unter allen Umständen, inklusive des abstrakten Denkens, aus.

  • Die Neuheit in dieser letzten Phase im Bezug auf die Intelligenz des Kindes ist, wie Piaget hervorhebt, die Möglichkeit Hypothesen aufzustellen über etwas, was sie nicht konkret so gelernt haben.
  • Hier beginnt sich das Lernen als “ein Ganzes” zu etablieren, und nicht, wie im vorherigen Stadium, auf eine konkrete Art und Weise.

Phasen der Kindesentwicklung nach Piaget

Laut Piaget Verzögerung in der Entwicklung meines Kindes – Muss ich mir Sorgen machen?

  • Zuallererst: Geduld. Es ist wahr, dass es sensible Phasen für den Spracherwerb (entdecke hier die Vorteile von Zweisprachigkeit) gibt, genau wie für andere Arten von Fähigkeiten, wie Motorik, kognitive Entwicklung, Lesen etc. Aber nach Piagets Theorie darf man nicht vergessen, dass alles nach einem kontinuierlichen Prozess abläuft, der sich nach und nach bildet. Dabei können manche Kinder etwas länger brauchen um etwas zu lernen, andere hingegen etwas frühreif sein. Obwohl dies nur eine Zusammenfassung von Piagets Theorie ist und den verschiedenen Phasen der Kindesentwicklung, muss angemerkt werden, dass das angegebene Alter nur ein Richtwert ist um statistische Vergleiche anstellen zu können. Manchmal brauchen Kinder etwas länger, um eine Fähigkeit zu erlernen, dies muss keine negativen Konsequenzen zur Folge haben.
  • In anderen Fällen, wenn das Kind zum Beispiel eine längere Zeit nach der Einschulung wirklich Schwierigkeiten bei der Kommunikation, beim Spielen oder beim generellen Zurechtkommen mit den anderen hat oder auch sich auf eine ganz andere Weise Kenntnisse aneignet, als die anderen, ist es angebracht, das Kind zu einem Spezialisten zu bringen (Psychologe sowohl in der Schule als auch außerhalb und Kinderarzt zur Orientierung).
  • Sollte das Kind aber weder Probleme haben noch Pathologien aufweisen, sondern einfach etwas länger brauchen oder Schwierigkeiten in einem bestimmten Bereich haben, ist es wichtig das Kind zuhause und in der Schule zu motivieren und ihm die Hilfe zu bieten, die es braucht. Wenn das Kind länger braucht um seine Aufgaben zu erledigen oder in gewissen Momenten Schwierigkeiten hat oder seine Entwicklung nicht genau mit den Entwicklungsstufen von Piaget übereinstimmt, kein Grund zur Panik. Das bedeutet keinesfalls, dass das Kind in der Zukunft Probleme haben wird oder seine Fähigkeiten nicht erfolgreich ausbilden wird, wenn es dabei Hilfe bekommt und sich anstrengt.
  • Denk daran, dass ein dreijähriges Kind nicht lügen kann (daher kommt die Redensart “Kindermund tut Wahrheit kund”), sie teilen nur ein Stückchen ihrer Weltsicht mit, von “ihrem eigenen Fenster” aus. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, dass sie keine Erwachsenen sind und erst lernen müssen sich in einer Welt zurechtzufinden in der sie Schritt für Schritt immer unabhängiger werden. Aber von Geburt machen Kinder große Fortschritte um etwas Neues zu lernen, und wir Erwachsenen sollten alles dafür tun um mehr über ihre Welt lernen und ihnen dabei zu helfen, voranzukommen und jede Hürde zu meistern.
  • Dabei können Eltern auch das Selbstwertgefühl ihrer Kinder fördern und ihnen so zu einer starken Persönlichkeit helfen.

Piagets Theorie der Entwicklungsstufen beschreibt neben der sehr vollständigen Erklärung der verschiedenen Entwicklungsstadien von Kindern auch die Magie die von Kindern ausgeht, mit ihrem egozentrischen Denken, ihrer Neugierde auf ihre Umwelt und ihre Unschuld. All dies sollte uns dazu anregen darüber nachzudenken, dass wir Erwachsenen lernen sollten, Kinder zu verstehen, zu unterstützen, zu motivieren und jede Phase mit ihnen zu genießen.

 

Quelle: Eva Rodriguez Weisz, Psychologin bei CogniFit.

 

 

Wie lernt das Gehirn? Faktoren, die den Lernprozess unterstützen

Wie lernt das Gehirn? Neue Lernstrategien können wir dann entwickeln, wenn wir verstehen, wie das Gehirn lernt. Die traditionellen Lehrmethoden sind überholt und es ist Zeit, Alternativen in der Neurodidaktik zu suchen. In diesem Artikel wird erklärt, wie das Gehirn lernt. Außerdem finden sich einige Tipps, die das Lernen vereinfachen können.

Wie das Gehirn lernt. Bild: Natasha Connnell, Unsplash.com

Wie lernt das Gehirn? Immer wieder eine bestimmte Information zu wiederholen, bis wir es schaffen, sie auswendig zu lernen, ist nicht die beste Art zu lernen. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Faktoren wie Überraschung, Motivation, Emotion, Sport, Neuheit oder Teamarbeit unentbehrliche Zutaten zur Unterstützung und Förderung des Lernen und der Kenntnisse sind.

Die Erziehungsstrategie, der wir zurzeit folgen, ist nicht die optimalste. Um dabei helfen zu erziehen und besser zu lernen, sollten wir beginnen, in den Schulen die Erkenntnisse darüber, wie unser Gehirn lernt, anzuwenden. Monotone Informationsfolgen lehren uns nicht, wie wir der Welt begegnen sollen. Wir lernen nicht beim Auswendiglernen, sondern beim Erleben, beim Involvieren und beim Üben mit unseren Händen.

Um zu lernen ist es notwendig eine neue Strategie einzuführen, die es schafft die Lethargie aus unseren Köpfen zu vertreiben. So unterstützen wir nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch das Gedächtnis. Die neue und auffallende Information wird tiefer in unserem Gehirn gespeichert. Nach einer Studie des Technologischen Instituts von Massachusetts (MIT) liegt die Gehirnaktivität während einer Unterrichtsstunde im gleichen Bereich wie beim Fernsehen, das heißt, bei praktisch Null. Mit endlosen Vorträgen, bei denen die Schüler mit Information bombardiert werden, erreichen wir den gegenteiligen Effekt zu dem was wir eigentlich suchen.

Laut dem Neuropsychologen J.R. Gamo muss das Gehirn erregt sein, um zu lernen. Wenn das Gehirn neuartige Informationen aufnimmt, verarbeitet dies die rechte Gehirnhälfte (die mit der Intuition, den Bildern und dem kreativen Denken verknüpft ist).

Deswegen spielen die Sprache und der Vortrag, den ein Lehrer seinen Schülern im Unterricht hält, keine wichtige Rolle beim Lernen. Im Gegenteil, er sorgt dafür, dass die Schüler abschalten und sich leicht ablenken lassen.

Um zu verstehen, wie das Gehirn lernt, ist es wichtig zu wissen, wie es fühlt, und wie es Informationen verarbeitet und speichert.

Plattform Neurodidaktik von CogniFit: Wie lernt das Gehirn?

Neuerdings kann man immer häufiger das Präfix “Neuro-” in Verbindung mit verschiedenen Wissenschaften finden. Dies hat die Kreierung neuer Disziplinen wie dem Neuromarketing, der Neurotechnologie, der Neurolinguistik und der Neurodidaktik hervorgebracht. Dies ist so, da die Neurowissenschaft eine immer wichtigere Rolle bei der Erklärung der wissenschaftlichen Realität spielt. Die Funktionsweise des Gehirns zu kennen hilft dabei, Phänomene besser zu verstehen. Beispielsweise das Phänomen, mit dem wir uns gerade beschäftigen: wie das Gehirn lernt.

Die Neurodidaktik vereint die Kenntnisse und Methoden der Neurowissenschaften hin zur Unterstützung des Lernprozesses, um uns dabei zu helfen, besser zu lehren und effizienter zu lernen. Von CogniFit und um die Betreuung von verschiedenen Lernbedürfnisse zu unterstützen, wurde die neurodidaktische Plattform für Schulen und Lehrer gegründet. Es handelt sich um eine Plattform der Neurodidaktik, die von Experten der Neuropsychologie kreiert wurde. Sie hilft Lehrkräften, die nicht in Psychopädagogik spezialisiert sind, die Lernprozesse der Schüler zu bewerten und bessere Resultate bei ihnen zu erzielen.

Faktoren, die das Lernen unterstützen. Lernen zu lernen

1- Wie lernt das Gehirn? Beim Lernen ist ein Bild mehr wert als tausend Worte

In sehr bekannten oder Routine-Situationen wird das Gehirn faul. Der Schlüssel ist es, die Suche nach Neuheit des menschlichen Gehirns zu nutzen. Um zu lernen, benötigt unser Gehirn neue Reize.

Wie lernt das Gehirn? Eine gute Idee besteht darin, im Unterricht vom Linguistischen zum Visuellen zu wechseln. Den theoretischen mündlichen Vortrag durch einen Vortrag, der von Bildern, Concept-Maps, Videos und anderen audiovisuellen Materialien ersetzen, die den Schüler anregen und seine Beteiligung am Lernen unterstützen.

Bei neuartigen Reizen wird der komplette Cortex des Gehirns aktiviert. Es handelt sich um ein physiologisches Merkmal, das dazu dient, jede Art von Reiz, unabhängig seiner Natur, zu bewältigen. Diese Besonderheit kommt unserer Lernfähigkeit zugute. Es ist nicht schwieriger als Veränderungen in unseren Vortrag einzubauen, wie Gesten, Gesichtsausdrücke, Augenkontakt oder Veränderungen in der Intonation. Aber es gibt nichts, was das Gehirn mehr aktiviert als ein neues Bild oder ein unterhaltsames Video. Wenn wir es schaffen, dass der ganze Cortex aktiviert wird, unterstützen wir ein integraleres Denken, das wenig mit dem Zwangsauswendiglernen zu tun hat und stark mit einem effizienten und nachhaltigen Lernen verknüpft ist.

2- Wie lernt das Gehirn? Begeisterung ist wichtig für das Lernvermögen

Wir erinnern uns sicher alle noch an einen Lehrer oder Lehrerin, der oder die uns im Guten oder im Schlechten geprägt hat. Wenn wir berücksichtigen, wie das Gehirn nach der Neurowissenschaft lernt, gibt es dafür eine ganz einfache Erklärung.

Die Emotion und die Erkenntnis sind eng miteinander verknüpft und der anatomische Aufbau des Gehirns steht mit dieser Beziehung im Einklang. Die Information, die wir aufnehmen, reist zunächst durch Systeme wie das limbische System, der primitive oder emotionale Teil des Gehirns. Danach wird sie zum Cortex gesendet, dem analytischsten und phylogenetisch neuesten Teil.

Der emotionale Teil ist mit Strukturen die relevant für das Überleben sind, wie der Amygdala, verknüpft. Aus diesem Grund ist die Amygdala dafür verantwortlich, eine Erinnerung effizienter zu festigen. Es ist wichtig, zu diesem emotionalen Teil zu gelangen, damit die Information bleibt und das Lernen wirkungsvoll ist. Wie das Gehirn lernt: Zum Beispiel ist das Geschichtenerzählen eine wundervolle Art, subkortikale Strukturen zu aktivieren und besser zu lernen.

Diesbezüglich hat der mexikanische Neurologe Jaime Romano ein Modell, das als Neuropyramide bekannt ist, erstellt. Das Modell besteht aus sechs Stufen, auf denen dargestellt wird, was mit der sensoriellen Information geschieht, bis sie sich in etwas Gelerntes umwandelt. Er entdeckte, dass die Informationsverarbeitung stark mit emotionalen Vorgängen zusammenhängt.

Laut Romano: “Wir möchten die emotionalen und mentalen Fähigkeiten der Studenten verbessern, die Rechen- und Verständnisvorgänge und dies wird dazu führen, dass sie besser lernen zu rechnen, zu lesen und Texte zu verstehen, ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu halten.”

2- Wie lernt das Gehirn? Mit anderen zu arbeiten stimuliert

Das Gehirn wird stimuliert, wenn wir mit anderen interagieren und die Motivation steigt. Wenn wir motivierte Schüler haben, haben wir aufmerksame Schüler; und wenn wir aufmerksame Schüler haben, ist es wahrscheinlicher, dass das Gelernte bedeutsam ist und sie es ihr Leben lang erinnern.

Wie das Gehirn lernt: Das kooperative Lernen erweist sich als sehr nützlich bei der Entwicklung von Sozialkompetenz, Gefühle der Selbsteffizienz, Begünstigung des Mitgefühls und der Fähigkeit, zuzuhören, unter anderem. Diese Art von Aufgabe hat viele Vorteile, vorausgesetzt, dass sie von einer kooperativen Perspektive aus erwogen wird und keiner kompetitiven oder individualistischen. Dafür ist es notwendig, dass jeder Einzelne seine Ziele nur dann erreicht, wenn die anderen auch ihre erreichen. Untersuchungen diesbezüglich haben schlussgefolgert, dass kooperative Situationen höher als kompetitive und individualistische stehen.

3- Wie lernt das Gehirn? Die IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie), ein Alliierter beim Lernprozess

Die Informations- und Kommunikationstechnologie fördert die Haltung der Aufmerksamkeit und regt die kreativsten Teile unseres Gehirns an.

Marc Prensky, Fachmann für Bildung, bestätigt, dass das heutige Bildungssystem anachronistisch ist und durch ein anderes Zeitgemäßeres ersetzt werden sollte. Es ist nicht sinnvoll, die Technologie des 21. Jahrhunderts zur Verfügung zu haben und weiterhin wie vor 200 Jahren zu unterrichten.

Wie das Gehirn lernt: Um die Emotionen zu erreichen und Material zu nutzen, dass den Schülern bedeutsam erscheint, ist es unabdingbar, die IKT zu nutzen. Wir müssen uns bewusst darüber sein, dass wir mit Digital Natives arbeiten und somit das digitale Format am attraktivsten erscheinen wird.

Der interaktive Ansatz, den die Informations- und Kommunikationstechnologien verfolgen, unterstützt dabei, dass die Aufmerksamkeit nicht abfällt. Das audiovisuelle Material begünstigt außerdem die Informationsspeicherung.

All dies sind Vorteile, wenn wir die IKT richtig benutzen können, um den Lernprozess im Klassenraum anzuregen und zu ergänzen.

