Priming: Wie beeinflusst es uns, welche Formen gibt es?

In der Psychologie nennt man Priming den impliziten Gedächtniseffekt, bei dem ein präsentierter Stimulus die Antwort auf einen nachfolgenden Reiz beeinflusst. Im Folgenden werden die nachstehenden Fragen geklärt: Welche Formen des Priming gibt es? Welchen Effekt hat es auf das Gedächtnis und wie beeinflusst Priming unseren Alltag?

Ein dargebotener Reiz kann die Reaktion auf einen späteren Reiz beeinflussen

Was ist Priming ? – Definition 

In der Psychologie ist Priming die unbewusste Verarbeitung eines dargebotenen Reizes, welche zur schnelleren Verfügbarkeit eines Ereignisses, eines Items oder einer Person führen kann, wenn ein zweiter Reiz präsentiert wird. Die meisten Menschen sind sich im Moment des Primings nicht darüber bewusst, dass es passiert. 

Wenn viele Interpretationen und Verhaltensmöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann die durch Priming bestimmte Zugänglichkeit zu einem Gedächtnisinhalt die Wahrnehmung, Kognition und Handlung einschränken.

Priming Beispiele

Wenn man Radio hört und dort in der Werbung ein Getränk angepriesen wird, man sich später in einem Café etwas zu trinken bestellt und Lust auf dieses Getränk bekommt,…

Wenn ein Freund von seinem letzten Urlaub in Thailand erzählt und man im Anschluss Lust hat, Thai Essen zu gehen,…

… ist das auf Priming zurückzuführen.

Das Gehirn wurde in diesen Fällen darauf programmiert, Verlangen nach etwas zu verspüren und kleine Dingen zu bemerken, die einem normalerweise nicht aufgefallen wären, oder denen man keine Beachtung geschenkt hätte – wäre man nicht im Vorhinein einem bestimmten Stimulus ausgesetzt worden. Die Reaktion auf den darauffolgenden Reiz kann sowohl positiv als auch negativ sein und wird dabei durch den vorherigen präsentierten Stimulus beeinflusst.

Das Denken und Handeln kann auf verschiedenste Arten beeinflusst werden

Formen von Priming

Es lassen sich verschiedene Formen unterschieden, die auf unterschiedliche Weise funktionieren und verschiedene Auswirkungen haben.

  • Positiv versus Negativ: Diese Eigenschaft des Primes hängt direkt mit der Verarbeitungsgeschwindigkeit zusammen. Verzögert oder beschleunigt der Prime die Verarbeitung des nachfolgenden Reizes? Während der positive Prime die Verarbeitungsgeschwindigkeit beschleunigt, bremst der negative Prime diese ab. Die Beschleunigung der Verarbeitungsgeschwindigkeit durch einen positiven Prime ist auf die Voraktivierung bestimmter Assoziationsmuster zurückzuführen. Das bedeutet, dass der Stimulus eine bestimmte Erinnerung oder Assoziation vor der Handlungsausführung aktiviert. Weil der Gedanke oder die Assoziation bereits voraktiviert ist, braucht man im Anschluss weniger Aktivierung um auf den späteren Zielreiz zu reagieren. Beim negativen Prime ist ein anderes Assoziationsmuster aktiviert, das deaktiviert werden muss, um eine adäquate Antwort zu geben. 
  • Semantisch: Der Prime und der Zielreiz sind aus der gleichen semantischen Kategorie und besitzen ähnliche Eigenschaften. Das bedeutet, wenn eine Person an ein einzelnes Item einer bestimmten Kategorie denkt, werden ähnliche Items in verschiedenen Gehirnregionen voraktiviert. Beispielsweise ist Löwe ein semantisches Wort für Tiger, da es sich um ähnliche Items handelt.
  • Konzeptuell und perzeptuell: Ein konzeptueller Prime basiert auf der Bedeutung des Stimulus und wird durch seine semantische Funktion verstärkt. Als Beispiel ist das Wort Gabel, das einen Effekt auf das Wort Löffel ausübt, weil sie zu der gleichen Kategorie gehören. Konzeptuelles und semantisches Priming sind sich sehr ähnlich. Perzeptuelles Priming bezieht sich auf die äußere Form des Stimulus und ist sehr sensitiv bezüglich seiner exakten Form und Beschaffenheit. 
  • Wiederholung: ist der positiven Form sehr ähnlich, wenn auch nicht das Gleiche. Es wird auch als direktes Priming bezeichnet, bei welchem der erlebte Stimulus selbst als Prime fungiert. Wenn dieser Reiz im Anschluss nochmals präsentiert wird, lässt sich dieser schneller im Gehirn verarbeiten und die Reaktionszeit verkürzt sich.
  • Freundlichkeit: Wenn eine Person einer freundlichen Geste oder einer freundlichen Tat ausgesetzt wird ist diese anfälliger für den Priming-Effekt, da der Schwellwert für die Aktivierung sinkt. Interessanterweise steigt die Resistenz gegenüber negativen Stimuli temporär an, wenn diese Art von Priming stattfindet.
  • Assoziatives Priming: Diese Kategorie ähnelt der des positiven oder semantischen Primings. In diesem Fall ist der Zielreiz ein Wort, das normalerweise mit dem Prime assoziiert ist, aber nicht zwangsläufig die gleichen semantischen Eigenschaften teilt. Der Zielreiz und der Prime sind zwei Dinge, die für gewöhnlich in einer Verbindung stehen und zusammen gesehen werden. Ein Beispiel sind Stift und Papier. Sie haben nicht die gleichen semantischen Eigenschaften, wie ein Tiger und ein Löwe, treten aber gemeinsam in Erscheinung. 
  • Response-Priming:  Bei einem klassischen Computerexperiment müssen bestimmte Tasten gedrückt werden, sobald bestimmte Formen auf dem Bildschirm erscheinen. Beispielsweise: Drücke die linke Pfeiltaste, wenn ein Kreis erscheint; die rechte Pfeiltaste, wenn ein Quadrat erscheint. In diesem Fall wird häufig das Response-Priming angewendet und wenige Millisekunden vor dem Zielreiz ein Prime dargeboten. Bei diesen Aufgaben wird anschließend die Zeit gemessen, die eine Person benötigt, um auf den Stimulus zu reagieren. 
  • Maskiertes Priming: Das maskierte Priming wird als “reinste” Form bezeichnet. Das 1984 von Forster & Davis vorgestellte Paradigma wird auch als Sandwich-Technik bezeichnet. Der Prime wird hierbei zwischen den Zielreiz und eine Maske eingebettet. Beispielsweise: ####, Prime: spielen, Zielreiz: FLIEGEN. 

Messung der verschiedenen Arten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Psychologen die Priming-Effekte im Gehirn messen können. Dabei hängen die verschiedenen Messmethoden jeweils von dem zugrunde liegenden Typen bzw. Subtypen ab. Um beispielsweise die Effekte von maskiertem Priming zu messen, verwendet man eine andere Methode, als die Effekte positiven oder negativen Primings zu messen. 

Im Folgenden finden sich als Beispiel ein paar Methoden, welche entsprechend verwendet werden:

  • Positives und negatives Priming: wird anhand des ereigniskorrelierten Potentials (Event-related potential; ERP) im Elektroenzephalogramm (EEG) gemessen. Dieses im Gehirn ausgelöste Potential ist das direkte Ergebnis eines spezifischen sensorischen, kognitiven oder motorischen Ereignisses. Anhand diesen Potentials kann die Verarbeitungsgeschwindigkeit bestimmt werden, wodurch Rückschlüsse auf einen positiven oder negativen Priming-Effekt gezogen werden können.
  • Perzeptuelles Priming – Messung: Hier findet ein wahrnehmungs-bezogenes Verfahren Anwendung. Dabei kann die Aufgabe der Wortstamm-Vervollständigung verwendet werden. Hierbei muss in der Regel eine Liste mit Wörtern gelernt werden. Anschließend werden Silben präsentiert, die man entsprechend zu Wörtern ergänzen muss. Die Teilnehmer sind sich in der Regel nicht bewusst, dass sie die Silben zu den vorher präsentierten Wörtern ergänzen sollen. Hier verwenden die Teilnehmer ihr implizites Gedächtnis, wenn sie die Silben zu einem vorher präsentierten Wort ergänzen. Je nach Anzahl der Wörter die entsprechend der vorherigen Liste ergänzt wurden, kann man die Stärke des Priming-Effekts bestimmten.
  • Konzeptuell und Wiederholung – Messung: die lexikale Entscheidungsaufgabe (Lexical decision task; LDT) wird für psycho-linguistische Experimente verwendet. Hiermit wird gemessen, wie lange eine Person benötigt, festzustellen, ob eine Reihe von Buchstaben ein reales Wort ergeben, oder nicht.

Priming-Effekte aus der Sozialpsychologie 

Es gibt viele Möglichkeiten, das Verhalten durch Priming zu beeinflussen und sogar die Einstellung bestimmten Dingen gegenüber zu verändern.

  • So laufen Leute beispielsweise langsamer einen Flur entlang, wenn sie vorher auf das Wort “Alt” geprimet wurden.
  • Bringt man Leute dazu zu nicken oder den Kopf zu schüttel (indem man ihnen beispielsweise Kopfhörer aufsetzt und behauptet, man soll ihren Halt auf dem Kopf testen, indem man den Kopf entsprechend bewegt) hat dies einen Einfluss auf die affektive Bewertung von Dingen, die einem währenddessen angeblich zusammenhangslos präsentiert werden. So bewerten die Personen, die den Kopf schütteln während sie einen Schokoriegel sehen diesen im Anschluss als weniger appetitlich als Personen, die während sie den Schokoriegel sahen nickten.
  • Auch in der Werbung wird sich der Priming-Effekt zu Nutze gemacht. So werden die umworbenen Artikel mit positiven Dingen in Zusammenhang gebracht, die teilweise ganz offensichtlich nichts miteinander zutun haben. Das umworbene Produkt wird so aber als positiver wahrgenommen.

Priming ist ein interessantes Phänomen, das uns alle im tagtäglichen Leben beeinflusst, dieser Prozess lässt sich mit dem eigenen Verhalten und dem Verhalten von anderen Personen in Zusammenhang bringen. Das nächste Mal, wenn Du dir also einen Film anguckst, der an einem traumhaften Strand spielt und du danach beginnst dir anzugucken, wann es günstige Flüge ans Meer gibt, bist du nicht verrückt, sondern wurdest vorher lediglich greprimet.

Bei Fragen oder Anregungen kann die Kommentarfunktion direkt unter dem Artikel genutzt werden!

Dieser Artikel ist eine Übersetzung des englischen Artikels von Jessica Taylor, Psychologin bei CogniFit.

High Functioning Depression – Die erfolgreichen Depressiven?

Depressiv und trotzdem erfolgreich? Das Leben mit hochfunktionaler Depression wird nicht nur durch die Depression selbst, sondern auch durch das fehlende Verständnis der Mitmenschen für die eigene Situation erschwert. Denn wer unter High Functioning Depression leidet, zeigt nicht unbedingt die klassischen Symptome einer Depression. Warum Betroffene trotzdem so stark leiden und wie ihnen geholfen werden kann, wird in diesem Artikel erklärt.

Wer unter High Functioning Depression leidet, kann dem Druck des Alltags kaum noch standhalten

Die WHO zählt weltweit schätzungsweise 320 Millionen Menschen, die mit Depressionen kämpfen – eine Zahl, die beständig wächst und in den letzten 10 Jahren drastisch zugenommen hat. Nicht ohne Grund bezeichnet man die Depression als eine Volkskrankheit – allein in Deutschland leiden etwa 5% der Bevölkerung an Depressionen, was diese zu einer der größten Gruppen lebensbeeinträchtigender Krankheiten macht.

High Functioning‘ Depression – ein neuer Trend?

In einer Leistungsgesellschaft wie unserer, in der der Leistungsdruck in den letzten Jahren stark angestiegen ist und sich die hohen Erwartungen schon im Jugendalter aufhäufen, scheint es nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen unter diesem Druck nachgeben und die Freude am Alltag nach und nach verlieren. Ein Großteil der Fehlzeiten auf der Arbeit sind heutzutage psychisch mitbedingt; schätzungsweise jeder 5. Arbeitnehmer erlebt Burnout-ähnliche Phasen.
Besonders hochfunktional Depressive, also Menschen die an High Functioning Depression leiden, verspüren diesen Leistungsdruck. Sie schaffen es jedoch vorerst, dem Druck etwas länger Stand zu halten und den Alltag weiterhin zu meistern, auch wenn es ihnen dabei wahrlich nicht gut geht.

Was ist die hochfunktionale Depression/ High Functioning Depression?

Symptome der High Functioning Depression

Hört man das Wort Depression, so denkt man sicherlich sofort an Therapie und Tabletten, an Lustlosigkeit und Pessimismus, an innere Leere und Überforderung. Man hat das typische Bild von einer Person vor Augen, der das Leben zu viel zu sein scheint, die sich zu nichts aufraffen und keinerlei Motivation finden kann. Viele Menschen, die unter Depressionen leiden, geben sich selbst und ihren Alltag auf – sie vernachlässigen Familie und Freunde, aber vor allem auch sich selbst, ihre Körperpflege und Gesundheit, und scheinen in ihrer inneren Leere völlig zu versinken.

Doch nicht alle Menschen, die unter Depressionen leiden, zeigen ihre Symptome so offen.
Personen mit High Functioning Depression scheinen aus diesem klassischen Schema der Depression gänzlich herauszufallen, weshalb ihr Zustand oft weder ihnen selbst noch den Menschen in ihrem Umfeld bewusst ist. Für jemanden, der unter hochfunktionaler Depression leidet, sind es also oftmals nicht nur die Symptome der Depression selbst, die ihnen den Alltag erschweren, sondern auch das fehlende Verständnis ihrer Mitmenschen für ihre Situation.

Denn High Functioning Depression heißt morgens früh aufstehen, die Kinder zur Schule fahren und danach gleich weiter zur Arbeit; es heißt Beförderungen und Erfolg, harte Arbeit, Fleiß, Pünktlichkeit, ein scheinbar wunderbares Leben. Doch auch wenn jemand ein produktives Leben führt, muss es nicht heißen, dass es auch ein glückliches Leben ist.

Viele hochfunktional Depressive verstecken ihre Depression hinter der Fassade eines augenscheinlich perfekten Lebens und wollen weder vor sich selbst noch vor anderen zugeben, dass jeder ihrer Schritte für die Betroffenen eine Überwindung bedeutet, die fast unmöglich zu bewältigen scheint. Nur weil jemand es schafft, morgens aufzustehen und den Tag zu meistern, bedeutet dies nicht automatisch, dass ihnen der Alltag leicht fällt. Im Gegenteil, denn Meister sind High Functioning Depressive wahrlich darin, ihre Emotionen zu überspielen und sich ihre Depression nicht anmerken zu lassen.

Welche Menschen leiden an High Functioning Depression?

Betroffen sind vermehrt Menschen, die sehr hohe Erwartungen an sich selbst und ihr Leben haben; die ein bestimmtes berufliches oder persönliches Ideal verfolgen und sich dadurch unter Druck setzen, weil dieses Ideal nicht immer oder nur schwer erreichbar ist. Als Perfektionisten, die tagtäglich vor einem vollen Terminplan stehen und diesen möglichst ohne Fehler und mit voller Energie meistern wollen, sind hochfunktional Depressive ihre eigenen größten Kritiker; sie verlieren oft ihre eigenen Bedürfnisse aus den Augen, sodass Spaß und Entspannung der Pflicht weichen müssen.
Betroffene wollen meist nicht zugeben, dass sie Hilfe brauchen – warum auch? Der Job läuft erfolgreich, die Kinder sind zufrieden, die Ehe funktioniert – und dieses bedrückende Gefühl der Leere und Überforderung, welches diese Menschen tagtäglich überkommt, wird bewusst ignoriert. Schlaflosigkeit, ein niedriges Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit, Angst davor, Zeit zu verschwenden und Fehler zu begehen sowie starke Selbstkritik sind Symptome, die Betroffene der High Functioning Depression mit ihren letzten Kräften noch überspielen können – doch dies geht nicht ewig.

Diagnose der High Functioning Depression

Eine der größten Herausforderungen von High Functioning Depression ist es demnach, sie überhaupt zu entdecken. Viele Betroffene merken selbst nicht, dass sie unter einer Depression leiden, da sie nicht die klassischen Symptome zeigen. Aufgrund ihrer hohen Erwartungen an sich selbst wollen sie oft nicht zugeben, dass sie Hilfe brauchen.

Anzeichen einer Depression, vor allem ein niedriges Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit und Motivationsverlust, sind bei hochfunktionaler Depression subtil und versteckt. Sie kommen nur in wenigen Situationen zum Vorschein – daher ist es besonders wichtig, die Symptome in diesen wenigen Situationen zu erkennen.

Im Gegensatz zu einer klassischen Depression (Major Depression) wird die High Functioning Depression eher als eine leichte Form der Depression klassifiziert, bei der Betroffene noch in der Lage sind, ihren Aufgaben – sowohl beruflich als auch privat – nachzukommen. Und das, auch wenn es ihnen schwer fällt und mit einer unproportionalen Überwindung einhergeht. Doch auch bereits eine leichte Depression beeinträchtigt das alltägliche Leben sehr und sollte ernst genommen werden. Unterdrückten Gefühle und Probleme können sich sonst mit der Zeit verschlimmern und irgendwann nicht mehr alleine bewältigt werden.

Subtile Veränderungen wie erhöhter Alkoholkonsum, veränderte Schlaf – und Essenszyklen, Gereiztheit oder ein langsamer Rückzug von sozialen Aktivitäten und Hobbies können Anzeichen dafür sein, dass es den Betroffenen zu viel wird und die Belastungen, die sie ertragen, bald nicht mehr alleine zu bewältigen ist.

Sollten Sie jemanden kennen, auf den diese Beschreibung zutrifft, sprechen Sie diese Person darauf an – denn viele Betroffene der High Functioning Depression sind sich kaum bewusst, dass sie Hilfe brauchen. Versuchen Sie, Verständnis für die betroffene Person zu zeigen, und machen Sie ihr deutlich, dass sie sich nicht für die eigene mentale Verfassung schämen muss.

Therapie der High Functioning Depression

Ein Beratungsgespräch mit einem Therapeuten kann eine gute Basis dafür sein, die hochfunktionale Depression sicher zu diagnostizieren und eine weitere Behandlung zu planen. Eine Umstrukturierung des Alltags, das Erlernen von verschiedenen Bewältigungstechniken oder aber auch einfach der Austausch mit einer Gruppe von Personen, denen es ähnlich geht, können dabei helfen, das Selbstvertrauen der Depressiven zu stärken und ihnen ihre Energie zurückzugeben.
Mit der richtigen Therapie und der Hilfe ihrer Mitmenschen kann man die Betroffenen dabei unterstützen, das Leben wieder mit größerer Kraft und Lebensfreude in Angriff zu nehmen und den Alltag nicht mehr als Bürde, sondern als Freude zu erleben.

Déjà-vu: Was bedeutet das und wie entsteht dieses Phänomen?

“Das hab ich doch schonmal gesehen”. Hattest du schon einmal das Gefühl eine Situation bereits erlebt zu haben? …Oder das Gefühl einen Ort zu kennen, obwohl du ihn in diesem Moment zum ersten Mal sahst? Was versteckt sich hinter einem Déjà-vu? Hier findest du wissenschaftliche Erklärungsansätze. 

Um das Phänomen des Déjà-vus ranken sich viele sagenumwobene Erklärungen. Manche behaupten, dass es sich um Zukunftsvisionen handelt, Erinnerungen aus vergangenen Leben, außerkörperliche Erfahrungen der Seele oder dass es sogar Außerirdische sind, die mit uns kommunizieren.

Déjà-Vu: Das Gefühl etwas schon vorher gesehen oder erlebt zu haben

Neben diesen mysteriösen Ansätzen bietet die Wissenschaft ihre eigenen Theorien zu der Entstehung des Phänomens.

Was ist ein Déjà-vu?

Das Wort Déjà-vu kommt aus dem Französischen und bedeutet “schonmal gesehen” und beschreibt das Gefühl, dass einem eine Situation so bekannt vorkommt, als hätte man sie bereits erlebt, obwohl sie vollkommen neu ist. Etwa 60 bis 80% der Menschen erleben zumindest einmal in ihrem Leben dieses Phänomen.

Es lassen sich verschiedene Typen von Déjà-vus unterscheiden.

Déjà Senti (bereits gefühlt), Déjà Vecu (bereits gelebt) une Déjà Visité (bereits besucht). Diese Formen des Déjà-vus überlappen zum Großteil und sind sich sehr ähnlich.

Was verursacht ein Déjà-vu?

1 Theorie zum Déjà-vu

Obwohl es sich beim Déjà-vu um ein weit verbreitetes Phänomen handelt, ist es in der wissenschaftlichen Welt noch weitgehend unverstanden. Dadurch dass es keinen genauen Stimulus gibt, der das Déjà-vu auslöst, ist es sehr schwierig, es im Labor zu untersuchen.

Schon seit jeher hat man versucht das Auftreten des Déjà-vus zu erklären:

  • Bereits im Jahre 1878 wurde in einer deutschen psychologischen Zeitschrift Erschöpfung als mögliche Ursache genannt.
  • William H. Burnham postulierte 1889 das genaue Gegenteil. Ihm zufolge findet das Gehirn, im komplett ausgeruhten Zustand, eine Referenz zu den neuartigen Charakteristika der Situation, wodurch das Gefühl der Vertrautheit ausgelöst wird.
  • 1884 glaubten einige Psychologen, dass die Ursache des Déjà-vus in einer Art “Doppeltem Gehirn” liegt. Eine Hemisphäre empfängt die Information kurz vor der anderen Hemisphäre, was das Gefühl der Vertrautheit schafft.
  • 1895 postulierte Frederic Myres, dass die Ursache darin liegt, dass das Unterbewusstsein vor dem Bewusstsein die Information registriert.
  • Arthur Allin (1896) ging davon aus, dass ein Déjà-vu deshalb entsteht, da wir kurz die Aufmerksamkeit verlieren, wenn mir mit einem neuen Bild konfrontiert sind.
  • Die Psychoanalyse geht davon aus, dass es sich um einen Schutzmechanismus des Ichs handelt um sich vor dem Über-Ich und dem Es zu schützen.
  • Nach Carl Jung ist ein Déjà-vu das Produkt eines “kollektiven Bewusstseins”, das Fragmente der menschlichen Erfahrung zeichnet, um so von Generation zu Generation zu überdauern.

Was die Wissenschaft über Déjà-vus sagt

Fehlfunktion in der Gehirnaktivität

Die Episoden des Déjà-vu scheinen sehr stark damit zusammenzuhängen, wie das Gehirn die Information abspeichert. Das Behalten von Erinnerungen über lange Zeiträume, autobiographische Erlebnisse und Sachverhalte werden in bestimmten Bereichen der Temporallappen (die über den Ohren situiert sind) gespeichert. Die Temporallappen sind auch dafür zuständig Vertrautheit und die Erkenntnis von Ereignissen zu detektieren.

Die Verbindung zwischen den Déjà-vus und den Temporallappen ist nicht genau bekannt. Trotzdem konnten Untersuchungen mit Epilepsie-Patienten Hinweise auf Zusammenhänge aufzeigen. Bei der Epilepsie kommt es zu einer exzessiven und ungeordneten Neuronenaktivität im Hippocampus und der Amygdala. Die Erkenntnisse weisen darauf hin, dass ein Déjà-vu auf eine abnormale elektrische Aktivierung des Gehirns zurückzuführen ist.

Viele Patienten mit Epilepsie berichten, dass sie ein Déjà-vu vor einem epileptischen Anfall erleben, sozusagen wie ein Vorzeichen.

Wie ist das aber bei gesunden Menschen? Man geht davon aus, dass ein Déjà-vu bei Personen ohne Pathologien eine Art momentane Fehlfunktion des Gehirns ist. Die Aktivität der Neuronen, welche die Erinnerung und Vertrautheit verarbeiten, feuern in diesem Moment, was dazu führt, dass das Gehirn die Vergangenheit mit der Gegenwart verwechselt. Auch bei gesunden Menschen finden sich solche abnormalen elektrischen Impulse, die zur Epilepsie beitragen. Ein Beispiel hierfür sind die physiologischen Mykolonien, das Muskelzucken, das einige Menschen kurz vor dem Einschlafen erleben.

Gefühl der Vertrautheit

Laut einer Studie haben Déjà-vus mit dem Fehlen von Erinnerung und der Vertrautheit der Situationen zutun. Die Versuchspersonen wurden instruiert aufmerksam eine Zeichentrickserie anzugucken. Im Anschluss wurden den Teilnehmern eine Zeichentrickserie mit anderen Elementen gezeigt, aber in ähnlicher Anordnung wie zuvor präsentiert. Die meisten Teilnehmer hatten das Gefühl eines Déjà-vus. Dies war umso deutlicher ausgeprägt je weniger sich die Teilnehmer an die vorherige Serie erinnerten.

Als Menschen besitzen wir eine sehr gute und viel bessere Erinnerungsfähigkeit für Objekte als für Gesamtsituationen. Wenn wir beispielsweise ein Déjà-vu haben während wir die Pflanze in der Wohnung eines Freundes betrachten, kann die Ursache hierfür sein, dass unsere Großmutter eine ähnliche Pflanze hatte, wir uns aber schlicht nicht daran erinnern. Wir erinnern uns nur, das schonmal gesehen zu haben.

Somit wäre ein Déjà-Vu auf das Gefühl der Vertrautheit etwas schonmal gesehen zu haben zurückzuführen, aber ohne die spezifische Erinnerung daran.

Entdecke, wie du dein Gedächtnis mit diesen 10 Tipps verbessern kannst.

Déjè-vu: Ein Gedächtnisfehler?

Verzögerung in der Verarbeitung

In dem System der sensorischen Informationsverarbeitung gelangt das, was wir wahrnehmen gleichzeitig über verschiedene Kanäle ins Gehirn. Eine andere Möglichkeit zur Erklärung für ein Déjà-vu ist, dass die Information eines dieser Kanäle verspätet ankommt und somit als eigenständiges Ereignis wahrgenommen wird. Wenn diese Information ankommt ist die restliche Information bereits verarbeitet, was das Gefühl entstehen lässt das Ereignis schon einmal erlebt zu haben.

Es gibt Menschen die ständig Déjà-vus erleben. Das kommt meistens bei älteren Menschen vor, die an einer Art von Demenz leiden. Diese Personen sind in der Regel deprimiert und niedergeschlagen, weil sie das Gefühl ereilt, alles schon gesehen und erlebt zu haben.

Im folgenden Video findet sich eine Zusammenfassung der verschiedenen Theorien zur Entstehung des Phänomens des Déjà-Vu.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Heuristik – Die Basis für schnelle Entscheidungen in komplexen Umwelten

Jeden Tag müssen wir unzählige Entscheidungen treffen, oft ohne viel Zeit zu haben über sie nachzudenken. Doch welche Strategie wenden wir an, um uns in diesen Fällen zu entscheiden? Oft nutzen wir dafür eine sogenannte Heuristik. Umgangssprachlich als Daumenregel oder Faustregel bezeichnet, bieten diese heuristischen Strategien die Möglichkeit schnell und adaptiv auf die Umwelt reagieren zu können. Im folgenden Artikel wird erklärt, was eine Heuristik ist, Beispiele genannt und welche Vor- und Nachteile durch Heuristiken entstehen können.

Heuristik – Die Basis für schnelle Entscheidungen in komplexen Umwelten

Stellen wir uns einmal vor, wir stehen auf einem Platz und spielen Baseball. Das Gegenüber schießt den Ball hoch in die Luft – ein sogenannter Flyball –  daraufhin rennen wir über den Platz und fangen den Ball auf. Doch wie machen wir das? Berechnen wir die komplexe mathematische Flugkurve des Balles in unserem Gehirn in Sekunden schnelle? Nein, das tun wir nicht.

Die Lösung: eine Heuristik

Wir nutzen eine Heuristik – eine mentale Daumenregel – um den Ball zu fangen. In diesem Fall fixieren wir den Ball mit unseren Augen hoch oben am Himmel und rennen los. Dabei laufen wir so schnell, dass der Blickwinkel zwischen Auge und Ball gleich bleibt. Wenn wir sehen, dass der Ball sich nach unten bewegt, laufen wir nach vorne. Bewegt sich der Ball nach oben, laufen wir rückwärts. Dabei passen wir die Laufgeschwindigkeit so lange an, bis sich der Ball scheinbar nicht mehr bewegt und nur noch größer wird. Tun wir das kommen wir nämlich genau dort an, wo der Ball aufkommt und können ihn auffangen. Die Blick-Heuristik hat in diesem Fall geholfen die richtige Entscheidung zu treffen (uns in eine bestimmte Richtung zu bewegen) und das Ziel zu erreichen (den Ball aufzufangen).

Wir haben es geschafft mithilfe weniger Informationen (wir wissen weder wie viele Meter unser Gegenüber entfernt steht, noch den Abschusswinkel, die Geschwindigkeit des Balles oder den genauen Luftwiderstand) eine adäquate Lösung für unser Problem zu finden. Dank einer Heuristik!

Definition Heuristik

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie auffinden oder entdecken und bezeichnet die Fähigkeit mit unvollständigen Informationen, begrenztem Wissen und wenig Zeit oder Motivation dennoch zu einer guten und passenden Entscheidung zu kommen. In der Psychologie werden einfache aber effiziente Regeln als Heuristik bezeichnet.

Heuristiken kommen eben dann zum Einsatz, wenn wir nicht alle Informationen über die Situation kennen und es somit unmöglich ist, eine perfekte Entscheidung zu treffen. Im Alltag haben wir so gut wie nie die Möglichkeit alle Handlungsalternativen abzuwägen oder alle Informationen über unsere Umwelt zu sammeln, sondern müssen spontan und schnell handeln. Eine Heuristik liefert uns in den meisten dieser Fälle ein gutes Ergebnis. Durch die Verwendung von Heuristiken können aber auch systematisch verzerrte Schlussfolgerungen entstehen.

Eigenschaften von Heuristiken

Wodurch zeichnen sich Heuristiken aus?

  1. Eine Heuristik nutzt intuitive oder erlernte kognitive Fähigkeiten. Das bedeutet, dass eine Heuristik einfach anzuwenden ist, weil sie auf einer individuell und evolutionär erworbenen Fähigkeit basiert. Beispielsweise ist es für uns Menschen verhältnismäßig einfach ein Objekt mit unseren Augen zu verfolgen. Diese Fähigkeit ist die Grundlage der Blick-Heuristik.
  2. Eine Heuristik macht sich die Struktur der Umwelt zu Nutze. Eine Heuristik ist nicht entweder gut oder schlecht, sondern funktioniert in Abhängigkeit der gegebenen Umwelt. Sie sind nicht per se rational, sondern ökologisch rational. Heuristiken lassen sich nur für bestimmte Situationen gut anwenden und sind bis zu einem bestimmten Punkt bereichsspezifisch.
  3. Durch Heuristiken lässt sich Verhalten vorhersagen. Würde man davon ausgehen, dass die Person die Flugbahn berechnet, um den Ball fangen, würde sich die Person in direktem Weg zu der Aufschlagstelle begeben, um dort auf den Ball zu warten. Bei der Verwendung der Blick-Heuristik ist die Grundlage jedoch die Konstanthaltung des Blickwinkels was zur Folge hat, dass der Ball im Laufen gefangen wird. Diese Annahme entspricht dem real gezeigten Verhalten.

Heuristiken sind sowohl mit der Umwelt, als auch mit unserem Gehirn und unseren kognitiven Fähigkeiten verbunden.

Heuristiken Beispiele

Im folgenden Abschnitt werden zwei bekannte und intensiv erforschte Heuristiken vorgestellt. Zusätzlich werden die kognitiven Verzerrungen (systematischen Fehler), die im Zusammenhang mit ihrer Verwendung häufig auftreten anhand von Beispielen erläutert.

Die Verfügbarkeitsheuristik

Diese Heuristik wird verwendet, um die Häufigkeit oder Wichtigkeit eines Ereignisses zu schätzen, wenn nicht auf statistische Daten zurückgegriffen wird. Die Entscheidung wird in diesem Fall auf Basis der Verfügbarkeit eines Ereignisses in unserem Gedächtnis getroffen. Ereignisse, die wir schnell aus unserem Gedächtnis abrufen können, oder bei denen wir eine hohe Anzahl an Beispielen kennen, erscheinen uns wahrscheinlicher als solche, an die wir uns nur mit Mühe erinnern, oder wir nur wenige Beispiele kennen. Für Schlussfolgerungen ziehen wir also bevorzugt die Ereignisse heran, die wir besonders leicht aus unserem Gedächtnis abrufen können.

Möglicher systematischer Fehler: Durch persönliche Erfahrungen oder den Konsum von Medien kann es dazu kommen, dass wir die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses über- oder unterschätzen.

Beispiele: 

  • Ein Rettungssanitäter wird aufgrund seiner Arbeit die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Unfalls eher überschätzen, ein regulärer Verkehrsteilnehmer diese eher unterschätzen.
  • Nach dem 11 September 2001 wurde die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlags von vielen Menschen aufgrund der enormen Medienpräsenz deutlich überschätzt, sodass viele auf die Alternative Auto umstiegen. In Folge dessen kamen im Jahr nach dem Anschlag über Tausend Menschen mehr in den USA bei Autounfällen ums Leben als das Jahr zuvor.

Die Repräsentativitätsheuristik

Bei dieser Urteilsheuristik wird die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses danach bewertet, wie sehr dieses einem Prototypen entspricht. Auf Grundlage dieser prototypischen Information werden entsprechende Schlussfolgerungen gezogen.

Möglicher systematischer Fehler:  
Da bei Anwendung der Repräsentativitätsheuristik Basisraten und statistische Eintrittswahrscheinlichkeiten missachtet werden, kann es zu Fehleinschätzungen kommen.

Beispiele: 

  • Wenn wir Lotto spielen, erscheint uns die Kombination “12, 5, 33, 26, 17, 1” eine übliche und repräsentative Ziehung. Die Kombination “1, 2, 3, 4, 5, 6” erscheint uns dagegen wenig prototypisch, obwohl ihre Ziehung genauso wahrscheinlich ist. Die letzte Zahlenkombination wird entsprechend auch deutlich seltener getippt.
  • Kahnemann und Tversky (1983) übergaben ihren Probanden eine schriftliche Beschreibung einer Frau, in welcher ihre Tätigkeit als Frauenrechtlerin und ihr Kampf für Emanzipation beschrieben wurde. Im Anschluss mussten die Probanden die Wahrscheinlichkeit angeben, mit welcher sie glaubten, dass die Frau eine Bankangestellte, eine Feministin oder eine Bankangestellte und Feministin sei. Hierbei schätzen die meisten, dass es wahrscheinlicher sei, dass sie Bankangestellte und Feministin ist, als nur Bankangestellte. Dies ist jedoch falsch. Die Wahrscheinlichkeit für zwei gleichzeitig auftretende Ereignisse kann nicht höher sein, als die Eintrittswahrscheinlichkeit für nur eines der beiden Ereignisse.

Heuristik – eine gute Strategie?

Sowohl die Verfügbarkeitsheuristik als auch die Repräsentativitätsheuristik können bei ihrer Anwendung zu kognitiven Verzerrungen führen und somit zu weniger guten Entscheidungen. Die Blick-Heuristik dagegen scheint uns in unserem Beispiel auf effektive und akzeptable Art und Weise zu unserem Ziel zu führen. Diese Beispiele erwecken den Eindruck, dass Heuristiken generell zu einer schlechteren oder höchstens gleich guten Lösung führen, im Gegensatz zu einer Entscheidungsfindung bei der alle verfügbaren Informationen einbezogen werden.

In der Psychologie wurden Heuristiken lange Zeit hauptsächlich als verzerrende und fehleranfällige Daumenregeln angesehen, weil sie einen großen Teil der verfügbaren Information ignorieren. Wie kommt es dann aber dazu, dass wir Menschen im Alltag gut zurechtkommen?

Die Strategie, Informationen zu ignorieren und nur einen Teil dieser in die Entscheidungsfindung einzubeziehen kann mitunter zu besseren Ergebnissen führen.

Gerd Gigerenzer untersucht am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin schnelle und einfache Heuristiken. Die von ihm vorgeschlagene Wiedererkennungsheurisitk verdeutlicht, dass das Fehlen oder Ignorieren bestimmter Informationen sogar zu einer besseren Leistung führen kann.

Die Wiedererkennungsheuristik (Rekognitionsheuristik)

Wir stellen uns einmal vor wir säßen in einer Quizshow und müssten folgende Frage beantworten:

Welche dieser beiden Städte hat mehr Einwohner? San Diego oder San Antonio?

Da diese Städte in Amerika liegen, sollten Amerikaner eine gute Chance haben diese Frage richtig zu beantworten. In der Tat beantworteten etwa zwei Drittel der in einer Studie befragten Studenten aus Chicago diese Frage richtig.

Wie sieht es mit der gleichen Frage in Deutschland aus?

Die meisten Deutschen wissen wenig über San Diego und von San Antonio hat kaum jemand jemals gehört. Das scheint die Chancen auf eine richtige Antwort zu verringern.

Doch das Gegenteil ist der Fall, von den Befragten Deutschen gaben 100% die richtige Antwort – und das obwohl sie es eigentlich nicht wussten. Wie kann das sein?

Die Rekognitionsheuristik: “Wenn von zwei Objekten nur eines wiedererkannt wird, dann hat dieses Objekt einen höheren Wert auf dem Kriterium”

Ganz einfach, sie konnten auf die Rekognitionsheuristik (Wiedererkennungsheuristik) zurückgreifen, die es in dem Fall erlaubt eine richtige Entscheidung zu treffen. Wenn es zwischen dem Wiedererkennen und dem Kriterium (hier Einwohnerzahl) einen positiven Zusammenhang gibt, kann diese Heuristik nützlich sein.

In unserem Beispiel gibt es eindeutig einen positiven Zusammenhang. Je mehr Einwohner eine Stadt hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir von dieser schon einmal gehört haben. Die meisten Amerikaner kennen in diesem Beispiel hingegen beide Orte, sodass sie zur Beantwortung der Frage ein anderes Kriterium heranziehen müssen, wobei es häufiger zu Fehlern kommt oder sie neben der Wiedererkennung keine anderen Kriterien haben und einfach raten müssen.

Fehlende Information kann zu besseren Entscheidungen führen

Gerd Gigerenzer und seine Forschungsgruppe gingen sogar noch einen Schritt weiter: Sie verglichen den Vorhersagewert zu Investitionen an der Börse. Dabei verglichen sie die Prognosen von Straßenpassanten, die einfach ihnen bekannte Börsenunternehmen nannten mit den Prognosen von Finanzexperten und Börsenanalytikern. Es zeigt sich, dass Passanten die Börsenentwicklung besser vorhersagen konnten als die Experten.

Heuristiken ignorieren einen Teil der verfügbaren Informationen

Heuristiken sind Strategien, die dabei helfen, zeitsparend und ohne ohne große Mühe, Entscheidungen zu treffen. Dies geschieht, indem Heuristiken Teile der Informationen ignorieren und sich basale Umwelt- und Gehirnstrukturen zu Nutzen machen. Durch die schnelle Verarbeitung und das Ignorieren von Informationen können kognitive Verzerrungen auftreten, was zu schlechten Entscheidungen führen kann. Andererseits gibt es auch Fälle, in denen Heuristiken zu besseren Ergebnissen führen, als Strategien, die alle verfügbaren Informationen mit einbezieht.

Es ist dementsprechend gut, sich bestimmte Heuristiken bewusst zu machen, um Fehler zu vermeiden. Andererseits verdanken wir Heuristiken die Tatsache, dass wir im Alltag mühelos Entscheidungen treffen können und teilweise mit weniger Information sogar bessere Leistungen erzielen.

Referenzen:

Gigerenzer, Gerd. “Einfache Heuristiken für komplexe Entscheidungen.” (2006).

Gigerenzer, Gerd, Peter M. Todd, and the ABC Research Group. Simple heuristics that make us smart. Oxford University Press, 1999.

Hertwig, Ralph. “Strategien und Heuristiken.” Handbuch der Psychologie. Hogrefe, 2006. 461-469.

Sivak, Michael, and Michael J. Flannagan. “Consequences for road traffic fatalities of the reduction in flying following September 11, 2001.” Transportation Research Part F: Traffic Psychology and Behaviour 7.4 (2004): 301-305.

Tversky, Amos, and Daniel Kahneman. “Extensional versus intuitive reasoning: The conjunction fallacy in probability judgment.” Psychological review 90.4 (1983): 293.

Intrinsische Motivation: Was uns antreibt, unsere Ziele zu verwirklichen

Was bringt uns dazu gerne zu Fotografieren oder uns in einem Tanzkurs anzumelden? Wieso beschäftigen sich manche Menschen mit Dingen, aus denen sie keinerlei finanziellen Nutzen ziehen? Und was gibt uns die Energie unsere Ziele zu verfolgen? Eine wichtige Rolle spielt die intrinsische Motivation. In dem folgenden Artikel wird über diese antreibende Kraft gesprochen. Sie trägt dazu bei, dass wir nicht aufgeben, um unsere persönlichen Ziele zu erreichen. 

intrinsische Motivation

Was ist die intrinsische Motivation?

Motivation ist ein psychischer Prozess, der es uns ermöglicht nach einer bestimmten Art und Weise zu handeln. Wir können motiviert sein an einem Wettbewerb teilzunehmen, einen Mittagsschlaf zu machen oder vor einer unangenehmen Situation zu fliehen. Die Motivation hilft uns, uns an die Umwelt anzupassen und den Herausforderungen unterschiedlicher Situationen zu begegnen.

Gründe für die motivationalen Prozesse sind hierbei je nach Person sehr verschieden. Auch innerhalb einer Person variieren diese je nach Situation und Umständen.

Definition Motivation

Es lassen sich zwei grundlegende Arten der Motivation unterscheiden, die intrinsische Motivation und die extrinsische Motivation.

Die intrinsische Motivation hat ihren Ursprung in unserem Inneren, wenn wir wirklich Interesse haben uns auf eine bestimmte Weise zu verhalten ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. Ein Beispiel der intrinsischen Motivation wäre es, unsere Zeit einer NGO zu widmen, obwohl diese Tätigkeit weder vergütet ist noch sonst irgendeinen Vorteil für uns bringt – abgesehen von der persönlichen Zufriedenheit.

Im Gegensatz dazu ist die extrinsische Motivation auf äußere Anreize (oder der Vermeidung von Bestrafung) zurückzuführen. Ein Beispiel dafür ist eine hart arbeitende Person, die so eine Gehaltserhöhung bekommt.

Es gibt zahlreiche Unterschiede zwischen der extrinsischen und intrinsischen Motivation, der Hauptunterschied liegt aber darin, dass die extrinsischen Motivation an die Erwartung einer Belohnung oder die Vermeidung einer Bestrafung geknüpft ist.

Ein und dieselbe Aufgabenausführung kann sowohl durch extrinsische als auch intrinsische Gründe motiviert sein. So kann jemand regelmäßig ins Fitnessstudio gehen um eine Belohnung wie Gewichtsverlust zu erhalten, andere Leute treiben hingegen Sport des Sportes Willens.

Im Folgenden wird auf die intrinsische Motivation genauer eingegangen. Dabei werden die zentralen Aspekte beleuchtet und gezeigt, wie sich diese Art der Motivation erhöhen lässt.

Intrinsische Motivation: Charakteristika 

  • Wir können unsere intrinsische Motivation beeinflussen: Ab und zu fällt es uns schwer die Ziele zu identifizieren, bei denen wir das beste von uns geben würden. Nichtsdestotrotz sind wir allgemein in der Lage Tätigkeiten zu finden, die unsere Neugierde wecken.
  • Belohnung kann dazu führen, dass die intrinsische Motivation verschwindet: Es hat sich in mehreren Studien gezeigt, dass in verschiedenen Kulturen die materielle Belohnung bestimmter Tätigkeiten zu einer schlechteren Leistung der Personen führt. Wie ist das möglich? Gemäß der Theorie der Überrechtfertigung sinkt das Interesse für eine bestimmte Aufgabe, wenn man dafür extrinsisch belohnt wird. Wenn jemand gerne zeichnet, dann aber dafür bezahlt wird als Illustratorin zu arbeiten, ist es möglich, dass anschließend das Zeichnen mehr als Pflicht und nicht mehr als Leidenschaft wahrgenommen wird.
  • Ebenfalls gibt es Formen der Belohnung, welche die intrinsische Motivation erhöhen: Im Gegensatz zur eben genannten materiellen Belohnung, können gezeigte soziale Unterstützung oder Anerkennung geschätzter Personen sehr wohl die intrinsische Motivation erhöhen. Eine erwartete materielle Belohnungen ist jedoch das, was uns uns am meisten daran hindert unsere Fähigkeiten zu entwickeln und uns den Aufgaben zu widmen, die uns wirklich begeistern.
  • Der Schwierigkeitsgrad hat Auswirkungen auf die intrinsische Motivation: Unsere Ziele laden uns dazu ein unsere Fähigkeiten maximal zu entwickeln und zu erhalten. Nichtsdestotrotz müssen wir davon überzeugt sein, den entsprechenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Andererseits erscheinen uns zu einfache Aufgaben langweilig und interessieren uns nicht. Wenn wir ein perfektes Gleichgewicht des Schwierigkeitsgrades finden und voll und ganz in unserer Aufgabe aufgehen, dann spricht man vom sogenannten Flow, wie Csikszentmihalyi ungarischer Psychologe, bestätigt.

Intrinsische Motivation: Anwendung und Beispiele

Intrinsische Motivation in der Schule

Während der schulischen Ausbildung werden wir regelmäßig mit Inhalten konfrontiert, die uns langweilig oder sogar unangenehm erscheinen. Doch selbst wenn wir uns dem widmen, was uns wirklich motiviert, stoßen wir auf Hindernisse. Was lässt sich tun, um nicht aufzugeben?

Erst einmal ist es wichtig das Lernverhalten des Kindes zu stärken, ohne dabei direkt auf materielle Verstärkung zurückzugreifen, wenn es beispielsweise die Hausaufgaben erledigt. Eine Bestrafung anzudrohen ist ebenfalls keine wirksame Methode. Grundlegend sollte dem Kind beigebracht werden, dass es sich um eine befriedigende Aktivität handelt und kein Mittel zum Zweck ist. Die Motivation ist im Lernprozess elementar wichtig.

Es ist einfacher signifikativ zu lernen, wenn wir: Wissen wertschätzen; Neugierde fördern; uns hilfreiche Lernmethoden angewöhnen; Verbindungen zwischen Lerninhalten und unserem Alltagsleben herstellen und so entdecken, dass die Lerninhalte eine praktische Relevanz haben, usw.

Intrinsische Motivation bei der Arbeit

Die intrinsische Motivation ist im Arbeitsleben ein Schlüssel zum Erfolg. Wir alle kennen das Gefühl, dass wir ständig auf die Uhr gucken und die Zeit nicht vergeht, weil die Aufgabe, die wir zu erledigen haben uns keinen Spaß macht und wir endlich etwas Schönes unternehmen wollen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir mit diesem Verhalten nicht zu erfolgreichen Ergebnissen kommen. Diese Umstände führen dazu, dass wir noch weniger Lust haben weiterzuarbeiten.

Es ist nicht immer einfach die Möglichkeit zu haben seinen Traumjob auszuüben. Dennoch gibt es Wege, in unserem Arbeitsleben motiviert zu sein: indem wir adäquate Pausen machen; mit unseren Arbeitskollegen eine gute Beziehung aufbauen; nicht in der Routine stecken bleiben, indem wir neue Lösungsansätze für unsere Probleme finden; etc.

Am Arbeitsplatz freiwillig Aufgaben zu übernehmen, kann die allgemeine Arbeitsbereitschaft und Motivation aller Mitarbeiter zur Folge haben. Diese kooperative soziale Verantwortlichkeit erzeugt somit sowohl Vorteile für die Leute die sie empfangen, als auch für die Person, die sie sendet.

Es gibt noch weitere Techniken, die von Unternehmen angewandt werden, um die Motivation ihrer Mitarbeiter zu steigern: von Zeit zu Zeit den Raum für eigens entwickelte Projekte zu bieten; ihre Aus- und Weiterbildungen zu finanzieren und ihre Stärken anzuerkennen. Das ist äußerst nützlich, um zu erreichen, dass die Mitarbeiter zufriedener sind und sich anstrengen – anstatt die Minuten bis zum Feierabend zu zählen.

Intrinsische Motivation im Alltag

Es existieren unzählige Alltagsaufgaben die wir um einiges besser ausführen, wenn wir eine intrinsische Motivation verspüren. Wir kochen aufwendiger und besser, wenn uns die Tätigkeit an sich Freude bereitet und nicht ausschließlich dazu dient uns zu ernähren.

Persönliche Beziehungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für unsere intrinsischen Motivation. Eine Verbindung zu Leuten aufzubauen, kann entscheidend dazu beitragen uns für eine bestimmte Aktivität zu motivieren. Mit Freunden zusammen eine Wanderung zu unternehmen oder ins Museum zu gehen, kann unsere Lust nach Bewegung und Kultur deutlich steigern.

Intrinsische Motivation: Vorteile 

  • Steigert unsere Produktivität: Die intrinsische Motivation fördert unsere Assoziationsfähigkeit und Originalität bei der Lösung von Problemen. Das führt dazu, dass wir weniger schnell ermüden und eine positive Einstellung unseren Aufgaben gegenüber aufrechterhalten können.
  • Erhöht das Wohlbefinden: Zu Wissen welche Aufgaben uns Freude bereiten und diesen Zeit widmen zu können, ist eine unversiegbare Quelle persönlicher und professioneller Zufriedenheit.
  • Steigert unser Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit: Der Aufwand, den wir für uns motivierende Aufgaben aufwenden, ist in der Regel durch große Fortschritte gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass wir uns kompetent und zufrieden fühlen. Wen erfüllt es nicht mit Stolz und Freude, wenn er Fortschritte in der Aufgabe macht, die ihm gefällt?
  • Erleichtert die Autonomie: die intrinsische Motivation treibt uns dazu an unser Wissen in den Bereichen zu erweitern die uns interessieren; eine Aufgabe zu bearbeiten ohne dass uns jemand darum bittet; Eigeninitiative zu ergreifen, um eigene Werke zu erschaffen.
  • Ist stabiler als die extrinsische Motivation: Wenn eine Entlohnung für unsere Aufgabe erhalten, hören wir in zahlreichen Fällen auf das Ziel zu verfolgen, das wir hatten. Wenn beispielsweise unser Ziel war, die Biologieprüfung zu bestehen und wir eine 4 als Endnote bekommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir, sobald wir unsere Note erfahren, dieses Fach vergessen. Wenn uns der Inhalt hingegen mitreißt, werden wir versuchen weitere Sachen zu lernen, auch wenn wir keine Prüfungen mehr haben.

Obwohl die intrinsische Motivation positiver erscheint als die extrinsische, ist diese trotzdem notwendig. Es ist beispielsweise nicht möglich, den Mitarbeitern im Unternehmen kein Gehalt mehr auszuzahlen, wenn sich ihre Leistung verringert.

Außerdem ist es möglich, beide Motivationsformen zu kombinieren. Beispielsweise kann es sein, dass wir beginnen in eine Yoga-Klasse zu gehen, um unsere Rückenschmerzen loszuwerden und am Ende gehen wir dorthin, weil es uns unheimlichen Spaß bereitet. Wichtig ist, die externe Belohnung nicht als Hauptziel anzusehen.

Wie lässt sich die intrinsische Motivation entwickeln? 5 grundlegende Tipps

1. Vermeide Routine

Das Gefühl von Monotonie führt zu Müdigkeit und Langeweile. Wenn du beispielsweise gerne morgens joggen gehst um aktiv zu werden, kannst du versuchen deine Route zu variieren und so neue Alternativen zu entdecken. Herausforderungen motivieren uns, Engagement für Aktivitäten aufzubringen, die uns begeistern.

2. Nimm eine positive Haltung ein

Grundlegend ist es wichtig, sich auf den Prozess zu konzentrieren ohne dabei Druck auf sich auszuüben perfekte Ergebnisse erzielen zu müssen. Uns selbst zu vertrauen und uns positiv zu bewerten, ist fundamental für unser Wohlbefinden. Des Weiteren sollten wir nicht vergessen, dass das Ziel der Aufgabe sein sollte, diese ohne Druck und negative Gedanken zu genießen, wenn wir diese durch intrinsische Motivation heraus begonnen haben.

3. Sei nicht zu anspruchsvoll mit dir selbst 

Uns unerreichbare Ziele zu setzen oder unsere Ergebnisse negativ zu bewerten, ist kontraproduktiv für unsere intrinsische Motivation. Trotzdem ist es gut, kritisch mit uns selbst zu bleiben, wir sollten versuchen uns objektiv zu bewerten. Dabei ist es von Vorteil, sich auf das zu konzentrieren was wir verbessern können und dabei konkrete Bereiche vor Augen haben, anstatt nur an unsere Fehler zu denken und uns für diese zu bestrafen.

4. Belohne deine Fortschritte

Obwohl angemerkt wurde, dass die intrinsische Motivation nicht auf Belohnung beruht, ist es wichtig, dass wir unsere Verdienste anerkennen. Ebenso sollten wir uns für das was wir erreicht haben loben. Dabei können wir uns kleine Pausen oder Gelüste für unsere geleistete Arbeit gewähren.

5. Umgebe dich mit Personen, die ähnliche Interessen haben wie du selbst 

Wenn wir an sich schon gerne Tanzen und zusätzlich aber auch noch einen Freundeskreis haben, der gerne neue Choreographien einstudiert, steigt mit Sicherheit unser Interesse. Es ist wichtig, dass wir unsere Erfahrungen mit Menschen teilen können, die sich für die gleichen Dinge begeistern wie wir. Heutzutage ist es glücklicherweise relativ einfach Leute zu finden, bei denen dies der Fall ist.

Intrinsische Motivation: Autoren

– Abraham Maslow

Maslow ist einer der bekanntesten Theoretiker der Motivationslehre. Dieser humanistische Psychologe ist vor allem für seine Bedürfnispyramide bekannt, in welcher die menschlichen Bedürfnisse hierarchisch angeordnet sind. Die intrinsische Motivation ist hierbei vor allem mit der Spitze der Pyramide assoziiert, basierend auf dem Bedürfnis der Selbstverwirklichung. In der Selbstverwirklichung erreicht unsere Existenz ihren maximalen Sinn und unser gesamtes Potential lässt sich verwirklichen.

– Albert Bandura

Dieser Psychologe entwickelte das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung. Es bezeichnet die Idee, dass die Meinung einer Person über eine Aufgabenausführung von der Erfolgserwartung, Ausdauer und wie viel Zeit sie dieser widmet, abhängt. Wenn wir zum Beispiel merken, dass wir durch große Anstrengungen unser Englisch verbessern können, werden wir uns stolzer und fähiger fühlen unsere Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Personen, die an ihre eigenen Kompetenzen glauben, zeigen eine höhere Ausdauer bei der Aufgabenbewältigung.

– Eduard Deci und Richard Ryan

Die von diesen Autoren postulierte Selbstbestimmungstheorie geht davon aus, dass wir uns den Aufgaben widmen die uns interessieren, statt jenen die in uns kein Interesse hervorrufen. Diese Theorie ist besonders für den sportlichen Bereich wichtig. Wir müssen eine gewisse Autonomie besitzen wenn wir unsere Entscheidungen treffen. Unsere Vorlieben sind sehr verschieden und jede Person handelt entsprechend ihrer Präferenzen.

– Mihaly Csikszentmihalyi

Dieser Spezialist der positiven Psychologie untersucht den Zustand des Flows, der entsteht, wenn wir uns in eine Aufgabe vertiefen, die weder zu leicht noch zu schwierig für uns ist. In diesem Zustand konzentrieren wir uns ganz auf die Aufgabe und vergessen die Zeit und alles andere um uns herum. Ein Beispiel können Künstler sein, die in ihre Arbeit versunken ihre Werke erschaffen.

Csikszentmihalyi ist Experte auf dem Gebiet der Kreativität und untersucht mit seiner Forschung den Zustand des Flows. In dem folgenden Video erklärt er einen Teil seiner Entdeckungen und die entscheidende Rolle, welche die intrinsische Motivation darin spielt.

Falls Fragen oder Anmerkungen zum Artikel bestehen, kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Übersetzt aus dem Spanischen: Ainhoa Arranz Aldana, Psychologin bei CogniFit.

Prokrastination. Schiebst du alles auf? 20 hilfreiche Tipps für’s Prokrastinieren

Hörst du nicht auf, ein wichtiges Projekt aufzuschieben oder eine wichtige Aufgabe zu vertagen? In diesem Artikel wird erklärt, was es bedeutet zu prokrastinieren, welche Gründe und Folgen es hat und welche Vor- und Nachteile dieses Verhalten bietet. Außerdem haben wir 20 wertvolle Tipps, die helfen, die Prokrastination zu überwinden.

Prokrastination

Prokrastination überwinden: Was bedeutet Prokrastinieren?

Prokrastination stammt aus dem Latein und bedeutet so viel wie “vertagen” oder “aufschieben”. Wen führt es nicht in Versuchung die unangenehmen Aufgaben vor sich herzuschieben? Dabei ist es egal, ob wir eine E-Mail beantworten müssen, die Garage aufgeräumt werden sollte, ein Missverständnis geklärt oder eine andere Aufgabe erledigt werden muss. Immer gibt es irgendetwas, das uns ablenkt. Uns fällt ein, dass wir die Glühbirne wechseln wollten, dass noch ein leckeres Stück Kuchen im Kühlschrank wartet oder unsere Freunde im Gruppenchat lustige Bildchen geschickt haben, die wir uns unbedingt angucken wollen.

Diese Situationen kommen wahrscheinlich jedem von uns bekannt vor (gut möglich, dass du gerade in diesem Moment auch dabei bist zu prokrastinieren…?). Die Mehrheit von uns wünscht sich im Nachhinein, die Aufgabe ohne Prokrastination erledigt zu haben, um in der Nacht vor der Abgabe ruhigen Gewissens schlafen zu können. Im Folgenden erfährst du, was du gegen dieses Phänomen unternehmen kannst und was du tun kannst, damit Prokrastination deiner Vergangenheit angehört.

“Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.”

Prokrastination überwinden: Gründe für Prokrastination

Die Gründe weshalb wir einen Teil unseres Lebens damit verbringen Aufgaben vor uns herzuschieben sind zahlreich und liegt in der Natur des Menschen. Obwohl niemand ohne Unterbrechungen den ganzen Tag arbeiten kann, gibt es große Unterschiede darin, wie viel Zeit wir damit verbringen zu prokrastinieren. Es gibt Leute die hierfür anfälliger sind als andere. Bei einigen ist es eine Angewohnheit in kurzen Momenten etwas anderes zutun (diese Leute prokrastinieren nicht wirklich), für andere wiederum entstehen dadurch ernst zunehmende Probleme und die Arbeit wird über Stunden hinauszögert.

Die Gründe, die uns in die Prokrastination treiben sind vielzählig. Einige die dazu beitragen sind Langeweile, Konzentrationsprobleme, Erschöpfung, Konzentrationsmangel, Angst vor Versagen, etc.

Kennst du jemanden, der noch nie prokrastiniert hat? In unserem Leben müssen wir unzählige Aufgaben erledigen auf die wir keine Lust haben, die uns womöglich sogar sehr unangenehm sind. Da erscheint es natürlich viel verlockender die Fliesen auf dem Boden zu betrachten oder lustige Katzenvideos im Internet anzugucken. Manchmal motivieren wir uns sogar, eine andere Aufgabe anzufangen, verschieben sie dann aber doch, weil wir nicht wissen, wie wir sie beginnen sollen oder weil wir Angst haben uns mit dem Ergebnis selbst zu enttäuschen.

Obwohl wir eigentlich wissen, dass es besser ist sich Aufgabe in kleine Teilaufgaben zu unterteilen und Arbeit Ruhe und Zeit benötigt, scheinen wir das alles zu vergessen, sobald wir die unzähligen Ablenkungsmöglichkeiten vor uns finden. Sei es der Computer, das Handy oder sogar ein weißes Blatt Papier.

Durch die neuen Technologien wie Smartphone und Laptop ist die Anzahl der Möglichkeiten uns von den eigentlichen Aufgaben abzulenken ins Unermessliche gestiegen.

Prokrastination überwinden: Folgen der Prokrastination

  • Schuldgefühle: Sehr häufig kommt es zu Gedanken wie “Ich hätte nicht so viel Zeit verlieren sollen”.
  • Stress: Nachdem wir den Berg an Aufgaben betrachten, der sich nach einer Woche Prokrastination angesammelt hat, treten die Anzeichen und Symptome von Stress auf und erinnern uns daran, dass wir endlich ernsthaft anfangen müssen zu arbeiten. (So bewältigt man Stress)
  • Geringere Leistung: Ganz offensichtlich kommt es zu Leistungseinbußen, wenn wir zu viel Zeit damit verbringen lustige Videos im Internet anzugucken, oder anfangen unsere Kassenbons zu sortieren. Es bleibt uns dann nur noch ein kostbarer Moment, um die eigentliche Aufgabe zu erledigen, was dazu führt, dass unsere Aufmerksamkeit und Motivation schwindet.
  • Vorwürfe von Arbeitskollegen oder Vorgesetzten: Üblicherweise sind Leute, die prokrastinieren am Arbeitsplatz nicht beliebt, vor allem wenn sich das negativ auf ihre Leistung auswirkt. Das führt in der Regel zu Kritik und Antipathie. Im Extremfall kann Prokrastination sogar dazu führen, dass wir unseren Arbeitsplatz verlieren.
  • Schamgefühl: Wenn uns andere Leute verurteilen, löst das in der Regel ein Schamgefühl bei uns aus. Diese negative Selbstbewertung und das Bedürfnis uns zu verstecken, kann dazu führen, dass wir unsere Aufgaben unterbrechen. Außerdem kann es ernstzunehmende Folgen für unsere mentale Gesundheit haben.
  • Prokrastinationsspirale: Wenn wir aufgrund mangelnder Anstrengung keine positive Rückmeldung auf der Arbeit erhalten, kann das zur Folge haben, dass wir noch mehr der Gewohnheit verfallen zu prokrastinieren. Das kann zu einer Spirale voller Selbstvorwürfe, Selbsthass, einem geringen Selbstwertgefühl und  Selbstwirksamkeit führen.

Prokrastination ist in vielen Bereichen des Lebens präsent. Selbst im Alltag kann es sein, dass wir Aufgaben vor uns herschieben, die langfristig eigentlich unser Wohlbefinden verbessern würden, wie Beziehungsprobleme anzusprechen oder uns im Fitnessstudio anzumelden. Im Folgenden werden zwei grundlegende Bereiche vorgestellt, in denen es zu Prokrastination kommt..

Prokrastination im Unternehmen

Die Gewohnheit der Prokrastination in Unternehmen ist ein großes Problem für jegliche Art von Organisation. Über die E-Mail-Adresse der Arbeit persönliche Nachrichten zu schreiben, während der Arbeitszeit mit der Familie zu telefonieren oder uns anderen arbeitsfernen Dingen zu widmen sind Gewohnheiten die den Arbeitsablauf verzögern. Das Unternehmen kann hierbei Geld verlieren und wir verpassen vielleicht die Chance einer Beförderung, oder werden sogar für dieses Verhalten bestraft. Offensichtlich ist es kein Problem, wenn wir in einem bestimmten Rahmen andere Dinge erledigen, aber wenn wir diese nicht unter Kontrolle haben, so kann dies schnell zur Routine werden, die anschließen schwierig zu durchbrechen ist.

Prokrastination in der Schule

Welche Auswirkungen hat die Prokrastination auf die schulische Leistung? In der Schule oder Universität zu prokrastinieren ist sehr üblich. Oft ist es so, dass wir das was wir lernen sollen langweilig finden oder es uns schwer fällt den Inhalt zu verstehen. Nicht selten kommt es vor, dass wir von anderen hören “Ich habe nur letzte Nacht für die Prüfung gelernt”. Wenn wir so vorgehen, vergessen wir das Gelernt in der Regel sehr schnell.

Manchmal geht diese Strategie auf, dass wir 24 Stunden fast ohne zu Schlafen da sitzen und uns das Wissen in den Kopf pressen, indem wir ohne Pausen zu machen schreiben, markieren und lesen. Selten führt das Ganze jedoch zu wirklich guten Ergebnissen und vor allem kommt es nicht zu einem signifikanten Lernerfolg.

Gute Lernstrategien sind ein Schlüssel zum Erfolg für alle Studierenden. Die Prokrastination im akademischen Bereich kann dazu führen, dass die Aufgabenausführung behindert wird, was oft zur Folge hat, dass die betroffene Person davon ausgeht, dass “studieren nichts für sie sei”. Das führt oft zu negativen Gefühlen, welche die Motivation zu Lernen ausbremsen.

In diesem Video erklärt der Blogger Tim Urban auf lustige Art und Weise welche Ursachen und Folgen die Prokrastination hat.

Prokrastination überwinden: 20 Tipps

Uns beeindrucken die Leute, die ihre Aufgaben zügig und deutlich vor Ablauf der Frist abgeben und gleichzeitig nebenbei noch ins Fitnessstudio gehen, Musikunterricht nehmen und Zeit haben ihre Freunde zu sehen. Wie erreichen sie diesen Grad an Organisiertheit? Sind sie besser als wir?

Dadurch, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass diese Leute über Superkräfte verfügen, ist es wohl eher so, dass diese Leute es schaffen dem Impuls zu prokrastinieren Stand zu halten und so Zeit für die wichtigen Dinge im Leben zu finden. Du kannst es ebenfalls schaffen die Prokrastination zu überwinden! Im Folgenden werden dir einige Vorschläge und Tipps gegeben, um unnötige Ablenkung zu vermeiden.

1. Mach dir klar, dass es ohne Anstrengung nicht klappt

Es existiert kein Geheimnis, das uns auf einmal erlaubt alle Aufgaben in der Hälfte der Zeit ohne Ablenkung zu erledigen und dabei nicht zu prokrastinieren. Ebenso wenig werden wir dabei auf einmal wahnsinnig Spaß haben, ohne dafür einen Aufwand betreiben zu müssen. Was wir aber tun können, ist unsere Einstellung unseren Aufgaben gegenüber zu verändern und ihnen anders zu begegnen.

Vielleicht schaffen wir es dadurch am Ende sogar unsere Aufgaben nicht als Pflicht wahrzunehmen, sondern als machbare Herausforderung anzusehen, was uns ein Gefühl von Kompetenz bei der Ausführung gibt.

2. Notiere deine Prioritäten

Wenn wir gleichzeitig daran denken, dass wir ein Haustier wollen, die Wäsche waschen müssen, bis morgen 20 Seiten schreiben sollen und Kaugummis kaufen werden, usw…. ist es gut möglich, dass uns die Vielfalt an Vorhaben erdrückt und wir nicht wissen, wo wir anfangen sollen. Wenn wir jedoch eine Hierarchie bilden (und uns anschließend an den Ablauf halten) haben wir den Eindruck, dass es viel leichter ist unsere Vorhaben in die Tat umzusetzen.

3. Sei realistisch

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass du zwei Wochen nach China gehst und anschließend die Sprache fließend beherrscht. Ebenso wenig schaffen wir es das beste Projekt zu entwerfen, wenn wir die Vorgaben nicht verstanden haben. Es ist genauso wichtig zu wissen was wir wollen, wie uns realistische Ziele zu setzen. Außerdem kann es von Vorteil sein Teile der Aufgaben an andere abzugeben und dadurch auf realistischere Art zum Ziel zu gelangen.

4. Erinnere dich daran, was dich motiviert

Es ist wichtig, dass wir wissen was wir erreichen möchten. Dabei genügt es nicht eine vage oder widersprüchliche Idee zu haben, ob wir unsere Hausarbeit fertigstellen wollen oder lieber eine Webseite erstellen. Es ist wichtig uns selbst den Weg zu weisen, um nicht vom eigentlichen Ziel abzukommen. Dabei kann es hilfreich sein sich Notizzettel in Sichtweite des Schreibtisches aufzuhängen. Wichtig ist, dass das Ziel keine Traumvorstellung bleibt.

5. Hab kein Angst beim Versuch zu scheitern

Besiege die Angst vor dem Versagen. Oft erreichen wir unsere Ziele nach dem “Trial and Error” Prinzip. Beim Problemlösen ist es wichtig verschiedene Dinge auszuprobieren, um die beste Lösung zu finden. Wenn wir scheitern,können wir kreative Ideen finden und den Impuls verspüren, das Beste geben zu wollen.

Wenn du andererseits wirklich nicht für eine bestimmte Aufgabe vorbereitet bist oder die Aufgabe dich unglücklich macht, hab keine Angst die Aufgabe sein zu lassen. Wichtig ist, dass du diese Entscheidung weise und in Ruhe triffst und nicht aus Frustration oder Angst.

6. Plane deine Aufgaben

Es reicht nicht die Aufgabe zu planen, denn das kann eine weitere Form von Prokrastination sein, wenn wir nur vage darüber nachdenken was und wie wir es tun könnten und schlussendlich nicht so handeln. Es ist wichtig einige Aufgaben vorab zu konkretisieren, nachdem wir entschieden haben: “Welches sind die relevantesten?”, “Wie schwierig sind die Aufgaben ungefähr?”, “Wie lange werden wir für sie brauchen?”, usw. Es ist dementsprechend empfehlenswert unsere Arbeit in kleine Schritte zu unterteilen, um die vorangegangenen Fragen besser beantworten zu können. Durch diese Überlegungen können wir unsere Arbeit in kleine Schritte unterteilen.

Wenn dein Vorhaben beispielsweise ist, den Führerschein zu machen, reicht es nicht zu denken “eines Tages bestehe ich die Prüfung” oder “wie sehr ich mich darauf freue mit meinem eigenen Auto in den Urlaub zu fahren”. Um aufzuhören zu prokrastinieren musst du dich in der Fahrschule anmelden, die Theoriestunden absolvieren, dich auf die Prüfung vorbereiten, usw. Setze dir kleine Ziele, die dich Schritt für Schritt leiten.

7. Setze dir einen Zeitrahmen

Das ist eine schwierige Aufgabe für Leute die professionell prokrastinieren. Aber wir können versuchen uns mit kleinen Tricks zu überlisten, indem wir beispielsweise das Abgabedatum im Kalender vorrücken. Wenn wir davon ausgehen, dass wir eine Aufgabe schon am Montag abgeben müssen, haben wir vor Ende der echten Deadline mehr Zeit Fehler zu korrigieren.

8. Reflektiere deine Taten und Emotionen

Wenn du am Ende eines Tages kurz Inne hältst und bewertest, was du schon geschafft hast und was du noch erledigen musst, hast du eine adäquatere Vorstellung davon, was am nächsten Tag auf dich zukommen wird und wie du dich verbessern kannst. Wenn du außerdem über deine Emotionen nachdenkst, kann dir das helfen diese besser zu steuern und deine Selbstkontrolle zu steigern.