3- Wie lernt das Gehirn? Spielen oder Sport machen ist auch Lernen

Die körperliche Aktivität begünstigt, dass die Muskeln ein Protein absondern, dass im Gehirn die Neuronenplastizität unterstützt. Diese Plastizität schlägt sich in einer Erhöhung der Zahl von Neuronenverbindungen und Synapsen nieder.

Es ist ein Fehler, die Schüler von sportlichen Aktivitäten abzumelden, da diese den Lernprozess und die Speicherung begünstigen. Laut Professor David Bueno von der Universität von Barcelona ist es ebenso notwendig im Klassenraum zu lernen wie der Entwicklung und persönlichen Freizeit Gewicht zu verleihen.

4- Wie lernt das Gehirn? Das Gehirn lernt durch den Kontakt mit der Natur

Es ist problematisch, dass die Schule im Klassenzimmer auf einem Stuhl sitzend stattfindet. Unbeweglich wird auf einem Stuhl gesessen und die Information auf passive Art aufgenommen. Der Schüler sollte aktiv am Lernprozess teilnehmen. Aber genau so wie wir wollen, dass die Schüler intellektuell aktiv sind, ist es auch, dass sie körperlich aktiv sind. Deswegen ist es sehr vorteilhaft, im Rahmen der Möglichkeiten, aus dem Klassenraum zu gehen, um zu lernen. Schon mit dem Verlassen des Klassenraums beginnen wir neue Gehirnstrukturen zu aktivieren, die sehr positiv für den Lernprozess sind. Am idealsten ist es aber dies in der Natur durchzuführen.

Wenn wir darauf achten, wie das Gehirn lernt, ist die Natur die perfekte Umgebung zum Lernen, besonders in jungem Alter.

In der Welt der Natur können wir eine Vielzahl an Reizen finden, in unterschiedlichen Formen, Farben, Bewegung, Tiefen. Diese Unmenge an Eigenschaften, neben dem Vorteil, draußen zu sein, begünstigen das effiziente Lernen. So erreichen wir die besten Ergebnisse im Unterricht mit den geringsten Kosten.

5- Wie lernt das Gehirn? Gute Erholung ist fundamental für den Lernprozess

Gelegentlich übersehen wir die Wichtigkeit einer guten Ernährung für das Gehirn (das Gehirn braucht  Vitamine), oder die einer guten Erholung für den Lernprozess. Die Erholung hängt eng mit den Prozessen zusammen, die so wichtig für den Lernprozess sind, wie die Erinnerung, die Aufmerksamkeit und die Motivation.

Die akademischen Zeiten sind für gewöhnlich am Morgen und sind normalerweise nicht synchron zum biologischen Rhythmus der Schüler. Dies liegt teilweise daran, dass die Gewohnheiten (Fernsehen, Abendessen, Videospiele, spät schlafen gehen) nicht förderlich für die Erholung sind. Vor dem Schlafen Fern zu sehen bedeutet eine hohe Stimulierung des Nervensystems, was den Schlaf erschwert. Dies ist bei Videospielen, Computer, Handy und anderen technologischen Geräten ähnlich. Ein spätes Abendessen kurz vor dem Schlafengehen verhindert eine angemessene Verdauung, was die Erholung erschwert. Und spät schlafen zu gehen bringt weniger Schlaf mit sich und dies schädigt den Körper beim frühen Aufstehen.

So finden wir Schüler, die wie lustlose Zombies zur Schule kommen. Wir können vermeiden, dass es so negativ ist zur Schule zu gehen, indem wir eine Routine vor dem Schlafengehen erschaffen. Exzessive Stimulation, wenig Schlaf oder Essen vorm Schlafengehen sollten vermieden werden.

Danke fürs Lesen! Ich hoffe, dass ihr den Artikel darüber, wie das Gehirn funktioniert, interessant fandet. Zögert nicht, unten eure Kommentare und Fragen zu hinterlassen.

Quelle: Irene García Calvo, Psychologin bei CogniFit.

Verhaltensmodifikation: 5 Techniken ungewolltes Verhalten bei Kindern zu unterbinden

Die Verhaltensmodifikation hat das Ziel, “unangepasste” oder ungehorsame Verhaltensweisen zu minimieren oder zu verändern. Es kommt immer häufiger vor, dass Kinder nicht gehorchen, lügen, beleidigen, sich aggressiv und herausfordernd geben, etc. Diese Verhaltensweisen sind ein klares Zeichen dafür, dass ein Verhaltensproblem existiert. Sowohl als Eltern als auch als Lehrer sollten wir versuchen, diese unsozialen Verhaltensweisen in der Kindheit zu korrigieren und zu kontrollieren, wenn wir nicht wollen, dass sie sich im Jugendalter verstärken. Entdecke diese 5 Techniken und Strategien zur Verhaltensmodifikation, die dir helfen können, aggressives und herausforderndes Verhalten unter Kontrolle zu halten. Wie du von der körperlichen Bestrafung Abstand nimmst und ohne Gewalt erziehst.

Verhaltensmodifikation

Eine Verhaltensmodifikation wird nicht durch Gewalt erreicht. Allen Eltern und Lehrern sollte klar sein, dass Gewalt nicht in die Erziehung gehört. Gewalt als disziplinarische Maßnahme ist nutzlos, da sie der Entwicklung des Kindes nur schadet. Die Verhaltensmodifikation wird nur durch “Regeln” erlangt, die den Kindern helfen, sich besser kennenzulernen und zu verstehen, was von ihnen erwartet wird und was sie machen dürfen oder auch nicht.

Die Verhaltensmodifikation strebt eine Verhaltensänderung durch psychologisch Techniken und Strategien an, die auf eine Verbesserung des Verhaltens der Kinder ausgerichtet sind. Dabei basieren die Techniken beispielsweise auf der Desensitivierung, dem operanten Konditionieren, Regellernen, der Verhaltensformung und den Tokenstrategien.

Diese Strategien können dabei helfen, dass die Kleinen ihr ganzes Potenzial entwickeln, die Frustration bewältigen können, sich an Veränderungen anpassen und sinnvolle Verhaltensweisen wählen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Anwendung dieser Methoden, die wir weiter unten auflisten, wird dabei helfen, das Verhalten in der Kindheit zu kontrollieren und das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die persönliche Kompetenz in der Kindheit zu fördern.

Techniken zur Verhaltensmodifikation

Wenn es darum geht, Verhaltensweisen bei ihren Kindern zu ändern, fühlen sich viele Eltern verloren. Im Folgenden schlagen wir einige nützliche Techniken zur Verhaltensmodifikation vor, die zuhause oder in der Schule angewendet werden können, um zu erreichen, dass die Kindern unsoziale Verhaltensweisen kontrollieren oder korrigieren.

Wenn diese Techniken auf angemessene Art und Weise genutzt werden, können gute Resultate von jungem Alter an erzielt werden. Es ist wichtig auszuwerten, welche Technik in jedem Moment genutzt werden sollte und keine Mischung aus verschiedenen zu machen, ohne an das vorgenommene Ziel zu gelangen. Das Wichtigste bei der Verhaltensmodifikation der Kinder ist es, ihnen so wenig Unzufriedenheit wie möglich zu verschaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die von ihren Eltern erbetenen Normen angemessen zu erfüllen, ohne sich durch täglich unterzogene Strafen oder Standpauken entmutigt zu fühlen.

1. “Time-Out”-Technik zur Verhaltensmodifikation

Die erste Technik zur Verhaltensmodifikation ist simpel und leicht anwendbar. Das “Time out” ist eine Technik, die sich anwenden lässt, um viele Verhaltensweisen zu ändern. Die Essenz dieser Technik liegt darin, das Kind an einen Ort zu bringen, der keine positiven Reize für sie/ihn bietet, einen Ort, wo es keine Spiele oder Gesellschaft gibt, mit denen er/sie sich unterhalten kann. Es geht nicht darum, einen feindlichen Ort zu suchen, sondern einen Ort, den er/sie langweilig findet. Wir sollten es schaffen, ihn/sie an diesem Ort des Missfallens für eine Zeit verweilen zu lassen.

Ein Beispiel: Ein Kind sieht schon länger fern, sein Vater beschließt, den Fernseher auszuschalten, woraufhin der Kleine einen Wutanfall bekommt. Wie können wir mit dieser Situation umgehen? Um die Technik des “Time outs” richtig anzuwenden, müssen wir das Kind an einen Ort bringen, der wenig bereichernd für ihn/sie ist. Das machen wir, sobald sich das unerwünschte Verhalten einstellt. Ohne mit ihm zu streiten und auf pausierte und ruhige Art und Weise erklären wir ihm detailliert, dass, wenn es seine Verhaltensweise korrigiert, wir da sein werden, um mit ihm zu spielen oder einer erfüllenden und lustigen Tätigkeit nachzugehen.

Diese Technik zur Verhaltensmodifikation ist sehr einfach, aber sie beinhaltet einen sehr wichtigen, zu berücksichtigenden Faktor, dabei handelt es sich um die Zeit, die das Kind in der “Time-Out”-Situation verbringen sollte. Die Zeit sollte proportional zum Alter des Kindes sein, das heißt, für jedes Jahr, dass das Kind alt ist, wird eine Minute berechnet, somit gilt für 5-jährige Kinder 5 Minuten “Time out”. Diese Information ist sehr wichtig, denn wenn sie nicht auf diese Weise durchgeführt wird, kann die Technik aversiv auf das Kind wirken und somit nicht die Vorteile erbringen, die wir uns von ihr versprechen. Das Alter in der Entwicklung des Kindes spielt eine große Rolle beim Verhalten des Kindes. Entdecke hier die Entwicklungsphasen des Kindes.

2. Technik der “Auslöschung” zur Verhaltensmodifikation

Eine weitere wichtige Technik, die aber normalerweise nicht korrekt angewendet wird, ist die “Auslöschung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die Belohnungen zu streichen, die das Kind sich von seinem Verhalten erwartet. Die meisten von uns schenken Verfehlungen Aufmerksamkeit, wir haben Schwierigkeiten damit, sie zu ignorieren, und die Kleinen wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil. Wenn unser Kind aufmüpfig wird, erhält es unsere Aufmerksamkeit: Wir beginnen eine Diskussion, versuchen, uns zu erklären, es zur Vernunft zu bringen und zu überzeugen … Die Technik der Auslöschung besteht darin, alles zu beseitigen, dass das unerwünschte Verhalten des Kleinen belohnt.

Beispielsweise erpresst ein Kind seine Mutter emotional, um nicht zur Schule zu gehen, mit Kommentaren wie “Du bringst mich zur Schule, um mich loszuwerden”, “Möchtest du etwa keine Zeit mit mir verbringen?”, etc. Bei dieser Gelegenheit wenden wir die Technik zur Auslöschung von Verhaltensweisen an und ersetzen diese Kommentare durch etwas Erfüllendes. Eine angemessene Praktik wäre zum Beispiel, das Kind etwas zu seinen Lieblingszeichentrickfilmen zu fragen und den Kommentar zu ignorieren, den es vorher abgegeben hat. So tun, als ob wir es nicht gehört hätten und ein Gespräch mit ihm beginnen wollten.

Bei der “Auslöschung” ist es sehr wichtig, dass immer ein erfüllender Ersatz gegeben wird, da sich das Kind, wenn diese Technik ohne die Begleitung eines positiven Reizes ausgeführt wird, ignoriert fühlen kann und sich dies negativ auf seine Emotionen niederschlagen kann. Diese Technik sollte nicht bei gefährlichen Verhaltensweisen angewendet werden.

3. Technik der “Modellierung” zur Verhaltensmodifikation

Eine andere sehr nützliche Technik wie Praktik, die in verschiedenen Bereichen angewendet werden kann, ist die “Modellierung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die andere Person zu imitieren, indem man das Gleiche macht, was sie zuvor getan hat. Hierbei spielen die Spiegelneuronen eine große Rolle.

Ein nützliches Beispiel, bei dem wir diese Technik der Verhaltensmodifikation verwenden können, ist beim Beibringen einer neuen Fähigkeit, wie zum Beispiel dem Tischdecken. Zunächst sollte die Mutter oder der Vater die Aufgabe durchführen und dabei jeden Schritt erklären, vom Decke auf den Tisch legen bis zum hinsetzen und auf das Essen warten. Die sollte möglichst didaktisch geschehen, damit das Kind aufpasst.

Beispielsweise kann sich ein Kind, das Zeichentrickfilme über Superhelden mag, vorstellen, dass jedes Element, das es auf den Tisch stellt (Gläser, Besteck, Servietten, …) ein Superheld ist, das sich auf der Basis (dem Tisch) mit dem Rest seiner Freunde versammelt. Die Eltern sollten mit derselben Begeisterung dabei sein wie das Kind, damit es unterhaltsamer wird. Sobald der Vater oder die Mutter die Modellierung durchgeführt hat, sollte er oder sie alles aufräumen, was er/sie auf den Tisch gestellt hat und dem Kind überlassen, es nun selbst ohne Hilfe zu wiederholen.

Wenn der/die Kleine sich bei etwas irrt, ist es besser ihn/sie nicht zurechtzuweisen und abzuwarten, ob er/sie sich beim nächsten Mal daran erinnert, was er/sie das letzte Mal nicht gut gemacht hat. Wichtigkeit der Motivation beim Lernen.

4. Technik der “Punkte-Wirtschaft” zur Verhaltensmodifikation

Die “Punkte-Wirtschaft” ist eine weitere Technik zur Verhaltensmodifikation, die sehr unterhaltsam sowohl für Kinder als auch für Erwachsene sein kann. Es geht darum, ein Belohnungssystem aufzustellen, in dem das Kind, um eine Belohnung (Lieblingsessen, Spielzeug, Ausflug, Denkspiele, etc.) zu erhalten, bestimmte erwünschte Verhaltensweisen entwickeln sollte (Hausaufgaben, sein Zimmer aufräumen, Zähne putzen, beim Tischdecken helfen, etc.) und andere lassen sollten, die konkretisiert werden sollten.

Als nützliches Beispiel, jedes Mal, wenn das Kind die erwünschte Verhaltensweise ausführt, gibt man ihm direkt eine Belohnung (Spielstein, Punkt, etc.). Das Kind sammelt diese Belohnungen bis zu einer Zahl, die wir vereinbart haben; in diesem Moment überreichen wir ihm den Endpreis. Das Wichtigste an dieser Strategie zur Verhaltensmodifikation ist, dass das Kind merkt, dass es viel mehr Vorteile und Privilegien erlangt, wenn es sich gut benimmt.

Es ist wichtig, dass wir eine Tafel oder ein Stück Pappe besitzen, dass für alle Familienmitglieder gut sichtbar ist, wo man den Status der wöchentlich erhaltenen Punkte sehen kann. Wir sollten im Voraus festlegen und vereinbaren, welche Preise wir übergeben. Es sollten klare Belohnungen sein, die dem Kind wirklich attraktiv erscheinen, und sie sollten auf der Tafel erscheinen.

Jedes Mal, wenn wir einen Spielstein oder einen Punkt überreichen, sollten wir die Übergabe mit positiven Kommentaren begleiten: “Ich bin sehr zufrieden, weil du dir Mühe gegeben hast”. Entdecke die verschiedenen Formen zu loben, die das Selbstwertgefühl von Kindern steigern.

In diese Technik kann man außerdem den Punkteverlust mit aufnehmen, wenn das Kind das Ziel nicht erreicht, das festgelegt wurde. So kontrolliert man sehr gut, dass das Kind seine Verpflichtungen erfüllt und nicht mit etwas Aversivem bestraft wird, wenn es das nicht tut. Das System ist sehr nützlich in Schulen und in den meisten wird es angewendet, aber es ist auch zuhause sehr effizient.

5. Technik der “paradoxen Absicht” zur Verhaltensmodifikation.

Die letzte Technik der Verhaltensmodifikation, über die wir sprechen werden, ist die der “paradoxen Absicht”. Es ist eine Technik mit sehr guten Resultaten, aber sie ist komplex, da man das Kind darum bittet, genau das zu tun, was wir eigentlich vermeiden wollen.

Zum Beispiel, wenn ein Kind ständig die Anordnung missachtet, sein Spielzeug wegzuräumen, und sich systematisch weigert, aufzuräumen. Das Kind beginnt Tag für Tag eine Dynamik der Provokation. Was würde passieren, wenn die Eltern ihm sagen würden: Heute möchte ich nicht, dass du aufräumst, ich möchte, dass du absolut gar nichts machst.

Das erste Gefühl, was in dem Kind auftauchen wird, wird Zufriedenheit sein, denn es muss sich keine Mühe geben, etwas zu tun, was ihm nicht gefällt. Jedoch sollten die Eltern dann eine lustige Aktivität mit dem Rest der Kinder oder unter ihnen beginnen. Dies könnte zum Beispiel das Kochen eines Rezeptes sein, Geschichten erzählen, viel lachen. Das Kind wird mitmachen wollen, aber die Eltern sollten ihm dies verweigern und ihm sagen, dass es weiter nichts tun soll, da das ja das sei, was es wolle.

Diese Technik hat einige Beschränkungen und sollte vorher auf die Eignung für das Profil des Kindes bewertet werden, da sie die gegensätzliche Handlung verursachen kann und deshalb nicht komplett sinnvoll sein könnte.

Wenn nach dem Anwenden dieser Techniken zur Verhaltensmodifikation das Kind immer noch nicht richtig reagiert, kann man sich immer noch an Experten wenden, damit diese eine komplette neuropsychische Untersuchung durchführen und neurologische Störungen ausschließen können.

Das Wohlbefinden und die Entwicklung des Verhaltens in der Kindheit hängt von den Eltern und Erziehern ab. Die Kinder reagieren nicht wie Erwachsene, weswegen immer alle Verhaltensmodifikationen darauf angepasst werden sollten, was sie brauchen.

Wie Jean Jacques Rousseau sagte:Die Kindheit hat ihre eigene Art zu sehen, zu denken und zu fühlen; es gibt nichts Törichteres, als vorzugeben, sie durch unsere Art ersetzen zu wollen”.

Vielen Dank fürs Lesen, zögere nicht, unten deine Kommentare mit Fragen oder Zweifel oder Techniken zur Verhaltensmodifikation, die bei dir funktionieren, zu hinterlassen 🙂

Quelle: Noemí de la Cruz Belerda, Psychologin bei CogniFit.

Alles über die Neurodidaktik: Was ist das, wozu dient sie und wie können wir sie zuhause und in der Schule anwenden

Was ist die Neurodidaktik und wozu dient sie? Die Neurodidaktik ist eine neue Erziehungssichtweise, die darauf basiert, erzieherische Strategien und Technologien beizusteuern, die sich auf die Funktionsweise des Gehirns konzentrieren. Diese neue erzieherische Disziplin vereint die Kenntnisse aus Neurowissenschaften, Psychologie und Erziehung mit dem Ziel, den Vorgang des Unterrichtes und des Lernens zu optimieren. Im Folgenden erklären wir alles über die Neurodidaktik: Was bedeutet dieser Begriff und wozu dient sie? Wir geben außerdem einige Tipps, die sich im Unterricht und Zuhause anwenden  lassen. Die Neurodidaktik verändert die Art und Weise, wie Kinder lernen. Nutze die Kenntnisse darüber wie unser Gehirn lernt, um eine bessere Erziehung zu gewährleisten!

Was ist die Neurodidaktik? Definition und Konzept

Man kann die Neurodidaktik als eine Brückendisziplin zwischen der Neurologie und den Erziehungswissenschaften definieren, bei der die didaktische Psychologie eine wichtige Rolle spielt.

Es handelt sich um ein wissenschaftlich entwickeltes Projekt, bei welchem die Kenntnisse, die wir über die Funktionsweise des Gehirns haben mit dem Wissen über didaktischen Prozesse verknüpft werden sollen. Dabei konzentriert sich die Neurodidaktik auf die Erziehung im schulischen und akademischen Bereich.

Die Neurodidaktik ist ein sehr aktuelles Handlungsfeld, an dem sowohl Erzieher als auch Neurowissenschaftler mitarbeiten. In diesem neuen Feld werden Fachgebiete wie die Neurowissenschaft, die Psychologie, die kognitiven Wissenschaft und die Erziehung zusammengeführt, um die Unterrichtsmethoden und schulischen Programme zu verbessern. Dies ist eine Lerndynamik, die auf Neurowissenschaften basiert und deren Ziel es ist, Kenntnisse über die Lernweise des Gehirns zu applizieren und Dinge welche die Gehirnentwicklung im Schulumfeld stimulieren zu identifizieren.

Wichtige Faktoren der Neurodidaktik

In der Neurodidaktik werden alle Kenntnisse angewendet, die in den letzten 25 Jahren in den Bereichen der kognitiven Wissenschaften und der Neurowissenschaft gesammelt wurden.

1- Die Gehirnplastizität und Neurogenese

Die Gehirnplastizität war eine der relevantesten Entdeckungen im Feld der Neurowissenschaft. Das Gehirn ist “plastisch”, das heißt, es besitzt das ganze Leben über eine grße Anpassungsfähigkeit. Außerdem ist es dazu fähig, ständig neue Neuronen und Nervenverbindungen zu schaffen, wenn man das Gehirn entsprechend stimuliert.

2- Die Spiegelneuronen

Die Spiegelneuronen sind eine Gruppe von Gehirnzellen, die sich sowohl aktivieren, wenn wir selbst eine Handlung ausführen, als auch wenn wir jemanden bei der Ausführung einer Handlung beobachten. Diese Aktivierung findet nicht nur bei dem Beobachten einer Handlung statt, sondern auch bei emotionalen Ausdrücken. Aus diesem Grund wird angenommen, dass die Spiegelneuronen die Basis für die Empathie und den Spracherwerb sind. Die Kenntnisse über Spiegelneuronen sind sehr wichtig für die Neurodidaktik.

3- Emotionen und Lernen

Die Emotionen interagieren mit den kognitiven Prozessen, deswegen besteht ein wichtiger Teil der Neurodidaktik in der Emotionsregulation, damit die Emotionen den Lernprozess nicht nur nicht stören, sondern sich positiv auf ihn auswirken. Man bewirkt damit, den Kindern beizubringen, bewusst auf ihre Gefühle zu achten und sie und ihr Verhalten zu kontrollieren. Es ist wichtig, dass sie lernen zu erkennen, wenn sie wütend oder traurig sind und diese Emotionen regulieren. Außerdem erschwert ein hohes Stressniveau das Lernen. Deshalb ist es wichtig, ein gutes Lernklima ohne Stress zu schaffen und den Kindern zu zeigen, wie man mit seinen Ängsten umgeht. Das Verwalten der negativen Emotionen hilft uns nicht nur dabei, die akademischen Leistungen zu verbessern, sondern trägt auch zur Erleichterung des Lernens bei. Man weiß, dass Material, das Emotionen hervorruft, leichter gelernt wird und sich länger im Gedächtnis hält. Dies nennt man Lernen mit Bedeutung.

4- Legasthenie und Lernstörungen

Die Fortschritte in puncto Lernstörungen ermöglichen es uns nicht nur, den betroffenen Kindern individuelle Unterstützung zu gewährleisten, sondern auch, ihnen die besten Werkzeuge an die Hand zu geben, damit sie ihre Schwierigkeiten überwinden können. Werkzeuge der Neurodidaktik, um Legasthenie im Unterricht zu behandeln.

5- Sowohl Erfahrungen als auch die Gene beeinflussen uns

Beinahe seit den Anfängen der Psychologie gab es eine heftige Debatte darüber, ob das, was wir sind, von unserer Erfahrung oder an unseren Genen bestimmt wird. Heutzutage sind sich die meisten Experten darüber einig, dass beide Aspekte fundamental für unsere Entwicklung sind. Die Genetik setzt die Grundlagen unserer Fähigkeiten und Talente, aber die Erfahrung wirkt darauf ein. Kinder können eine Reihe von mehr oder weniger festgelegten Fähigkeiten haben, etwas fällt ihnen leichter als anderes. Doch diese lassen sich stets schulen und verändern. Andere Forschungsfelder, die auf die Bildung angewendet werden, sind die Schulung der Logik, die Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses, die Festigung der Erinnerungen, das Abrufen von Erinnerungen und die Behandlung von Lernproblemen. Im folgenden Video wird erklärt, wie die verschiedenen Kenntnisse der Psychologie und Neurowissenschaft auf das Lernen der Kinder einwirken und was die Neurodidaktik im Unterricht leisten kann.

CogniFit: Führende Bildungsplattform für Neurodidaktik im Unterricht

Die Neurowissenschaft und die Neurodidaktik spielen eine immer größere Rolle in den Schulen, die ihre Lehrprozesse optimieren möchten. Die pädagogische Technologie von CogniFit, die auf der Neurodidaktik basiert, wird in diversen Schulzentren auf der ganzen Welt eingesetzt und erbringt den Schülern effektive Resultate, vor allem denjenigen, die besondere Bedürfnisse oder Lernschwierigkeiten haben.

CogniFit Neurodidaktik im Klassenraum ist ein wissenschaftliches Werkzeug für Lehrkräfte, das geschaffen wurde, um dabei zu helfen, einige der neurologischen Ursachen, die mit dem schulischen Versagen zu tun haben, zu identifizieren und die wichtigsten kognitiven Funktionen der Kinder wiederherzustellen.

Wie funktioniert es? Zunächst müssen die Schüler die kognitive Bewertung absolvieren. Alle Denkspiele von CogniFit Neurodidaktik wurden erschaffen und klinisch validiert, um kognitive Schwächen und Stärken im Lernprozess zu erkennen: Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Wahrnehmung und Logik. Auf Basis der Ergebnisse der ersten Bewertung, erstellt CogniFit ein dynamisches personalisiertes Gehirntraining, um die kognitiven Bedürfnisse eines jeden Schülers zu verbessern. Das schulische Versagen ist eine der größten Sorgen im Bildungssystem. Deswegen ist es wichtig, das Wissen über das Gehirn auf die Bildung anzuwenden und in den schulischen Zentren neurodidaktische Werkzeuge und Initiativen zur Verfügung zu haben, die es ermöglichen, Vorgänge zu integrieren, damit alle Schüler ihr Lernpotential richtig entwickeln können.

Neurodidaktik für Erzieher

Der direkteste Anwendungsbereich der Neurodidaktik liegt selbstverständlich in der Schule. Die Schule ist das Hauptumfeld, in dem die Kinder lernen. Anhand der Kenntnisse darüber wie das Gehirn ist, wie es die Information erlernt, verarbeitet, registriert, speichert und abruft, können die Erzieher ihren Unterrichtsstil mit dem Zweck, den Lernprozess zu optimieren, anpassen. Sie sollten auch verstehen, dass der Aufbau des Unterrichts, ihre Einstellungen, Worte und Emotionen einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der Gehirne ihrer Schüler und ihre Art zu lernen, haben. Wir wissen, dass die Kenntnisse der Neurowissenschaft uns im Unterricht sehr helfen, aber wie wenden wir die Neurodidaktik im Zusammenhang mit der Bildung an? Die Grundlage ist, dass die Schüler sich nicht darauf beschränken, die Information passiv aufzunehmen, sondern dass sie diese behandeln und sie aktiv an ihrer Erarbeitung teilhaben.

1. Ein emotional positives Klima im Klassenraum schaffen

Es ist sehr wichtig, dass die Lehrkräfte und Erziehende ein positives Klima im Klassenraum fördern, indem sie sich gegenüber ihren Schülern freundlich und empathisch zeigen. Sie müssen ihren emotionalen Ausdruck kontrollieren, um Positivität auszustrahlen und so auf ihre Schüler zu übertragen. Man sollte übermäßigen Stress im Klassenraum vermeiden. Ein Minimum an Stress ist notwendig, um die Schüler motiviert und aktiv zu halten. Dennoch sind hohe Stresslevel schädlich für die Leistungen. Es kann auch viele Vorteile bringen, den Schülern zu zeigen, ihren eigenen Stress und andere negative Emotionen zu regulieren, nicht nur auf akademischem Niveau, sondern auch auf allen anderen Ebenen.

2. Verwende CogniFit Neurodidaktik im Klassenraum

Diese pädagogische Technologie wurde spezifisch für Lehrkräfte entwickelt. Sie ermöglicht es Erziehern ohne fachliche Ausbildung in Neurowissenschaft oder Psychopädagogik die Lernprozesse im schulischen Bereich zu analysieren und zu verbessern. Wobei kann CogniFit Neurodidaktik helfen?