Es kommt häufig vor, dass wir einer Person begegnen, die prokrastiniert, die nicht weiß bis zu welchem Punkt sie ihre Aufgaben eigentlich hinauszögert, was wiederum zur Aufrechterhaltung dieses Verhaltens führt. Es raubt uns kaum Zeit kurz zu rekapitulieren welches unsere Fortschritte sind, was außerdem dazu führt, dass wir unser Ziel noch präziser erreichen können.

9. Belohne dich für gut gemachte Arbeit

Nach der eigenen Bewertung des Fortschritts gibt es bestimmt Dinge die uns mit Stolz erfüllen. Wir können uns für unsere erreichten Ziele auf verschiedene Art und Weise belohnen: Ein Eis oder Konzertkarten können unsere Laune heben und uns motivieren weiter hart zu arbeiten. Indem wir Bewusstsein über unsere geleistete Arbeit schaffen, steigern wir unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstwirksamkeit.

10. Versuche Spaß an der Arbeit zu haben

Nicht immer finden wir unseren Traumjob, ebenso wenig können uns alle Fächer Spaß machen, die wir in der Schule besuchen. Nichtsdestotrotz kann ein angenehmes Arbeitsklima und die Auflistung der Vorteile des Arbeitsplatzes dazu beitragen, dass wir aufhören zu prokrastinieren und uns dazu motivieren unsere Aufgaben zu erfüllen. Wenn man damit erstmal angefangen hat, ist es meistens gar nicht so schwierig und läuft vielleicht sogar besser als erwartet.

11. Mache richtige Pausen

Zu versuchen unsere Arbeit zu machen wenn wir erschöpft sind ist kontraproduktiv und führt dazu, dass wir noch mehr prokrastinieren. Es ist wichtig ausreichend zu schlafen und dabei einen geregelten Rhythmus einzuhalten. Ein erholsamer Schlaf führt außerdem zu einer besseren Gedächtnisleistung.

12. Erhole dich von Zeit zu Zeit

Selbst wenn wir nur noch wenig Zeit haben um eine Aufgabe zu beenden, ist es wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen einen Schritt zurück zu treten um anschließend Fehler besser entdecken zu können, oder neue Perspektiven zu erlangen. Andererseits ist es wichtig eine maximale Pausenzeit zu definieren. Wenn wir nicht kontrollieren wie häufig und wie lange wir pausieren, führt das in der Regel nur dazu, dass wir weiterhin prokrastinieren.

13. Lege Essenszeiten fest

Unser Dienst- oder Stundenplan lässt manchmal wenig Spielraum unsere Essenszeiten einzuhalten. Um die Prokrastination zu überwinden ist es aber wichtig Essenszeiten festzulegen, damit wir dem Kühlschrank nicht mehr Besuche abstatten als notwendig.

14. Ordne deinen Arbeitsplatz

Wenn sich auf unserem Schreibtisch der Schlüsselbund, die Postkarte unserer Freunde, Notizen von vor drei Jahren, die neuen Strümpfe und ein paar Stifte in kompletter Unordnung befinden ist es sehr wahrscheinlich, dass wir die entscheidenden Objekte nicht griffbereit haben oder uns am Anblick an diesem Chaos stören und dadurch ablenken lassen.

Sich anzugewöhnen Dinge nach der Benutzung wieder an einen bestimmten Ort zu legen, kann schwierig erscheinen. Doch auch wer diese Gewohnheit bisher nicht pflegt, sollte damit beginnen. Dies bedarf einer gewissen Anpassungszeit, offensichtlich lassen sich Gewohnheiten nicht an einem Tag ändern. Um uns das Prokrastinieren abzugewöhnen sollten wir jedoch versuchen unseren Arbeitsplatz ein wenig zu entrümpeln.

15. Entferne Ablenkungsmöglichkeiten aus deinem Sichtfeld

Mit einem aufgeräumten und angenehmen Arbeitsumfeld ist es noch nicht getan. Es ist auch wichtig zu wissen, welche Dinge uns davon abhalten zu arbeiten. Müssen wir wirklich all diese Tabs in unserem Browser geöffnet haben? Und dieses Spiel hier stehen zu haben was uns geschenkt wurde? Sehr wahrscheinlich nicht. Dinge aus dem Sichtfeld zu schaffen kann nicht verhindern, dass wir anfangen uns mit ihnen abzulenken, verringert aber die Wahrscheinlichkeit.

16. Lenke dich nicht dadurch ab, dass du mit Leuten sprichst

Unsere sozialen Kontakte zu pflegen ist wichtig für eine gute Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig ist es aber elementar, dass wir uns konzentrieren,wenn wir müssen. Bei Gruppenarbeiten ist es sinnvoll ein paar Grundregeln aufzustellen und uns bewusst darüber zu sein welches die gemeinsamen Ziele sind.

Übrigens ist soziale Unterstützung fundamental um Ziele zu erreichen. Unsere Freunde, Familie und Partner werden Verständnis dafür haben, dass wir ein Ziel verfolgen und im Anschluss an die Arbeit sprechen können, ohne uns schlecht zu fühlen dass wir prokrastinieren. Wenn wir unsere Ziele mit anderen Leuten teilen, werden sie uns selbst bewusster, was unser eigenes Pflichtbewusstsein schärft.

17. Schalte dein Handy auf lautlos

Das Handy ist eines der häufigsten Ablenkungsquellen und sollte deswegen gesondert in Betracht gezogen werden. Wenn wir einen wichtigen Anruf erwarten, erscheint uns dies unmöglich, in den meisten Fällen lenken uns aber Nachrichten von Freunden ab, die uns erzählen was sie gestern Abend unternommen haben oder wir erhalten Nachrichten von sozialen Netzwerken. Um Ablenkung zu vermeiden kann es helfen das Handy lautlos zu schalten, den Flugmodus zu aktivieren, wenn wir beschäftigt sind.

18. Finde deine eigene Methode

Von den genannten Techniken kannst du alle möglichen Kombinationen ausprobieren und die sein lassen, die nicht funktionieren. Jeder muss dabei seine eigenen kleinen Tricks herausfinden. Mach dir bewusst welche Strategien dir helfen deine Ziele zu erreichen und das Prokrastinieren zu unterlassen und welche nicht.

19. Bestrafe dich nicht zu sehr fürs Prokrastinieren

Vielleicht versuchst du seit Monaten deine Bachelorarbeit zu schreiben, einen Job zu suchen oder du schiebst irgendeine andere Aufgabe vor dir her. Wir wir mittlerweile wissen kann das schwerwiegende Konsequenzen für uns und unser Wohlbefinden haben.

Es ist empfehlenswert uns auf die Zukunft zu konzentrieren. Was in der Vergangenheit passiert ist lässt sich nicht mehr ändern. Wir können uns jedoch auf neue Ziele und Herausforderungen konzentrieren und unsere Einstellungen ihnen gegenüber verändern.

20. Konsultiere einen Spezialisten, wenn du Hilfe brauchst

Prokrastination kann die Folge eines anderen psychologischen Problems, wie einer Depression oder Angststörung, sein. Wenn du das Gefühl hast zu stark zu prokrastinieren und die negativen Konsequenzen dieser Angewohnheit zu spüren bekommst, obwohl du wirklich versucht hast dem entgegen zu wirken, ist es empfehlenswert einen Spezialisten aufzusuchen.

Wenn diese Gewohnheit zu einem Hindernis wird unsere persönlichen und Beruflichen Ziele zu verfolgen und uns weiterzuentwickeln, kann uns ein Experte helfen, den Ursachen des Problems auf den Grund zu gehen und das Problem zu lösen.

Prokrastination: Gibt es Vorteile?

Prokrastination überwinden: Vorteile und Nachteile der Prokrastination

In diesem Artikel haben wir uns auf die negativen Folgen der Prokrastination konzentriert. Wir wissen also bereits, dass es zahlreiche negative Konsequenzen hat und wie tiefgreifend sie bestimmte Lebensbereiche beeinflussen können. Wir wollen an dieser Stelle aber auch die positiven Seiten dieser Angewohnheit kurz beleuchten. Es gibt auch Vorteile. Im Folgenden findest du die wichtigsten Vorteile der Prokrastination:

  • Manchmal ist es notwendig Druck zu verspüren: In Momenten wenn nur noch wenig Zeit bis zur Deadline bleibt, geben wir am meisten und arbeiten oft sehr effektiv.
  • Prokrastination kann uns Zeit zum Denken geben: Indem wir eine Arbeit unterbrechen, können wir uns darüber bewusst werden, dass wir nicht den richtigen Weg eingeschlagen haben. Sich von einer Arbeit zu distanzieren ist wichtig um eine objektivere Sicht zu erlangen.
  • Fördert unsere Kreativität: Manchmal kann es dazu kommen, dass wir eine Idee für unsere Arbeit bekommen, während wir dabei sind unseren Sitznachbarn zu zeichnen.
  • Ermöglicht uns Spaß: Einen Teil unserer Zeit Dingen zu widmen, die uns Freude bereiten, hilft uns produktiver zu sein. Dabei ist es wichtig nicht zu übertreiben und unsere Pflichten nicht zu vergessen.

Wichtig ist, dass wir die Prokrastination soweit unter Kontrolle haben, dass sie unser Leben nicht negativ beeinflusst. 

Vielen Dank, dass du diesen Artikel gelesen hast. Falls du eine Frage hast oder uns deine Tipps gegen Prokrastination mitteilen möchtest, hinterlasse einen Kommentar!

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Ainhoa Arranz Aldana, Psychologin bei CogniFit.

Asperger-Syndrom: Filme um dieses Phänomen besser zu verstehen

Asperger-Syndrom Filme: Das Asperger-Syndrom ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung und gehört zum autistischen Spektrum. Personen mit Asperger-Syndrom haben in der Regel einen normalen bis erhöhten Intelligenzquotienten, äußern jedoch Defizite in Bereichen der sozialen Interaktion und Motorik. Zusätzlich zeigen sie Besonderheiten in ihrer Art zu Sprechen, indem sie beispielsweise zu einer hochgestochenen Sprache neigen. Diese Verhaltensweisen können zu großen Problemen bei der Integration beispielsweise in einer Schulklasse führen, da sie oft als sonderbar wahrgenommen werden. Kennt man persönliche keine Menschen mit Asperger-Syndrom, so kann es relativ schwer fallen zu verstehen, wie diese Menschen fühlen und handeln und welche Konsequenzen dies für sie und ihre Umwelt hat.

Was ist das Asperger-Syndrom?

Filme bieten die einzigartige Gelegenheit sich anderen Realitäten und Sichtweisen zu nähern, in diese Welten einzutauchen und über sie nachzudenken. Demnach sind Filme eine gute Möglichkeit, um das Asperger-Syndrom besser zu verstehen. Die Filmindustrie war schon immer eine Plattform, um bestimmten Krankheiten, Störungen oder Besonderheiten eine höhere Sichtbarkeit und Akzeptanz zu verschaffen. Durch die Figuren im Film erfahren wir, wie sich diese Menschen fühlen und handeln, was uns hilft diese besser nachzuvollziehen, zu verstehen und mit den Personen zu sympathisieren. Auch hilft es die Distanz und Vorurteile abzubauen und somit zu einer Normalisierung der Art der Betroffenen beizutragen.

Im Folgenden werden fünf Filme vorgestellt, die helfen können die Welt der Menschen mit Asperger-Syndrom besser zu verstehen (Hier Ratschläge für Eltern von Kindern mit dem Asperger-Syndrom). Einige der Figuren sind mit dem Asperger-Syndrom diagnostiziert, andere zeigen einige Charakteristika des Syndroms.

Asperger-Syndrom Filme. Diese fünf  Filme bieten einen Einblick in die Welt mit Asperger

Asperger-Syndrom Filme: Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet ? (Adam Elliot, 2009)

Mary & Max ist ein Knetanimationsfilm, der die Geschichte zweier eigenartiger Freunde erzählt: ein einsames achtjähriges Mädchen, das in einem Vorort von Melbourne lebt und ein 44-jährigen Mann mit Asperger-Syndrom aus New York. Durch Zufall entsteht zwischen den beiden eine Brieffreundschaft, die sie über viele Jahre aufrecht erhalten und zu einer guten Freundschaft entwickeln. Ein rührender Film, der einen die beiden Charaktere schätzen und lieben lehrt.

Asperger-Syndrom Filme: Mozart und der Wal (Petter Næss, 2005)

Dieser Film zeigt die Liebesgeschichte zwischen zwei Personen mit Asperger-Syndrom. Donald, der als Taxifahrer arbeitet, eröffnet eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Asperger-Syndrom. Im Rahmen dessen lernt er Isabelle kennen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die im Laufe des Films immer wieder auf die Probe gestellt wird.

Asperger-Syndrom Filme: Adam – Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere (Max Mayer, 2009)

Ein weiterer romantischer Film, in welchem Adam, ein junger Mann mit Asperger-Syndrom, sich in seine neue Nachbarin Beth verliebt. Adam hat eine große Leidenschaft für das Weltall, worin sich seine Andersartigkeit widerspiegelt. Die Geschichte erzählt die Schwierigkeiten und Missverständnisse die das Paar erlebt und wie sie mit ihnen umgehen.

Asperger-Syndrom Filme: Ben X (Nik Balthasar, 2007)

Ben ist ein autistischer Junge, der in der Schule gemobbt wird. Um dieser Realität zu entfliehen, flüchtet er sich in das Spiel ArchLord, ein beliebtes Online-Videospiel. Hier kann Ben der Held sein, der er in der echten Welt nicht ist. Der Film zeigt nicht nur wie es ist mit Asperger-Syndrom zu leben, sondern beleuchtet auch die emotionalen Konsequenzen von Mobbing, unter welchen viele Menschen mit Asperger-Syndrom leiden, weil sie als “komisch” angesehen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=2wWbcDZcwjE

Asperger-Syndrom Filme: Verblendung – The Girl with the Dragon Tattoo (David Fincher, 2011)

Der Film basiert auf der Bestseller Trilogie Millenium von Stieg Larsson. Es wird die Geschichte des Journalisten Mikael Blomkvist und der Hackerin Lisbeth Salander erzählt. Salander ist Blomkvist bei seinen Nachforschungen zu einem mysteriösen Fall eine große Hilfe ist. Obwohl weder in den Büchern noch im Film davon gesprochen wird, dass Salandar das Asperger-Syndrom hat, weist ihre Figur einige typische Charakteristika auf. Beispielsweise hat sie Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen, ein fotografisches Gedächtnis und außerordentliche Fähigkeiten als Hackerin. Aus diesem Grund wurde der Film mit in die Liste aufgenommen.

Übersetzt aus dem Spanischen: Cristina Nafría, Neuopsychologin bei CogniFit.

 

Was ist eine Depression? Wie beeinflusst sie uns?

Jeder von uns hatte schon mal Tage an denen er sehr niedergeschlagen war. Wenn diese Trauer jedoch mehr als ein paar Wochen anhält, ist es möglich, dass die betroffene Person an einer klinisch relevanten Depression leidet. Was ist eine Depression? Eine Depression beeinträchtigt die Betroffenen sowohl psychisch als auch körperlich. Sie kann zu Angst, Schlafstörungen, Appetitverlust und dem Gefühl von Einsamkeit führen.

Lang anhaltende gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und Interessenverlust sind die charakteristischen Symptome einer klinischen Depression. Um sie zu heilen und wieder Fuß zu fassen, können und sollten Betroffene professionelle Hilfe suchen, beispielsweise in Form von einer Therapie.

Was ist eine Depression?

Was ist eine Depression: Faktoren

Eine Depression kann jeden von uns treffen, dabei gibt es zahlreiche auslösende und aufrechterhaltende Faktoren. Beispielsweise können belastende Situationen der Auslöser sein. Der Verlust einer geliebten Person, eine Trennung oder die Kündigung am Arbeitsplatz sind Beispiele für solch ein belastendes Ereignis.

Genauso kann eine Depression aber scheinbar grundlos beginnen. Faktoren, die einzeln betrachtet nicht wichtig erscheinen, kumulieren sich und trüben Schritt für Schritt unsere Stimmung. Dabei können Probleme oder Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, Probleme mit Familie oder Freunden oder das Gefühl nicht in sein Umfeld zu passen, Gründe dafür sein sich depressiv zu fühlen.

Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung einer Depression. So können Medikamentenmissbrauch, andere schwerwiegende körperliche oder psychische Erkrankungen oder Alkohol- und Drogenmissbrauch eine Depression auslösen (Welche Konsequenzen hat Alkohol für das Gehirn?). Zusätzlich gibt es auch eine genetische Prädisposition. Die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken ist deutlich höher, wenn es weitere Fälle von Depressionen in der Herkunftsfamilie gibt.

Was ist eine Depression: Wie manifestiert sie sich

Symptome von Depressionen zeigen sich bei den Betroffenen auf unterschiedliche Art und Weise. Es gibt Leute, die alle klassischen Symptome einer Depression erfüllen (Antriebslosigkeit, konstant gedrückte Stimmung, Angst, Schlaflosigkeit), andere hingegen zeigen nur einen Teil davon (beispielsweise Leute mit einer High Functioning Depression).  Aus diesem Grund ist es wichtig professionelle Hilfe aufzusuchen, um eine personalisierte Behandlung zu ermöglichen. Dies ist vor allem dann angebracht, wenn die depressive Verstimmung so stark ist, dass sie das Alltagsleben erheblich einschränkt.

Stattdessen zu Alkohol oder Drogen zu greifen, macht das Problem nur größer. Ein bedeutender Schritt ist auch, sich einzugestehen und zu akzeptieren, dass man ein Problem hat und Hilfe benötigt. Eine Depression zu bekämpfen erfordert viel Disziplin und kann durch die Unterstützung von Freunden und vor allem durch die Hilfe eines Therapeuten erleichtert werden. Insbesondere in schweren Fällen ist auch eine begleitende medikamentöse Behandlung sinnvoll. So können die Ursachen und Symptome einer Depression gezielt behandelt werden.

Ursachen der Depression

Wieso eine Depression entsteht ist sehr komplex und kann verschiedene Gründe haben. Es lassen sich zudem Faktoren identifizieren, welche die Entstehung einer Depression begünstigen, die sich wiederum in Umwelt- als auch genetische Faktoren unterteilen lassen, die aber zusätzlich miteinander in einer Gen-Umwelt-Interaktion stehen.

Das Auftreten einer Depression kann demzufolge auf unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden. Es werden prinzipiell drei verschiedene globale Ursachen unterschieden:

  • Die Bekannteste Ursache ist die psychogene Depression, bei der die Ursache der Erkrankung in der Umwelt des Betroffenen zu finden ist. Das bedeutet, dass die Erkrankten im Laufe ihres Lebens einschneidende Erfahrungen gemacht haben, unter einer hohen Belastung stehen oder standen. Für Außenstehende lässt sich die Depression meist leicht nachvollziehen.
  • Dem gegenüber steht die endogene Depression, bei der sich keine erkennbare Ursache in der Lebensgeschichte für die Depression finden lässt.
  • Die dritte Form ist die organische Depression, die durch eine körperliche Ursache entsteht und erklärt werden kann. Beispielsweise ist hier die Störungen der Schilddrüsenfunktion oder eine Erkrankung der Nebennieren eine mögliche Ursache.

Heutzutage werden diese drei Subtypen zwar immer noch in der Differentialdiagnostik einer Depression berücksichtigt, jedoch nicht mehr als eigene Form bezeichnet. Vielmehr wird heutzutage nach dem Schweregrad der Depression (leicht – mittelgradig – schwer) unterschieden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Depression und Traurigkeit?

Wichtig zur Unterscheidung der Traurigkeit von einer Depression ist, dass bei der Depression mindestens zwei der drei Grundsymptome über mindestens 14 Tage anhaltend vorhanden sein müssen.

Diese Grundsymptome sind:

  • der Verlust von Interesse und der Freude an Dingen
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit
  • eine gedrückte depressive Stimmung zur meisten Zeit jeden Tages, die sich durch äußere Faktoren kaum oder gar nicht beeinflussen lässt.

Um die Kriterien einer Depression nach dem Diagnosemanual ICD-10 zu erfüllen, müssen die Betroffenen außerdem mindestens ein weiteres Symptom aufweisen. Unter die weiteren Symptome fallen beispielsweise der Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls, suizidales Verhalten oder suizidale Gedanken, Konzentrations- oder Denkprobleme, Schlafstörungen oder Veränderungen des Appetits.

Diese 10 Tipps können hilfreich sein, um einer Depression vorzubeugen. Sollten sich die depressiven Verstimmungen mithilfe dieser Empfehlungen nicht bewältigen lassen, kann und sollte man jeodch unbedingt professionelle Hilfe aufsuchen.

Neurodegenerative Erkrankungen: Definition, Merkmale, Behandlung und Vorbeugung

Neurodegenerative Erkrankungen:  Welche Ursachen, Symptome und Merkmale haben sie, zu welchen Folgen kommt es und wie lassen sie sich behandeln? 

Die neurodegenerativen Erkrankungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem zentralen Nervensystem schaden. Dadurch kommt es zu kognitiven Beeinträchtigungen, die von Veränderungen im Verhalten und der Funktionsweise des Organismus begleitet werden. In diesem Artikel gehen wir auf diese Erkrankungen ein: welche neurodegenerativen Erkrankungen gibt es, was für Merkmale oder Symptome weisen sie auf, welche Folgen und Heilungsmöglichkeiten haben sie? …und weitere interessante Fakten.

Was sind neurodegenerative Erkrankungen? Neurodegenerative Erkrankungen lassen sich als eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnen, die das Nervensystem auf eine besondere Art beeinträchtigen: Sie verursachen das Absterben von Neuronen und das führt wiederum zur Degeneration des Nervengewebes. Dies ruft diverse neuropsychologische Umstände hervor, die sich je nach Krankheit unterschiedlich ausdrücken. Es gibt zahlreiche neurodegenerative Erkrankungen, jede von ihnen mit spezifischen Symptomen. In diesem Artikel werden folgende neurodegenerative Erkrankungen näher beleuchtet:

  • Alzheimer
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Chorea Huntington

Was verursacht das Erscheinen einer neurodegenerativen Erkrankung? Zurzeit existiert keine konkrete Ursache, von der wir wissen, dass sie die Entwicklung dieser Krankheiten hervorruft. Man weiß aber, dass es Zusammenhänge mit genetischen Faktoren und Umweltfaktoren gibt. Zudem heben die stetigen Untersuchungen zu diesen Erkrankungen als Hauptrisikofaktor das Alter hervor.

Neurodegenerative Erkrankungen: Welche Arten gibt es und wie zeigen sie sich

Im Folgenden werden neurodegenerative Erkrankungen und ihre Hauptmerkmale genannt. Außerdem wird gezeigt, wie sich trotz der ähnlichen Merkmale voneinander unterscheiden lassen und wie sie sich bei der Person manifestieren, die unter ihr leidet:

  • Alzheimer: die neurodegenerative Erkrankung Alzheimer wird als eine Gehirnerkrankung definiert, die den fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses und der Art zu denken verursacht. Bei den Betroffenen ist der Gedächtnisverlust so stark, dass die Person ihrem Alltag nicht mehr nachgehen kann. Umgangssprachlich wird Alzheimer oft als Demenz bezeichnet, die Erkrankung Alzheimer umfasst aber neben der Demenz noch weitere Symptome. Die wichtigsten dieser Symptome sind: Gedächtnisveränderungen die den Alltag beschränken; Schwierigkeiten, Pläne zu machen oder Probleme zu lösen; Einschränkungen bei der Durchführung von Routineaufgaben oder -arbeiten; Orientierungslosigkeit; Schwierigkeiten bei der Sprache in Schrift und Wort; Verlust der Initiative oder Persönlichkeitsveränderungen. Im Folgenden ist ein Video zu sehen, in dem einige reale Fälle von Personen mit Alzheimer gezeigt werden. Das Video verdeutlicht, welche Belastungen auf Personen zukommen, die mit Betroffenen der Krankheit zusammenleben und verdeutlicht die Symptomatik der Krankheit. Es gibt neuropsychologische Bewertungen, die helfen können, kognitive Defizite zu erkennen und somit zur Unterstützung bei der Diagnose von Alzheimer beitragen können.

  • Morbus Parkinson.  Diese neurologische Erkrankung zeichnet sich durch den schnellen Verschleiß oder Tod von Nervenzellen aus. Die Hauptsymptome sind: Zittern in den Extremitäten (Tremor), die normalerweise während des Schlafes verschwinden; Muskelstarre, wobei die Muskulatur immer angespannt und verkrampft ist; Bradykinesie (Verlangsamung der Bewegung), welche so ihre alltäglichen Abläufe beeinträchtigt (sich waschen, anziehen, …), bei denen sie mehr Zeit brauchen; Haltungsinstabilität, wodurch Betroffene leicht hinfallen. Auch bei der Parkinson-Krankheit gibt es klinische Programme zur kognitiven Bewertung.
  • Multiple Sklerose. Diese Krankheit beeinträchtigt vollständig das zentrale Nervensystem und zeigt sich anhand verschiedener Symptome: Erschöpfung, Schmerzen, Zittern, fehlendem Gleichgewicht und sprachliche Einschränkungen. Es lassen sich verschiedene Arten von Multipler Sklerose, anhand ihrer Symptomatik unterscheiden. Die am häufigsten auftretende Form ist die schubförmig remittierende MS (RR-MS), bei der sich die in Schüben auftretenden Entzündungen im zentralen Nervensystem (ZNS) ganz oder teilweise zurückbilden.
  • Chorea Huntington. Die auch als Huntington-Krankheit bezeichnete neurodegenerative Erkrankung Chorea Huntington ist erblich. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Symptome klar zu erkennen. Die Patienten zeigen eine Reihe unfreiwilliger, plötzlicher Bewegungen (die gewisse Ähnlichkeiten zu Tanzbewegungen aufweisen), gleichzeitig verändert sich die Mimik und unbequemen Körperhaltungen. Vor dem Erscheinen dieser Symptomatik zeigen sich bereits eine Reihe psychischer und kognitiver Störungen, welche für diese neurodegenerative Erkrankung typisch sind. Die Betroffenen zeigen Depressionen, Gedächtnisstörungen, Sprachverlust, Verschlechterung der Konzentration, etc. und entwickeln so eine Demenz. Die Krankheit schreitet langsam voran und führt etwa 15 bis 20 Jahre nach ihrem Auftreten zum Tod.

Neurodegenerative Krankheiten: Gibt es eine Heilung?

Dr. Prusiner weist darauf hin, dass es wichtig sei die neurodegenerativen Krankheiten kontinuierlich zu erforschen, um so Heilungsmöglichkeiten für diese Gruppe von Krankheiten zu finden. Da viele Menschen von neurodegenerativen Erkrankungen betroffen sind, und die Auftretenswahrscheinlichkeit mit der höheren Lebenserwartung ansteigt, ist deren Erforschung besonders relevant. Momentan ist die Krankheit mit der höchsten Anzahl an Betroffenen Alzheimer, im Vergleich zu Morbus Parkinson und der Multiplen Sklerose.

Laut Dr. Prusiner ist es noch ein langer Weg, bis es Heilungsmöglichkeiten für diese Krankheiten geben werde. Durch die stetige Forschung konnten jedoch bereits Indizien gefunden werden, die dazu beitragen die Komplexität der neurodegenerativen Krankheiten besser zu verstehen. Es scheint, dass alle Erkrankungen, die der Gruppe der neurodegenerativen Erkrankungen zugeordnet werden, eine grundlegende Gemeinsamkeit haben: ein Defizit bei der Protein-Verarbeitung, obwohl bei jeder dieser Krankheiten die Proteine unterschiedlich verarbeitet werden.

Es kann nicht mit Klarheit gesagt werden, ob sich ein spezifisches Medikament finden lassen wird, um die genannten Krankheiten zu bekämpfen. Zahlreiche Untersuchungen deuten jedoch auf eine Behandlung mit Stammzellen hin. Es ist jedoch noch nicht klar, wie man die Stammzellen nach der Injektion ins Gehirn stimulieren muss, damit sie Verbindungen aufbauen. Ein viel versprechendes Indiz ist allerdings die frühzeitige Erkennung der Krankheit, da im Gehirn die Degeneration noch nicht so weit fortgeschritten ist und die Genesung der Zellen wahrscheinlicher macht.

Letztendlich hat die Forschung bei der Diagnose von neurologischen Krankheiten große Schritte nach vorne gemacht, was positiv für den Verlauf der neurodegenerativen Erkrankungen ist. So werden Bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und  die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) verwendet. Dank dieser Verfahren ist es möglich, die durch die Erkrankungen entstanden Degeneration zu erkennen und so eine frühzeitige Behandlung einzuleiten.

Abschließend lässt sich sagen, dass es bis heute keine konkrete Heilungsmethode für diese Krankheiten gibt. Aufgrund der stetigen und detaillierten Erforschung der Krankheiten besteht jedoch Hoffnung, weitere Indizien für die Entstehung der Krankheiten zu finden, um somit die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern und so den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen.

Neurodegenerative Erkrankungen: wie kann man ihnen vorbeugen und sie behandeln?

Im Folgenden werden einige Richtlinien bezüglich des Verhaltens und der Kognition angegeben, die effizient sind, um entweder der Erscheinung dieser Krankheiten vorzubeugen oder aber um den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern. Lerne die Bedeutung der kognitiven Reserve kennen, um der Erscheinung neurodegenerativer Krankheiten entgegenzuwirken.

  1. Parkinson. Zahlreiche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Sport dabei helfen kann, den Folgen dieser neurodegenerativen Erkrankung entgegenwirken kann. Dabei sollte eine Sportart wie Laufen, Spazierengehen, ein Teamsport oder das Fitnessstudio gewählt werden. Zudem hilft Physiotherapie dabei, das richtige Gleichgewicht und Resistenz beizubehalten und Gehirngymnastik hilft ebenfalls. Außerdem finden Parkinson-Patienten eine gewisse Besserung der Symptome beim Tanzen. Ja, tatsächlich! Tanzen hat viele nützliche Effekte, wie geringere Erschöpfung, die Stärkung sozialer Beziehungen, was zu einem besseren Selbstwertgefühl führt. Es gibt klinisch validierte Übungen zur Gehirnstimulation bei Patienten Parkinson.
  2.  Alzheimer. Menschen, bei denen Alzheimer diagnostiziert wurde, steht eine lange Liste von Unterstützungsprogrammen zur Verfügung, die dem Patienten eine bessere Lebensqualität ermöglichen. Einige Beispiele sind folgende: Teilnahme an Gemütszustand verbessernden Aktivitäten (je nach Vorliebe der Person), Verhaltensinterventionen (gegen Aggressivität, zur Ordnung der Essens- und Schlafenszeiten). Betroffene können dabei von einer guten Zusammenarbeit verschiedener gesundheitlicher Einrichtungen profitieren. Programme zur kognitiven Rehabilitation für Alzheimerkrankte
  3.  Multiple Sklerose. Faktoren, mit denen man den Auswirkungen dieser Krankheit entgegenwirken kann, ist die Interaktion der genetischen Veranlagung mit den Umweltfaktoren. Aktuelle Forschungen haben die Detektierung einer möglichen Predisposition durch Analysen möglich gemacht. Bei Betroffenen der Multiplen Sklerose findet sich ein Antikörper, der bei Gesunden nicht nachgewiesen werden kann. In diesem Bereich bedarf es weiterer Nachforschungen, um so die Ursachen der Erkrankung ausfindig machen zu können. Welche Verhaltensweisen sind empfehlenswert für Menschen mit Multipler Sklerose? Es gibt eine Reihe an Leitlinien, die helfen die Lebensqualität der Patienten zu verbessern:  es ist ratsam Tabakkonsum zu vermeiden; beim Sport sollte auf Pausen geachtet werden, um Erschöpfung zu vermeiden; ebenfalls bieten sich Rehabilitationsprogramme für Betroffene an. Es gibt ebenfalls Programme zur kognitiven Stimulation für Patienten mit Multipler Sklerose.
  4. Chorea Huntington. Diese Krankheit lässt sich mithilfe einer genetischen Analyse bereits vor der Geburt (pränatal) nachweisen, auch wenn noch keine Symptome vorhanden sind. Leider gibt es für die Chorea Huntington bislang keine Form der Heilung oder Formen der Behandlung, die das Fortschreiten der Krankheit eindämmen können. Jedoch gibt es Medikamente, welche die motorischen und psychischen Symptome lindern. Für Patienten werden außerdem spezielle Rehabilitationsprogramme angeboten, bei denen Betroffene lernen mit der Krankheit und den Veränderungen, die diese mit sich bringt, umzugehen.

Übersetzung aus dem Spanischen: Noelia Chaves Castaño, Psychologin bei CogniFit.

Substantia nigra und die Parkinson-Krankheit: das Wichtigste im Überblick

Von der Krankheit Parkinson hat fast jeder schon einmal gehört, doch nicht jeder weiß, was sie eigentlich bedeutet. Gleiches gilt für die Hirnstruktur Substantia nigra. In dem folgenden Artikel wird erläutert was die Substantia nigra ist, wozu sie dient und welche Pathologie unter anderem mit ihr assoziiert ist: die Parkinson Krankheit.

Parkinson: Substantia nigra

Was ist die Substantia nigra? 

Die Substantia nigra ist ein Kernkomplex des Mittelhirns (Mesencephalon) und unabdingbar für die fehlerfreie Funktion der Basalganglien.

Die Substantia nigra besteht aus dunkel pigmentierten Nervenzellen, die entweder einen besonders hohen Eisengehalt oder viel Melanin aufweisen. So lässt sich die Substantia nigra anatomisch in zwei Bereiche aufteilen: Die Pars compacta, die aus dicht angeordneten melaninhaltigen Nervenzellen besteht und die Pars reticulata, deren Nervenzellen sich durch einen besonders hohen Eisengehalt auszeichnen.

Die Substantia nigra ist Bestandteil diverser Schaltkreise des extrapyramidalmotorischen Systems und ist auf diese Weise mit dem Striatum, dem Thalamus, dem Cortex und dem Nucleus subthalamicus verbunden. Das extrapyramidalmotorische System steuert beim Menschen zusammen mit dem pyramidalen System die Bewegungsprozesse des Körpers.

In der Pars compacta herrscht ein besonders hoher Dopamingehalt. Die dopaminergen Neuronen übermitteln Signale, die besonders für die Planung und den Start einer Bewegung relevant sind (“Starterfunktion”).

Die Neuronen der Pars reticulata besitzen über ihre Axone Verbindungen zum Striatum und dem ventrolateralen Thalamus. Diese Neuronen generieren Aktionspotentiale wenn kein synaptischer Input erfolgt.

Wozu dient die Substantia nigra: Funktionen

Um die Funktionsweise der Substantia nigra zu beschreiben ist es wichtig die Pars compacta und die Pars reticulata in ihrer Funktionsweise zu unterscheiden:

  • In der Pars compacta, sind die Neuronen mit dem Lernen assoziiert.
  • In der Pars reticulata sind die Neuronen für Orientierung und Augenbewegung zuständig.

Pathologien die mit der Substantia nigra assoziiert sind

Substantia nigra: Parkinson

Die bekannteste, mit der Substantia nigra assoziierte Pathologie, ist die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson). Sie hängt mit der Funktionsweise der Neuronen in der Pars compacta zusammen. Auch die Epilepsie geht möglicherweise mit Funktionsstörungen der Substantia nigra einher.