  • Die beim Lernen und der Neuroentwicklung beteiligten Gehirnprozesse kennenzulernen und vertiefen
  • Bessere Methoden und Didaktik einzusetzen
  • Die Schüler mit wissenschaftlicher Objektivität zu bewerten, um kognitive Schwächen zu erkennen, die mit Lernschwierigkeiten zusammenhängen können und schulischem Versagen vorzubeugen
  • Bessere Methoden und Didaktik einzuführen, um den Unterricht zu optimieren und die Aktivität der Lehrkraft zu bereichern
  • Lernschwierigkeiten zu korrigieren und neu zu orientieren

3. Verstärke das emotionale Lernen

Die Emotion ist eng mit dem Gedächtnis verknüpft. Wir lernen viel besser, wenn die Information Emotionen in uns hervorruft. Deswegen ist eine gute Strategie der Neurodidaktik, emotionale Winkel im Zusammenhang mit dem zu lernenden Thema zu bilden. Diese Verbindungen können mit besonderen Aktivitäten erschaffen werden, die die Schüler emotional mit den Inhalten verbinden. Zum Beispiel können die visuellen und interpretativen Künste verknüpft werden, damit sie emotionale Reaktionen hervorrufen und so förderlich für den Lernprozess sind.

4. Mit unterschiedlichen Stilen und auf vielfältige Arten unterrichten

Wir können das Lernen eines jeden Schülers fördern, indem wir unterschiedliche Unterrichtsstile verwenden und die Aktivitäten und Materialien variieren. Nicht alle Schüler lernen gut auf die gleiche Art. Einige sind visueller, andere körperlicher, etc. Wenn wir Bilder, Videos, experimentelle, interaktive Aktivitäten, Musik etc. verwenden, benutzen wir die Neurodidaktik, um alle Sinne anzusprechen. So werden die Kinder vollständiger lernen und diese Art von Unterricht nützt allen Schülern.

5. Eine optimale Umgebung schaffen

Wie kann man Strategien der Neurodidaktik im Klassenraum einsetzen? Die Schüler lernen besser in bestimmten Umgebungen. Wir haben großartige visuelle Fähigkeiten und achten mehr auf neuartige Reize als auf andere. Deswegen wird eine Dynamik der Veränderung den Schülern helfen, besser aufzupassen. Gleichzeitig wird Ordnung und Schönheit, in jeder Lerneinheit integriert, den Lernprozess begünstigen. Eine ruhige Hintergrundmusik kann den Schülern auch dabei helfen, sich zu konzentrieren, zu entspannen und wohlzufühlen. Eine möglichst natürliche Beleuchtung trägt auch zu einem optimalen Ort für das Lernen bei. Dunkelheit im Klassenraum und Neonleuchten, die für eine künstliche Beleuchtung sorgen, sind nicht besonders passend.

6. Führe Wiederholungen auf unterschiedliche Arten durch

Eine der besten Arten, Informationen aufzunehmen und im Langzeitgedächtnis zu speichern ist die Wiederholung dieser Information. Wenn das Lernmaterial jedoch immer wieder auf die gleiche Art wiederholt wird, kann das für die Schüler extrem langweilig sein. Deshalb ist es eine gute Strategie der Neudidaktik, die Wiederholung des Materials auf unterschiedliche Arten zu gestalten, mit einer Vielzahl an Aktivitäten und Erfahrungen. So können sie die Information auf verschiedene Weisen bearbeiten.

Wiederholung auf unterschiedliche Arten

7. Fördere das Lernen mit Bedeutung

Für das Lernen auf lange Sicht und das Beibehalten der Motivation in der Schule ist es fundamental, dass die Kinder den Sinn dessen begreifen, was sie gerade lernen. Es handelt sich darum, die Kenntnisse auf die reale Welt anzuwenden, das „Wozu brauche ich das?“. Eine gute Strategie der Neurodidaktik im Unterricht ist die Verwendung von Aktivitäten in der realen Welt, wie forschen, Experimente erstellen, Metaphern und Analogien schaffen, Ursache-Folge-Muster untersuchen, die Sichtweise zu analysieren und künstlerische Aktivitäten durchzuführen, die das kreative Denken stimulieren.

8. Gib Feedback

Das Feedback oder die Rückmeldung ist essentiell für die Neurodidaktik und den Lernprozess. Ein Feedback zu geben, zu sagen was gut gemacht wurde und was sich verbessern lässt, ist grundlegend für die Orientierung des Lernens. Es ist nicht genug, eine Note in Ziffernform unter die Tests zu setzen, sondern man sollte auch darauf hinweisen, was gut gemacht wurde. So motivieren wir die Schüler und geben ihnen konkrete Richtlinien, damit sie besser werden.

Neurodidaktik für Eltern

Die Eltern sind die andere Säule der Erziehung der Kinder. Deshalb wird ihnen die Kenntnis von der Funktionsweise des Gehirns dabei helfen, eine Bindung auf erzieherischem und emotionalem Niveau mit ihren Kindern herzustellen. Sie werden ihre Kinder dazu motivieren können zu lernen, ihr ganzes Potential zu entfalten und eine optimale psychische Gesundheit zu behalten. Es gibt Werkzeuge zur kognitiven Stimulation für die gesamte Familie.

1. Fördere ihren Lernprozess, indem du ihr Selbstwertgefühl steigerst

Neurodidaktik für Eltern: Ein gesundes Selbstwertgefühl ist fundamental für einen optimalen Lernprozess. Zu wissen, dass sie fähig sind, dass sie es wert sind, wird ihre Motivation zu lernen und sich anzustrengen aufrechterhalten. Es ist wichtig, sie nicht mit anderen Kindern oder Geschwistern zu vergleichen, da das ihr Selbstwertgefühl verletzt und sie sich ständig unter Druck gesetzt fühlen werden, sich so zu verhalten, wie sie eigentlich nicht sind. Motiviere und hilf ihm/ihr stattdessen, sich in bestimmten Aspekten zu verbessern. Entdecke hier Arten zu loben, die das Selbstwertgefühl bei Kindern steigern.

2. Bremse sie nicht in ihrer Kreativität

Was ist Kreativität? Wir merken es nicht, aber manchmal bremsen wir unsere Kinder in ihrer Kreativität. Unterbrich dein Kind nicht, wenn es alleine spielt oder sehr aufmerksam und motiviert bei etwas ist. Erlaube ihm, mit anderen Kindern zu spielen und lass sie Aktivitäten an der frischen Luft machen. Es ist auch nicht angemessen, sie ständig zu bewachen, denn wenn sie sich beobachtet fühlen, verschwindet der kreative Impuls und ihre Freiheit zu experimentieren, wird beschnitten. Wichtigkeit des kreativen Denkens.

3. Hilf ihnen, das Wissen in die Realität umzusetzen

Eine gute Strategie der Neurodidaktik zuhause ist folgende: Wenn du deinem Kind bei den Hausaufgaben hilfst, hilf ihm zu sehen, wie man das, was es gerade lernen, in der Realität anwenden kann. So lernen sie nicht nur besser, sondern entdecken auch den Sinn dieser Kenntnisse.

4. Versichere dich, dass sie genug schlafen, um besser zu lernen

Die Eltern sollten lernen, dass ein qualitativ hochwertiger Schlaf fundamental für optimale Leistung und optimales Lernen ist. Im Schlaf erholen wir uns und erneuern unsere Zellen, aber zusätzlich festigen wir alles Erlernte. Also ist eine gute Strategie der Neurodidaktik sich zu vergewissern, dass das Kind nicht nur genug schläft (ein Kind sollte zwischen 9 und 10 Stunden schlafen), sondern auch Schlaf von Qualität bekommt. Es kann sein, dass dein Kind viel schläft, aber sich nicht gut erholt. Achte auf Zeichen wie Apathie, Unlust, Reizbarkeit, die von ungenügendem Schlaf kommen können.

5. Ein aktiver Körper lernt besser

Körperliche Tätigkeit fördert das Lernen. Wenn dein Kind sich gern bewegt, während es lernt, lass es. Es wird ihm dabei helfen, sich zu entspannen und besser zu lernen. Körperlichen Aktivitäten nachzugehen ist eine gute Strategie der Neurodidaktik, da sie dabei hilft, besser zu lernen, weil das Gehirn aktiviert und mit Sauerstoff versorgt wird. Lass dein Kind laufen, springen oder einfach spazieren gehen, bevor oder nachdem es die Lektion gelernt hat. Sportliche außerschulische Aktivitäten können eine gute Möglichkeit sein und außerdem helfen sie ihm dabei soziale Beziehungen zu finden, Spaß zu haben, sich zu entspannen und das Risiko für kindliches Übergewicht wird verringert.

Neurodidaktik und Lernschwierigkeiten

Die Neurodidaktik kann den Schülern mit Lernschwierigkeiten helfen. Die Kenntnisse der Neurowissenschaft helfen uns nicht nur dabei zu wissen, wie das Gehirn lernt, sondern auch dabei, wie die Gehirne mit Lernschwierigkeiten funktionieren. Es gibt diverse Arten von Lernschwierigkeiten, von Legasthenie über ADHS bis zu Autismus. Über CogniFit können kognitive Bewertungen und Stimulationen durchgeführt werden, um Lernschwierigkeit zu identifizieren und eine Unterstützung zu bilden.

Mithilfe der Neurodidaktik lässt sich der Unterricht anpassen, um Lernmöglichkeiten für die Kinder zu maximieren, denen es schwer fällt optimale Leistungen in der Schule zu erreichen. Sowohl in der Schule als auch zuhause ist es für Kinder mit Lernproblemen fundamental, sich gut über den individuellen Fall zu informieren. Dadurch können die Schwierigkeiten des Kindes identifiziert werden und man weiß, wie das Gehirn lernt. Dadurch sind wir mit Werkzeugen ausgestattet, um den Unterricht anzupassen und verfügen ebenfalls über Strategien zur Förderung des Lernprozesses.

Mythen in der Neurowissenschaft

Eins der Ziele der Anwendung von neurowissenschaftlichen Kenntnissen in der Bildung ist, eine Reihe von Mythen und Überzeugungen aufzubrechen, die Lehrer und Erzieher anhand der Gehirnentwicklung von Kindern haben. Einige dieser Mythen sind folgende:

  • Es gibt kritische Phasen, in denen wir bestimmte Dinge lernen MÜSSEN.
  • Wir nutzen nur 10% unseres Gehirns. Viele Menschen denken sogar, dass wir, wenn wir 100% unseres Gehirns nutzen würden, Superkräfte hätten. Dieser so verbreitete Glaubenssatz ist total falsch. Wir nutzen unser gesamtes Gehirn.
  • Ich benutze die rechte Hirnhälfte, du die linke. Auch wenn wir zwei Gehirnhälften haben, heißt das nicht, dass wir die eine oder die andere mehr benutzen. Es ist bekannt, dass jede unterschiedliche Funktionen hat, aber wir benutzen beide Gehirnhälften gleich.
  • Mozart zu hören wird dein Kind intelligent machen. Viele Studien, wie diese, zeigen, dass das falsch ist.
  • Multitasking ist eine gute Art, die Arbeit durchzuführen. Wir wissen, dass das nicht immer so ist und sehr von der Person, ihren Fähigkeiten und ihrem Charakter abhängt.

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Motivation: Was ist das, wie beeinflusst sie das Lernen und 10 Tipps, um sie zu fördern

Die Wichtigkeit der Motivation: Sie ist der Motor, der unsere Welt antreibt. Oft sprechen wir von unseren Kindern und Schülern, die im Unterricht unmotiviert sind. Es fällt ihnen schwer, sich zum Lernen zu bewegen, man muss sie antreiben, damit sie ihre Aufgaben machen, wir kämpfen täglich, damit sie die Lektion lernen … Dennoch lernen sie wie durch ein Wunder die Namen von 300 unterschiedlichen Pokemons. In diesem Artikel erklären wir dir, was die Motivation ist, ihre Bedeutung beim Lernen und in der Erziehung und 10 Tipps, die es ermöglichen, die Motivation im Unterricht zu vergrößern und zu fördern.

Die Wichtigkeit der Motivation

Was ist die Motivation?

Sie ist ein interner Impuls, der der Handlung einem Zweck zuweist. Sie unterliegt einer Handlung und leitet diese Handlung. Ohne Motivation ensteht keine Handlung.

Die Motivation ist sehr wichtig, weil sie uns dazu führt, aktiv Mittel zu suchen, um unsere Existenz zu sichern. Wir sind dazu motiviert, Nahrung zu suchen und zu essen und einen Sexualpartner zu suchen. Dies sind die grundlegenden Motive, die angeboren sind und sich unabhängig von der Kultur zeigen.

Aber wir können auch motiviert sein, unseren Neigungen und Lieblingsaktivitäten nachzugehen und zu lernen. Dies sind die sekundären Motive, die von der Kultur abhängen.

Wir sind nicht dazu motiviert, alles zu lernen. Es kann sein, dass uns die Themen der Schule/Universität nicht motivieren, aber selbstverständlich gibt es Dinge, die unser Lernen motivieren, sei es das Leben der Delfine, ein neues Kochrezept oder einen Autoreifen zu wechseln.

Vielleicht kommt die Motivation von unserem eigenen Interesse am Thema oder weil wir das Wissen für etwas brauchen (für unsere Arbeit oder für das eigene Überleben, wie man einen Autoreifen wechselt).

In diesem Sinne können wir zwei Arten von Motivation unterscheiden: die intrinsische und die extrinsische. Diese Motivationsarten sind mehr als zwei Gegensätze auf einem Kontinuum und treten selten “pur intrinsisch” oder “pur extrinsisch” auf.

  • Intrinsische Motivation: ergibt sich, wenn die Menschen intrinsisch dazu motiviert sind, etwas zu machen, weil wir denken, dass es wichtig ist oder es uns Vergnügen bereitet. Die Schüler auf diese Art motiviert sind, sind gespannt darauf, ihre Aufgaben zu erledigen, weil sie die Herausforderung genießen, die ihnen ihre Erledigung bringt, mehr als jeder Reiz oder jede Belohnung. Die intrinsische Motivation lässt oft nach, je höher die Jahrgangsstufe des Schülers ist. Um diese zu vergrößern, kann man das abstrakte Material konkreter gestalten und es in einem Kontext verwenden.
  • Extrinsische Motivation: Erscheint, wenn ein Schüler eine Aufgabe aus externen Gründen erledigen möchte, wie Belohnungen oder Bestrafung. Jedoch hat man herausgefunden, dass Strafen mehr Schaden als Vorteile verursachen und Belohnungen ein Abhängigkeitspotenzial haben. Deswegen ist es besser, die Belohnungen nach und nach zu verringern und sie zu einer intrinsischeren Motivation überzuleiten.

Die Wichtigkeit der Motivation in der Erziehung

Sie ist der Impuls, der uns dazu bringt, zu handeln und zu schaffen, was wir uns vornehmen.

Die Motivation spielt eine wichtige Rolle beim Lernen. Laut einer Studie beeinflusst sie unsere Leistungen in Mathematik mehr als unser Intelligenzquotient.

Konkret fanden die Forscher heraus, dass die Intelligenz stark mit den Leistungen der Schüler in Mathematik zusammenhing, aber nur bei der anfänglichen Entwicklung der Kompetenz in der Materie. Die Wichtigkeit der Motivation und die Lernfähigkeiten waren die bedeutendsten Faktoren bei der Entwicklung der nachfolgenden Kompetenzen in Mathematik. Die Schüler, die sich kompetent fühlten, waren intrinsisch motiviert, nutzten Fähigkeiten wie Erklären, Zusammenfassen, Verbindungen zu anderen Materialen schaffen, vermieden das Lernen durch Auswendiglernen und wiesen eine größere Entwicklung in Mathematik auf als diejenigen, die sich nicht motiviert fühlten. Im Gegensatz dazu hing die Intelligenz der Schüler nicht mit der Entwicklung in Mathematik zusammen.

Warum ist es wichtig, dass die Kinder motiviert bleiben zu lernen?

Die Motivation:

  • erhöht ihr Anstrengung und Ausdauer bei der Aufgabe
  • erhöht ihre Initiative
  • verbessert ihre kognitiven Verarbeitungsfähigkeiten
  • verbessert ihre allgemeine Leistung

Wie können wir erkennen, ob unsere Kinder oder Schüler motiviert sind?

Laut Rodríguez Moneo  kann das Verhalten der Menschen als eine Anzeige zur Messung der Motivation dienen. Es ist eine ziemlich vertrauenswürdige Anzeige, die die Lehrer nutzen können, um die Motivation der Schüler einzuschätzen und danach zu handeln.

  • Die Präferenz oder Wahl einer Aktivität gegenüber einer anderen. Wenn ich es wähle, fernzusehen statt meine Hausaufgabe zu machen, spiegelt meine Wahl meine Motivation wider.
  • Die Latenz, das heißt, die Zeit, die ich benötige, um eine Reaktion zu zeigen, von dem Zeitpunkt an, an dem der Reiz erscheint. Je länger wir dazu brauchen, die Arbeit zu erledigen, die uns aufgetragen wurde, desto weniger Motivation für die Aufgabe haben wir.
  • Die Mühe, je größer die physischen und kognitiven Mittel sind, die bei der Entwicklung einer Aufgabe eingesetzt werden, desto mehr Motivation gibt es.
  • Die Ausdauer bei der Aufgabe. Es gibt mehr Motivation, je größer die Zeitspanne zwischen dem Beginn und der Beendigung einer Aufgabe ist. Je früher wir bei der Aufgabe aufgeben, desto weniger motiviert sind wir.
  • Die Anzeigen der Emotionsausdrücke. Die Handlungen, die wir durchführen, werden für gewöhnlich von emotionalen Ausdrücken begleitet, die das Vergnügen oder das Missfallen anzeigen, das die Aktivität in uns hervorruft. Wenn wir auf die Ausdrücke unserer Schüler achten, erhalten wir viel Information über deren Motivation.

Wir können wir erkennen, ob unsere Kinder motiviert sind?

Wie können wir die Motivation im Unterricht fördern?

1. Die Einstellung beeinflusst die Motivation

Die Forschung hat gezeigt, dass die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler wichtiger für den Lernprozess als strukturelle Faktoren, wie erzieherische Mittel und die Klassengröße, ist. Diese Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist nicht nur in den ersten Schuljahren wichtig, sondern auch später, wenn die Herausforderungen größer werden.

Nach einer Studie der Universität von Ostfinnland erhöht eine vom Lehrer geschaffene positive und warme Atmosphäre die Motivation des Kindes zu lernen.

Eine empathische Einstellung auf Seiten des Lehrers schützt nicht nur das Bild, das die Kinder von sich selbst als Schüler haben, sondern hilft auch gegen die soziale Ausgrenzung seitens ihrer Mitschüler.

Wie können wir die Motivation fördern? Zeige eine positive Einstellung und Stimmung. Schaffe eine Bindung zu den Schülern. Zeige ihnen, dass du dich persönlich um sie und um ihren Lernprozess sorgst. Mach dich nie lustig, wenn sie etwas nicht wissen oder verstehen. Zeig dich empathisch und verständnisvoll ihnen gegenüber. Benutze Humor und lockere, entspannte Aktivitäten.

2. Schätze die Anstrengung

Es ist viel wichtiger, die Anstrengung zu schätzen als das Endprodukt. Wenn man das Ergebnis viel mehr schätzt, werden sie sich darauf konzentrieren und vergessen, dass man für ein gutes Produkt Mühe braucht. Außerdem hängt das Ergebnis oft von anderen Faktoren, wie dem Glück ab.

Wie kann man die Motivation fördern?: Konzentriere dich auf den Lernprozess der Kinder, ermutige sie, sich Mühe zu geben und belohne die, die sich sehr anstrengen: “Du bist sehr konzentriert, man merkt, dass du es genießt” oder “Du gibst dir Mühe, du wirst einen Haufen lernen”.

3. Beziehe die Kinder mit ein

Wenn die Kinder sich nützlich fühlen und Verantwortung übernehmen, werden sie sehr viel motivierter sein.

Wie kann man die Motivation fördern?: Gib den Schülern Verantwortung, mach die Teilnahme am Unterricht zu etwas Lustigem. Schreibe jedem eine Aufgabe zu, wie beispielsweise das Klassenzimmer ordentlich zu halten, die Tafel wischen, Material verteilen … wenn sie in Gruppen arbeiten, muss jeder eine Sache übernehmen.

4. Verwende Anreize

Auch wenn es wichtiger ist, die Anstrengung zu fördern und zu belohnen, brauchen Kinder gewisse greifbare Belohnungen für ein gutes Ergebnis. Kinder können die langfristigen Vorteile davon, gute Noten zu bekommen und zu lernen, nicht sehen, sie brauchen sofortigere Belohnungen. Die Anreize motivieren sie dazu, zu arbeiten und sich zu bemühen, indem sie ein Ziel vor Augen haben.

Wie kann man die Motivation fördern?: Denke dir kleine Belohnungen, je nach Erfolgen der Kinder aus, dies können spezielle Privilegien oder kleine Dinge, die Kinder lieben (wie Sticker) sein. Aber es ist nicht nötig, sie mit Belohnungen zu sättigen, da sie so ihren Wert verlieren. Ideal ist es, eine gewisse Zeit zwischen einer Belohnung und der nächsten vergehen zu lassen. Je älter die Kinder sind, desto leichter wird es ihnen fallen, sich ein Ziel auf lange Sicht vorzustellen. Wenn es Kinder in der ersten Klasse sind, ist eine Belohnung pro Klasse pro Tag angemessen. Für ältere Kinder ist eine Belohnung pro Woche gut. Optimal wäre es, diese Art von Belohnungen nach und nach zu reduzieren und sie durch soziale Ermunterungen wie Lob, Lächeln, ermutigende Worte zu ersetzen, da, wie gesagt, die Kinder sonst von ihnen abhängig werden.

 

 

5. In der Abwechslung liegt der Spaß

Kinder langweilen sich schnell, wenn es keine angemessene Stimulation im Klassenraum gibt. Und umso mehr in dieser technischen Welt, in der sie an eine massive Stimulation von Tablets und Smartphones gewohnt sind. Sogar viele Eltern nutzen die Technik, um die Kinder zu beruhigen. Deswegen muss man im Klassenzimmer vermeiden, in Routine zu verfallen.

Wie fördert man die Motivation?: Sei kreativ. Nutze unterschiedliche Strukturen im Unterricht. Unterrichte mit Spielen und Diskussionen, damit der Unterricht dynamisch wird und die Kinder miteinbezogen werden. Das passive Lernen, bei der die Kinder nur Informationen erhalten und sie nicht weiterentwickeln, ist nicht nur ineffektiver, sondern zerstört auch die Motivation. Man kann auch unterschiedliche Materialien verwenden, wie Wandbilder, Fotografien, Videos oder Filme …

6. Erkläre “Was soll ich damit?”

Oft verlieren wir die Motivation, wenn wir den Zweck in der “realen” Welt von dem, was wir gerade lernen, nicht verstehen. Deshalb ist es wichtig, das zu betonen.

Wie kann man die Motivation fördern?: Du kannst einen Abschnitt zu Beginn jedes Themas schaffen, in dem der Sinn des Lernens ebendieses Themas erklärt wird. Mach ihn so praktisch wie möglich. Wenn du Algebra erklärst, widme der Untersuchung, wofür man diese Kenntnisse braucht, zum Beispiel im Ingenieurswesen, etwas Zeit. Zu wissen, dass diese Kenntnisse jetzt gerade wirkliche Menschen bei ihrer Arbeit nutzen, erhöht die bewusste Bedeutung dieser Materie und motiviert sie zu lernen.

7. Geringschätze sie nicht

Die Kinder gering zu schätzen und ihnen Etiketten wie “langsam”, “faul”, “dumm” zu geben, zerstört ihre Motivation nur. Es lässt sie sich fühlen, als ob sie nichts können und es keine Heilung für sie gibt.

Wie fördert man die Motivation?: Vermeide Disqualifizierungen und negative Etiketten. Stattdessen hebe ihre Stärken, Fähigkeiten und positiven Eigenschaften hervor. Erhöhe ihre Mentalität des Wachstums, lass sie wissen, dass sie, obwohl sie etwas nicht so gut können, alles mit der Übung schaffen werden. Steigere ihr Selbstvertrauen. Lerne hier, wie du Kinder lobst, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

8. Benutze CogniFit, das führende Programm in Neurodidaktik

Die Neurodidaktik basiert auf einer neuen Perspektive der Erziehung, die die Kenntnisse über das Gehirn nutzt, um die Lernprozesse bei Schülern zu analysieren und zu verbessern. CogniFit ist die führende Plattform für Neurodidaktik. Dieses Programm ist ein professionelles Instrument, das von Spezialisten für kindliche Neuropsychologie geschaffen wurde.

Die Technologie von CogniFit basiert auf der Neuroplastizität. Dieses Programm ist sehr einfach zu verwenden. Es besteht aus verschiedenen klinischen Spielen, die vom Computer aus gespielt werden können, und ermöglicht es, Lehrern, die nicht auf Psychopädagogik spezialisiert sind, die Lernprozesse zu analysieren und das Potenzial jeden Schülers zu entwickeln.

Wie fördert man die Motivation?: CogniFit identifiziert mit wissenschaftlicher Objektivität die kognitiven Schwächen und Stärken der Schüler und erstellt einen Zusammenhang ihrer schulischen Leistung, Verhalten und Motivation und ermöglicht es, personalisierte Lehrstrategien einzuleiten.

9. Hilf ihnen, ihre Angst zu regulieren

Vielen Kindern fällt es schwer, motiviert zu bleiben, weil sie viel Angst haben, sich vor dem Scheitern und dem Nicht-Erreichen der gewünschten Ergebnisse fürchten.

Wie fördert man die Motivation?: Vermittle ihnen Ruhe und lass sie wissen, dass das Scheitern nichts Negativen ist. Sich zu irren hilft uns dabei, mehr und besser zu lernen und zu wissen, was wir nicht machen sollten. Wenn die Angst sehr groß ist, kann man im Unterricht Entspannungsübungen ausprobieren.

10. Bring ihnen bei, sich selbst zu motivieren

Es ist sehr gut, die Kinder zu motivieren, aber sie müssen auch lernen, ihre eigene Motivation zu finden und sie selbst regulieren können.

Wie fördert man die Motivation?: Hilf ihnen, Gründe zu überlegen, wofür ihnen das, was sie lernen, dienen könnte. Wird es ihnen helfen, ihre Umgebung besser zu verstehen? Dient es ihnen, wenn sie zur Universität gehen? Hilft es ihnen in ihrem Alltag?

Wichtigkeit der Motivation bei der Erziehung: Schätze sie nicht gering

 

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

 

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder? Fälle von Kindern, die von Tieren aufgezogen wurden

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder? … Kannst du dir vorstellen, wie es wäre, von Wölfen, Affen, Hunden oder andere Tieren aufgezogen worden zu sein? Wie es wäre, mit ihnen aufzuwachsen? Wenn dir jetzt irgendein Disney-Film in den Kopf kommt, liegst du ganz schön falsch. Die wahren Geschichten von Wolfskindern oder wilden Kindern haben nichts mit den Zeichentrickfilmen zu tun. Finde in diesem Artikel heraus, wie sich Kinder entwickeln, die von Tieren aufgezogen wurden und lerne mehr über einige Geschichten und echte Fälle.

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder?

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder?

Die “Wolfskinder” sind jene Kinder, die ohne jeglichen menschlichen Kontakt aufgewachsen sind, auch wenn sie vielleicht mit anderen Tieren zusammengelebt haben (Affen, Wölfe, …). Die “wilden Kinder” sind jene Kinder, die ebenso wie die “Wolfskinder” keinen Kontakt zu Menschen hatten, aber auch nicht von Tieren aufgezogen worden sind, sondern in Einsamkeit und Isolation gelebt haben.

Man kennt sie unter dem Begriff “wild”, denn wenn man sie findet und nachdem sie so lange fern von jeglichen sozialen Kontakten gelebt haben, wirken sie nicht mehr wie Menschen, sondern wie Raubtiere.

Einige Merkmale der Wolfskinder. Entwicklungsprobleme

Fehlen von der dem menschlichen Wesen eigenen Sozialkompetenz.

Da sie ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen sind, hatten sie keine soziale Stimulierung und beweisen deshalb ein Verhalten, das typisch für Tiere ist.

Fehlen der Sprache.

Wie wir alle wissen, ist die Sprache die Grundlage der Integration und Kommunikation. Eins der größten Hindernisse für die Anpassung der Wolfskinder ist ihre Unfähigkeit sich auszudrücken.

Warum? Ohne den sozialen Faktor ist es unmöglich, das Sprechen zu erlernen, und wenn man nicht frühzeitig sprechen lernt (mit 0-3 Jahren), ist es schwierig, dass sich dies noch ergibt.

Hochentwickelte Sinne.