Im Folgenden wird die Parkinson-Krankheit genauer beschrieben. Es wird erläutert welche Konsequenzen sie für die Betroffenen hat, welche Veränderungen im Gehirn stattfinden und welche Maßnahmen sich dagegen unternehmen lassen.

Parkinson-Krankheit 

Parkinson (Morbus Parkinson) ist eine chronische neurodegenerative Erkrankung. Die Ursachen sind bis heute nicht bekannt, man weiß aber, dass es bei den Betroffenen zum Absterben von Nervenzellen in der Substantia nigra kommt. Da die dopaminergen Neuronen in der Pars compacta absterben, entsteht ein Dopaminmangel. In manchen Fällen zeigt sich die Krankheit als Bewegungsstörung, verursacht aber ebenfalls kognitive Veränderungen. Diese schränken die Autonomie der Patienten stark ein und können ebenfalls zu einem inadäquaten Ausdruck der Emotionen führen.

Statistisch gesehen ist Parkinson nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung.

Die Krankheit tritt sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf, wobei Männer häufiger betroffen sind. In der Regel hat die Krankheit einen späten Beginn, erste Symptome manifestieren sich meisten zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr.

Die Forschung aus den letzten zehn Jahren hat ergeben, dass es sich bei Parkinson nicht um eine einheitliche Erkrankung handelt, sondern verschieden Formen existieren. Beispielsweise ist das Familiäre Parkinson erblich, die Krankheit tritt in diesem Fall meistens deutlich früher auf als bei dem idiopathischen Parkinson-Syndrom. Derzeit ist bei dem idiopathischen Parkinson auch noch nicht bekannt, ob es biologische Ursachen gibt, welche die Krankheit auslösen.

Diagnose der Parkinson-Krankheit

Zur Diagnose der Parkinson-Krankheit muss das Kardinalsymptom Bradykinese oder Akinese zusammen mit mindestens einem der anderen Leitsymptome auftreten.

Kardinalsymptom:

  • Bradykinese (verlangsamte Bewegungen) oder Akinese (Bewegungslosigkeit)

Leitsymptome:

  • Ruhetremor (Muskelzittern in Ruhe)
  • Rigor (Muskelstarre)
  • Haltungsinstabilität

Die Bradykinese macht sich bei allen Bewegungen der Parkinson-Erkrankten erkennbar. Die Bewegungen sind verlangsamt, was zu einem starren Gesichtsausdruck führt. Das Sprechen wird undeutlicher und leiser und auch das Schlucken verzögert sich. Bei Bewegungsabläufen die Präzision erfordern haben Betroffene große Probleme, beispielsweise beim Zuknöpfen einer Jacke.

Das bekannteste Symptom ist der Ruhetremor, der bei 85% der Betroffenen mit idiopathischem Parkinson auftritt. Wie der Name sagt, tritt der Tremor dann auf, wenn sich die Person in Ruhe befindet und nimmt ab, wenn der Patient in Bewegung ist.

Ein weiteres charakteristisches Symptom der Krankheit ist der Verlust des Gleichgewichts: die posturale Instabilität. Betroffene haben Gang- und Standunsicherheiten. Dies steigert die Angst und Wahrscheinlichkeit zu fallen und führt nicht selten zu Verletzungen.

Da es sich bei der Parkinson-Krankheit um eine progressive neurodegenerative Erkrankung handelt, nehmen die Symptome mit der Zeit graduell zu. Der Verlauf von Parkinson kann derzeit noch nicht gestoppt werden.

Neben der für die Krankheit charakteristischen motorischen Einschränkungen zeigen Betroffene auch kognitive Veränderungen.

Kognitive Veränderungen bei der Parkinson-Krankheit

Folgende charakteristische kognitive Veränderungen sind üblich:

  • niedergedrückte Stimmung bis hin zu Depression
  • Angst
  • Apathie
  • Schlafstörungen
  • Wahrnehmungsveränderungen
  • Hyposmie/ Anosmie (Verringerung/ Verlust des Geruchssinns)
  • Missempfindungen (Dysästhesien)
  • Schmerzen

Bewertung der kognitiven Fähigkeiten bei der Parkinson-Krankheit

Es existieren verschiedene Messinstrumente, um die kognitiven Kapazitäten der Patienten zu erfassen. Der Schweregrad lässt sich durch die Kriterien bestimmen, welche die Bewegungseinschränkungen und die Schwierigkeit alltägliche Aktivitäten auszuführen messen. Die meisten Evaluationsskalen erfassen hauptsächlich motorische Symptome.

Bekannte Evaluationsskalen sind beispielsweise: Unified Parkinson’s Disease Rating Scale, UPDRS und die kognitive Bewertungsbatterie für Parkinson (CAB-PK) von CogniFit, welche führend in digitalisierten kognitiven Evaluationen sind.

Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Krankheit

In diesem Abschnitt sollen die Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Dabei gibt es drei verschiedene Bereiche: Pharmakologie, chirurgische Behandlung und Rehabilitation.

  1. Pharmakologie: In der Parkinson-Therapie werden vor allem Medikamente eingesetzt, die das Dopamin-Angebot im Gehirn erhöhen. Die am häufigsten verwendeten Medikamente sind Levodopa (eine Vorstufe von Dopamin) und andere Medikamente mit Dopamin-Agonisten, die eine analoge Wirkung zum Dopamin aufweisen.
  2. Chirurgische Behandlung: chirurgische Eingriffe waren vor allem Mitte des 20. Jahrhunderts üblich, als noch keine pharmakologische Behandlungsalternative bekannt war. Heutzutage werden chirurgische Eingriffe vor allem in den Fällen angewandt, in den Patienten nicht auf die Medikation ansprechen. Hierfür wird die “tiefe Hirnstimulation” angewandt, bei der eine implantierte Elektrode Impulse in das überaktivierte Hirnareal sendet.
  3. Rehabilitation: es existiert eine Trainingseinheit zur “psychischen Stimulierung und Rehabilitation bei Parkinson Patienten” die auf Grundlage der neuesten Forschungen von Experten entwickelt wurde. In dieser Testbatterie werden folgende kognitive Bereiche evaluiert: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Koordination und logisches Denken. Durch die individuelle Beurteilung der Fähigkeiten ist eine differenzierte Diagnostik und Behandlung bei der Parkinson-Krankheit möglich.

Rehabilitation und kognitive Stimulation bei Parkinson

Zur kognitiven Stimulation und Rehabilitation bei der Parkinson-Krankheit ist es wichtig, Übungen in verschiedenen Bereichen auszuführen.

Einerseits ist es wichtig, dass die erkrankte Person Unterstützung von einem Logopäden erhält, der mit dem Patient nicht nur Sprachübungen macht, sondern auch speziell darauf hinarbeitet Schluckstörungen, Hypophonie und andere Schwierigkeiten zu mindern.

Andererseits ist es wichtig das Gleichgewicht zu trainieren, da dieses im Verlauf der Krankheit nachlässt.

Obwohl zu Beginn hauptsächlich motorische Einschränkungen auftreten, ist es ebenfalls wichtig eine individualisierte kognitive Rehabilitation mit den Parkinson-Patienten durchzuführen, da es sich um eine neurodegenerative Erkrankung handelt.

Nach der kognitiven Bewertung der einzelnen Fähigkeiten sollte ein individualisiertes Programm durchgeführt werden, um durch kognitive Stimulation die Bereiche des Patienten zu fördern, bei denen er die größten Defizite aufweist.

Zum Schluss findet sich hier eine Zusammenfassung von Vorschlägen, deren Beachtung ratsam ist, um die Lebensqualität für Betroffene zu verbessern:

  • Erholsamer Schlaf ist für Erkrankte wichtig, da er eine schützende Funktion hat und die Symptome der Krankheit lindert.
  • Die Durchführung der kognitiven Rehabilitation ist ebenfalls empfehlenswert. Betroffene sollten Aufgaben zur kognitiven Stimulation durchführen
  • Erkrankte sollten einen Logopäden aufsuchen, um möglichen Sprachproblemen vorzubeugen.
  • Die Wohnung sollte barrierefrei gestaltet und an den Patienten angepasst werden, um für diesen eine bessere Mobilität zu gewährleisten.

Dieser Artikel dient dazu einen tieferen Einblick in die Krankheit  zu geben und hilft die Symptome besser zu verstehen. Ebenfalls erklärt er die Zusammenhänge, die zwischen der Krankheit und der Substantia nigra bestehen. Des Weiteren sollte der Artikel dazu dienen ein paar Empfehlungen für Betroffene aufzulisten.

Falls Fragen oder Unklarheiten zum Thema Parkinson oder der Substantia nigra bestehen, kann dieser Artikel gerne kommentiert werden und wir werden uns darum bemühen diese zu klären.

Übersetzt aus dem Spanischen: Sara Morales Alonso, Neuropsychologin bei CogniFit.

Das limbische System: Welche Funktion erfüllt es? Welche Bedeutung hat es für die Emotionen?

Was ist das limbische System?  Freude, Angst, Wut, Traurigkeit und Ekel: Emotionen. Obwohl wir manchmal von ihrer Intensität überwältigt sind, könnten wir nicht ohne sie leben. Was würden wir beispielsweise ohne Angst machen? Wir würden wahrscheinlich auf leichtsinnige Art und Weise ums Leben kommen. In dem folgenden Artikel wird erklärt, was das limbische System ist, welche Funktionen es hat, aus was für Komponenten es besteht und welche Veränderungen auftreten können. Welche Bedeutung hat das limbische System für die Emotionen?

Was ist das limbische System? Photo by xxolgaxx on Pixabay

Was ist das limbische System? Seit Aristoteles wird die rätselhafte Welt der Emotionen erforscht. Bis zum heutigen Tage wurden viele konfliktreiche Debatten über sie geführt, bis schließlich Einigung darüber herrschte, dass Emotionen dem Menschen innewohnend sind. Dank jahrelanger Forschung wissen wir mittlerweile, dass es ein System im Gehirn gibt, welches die Emotionen reguliert: das limbische System.

Den Begriff “limbisches System” prägte der amerikanische Hirnforscher Paul D. MacLean im Jahre 1952, indem er sich so auf das “viszerale Gehirn” für die Emotionen bezog (MacLean, 1952). Er entwickelte das Konzept des Triune Brain. Hier postuliert er, dass das menschliche Gehirn eigentlich aus drei Gehirnen bestehe: dem protoreptilische Gehirn, dem paläomammalische Gehirn (das limbische System) und dem neomammalische Gehirn.

Komponenten des limbischen Systems

Das limbische System besitzt viele Zentren und Komponenten. Zur vereinfachten Darstellung werden im Folgenden nur diese wichtigen Strukturen vorgestellt, die unterschiedliche Funktionen haben: die Amygdala, der Hippocampus, der Hypothalamus und der cinguläre Cortex.

“Der Hypothalamus, der Gyrus cinguli, der Hippocampus und die Verbindungen zwischen den Hirnstrukturen bilden einen harmonischen Mechanismus, der die zentralen emotionale Funktionen produziert und auch beim Ausdruck von Emotionen eine Rolle spielt.” James Papez, 1937

Die Funktionen des limbischen Systems

Das limbische System und die Emotionen

Emotionen werden von manchen Leuten im ersten Moment als etwas schlechtes abgelehnt. Diese Einstellung hat ihre Ursprünge aus der Zeit, in der Emotionen als etwas dunkles angesehen wurden, die unseren Verstand und unsere Intelligenz vernebeln. Es herrschte auch die Ansicht, dass die Emotionen uns auf eine Stufe mit den Tiere stellen. Damit hatten die Leute in gewisser Hinsicht nicht unrecht, da genau wie in der Tierwelt die Emotionen für uns Menschen überlebenswichtig sind! Emotionen sind als zusammenhängende Reaktionen definiert, die zum Zustand der Belohnung oder Bestrafung führen. Belohnungen wie Zufriedenheit oder Wohlbefinden begünstigen adaptive Reaktionen.

  • Die körperliche und emotionale Reaktion hängt vom limbischen System ab: Der Zusammenhang zwischen den Emotionen und den körperlichen Reaktionen ist essenziell. Die Emotionen sind im Prinzip ein Dialog zwischen dem Körper und dem Gehirn. Das Gehirn entdeckt einen bedeutenden Reiz und sendet anschließend Informationen an unseren Körper um adäquat auf diesen Reiz reagieren zu können. Die Veränderungen in unserem Körper nehmen wir bewusst war, sodass wissen welche Emotion wir gerade verspüren. Beim Gefühl der Angst und der Wut werden im limbischen System Prozesse in Gang gesetzt, die das sympathische Nervensystem aktivieren. Die körperliche Reaktion ist hierbei massiv und als “Flight or Fight” (Kampf oder Flucht) bekannt. Das Individuum wird somit auf eine bedrohliche Situation vorbereitet, um entweder fliehen oder kämpfen zu können. Die Herzfrequenz erhöht sich und der Blutdruck und die Atemfrequenz steigen an.
  • Das limbische System reguliert die Angst: Durch die Stimulierung des Hypothalamus und der Amygdala können Angstreaktionen hervorgerufen werden. Bei einer Zerstörung der Amygdala bleiben die Angstreaktion und körperliche Konsequenzen aus. Beim Erlernen von Angst spielt die Amygdala ebenfalls eine wichtige Rolle. Durch Studien mit bildgebenden Verfahren konnte deutlich gemacht werden, dass bei Angst der linke Teil der Amygdala aktiviert wird.
  • Wut und Gelassenheit werden durch das limbische System reguliert: Nach der Entfernung des Neocortex lassen sich Reaktionen von Wut bereits bei minimaler Reizpräsentation beobachten. In Tierexperimenten führt die Zerstörung von Bereichen des Hypothalamus, wie dem ventro-medialen Nucleus und der Septumkerne ebenfalls zu Reaktionen von Wut. Gleiches passiert bei einer Stimulierung größerer Bereiche des Mittelhirns (Mesencephalon). Bei bilaterealer Zerstörung der Amygdala kommt es dagegen zu Gelassenheit und die Reaktion von Wut bleibt aus.
  • Die Lust und Sucht werden durch das limbische System gesteuert: Der Kreislauf der Lust und des Suchtverhalten beinhaltet die Strukturen: die Amygdala, den Nucleus accumbens und den Hippocampus. Diese spielen eine wichtige Rolle beim Suchtverhalten, sowohl bei der Motivation Drogen zu nehmen, dem zwanghaften Verlangen nach der Substanz und dem Rückfall-Verhalten.

Nicht-emotionale Funktionen des limbischen Systems

Das limbische System ist ebenfalls in Funktionen des Überlebens wie dem Schlaf, dem Sexualverhalten oder dem Gedächtnis involviert.

Wie sich vermuten lässt ist das Gedächtnis eine grundlegende Überlebensfunktion. Es gibt verschiedene Formen des Gedächtnisses, wobei sich das emotionale Gedächtnis  auf Erinnerungen an vitale Reize oder Situationen bezieht. Die Amygdala, der präfrontale Cortex und der Hippocampus sind beim Erwerb, der Aufrechterhaltung und der Löschung phobischer Erinnerungen von Bedeutung. Eine phobische Erinnerung kann beispielsweise die Angst vor Spinnen sein, die evolutionär gesehen das Überleben erleichtert.

Das limbische System reguliert außerdem den Appetit und das Essverhalten, sowie das olfaktorische System (Riechsystem).

Klinische Implikationen. Veränderungen des limbischen Systems:

1- Demenz

Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen sind mit dem limbischen System assoziiert. Vor allem bei Alzheimer und der Pick-Krankheit spielen Veränderungen des limbischen Systems eine wichtige Rolle. Vor allem im Hippocampus treten Atrophien auf. Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es beispielsweise zu charakteristischen Eiweißablagerungen wie den senilen Plaques (Hirndrüsen) und Neurofibrillenbündeln.

2- Angst

Angststörungen lassen sich auf Abnormalitäten in der Regulation der Amygdalaaktivierung zurückführen. Es lässt sich ein sogenannter neuronaler Kreislauf der Angst identifizieren. Dieser umfasst die Amygdala, den präfrontalen Cortex und den anteriorern cingulären Cortex (Cannistraro, 2003).

3- Epilepsie

Die Ursache für Epilepsie lässt sich auf Veränderungen im limbischen System zurückführen. Die Epilepsie im Temporallappen ist die häufigste Form unter Erwachsenen und tritt aufgrund von Sklerose im Hippocampus auf. Es scheint, dass diese Form der Epilepsie auf eine Fehlfunktion des limbischen Systems zurückzuführen ist.

4- Affektive Störungen

Studien zeigen, dass es bei affektiven Störungen wie der Bipolaren Störung oder der Depression zu Funktionsveränderungen im limbischen Systems kommt. Funktionelle Studien haben bei affektiven Störungen eine verminderte Aktivität im präfrontalen Cortex und dem anteriorern cingulären Cortex festgestellt. Der anteriorer cinguläre Cortex ist das Zentrum der Integration von Aufmerksamkeit und  Emotionen und greift bei der Emotionsregulation ein.

5- Autismus

Bei Autismus und dem Asperger Syndrom zeigen sich Veränderungen auf den sozialen Bereich bezogen. Strukturen des limbischen Systems, wie dem Gyrus cinguli oder der Amygdala, sind bei diesen Erkrankungen verändert.

Übersetzt aus dem Spanischen: Xabi Ansorena, Neuopsychologe bei CogniFit.

Quellen:

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Rajmohan, V., y Mohandas, E. (2007). The limbic system. Indian Journal of Psychiatry 49 (2):132-139

Maclean PD. The triune brain in evolution: Role in paleocerebral functions. New York: Plenum Press; 1990

Roxo, M.; Franceschini, P.R.; Zubaran, C.; Kleber, F.; and Sander, J. (2011). The Limbic System Conception and Its Historical Evolution. TheScientificWorldJOURNAL, 11, 2427–2440

Morgane, P.J., y Mokler, D.J. (2006). The limbic system: contiuing resolution. Neuroscience and Biobehavioral Reviews, 30: 119–125

Was ist ein Iktus? Ist ein Iktus dasselbe wie ein Schlaganfall, eine Embolie, eine Thrombose …?

Was ist ein Iktus? Ist ein Iktus dasselbe wie ein Hirninfarkt, eine Gehirnblutung, eine Embolie, eine Thrombose, Apoplexie oder ein Schlaganfall? Gibt es Unterschiede?

Sicher hast du diese Begriffe schon mehr als einmal gehört. Die Konzepte haben dich eventuell verwirrt, sodass ihre Bedeutung mehrdeutig wirkt. In diesem Artikel wird beantwortet, was ein Iktus ist und ob es Unterschiede zu den restlichen Begriffen gibt:

Was ist ein Iktus? Ist ein Iktus dasselbe wie ein Hirninfarkt, eine Gehirnblutung, eine Embolie, eine Thrombose, Apoplexie, ein Schlaganfall?

Was ist ein Iktus? Konzept und Definition

Definition Iktus: Der Iktus ist eine Hirngefäßerkrankung, die durch eine Störung oder Unterbrechung des Blutflusses zum Gehirn hervorgerufen wird. Diese Störung entsteht durch das Reißen oder Verstopfen einer Arterie. Wenn die Arterie reißt wird ein Teil des Gehirns mit Blut überschwemmt. Verstopft hingegen die Arterie, gelangt kein Blut in einen Teil des Gehirns. Die Folge eines Iktus ist, dass die Zellen absterben. Es gibt zahlreiche Synonyme, die wir verwenden, um diese Art von Gehirnschlag zu beschreiben, unter denen wir folgende hervorheben können: Schlaganfall, Embolie, Thrombose, Apoplexie, Infarkt oder Gehirnblutung …

Wenn wir sagen, dass eine Person einen Iktus oder einen Schlaganfall erlitten hat, meinen wir damit, dass der Blutfluss zum Gehirn unterbrochen oder gestört wurde. Warum passiert das? Weil eine Arterie blockiert wurde, die den Blutdurchfluss verhindert, oder weil eine Wunde in einem Blutgefäß besteht, die eine starke Blutung verursacht.

Ist ein Iktus dasselbe wie eine Gehirnblutung, eine Embolie, Thrombose, Apoplexie, Ischämie, etc.?

Ja. All diese Begriffe, mit denen wir uns auf den Iktus beziehen, sind nicht mehr als Mechanismen, durch die es zu den Schlaganfällen kommt.

Deswegen wird im Folgenden erklärt, was genau diese Begriffe bedeuten, die wir als Synonyme benutzen:

  1. Blutgerinnsel: Das sind halbfeste Blutmassen, bei der das Blut nicht an der Luft sondern im Blutkreislauf ohne äußere Verletzung gerinnt. Man kann sich diese wie eine zähflüssige Masse vorstellen.
  2. Thrombose: Das sind Blutgerinnsel, die an den Wänden der Blutgefässe kleben bleiben und so den weiteren Blutdurchfluss blockieren. Die Blutgerinnsel stauen sich an den Gefäßrändern, sodass diese immer enger werden.
  3. Gefässpfropf: Dies ist nichts mehr als ein Blutgerinnsel, das durch unsere Adern fließt, bis es zu den Arterien und den feinsten Venen gelangt, deren Durchmesser sehr klein ist und dort einfach gesagt “einen Stau” verursacht und den Weiterfluss des Blutes verindert indem es einen Propfen bidlet und die Arterie wie einen Stöpsel verschließt.
  4. Ischämie: Dieses Konzept beschreibt eine Durchblutungsstörung bei der die Blutversorgung an ein Organ eingeschränkt ist oder gänzlich ausfällt. Wie wir wissen ist es sehr wichtig, dass das Blut ständig im Fluss ist, um unseren Organismus und die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Wenn kein frisches Blut in unseren Organismus gelangt, verursacht dies das Absterben von Zellen. Bei rechtzeitiger Behandlung einer Ischämie lassen sich die Konsequenzen des Sauerstoffmangels jedoch rückgängig machen.
  5. Infarkt: Das Wort Infarkt ist sehr bekannt und wird meistens automatisch mit Erkrankungen des Herzens in Verbindung gebracht. Ein Infarkt ist der Tod von Zellen aufgrund fehlenden Blutflusses und kann in jedem Organ unseres Körper in Erscheinung treten, also nicht nur in unserem Herzen. Das Blut transportiert all unsere Nährstoffe und den nötigen Sauerstoff in die Zellen, sodass ein Infarkt fatale folgen haben kann.
  6. Blutung: Dieses Konzept bezieht sich auf den schnellen Blutverlust durch einer Durchbruch einer Vene oder Arterie.

Das Wort Iktus kommt aus dem Latein und bedeutet “Schlag”, was den jähen und unerwarteten Charakter dieses Prozesses beschreibt. Ein Iktus ist ein medizinischer Notfall, der einen sofortigen diagnostischen und therapeutischen Eingriff erfordert. So kann versucht werden den Hirnschaden möglichst gering zu halten oder gar zu vermeiden.

Wenn man die mannigfaltige Terminologie betrachtet, scheint es angemessen, Typen und Untertypen des Schlaganfalls zu definieren.

Typen und Untertypen des Iktus

Die Ikten lassen sich in zwei Gruppen einteilen oder klassifizieren: ischämische und hämorrhagische.

Die ischämischen Schlaganfall-Typen entstehen durch die Blockierung eines Blutgefässes durch ein Gerinnsel (ischämischer Schlaganfall). Die hämorrhagischen Iktus-Typen entstehen durch das Reißen eines Blutgefässes und rufen eine Blutung oder einen Bluterguss hervor.

Iktus, Gehirnschlag, Infarkt – alle sind in der gleichen Terminologie einbegriffen: Schlaganfälle

Ischämische Schlaganfall-Typen:

Das ist heutzutage die am häufigsten vorkommende Pathologie und hängt normalerweise mit der Verstopfung der Arterien durch die Ansammlung von Cholesterin zusammen, was verhindert, dass das Blut normal fließen kann. Dies führt zur Entstehung von Gerinnseln, die wiederum folgendes verursachen:

  1. Thrombotischer Schlaganfall, Hirnvenenthrombose. Dies ist ein ischämischer Schlaganfall, der durch ein Blutgerinnsel verursacht wird, das sich an der Wand einer wichtigen Arterie bildet und den Blutfluss in einen Teil des Gehirns blockiert.
  2. Embolischer Schlaganfall oder Hirnembolie. Es handelt sich um einen ischämischen Schlaganfall, der von einem Blutgerinnsel verursacht wird. Dieser ereignet sich jedoch weit entfernt vom Ort der Verstopfung, normalerweise im Herzen.
  3. Hämodynamischer Infarkt. Unter den ischämischen Schlaganfällen ist dieser der seltenste. Der Mangel am Blutzufluss ensteht durch eine Verringerung des Blutdrucks; dies geschieht zum Beispiel, bei einem Herzstillstand oder eine schweren Arrhythmie, aber kann auch durch schwere und andauernde Probleme mit dem Blutdruck entstehen.

Hämorrhagische Schlaganfall-Typen oder Gehirnschlag:

Die Schlaganfälle treten weniger häufig auf als die ischämischen Schlaganfälle, aber ihre Folgen sind für gewöhnlich viel schwerer. Wenn eine schwere Blutung auftritt, müssen wir bedenken, dass das gesamte Blut, was aus einer Arterie fließt, sich auf das ganze Gehirn vereilt und Hämatome verursacht. So wird der Druck erhöht und die Neuronen werden stark verletzt. Um dies bildlicher darzustellen: Stell dir einen prall mit Wasser gefüllten Ballon vor, der auf einem Tisch voll mit Dokumenten liegt. Was passiert, wenn er explodiert, weil der Druck im Ballon zu hoch ist? Dann verbreitet sich das Wasser und durchnässt all unsere Dokumente. Mehr oder weniger dasselbe passiert bei einem hämorrhagischen Schlaganfall.

  1. Intrazerebrale Blutung. Dies ist der häufigste hämorrhagische Schlaganfall. Die Hauptursache für diesen Iktus ist der Bruch einer Hirnarterie, bei der das gesamte Blut hinausfließt und sich im Hirngewebe verteilt, Druck auf dieses ausübt und es beschädigt. Das Gravierende an diesem Schlaganfall ist, dass der Schaden nicht nur in einer bestimmten Hirnregion ensteht, sondern durch den erhöhten Druck im Schädel das ganze Gehirn betroffen ist und so das Leben der betroffenen Person in Gefahr ist.
  2. Subarachnoidalblutung. Dies ist eine Blutung, die in einer eingegrenzten Zone entsteht. Ihre Hauptursache ist der Bruch eines Arterialaneurysmas, was ein anormal dünner oder deformierter Teil der Arterienwand ist, der die Form eines Ballons oder Sackes annimmt, dann plötzlich aufbricht und eine Blutung verursacht.

Mögliche Prävention eines Schlaganfalls bzw. Iktus

Zu letzt sollen die Möglichkeiten der Prävention eines Schlaganfalls genannt werden. Wie im Laufe des Artikels verdeutlicht wurde, gibt es verschiedene Untertypen des Schlaganfalls, die sich durch ihre Art der Entstehung unterscheiden. Dabei kann insbesondere das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls durch den persönlichen Lebensstil stark beeinflusst werden.

Es sollte auf folgende Verhaltensweisen und Gegebenheiten geachtet werden, um das Risiko eines Schlaganfalls zu reduzieren:

  1. Nikotin-Abstinenz
  2. körperliche Aktivität
  3. normaler Blutdruck
  4. gute Blutzuckerwerte
  5. Vermeidung von Übergewicht

Die letzten drei der genannten Punkte lassen sich durch die Ernährung beeinflussen. So sollte man auf eine gesunde Ernährung achten, indem man regelmäßig Obst und Gemüse zu sich nimmt, hingegen Fett und Zucker nur in Maßen konsumiert. Erfahre hier, welche Vitamine das Gehirn benötigt.

Quelle: Noemí Vega Ruiz, Psychologin bei CogniFit.

Sprech- und Sprachstörungen: Welche gibt es, wie diagnostiziert und behandelt man sie?

Was sind Sprachstörungen? Sprachstörungen, Sprechstörungen oder Sprachbehinderungen beziehen sich auf Probleme der Kommunikation oder andere Bereiche, wie beispielsweise die oralen motorischen Funktionen, die ebenfalls mit der Sprache zusammenhängen. Sprech- und Sprachstörungen können sehr unterschiedliche Symptome aufweisen und reichen von Verständnisproblemen bis hin zu Logorrhoe. Außerdem können sie von Geburt an, oder erst im Erwachsenenalter in Erscheinung treten.

Ursachen von Sprech- oder Sprachstörungen

Es gibt diverse Ursachen für Sprech- oder Sprachstörungen. Wir können die Ursachen je nach Auslöser der Störung unterscheiden. Bei organischen Ursachen, welche sich auf jegliches für die Funktionsweise der Sprache wichtige Organ beziehen können, lassen sich folgende Ursachen unterscheiden:

  • Erbliche Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen von den Eltern geerbt werden.
  • Angeborene Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen durch den Gebrauch von Pharmazeutika oder Komplikationen während der Schwangerschaft auftreten.
  • Perinatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen durch Komplikationen während der Geburt
  • Postnatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen nach der Schwangerschaft, ein Beispiel sind die Sprech- oder Sprachstörungen, die durch eine Frühgeburt verursacht werden.

Zusätzlich zu den organischen Ursachen gibt es die funktionellen Ursachen, welche auf eine pathologische Funktionsweise der Organe zurückzuführen sind, die in die Sprache verwickelt sind. Ebenfalls gibt es hormonelle Ursachen, die vor allem die psychomotorische Entwicklung des Kindes beeinflussen. Ökologische Ursachen sind auch ein Faktor, der Einfluss auf die Sprache nehmen kann, das Umfeld kann hierbei die sprachlichen Fähigkeiten eines Individuums beeinflussen. Abschließend spielen die psychosomatischen Ursachen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Sprachstörungen, da unser Denken einen großen Einfluss auf uns hat und es so zu einem anormalen Sprachgebrauch kommen kann. In gleicher Weise können Sprachschwierigkeiten auch unsere Gedanken beeinflussen. Beides kann die Fähigkeit des korrekten mündlichen Ausdrucks und Verständnisses erschweren.

Symptome von Sprech- oder Sprachstörungen

Verschiedene Symptome können eine mögliche Sprach- oder Sprechstörung, abhängig von der Störung und der betroffenen Sprachzone, vorhersagen. In der folgenden Klassifikation lassen sich verschiedene Symptome der allgemeinen Sprach- und Sprechstörungen unterscheiden:

  • Symptome einer Störung in der Ausdrucksentwicklung: Diese Störungen lassen sich beispielsweise durch einen extrem begrenzten Wortschatz erkennen, durch Schwierigkeiten beim Wörtermerken oder bei der Generierung von langen Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer Mischstörung der expressiv-rezeptiven Sprache: Hierbei zeigen sich die gleichen Symptome wie im vorherigen Abschnitt des Ausdrucks. Zusätzlich treten Probleme bei dem Sprachempfang auf, wie zum Beispiel das Verständnis von Wörtern oder Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer phonologischen Störung: Die Betroffenen zeichnen sich durch die Unfähigkeit aus, gewisse Sprachlaute verwenden zu können. Ebenfalls machen sie Fehler bei der Erzeugung, Darstellung und/oder Verwendung von Lauten (Sprechstörung).

Die Redeflussstörungen zeichnen sich durch Unterbrechungen, Pausen, Wiederholungen oder Einschübe aus. Zu diesen Störungen gehört das Stottern, eine der bekanntesten Sprechstörungen, bei der es zu einer Störung des Redeflusses und der Organisation der Worte kommt.

Obwohl Sprache an sich ein komplexer Prozess ist und diesbezügliche Störungen divers sind, lassen sich bestimmte Merkmale identifizieren, die eine mögliche Sprachentwicklungsstörungs anzeigen. Bei den Sprachstörungen bei Kindern, lassen sich die folgenden Anzeichen unterscheiden:

  • Die expressive Sprache betreffend: Ein Problem ist dann wahrscheinlich, wenn das Kind einen beschränkten aktiven Wortschatz hat als andere gleichaltrige Kinder, es dem Kind schwer fällt neue Wörter zu lernen, es verbale Zeiten verwechselt, es allgemeine statt spezifische Wörter nutzt, es selten spricht, es -obwohl es Wörter richtig aussprechen kann- sinnlose Sätze sagt, eine begrenzte Satzstruktur verwendet oder häufig bestimmte Phrasen verwendet.
  • Die rezeptive Sprache betreffendZeichen hierfür sind, dass das Kind desinteressiert wirkt wenn Menschen sprechen, es dem Kind schwer fällt bestimmte Anweisungen zu befolgen oder zu verstehen was gesagt/gesagt wird.

Für detaillierte Information über die kindliche Sprachentwicklung ist das untenstehende Video hilfreich:

Sprechstörungen: Klassifizierung und Typen

Die allgemeinen Typen der Sprechstörungen lassen sich folgendermaßen klassifizieren und unterscheiden:

1- Dysartrhien: 

Bei Dysarthrien handelt es sich um eine Reihe von Sprechstörungen, die aufgrund erworbener Hirnschäden bzw. Schädigungen der Hirnnerven und peripheren Gesichtsnerven entstehen. Diese Läsionen können sowohl die Ausführung als auch die Sprechbewegung einschränken.

2- Dyslalien:

Dyslalien umfassen Sprechstörungen der Aussprache beziehungsweise der Artikulation.  Hierbei kommt es zum Auslassen oder dem falschen Einsatz bestimmter Phoneme.

Es gibt hierbei verschiedene Ursachen von Dyslalien:

  • Physiologische Dyslalien: Die Ursache der Fehlartikulation ist, dass die Sprechorgane des Kindes noch nicht komplett ausgebildet sind, um bestimmte Worte zu artikulieren. Bis zu einem bestimmten Alter ist dies ganz normal und ist kein Anlass zur Sorge, insofern sich diese Probleme nicht über einen langen Zeitraum erstrecken.
  • Audiogene Dyslalien: Wie durch den Namen angedeutet, liegt die Ursache der Sprechstörung in einem Defekt im Hörvermögen des Kindes. Dadurch kann das Kind die Wörter nur eingeschränkt erkennen und imitieren, was dazu führt, dass das Kind sich nicht normal ausdrücken kann. Es ist naheliegend, dass wir schlecht sprechen, wenn wir schlecht hören.
  • Funktionelle Dyslalien: Diese Art der Dyslalie kann durch eine physiologische Dyslalie hervorgerufen werden. Hierbei bleibt die Sprechstörung bestehen, obwohl die Sprechorgane des Kindes bereits voll ausgebildet sind. Hierbei handelt es sich um einen Defekt in der Artikulierung der Botschaft.
  • Organische Dyslalien: Diese Art der Dyslalie wird auch Dysglossie genannt und ist auf Defekte der Sprechorgane zurückzuführen.

3- Dysglossien:

Die Dysglossie kann durch verschiedene organische Veränderungen ausgelöst werden. Hierbei kann es folgende Ursachen geben:

  • Labiale Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form der Lippen verursacht. Zwei der bekanntesten Varianten sind die Hasenscharte oder das Lippenbändchen (Frenulum).
  • Mandibulare Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form des Ober- oder/und Unterkiefers hervorgerufen. 
  • Dentale Dysglossien: Diese Art von Sprechstörung wird durch eine Veränderung der Form oder der Position der Zähne verursacht.
  • Linguale Dysglossien: werden durch Veränderungen der Zunge verursacht. Die Zunge ist ein Organ, das eine perfekte Synchronisierung zum Sprechen benötigt. Einige Störungen, die diese Art von Dysglossie auslösen können, sind die Ankyloglosson (angewachsenes Zungenbändchen), die Makroglossie (unverhältnismäßige Größe der Zunge) oder die einseitige oder beidseitige Lähmung der Zunge.
  • Nasale Dysglossien: werden durch Störungen verursacht, die verhindern, dass die Luft normal in die Lungen geleitet werden kann.
  • Palatale Dysglossien: werden durch Veränderungen des Gaumens verursacht.