Gehör, Nachtsicht und Geruchssinn sind hoch entwickelt, sie riechen an allem, was sie auf ihrem Weg finden. Was den Geschmackssinn angeht, passen sie sich der Ernährung der Tiere an, mit denen sie zusammenleben (zum Beispiel rohes Fleisch). Bezüglich des Tastsinns haben sie kein Gespür für Kälte, Regen oder Hitze.

Fähigkeit, das Verhalten der Tiere, mit denen sie zusammengelebt haben, zu wiederholen und zu imitieren.

Zum Beispiel neigen die Kinder, die mit Wölfen zusammengelebt haben, dazu zu heulen, rohes Fleisch zu essen … Deswegen sind sie auch nicht dazu fähig, aufrecht zu gehen. Sie gehen für gewöhnlich wie Tiere und besitzen eine unglaubliche Fähigkeit dazu, sehr schnell zu rennen.

Warum geschieht das mit den “Wolfskindern” oder “wilden Kindern”?

Diese Phänomene spielen sich in der Kindesentwicklung ab und fallen mit den sogenannten “kritischen Phasen” zusammen.

Die kritischen Phasen sind Momente, in denen das Nervensystem sensibler für das Lernen ist. Diese treten ab 2 Jahren bis zur Pubertät auf. Wenn in diesem Moment keine angemessene Stimulierung über die Umwelt stattfindet, ist ein späteres Erlernen dieses Verhaltens kompliziert. Die intellektuellen Funktionen, das Sozialverhalten und die Persönlichkeit werden am meisten durch die Umweltdeprivation geschädigt.

Kritische Phasen bei Wolfskindern oder wilden Kindern

Laut Itard: “Unsere Spezies ist besonders, weil sich ihre Mitglieder untereinander brauchen”. Wenn das Kind isoliert oder ohne Stimulierung aufwächst, schwächen sich seine Hirn- und Entwicklungsfunktionen und Folgendes kann geschehen:

  1. Das Gehirn wächst nicht und so verkümmert der Körper. Es entsteht ein Fehlen an Materie im Gehirn.
  2. Dies beeinflusst die Art, in der sie die Information verarbeiten, wie zum Beispiel, wenn sie Leute sprechen hören oder Dinge sehen, die sich bewegen.
  3. Sie sind nicht dazu fähig, zu handeln wie sie nach den Anforderungen ihrer Umgebung sollten.
  4. Wenn sie sich bewusst werden, dass sie nicht so reagieren, wie sie sollen, können sie aggressiv werden oder im Gegensatz dazu, verstummen.
  5. All diese Umstände lösen negative Gefühle und sowohl emotionale Probleme als auch Verhaltensprobleme in ihnen aus.

Echte Fälle von Wolfskindern und wilden Kindern

Im Laufe der Geschichte sind viele Fälle von Wolfskindern beschrieben worden, darunter befinden sich sowohl reale als auch erfundene.

Ja, ich weiss, dass all dies unglaublich erscheint, deshalb werde ich euch stark zusammengefasst einige Fälle zeigen, die wirklich passiert sind, so unglaubwürdig sie auch erscheinen.

Die Geschichte von Viktor von Aveyron, dem kleinen Wilden

Französischer wilder Jugendlicher, der in der Nähe der Pyrenäen von drei Jägern entdeckt wurde. Der Doktor Itard übernahm das Studium seiner Entwicklung und seines Verhaltens. Obwohl er intensiv mit ihm arbeitete, gelangen ihm keine großen Fortschritte und man schaffte es nicht, ihm ein mehr oder weniger zivilisiertes Verhalten beizubringen. Er starb mit etwa 40 Jahren.

Die Geschichte von Kamala und Amala, den “Wolfsmädchen”

Man kennt sie als zwei Mädchen (keine Schwestern, da man sagt, dass sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurden), die um 1920 von einem Wolfsrudel in Indien aufgezogen wurden. Als man sie entdeckte, war ihr Verhalten dem der Wölfe ähnlich, sie heulten, hatten hochentwickelte Sinne und Schwierigkeiten, aufrecht zu gehen und waren außerdem nicht fähig zu sprechen. Man beobachtete, dass sie sich sogar die Kleidung mithilfe ihrer Münder auszogen.

Die Geschichte, von Genie, dem wilden Mädchen

Im Fall von Genie handelt es sich um ein “wildes Mädchen“, das nicht von Tieren aufgezogen wurde, sondern seine Kindheit in Isolation unter schrecklichen Bedingungen und vom Vater misshandelt verbrachte. Als man sie fand, entdeckte man, dass sie nur unter großen Schwierigkeiten gehen konnte, einen Wortschatz von etwa 20 Wörtern hatte und sich wie ein Tier verhielt (sie spuckte, kratzte, etc …).

Ist die Rehabilitation von Wolfskindern oder wilden Kindern möglich?

Die Herausforderungen für die Rehabilitation der Wolfskinder oder wilden Kinder sind sehr groß. Man versucht sie, wieder in die Gesellschaft einzugliedern, aber es ist kompliziert, ihnen das Sprechen und das “zivilisierte” Zusammenleben beizubringen.

Aus all dem kann man schliessen, dass wir sind, was wir erleben, und von den Situationen, die Teil unseres Lebens sind, geformt werden.

Beziehungen zu anderen Menschen in den ersten Lebensjahren sind unerlässlich, um alle Fähigkeiten zu erlernen, die unsere Umwelt von uns für unser Überleben fordert.

Daher rührt die Wichtigkeit des Lebens in Gemeinschaft und der Kultur, um uns als Personen zu bilden. “Wir sind Menschen, weil wir in Gesellschaft leben”.

Oder mit Aristoteles Worten: “Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen und der Asoziale von Natur aus und nicht aus Zufall ist entweder ein schlechter Mensch oder mehr als menschlich … Die Gesellschaft ist natürlich und geht dem Individuum voraus … derjenige, der nicht in Gesellschaft leben kann oder nichts zu seiner eigenen Hinlänglichkeit braucht, ist kein Mitglied der Gesellschaft, sondern eine Bestie oder ein Gott”.

Wenn euch das interessant erscheint, liste ich hier einige Filme auf, damit ihr eure eigenen Schlüsse ziehen könnt:

  • Tarzan
  • Das Dschungelbuch
  • Wolfsbrüder (2010)
  • Der Wolfsjunge
  • Mama (2013)

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

10 Strategien, um alles schneller zu lernen – So funktioniert dein Gehirn!

Schneller lernen – Meine Absicht ist, dass du dein Gehirn ein bisschen besser kennenlernst, weißt was es kann und wie es funktioniert, damit es einfacher wird, die Dinge schneller und mit weniger Anstrengung zu lernen. Schöpfe dein gesamtes Potenzial in Lernsituationen aus!

Alles schneller lernen

1. Schneller lernen: Mach einen guten Plan

Viele Menschen unterschätzen die Bedeutung der Planung, manchmal aus Zeitgründen oder weil die Aufgabe nicht sehr komplex ist. Die wichtigste Strategie, um die Dinge schneller und effizienter zu lernen, ist diese Anfangsphase: Die Planung. Wenn du deine Arbeit gut organisieren kannst, dir Prioritäten setzt und den Aufwand, den du für jede Aufgabe brauchst, gut einschätzt, wirst du eine höhere Leistung erbringen und Probleme besser lösen. Es ist normal, dass es dir am Anfang etwas schwerer fällt, angemessen zu planen, aber verzweifle nicht, diese kognitive Fähigkeit verbessert sich durch die Übung.

Wie kann ich schneller lernen?
1.- Sammle alle notwendigen Daten, untersuche und bereite alle Materialien vor, von denen du denkst, dass du sie brauchen wirst. Es ist wichtig, dass du diese Aufgabe erledigst, bevor du zur Tat schreitest. Es wird dir helfen mit Kriterien zu planen, wenn du die gesamte Information zusammenstellst.
2.- Eine schriftliche Prüfung ist nicht dasselbe wie ein Test: Wähle deine Ziele aus.
3.- Brainstorming. Suche unterschiedliche Wege, die dich zu deinem Ziel führen können.
4.- Berücksichtige die Stundenanzahl, die du zur Verfügung hast, die Fristen, mögliche Zwischenfälle, die Art Material … und erarbeite einen Studienplan.
5.- Setze dir Zwischenschritte und Tagesziele, um “Phasen zu verbrennen”.

2. Schneller lernen: Benutze eine Lernmethode, um schneller zu lernen

Es ist empfehlenswert, einem Schema oder Plan zu folgen, es gibt verschiedene Techniken zum Studieren und Auswendiglernen. Eine der Methoden, mit denen die besten Ergebnisse erzielt werden, ist der Klassiker PQRST (Initialen aus dem Englischen, die voraussehen, sich fragen, lesen, zusammenfassen und überprüfen bedeuten). Diese Strategie liefert gute Ergebnisse, sowohl bei normalen Lernern als auch bei Personen mit Lernschwierigkeiten wie Betroffene der Legasthenie, ADHS etc. ergeben.

Welche Methode kann mir dabei helfen, schneller zu lernen?
Die klassische PQRST-Methode besteht aus 5 Schritten:
1.- Suche die Grundidee des zu lernenden Textes oder Themas, zum Beispiel anhand einer Zusammenfassung oder einer Einleitung zum Thema, lies Informationen über den Autoren …
2.- Generiere Fragen darüber, was du von der Lektüre erwartest, bevor du beginnst.
3.- Lies den Text einmal, schau dir Tutorials an, etc. und versuch auf die Zielfragen zu antworten.
4.- Schreib eine Zusammenfassung mit den Hauptideen.
5.- Geh das gelernte Material noch einmal durch, um deine Erinnerung abzusichern.

3. Schneller lernen: Die Neugierde aktiviert dein Gehirn

Warum können wir uns ohne Mühe an eine ganze Menge Daten erinnern, wenn uns eine Geschichte erzählt wird, wir einen Film sehen oder einen interessanten Roman lesen? Die Antwort ist ganz einfach: Die Neugierde, die gemeinsam mit der Emotion der Schlüssel zum Lernen ist.

Dieser in Neuron veröffentlichte Artikel sagt aus, dass die Erwartung, die ein Thema in uns hervorruft, unser Gehirn so aktiviert, dass wir jede Art von Information lernen und behalten können. Neugierig auf etwas zu sein aktiviert das Belohnungssystem unseres Gehirns, indem Dopamin freigesetzt wird, eine Substanz, die mit den Vergnügungssystemen zusammenhängt.

Ohne Zweifel sind unsere “Kleinsten” die wissbegierigsten und neugierigsten Wesen, die wir kennen.

Wie schneller lernen? 

Stell dir vor, du bist ein kleines Kind voller Neugierde darauf, alles zu lernen und aufzusaugen. Frag dich leidenschaftlich darüber aus, was du lernen wirst. Was ist das? Was weißt du vom Thema? Was glaubst du, wirst du lernen? Wie kannst du das im wirklichen Leben anwenden? Wie schwierig wird es sein? Wem kannst du es erzählen? Wie hängt es mit anderen Dingen zusammen, die du lernst? …

4. Schneller Lernen: Achtsamkeit, Aufmerksamkeit

Die Achtsamkeitsübung oder volles Bewusstsein steigert die Funktion der höheren kognitiven Prozesse. Diese Technik beinhaltet zahlreiche Übungen wie die Körperreise, im gegenwärtigen Moment leben, die Nervosität zu kontrollieren und die Emotionen zu regulieren, oder die Konzentration auf die Atmung.

Wie integriert man die Achtsamkeitsübung in den Lernprozess?

 

Zum Beispiel kannst du versuchen die Atmung (Einatmung-Ausatmung) mit der Augenbewegung (Sakkaden, Sprünge) während des Lesens zu synchronisieren, um während der Aufgabe präsent zu bleiben.

5. Schneller Lernen: Besser mehrere Strategien anwenden als nur eine

Die Strategien sind Aktivitäten, die dazu dienen, die Leistung zu verbessern und Kontrolle über die Aufgabe verleihen. Die Verwendung von Lernstrategien ist ein Faktor, der direkt auf die Entwicklung des Gedächtnisses Einfluss nimmt.

Welche Arten von Strategien kann ich anwenden, um schneller zu lernen?
1. Die assoziativen Strategien sind die einfachsten. Ihr Ziel ist das Überholen des Materials mithilfe von Wiederholung: noch einmal durchgehen, unterstreichen, laut wiederholen, etc.
2. Die organisatorischen Strategien ermöglichen es, das zu studierende Material nach seiner Bedeutung zu gruppieren (“chunks” von Information). Die wichtigsten sind die Kategorien und Konzeptkarten.
3. Die Ausarbeitungsstrategien benötigen ein höheres Textverständnis deinerseits: Schemata, Zusammenfassungen, Verwendung von Schlüsselwörtern …
4. Die meta-kognitiven Strategien Planung, Monitorisierung, Bewertung und Überprüfung dienen dazu, Kontrolle und Bewusstsein über den Lernprozess zu bekommen.

6. Schneller Lernen: Verteiltes Lernen besser als durchgehendes

Egal, ob du zwei, vier oder acht Stunden am Tag lernst, die Zeiteinteilung und das Lernmaterial sind ein Schlüsselfaktor.

Wie kann ich schneller und effizienter lernen?
Zum Beispiel, das intensive Lernen desselben Themas für 5 Stunden ist schlechter als die die Wiederholung mit Zeitabständen für eine Stunde am Tag an 5 Tagen.

7. Schneller Lernen: Pausen sind heilig

Die Untersuchungen zur Aufmerksamkeit in der Psychologie zeigen, dass die Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, nach 20/25 Minuten abnimmt. Trink Wasser in deinen Pausen, ein hydratisiertes Gehirn ist unabdingbar, um konzentriert und aufmerksam zu bleiben.

Wie kann ich schneller lernen?
Diese Lernmethode, die auf der Pause basiert, wurde vom Neuropsychologen Frencesco Cirillo erschaffen. Cirillo benutzte eine Küchenuhr (mit Tomatenform), um Studienzeiten von 20 Minuten, gefolgt von einer kurzen Pause, abzumessen. In jeder Pause macht der Student etwas Stärkendes, wie sprechen, essen, E-Mails abrufen … und kehrt dann wieder zum Studieren zurück.

8. Schneller Lernen: Positive Emotion, positive Erfahrung

Die Emotionen sind der Schlüssel beim Lernen. Ein positiver emotionaler Zustand verbessert die Leistung des Gedächtnisses und erleichtert das Lernen.