4- Stottern

Das Stottern ist eine Sprechstörung des Redeflusses, die sich durch Spasmen und Wiederholungen aufgrund einer fehlerhaften Koordination der Ideomotrizität des Gehirns auszeichnet.

Weitere Störungen der Sprache: Klassifizierung und Typen

1- Aphasien

Diese Art der Sprachstörung tritt nach unterschiedlichen Erkrankungen auf, deren Ursache Verletzungen bestimmter Gehirnregionen ist, die mit der Sprache verbunden sind.

  • Broca-Aphasie: Die Borca-Aphasie wird durch eine Verletzung im Gyrus frontalis inferior, dem Broca-Areal und benachbarten Regionen verursacht. Betroffene leiden unter extremen Schwierigkeiten sich zu artikulieren und haben starke Wortfindungsstörungen. Sie sprechen meist in sehr kurzen Sätzen, hingegen bleibt das Verständnis größtenteils unversehrt oder wenig beschädigt.

  • Wernicke-Aphasie: Die Wernicke-Aphasie ist eine Sprachstörung, die durch Verletzungen im linken Temporallappen samt auditivem Cortex entsteht. Diese Störung ist auch als rezeptive Aphasie bekannt und zeichnet sich durch ein relativ flüssiges Sprechen aus, allerdings beinahe ohne informativen Wert. Es kommt zum semantischen Paraphasien (Wörterverwechslungen) und phonematischen Paraphasien (Lautverdrehungen) und Neologismen (Wortneuschöpfungen). Diese Symptome gehen mit Verständnisproblemen einher.

  • Leitungsaphasie: Diese Sprachstörung wird durch eine Verletzung im Fasciculus arcuatus und/oder anderen Verbindungen der Temporal- und Frontallappen verursacht. Diese Störung zeichnet sich durch einen relativ flüssigen spontanen Sprachgebrauch, ein gutes Verständnis aber mit Problemen des Nachsprechens aus. Die Leitungsaphasie beinhaltet manchmal Leseprobleme (verbessert sich beim lauten Vorlesen) und Schreibschwierigkeiten oder unter anderem Bezeichnungsfehler.

  • Transkortikale sensorische Aphasie: Diese Art von Störung wird durch eine Verletzung der Verbindungen zwischen den Parietal- und Temporallappen verursacht und sorgt für Verständnisschwierigkeiten einzelner Wörter, obwohl die Fähigkeit des Nachsprechens relativ intakt bleibt.
  • Anomische Aphasie: Sie wird durch Verletzungen in mehreren Teilen der Temporal- und Parietallappen verursacht und sorgt für Wortfindungsstörungen, wie beispielsweise Schwierigkeiten beim Benennen von Gegenständen. Die Sprache ist jedoch flüssig.
  • Globale Aphasie: Diese Aphasie ist die schwerste Form, es kommt zu Störungen bei allen Sprachfunktionen, sowohl der lautsprachlichen Äußerungen als auch des Sprachverständnisses. Die globale Aphasie wird meistens durch einen Totalinfarkt im Gebiet der Arteria cerebri media verursacht.

2- Legasthenie

Die Legasthenie, ist eine massive Störung des Schriftspracherwerbs. Da sie sehr bekannt ist, wird ihr nur ein kleiner Abschnitt in diesem Artikel gewidmet. Die auch als Lese-Rechtschreib-Schwäche oder LRS bezeichnete Störung  ist eine “Lernstörung des Lesens und Schreibens”, deren Ursprung in einem Problem der Nervenentwicklung des Individuums zu liegen scheint. Aktuell existieren professionelle Werkzeuge zur neuropsychologischen Bewertung der Legasthenie, zur Behandlung der Legasthenie im Klassenraum und Spiele zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Legasthenie.

3- ADHS oder Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität

ADHS ist eine Störung, die Veränderungen der Sprache impliziert und bei den Betroffenen Probleme in zwei Bereichen hervorruft: beim Lernen und bei der Kommunikation. Laut einer Studie weisen Kinder mit ADHS Schwierigkeiten bei der phonologischen Organisation und der Syntax auf. Außerdem zeigen sie Probleme bei der semantischen Organisation und haben ein schlechteres auditives Gedächtnis. Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung von ADHS, Neurowissenschaftliche Werkzeuge zur Behandlung von Lernschwierigkeiten im Klassenraum und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit ADHS.

4- Dyskalkulie

Ebenfalls soll die Dyskalkulie genannt werden, bei der es sich per se nicht um eine Störung der Sprache handelt, die aber das Verständnis einer “anderen Sprache” – der Mathematik – beeinflusst. Diese Störung beeinflusst die Fähigkeit mit Zahlen zu arbeiten und mathematische Konzepte zu verstehen. Diejenigen, die unter ihr leiden, verstehen die Logik mathematischer Prozesse nicht.

Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung der Dyskalkulie und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Dyskalkulie.

Wie Sprech- und Sprachstörungen diagnostiziert werden

Zur Diagnose von Sprachstörungen werden unter Beachtung bestimmter Richtlinien Tests durchgeführt. Bei der Betrachtung von Sprech- und Sprachstörungen bei Kindern müssen eine Reihe von Strategien verfolgt werden, um die Probleme zu identifizieren, die sich zu einer Störung entwickeln könnten.

Für eine professionelle Diagnose von einer Sprech- und Sprachstörung bei Kindern müssen zunächst die Eltern und die Schule beziehungsweise Lehrer befragt werden. Dadurch lassen sich wichtige Informationen zum Verhalten des Kindes und der Tragweite seiner Probleme erkennen. Außerdem muss das Kind selbst befragt werden, wobei hier Aufnahmen und ein Hörtest durchgeführt werden sollte. Um die Diagnose zu vervollständigen sollten sowohl die Eltern als auch die Lehrer spezielle Fragebögen ausfüllen und das Kind spezifische neuropsychologische Test durchgeführen.

Sprech- und Sprachstörungen: Wie man zuhause helfen kann

Wie im Laufe des Artikels deutlich gemacht wurde, gibt es keine allgemeine Symptome, da jede Sprech- beziehungsweise Sprachstörung bei Kindern unterschiedlich verläuft. Ebenfalls äußern sich diese mit verschieden Schweregraden, was jedes Individuum vor spezifische Probleme stellt. Im Folgenden werden einige allgemeine Ratschläge genannt, die befolgt werden können, wenn ein Kind an einer Sprech- oder Sprachstörung leidet.

Wichtig ist, da das Kind an einem Kommunikationsproblem leidet, dafür zu sorgen so viel wie möglich mit ihm zu kommunizieren. Dabei kann Musik gehört oder gesungen werden und dem Kind sollte Zeit gegeben werden seine Sätze beim sprechen selbst zu beenden.

Ebenfalls hilft es, mit dem Kind zu Lesen, dabei ist eine interaktive Gestaltung von Vorteil. Es kann über Inhalte gesprochen, Bilder beschrieben werden oder das Kind gebeten werden sich selbst ein alternatives Ende auszudenken. Diese Übungen helfen der sprachlichen Entwicklung des Kindes.

Wichtig ist ebenfalls, das Problem des Kindes gut zu verstehen. Hierbei ist es ratsam einen Experten aufzusuchen, der bei der Behandlung der spezifischen Störung helfen kann.

Je genauer die Störung des Kindes bekannt ist, desto spezifischere Interventionen können durchgeführt werden. Probleme wie Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS oder eine andere spezifische Sprech- oder Sprachstörung besitzen spezielle Behandlungsansätze, die in den beigefügten Links zu finden sind.

Sprachstörungen: Wie kann man in der Schule helfen

Damit sich alle Schüler adäquat entwickeln können, ist es notwendig, Programme zur Erkennung von Sprachschwierigkeiten einzusetzen und zu fördern. Dies ermöglicht bei Bedarf ein frühzeitiges Eingreifen. Es gibt Bildungsplattformen für Schulen und Lehrer, die hierbei sehr nützlich sein können.

Die Rolle des Lehrpersonals spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Kindes. Die Lehrperson hat hierbei eine Vermittlerfunktion im Lernprozess und kann zur Verbesserung des Individuums im Schulleben beitragen.

Sprachstörung: Ein gutes Bildungsprogramm sorgt für ein umfassendes Lernen

Vorschläge des “Leitfaden zur pädagogischen Betreuung von Schülern mit Störungen in der mündlichen und schriftlichen Sprache” sind:

• Das Bildungszentrum sollte für Voraussetzungen sorgen, welche die sprachliche Stimulation und soziale Interaktion fördern.
• Die erzieherische Hilfestellung sollte vom selben Erziehungsteam kommen, das für das Kind zuständig ist.
• Beratungsteams und Beratungsabteilungen sollten diese Funktion unterstützen, aber niemals ersetzen.
• Es sollten mündliche Sprachprogramme sowohl zur Vorbeugung als auch zur Stimulation entwickelt werden.
• Die Organisation des Bildungszentrums sollte garantieren, dass eine Koordinierung zwischen dem unterstützenden Personal, dem Personal für Hör- und Sprachverstehen und dem Rest des erzieherischen Teams möglich ist, damit alle aufeinander abgestimmt und mit derselben Vorgehensweise arbeiten.

Quelle: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Der Hypothalamus: Die Bedeutung der Hormone im Gehirn.

Was ist eigentlich der Hypothalamus? Setzen wir ihn erstmal in einen Kontext: Dir knurrt der Magen. Seit heute morgen hast du nichts gegessen und dich überkommt ein Gefühl von Hunger. Dir fallen unzählige Dinge ein, die du jetzt gerne essen würdest. Dir fällt es schwer, dich auf das zu konzentrieren was du eigentlich machst und in deinem Kopf ist nur Platz für Essen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem du dich entscheidest etwas zu essen, fühlst du dich unwohl. Kommt dir das bekannt vor…?

Der Verantwortliche in diesem Prozess ist der Hypothalamus, eine kleine subkortikale Struktur, die sich in der Mitte des Gehirns befindet. Obwohl nur erbsengroß, übernimmt er die Regulation verschiedenster essentieller Überlebensfunktionen, um das Gleichgewicht (die Homöostase) im Körper zu erhalten. Dabei reguliert er wie in unserem Beispiel auch das Gefühl des Hungers. Würde uns der Hypothalamus nicht mitteilen, dass wir hungrig sind, wüssten wir nicht wann wir etwas essen müssen und würden im schlimmsten Fall verhungern.

Falls du gerne noch mehr Details über den Hypothalamus erfahren möchtest, solltest du auf jeden Fall in den Abschnitt “Was noch interessant ist…” am Ende dieses Artikels gucken!

Der Hypothalamus reguliert die Nahrungsaufnahme. Er steuert das Hunger- und Sättigungsgefühl.

Was ist der Hypothalamus?

Er ist eine Gehirnstruktur die zusammen mit dem Thalamus das Zwischenhirn, das sogenannte Diencephalon, bildet. Er ist Teil des limbischen Systems und enthält die größte Neuronen Vielfalt im ganzen Gehirn. Er kontrolliert das autonome Nervensystem und das endokrine System. Als endokrine Drüse setzt er Hormone frei, die Verhalten modulieren, das dem Erhalt der menschlichen Spezies dient. Außerdem reguliert er die Sekretion der Hypophysenhormone und formt somit die Hypothalamus-Hypophysen-Achse. Im Hypothalamus gibt es zwei Arten von sekretorischen Neuronen: Die parvozellulären (welche Peptidhormone absondern) und die magnozellulären (welche die neurohypophysischen Hormone Oxytocin und Vasopressin absondern).

Wo befindet sich der Hypothalamus? Eine gute Lage zu haben ist wichtig.

Der Hypothalamus liegt unter dem Thalamus (daher stammt sein Name) und direkt über dem Hirnstamm und wird medial vom dritten Ventrikel begrenzt. Mit der Hypophyse ist er über den so genannten Hypophysenstiel verbunden. Eine so zentrale Lage im Gehirn erlaubt es ihm perfekt zu kommunizieren, dabei erhält er Informationen aus verschiedenen Bereichen (Afferenzen) des Körpers und schickt wiederum Information in andere Bereiche (Efferenzen).

Wie funktioniert der Hypothalamus? Wie hält er uns am Leben? 

Die Funktionen, die der Hypothalamus ausführt sind überlebenswichtig. Er regelt das Hunger- und Sättigungsgefühl, hält die Körpertemperatur aufrecht, reguliert den Schlaf, steuert das Paarungsverhalten und die Aggression, außerdem ist er in der Emotionsregulation beteiligt. Die meisten dieser Funktionen regulieren sich durch eine Reihe an Hormonen die sich entweder gegenseitig inhibieren oder erregen.

  • Hungergefühl: Wenn unser Körper bemerkt, dass wir nicht mehr genug Energiereserven zur Verfügung haben, wird Ghrelin (ein Hormon) an den Hypothalamus gesendet, um zu signalisieren, dass wir etwas essen sollten. Auf diese Art und Weise setzt er das Neuropeptid Y frei, welches das Hungergefühl auslöst. In unserem Eingangsbeispiel setzte diese Hirnregion große Mengen des Neuropeptids Y frei, was für unser Hungergefühl verantwortlich ist.
  • Sättigungsgefühl: Im Gegensatz dazu, muss unser Körper unserem Gehirn mitteilen, dass wir keine Nahrung mehr brauchen und zu essen aufhören sollten, sobald wir genug Nahrung aufgenommen haben. Wenn wir etwas essen produziert unser Körper Insulin, welches die Produktion des Hormons Leptin erhöht. Das Leptin gelangt durch das Blut bis in den ventromedialen Nucleus und inhibiert dort, sobald es an seinen Rezeptoren andockt, die Produktion des Neuropeptids Y. Durch den Produktionsstopp des Neuropeptids Y, verlässt uns das Hungergefühl und wir fühle uns satt.
  • Durst: Auf eine dem Hunger ähnliche Art und Weise, reguliert er unseren Durst wenn unser Körper Wasser benötigt. Hierbei sondert der Hypothalamus das Antidiuretische Hormon (auch Vasopressin genannt) ab, das den Wasserverlust verhindert und die Aufnahme von Flüssigkeiten begünstigt.
  • Körpertemperatur: Die Temperatur mit der das Blut im Hypothalamus ankommt, entscheidet darüber, ob unsere Körpertemperatur gesenkt oder gesteigert wird. Wenn die Temperatur zu hoch ist, müssen wir an Wärme verlieren. Folglich inhibiert der anteriore Teil den posterioren Teil und leitet dadurch eine Reihe an Reaktionen ein, die für die Senkung der Körpertemperatur zuständig sind (wie das Schwitzen). Wenn im Gegensatz dazu die Temperatur zu gering ist, muss unser Körper Wärme erzeugen. In diesem Fall inhibiert der posteriore Teil den anterioren Teil. Über die Hypothalamus-Hypophysen-Achse wird das stimulierende Hormon Thyreotropin (TSH) und das Hormon Adrenocorticotropin (ACTH) ausgeschüttet, welche zur Wärmespeicherung beitragen.
  • Schlaf: Der Grund dafür, dass es uns schwer fällt bei eingeschaltetem Licht zu schlafen findet sich ebenfalls in dieser Hirnregion. Die Schlaf-Wach-Phasen werden durch den circadianen Rhythmus reguliert. Die Struktur, welche für die Regulierung des circadianen Rhythmus zuständig ist, ist eine Einheit von Neuronen des medialen Hypothalamus, der Nucleus suprachiasmaticus. Der Nucleus suprachiasmaticus erhält seine Information von den Ganglienzellen der Retina (Netzhaut), die über den Tractus Retinohypothalamicus dort hingeleitet werden. Die Retina nimmt Lichtveränderungen der Umgebung war und sendet die Information an den Nucleus suprachiasmaticus. Diese Einheit von Neuronen verarbeitet die ankommende Information und leitet sie an die Zirbeldrüse (Epiphyse) weiter. Sobald die Retina kein Licht mehr detektiert, schüttet die Zirbeldrüse Melatonin aus, was müde macht und den Schlaf begünstigt. Fällt jedoch Licht auf die Retina, reduziert die Zirbeldrüse die Melatoninproduktion, wodurch die Wachheit gesteigert wird.
  • Paarungsverhalten und Aggressivität: Obwohl diese beiden Verhaltensweisen gegensätzlich erscheinen, stehen sie in der Tierwelt in großem Zusammenhang und werden durch den gleichen Bereich im Hypothalamus reguliert (dem ventromedialen Nucleus). Dabei gibt es Neuronen die nur während dem Paarungsverhalten aktiviert werden und andere die nur bei aggressivem Verhalten aktiv sind. Es existiert aber auch eine Einheit von Neuronen, die bei beiden Verhaltensweisen aktiv ist. In diesem Fall sendet die Amygdala aggressionsbezogene Informationen an den Nucleus preopticus, eine Region des Hypothalamus, der entsprechend die zuständigen Hormone ausschüttet um sich an die gegebene Situation anpassen zu können.
  • Emotionen: Das Erleben von Emotionen wird von einigen physiologischen Veränderungen begleitet. Wenn wir nachts alleine im Dunklen über eine Straße laufen und auf einmal ein seltsames Geräusch hören, ist es sehr wahrscheinlich dass wir Angst verspüren. Unser Körper muss auf jede Begebenheit vorbereitet sein, weshalb der Hypothalamus Informationen in verschiedene Bereiche des Körpers sendet (er erhöht die Atemfrequenz, die Herzfrequenz, kontrahiert die Blutgefäße, erweitert die Pupillen und spannt die Muskulatur an). Diese Veränderungen setzen uns in Alarmbereitschaft und erlauben es uns im Falle einer Bedrohung zu fliehen oder uns zu verteidigen. Der Hypothalamus ist demnach für die physiologischen Veränderungen bei Emotionen zuständig.

Welche Rolle spielt der Hypothalamus bei der Liebe?

Die Emotionen werden im Gehirn vom Limbischen System gesteuert. Der Hypothalamus ist ein Teil des limbischen Systems und ist dafür zuständig dem Körper klarzumachen, welches die aktuell dominierende Emotion ist. Obwohl es kompliziert ist zu sagen was genau im Gehirn passiert, wenn wir bestimmte Gefühle verspüren, wissen wir, dass der Hypothalamus für das Gefühl der Liebe so wie wir es kennen, verantwortlich ist. Er produziert Phenethylamin, ein Neurotransmitter der ähnlich wie Amphetamine wirkt. Das erklärt das angenehme Gefühl und die euphorische Stimmung wenn wir verliebt sind. Außerdem steigt die Produktion von Adrenalin und Noradrenalin, was zu einer Erhöhung der Herzfrequenz, dem Sauerstoffgehalt im Blut und dem Blutdruck führt und für die “Schmetterlinge im Bauch” verantwortlich ist. Gleichzeitig erhöht unser Gehirn den Dopaminspiegel, was uns erlaubt unsere Aufmerksamkeit zu steigern und sie der Person zu widmen, für die wir die Liebesgefühle hegen.

Für unseren guten Gemütszustand beim Verliebtsein sorgt das Serotonin. Wenn wir also erklären wollen, weshalb der Hypothalamus so wichtig ist, reicht es fast schon zu erwähnen, dass wir ohne ihn nicht in der Lage wären uns zu verlieben!

Ohne den Hypothalamus wären wir nicht in der Lage uns zu verlieben.

Welcher Verbindungen weist der Hypothalamus zur Hypophyse auf?

Der Hypothalamus reguliert die Hormonsekretion der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) mit der er über den Hypophysenstiel (Infundibulum) verbunden ist. Die Hypophyse ist ebenfalls eine endokrine Drüse direkt unter dem Hypothalamus und wird vom Türkensattel (Sella turcica, eine knochige Struktur in der Schädelbasis) umhüllt und geschützt. Ihre Funktion ist es die Hormone in den Blutkreislauf zu bringen, die unser Körper für die Regulierung der Homöostase braucht. Dadurch kann ein Mangel oder Überschuss an Substanzen ausgeglichen werden um die Körpertemperatur anzupassen. Welche Hormone von der Hypophyse ausgeschüttet werden, reguliert der Hypothalamus. Die Verbindung zwischen dem Hypothalamus und der Hypophyse ist so eng, dass sie die Hypothalamus-Hypophysen-Achse bilden. Keine der beiden Strukturen könnte in vollem Maße ohne die andere funktionieren. Die Hypophyse erlaubt es dem Hypothalamus seine Effekte auf den ganzen Körper auszuweiten, wodurch er außerhalb seines eigenen Wirkbereichs seine Effekte zeigt.

Was passiert wenn sich der Hypothalamus verändert? Bei welchen Störungen oder Krankheiten ist dies der Fall?

Aufgrund seiner großen Relevanz kann jede Art der Verletzung dieser Hirnregion fatale Folgen haben. Wenn beispielsweise das Zentrum des Sättigungsgefühls verletzt wird und wir dementsprechend nicht in der Lage dazu sind uns satt zu fühlen, würden wir unerlässlich Hunger verspüren und nicht aufhören zu Essen. Dies hätte schwerwiegende Konsequenzen für unsere Gesundheit.

Einige der häufigsten Pathologien des Hypothalamus sind:  

  • Diabetis insipidus (Wasserharnruhr): Die Ursache dieser Krankheit ist die Läsion des Nucleus supraopticus, des Nucleus paraventicularis, und des Tractus supraopticohypophysialis. Die Läsionen führen zu einer geringen Produktion des Antidiuretischen Hormons (Vasopressin) wodurch es zu einem gesteigerten Durstgefühl und einer erhöhten Wasseraufnahme kommt.
  • Läsion des kaudolateralen Hypothalamus: Wenn diese Region beschädigt ist, sinken sowohl die Aktivitäten des Sympathikus als auch die Körpertemperatur.
  • Läsion des rostromedialen Hypothalamus: Bei Verletzungen in diesem Bereich sinken die parasympathischen Aktivitäten und die Körpertemperatur erhöht sich.
  • Das Korsakow-Syndrom (Morbus Korsakow): Durch Veränderungen des Corpus mamillare (eng mit dem Hippocampus, und somit dem Gedächtnis, verbunden) kommt es zur sogenannten anterograden Amnesie, bei welcher es zum Verlust der Fähigkeit kommt, sich neu Erlebtes zu merken. Außerdem tendieren Betroffene dazu ihre Gedächtnislücken mit Phantasieinhalten aufzufüllen. Dadurch versuchen sie den Verlust ihrer Gedächtnisinhalte zu kompensieren. Obwohl diese Störung mit chronischem Alkoholismus im  Zusammenhang steht, kann sie auch in Verbindung mit Veränderungen des Corpus mamillare und seinen Verbindungen (wie die zum Hippocampus und dem mediodorsalen Nucleus des Thalamus) auftreten.

Was noch interessant ist...

Welche Hormone werden im Hypothalamus produziert?

Der Hypothalamus führt seine Funktionen mit der Hilfe der Ausschüttung von Hormonen aus. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Art von Hormonen hier produziert werden:

  • Effekthormone mit direktem Stoffwechseleffekt: Das Antidiuretische Hormon (Vasopressin) und Oxytocin.
  • Weitere Hormone: Angiotensin II (AGT), Prolactin-Inhibitions-Hormon, Prolaktostatin (PIH), Wachstumshormon- Releasing-Hormon, Somatoliberin (GHRH); Corticotropin-releasing Hormone, Corticoliberin (CRH); Gonadotropin-Releasing Hormon, Gonadoliberin (GnRH); Thyreotropin-Releasing-Hormon, Thyreoliberin (TRH) und Wachstumshormon- Inhibierungs-Hormon, Somatostatin (GHIH).

Aus welchen Nuclei besteht der Hypothalamus. Wofür sind sie zuständig?

Wir wir bereits bei seinen Funktionen sehen konnten, besteht der Hypothalamus aus verschiedenen Nuclei (Ansammlungen von Neuronen) und jeder von ihnen hat eine mehr oder weniger spezielle Funktion. Die wichtigsten sind:

  • Nucleus Arcuatus: Ist bei den emotionalen Funktionen beteiligt. Der Nucleus Arcuatus hat außerdem die wichtige Funktion Peptide und Neurotransmitter des Hypothalamus zu synthetisieren. Der Nucleus Arcuatus ist an der Freisetzung des Hormons Gonadoliberin (GNRH) beteiligt
  • Der anteriore Hypothalamus: ist für den Verlust von Wärme durch die Schweißproduktion beteiligt. Außerdem ist er an der Inhibition der Freisetzung des Hormons Thyreotropin in der Hypophyse verantwortlich.
  • Der posteriore Hypothalamus: seine Funktion ist es die Körperwärme aufrechtzuerhalten wenn wir frieren.
  • Der laterale Hypothalamus: reguliert das Hunger- und Durstgefühl. Wenn der laterale Nucleus einen Zucker- oder Wassermangel detektiert, versucht er das Gleichgewicht mithilfe der Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme wiederherzustellen.
  • Die Nuclei corporis mamillaris: Aufgrund der Verbindungen zum Hippocampus sind diese Bereiche mit dem Gedächtnis assoziiert.
  • Der Nucleus paraventricularis: reguliert die Sekretion der Hypophyse mit hilfe der Hormonsynthese wie Oxytocin, Vasopressin und das Corticotropin Releasing-Hormon CRH.
  • Der Nucleus preopticus: beeinflusst parasympathische Funktionen die mit der Ernährung, der Fortbewegung und dem Paarungsverhalten assoziiert sind.
  • Der Nucleus supraopticus: Durch die Produktion des antidiuretischen Hormons (ADH) reguliert er den Blutdruck und das Gleichgewicht der Flüssigkeitskonzentration.
  • Der Nucleus suprachiasmaticus: reguliert den circadianen Rhythmus.
  • Der ventromediale Hypothalamus: hemmt das Hungergefühl und steuert somit das Sättigungsgefühl.

Woher bekommt der Hypothalamus seine Informationen? Und wohin schickt er sie?

Durch seine günstige Position im Gehirn besitzt er eine große Anzahl an Verbindungen. Einerseits erhält er Informationen (Afferenzen) aus anderen Strukturen, andererseits sendet er Informationen (Efferenzen) in andere Bereiche des Gehirns.

Afferenzen: Der Hypothalamus enthält seine Afferenzen aus verschiedenen Bereichen:

    • Aus dem limbischen System: vom Hippocampus über den Fornix, von der Amygdala über die Stria terminalis, von dem Septum und der Riechrinde über das mediale Vorderhinbündel.
    • Aus sensiblen Zentren des zentralen Nervensystems wie der Retina, der Inselrinde, dem Hinterhorn des Rückenmarks und sensiblen Hirnnervenkernen.
    • Aus der Formatio reticularis.

EfferenzenDer Hypothalamus sendet seine Informationen in verschieden Bereiche, hierbei werden aufsteigende und absteigende Efferenzen unterschieden.

    • Absteigende Afferenzen gelangen vor allem in die viszeromotorischen (parasympathischen) Kerne und zum Seitenhorn des Rückenmarks (Sympathikus und Parasympathikus).
    • Aufsteigende Afferenzen werden in den Kortex, zum Thalamus und zum limbischen System gesendet.

Übersetzt aus dem Spanischen: David Asensio Benito, Neuropsychologe bei CogniFit.

Alles über Serotonin: Welche Funktionen erfüllt es im Gehirn?

Was ist Serotonin? Ist es das Glückshormon? Diese vom Körper produzierte Substanz, wird als verantwortlich für unser Glück und unsere Stimmung gesehen. Niedrige Serotoninwerte können zu Depressionen führen. Entdecke alles über diese Substanz: Ihre Funktion; Störungen, die mit einem Mangel an Serotonin zusammenhängen; und wie wir auf natürliche Weise unsere Serotoninwerte erhöhen können.

Was ist Serotonin? Photo by Nighia Le, Unsplash.com

Was ist Serotonin?

Es ist ein Neurotransmitter. Neurotransmitter sind Substanzen, die dabei helfen, chemische Signale von einem Bereich zur anderen im Gehirn zu senden. Es gibt verschiedene Arten von Neurotransmittern mit unterschiedlichen Funktionen in unserem Organismus. Serotonin im Konkreten wird für gewöhnlich mit der Regulierung des Gemütszustandes verbunden. Wie wir im Laufe des Artikels sehen werden, ist seine Funktion recht komplex.

Wie wird Serotonin produziert? Diese Substanz bildet sich durch einen einzigartigen biochemischen Umwandlungsprozess. Die Zellen, die es produzieren, verwenden das Enzym Tryptophan Hydroxylase. Das mit diesem Enzym kombinierte Tryptophan bildet 5-Hydroxytryptophan, auch als Serotonin bekannt.

Es gibt Substanzen, die mit den Rezeptoren interagieren und den selben Effekt erzeugen. LSD oder Lysergsäure hat durch die Interaktion mit Serotonin halluzinogene Wirkungen. Dasselbe geschieht mit anderen Drogen wie MDMA oder Ecstasy. Der Effekt auf das Serotonin ist auch verantwortlich für die kognitiven Defizite, die der Konsum der genannten Drogen auf lange Sicht erzeugen. Fenfluramin ist eine Substanz, die ähnlich mit dem Organismus interagiert. Fenfluramin wird häufig bei der Behandlung von Fettleibigkeit verwendet.

Welche Funktionen hat Serotonin?

Von den 40 Millionen Gehirnzellen werden viele direkt oder indirekt von dieser Substanz beeinflusst.

Es ist in viele gesundheitliche Vorgänge verwickelt: Die Kontrolle des Appetits und des Schlafs, die Regulierung der Stimmung, der Aktivierung, es vermittelt bei der sexuellen Erregung und der Schmerzregulierung.

  • Regulierung der Stimmung. Ein Serotoinmangel sorgt dafür, dass wir uns mehr ärgern. Man nimmt an, dass bei sogenannten “Morgenmuffeln” ein Abfall des Serotoninspiegels am morgen für die schlechte Laune verantwortlich ist.
  • Kontrolle des Appetits.  Bei angemessenen Serotoninwerten fühlen wir Sättigung und hören auf zu essen. Wenn die Werte dagegen niedrig sind, fühlen wir das Bedürfnis, Kohlenhydrate und andere kalorienreiche Lebensmittel zu uns zu nehmen.
  • Reguliert den Schlaf. Der Biorhythmus wird durch Serotonin, welches die Produktion von Melatonin reguliert, gesteuert. Ein Gleichgewicht der Werte ist hierbei angemessen, andernfalls entstehen Schlafstörungen.
  • Vermittler beim sexuellen Verlangen. Das Serotonin hat eine direkt proportionale Beziehung zum sexuellen Verlangen. Wenn ein Serotoninmangel besteht, verringert sich das sexuelle Verlangen, während die Libido bei einem hohen Serotoninspiegel steigt.
  • Schmerzregulierung. Das Gefühl von Schmerzen mit Serotonin zu assoziierten scheint erstmal kontraintuitiv. Diese Substanz erzeugt Hyperalgesie, ein sehr starkes Schmerzgefühl; gleichzeitig vermittelt es chronische Schmerzen. Bis jetzt haben wir Serotonin hauptsächlich mit dem Vergnügen assoziiert, allerdings ist es auch bei der neuronalen Signalübertragung von Schmerzen beteiligt.
  • Serotonin und Mutterschaft. Forscher haben Nachweise für eine Verbindung des Serotonins mit der Produktion von Muttermilch gefunden. Zudem kann der Mangel an Serotonin, neben anderen Ursachen, mit dem plötzlichen Kindstod zusammenhängen.

Die Verbindung zwischen Serotonin und psychischen Krankheiten

Dank seiner Eigenschaften, die für Wohlbefinden sorgen, das Selbstwertgefühl verbessern und für Entspannung und Konzentration sorgen wird Serotonin auch als “Glückshormon” bezeichnet. Schwankungen des Serotoninspiegels haben verschiedenste Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit. Medikamente, die mit dieser Substanz interagieren, werden bei einer Vielzahl an Störungen verwendet. Einige dieser Störungen sind: Depression, Soziale Phobie, Zwangsstörung, Panikstörung, Störungen der Impulskontrolle, Demenz und das Serotoninsyndrom.

Depression und Serotonin

Man glaubt, dass die Ursache der Depression ein Ungleichgewicht in den Serotoninwerten ist. Der verantwortliche Prozess ist die Neuronenerneuerung, in dem Serotonin eine wichtige Rolle spielt. Laut dem Neurologen Barry Jacobs entstehen Depressionen, wenn die Neuronen nicht genügend erneuert werden. Die Antidepressiva SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) helfen dabei, neue Gehirnzellen zu produzieren und die Stimmung zu heben. Obwohl es ideal wäre, den Serotoninspiegel im Gehirn messen zu können, ist dies nicht möglich. Die Werte lassen sich jedoch im Blut messen und es hat sich gezeigt, dass Betroffenen einer Depression geringere Werte aufweisen. Selbst wenn der Serotoninspiegel im Gehirn messbar wäre, wüssten wir nicht ob dies der Auslöser oder die Folge der Depression ist. Es ist jedoch bestätigt, dass die Antidepressiva SSRI und SSNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) funktionieren, man weiss nur nicht genau warum.

Soziale Phobie und Serotonin

Ein Ungleichgewicht in den Serotoninwerten kann das Entstehen von angstbezogenen Störungen auslösen. Einige Beispiele sind: Panikstörung, Zwangsstörung, Soziale Angststörung oder Soziale Phobie, Generalisierte Angststörung, etc. Es ist nicht klar, ob die Angstsymptome durch einen Mangel oder Überschuss am Neurotransmitter Serotonin ausgelöst werden. Bis jetzt glaubte man, dass niedrige Serotoninwerte die Ursache seien, aber aktuelle Untersuchungen scheinen dies zu widerlegen. JAMA Psychiatry hat eine Studie veröffentlicht die zeigen konnte, dass Menschen mit Sozialer Phobie erhöhte Serotoninwerte haben. Eine andere Studie der Universität Uppsala fand heraus, dass es bei Patienten mit sozialer Phobie in der Amygdala (eine an der Angst beteiligte Gehirnstruktur) zu einem Überschuss an Serotonin kommt. Noch ist nicht bekannt, ob diese Befunde exklusiv für die soziale Phobie gelten, hier sind weitere Studien notwendig.

Zwangsstörung und Serotonin

Aufgrund der Verbesserung der Zwangssymptome bei der Gabe von den Antidepressiva SSRI, weiss man dass es eine Verbindung zwischen der Zwangsstörung und Serotonin geben muss. Die SSRI sind Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, welche die Serotoninverfügbarkeit erhöhen und somit die Werte des Neurotransmitters nicht zu sehr sinken. Da jedoch bei einer Erkältung die Ursache nicht ein Acetylsalicylsäuremangel (Aspirin) im Körper ist, können wir nicht bestätigen, dass die Zwangsstörung durch einen Mangel an Serotonin entsteht. Dennoch scheint es eine Funktion im Verlauf dieser Störung zu haben. Serotonin würde dementsprechend bei Symptomen wie schlechter Laune, Impulsivität und Aggressivität helfen.

Panikstörung und Serotonin 

Die Ursache der Panikstörung ist, ebenso wie die der Zwangsstörung, unbekannt. Obwohl man niedrige Serotoninwerte bei Patienten mit Panikattacken gefunden hat, weiss man nicht, was Ursache und was Konsequenz ist. Das einzige was auch in diesem Fall gilt, ist die Tatsache, dass auch bei Menschen mit Panikstörungen die Gabe von SSRI hilft. Bis es weitere Untersuchungen in diesem Bereich gibt, können wir nur sagen, dass Psychopharmaka, die den Serotoninspiegel erhöhen, dazu beitragen Angstsymptome zu lindern.

Störungen der Impulskontrolle und Serotonin

Störungen der Impulskontrolle zeichnen sich durch unbegründete Wutausbrüche aus. Der Neurotransmitter Serotonin hilft die Stimmung zu regulieren und trägt dazu bei, diese Ausbrüche in Zahl und Intensität zu verringern. Bei der medikamentösen Behandlung dieser Störungen werden die Antidepressiva SSRI verwendet, die mit dem Serotonin interagieren. Man nimmt an, dass Störungen der Impulskontrolle ohnehin nicht gut heilbar sind. Aber man kann den Patienten mithilfe von Psychotherapie und Medikamenten behandeln, sodass sich das aggressives Verhalten und die Gefühl von Frustration verringern lassen.

Demenz und Serotonin 

Als Folge des Alters findet eine kognitive Beeinträchtigung statt, die mit dem Verlust von Neuronenverbinungen einhergeht. Die Aktivität der Neurotransmittern, die für die Übertragung der neuronalen Informationen verantwortlich ist, wird reduziert. Das Altern ist kein Synonym für Demenz, auch wenn es Fälle gibt, in denen eine bedeutende kognitive Beeinträchtigung zu beobachten ist. Die bekannteste Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. In einer internationalen Studie aus dem Jahre 2006 fanden Wissenschaftler auf der ganzen Welt einen Serotoninmangel bei Alzheimer-Patienten. Sie stellten die Hypothese auf, dass die Gedächtnisprobleme bei Alzheimer durch eine Fehlfunktion der Serotoninrezeptoren entstünden. Die Rezeptoren sind die Zellen, die dazu fähig sind, die Übertragungen der Neurotransmitter zu empfangen. Es gibt keine Belege dafür, dass eine Erhöhung der Serotoninwerte Alzheimer verhindert oder verzögert. Dennoch ist es wichtig in diesem Bereich weiter zu forschen, um einer Lösung zur Bekämpfung der Demenz näher zu kommen. Wie man Demenz vorbeugt.

Serotoninsyndrom

Ein Überschuss an Serotonin kann schädlich sein. Die Antidepressiva SSRI werden zwar prinzipiell als sicher beurteilt, dennoch können sie das Serotoninsyndrom aufgrund erhöhter Konzentration dieses Neurotransmitters auslösen. Dies geschieht für gewöhnlich, wenn zwei Medikamente gleichzeitig angewendet werden, die in den Serotoninhaushalt eingreifen. Die Probleme treten zu Beginn der Behandlung oder bei Erhöhung der Dosis des Medikaments auf; wenn MAOIs (Monaminooxidase-Hemmer, welche den Abbau von Serotonin durch Enzyme hemmen) mit SSRI verwendet werden; oder beim Konsum von LSD oder Ecstasy. Die Symptome sind Unruhe, Halluzinationen, Erhöhung der Körpertemperatur, Herzrasen, Schwitzen, Koordinationsverlust, Spasmen, Schwindel, Erbrechen, Durchfall und Veränderungen des Blutdrucks. Es wird nicht als gefährlich betrachtet, sollte aber behandelt werden, falls sich der medizinische Zustand sehr verschlechtert. Die Behandlung besteht aus dem Entzug des Medikaments, Muskelrelaxantient auf intravenösem Wege und Hemmern der Serotoninproduktion.

Können wir unsere Serotoninwerte verändern?

Wenn du denkst: Wie kann ich es vermeiden, chronisch niedrige Serotoninwerte zu haben? zeigen wir dir im Folgenden mehrere natürliche Arten, deine Serotoninwerte zu erhöhen.

Ernährung

Das Serotonin kommt in keinem Nahrungsmittel vor. Um seine Werte zu erhöhen, müssen wir auf das Tryptophan zurückgreifen. Dies ist die Aminosäure, aus der Serotonin produziert wird. Eine tryptophanreiche Ernährung erhöht die Werte dieses Stoffes. Es wird nicht von unserem Körper hergestellt, deshalb müssen wir es in unsere Ernährung aufnehmen. Ergänzungsmittel dieser Aminosäure sind ein guter Zusatz, aber niemals ein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Lebensmittel wie Soja, mageres Fleisch (Pute und Hähnchen), Thunfisch, Lachs, Ananas, Banane, Artischocke, Ei, Schokolade und Käse liefern eine notwendige Tryptophanquelle, um die Serotoninwerte zu erhöhen. Eine andere Art, zur Erhöhung der Werte beizutragen ist Vitamin B-6. Vitamin B-6 kann Einfluss auf die Geschwindigkeit haben, mit der sich das Tryptophan in Serotonin umwandelt. Lebensmittel, die reich an Vitamin B-6 sind, sind Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Hähnchen, Pute, Thunfisch und Lachs. Vitamine für das Gehirn.

Bewegung

Sport ist ein Hebel für die Serotoninwerte. Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Bewegung so effektiv sein kann wie eine psychopharmazeutische oder psychotherapeutische Behandlung gegen Depressionen. Man glaubte, dass es notwendig wäre, über mehrere Wochen hinweg Sport zu treiben, um die antidepressive Wirkung von Serotonin beobachten zu können. Jedoch hat nach einer Studie der Universität von Texas in Austin schon eine Zeitspanne von 40 Minuten einen positiven Effekt auf die Gemütslage. Auch wenn man den Mechanismus dafür nicht kennt, scheint das Serotonin eine Rolle zu spielen. Wie man beginnt, Sport zu machen.

Entspanne dich und meditiere

Genauso wichtig wie es ist, den Körper zu bewegen um die Serotoninwerte zu erhöhen, ist es den Verstand zu beruhigen und Inne zu halten. Yoga oder Meditation sind zwei Praktiken, die dazu beitragen, die Stimmung zu verbessern und zusätzlich zu entspannen. Was ist Achtsamkeitsmeditation?

Starte neue Projekte

Es hat einen positiven Effekt auf das serotoninerge System, Neuigkeiten in unser Leben zu bringen. Wenn wir ein neues Projekt beginnen, fühlen wir uns motivierter und besser gelaunt. Diesen angenehmen Effekt auf unser Nervensystem produziert das Serotonin. Wie man über den eigenen Tellerrand schaut.

Gute Laune herbeiführen

Die Verbindung des Serotonins mit der Stimmung ist doppelseitig. Wir können unsere Stimmung verbessern, indem wir das Serotonin erhöhen, aber auch umgekehrt. Das Herbeiführen von guter Laune durch Psychotherapie ist üblich, die Lachtherapie ist vielleicht die Bekannteste. Eine Alternative sind Theaterstunden, Treffen mit Freunden, eine Comedysendung zu sehen oder sich an angenehme Ereignisse zu erinnern.

Serotonin bei Männern und Frauen

Nach aktuellen Studien haben Männer eine höhere Menge an Serotonin im Organismus als Frauen. Dieser Unterschied ist so klein, dass er kaum von Bedeutung ist.

Dennoch wurde 2007 eine Studie veröffentlicht, die versucht diesem Befund nachzugehen. Eine Studie der Zeitschrift Biological Psychiatry zeigte, dass es Geschlechtsunterschiede darin gibt, wie auf einen Serotoninmangel reagiert wird. Bei einer Reduzierung des Neurotransmitters im Gehirn handeln Männer für gewöhnlich impulsiver und zeigen seltener depressive Symptome. Frauen hingegen erleben häufiger eine depressive Stimmungslage und werden in der Regel vorsichtiger. Dieser Unterschied könnte für die Tatsache verantwortlich sein, dass Frauen eher an Depressionen erkranken. Gleichzeitig könnte dies auch die Ursache dafür sein, weshalb Frauen häufiger unter Stimmungsstörungen (Angst und/oder Depression) leiden, während Männer anfälliger für Alkoholismus, ADHS und Störungen der Impulskontrolle sind (alle hängen mit der Impulsivität zusammen).

Es gibt Belege dafür, dass die Hormone, welche mit den oben beschriebenen Merkmalen zusammenhängen, mit dem Serotonin interagieren. Diese Interaktion kann die Ursache dafür sein, dass depressive Symptome und die Stimmung sich in bestimmten Phasen verschlimmern. Phasen wie vor der Menstruation, nach der Geburt und in den Wechseljahren sind Zeitspannen, in denen die Hormone Veränderungen unterliegen. Dagegen erleben Männer bis zum mittleren Alter konstante Werte der Hormonsekretion.

Serotonin könnte die Geduld erhöhen

Aktuelle Studien der Stiftung Champalimaud von Lissabon zeigen, dass eine mögliche Funktion des Serotonins eine Erhöhung der Geduld sein könnte. Dies bedeutet eine wichtige Wendung im Konzept, das man bisher von diesem Neurotransmitter hatte.

Nach einer in der Zeitschrift Current Biology veröffentlichten Studie, gibt es einen grösseren Zusammenhang zwischen Serotonin mit der Geduld als mit dem Wohlbefinden. Durch eine an Mäusen durchgeführten Untersuchung gelangen die Wissenschaftler zu diesen Erkenntnissen. Die Mäuse mussten in der Untersuchung eine Zeit lang warten, bevor sie eine Belohnung erhielten. Unter dem Effekt von Serotonin, warteten die Mäuse länger.

Laut Zachary Mainen, der die Untersuchung leitet: “Es herrscht die allgemeine Annahme, dass Serotonin Glück verursacht, aber unsere Untersuchungen zeigen, dass diese Aussage widersprüchlich ist”.

Momentan gilt es weitere Untersuchungen abzuwarten, um die genauen Effekte des Serotonins besser zu verstehen und ob dieser Neurotransmitter eher mit dem Glück selbst, oder der Geduld in Verbindung gebracht werden kann.

Quelle: Irene García Calvo, Psychologin bei CogniFit.

Entwicklungsstufen nach Piaget – Entwickelt sich mein Kind seinem Alter entsprechend?

Woher weiß ich, ob mein Kind seinem Alter entsprechend gewisse Fähigkeiten entwickelt? Wie denken Kinder und was sind die Phasen ihrer Entwicklung? Ist es normal, dass sie sprachliche oder logische Fehler machen? Die Entwicklungsstufen nach Piaget erklären die Phasen der Kindesentwicklung auf verständliche Art und Weise. Finde in diesem Post heraus, ob dein Kind sich seinem Alter entsprechend entwickelt. Wir klären all deine Zweifel!

Piagets Theorie: Entwicklungsstufen von Kindern

Piaget ist aufgrund seiner Erkenntnisse über die Kindheit und die Intelligenzentwicklung von Kindern einer der berühmtesten Psychologen der Geschichte. Sein Leben lang widmete er sich der Erforschung der verschiedenen Wachstumsphasen und wie sich in diesen Phasen unsere Lern-, Denk- und kognitiven Entwicklungsmodelle verändern. Dieser Artikel erläutert die Theorie Piagets zu den Entwicklungsstufen und bietet eine Erklärung zu den verschiedenen Phasen der Kindesentwicklung.

Piaget: Theorie

Piagets Theorie besagt, dass Kinder gemäß ihres Intellekts und ihrer Fähigkeit, reife Beziehungen wahrzunehmen, spezifische Phasen durchlaufen. Diese Phasen der Kindesentwicklung treten bei jedem Kind in jedem Land in einer festen Reihenfolge auf. Allerdings kann das Alter in welchem die Phasen auftreten von einem Kind zum anderen leicht variieren.

Es kommt häufig vor, dass Kinder in jungen Jahren sich nicht so in andere einfühlen können, wie es ein Erwachsener machen würde und “egozentrisch denken”. Dies tun sie ihrem Alter und Fähigkeiten entsprechend, genauso wie es normal ist, dass Kinder Fehler begehen.

In der Kindheit findet eine natürliche Entwicklung statt, bei der die Kinder “zu denken beginnen”, oder besser gesagt, mit der Welt, in der sie leben, zu interagieren. Das bedeutet eine Reihe von Entwicklungsveränderungen im Leben des Kindes, gekennzeichnet durch Phasen während der gesamten Kindheit, von der Geburt an bis zur Präadoleszenz. Diese Phasen, in denen sie gewisse Fertigkeiten entwickeln, sind gegenwärtig in die “Entwicklungsstufen von Piaget” unterteilt.

Was ist Piagets Theorie? Jean Piaget (schweizer Psychologe und Biologe) führte zahlreiche Studien zur Kindheit durch und teilte diese in Phasen ein, sogenannte Stadien. Piagets Theorie nimmt an, dass sich die Entwicklung des Kindes in entsprechende Phasen unterteilen lässt, die vom Alter des Kindes abhängen.

Piagets Stadien beschreiben eine Gesamtheit an relevanten Gegebenheiten im frühkindlichen Entwicklungsprozess. Beispielsweise kann die Sprechweise, die Kinder benutzen, mit dem Alter sehr stark variieren (Gebrabbel, erfundene Wörter, Pseudo-Wörter, in der dritten Person von sich selbst sprechen …), genau wie die Art des Denkens (egozentrisches Denken, bei dem alles sich um das dreht, was das Kind sieht oder glaubt), oder auch körperliche Fertigkeiten (Reflexe benutzen, krabbeln, dann gehen, laufen …). Diese komplette Entwicklung findet in den Stadien von Piaget kontinuierlich und fortschreitend in einem ungefähren Altersabschnitt statt.

Die Grundannahmen Piagets. Als Basis seines Entwicklungsmodells geht Piaget davon aus, dass wir Menschen mit zwei grundlegenden Tendenzen auf die Welt kommen. Die erste dieser beiden Tendenzen ist die Adaptation, sprich unsere Anpassungsfähigkeit an die Umwelt. Diese Fähigkeit gliedert sich wiederum in zwei komplementäre Prozesse: die Assimilation, hier verändert man die Umwelt um diese an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse anzupassen und die Akkommodation, bei der das eigene Verhalten an die Umwelt angepasst wird. Laut Piagets Theorie streben alle Menschen danach durch Assimilation und Adaptation ein Gleichgewicht zwischen sich und ihrer Umwelt herzustellen um harmonisch leben zu können. Die zweite Tendenz die Piaget als Basis seiner Theorie postuliert ist die Organisation, bei der die eigenen Prozesse in kohärente Systeme integriert werden. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Kleinkind nachdem es die Augen-Hand-Koordination gelernt hat, Beobachtungen und Handlung in ein System integrieren kann und nach etwas bestimmtem greift, während es danach schaut. Dies ist ein Prozess den Kinder erst erlernen müssen, Neugeborene können diese Integration noch nicht. Diese Annahmen bilden die Basis des Lernens und somit die Grundsteine für die Entwicklungsstufen Piagets.

Tritt in Piagets Theorie jede Entwicklungsphase oder jedes Entwicklungsstadium in einem exakten Moment auf?

Nein, sie müssen nicht in einem exakten Moment auftreten, aber wir können davon ausgehen, dass es sensible Zeiträume in jedem Alter gibt, in denen es wahrscheinlicher und üblicher ist, dass sich bestimmte Fähigkeiten entwickeln können. Es ist wahrscheinlicher, dass sich eine bestimmte Fähigkeit in einem bestimmten Alter entwickelt, zum Beispiel beim Spracherwerb wären das die ersten Worte, wenn das Kind in etwa 1 Jahr alt ist, aber die Sprache wird sich bis zum siebten Lebensjahr nicht vollständig entwickeln und auch dann noch einen beschränkten Wortschatz besitzen, der in den folgenden Jahren ansteigen wird.

Entwicklungsstufen des Kindes nach der Theorie von Piaget

Piaget schlug 4 Entwicklungsstufen von Kindern vor: 1. Stadium der sensomotorischen Intelligenz (Kinder von 0-2 Jahren), 2. Stadium der präoperationalen Intelligenz (Kinder von 2-7 Jahren), 3. Stadium der konkret-operationalen Intelligenz (Kinder von 7-11 Jahren), 4. Stadium der formal-operationalen Intelligenz (Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren, bis ungefähr 19 Jahre). Im Folgenden beschreiben wir die Entwicklungsstufen von Piaget näher.

1. Kindesentwicklung: Stadium der sensomotorischen Intelligenz (Kinder von 0-2 Jahren)

Dieses Entwicklungsstadium Piagets zeichnet sich dadurch aus, dass das Kind ein Verständnis für seine Umwelt, in der es sich bewegt, entwickelt. Es koordiniert die sensorische Erfahrung mit seiner körperlichen Bewegung, diese Prozesse werden im Gehirn integriert. In diesem Zeitraum ereignet sich eine Weiterentwicklung der angeborenen Reflexe.

  • Es ist erwiesen, dass Kinder in diesem Alter eine Vorliebe für bunte Reize haben, die glänzen, sich bewegen und hohe Kontraste aufweisen.
  • Außerdem bilden sie Konzepte, indem sie ein Ereignis mit ihrem eigenen Körper nachzuahmen versuchen, zum Beispiel, indem sie ein Geräusch machen, während sie auf ein Spielzeug schlagen, einen Gegenstand werfen, oder an einer Decke ziehen um an einen Gegenstand, der auf der Decke ist, zu gelangen, etc. In diesem Alter ahmen die Kinder auf zufällige Art und Weise Ereignisse nach und experimentieren so mit ihrem eigenen Körper und es schärfen sich die Sinne.
  • Erster Kontakt des Babys mit der Sprache: Der erste Kontakt des Babys mit der Sprache findet im Mutterleib statt, während der Schwangerschaftsmonate beginnt es, sich an die elterlichen Stimmen zu gewöhnen. Untersuchungen belegen, dass sie den Klang der menschlichen Stimme in ihren ersten Lebenstagen allen anderen Geräuschen vorziehen. Es ist verwunderlich wie sehr sie an Sprache gewöhnt sind, denn von dem Moment an, in dem das Baby zur Welt kommt, hat es die erstaunliche Fähigkeit den Klang der Stimme zu erkennen. Untersuchungen von Casper und Spence zeigten außerdem, dass sich die Kinder besonders von der Sprechweise ihrer Mutter angezogen fühlen, die sie identifizieren, bevor sie die Stimme von Fremden erkennen.
  • Wie kommunizieren Kinder von 0 bis 2 Jahren? Direkt nach der Geburt ist die beste Art der Kommunikation des Babys das Weinen, da es keine anderen Laute von sich geben kann (es ist körperlich nicht dafür ausgestattet). Während der ersten Monate benutzt es unbeabsichtigt prälinguistische Ausdrücke durch Lächeln und Weinen, die später zielgerichtet werden, wenn sie lernen, diese zur Kommunikation zu nutzen. Auf alle Fälle interpretieren die Eltern, was das Kind macht, wenn es weint oder lächelt, und so findet eine erste nicht beabsichtige Kommunikation vom Baby aus statt. Mit etwa 6 Monaten kommt das erste Gebrabbel mit Konsonant-Vokal, zum Beispiel “bababa”. Die ersten flüssigen Worte bringt das Baby hervor, wenn es ungefähr 12 Monate alt ist.

2. Kindesentwicklung: Stadium der präoperationalen Intelligenz (Kinder von 2-7 Jahren)

Dies ist die zweite Entwicklungsstufe von Piagets Theorie. Ab 3 Jahren geschieht etwas Wichtiges im Leben des Kindes, die Einschulung bzw. die Aufnahme in den Kindergarten. Dies setzt eine sehr wichtige soziale Komponente voraus.

  • Das Kind beginnt mit anderen, besonders Gleichaltrigen, in Beziehung zu treten, da vor diesem Moment seine einzigen Beziehungen die zur Familie waren.
  • Wie kommunizieren die Kinder von 2 bis 7 Jahren? Obwohl zwischen 3 und 7 Jahren eine riesige Steigerung des Wortschatzes stattfindet, werden die Kinder in der frühen Kindheit durch ein “egozentrisches Denken” gelenkt, das heißt, das Kind denkt auf seine individuellen Erfahrungen bezogen, was verursacht, dass sein Denken noch statisch, intuitiv und nicht logisch ist. Deshalb kommt es häufig vor, dass Kinder bis 6 Jahre sowohl beim Interpretieren als auch beim Ausdrücken eines Ereignisses Fehler machen.
  • In der dritten Person zu sprechen während von sich selbst gesprochen wird ist ganz normal in dieser Phase, denn das “Ich”-Konzept, das es von dem Rest der Welt trennt, ist noch nicht ganz definiert.
  • Kinder in diesem Alter, zwischen 2 und 7 Jahren, sind sehr neugierig und lernfreudig, deshalb fragen sie ihre Eltern oft nach dem “Warum”.
  • In dieser Phase schreiben Kinder Gegenständen menschliche Gefühle oder Gedanken zu. Dieses Phänomen nennt man Animismus.

Das “egozentrische Denken” nach Piagets Theorie: Warum können sich die Kinder in dieser Entwicklungsstufe nicht in andere hineinversetzen? Diese Tatsache hängt mit der “Theory of Mind” zusammen, die sich auf die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen bezieht. Kinder haben diese Fähigkeit bis zum Alter von 4 oder 5 Jahren nicht. Deshalb denkt das Kind bis zu diesem Alter, dass “die anderen genau so wie es selbst sehen und denken”. Diese Theorie hilft uns zu erklären, warum Kinder bis 5 Jahre nicht lügen oder Ironie benutzen können.

Jede dieser Beschränkungen im prä-logischen Stadium wird nach dem 6. oder 7. Lebensjahr in der nächsten Entwicklungsstufe überwunden und festigt sich bis zum Alter von 14 oder 15 Jahren.

3. Kindesentwicklung: Stadium der konkret-operationalen Intelligenz (Kinder von 7-11 Jahren)

In diesem vorletzten Stadium von Piagets Entwicklungsstufen beginnen die Kinder logisches Denken in konkreten Situationen anzuwenden. In dieser Phase können sie Aufgaben, wie mathematische Vorgänge, auf komplexerem Niveau anhand von Logik ausführen. Nichtsdestotrotz, obwohl sie große Fortschritt im Vergleich zum prä-logischen Stadium gemacht haben, können sie in diesem Entwicklungsstadium die Logik nur mit gewissen Begrenzungen anwenden: Das Hier und Jetzt ist immer einfacher für sie. Das abstrakte Denken wird in diesem Alter noch nicht genutzt. Das bedeutet, es ist weiterhin kompliziert für Kinder in diesem Alter Kenntnisse auf ein Thema anzuwenden, dass sie nicht kennen.

4. Kindesentwicklung: Stadium der formal-operationalen Intelligenz (Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren)

Diese letzte Phase der Entwicklungsstufen von Piaget zeichnet sich durch den Erwerb des logischen Denkens unter allen Umständen, inklusive des abstrakten Denkens, aus.

  • Die Neuheit in dieser letzten Phase im Bezug auf die Intelligenz des Kindes ist, wie Piaget hervorhebt, die Möglichkeit Hypothesen aufzustellen über etwas, was sie nicht konkret so gelernt haben.
  • Hier beginnt sich das Lernen als “ein Ganzes” zu etablieren, und nicht, wie im vorherigen Stadium, auf eine konkrete Art und Weise.

Phasen der Kindesentwicklung nach Piaget

Laut Piaget Verzögerung in der Entwicklung meines Kindes – Muss ich mir Sorgen machen?

  • Zuallererst: Geduld. Es ist wahr, dass es sensible Phasen für den Spracherwerb (entdecke hier die Vorteile von Zweisprachigkeit) gibt, genau wie für andere Arten von Fähigkeiten, wie Motorik, kognitive Entwicklung, Lesen etc. Aber nach Piagets Theorie darf man nicht vergessen, dass alles nach einem kontinuierlichen Prozess abläuft, der sich nach und nach bildet. Dabei können manche Kinder etwas länger brauchen um etwas zu lernen, andere hingegen etwas frühreif sein. Obwohl dies nur eine Zusammenfassung von Piagets Theorie ist und den verschiedenen Phasen der Kindesentwicklung, muss angemerkt werden, dass das angegebene Alter nur ein Richtwert ist um statistische Vergleiche anstellen zu können. Manchmal brauchen Kinder etwas länger, um eine Fähigkeit zu erlernen, dies muss keine negativen Konsequenzen zur Folge haben.
  • In anderen Fällen, wenn das Kind zum Beispiel eine längere Zeit nach der Einschulung wirklich Schwierigkeiten bei der Kommunikation, beim Spielen oder beim generellen Zurechtkommen mit den anderen hat oder auch sich auf eine ganz andere Weise Kenntnisse aneignet, als die anderen, ist es angebracht, das Kind zu einem Spezialisten zu bringen (Psychologe sowohl in der Schule als auch außerhalb und Kinderarzt zur Orientierung).
  • Sollte das Kind aber weder Probleme haben noch Pathologien aufweisen, sondern einfach etwas länger brauchen oder Schwierigkeiten in einem bestimmten Bereich haben, ist es wichtig das Kind zuhause und in der Schule zu motivieren und ihm die Hilfe zu bieten, die es braucht. Wenn das Kind länger braucht um seine Aufgaben zu erledigen oder in gewissen Momenten Schwierigkeiten hat oder seine Entwicklung nicht genau mit den Entwicklungsstufen von Piaget übereinstimmt, kein Grund zur Panik. Das bedeutet keinesfalls, dass das Kind in der Zukunft Probleme haben wird oder seine Fähigkeiten nicht erfolgreich ausbilden wird, wenn es dabei Hilfe bekommt und sich anstrengt.
  • Denk daran, dass ein dreijähriges Kind nicht lügen kann (daher kommt die Redensart “Kindermund tut Wahrheit kund”), sie teilen nur ein Stückchen ihrer Weltsicht mit, von “ihrem eigenen Fenster” aus. Deswegen ist es wichtig zu verstehen, dass sie keine Erwachsenen sind und erst lernen müssen sich in einer Welt zurechtzufinden in der sie Schritt für Schritt immer unabhängiger werden. Aber von Geburt machen Kinder große Fortschritte um etwas Neues zu lernen, und wir Erwachsenen sollten alles dafür tun um mehr über ihre Welt lernen und ihnen dabei zu helfen, voranzukommen und jede Hürde zu meistern.
  • Dabei können Eltern auch das Selbstwertgefühl ihrer Kinder fördern und ihnen so zu einer starken Persönlichkeit helfen.

Piagets Theorie der Entwicklungsstufen beschreibt neben der sehr vollständigen Erklärung der verschiedenen Entwicklungsstadien von Kindern auch die Magie die von Kindern ausgeht, mit ihrem egozentrischen Denken, ihrer Neugierde auf ihre Umwelt und ihre Unschuld. All dies sollte uns dazu anregen darüber nachzudenken, dass wir Erwachsenen lernen sollten, Kinder zu verstehen, zu unterstützen, zu motivieren und jede Phase mit ihnen zu genießen.

 

Quelle: Eva Rodriguez Weisz, Psychologin bei CogniFit.

 

 

Was ist Dopamin und welche Funktion erfüllt es? Fragen und Antworten

Heute beantworten wir einige Fragen, die dir vielleicht schon einmal durch den Kopf gegangen sind. Was ist Dopamin und welche Funktion erfüllt es? Entdecke es hier! Wir alle haben schon einmal vom diesem Hormon gehört. Es heißt, es sei das Glückshormon, das angeblich für die Lust aber auch für die Sucht verantwortlich ist … Aber, wenn wir Mythen und Legenden einmal beiseite lassen: Was wissen wir über Dopamin?

Was ist Dopamin und welche Funktion erfüllt es?

Was ist Dopamin und welche Funktion erfüllt es?

Dopamin ist ein Molekül das von unserem Körper hergestellt wird. Diese Substanz steckt hinter unserer Lust und unseren geheimsten Wünschen. Das Dopamin ist Begehren, Liebe, Untreue, Motivation, Aufmerksamkeit, Feminismus, Lernen und Sucht.

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der als chemischer Botenstoff bezeichnet werden kann und sich darum kümmert, die Anweisungen des zentralen Nervensystems (des Gehirns) weiterzuleiten. Dopamin ist demnach für das Weitergeben von Informationen von einem Neuron zum nächsten verantwortlich.

Die Wirkung, die das Dopamin in unserem Gehirn erzeugt, hängt von zahllosen Faktoren ab unter anderem mit welchen Neurotransmittern es kombiniert wird. Obwohl man anfänglich glaubte, dass diese Substanz mit dem wirklichen Vergnügen (dem “Mögen”) assoziiert sei, geht man seit Kurzem davon aus, dass sie mehr mit der Vorfreude und der Motivation (dem “Wollen”) in Zusammenhang steht.

Dopamin ist an der Aktivierung der Belohnungssysteme in unserem Gehirn beteiligt, vor allem im Nucleus accumbens. Dieses Gehirnareal ist eine Schlüssel-Kernstruktur für das Entfalten von Verhaltensweisen bei emotionalen Reizen, sowohl positiven als auch negativen, und wird als das Hauptzentrum der Lust im Gehirn gesehen. Der Nucleus accumbens ist mit anderen Gehirnarealen verbunden, die für Emotionen und Erinnerung zuständig sind. Deshalb spielt er auch beim Lernen eine wichtige Rolle, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden.

Die Reize, die den Belohnungskreislauf des Gehirns am meisten aktivieren, sind neue Reize, also alle Sachen die wir nicht gut kennen beziehungsweise die unerwartet auftreten.

Wie funktioniert Dopamin?

Dopamin hat viele Funktionen. Es ist hauptverantwortlich für Glücksgefühle, unsere Motivation und Neugierde für Dinge. Aber vor allem hat Dopamin mit der Bewegungskoordinierung, der Entscheidungsfindung und der Regulierung des Lernen und Gedächtnisses zu tun. Im Weiteren gehen wir auf jede einzelne Funktion ein.

Wie funktioniert Dopamin?

1. Dopamin und das Glücksgefühl

Wenn das Dopamin in den Belohnungszentren des Gehirns freigesetzt wird, fühlen wir Glück, Wohlgefühl und Entspannung. Es spielt bei unseren Grundbedürfnissen für das Überleben wie beim Sex, dem Essen, dem sozialen Status etc. eine Rolle.

2. Dopamin, Lernen und Gedächtnis

In mehreren Studien wie dieser wird erklärt, dass diese Substanz der Schlüssel zum Lernen und Gedächtnis ist. Dopamin hilft uns dabei, uns an Informationen zu erinnern. Es stärkt die Verbindungen zwischen dem Nucleus accumbens und Bereichen, die mit dem Gedächtnis zusammenhängen. Es ist sogar erwiesen, dass Erlerntes, das eine emotionale Komponente aufweist am längsten bestehen bleibt. Es spielt eine wichtige Rolle bei diesem Prozess.

Dopamin ist auch ein Schlüsselfaktor beim assoziativen Lernen. Eine Studie zeigt, dass die Stimulation der Dopaminkanäle in der Substantia nigra im Gehirn der Teilnehmer, während diese eine Belohnung erhielten, sie dazu bewegte, die Stimulation die der Belohnung vorausging, zu wiederholen.

3. Dopamin und Motivation

Viele Studien, wie diese untersuchen die motivierende Funktion des Dopamins. Es scheint, als ob dieser Neurotransmitter uns nicht nur belohnt wenn wir eine genussvolle Tätigkeit ausgeführt haben, sondern schon vorher aktiv ist. Dopamin wird freigesetzt, um etwas Gutes zu erreichen und etwas Schlechtes zu vermeiden. Ein Dopaminmangel, der bei vielen Erkrankungen wie beispielsweise der Depression vorkommt, spiegelt sich in Symptomen wie Motivationsmangel oder Anhedonie wider.

4. Dopamin und Neugierde

Die Neugierde ist die Art von intrinsischer Motivation, die uns dazu bewegt, Antworten auf Rätsel oder unbekannte Dinge zu suchen. Die Neugierde ist der emotionale Aspekt, der uns zur Entdeckung, Forschung und zum Lernen motiviert. Neugierde kann als Existenzmechanismus bezeichnet werden.

Diese Aspekte scheinen auch mit der Neugierde zusammenzuhängen. Normalerweise entiwcklen wir Neugierde bei Dingen, die wir nicht kennen und die nicht in unsere mentalen Konzepte passen. Außerdem ist die Neugierde eine Art von Motivation und wird demnach durch Dopamin reguliert (wie die intrinsische Motivation). In einer aktuellen Arbeit von Grubber über die Neugierde und das Gedächtnis kann man lesen, dass die Verbindungen und Strukturen, die mit den Belohnungsmechanismen zusammenhängen, wie das dopaminerge Netz und die Aktivierung des Nucleus accumbens, auf die Neugierde einwirken. Menschen erinnern sich besser an Informationen, bei der sie Neugierde empfinden, auch wenn diese Information irrelevant ist.

5. Dopamin und Kreativität

Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine Beziehung zwischen dem dopaminergen Kreislauf und der Kreativität besteht. Die Dopaminrezeptoren von gesunden sehr kreativen Menschen ähneln denen von Personen mit Schizophrenie. Dopaminrezeptoren sind eng mit dem divergenten Denken verbunden.

Sowohl kreative als auch von Schizophrenie betroffene Menschen besitzen eine geringere Dichte an Dopaminrezeptoren im Thamalus, welcher die Informationen filtert die uns erreichen und beeinflusst somit die Wahrnehmung und das logische Denken. Das bedeutet, dass die Signale weniger stark gefiltert werden und somit ein großer Informationsfluss in das Bewusstsein gelangt. Das erklärt, weshalb kreative Menschen zahlreiche ungewöhnliche Assoziationen bei der Lösung von Problemen finden und sich bei Personen mit psychischen Störungen seltsame Verbindungen finden lassen.

6. Dopamin und Persönlichkeit

Ein Persönlichkeitsmerkmal, das uns am meisten definiert, ist unser Grad an Extravertiertheit. Die Extraversion hat zwei Hauptbestandteile: den Gefallen an sozialer Interaktion und die Impulsivität. Dieses Merkmal hängt stark mit dem Dopamin zusammen.

Einigen Studien zufolge neigen Menschen mit hoher Impulsivität und Offenheit für neue Erfahrungen (normalerweise extravertiert) dazu, ihre Dompaminkreisläufe besser aktivieren zu können. Sie sind für gewöhnlich auch anfälliger für Suchterkrankungen oder Risikoverhalten.

Was geschieht, wenn ich an Dopaminmangel oder Dopaminüberschuss leide?

Es gibt einige Krankheiten, die durch den Mangel oder Überschuss an Dopamin entstehen:

Wenn uns diese Substanz fehlt, fühlen wir uns eventuell demotiviert, gelangweilt, deprimiert oder sogar betrübt.  Es ist auch möglich, dass wir Anhedonie verspüren, dass es uns schwerfällt, Glück zu empfinden und zu genießen. Einige Krankheiten, die sich durch einen Dopaminmangel auszeichnen sind die Depression, die Sozialphopie, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität) und die Parkinson-Krankheit. Deswegen führen die Medikamente, die zur Behandlung dieser Krankheiten für gewöhnlich eingesetzt werden, zu einer Steigerung des Dopamingehalts im Gehirn. Dies geschieht jedoch in geringen und regulierten Dosen, da sie anderweitig, genau wie andere Drogen, abhängig machen können.

Abgesehen von Parkinson, ist bei diesen Störungen die Ursache der Erkrankung nicht der Dopaminmangel, sondern der Rückgang in positiven Verstärkern, also die aktive Suche nach genussvollen Reizen und ein Rückgang der Motivation. Der Verlust der positiven Verstärker führt zu einem Rückgang der Dopaminproduktion. Bei der Parkinson-Krankheit hingegen degeneriert der Gehirnbereich, der Dopamin produziert, die Substantia nigra.

Ein erhöhter Dopamingehalt hängt hingegen mit psychischen Krankheiten wie der Schizophrenie und der bipolaren Störung zusammen. Bei diesen Störungen hemmen die verwendeten Medikamente normalerweise die Wirkung dieser Substanz. Sie sorgen dafür, dass sie weniger lange im synaptischen Spalt verbleibt und somit die Informationsweitergabe von einem zum nächsten Neuron gehemmt wird.