Wie kann ich schneller durch positive Emotionen lernen?
Versuche, eine negative Haltung zur Lernmaterie zu vermeiden, auch wenn sie sehr umfangreich oder schwierig ist. Fühl dich gut mit dir selbst und mit dem, was du tust. Du wirst sehen, wie eine positive emotionale Aktivierung, gemäßigt, dem Lernen zugute kommt.

9. Schneller Lernen: Benutze jedes Mal Selbstbelohnungen, wenn du ein Ziel erreichst

Belohnungen sorgen dafür, dass wir die ausgeführte Tätigkeit als angenehmer empfinden.

Wie kann ich eine Selbstbelohnung anwenden, um schneller zu lernen? 

Sie werden direkt im Anschluss an die Aufgabe angewendet. Die Belohnung kann verbal oder körperlich sein: Von ein paar Worten der Beglückwünschung zur erfüllten Aufgabe bis zu einer Belohnung wie ein Eis, oder eine Kleinigkeit zu essen (es ist empfehlenswert, Nahrungsmittel zu wählen, die dir helfen, dein Gehirn zu schonen), oder einen Freund/eine Freundin anzurufen …

10. Schneller Lernen: Hab Vertrauen darin, was du tust – Du wirst es schaffen!

Du musst aufhören, negativ zu denken. Stell dir dein Ziel vor, wenn du eine schwierige Aufgabe bearbeitest, dir selbst zu vertrauen ist wichtig, um das zu erreichen, was du dir vornimmst.

Wie kann dir das Selbstvertrauen dabei helfen, schneller zu lernen?
In meiner Etappe als Student habe ich ein Jahr über ein Mantra wiederholt, um mich zu ermutigen und zu konzentrieren: “Vertrau dir, sei glücklich”. Ich habe das in alles Formen und Sinnen wiederholt, gesprochen oder gesungen: “Vertrau”, “Vertrau dir”, “Dir, vertrau”, “sei glücklich”, “dir, dir, dir, vertrau” … Du siehst in etwa, wie das funktioniert, oder?

Die kognitiven Prozesse können durch Training beschleunigt oder verbessert werden. Heutzutage existieren verschiedene neurowissenschaftliche Werkzeuge, die dir dabei helfen können, deine kognitiven Funktionen auf präzise Weise zu messen und verbessern. Wenn du dieses Feld genauer ergründen möchtest und deine kognitiven Prozesse auf professionelle Art trainieren möchtest, kannst du dich bei CogniFit, dem führenden Programm für kognitive Bewertung und Stimulierung, informieren. Dies ist nicht irgendein Gehirntraining, es ist ein Instrument, dass durch die wissenschaftliche Gemeinde, Schulen, Universitäten und diversen Bevölkerkungsgruppen weltweit validiert und verwendet wird. CogniFit passt sich an deine individuellen Lernbedürfnisse an.

Viel Glück beim Lernen!

 

Deutsche Übersetzung des spanischen Originalartikels.

Quelle: Pablo García Bartolomé, Psychologe bei CogniFit.

 

Das eidetische Gedächtnis? Hast du ein fotografisches Gedächtnis? Finde es heraus!

Das eidetische Gedächtnis, im Volksmund “fotografisches Gedächtnis” genannt, lässt sich als die Fähigkeit beschreiben, sich an Bilder, Geräusche oder Gegenstände sehr detailliert zu erinnern. Vielleicht kennst du den Fall von einer Person, die nach einmaligem Lesen eines Textes dessen Inhalt noch nach einiger Zeit mit erstaunlicher Genauigkeit wiedergeben kann. Jedoch findet sich dieses Phänomen und großes Mysterium des menschlichen Gehirns nur in einer reduzierten Gruppe von Kindern und man trifft es äußerst selten bei Erwachsenen an. Im Folgenden wird erklärt, worin dieses Gedächtnisphänomen besteht. Am Ende des Artikels findest du einen kleinen Test, um herauszufinden, ob du ein fotografisches Gedächtnis hast!

Menschen mit eidetischem Gedächtnis erinnern sich an absolut alles

Was ist das eidetische Gedächtnis/ fotografische Gedächtnis? Etwas Theorie

Die Menschen, die ein eidetisches Gedächtnis besitzen, erinnern sich äußerst detailliert an Dinge. Beispielsweise, wo eine Person saß oder welche Worte sie gesagt hat. Sie können sich fast mühelos an jedes Wort aus Büchern von bis zu 500 Seiten erinnern, oder an die Geschehnisse eines bestimmten Tages vor Monaten oder sogar Jahren.

Wenn eine Person ein eidetisches Gedächtnis (oder fotografisches Gedächtnis) besitzt, zeigst du ihr ein Bild, das sie vorher noch nie gesehen hat und sie ist dazu fähig, dieses Bild im Geiste zu “sehen” und sich an alles zu erinnern, wie die Zahl der Fenster eines Gebäudes, wie viele Personen dort waren …

Außerdem ist für Personen mit einem eidetischen Gedächtnis charakteristisch, dass sich ihre Augen bewegen, als ob sie das Bild oder Buch, dass sie sehen oder hören, scannen würden.

Es hat Fälle gegeben, in denen sich diese Art von Gedächtnis spontan gezeigt hat, und die Person sich besonders detailliert an ein bestimmtes Thema erinnert, aber unfähig dazu ist, die Information eines anderen Themas zu behalten.

Zurzeit gibt es keine wissenschaftliche Erklärung zu diesem Phänomen, es existiert sogar eine große Debatte darüber, ob das eidetische Gedächtnis wirklich existiert.

Die aktuellste Studie, die es über das eidetische Gedächtnis gibt, wurde von Forschern der Universität von Malaga durchgeführt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das fotografische oder eidetische Gedächtnis einer Erhöhung der Produktion eines Proteins namens “RGS-14” zuzuschreiben ist. Dieses Protein nimmt Einfluss auf einen Bereich im Gehirn, der für die visuelle Informationsverarbeitung zuständig ist, indem es das Fassungsvermögen des Langzeitgedächtnisses erweitert.

Das Gedächtnis besitzt die kognitive Fähigkeit, die für das Speichern, Behalten und Erinnern der Information sorgt. Es gibt verschiedene Arten von Erinnerungen. Das eidetische Gedächtnis entsteht aus außergewöhnlichen Fähigkeiten sowohl im Kurzzeitgedächtnis als auch im Langzeitgedächtnis.

Kinder und Menschen mit Asperger-Syndrom haben häufiger ein fotografisches Gedächtnis als der Rest der Bevölkerung

Eidetisches Gedächtnis: Kinder, Menschen mit Autismus und Asperger-Syndrom

Man hat beobachtet, dass das eidetische Gedächtnis oder fotografische Gedächtnis bei Kindern mehr ausgeprägt ist als bei Erwachsenen. Anscheinend können Kinder Bilder mit größerer Präzision auf eidetische Art abspeichern und haben somit höhere Speicherkapazitäten als Erwachsene.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich die Verbindungen zwischen der rechten Gehirnhälfte (intuitives Denken) und der linken (rationales Denken) bei Kindern mit etwa 4 Jahren verändern.

Das Gehirn eines Kindes ist anders vernetzt als das Gehirn eines Erwachsenen, und es scheint, dass die Fertigkeit des eidetischen Gedächtnis gemeinsam mit der Fähigkeit des intuitiven Denkens mit etwa 4 Jahren verschwinden. Nur etwa 2 bis 10% der Kindern erleben in frühen Jahren diese Art von Gedächtnis.

Aus diesen Befunden lassen sich folgende Schlussfolgerung ziehen: Man nimmt an, dass Kinder mit dem Alter neue Methoden zur Informationsverarbeitung und Weiterentwicklung ihres Gedächtnisses erlernen. Dies scheint der Grund, weswegen das Phänomen des eidetischen Gedächtnisses so selten bei Erwachsenen vorkommt.

Die meisten Untersuchungen zeigen, dass Erwachsene nicht die Fähigkeit haben, eidetische Bilder zu erschaffen. Anscheinend liegt das daran, dass wir dazu neigen, das Beobachtete visuell und verbal zu verschlüsseln. Wir weisen den Dingen eine Bedeutung zu, um sie leichter abspeichern und später besser an sie erinnern zu können. Diese Verschlüsselung erschwert jedoch das Schaffen eines eidetischen Bildes.

Das eidetische Gedächtnis scheint häufiger bei Kindern und Jugendlichen vorzukommen. Mit dem Alter verringert sich die Fähigkeit, sich an Details erinnern zu können. Eine andere hervorzuhebende Tatsache ist, dass viele der Personen mit fotografischem Gedächtnis unter dem Asperger-Syndrom und Autismus leiden.

Autisten mit eidetischem Gedächtnis

Der Film Rain Man mit Dustin Hoffman und Tom Cruise in den Hauptrollen, zeigt das Phänomen des eidetischen Gedächtnisses auf beeindruckende Art und Weise.

Die von Dustin Hoffman gespielte Figur wurde von Kim Peek inspiriert. Kim Peek war ein damals 53-jähriger Mann, der mit einer Störung im autistischen Spektrum diagnostiziert wurde. Kim Peek konnte jede Seite der 9.000 Bücher, die er gelesen hat, auswendig.

Peek sagte, dass er zwischen 9 und 12 Sekunden brauchte, um eine Seite zu lesen und, dass jedes seiner Augen eine Seite unabhängig las.

Seine erstaunliche Gedächtnisleistung ist drauf zurückzuführen, dass bei Peek beide Gehirnhälften kaum miteinander verbunden waren. Dies hatte als Konsequenz, dass Informationen ungebremst ins Bewusstsein dringen konnten, da die rechte und linke Gehirnhemisphäre nicht miteinander intervenierten.

Ein anderer erstaunlicher Fall ist der von Stephen Wiltshire. Dieser kann in nur 10 Minuten alle Details seiner Umgebung aufnehmen und diese anschließen äußerst detailreich zeichnen. Dies kann er sogar an Orten mit vielen visuellen Reizen wie dem Piccadilly Circus in London, indem er sich nur auf sein Gedächtnis verlässt.

Stephen wurde mit 3 Jahren mit Autismus diagnostiziert und seitdem hat er ein natürliches Talent für das Zeichnen bewiesen. Zu Beginn begeisterte er sich für Tier- und Busbilder, aber später konzentrierte sich sein Interesse auf Gebäude und viel komplexere Themen. Auf seiner Webseite sind Bilder zu sehen, die er gezeichnet hat.

Test zum fotografischen Gedächtnis oder eidetischen Gedächtnis

Zum Abschluss ein kurzer Test. Wenn du wissen möchtest, ob du ein gutes eidetisches Gedächtnis besitzt, dann konzentriere dich 30 Sekunden auf das folgende Bild:

Test zum eidetischen oder fotografischen Gedächtnis – Quelle: psicotecnicostest

Beantworte jetzt, ohne zu mogeln (schau das Bild nicht an), diese Fragen:
1. Wie viele Reifen waren auf dem Foto?
2. Welche Farbe hat der Anhänger des Traktors?
3. Wie viele Personen siehst du auf dem Bild?
4. Wie viele Linien sieht man auf dem Acker?
5. Wie viele Tiere gibt es auf dem Bild?
Überprüfe deine Antworten. Hast du alle richtig geraten?

Eidetisches Gedächtnis trainieren

Eine weitere Frage die sich dir stellen könnte ist, ob sich das fotografische Gedächtnis trainieren lässt. Wie eingangs erwähnt, verliert sich die Fähigkeit des eidetischen Gedächtnisses im Laufe der Kindheit bei den meisten Menschen, die diese Fähigkeit besaßen. Trotzdem lässt sich die visuelle Gedächtnisleistung trainieren und somit verbessern. Um uns in unserem Alltag gut zurecht zu finden, müssen wir keine detaillierte Skizze des Piccadilly Circus in London zeichnen können. Es reicht in der Regel, wenn wir es schaffen uns beim Einkaufen auf einem großen Parkplatz zu merken, wo wir unser Auto geparkt haben. Unsere Fähigkeit, uns visuelle Informationen einzuprägen lässt sich trainieren.
Quelle: Noemí Vega Ruíz, Psychologin bei CogniFit.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Diskriminierung vorbeugen – Folgen für das Kind

Gleichgeschlechtliche Eltern: Es ist kaum zu glauben, dass es immer noch Zweifel über die Entwicklung von ihren Kindern gibt. Der Grund für viele falsche Überzeugungen zu diesen Familien ist ganz einfach Unwissenheit. Wie sind diese Kinder? Ist es wahr, dass Kinder, die von schwulen oder lesbischen Eltern erzogen werden, Probleme in der Entwicklung bekommen können? Haben gleichgeschlechtliche Eltern eher Kinder die auch homosexuell werden? Werden ihre Mitschüler über sie lachen und sie verspotten? Hier erklären wir dir, wie Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern sind und widerlegen gewisse Mythen.

Gleichgeschlechtliche Eltern

Als gleichgeschlechtliche Eltern bezeichnet man Eltern, die beide das gleiche Geschlecht haben, das heißt homosexuell (schwul oder lesbisch) sind.  Aber davon abgesehen gibt es viele andere Familienstrukturen: Eine lesbische alleinerziehende Mutter oder ein schwuler Single-Vater, Patchwork-Familie mit gleichgeschlechtlichen Eltern und Kindern aus einer vorhergehenden heterosexuellen Beziehung …

Die Statistiken vermuten, dass 15 % der gleichgeschlechtlichen Paare auf der Welt Kinder haben, seien sie biologisch oder adoptiert.

Die Menschen fragen sich oft, ob Kinder aus diesem Kollektiv (Schwule und Lesben) sich korrekt entwickeln oder ob, im Gegensatz dazu, die Homosexualität der Eltern eine Art von Trauma oder Funktionsstörung in ihnen hervorrufen kann.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Wie sind die Kinder?

Es existieren bereits einige Studien zu diesem Thema. Sie alle deuten darauf hin, dass es keine Unterschiede zwischen Kindern von homosexuellen und denen von heterosexuellen Paaren gibt. Wichtiger als die Familienstruktur sind die intrafamiliären Prozesse und Beziehungen. Das heißt, viel relevanter für eine gute Kindesentwicklung als der Aufbau der Familie ist das Beibringen eines vernünftigen Wertesystems und den Kindern zuas Vermeiden davon, in Fallen zu treten, die aus unserem Kind einen kleinen Straftäter machen könnten, die Kommunikation mit unseren Kindern und der Umgang mit den Gefühlen.

Der Glaube, dass Kinder von homosexuellen Paaren sich schlechter entwickeln und in ihrer Zukunft schlechter anpassen können, entsteht durch Unwissen, aber auch durch das in-Verruf-bringen durch einige religiöse Einrichtungen.