Welchen Einfluss hat Dopamin auf Suchterkrankungen?

Eine Sucht beinhalten den intensiven Wunsch nach etwas, den Kontrollverlust über den Konsum und der kontinuierliche Gebrauch, trotz ungünstiger Folgen. Die Sucht verändert das Gehirn, indem sie die Art mit der Vergnügen registriert wird verändert und die normale Funktionsweise des Lernens und der Motivation zerstört.

Zusätzlich zur Steigerung der Dopaminproduktion hemmen Drogen auf künstliche Weise die Dopaminwiederaufnahme und den Dopaminabbau. Das bedeutet, dass sich über einen langen Zeitraum große Mengen im synaptischen Spalt (mehr als 150% des normalen Wertes) ansammeln.

Jedoch nicht nur Drogen, die auf künstliche Weise den Dopamingehalt im Gehirn steigern, begünstigen eine Suchterkrankung. Viele Verhaltensweisen, die eine Steigerung des Dopamingehalts im Gehirn verursachen, machen einen anfälliger für Abhängigkeit von diesem Verhalten, wie beispielsweise bei der Sex-, Spiel-, Kauf-, Videospiel-, und Fast-Food-Sucht.

Sich wiederholt einer süchtig machenden Substanz oder Verhaltensweise auszusetzen verursacht eine Kommunikation der Nervenzellen im Nucleus accumbens und des Präfrontalen Cortex (der für Planung und Entscheidungsfindung zuständige Bereich). So vereint sich, dass “uns etwas gefällt” mit dem “wir wollen es haben” und bringt uns dazu, dem Wunsch nachzugehen. Dieser Prozess motiviert uns dazu, die Quelle des Vergnügens zu suchen.

Dieser Mechanismus hat sich als adaptiv und evolutionär vorteilhaft herausgestellt, da wir das Vergnügen mit für unser Überleben und unsere Gene notwendigen Verhaltensweisen assoziieren, wie die Nahrungssuche und dem Geschlechtsverkehr.

Die Ansammlung von Dopamin im Gehirn sorgt dafür, dass sich neue Rezeptoren für dieses Hormon bilden. Mit der Zeit passt sich das Gehirn an und der Effekt des Dopamins lässt nach. So verringert sich das Gefühl des Vergnügens oder Glücks, das eine Substanz oder eine Verhaltensweise verursacht. Deswegen brauchen süchtige Menschen immer höhere Dosen, um den gleichen Effekt zu erreichen. Dies nennt man Toleranz.

Süchte ohne Drogen

Dies sind die sogenannten Störungen der Impulskontrolle, die zu den Verhaltensstörungen gehören. Es handelt sich um die Sucht nach Verhaltensweisen, wie Spontaneinkäufe, der Computer- oder Handysucht, der Sucht nach Arbeit, Sex, oder Spielen. Diese Störungen haben viele Gemeinsamkeiten mit dem Drogenmissbrauch.

Genau wie bei einer Drogenabhängigkeit wird erlernt, dass bei Unwohlsein, Anspannung oder Unruhe, die Verhaltensweise diese negativen Gefühle verschwinden lässt und Vergnügen schafft. Deshalb wird es wahrscheinlich, dass dieses Verhalten wiederholt wird. Dennoch ist der Dopamingehalt, der beim Ausführen dieses Verhaltens entsteht, zwar erhöht, liebt aber im normalen Bereich, da er nicht, wie beim Drogenkonsum, künstlich erhöht wird. Deshalb kann es bei solchen Suchterkrankungen zu keiner körperlichen Abhängigkeit kommen und sie sind nicht so schädlich für das Gehirn.

Also, kann uns Dopamin zur Sucht führen? 

Trotz seines schlechten Rufes durch den Zusammenhang mit Abhängigkeiten kann die Substanz per se nicht zur Sucht führen.

Beispielsweise ist es schwierig, nach Neugierde süchtig zu werden. So setzt das Gehirn zwar viel Dopamin frei wenn wir Neugierde verspüren, jedoch baut der Körper es in einem konstanten Rhythmus ab und behält so ein Gleichgewicht bei.

Gleichzeitig hängt es sehr von den Eigenschaften und der Fähigkeit zur Impulskontrolle einer jeden Person ab.

Dopamin dient dem Erhalten der Motivation und begünstigt das Lernen. Außerdem ermöglicht es uns, uns zu verlieben, gerührt zu werden und es zu genießen, wenn wir einen schönen Sonnenuntergang sehen, oder wenn wir mit dem Auto fahren, das wir so lieben. Die kleinen Vergnügen des Lebens werden durch Dopamin vermittelt, und wer würde schon gerne darauf verzichten? Dopamin ist nicht schlecht, aber wie bei allem braucht man ein Gleichgewicht. Wir können nicht immer “voller” Dopamin sein, da es in  uns eine Sucht auslösen würde. Dennoch verursacht Dopamin allein keine Suchterkrankung. Das tun die zwanghaften Verhaltensweisen, mit denen wir nach einem erhöhten Dopamingehalt suchen, die uns zur Sucht führen.

Ist das Glücksgefühl, das wir empfinden, wirklich oder falsch?

Wenn das Gehirn Dopamin als Reaktion auf natürliche Reize freisetzt, ist das Glück, was wir empfinden, echt. Wenn im Gegensatz dazu, die Dopaminfreisetzung das Produkt einer Droge ist, kann man  von einem künstlichen “Glück” sprechen und ist somit eher falsch.

Beim Glücksgefühl spielen auch andere Hormone außer dem Dopamin, wie Serotonin und die Endorphine, eine Rolle. Dopamin hängt am engsten mit dem Vergnügensgefühl und der Motivation, diese Gefühl zu suchen, zusammen. Serotonin wird auch das Vergnügens- oder Stimmungshormon genannt. Und Endorphine erhöhen unser Wohlgefühl, verbessern die Stimmung und erzeugen Zufriedenheit.

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Gedächtnisprobleme: Was ist das und wann sollten wir uns Sorgen machen

Was sind Gedächtnisprobleme?  Wir alle vergessen manchmal etwas: Wir machen uns Sorgen, wenn wir uns nicht erinnern, wo wir die Schlüssel gelassen haben, wenn wir den Geburtstag einer uns wichtigen Person vergessen, wenn wir uns bei der Uhrzeit, zu der der Zug abfährt, geirrt haben, oder an welchem Tag wir uns mit einem Freund verabredet hatten. Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir Dinge vergessen? Was sind die Ursachen von Gedächtnisproblemen?

Denkst du, dass es dir schwer fällt, dich an Dinge zu erinnern? Wann sollten wir uns um ein schweres Gedächtnisproblem Sorgen machen? Entdecke in diesem Artikel alles über Gedächtnisprobleme

Gedächtnisprobleme

Denkst du, dass du Gedächtnisprobleme haben könntest? Beantworte diese 14 einfachen Fragen über die Symptome, die mit Gedächtnisproblemen zusammenhängen.

1. Hast du das Gefühl, dass sich dein Gedächtnis verschlechtert hat?

2. Musst du einen Text mehrmals lesen, um ihn zu verstehen?

3. Verlegst du Gegenstände wie Schlüssel, Geld, Brille, etc. häufig?

4. Glaubst du, dass du bei Gesprächen Probleme hast, die passenden Worte zu finden?

5. Vergisst du häufig Dinge, wie zum Beispiel, was du gestern gegessen hast?

6. Auf deiner Arbeit musst du immer ähnliche Dinge machen, aber in letzter Zeit findest du es schwieriger, sie angemessen zu erledigen?

7. Vergisst du Pläne, die du auf kurze Sicht hin machst? Weißt du beispielsweise noch, dass du zum Arzt gehen musst, hast aber vergessen, wann du deinen Termin hast?

8. Hast du Schwierigkeiten gehabt, einen Gegenstand oder ein Gerät zu benutzen, dass du vorher schon einmal benutzen konntest?

9. Hast du Schwierigkeiten bei Aufgaben bemerkt, die Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern?

10. Haben die Menschen, die dir nahestehen, bemerkt, dass dein Gedächtnis neuerdings Mängel aufweist?

11. Fühlst du dich orientierungsloser als gewöhnlich, auch an Orten, an denen du häufig bist?

12. Zweifelst du, ob du eine bestimmte Handlung ausgeführt hast oder nicht?

13. Denkst du, dass du Wörter verwechselst oder es dir schwerer fällt, dich an Namen von Filmen, berühmten Menschen, etc. zu erinnern?

14. Fällt es dir schwer, dich an alle Menschen in deinem nächsten Umfeld zu erinnern?

Wenn du alle Fragen beantwortet hast und deine Antwort bei 7 oder mehr Symptomen JA ist, besteht die Möglichkeit, dass du unter Gedächtnisproblemen leidest. Die Ergebnisse dieses Tests sind aber in keinem Fall als Diagnose anzusehen. Suche deshalb einen Arzt auf, um eine Diagnose stellen zu lassen.

Mairena Vázquez, Psychologin, erklärt im Folgenden was Gedächtnisprobleme sind, ihre Ursachen und wann wir uns Sorgen machen sollten.

Was sind Gedächtnisprobleme?

Das Gedächtnis kann als Fähigkeit zur Speicherung und dem Hervorrufen von Information definiert werden. Das Gedächtnis ist die Gesamtheit der Systeme, die es uns ermöglichen, Information aufzunehmen, zu speichern und abzurufen. Menschen mit erworbenem Hirnschaden beklagen am häufigsten Gedächtnisprobleme, unter diesen leiden sowohl sie selbst als auch ihre Angehörigen.

Gedächtnisprobleme sind eine der häufigsten Gründe, weshalb Menschen eine neuropsychologische Beratung aufsuchen. Gedächtnisprobleme sind dementsprechend nicht nur mit älteren Menschen in Verbindung zu bringen, da Gedächtnisstörungen in jedem Alter auftreten können.

Leichte Vergesslichkeit oder leichte Gedächtnisprobleme sind häufig Teil des normalen Alterungsprozesses. Ältere Erwachsene benötigen oft mehr Zeit dafür, sich an etwas zu erinnern oder etwas Neues zu lernen. Dennoch haben wir alle gelegentlich Schwierigkeiten, uns an einen bestimmten Namen oder ein Wort zu erinnern und wir haben alle schon einmal die Schlüssel verlegt und einen wichtigen Termin vergessen.

Viele Personen zeigen regelmäßig alltägliche Vergesslichkeiten. Nicht alle Gedächtnislücken sind Symptome der kognitiven Beeinträchtigung, von Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Diese Pathologien treten für gewöhnlich mit Gedächtnislücken auf, die progressiv in Häufigkeit und Schwere sind. Wenn der Gedächtnisverlust von Familienmitgliedern oder nahestehenden Freunden bemerkt wird und sich störend auf alltägliche Abläufe auswirkt (Arbeit, soziale Beziehungen, etc.) ist es wichtig, eine professionelle neuropsychologische Bewertung durchzuführen und qualifizierte professionelle Beratung für Demenz und Gedächtnisprobleme aufzusuchen.

Gedächtnisprobleme betreffen alle Altersgruppen, nicht nur Menschen über 50 Jahre. Tatsächlich kommt es immer häufiger vor, dass junge Leute oder sogar Kinder Gedächtnisprobleme haben, was zu Aufmerksamkeitsproblemen führen kann. Trotz allem sind Gedächtnisprobleme eine der häufigsten Beschwerden bei älteren Menschen.

“Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können” (J.Paul; Fr. Richter).

Gründe für Gedächtnisverlust

Es gibt verschiedene Arten von Gedächtnisproblemen, sowohl Probleme, die den Abruf von Erinnerungen aus der Vergangenheit verhindern (“Was habe ich gestern gegessen?” – retrograde Amnesie) als auch Probleme bei der Bildung neuer Erinnerungen von neuen Ereignisse, wie Plänen, die wir für nächste Woche haben (anterograde Amnesie). Gleichzeitig können Gedächtnisprobleme auch die Konsequenz von einem erworbenen Hirnschaden sein.
Unabhängig davon, was die Ursachen der Gedächtnisprobleme oder anderer Probleme sind, kann der Mensch, der an ihnen leidet, Angst vor dem Vergessen empfinden.

So oder so sind Gedächtnisprobleme oft reversibel und lösbar. In diesen Fällen entstehen die Gedächtnisprobleme durch Ursachen, die wir irgendwie kontrollieren können, auch wenn es immer empfehlenswert ist, zum Arzt zu gehen, um eine mögliche Lösung zu finden oder zu zukünftige kognitive Beeinträchtigung zu vermeiden.

Carlos Regazzoni (Neurologe) geht davon aus, dass der Entstehung von Gedächtnisproblemen “hoher Blutdruck, Blutzuckerprobleme und am häufigsten Stress bei der Arbeit” zugrunde liegen. Deswegen haben immer mehr junge Menschen Gedächtnisprobleme und diese sollten nicht immer mit dem gefürchteten Wort Demenz assoziiert werden. Um uns zu erinnern, ist es unabdingbar, die Information im Gedächtnis zu speichern, und dafür sollten wir sehr aufmerksam sein. Oft entstehen die Gedächtnislücken nur, weil wir nicht aufmerksam genug waren oder weil unser Gedächtnis die Realität manchmal verzerrt.

Unser Gedächtnis kann aus verschiedenen und diversen Gründen ausfallen. Unter den Hauptursachen, die Gedächtnisprobleme verursachen können, befinden sich folgende:

  • Stress und Erschöpfung
  • Nebenwirkungen von Medikamenten oder sogar Effekte von Behandlungen einiger Krankheiten wir Krebs
  • Phasen der Veränderung in unserem Leben, Druck auf der Arbeit
  • Rauchen oder Vergiftung durch Alkohol oder andere Drogen können die Gehirnaktivität schädigen und so auf die Kapazität und Qualität des Gedächtnisses einwirken. Gehirn und Alkohol.
  • Depressionen oder andere psychische Störungen (zum Beispiel Schizophrenie oder bipolare Störung)
  • Infektionen, Tumore oder Verletzungen im Gehirn
  • Fehlender Schlaf: Wenn wir schlafen, aktivieren sich die Gehirnzonen, die mit dem Gedächtnis verbunden sind, und wenn wir dagegen wenig schlafen, werden diese Zonen geschwächt. Deswegen ist es empfehlenswert, mindestens 8 Stunden täglich zu schlafen.
  • Neurodegenerative Erkrankungen (wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Chorea Huntington, Parkinson, …)
  • Momente, in denen wir nervöser sind oder Momente, in denen wir starke Emotionen erleben
  • Vitaminmangel: Ein Defizit an Vitamin B12 kann zu Gedächtnisproblemen führen. Deswegen empfehlen Experten einen angemessenen Konsum dieses Vitamins in unterschiedlichen Lebensmitteln oder bei schwangeren Frauen, Menschen mit gastrointestinalen Krankheiten sogar Vitaminergänzungen. Auch eine Ernährung mit hoher Kalorienzufuhr (zum Beispiel Fast Food in Massen), kann für Gedächtnisprobleme sorgen.

Das Gedächtnis ist ein Gut, das wir sorgfältig pflegen sollten. Wir sollten aus unserem Alltag jeden Faktor verbannen, der un schädigen könnte, wie eine schlechte Ernährung, Rauchen, exzessives Trinken, Drogen, oder einfach unser Gehirn nicht anzustrengen.

Sollte ich mir wegen der Gedächtnisprobleme Sorgen machen?

Wenn du merkst, dass sich die Gedächtnisprobleme ständig wiederholen, ist es empfehlenswert, sich an einen spezialisierten Experten zu wenden. So kannst du feststellen, ob die Symptome durch einen Faktor verursacht werden, den man rückgängig machen kann, ob sie mit der normalen Alterung zusammenhängen oder ob im Gegensatz dazu, eine Art von kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz besteht, die behandelt werden muss.

Es empfiehlt sich, immer zu versuchen, eine positive Einstellung beizubehalten und sich bewusst zu sein, wie wichtig es ist, mit unserem Gedächtnis zu arbeiten. Wenn der Grund für die Gedächtnisprobleme der Arbeitsstress oder die Hektik ist, die wir Tag für Tag haben, sollten wir uns keine Sorgen machen, aber uns darum kümmern, unser Gedächtnis mit verschiedenen Strategien zu verbessern. Man kann Aktivitäten wie Lesen, Studieren, Denkspiele, etc. durchführen.

Gedächtnisprobleme: Was kann ich tun, um mich besser zu erinnern?

Es ist nicht sinnvoll, sich zu sehr auf leichte Gedächtnisprobleme zu fixieren. Das Gedächtnis hat eine beschränkte Kapazität, und um weiterhin neue Erinnerungen zu formen, muss es die Erinnerungen loswerden, die nicht mehr nützen. Die menschlichen Wesen erinnern sich an allgemeine Dinge wie Personen, Fakten und Orte, aber wir neigen dazu, Details zu vergessen. Deswegen vergessen wir oft, weil unser Gehirn vergessen muss.

Wir erinnern uns an 5% dessen, was wir hören, 15% dessen, was wir sehen und 90% dessen, was wir tun. Was soll das heißen? Dass es eine gute Art ist, sich mithilfe von Eselsbrücken Dinge zu merken, um uns leichter an sie zu erinnern. Was können wir machen, um uns besser zu erinnern?

  • Uns laut Anweisungen geben: Wir können Gedächtnislücken merkbar verringern, wenn wir uns laut selbst Anweisungen geben. Zum Beispiel: “Ich muss die Autoschlüssel mitnehmen, wenn ich aus dem Haus gehe”, “Ich muss eine E-Mail an meinen Kollegen schreiben”
  • Uns uns selbst vorstellen, wie wir das tun, an das wir uns erinnern wollen: Uns selbst abzubilden, wie wir diese Handlung ausführen, kann uns dabei helfen, kleine Vergesslichkeiten oder Gedächtnisprobleme zu reduzieren
  • Nutze CogniFit, das führende Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulation: CogniFit ist die meist verwendete nicht pharmakologische Behandlung bei Gedächtnisproblemen, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen im Frühstadium. Die Technologie von CogniFit wurde wissenschaftlich validiert und standardisiert. Du musst dich nur registrieren! Die Übungsbatterie von CogniFit ermöglicht es, präzise die kognitiven Stärken und Schwächen einer jeden Person zu bewerten und zu messen.
  • Betätige dich körperlich: Die körperliche Bewegung hilft dabei, die kleinen Gedächtnisprobleme zu lindern und verjüngt die Zellen.
  • Gehe einer passenden Ernährung für das Gehirn nach: Eine Ernährung aus Obst, Gemüse und Vollkorngetreide kann dir dabei helfen, Gedächtnisprobleme zu verringern. Die Antioxidantien, die wir in diesen Lebensmitteln finden, können uns dabei helfen, unsere Neuronen zu beschützen. Entdecke die besten Vitamine für das Gehirn.
  • Erhole dich angemessen: Eine angemessene Erholung ist unabdingbar für das optimale Funktionieren des Gedächtnisses.
  • Plane deine Aktivitäten und mach Listen: Manche Menschen finden, dass sie sich besser an die Dinge erinnern, wenn sie Listen mit allen ausstehenden Tätigkeiten machen.
  • Weitere Empfehlungen: Wenn du lernen möchtest, dich besser zu erinnern und deine Gedächtnisprobleme zu verringern, entdecke in diesem Artikel, wie du dein Gedächtnis verbessern kannst.

Du brauchst nur Geduld, Motivation, Mühe und stetige Übung. Wenn du erst einmal merkst, wie deine Gedächtnisprobleme beginnen zu verschwinden, wird sich deine Stimmung verbessern und so wirst du dich besser fühlen und gleichzeitig weniger dazu neigen, die Dinge zu vergessen. “Wir sind, was wir erinnern und erinnern, was wir sind”.

Neuroplastizität und Gedächtnisprobleme

Wenn die Ursache unserer Gedächtnisprobleme reversibel und spezifisch ist, müssen wir uns keine Sorgen machen. Wenn wir dagegen nach einer Bewertung eines spezialisierten Experten eine Diagnose für eine mögliche Demenz oder eine mögliche kognitive Beeinträchtigung erhalten, sollten wir etwas unternehmen, um die Auswirkungen zu verlangsamen und daran denken, dass nicht alles verloren ist. Dank der Neurowissenschaft und der Neuropsychologie hat man das Konzept der Neuroplastizität entdeckt.

Im Großen und Ganzen und nach aktuellen Untersuchungen können wir sagen, dass die neuronale Plastizität (oder Neuroplastizität) “die Kapazität des Nervensystems zur Veränderung seiner Struktur und seiner Funktionen im Laufe des Lebens, als Reaktion auf die Umgebung” ist.

Diese Kapazität des Gehirns ermöglicht es, die Evolution der Krankheit zu verzögern und für längere Zeit die kognitiven Fähigkeiten der Person zu erhalten und somit ihre Lebensqualität zu verbessern.

 

Vielen Dank fürs Lesen, du kannst deine Kommentare, Zweifel und Fragen gerne hinterlassen.

 

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

 

Intelligenztest: Geschichte, Arten und die besten Tests, um die Intelligenz zu messen

Die Forschung im Bereich Intelligenz ist über die letzten Jahre immer bedeutender geworden. Dies sogar bis zu dem Punkt, dass heutzutage in vielen Situationen ein Intelligenztest angewendet wird: bei Diagnosen von Störungen, bei Auswahlverfahren für eine Stelle, usw. Finde in diesem Artikel heraus, was Intelligenztests sind, lerne etwas über die Geschichte der Tests, die Arten von Tests, die es gibt und die beste Art, den Intelligenzquotienten einer Person zu messen.

Intelligenztest IQ

Seit geraumer Zeit existiert ein Konzept, das alle menschlichen Wesen als sehr wertvoll und wichtig erachten, es handelt sich um die Intelligenz. Heutzutage wollen viele Menschen wissen, welchen Intelligenzquotienten sie haben und welchen Intelligenzgrad sie besitzen.

Ein Intelligenztest ist eine weitere Prüfung, die im Konkreten die Kenntnisse, Fertigkeiten und Funktionen misst. Seine Haupteigenschaft ist es, den Intelligenquotienten herauszufinden, durch Tests, die die Fähigkeit, Information aufzunehmen, zu verstehen und zu verarbeiten, ausreichend messen. Es gibt viele Menschen, die eine hohe Argumentationsfähigkeit besitzen, aber denen es schwerfällt, aufmerksam zu bleiben, oder Menschen, die großartig in Sprachen sind, aber dennoch überhaupt nicht in anderen Bereichen hervorstechen. Deswegen möchten wir in diesem Artikel klarstellen, dass Intelligenztests Ergebnisse der Tests sind, die durchgeführt werden, um die Resultate zu erhalten.

Eine schlechte Bewertung in diesen Tests bedeutet nicht immer einen niedrigen Intelligenzquotienten, manchmal kann es daran liegen, dass die Menschen, an denen die Intelligenztests durchgeführt wurden, in anderen Bereichen hervorstechen, die diese Intelligentests nicht messen. Deswegen muss man betonen, dass diese Tests eine Reihe von bestimmten Aspekten messen, um eine Resolution der Information, in der sich der Intelligenzquotient befinden kann, zu bieten, in Einverständnis mit den positiven Antworten, die vom Individuum bezüglich der Intelligenztests, die durchgeführt wurden, gegeben wurden und nicht in anderen Bereichen, die nicht bewertet wurden.

Im Folgenden werden die Ränge wiedergespiegelt, in die die Bewertungen des Intelligenzquotienten der verschiedenen Intelligenztests eingeteilt werden:

IQ über 130
Sehr hoch (hochbegabt)
IQ zwischen 120 y 129 Hoch
IQ zwischen 110 y 119 Mittelhoch
IQ zwischen 90 y 109 Durchschnittlich
IQ zwischen 80 y 89 Mittelniedrig
IQ zwischen 70 y 79 Niedrig
IQ unter 69 Mangelhaft
IQ zwischen 50 y 69 Leicht mangelhaft
IQ zwischen 35 y 49 Gemäßigt mangelhaft
IQ unter 35 Schwer mangelhaft

Geschichte der Intelligenztests (IQ)

1- Die Intelligenztests von Francis Galton

Die Geschichte der Intelligenztests ist auf Francis Galton zurückzuführen. Er begann, die Beziehung zwischen der Vererbung und der menschlichen Fähigkeit zu erforschen. Ausserdem war er der erste, der Statistiken nutzte, um die menschlichen Eigenschaften und Fähigkeiten zu messen, wo er die umfassende Intelligenz miteinbezog, deswegen ist er als Vater der psychologischen Tests bekannt. Ausgehend von der Annahme, dass die Information, die von den Sinnen empfangen und effizient behandelt wird, die richtige Entwicklung der intellektuellen Fähigkeiten beeinflusst, entwickelte er die Intelligenztest.

Diese ersten Tests waren nicht gültig, aber veranlassten die Entwicklung von neuen Intelligenztests, die als gültig erklärt wurden und noch in der heutigen Zeit verwendet werden.

2- Intelligenztests von Lewis Terman und Alfred Binet.

Terman entwickelte während des Ersten Weltkriegs einen Intelligenztest, um dem Heer dabei zu helfen neue Rekruten auszuwählen. Er entwickelte gemeinsam mit Binet den IQ-Test Satanford-Binet, der Standard-Intelligenztest in den Vereinigten Staaten, der bis zur heutigen Zeit verwendet wird. Binet entwickelte seinerseits einen Test, um die Intelligennz von Kindern im Schulalter zu messen. Seine Tests wurden bis zur Erscheinung des IQ-Tests nicht bekannt, die Grundlage für zukünftige Tests des Intelligenzquotienten.

Der IQ-Test hatte große Auswirkungen auf weltweiter Ebene, dank dieser Autoren, die zu seiner Erschaffung weiter gingen, als man es bisher getan hatte. Im Unterschied zu Galton orientierten sich Binet und seine Partner, zu denen man auch Terman zählt, daran, komplexere intellektuelle Vorgänge wie die Urteilsfähigkeit, das Gedächtnis, das Verständnis und die Logik zu messen, indem sie besonders viel Wert auf die Sprache als wichtigsten kognitiven Entwickler legten, etwas, was man bis zu diesem Moment nicht gemacht hatte.

Die Skalen, die von Binet in Frankreich erschaffen wurden, wurden später durch Terman in den Vereinigten Staaten übersetzt. Dieser Autor übersetzte nicht nur die Sprache, sondern passte die Skala an die amerikanische Kultur an. So verwandelte sich der Intelligenztest Terman-Binet über viele Jahre hinweg in die meistverwendete Skala, um den Intelligenzquotienten bis zum heutigen Tage zu messen.

3- Intelligenztest von David Wechsler

Im Jahre 1930 leistete Wechsler einen wichtigen Beitrag zum Feld der intellektuellen Bewertung. Dieser Autor besaß umfangreiche Kenntnisse im Bezug auf die klinischen Kompetenzen und die Statistik, aufgrund der vorher durchgeführten Studien. Außerdem hatte er eine weitreichende Erfahrung bei der intellektuellen Bewertung, da er auch im Ersten Weltkrieg durch seine Arbeiten mitwirkte. Bei der Arbeit von Wechsler hat das durch Stanford, Binet und anderen bekannten Autoren konzipierte System ein großes Gewicht. Wechsler erschuf eine Reihe von Tests:

  1. Intelligenzskala Wechsler Bellevue (1938).
  2. Skala WAIS (1939).
  3. Intelligenzskala Wechsler Bellevue II (1946).
  4. Skala WISC (für Kinder von 5 bis 15 Jahren) (1949).

Der wichtigste Beitrag, den dieser Autor leistete, war die Möglichkeit, in einem einzigen Instrument die besten Intelligenzmessungen seiner Epoche zu vereinen. Man muss die Wichtigkeit des Intelligenztests WAIS hervorheben. Dieser Intelligenztest ermöglicht es uns, den zitieren Intelligenzquotienten bei der erwachsenen Bevölkerung (zwischen 16 und 64 Jahren) zu messen. Bis zum heutigen Tage ist er zum meistverwendeten Test in der Klinik geworden, dank seiner hohen Verlässlichkeit und Validität.

4- Intelligenztest von Henry Goddard

Ein weiterer bemerkenswerter Autor ist Henry Goddard. Dieser Autor war der Leiter der Schule von New Jersey und verwendete den Intelligenztest von Binet als eine Aufnahmeprüfung, um in die Schule galangen zu können. Für ihn war diese Prüfung von großer Bedeutung, da er glaubte, dass ein Mensch mit niedriger Bewertung seines Intelligenzquotienten unfähig zum Lernen sei. Er trieb diese Einstufung sogar auf die Spitze, indem er die Individuen abhängig vom Ergebnis des Tests als “Trottel” für diejenigen mit einem IQ zwischen 51-70, “Dummkopf” für diejenigen zwischen 16 und 50 und “Idiot” für diejenigen zwischen 0 und 25, einstufte.

Es ist notwendig, die Sichtweise dieses Autors zu erwähnen, um noch einmal hervorzuheben, wie wichtig es ist, dass die Intelligenztests ein Instrument zur Messung von bestimmten Fähigkeiten sind, die in genannten Tests bewertet werden, jedoch nicht alle Fertigkeiten auswerten, die eine Person besitzt. Deswegen sollten seine Resultate immer als eine spezifische Form dieser Bereiche und nicht des Individuums im Ganzen genommen werden.

Einige Intelligenztests

Es wurde bereits in anderen Artikeln von CogniFit über Intelligenztests geschrieben und im Konkreten werden im Artikel “Arten von Intelligenztests” mit Vorsicht alle Intelligenztests mit ihren verschiedenen Maßstäaben und Zwecken überprüft. Deswegen fügen wir in diesem Artikel Intelligentests hinzu, die vorher noch nicht erwähnt wurden, damit ihr als Leser mehr Referenzen zu den zahlreichen Intelligenztests habt. Wir fassen noch einmal kurz die Intelligenztests zusammen, die im zuvor zitierten Artikel erwähnt wurden.

1- Intelligenztest Stanford-Binet

Der Intelligenztest Stanford-Binet ist eine Revision des Tests von Binet-Simon. Er wird hauptsächlich bei Kindern eingesetzt, auch wenn man ihn ebenfalls bei Erwachsenen verwenden kann. Die Dauer schwankt zwischen 30 Minuten bei Kindern und anderthalb Stunden bei Erwachsenen. Dieser Intelligenztest hat eine starke verbale Komponente und ermöglicht es, einen IQ in 4 Bereichen oder Dimensionen zu berechnen.

2- Test WAIS

Die Intelligenzskala Wechsler für Erwachsene ermöglicht es, den IQ zu erhalten und bietet außerdem unabhängig davon den manipulativen IQ und den verbalen IQ. Er besitzt eine Dauer von 90-120 Minuten. Er wird ab dem 16. Lebensjahr angewendet.

3- Test WISCH

Der WISC ist ein weiterer Intelligenztest, der vom selben Autoren wie der vorherige, David Wechsler, entwickelt wurde, als eine Anpassung des WAIS-Test, zur Anwendung bei Kindern. Er ermöglicht es uns, Bewertungen auf 3 Skalen zu erhalten: der Verbalen, der Manipulativen und der Totalen.

4- Kaufman Assessment Battery for Children (K- ABC)

Diese Intelligenzbatterie wurde mit dem Ziel entworfen, die Fähigkeiten von Kindern zwischen zweieinhalb und zwölfeinhalb Jahren zu bewerten. Man muss dort Probleme lösen, die simultane und sequentielle mentale Verarbeitung erfordert. Die Tests können in einer variierbaren Zeit zwischen 35 und 85 Minuten durchgeführt werden.

5- Test von Raven

Der Intelligenztest von Raven verfolgt den Zweck, den Intelligenzquotienten zu messen. Es handelt sich um einen nonverbalen Test, wobei die Person fehlende Stücke einer Reihe von gedruckten Folien beschreiben soll. Er wird bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewendet.

6- Tests Woodcock-Johnson III der kognitiven Fähigkeiten (WJ III)

Das Hauptmerkmal des Intelligenztests WJ III ist, dass sie einen weiten Altersrang umfassen, denn man kann sie für alle Altersgruppen ab zwei Jahren verwenden. Der Intelligenztest besteht aus einer Standardbatterie, um 6 Bereiche zu bewerten, und 14 Bereiche in der erweiterten Batterie.

7- Matrizen

Dies ist ein Intelligenztest, der entwortfen wurde, um die allgemeine Intelligenz der gesamten Bevölkerung zu messen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene). Es ist ein Induktionstest, der auf nonverbalen Reizen basiert und uns dabei hilft, die fluide Intelligenz und den Gesamtfaktor der Intelligenz (oder g-Faktor). Sein Altersrang geht von 6 bis 74 Jahre. Dieser Test bekommt eine große Bedeutsamkeit, wenn man ihn Nutzern zukommen lässt, die die Sprache nicht beherrschen, Hörprobleme oder allgemeine Kommunikationsprobleme haben. Dies liegt daran, dass der Test sich zusätzlich zu seinem nonverbalen Charakter auf Gesten und Illustrationen stützt. Er kann individuell oder kollektiv angewendet werden und hat eine Dauer von 45 Minuten.

8- Logik-Testbatterie.

Dieser Intelligenztest ermöglicht es, die Fähigkeit zum logischen Denken bei Kindern und Jugendlichen durch das abstrakte, verbale, numerische, praktische, räumliche und mechanische Denken zu bewerten. Er verfügt über insgesamt 3 Ebenen, abhängig vom Alter der Testpersonen in einem Rang von 9 bis 18 Jahren. Die Dauer des Tests wird auf zwischen 45 und 60 Minuten geschätzt.

9- RIAS. Intelligenztest von Reynolds.

Der RIAS ist ein Intelligenztest, der konzipiert wurde, um Zeit beim Intelligenzmessen zu sparen, da er mit einer Dauer von nur 40 Minuten angewendet kann und eine vollständige und verlässliche Information über die Bewertung der Intelligenz und des Gedächtnisses bereitstellt. Außerdem ist der Rang, in dem er angewendet werden kann, sehr groß, da er bei Menschen zwischen 3 und 94 Jahren verwendet werden kann. Er besteht aus sechs Subtests und bieten Information zur allgemeinen Intelligenz, zur verbalen und zur nonverbalen Intelligenz und zum allgemeinen Erinnerungsvermögen.

10- CogniFit: Neuropsychologische Bewertung

Die neuesten Entdeckungen zur Neurodidaktik und dem Gehirn zeigen, dass es unmöglich ist, mit einem Intelligenztest die kognitiven Fähigkeiten einer Person mit einem einzigen Parameter zu messen. Das menschliche Gehirn ist sehr komplex und es gibt Menschen, die eine unglaubliche Planungsfähigkeit haben, aber ein schlechtes Gedächtnis. Andere haben vielleicht ein Talent für Sprachen, verstehen aber nichts von Kunst.

Deswegen solltest du, wenn du deine Gehirnfunktionen professionell und präzise bewerten lassen möchtest, wissenschaftliche Programme wählen. CogniFit ist die führende neurowissenschaftliche Plattform zur Bewertung und Training des Gehirns.

CogniFit ist sehr einfach zu benutzen und richtet sich sowohl an Berufstätige im Bereich Gesundheit oder Forschung, als auch an die Allgemeinbevölkerung. Die Batterie zur kognitiven Bewertung und Rehabilitation verfügt über zahlreiche klinisch validierte Aufgaben, die es ermöglichen, mehr als 20 fundamentale kognitive Fähigkeiten aus dem Bereich Aufmerksamkeit, Planung, Gedächtnis, etc. zu messen.

Jeder dieser Tests ist perfekt definiert, validiert und wurde einer objektiven Kontrolle unterzogen.