Um zu argumentieren, dass gleichgeschlechtliche Eltern keine guten Eltern sind, wird oft eine Studie unter der Leitung von dem Forscher Mark Regnerus der Universität von Texas aus dem Jahre 2012, zitiert. Diese Studie bestätigte, dass Kinder von homosexuellen Müttern und Vätern sich sozial, emotional und relational schlechter verhielten als Kinder aus “biologisch intakten Familien“. Diese Ergebnisse widersprachen der bisherigen Forschung.

Nichtsdestotrotz analysierten Wissenschaftler in einer aktuelleren Studie von den Universitäten aus Indiana und Connecticut diese Daten und kamen zu einer anderen Schlussfolgerung. Ihnen gemäß ist die beste Art eine Studie zu beurteilen, die Daten neu zu analysieren, besonders, wenn diese umstrittene Ergebnisse aufwirft. Dabei fanden sie Fehler in der Art der Kodifizierung und Klassifikation der Daten. Zum Beispiel hatte ein Viertel der Jugendlichen, die angeblich von gleichgeschlechtlichen Eltern erzogen worden waren, in Wirklichkeit nur ein Jahr oder weniger bei ihnen gelebt. Außerdem fanden sie heraus, dass eine große Anzahl der Antworten in den Fragebögen, auf denen die Daten beruhten, inkonsistent, unlogisch und voller Widersprüche war. Diese hätten von der Analyse ausgeschlossen werden müssen.

Als diese Fehler beglichen waren, fand man heraus, dass die Unterschiede zwischen Kindern, die von gleichgeschlechtlichen Paaren und Kindern, die von heterosexuellen Paaren aufgezogen wurden, sehr klein, praktisch inexistent sind.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Ihre Kinder entwickeln sich genauso wie die von Hetero-Eltern

Eine andere Untersuchung zeigt, dass es zwischen Kindern aus homosexuellen Familien und denen aus heterosexuellen Familien keine Unterschiede im Bezug auf ihre Gesundheit gibt. Aber es finden sich Unterschiede im Familienzusammenhalt. Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern wiesen gleichberechtigteres Verhalten auf als Familien mit heterosexuellen Eltern, wenn es dazu kam, die Hausarbeiten zu verteilen. Zusätzlich ergab die Studie, dass ihre Entscheidungen sowohl im Familienleben als auch bei der Arbeit mehr auf den momentanen Umständen als auf vorgefertigten Geschlechterrollen basierten.

Laut der Studie des Ökonomen Douglas Allen, findet man jedoch Unterschiede in den akademischen Leistungen an der Universität zwischen Kindern von homosexuellen Eltern und Nachkommen von heterosexuellen Eltern. Er erwähnt auch, dass die Söhne von schwulen Vätern bessere Ergebnisse erhalten als die Töchter von schwulen Vätern. Diese Studie war sehr umstritten und wir kennen die Gründe für diese Ergebnisse immer noch nicht, da sie allem widersprechen, was bisher erforscht wurde. Es ist auch möglich, dass sich die Resultate auf Diskriminierung innerhalb der Hörsäle zurückführen lassen. Ohne Frage muss in diesem Bereich noch weiter geforscht werden.

Manche Studien zeigen auch, dass die Kinder, die von schwulen Vätern oder lesbischen Müttern erzogen wurden, eine positivere Einstellung der menschlichen Vielfalt gegenüber haben und offener sind. Außerdem findet man, dass Homosexualität bei Kindern aus homosexuellen Familien genauso oft auftritt wie in heterosexuellen Familien. Der Unterschied ist, dass homosexuelle Familie viel offener und flexibler mit der Sexualität ihrer Kinder umgehen.

Leider müssen diese Familien oft Stigmata und Diskriminierung ertragen. Und es ist erwiesen, dass dies einen negativen Einfluss auf die geistige und emotionale Gesundheit hat, was wiederum häufig zu Verhaltensproblemen führt. Dennoch beweisen einige Studien, dass es keinen Unterschied beim Auftreten von Belästigungsfällen zwischen gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Familien gibt. Personen, die andere belästigen, finden immer einen Grund um zu diskriminieren und zu erniedrigen, sei es, weil du pummelig bist, eine Brille trägst oder deine Eltern homosexuell sind. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass dies eine Bevölkerungsgruppe ist, die dazu neigt und empfindlich dafür ist, unter solchen Verhaltensweisen zu leiden.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Wie sollte man der Diskriminierung von Kindern von Schwulen oder Lesben in der Schule vorbeugen und wie die Situation handhaben?

Die Hauptarbeit besteht darin, die Gesellschaft aufmerksam zu machen, zu informieren und zu normalisieren, nicht nur diesen Typ von Familie, sondern alle Familien, die sich von einer „traditionellen“ Familie, in der es eine Mutter und einen Vater gibt, die verheiratet sind und mit ihren Kindern im selben Haushalt leben, unterscheiden. Dennoch muss man auch im intrafamiliären Bereich arbeiten, damit die spärlichen Strategien, die bisher durchgeführt werden, eine große Wirkung auf die Überzeugungen der Gesellschaft haben können.

Das Stigma der sexuellen Orientierung steht immer noch auf der Tagesordnung

Glücklicherweise können wir Strategien entwickeln, um die Auswirkungen der Diskriminierung auf dieses Kollektiv zu verringern.

  • Den Kindern helfen zu verstehen, dass an ihren (schwulen oder lesbischen) Eltern nichts Schlechtes ist. Dass alle Familien auf ihre Art unterschiedlich sind und kein Typ Familie besser ist als der andere.
  • Ihr Selbstvertrauen und ihre sozialen Fähigkeiten. Denn ein selbstsicheres Kind mit Ressourcen kann sich viel besser Situationen der Belästigung oder Stigmatisierung entgegenstellen.
  • Die Kommunikation in der Kernfamilie fördern. Es ist notwendig, dem Kind seine Herkunft oder andere Information nicht zu verschweigen. Wenn eine gute Verbindung aus Zuneigung, Unterstützung, Akzeptanz und guter Kommunikation geschaffen wird, ist es viel einfacher Situationen der Diskriminierung aufzudecken.
  • Den Ausdruck von Gefühlen in den diskriminierenden Situationen unterstützen- Wenn das Kind in der Schule diskriminiert wurde, oder man es belästigt hat, weil es zu einer gleichgeschlechtlichen Familie gehört, ist es sehr wichtig, ihm Raum zu geben, damit es ausdrücken kann, was es fühlt.

Quelle: Andrea García Cerdan, Psychologin bei CogniFit.

Wie kann Stress in der Schwangerschaft das Baby beeinflussen?

Wie kann Stress in der Schwangerschaft das Baby beeinflussen? Vielleicht machst du während der Schwangerschaft gerade eine schwierige Zeit im Beruf oder im Arbeitsleben durch oder fühlst dich durch all die bevorstehenden Veränderungen überfordert: Dein Körper verändert sich, deine Gefühle fahren Achterbahn, dein Privat- und Familienleben ändert sich radikal … Manchmal passen wir uns gut an diese Veränderungen an und manchmal können sie zu einer Stressquelle in unserem ohnehin schon hektischen Leben werden.

Viele Studien haben die Folgen von Stress während der Schwangerschaft untersucht und warnen davor, wie schädlich er für unsere Babys sein kann. Denkst du, dass du unter Stress leiden könntest? Machst du dir Sorgen, wie dieser ganze Druck das Baby beeinflussen könnte? Beeinflusst Stress uns alle gleich? Keine Sorge, in diesem Post werden wir versuchen all diese Fragen zu beantworten.

Stress in der Schwangerschaft

Stress in der Schwangerschaft: Wie kann er das Baby beeinflussen?

Was ist Stress? Warum kann es zu Stress in der Schwangerschaft kommen?

Zunächst müssen wir verstehen, dass der Stress an sich nichts Schlechtes ist, sondern eine normale körperliche Reaktion auf Reize, die wir als bedrohlich empfinden. Ein mäßiges Stressniveau schadet uns nicht.

Angesichts einer bedrohlichen Situation beginnt unser Körper Cortisol und Adrenalin abzusondern. Das sind Stoffe, die es erlauben, unseren Muskeln Energie zukommen zu lassen. So können die Muskeln eine geeignete Antwort auf die Stresssituation geben, sei es Konfrontation oder Flucht. Wenn die Stresssituation vorüber ist, beseitigt der Körper die überschüssige Menge an Cortisol und es ist, als ob nichts passiert wäre.

Die Gefahr kommt, wenn dieser Stress über einen längeren Zeitraum oder in großer Intensität vorkommt. Dieser chronische Stress kann verschiedene Gründe haben: Wenn wir bei der Arbeit unter großem Druck stehen, in der Partnerschaft misshandelt werden oder ein naher Verwandter stirbt, wenn wir uns um eine pflegebedürftige Person kümmern müssen oder sogar, wenn wir Ablehnung oder Unsicherheit wegen einer Schwangerschaft spüren. Wenn wir über einen längeren Zeitraum unter chronischem Stress leiden, kann das negative Folgen für unser Gehirn haben, unser Organismus kann den Anteil an Cortisol (oder anderen Hormonen) im Blut nicht mehr ausgleichen und das kann Störungen im Immunsystem, im Gedächtnis, beim Blutdruck oder der Fruchtbarkeit, Knochenschwund oder Migräne hervorrufen … und so das Baby negativ beeinflussen.

Bedeutet das, dass wir uns schuldig fühlen sollten, wenn wir Stress empfinden und/oder ihn nicht kontrollieren können? Natürlich nicht. Niemand hat Schuld, wir müssen uns weder schuldig fühlen, dass ein Verwandter stirbt, noch, dass wir während der Schwangerschaft gekündigt wurden. Das ist absurd. Was wir tun können, ist uns schon vor der Schwangerschaft, etwas bewusster darüber zu werden, wie wichtig unser eigenes Wohlbefinden ist und die Verantwortung dafür zu übernehmen, damit es zu weniger oder keinem Stress in der Schwangerschaft kommt. Können wir kleine Veränderungen vornehmen, um entspannter zu leben und einige Schlüssel zum Glücklichsein kennenlernen? Zum Yoga gehen? Achtsamkeitsmeditation machen? Uns selbst ein bisschen Zeit an irgendeinem Tag der Woche widmen?

Stress in der Schwangerschaft und wie er das Baby beeinflusst

Wie beeinflusst der Stress in der Schwangerschaft das Baby?

Die meisten Untersuchungen ergeben, dass anhaltender Stress schädliche Auswirkungen auf das Baby haben kann. Trotzdem sollten wir uns nicht beunruhigen, denn die Wahrscheinlichkeit von negativen Folgen, die Stress auf unser Baby hat, ist sehr, sehr gering. Und denk daran, wenn du dir Sorgen machst, empfehlen wir dir als Erstes einen Arzt aufzusuchen. Einige Effekt, die beobachtet werden konnten, sind:

1- Obstetrische Komplikationen:

Ein häufigeres Auftreten von Frühgeburten und Untergewicht bei der Geburt sind die Folgen, die am konsistentesten dem mütterlichen Stress während der Schwangerschaft zugeschrieben wurden. Man nimmt an, dass der hohe Cortisolpegel die Blutversorgung der Plazenta reduzieren könnte und somit vorzeitige Wehen einleiten könnte.

Andere Studien haben das Arbeitspensum (mit Arbeitszeiten von mehr als 32 Wochenstunden) von Frauen im ersten Trimester der Schwangerschaft mit einem Anstieg der Häufigkeit von Geburten von untergewichtigen Babys in Verbindung gebracht. Somit könnte eine Verkürzung der Arbeitstage für Frauen sogar schon im ersten Trimester vorteilhaft sein, nicht erst im letzten. Es ist hervorzuheben, dass, obwohl einige Studien diese Verbindung finden, in den Revisionen (gleichzeitige Analyse von mehreren Studien) diese Assoziationen schwach sind und von anderen Faktoren abhängen könnten.

2- Fehlgeburt:

Einige Studien haben eine Verbindung zwischen mütterlichem Stress und dem Tod des Föten gezeigt. In einer Studie in Dänemark wurde beobachtet, dass das Risiko für eine Fehlgeburt bei Frauen, die starkem Stress ausgesetzt waren, um 80% erhöht war, verglichen mit denen, die unter moderatem Stress litten. Man muss sich jedoch nicht beunruhigen, denn die Rate für Totgeburten ist niedrig, deshalb muss man sich deswegen nicht verrückt machen.

3- Probleme in der neurologischen Entwicklung:

Während der Schwangerschaft einer hohen Stressdosis ausgesetzt zu sein, kann eine unangemessene neurologische Entwicklung hervorrufen. Stress in den ersten Schwangerschaftswochen ist mit Neuronentod, Zahnwachstumshemmung, Mängel bei der Entwicklung des Corpus callosum und des Kleinhirns in Zusammenhang gebracht worden. All dies verursacht Probleme bei der kognitiven und intellektuellen Entwicklung der Kinder, vor allem in Bezug auf die Sprachentwicklung und die Sprachkenntnisse.

4- Emotionale und Verhaltensstörungen beim Baby und Kleinkind:

Es wurden mehrere Studien veröffentlicht, in denen der mütterliche Stress mit Aufmerksamkeitsproblemen, Hyperaktivität, Nervosität und Verhaltensstörungen bei Kinder in Verbindung gebracht worden ist. Eine Studie des Imperial College of London zeigt, dass der Umfang der Auswirkungen klinisch relevant ist, da er 15 % der emotionalen und/oder Verhaltensstörungen erklärt, die man an Kindern beobachten kann.

Obwohl man glaubt, dass der Mechanismus, der diese Störungen erklärt, mit dem Cortisolpegel während der Schwangerschaft zu tun hat, ist das noch nicht sicher und die Experten glauben, dass andere Faktoren wie die Ernährung eine wichtige Rolle spielen könnten.

4- Angeborene Missbildungen: 

Für Mütter, die ein sehr belastendes Ereignis während des ersten Trimesters der Schwangerschaft erleben, steigt das Risiko verglichen mit den anderen Müttern um dass Achtfache, dass ihr Baby eine angeborene Missbildung wie die Hasenscharte oder Herzerkrankungen aufweist. Trotz des hohen Risikos ist die Gesamthäufigkeit gering (0,65% für alle Schwangerschaften und 1,18% für Schwangerschaften unter extremem Stress), deswegen sollte man sich nicht beunruhigen.

 

Quelle: Cristina Nafría, Psychologin bei CogniFit.