Danke fürs Lesen 🙂 Zögere nicht, deine Kommentare zu diesem Artikel zu hinterlassen und alle Fragen zu stellen, die du möchtest, vielen Dank.

 

Quelle: Noemí de la Cruz Belerda, Psychologin bei CogniFit.

Wie lernt das Gehirn? Faktoren, die den Lernprozess unterstützen

Wie lernt das Gehirn? Neue Lernstrategien können wir dann entwickeln, wenn wir verstehen, wie das Gehirn lernt. Die traditionellen Lehrmethoden sind überholt und es ist Zeit, Alternativen in der Neurodidaktik zu suchen. In diesem Artikel wird erklärt, wie das Gehirn lernt. Außerdem finden sich einige Tipps, die das Lernen vereinfachen können.

Wie das Gehirn lernt. Bild: Natasha Connnell, Unsplash.com

Wie lernt das Gehirn? Immer wieder eine bestimmte Information zu wiederholen, bis wir es schaffen, sie auswendig zu lernen, ist nicht die beste Art zu lernen. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Faktoren wie Überraschung, Motivation, Emotion, Sport, Neuheit oder Teamarbeit unentbehrliche Zutaten zur Unterstützung und Förderung des Lernen und der Kenntnisse sind.

Die Erziehungsstrategie, der wir zurzeit folgen, ist nicht die optimalste. Um dabei helfen zu erziehen und besser zu lernen, sollten wir beginnen, in den Schulen die Erkenntnisse darüber, wie unser Gehirn lernt, anzuwenden. Monotone Informationsfolgen lehren uns nicht, wie wir der Welt begegnen sollen. Wir lernen nicht beim Auswendiglernen, sondern beim Erleben, beim Involvieren und beim Üben mit unseren Händen.

Um zu lernen ist es notwendig eine neue Strategie einzuführen, die es schafft die Lethargie aus unseren Köpfen zu vertreiben. So unterstützen wir nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch das Gedächtnis. Die neue und auffallende Information wird tiefer in unserem Gehirn gespeichert. Nach einer Studie des Technologischen Instituts von Massachusetts (MIT) liegt die Gehirnaktivität während einer Unterrichtsstunde im gleichen Bereich wie beim Fernsehen, das heißt, bei praktisch Null. Mit endlosen Vorträgen, bei denen die Schüler mit Information bombardiert werden, erreichen wir den gegenteiligen Effekt zu dem was wir eigentlich suchen.

Laut dem Neuropsychologen J.R. Gamo muss das Gehirn erregt sein, um zu lernen. Wenn das Gehirn neuartige Informationen aufnimmt, verarbeitet dies die rechte Gehirnhälfte (die mit der Intuition, den Bildern und dem kreativen Denken verknüpft ist).

Deswegen spielen die Sprache und der Vortrag, den ein Lehrer seinen Schülern im Unterricht hält, keine wichtige Rolle beim Lernen. Im Gegenteil, er sorgt dafür, dass die Schüler abschalten und sich leicht ablenken lassen.

Um zu verstehen, wie das Gehirn lernt, ist es wichtig zu wissen, wie es fühlt, und wie es Informationen verarbeitet und speichert.

Plattform Neurodidaktik von CogniFit: Wie lernt das Gehirn?

Neuerdings kann man immer häufiger das Präfix “Neuro-” in Verbindung mit verschiedenen Wissenschaften finden. Dies hat die Kreierung neuer Disziplinen wie dem Neuromarketing, der Neurotechnologie, der Neurolinguistik und der Neurodidaktik hervorgebracht. Dies ist so, da die Neurowissenschaft eine immer wichtigere Rolle bei der Erklärung der wissenschaftlichen Realität spielt. Die Funktionsweise des Gehirns zu kennen hilft dabei, Phänomene besser zu verstehen. Beispielsweise das Phänomen, mit dem wir uns gerade beschäftigen: wie das Gehirn lernt.

Die Neurodidaktik vereint die Kenntnisse und Methoden der Neurowissenschaften hin zur Unterstützung des Lernprozesses, um uns dabei zu helfen, besser zu lehren und effizienter zu lernen. Von CogniFit und um die Betreuung von verschiedenen Lernbedürfnisse zu unterstützen, wurde die neurodidaktische Plattform für Schulen und Lehrer gegründet. Es handelt sich um eine Plattform der Neurodidaktik, die von Experten der Neuropsychologie kreiert wurde. Sie hilft Lehrkräften, die nicht in Psychopädagogik spezialisiert sind, die Lernprozesse der Schüler zu bewerten und bessere Resultate bei ihnen zu erzielen.

Faktoren, die das Lernen unterstützen. Lernen zu lernen

1- Wie lernt das Gehirn? Beim Lernen ist ein Bild mehr wert als tausend Worte

In sehr bekannten oder Routine-Situationen wird das Gehirn faul. Der Schlüssel ist es, die Suche nach Neuheit des menschlichen Gehirns zu nutzen. Um zu lernen, benötigt unser Gehirn neue Reize.

Wie lernt das Gehirn? Eine gute Idee besteht darin, im Unterricht vom Linguistischen zum Visuellen zu wechseln. Den theoretischen mündlichen Vortrag durch einen Vortrag, der von Bildern, Concept-Maps, Videos und anderen audiovisuellen Materialien ersetzen, die den Schüler anregen und seine Beteiligung am Lernen unterstützen.

Bei neuartigen Reizen wird der komplette Cortex des Gehirns aktiviert. Es handelt sich um ein physiologisches Merkmal, das dazu dient, jede Art von Reiz, unabhängig seiner Natur, zu bewältigen. Diese Besonderheit kommt unserer Lernfähigkeit zugute. Es ist nicht schwieriger als Veränderungen in unseren Vortrag einzubauen, wie Gesten, Gesichtsausdrücke, Augenkontakt oder Veränderungen in der Intonation. Aber es gibt nichts, was das Gehirn mehr aktiviert als ein neues Bild oder ein unterhaltsames Video. Wenn wir es schaffen, dass der ganze Cortex aktiviert wird, unterstützen wir ein integraleres Denken, das wenig mit dem Zwangsauswendiglernen zu tun hat und stark mit einem effizienten und nachhaltigen Lernen verknüpft ist.

2- Wie lernt das Gehirn? Begeisterung ist wichtig für das Lernvermögen

Wir erinnern uns sicher alle noch an einen Lehrer oder Lehrerin, der oder die uns im Guten oder im Schlechten geprägt hat. Wenn wir berücksichtigen, wie das Gehirn nach der Neurowissenschaft lernt, gibt es dafür eine ganz einfache Erklärung.

Die Emotion und die Erkenntnis sind eng miteinander verknüpft und der anatomische Aufbau des Gehirns steht mit dieser Beziehung im Einklang. Die Information, die wir aufnehmen, reist zunächst durch Systeme wie das limbische System, der primitive oder emotionale Teil des Gehirns. Danach wird sie zum Cortex gesendet, dem analytischsten und phylogenetisch neuesten Teil.

Der emotionale Teil ist mit Strukturen die relevant für das Überleben sind, wie der Amygdala, verknüpft. Aus diesem Grund ist die Amygdala dafür verantwortlich, eine Erinnerung effizienter zu festigen. Es ist wichtig, zu diesem emotionalen Teil zu gelangen, damit die Information bleibt und das Lernen wirkungsvoll ist. Wie das Gehirn lernt: Zum Beispiel ist das Geschichtenerzählen eine wundervolle Art, subkortikale Strukturen zu aktivieren und besser zu lernen.

Diesbezüglich hat der mexikanische Neurologe Jaime Romano ein Modell, das als Neuropyramide bekannt ist, erstellt. Das Modell besteht aus sechs Stufen, auf denen dargestellt wird, was mit der sensoriellen Information geschieht, bis sie sich in etwas Gelerntes umwandelt. Er entdeckte, dass die Informationsverarbeitung stark mit emotionalen Vorgängen zusammenhängt.

Laut Romano: “Wir möchten die emotionalen und mentalen Fähigkeiten der Studenten verbessern, die Rechen- und Verständnisvorgänge und dies wird dazu führen, dass sie besser lernen zu rechnen, zu lesen und Texte zu verstehen, ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu halten.”

2- Wie lernt das Gehirn? Mit anderen zu arbeiten stimuliert

Das Gehirn wird stimuliert, wenn wir mit anderen interagieren und die Motivation steigt. Wenn wir motivierte Schüler haben, haben wir aufmerksame Schüler; und wenn wir aufmerksame Schüler haben, ist es wahrscheinlicher, dass das Gelernte bedeutsam ist und sie es ihr Leben lang erinnern.

Wie das Gehirn lernt: Das kooperative Lernen erweist sich als sehr nützlich bei der Entwicklung von Sozialkompetenz, Gefühle der Selbsteffizienz, Begünstigung des Mitgefühls und der Fähigkeit, zuzuhören, unter anderem. Diese Art von Aufgabe hat viele Vorteile, vorausgesetzt, dass sie von einer kooperativen Perspektive aus erwogen wird und keiner kompetitiven oder individualistischen. Dafür ist es notwendig, dass jeder Einzelne seine Ziele nur dann erreicht, wenn die anderen auch ihre erreichen. Untersuchungen diesbezüglich haben schlussgefolgert, dass kooperative Situationen höher als kompetitive und individualistische stehen.

3- Wie lernt das Gehirn? Die IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie), ein Alliierter beim Lernprozess

Die Informations- und Kommunikationstechnologie fördert die Haltung der Aufmerksamkeit und regt die kreativsten Teile unseres Gehirns an.

Marc Prensky, Fachmann für Bildung, bestätigt, dass das heutige Bildungssystem anachronistisch ist und durch ein anderes Zeitgemäßeres ersetzt werden sollte. Es ist nicht sinnvoll, die Technologie des 21. Jahrhunderts zur Verfügung zu haben und weiterhin wie vor 200 Jahren zu unterrichten.

Wie das Gehirn lernt: Um die Emotionen zu erreichen und Material zu nutzen, dass den Schülern bedeutsam erscheint, ist es unabdingbar, die IKT zu nutzen. Wir müssen uns bewusst darüber sein, dass wir mit Digital Natives arbeiten und somit das digitale Format am attraktivsten erscheinen wird.

Der interaktive Ansatz, den die Informations- und Kommunikationstechnologien verfolgen, unterstützt dabei, dass die Aufmerksamkeit nicht abfällt. Das audiovisuelle Material begünstigt außerdem die Informationsspeicherung.

All dies sind Vorteile, wenn wir die IKT richtig benutzen können, um den Lernprozess im Klassenraum anzuregen und zu ergänzen.

3- Wie lernt das Gehirn? Spielen oder Sport machen ist auch Lernen

Die körperliche Aktivität begünstigt, dass die Muskeln ein Protein absondern, dass im Gehirn die Neuronenplastizität unterstützt. Diese Plastizität schlägt sich in einer Erhöhung der Zahl von Neuronenverbindungen und Synapsen nieder.

Es ist ein Fehler, die Schüler von sportlichen Aktivitäten abzumelden, da diese den Lernprozess und die Speicherung begünstigen. Laut Professor David Bueno von der Universität von Barcelona ist es ebenso notwendig im Klassenraum zu lernen wie der Entwicklung und persönlichen Freizeit Gewicht zu verleihen.

4- Wie lernt das Gehirn? Das Gehirn lernt durch den Kontakt mit der Natur

Es ist problematisch, dass die Schule im Klassenzimmer auf einem Stuhl sitzend stattfindet. Unbeweglich wird auf einem Stuhl gesessen und die Information auf passive Art aufgenommen. Der Schüler sollte aktiv am Lernprozess teilnehmen. Aber genau so wie wir wollen, dass die Schüler intellektuell aktiv sind, ist es auch, dass sie körperlich aktiv sind. Deswegen ist es sehr vorteilhaft, im Rahmen der Möglichkeiten, aus dem Klassenraum zu gehen, um zu lernen. Schon mit dem Verlassen des Klassenraums beginnen wir neue Gehirnstrukturen zu aktivieren, die sehr positiv für den Lernprozess sind. Am idealsten ist es aber dies in der Natur durchzuführen.

Wenn wir darauf achten, wie das Gehirn lernt, ist die Natur die perfekte Umgebung zum Lernen, besonders in jungem Alter.

In der Welt der Natur können wir eine Vielzahl an Reizen finden, in unterschiedlichen Formen, Farben, Bewegung, Tiefen. Diese Unmenge an Eigenschaften, neben dem Vorteil, draußen zu sein, begünstigen das effiziente Lernen. So erreichen wir die besten Ergebnisse im Unterricht mit den geringsten Kosten.

5- Wie lernt das Gehirn? Gute Erholung ist fundamental für den Lernprozess

Gelegentlich übersehen wir die Wichtigkeit einer guten Ernährung für das Gehirn (das Gehirn braucht  Vitamine), oder die einer guten Erholung für den Lernprozess. Die Erholung hängt eng mit den Prozessen zusammen, die so wichtig für den Lernprozess sind, wie die Erinnerung, die Aufmerksamkeit und die Motivation.

Die akademischen Zeiten sind für gewöhnlich am Morgen und sind normalerweise nicht synchron zum biologischen Rhythmus der Schüler. Dies liegt teilweise daran, dass die Gewohnheiten (Fernsehen, Abendessen, Videospiele, spät schlafen gehen) nicht förderlich für die Erholung sind. Vor dem Schlafen Fern zu sehen bedeutet eine hohe Stimulierung des Nervensystems, was den Schlaf erschwert. Dies ist bei Videospielen, Computer, Handy und anderen technologischen Geräten ähnlich. Ein spätes Abendessen kurz vor dem Schlafengehen verhindert eine angemessene Verdauung, was die Erholung erschwert. Und spät schlafen zu gehen bringt weniger Schlaf mit sich und dies schädigt den Körper beim frühen Aufstehen.

So finden wir Schüler, die wie lustlose Zombies zur Schule kommen. Wir können vermeiden, dass es so negativ ist zur Schule zu gehen, indem wir eine Routine vor dem Schlafengehen erschaffen. Exzessive Stimulation, wenig Schlaf oder Essen vorm Schlafengehen sollten vermieden werden.

Danke fürs Lesen! Ich hoffe, dass ihr den Artikel darüber, wie das Gehirn funktioniert, interessant fandet. Zögert nicht, unten eure Kommentare und Fragen zu hinterlassen.

Quelle: Irene García Calvo, Psychologin bei CogniFit.

Alles über das semantische Gedächtnis: “Es liegt mir auf der Zunge”

“Es liegt mir auf der Zunge”. Das semantische Gedächtnis speichert unsere Kenntnisse über die Welt und Sprache. Wenn wir uns an Dinge erinnern wollen, die wir einmal erlernt haben, wie zum Beispiel: “Was ist die Hauptstadt von Frankreich?” oder “Wie heißt der aktuelle Präsident der USA?” machen wir effizienten Gebrauch von unserem semantischen Gedächtnis. Dank ihm können wir die Antworten in wenigen Sekunden abrufen. Entdecke in diesem Artikel was das semantische Gedächtnis ist und wozu es dient. Außerdem erfährst du welche Übungen du machen kannst, um die Leistungsfähigkeit des semantischen Gedächtnisses zu bewerten und zu verbessern. 

Was ist das semantische Gedächtnis? Tachina Lee. Unsplash.com

Was ist das semantische Gedächtnis?

Was ist das semantische Gedächtnis?  Tulving war der erste, der den Begriff des semantischen Gedächtnisses definierte. Das semantische Gedächtnis kann als eine Art Gedächtnis für allgemeine Bedeutungen und Kenntnisse bezeichnet werden. Dort werden konkrete Erfahrungen sowie Erinnerungen einzelner Ereignisse nicht miteinbezogen.

Zum Beispiel ist für die Antwort auf die Frage “Wie viele Stunden hat ein Tag?” kein Erinnern an einen konkreten Moment unseres Lebens notwendig, zu welchem wir diese Kenntnis erlangt haben. Das semantische Gedächtnis ermöglicht es uns “automatisch” zu erinnern, dass ein Tag 24 Stunden hat, ohne konkrete Ereignisse abzurufen, die uns an diese Kenntnis erinnern.

Das semantische Gedächtnis ist notwendig, um uns an die Konzepte zu erinnern, die wir über die Welt haben, und ist auch für einen angemessenen Sprachgebrauch unverzichtbar. Außerdem ist es Teil des Langzeitgedächtnisses, weswegen eine einmal erworbene Kenntnis sogar ein ganzes Leben lang beibehalten werden kann.

Das semantische Gedächtnis ist so umfassend wie die Kenntnisse, die wir erwerben können. Wenn wir beispielsweise erinnern wollen, dass der Löwe ein Säugetier ist und 4 Beine hat, müssen wir dies nicht an ein besonderes Ereignis knüpfen – unser Gehirn arbeitet sehr viel schneller.

  • Das semantische Gedächtnis ist ein Teil des Langzeitgedächtnis: Es ermöglicht uns, Erinnerungen für Tage, Jahre oder Jahrzehnte abzuspeichern. Es kennt keine Grenzen hinsichtlich seiner Kapazität oder Dauer.
  • Das semantische Gedächtnis ist deklarativDas bedeutet, dass wir die enthaltenen Informationen mit Worten beschreiben können.
  • Unterschied zwischen dem periodischen und dem semantischen Gedächtnis: Das episodische Gedächtnis ist dafür zuständig, autobiographische Erinnerungen zu speichern und abzurufen, wie zum Beispiel: “Was habe ich heute gegessen?” oder “Was habe ich am Wochenende gemacht?”. Der große Unterschied zwischen beiden Erinnerungstypen ist, dass das semantische Gedächtnis wie ein Wörterbuch ist, das Weltwissen und Fakten enthält, ohne diese mit persönlichen Erfahrungen zu verknüpfen. Das episodische Gedächtnis im Gegensatz dazu enthält persönliches Wissen und ist wie ein Tagebuch aus persönlichen Erinnerungen aufgebaut.

Wo befinden sich die Wörter in unserem Gehirn? Ein wissenschaftliches Team hat eine interaktive Karte erstellt, die zeigt, welche Hirnzonen beim Hören verschiedener Wörter aktiviert werden. Diese semantische Gehirnkarte deckt auf, wie die Sprache sich über den Kortex und die beiden Gehirnhälften verteilt, indem die Wörter nach Bedeutungen gruppiert werden und so ein riesiges Gehirnwörterbuch konstruiert wird.

Wozu dient das semantische Gedächtnis?

Das semantische Gedächtnis dient uns als mentales Wörterbuch, um die Wörter, Konzepte und Symbolen, die wir gespeichert haben, zu organisieren, und ihnen eine Bedeutung zu geben. Es ermöglicht uns, kognitive Ressourcen zu sparen und die Welt, in der wir leben, mit wenigen Worten und innerhalb kurzer Zeit zu interpretieren.

Für unseren Alltag ist das semantische Gedächtnis grundlegend. Zum Beispiel ermöglicht das semantische Gedächtnis uns “automatisch” zu wissen, dass der Löwe ein Säugetier ist. Hierfür müssen wir nicht im Geiste alle Löwen durchgehen, die wir in unserem Leben gesehen haben, oder müssen an die Arten von Löwen denken, die existieren.

Unser Gedächtnis ermöglicht es uns, dem Wort “Löwe” eine allgemeine Bedeutung zuzuschreiben: Säugetier mit 4 Beinen, groß, mit einer großen Mähne, etc.

Wenn wir an alle auf der Welt existierenden Löwen denken müssten, um uns an sie zu erinnern und sie zu beschreiben, wäre das unmöglich. Deswegen fasst das semantische Gedächtnis viele konkrete Konzepte (Tiere, Personen, Gegenstände) in einem alleinigen allgemeinen Konzept zusammen. Diese Konzepte werden in einer Unendlichkeit an Kategorien organisiert (Tiere, Gegenstände, Lebewesen, Nicht-Lebewesen, Säugetiere, Reptile, etc.)

Beeinträchtigungen des semantischen Gedächtnisses: Störungen beim Zugriff und der semantischen Speicherung

  • Menschen mit semantischer Demenz: Sie haben Probleme, sich an die Bedeutung von Konzepten zu erinnern. Es gibt große Symptomunterschiede zwischen den Patienten. Es gibt Patienten bei denen sich die semantische Demenz dadurch auszeichnet, dass sie Schwierigkeiten haben, auf die Bedeutungen der Konzepte zuzugreifen. Sie haben aber nicht unbedingt Probleme dabei Schemata anzuwenden (zum Beispiel ihre Sachen zu bügeln).
  • Menschen mit Verletzungen im Präfrontalen Kortex: Es gibt Befunde dazu, dass Patienten mit einer Verletzung des Präfrontalen Kortex Schwierigkeiten haben können, Schemata zu entwickeln. Im Gegensatz zum vorherigen Beispiel haben sie aber keine Probleme, auf die Bedeutungen von Wörtern zuzugreifen. Diese Personen sind somit nicht in der Lage, einem Schema zu folgen, wie zum Beispiel zum Zahnarzt zu gehen, wenn sie ein Problem mit den Zähnen haben. Andererseits können sie aber auf die Konzepte der Wörter zugreifen.
  • Ein typisches Merkmal bei der Alzheimer-Krankheit ist eine Störung im episodischen Gedächtnis (also der autobiografischen Erinnerungen). Zweifellos wird auch das semantische Gedächtnis beeinträchtigt, da diese Patienten dazu neigen, Störungen in der Sprache und bei der Verwendung von Schemata zu entwickeln.

Übungen zur Verbesserung des semantischen Gedächtnissen

1- CogniFit, führende Plattform zur kognitiven Bewertung und Stimulation

Der schnelle und flüssige Zugriff auf Wörter und Schemata ist eine unserer wichtigsten kognitiven Fähigkeiten. Jeder hatte schon mal das Gefühl, dass einem etwas “auf der Zunge liegt”, wir aber nicht auf das Wort kommen. Ab und zu kommt es vor, dass der schnelle Abruf gestört ist und Schwierigkeiten auftreten.

CogniFit ist ein professionelles Werkzeug, dass es ermöglicht, den Zugriff auf den Wortschatz zu bewerten und zu verbessern. Studien zur Gehirnplastizität, auch neuronale Plastizität genannt zeigen, dass eine Neuroneverbindung stärker wird, je öfter man sie benutzt. Dies lässt sich auf die Neuronalen Netze übertragen, die für die Erinnerungsfähigkeit verantwortlich sind: Zugriff auf den Wortschatz, Arbeitsgedächtnis, Kurzzeitgedächtnis, visuelles Gedächtnis, auditives Kurzzeitgedächtnis, kontextabhängiges Gedächtnis

Die Fähigkeit, das passende Wort im in einem bestimmten Moment zu finden, kann durch richtiges Training verbessert werden. Die verschiedenen klinischen Übungen von CogniFit ermöglichen es, den Zugriff auf den Wortschatz und andere kognitive Fähigkeiten, die mit der Erinnerung zu tun haben, zu bewerten und zu trainieren.

Wie funktioniert CogniFit? Das Programm bewertet zunächst auf präzise Art und Weise die Fähigkeit auf den Wortschatz zuzugreifen (die Fähigkeit des Individuums, Namen und Gegenstände wiederzugeben) und andere kognitive Fähigkeiten. Basierend auf den Ergebnissen der Übung bietet CogniFit automatisch einen kompletten, personalisierten kognitiven Trainingsplan.

Die verschiedenen interaktiven Übungen sind als unterhaltsame Denkspiele gestaltet, die am Computer gespielt werden können. Nach jeder Sitzung präsentiert CogniFit eine detaillierte Graphik mit der Entwicklung des kognitiven Zustandes. Du musst dich nur registrieren!

2- Sich Dinge über die Welt, die uns umgibt, zu merken.

Es ist gut, sich an die Tatsachen über die Welt, die uns umgibt, zu erinnern: Wenn eine Person ihr semantisches Gedächtnis trainieren und stärken möchte, sind die effektivsten Übungen, sich eine Reihe von Wörtern zu merken und Schritt für Schritt die Menge und Schwierigkeit zu erhöhen. Zum Beispiel, die Bundesländer Deutschlands zu lernen, dann die Hauptstädte Europas und weiter bis man alle Hauptstädte der Welt kennt. Hier kannst du andere sehr nützliche Übungen zur Gehirngymnastik finden.

3- Neue Sprachen lernen und reisen

Das Erlernen einer neuen Sprache zwingt uns dazu, neue Vokabeln zu lernen und neue Regeln der Sprache zu merken. Das semantische Gedächtnis ist bei dem Erlernen von Sprachen unerlässlich. Entdecke die Vorteile von Zweisprachigkeit.

Reisen kann ebenfalls dabei helfen, neue Schemata und und neue Richtlinien zu lernen, da Bräuche und die Kultur jedes Landes anders sind. Das Kennenlernen neuer Schemata und Richtlinien hilft, uns an neue Situationen anzupassen und flexibel zu bleiben.

4- Bedeutungen festlegen, indem wir verstehen, was wir lernen

Wie lernt das Gehirn? Alle Untersuchungen weisen darauf hin, dass man besser und schneller lernt, wenn man den Konzepten eine Bedeutung zuschreibt. Beim Lernen erinnern wir uns zum Beispiel viel besser an etwas, dem wir dem eine Bedeutung gegeben haben, als wenn wir es wir durch bloße Wiederholung der Wörter gelernt haben. Entdecke diese Lerntechniken.

5- Übungen für Patienten mit Störungen des semantischen Gedächtnisses

Für Patienten mit Beeinträchtigungen des semantischen Gedächtnisses gibt es eine Reihe von Fragen, welche die Patienten beantworten sollen und wenn sie falsch liegen, werde sie direkt berichtigt. Zum Beispiel, Fragen wie: “Was sind die vier Jahreszeiten?”, “Was sind die Monate?”, “Wie sind die Zahlen von 1 bis 15?”

Bei Menschen mit Störungen des semantischen Gedächtnisses ist es auch sehr effizient, unvollständige Sätze zu beginnen, damit sie diese fortsetzen und sie bei Fehlern zu korrigieren: “Zitronen haben die Farbe …”, “Die Hauptstadt von Spanien ist …”, etc.

Das semantische Gedächtnis ist so wichtig in unserem Leben, dass es unmöglich ist zu zählen wie oft wir es am Tag eigentlich benutzen. Es hilft uns zu sprechen, zu kommunizieren, zu lernen, Konzepte in der Welt zu verstehen und ihnen Bedeutungen zuzuschreiben. Deswegen scheint es wie ein Wunder, dass wir ein so umfangreiches und gut organisiertes Wörterbuch besitzen, wenn wir überlegen wie viele Reize uns umgeben. Wenn wir jeden Tag die Bedeutungen der Dinge die uns umgeben neu lernen müssten, wäre das nicht machbar. Das semantische Gedächtnis ermöglicht uns die größte kognitive Ersparnis. Dank ihm können wir die Welt, so wie wir sie wahrnehmen, abspeichern.

Dadurch wissen wir, welchen Schemata wir folgen müssen, wenn wir uns beispiel die Zähne putzen wollen (erst die Zahnpasta auf die Zahnbürste, dann in den Mund und später den Mund am Waschbecken ausspülen…). Ebenfalls wissen wir in welcher Reihenfolge bestimmte Dinge ablaufen. Wir können diese -auch bei hoher Ähnlichkeit- von einander unterscheiden (im Italiener um die Ecke bestellt man, isst und anschließend wird gezahlt. Im Fastfood Restaurant hingegen bestellt man, zahlt und dann wird gegessen). Zusätzlich laufen diese Handlungsschritte so gut wie automatisiert ab und wir müssen nicht lange überlegen.

Quelle: Eva Rodríguez Weisz, Psychologin bei CogniFit.

Impulsivität: “Gründe für impulsives Verhalten”

“Ich musste es einfach kaufen! … Ich konnte nicht widerstehen! … Ich bereue es, gesagt zu haben, was ich gesagt habe! …” Dies sind geläufige Aussagen, die wir täglich hören und vielleicht auch schon mehr als einmal selbst gesagt haben. Sie hängen mit der Art zusammen, wie wir uns selbst regulieren oder unsere Worte, Handlungen und Verhaltensweisen zu steuern. Mit anderen Worten geht es darum, bis zu welchem Punkt wir fähig sind, zu widerstehen und die Dringlichkeit unserer Impulse und Emotionen herauszuzögern. Entdecke in diesem Artikel, was Impulsivität ist und welche die Ursachen für impulsives Verhalten sind, ihre Symptome und wie man die Impulsivität bewertet.

Was ist Impulsivität? Man kann Impulsivität als eine besondere Art die Welt wahrzunehmen definieren, wobei eine Veranlagung zu schnellen, unkontrollierten Reaktionen vorherrscht. Bei der Präsenz eines Ereignisses oder eines besonderen Moments außerhalb oder innerhalb des Individuums fehlt es an einem analytischen Urteil  und die Folgen der eigenen Handlungen werden nicht abgewägt.

Ursachen des impulsiven Verhaltens

Die Neurowissenschaften haben eine Hirnverbindung identifiziert (mithilfe von PET-Bildern: Positron emission Tomography) durch die ein Impuls und eine Idee sich in ein sichtbares Verhalten umwandelt und eventuell in einen unkontrollierbaren Zwang mit Tendenz zur Wiederholung und die Schwierigkeit einiger Menschen, den Impuls im Austausch einer Belohnung oder eines Ziels auf längere Sicht hin zu unterdrücken, aufzeigt.

Was sind die Ursachen des impulsiven Verhaltens? Das impulsive Verhalten hängt eng mit dem Neurotransmitter Dopamin zusammen, eine Substanz, die mit den Lern- und Belohnungsvorgängen verknüpft ist.

Forscher wie Idit Shalev von der Universität von Yale und Michael Sulkowski von der Universität von Florida haben beschrieben wie Fehler in den Rezeptoren des Frontallappens und insbesondere im Präfrontalen Cortex des Gehirns, um den Entscheidungsfindungsprozess zu orientieren und ein angemessenes Urteil zu fällen als Teil der exekutiven Funktionen dieser Hirnstruktur, der physiologische Weg sind, der das impulsive, augenblickliche und sich wiederholende Verhalten erklärt.

Mit anderen Worten: In uns entsteht eine Art Umleitung der Gehirnnuklei, wo die an die Realität angepassten Entscheidungen mit einem hohen Niveau an Analyse getroffen werden, um die Belohnung zu erhalten, die wir schnell und unbedacht suchen. Andere Forscher wie Yoshua Buckholtz von der Universität Vanderbilt schlugen 2009 vor, dass impulsive Menschen eine geringere Menge an aktiven Dopaminrezeptoren in der Mittelregion des Gehirn haben könnten, die mit der Fähigkeit, logische und gut überlegte Entscheidungen treffen zu können, zusammenhängen und dass die Tendenz zur Depression und persönlichem Risiko als Teil dieser Art zu handeln, sich erhöhen kann.

Es tritt häufig ein Bereuen der Handlung ein, ohne dass dieses das Fortbestehen auf wiederholte oder zwanghafte Art anhält, wie im Falle der Süchte nach Substanzen, dem pathologischen Spiel, den Zwangskäufen, dem Tabakkonsum und dem Alkoholismus, unter anderem und mit dem folgenden Nachteil und adaptiver Affektation.

Symptome der Impulsivität

Dagegen beziehen sich Untersuchungen wie die von Michalczuk, Bowden-Jones, Verdejo García, y Clark 2011 auf die 4 Grundkomponenten der Impulsivität:

  • Unfähigkeit zur Planung und Voraussicht: Wenn wir von den Impulsen gedrängt handeln, können wir keine erwarteten und logischen Folgen voraussehen, dagegen ist die Überraschung charakteristisch, wo “alles bei rauskommen kann”.
  • Geringe Kontrollfähigkeit: Noch eine Zigarette, noch ein Stück Torte, noch ein unangemessner und unverschämter Kommentar zur Situation. Ohne Bremse oder Selbstkontrolle.
  • Begrenzte Ausdauer: Aufgaben prokrastinieren, weil sie wenig attraktiv erscheinen. Man folgt dem Weg der verstärkten Emotion.
  • Permanente Suche nach neuen Erfahrungen und Drang danach, sie zu bekommen, dies wird als Tendenz, den positiven oder negativen emotional intensiven Zuständen zufolge zu handeln verstanden, die die Fähigkeit alternative Handlungen zu planen und zu bewerten und somit das folgende Bereuen zu vermeiden, welches typisch und nachfolgend bei den Menschen eintritt, die von nicht zu bremsenden Impulsen beherrscht handeln.

Es ist anzunehmen, dass die Impulse diverser Art sein können und diverse Folgen haben können, von dem Essen eines Stücks Torte oder Kuchen, wenn wir es nicht tun sollten bis zum Stehlen, Zerstören von Dingen oder Selbstverletzung. Im Sturm der Impulse ohne Masse kann sogar das eigene Leben oder das Leben der anderen in direkte Gefahr geraten.

Wir sehen, dass der emotionale Zustand ein Schlüsselpunkt bei diesem Thema ist, da der erwähnte Vorgang im Gehirn Emotionen auslöst, die die Wahrnehmung der Realität nuancieren, da diese mit einer so unwiderstehlichen Kraft erlebt werden, dass sie unmittelbar von der Person beachtet werden müssen.

Man kann sagen, dass der rationale Prozess oder Fluss, durch den die Folgen der eigenen Handlungen abgewägt werden, unterbricht und somit die Unterdrückung oder Einschränkung von für die Situation oder den speziellen Moment unangemessenen Impulsen.

Wie wird Impulsivität diagnostiziert?

Wenn wir diese Gemütszustände erleben und unter ihren Konsequenzen leiden und ausschliessen können, dass diese durch schwerere Störungen wie Demenz, ADHS oder Parkinson verursacht werden, können wir uns an die Experten wenden, die heutzutage über diagnostische Werkzeuge verfügen, die die Art und das Niveau des impulsiven Verhaltens feststellen, um effektive therapeutische Massnahmen vorzuschlagen (einige mit Psychopharmaka) und spezialisierte Instrumente und Tests wie CogniFit mit seiner Batterie zur Bewertung vom Inhibitionslevel, unter anderem, die Hilfe bieten, um unsere Gedanken zur Vernunft und zum angemessenen Urteil zurückbringen können.

Quelle: Reinaldo Barbero, Psychologe bei CogniFit.

Literaturangaben

Celma Merola, Jaume. Bases teóricas y clínica del comportamiento impulsive. Colección digital Profesionalidad. Ed. San Juan de Dios. Barcelona (2015).

Shalev, I., & Sulkowski, M.L. (2009). Relations between distinct aspects of self-regulation to symptoms of impulsivity and compulsivity. Personality and Individual Differences, 47,84-88.

Why Are You so Impulsive? Self-regulation and symptoms of impulsivity. Timothy A Pychyl Ph.D. Don’t Delay.  Psychology Today, Posted Jun 23, 2009

Verhaltensmodifikation: 5 Techniken ungewolltes Verhalten bei Kindern zu unterbinden

Die Verhaltensmodifikation hat das Ziel, “unangepasste” oder ungehorsame Verhaltensweisen zu minimieren oder zu verändern. Es kommt immer häufiger vor, dass Kinder nicht gehorchen, lügen, beleidigen, sich aggressiv und herausfordernd geben, etc. Diese Verhaltensweisen sind ein klares Zeichen dafür, dass ein Verhaltensproblem existiert. Sowohl als Eltern als auch als Lehrer sollten wir versuchen, diese unsozialen Verhaltensweisen in der Kindheit zu korrigieren und zu kontrollieren, wenn wir nicht wollen, dass sie sich im Jugendalter verstärken. Entdecke diese 5 Techniken und Strategien zur Verhaltensmodifikation, die dir helfen können, aggressives und herausforderndes Verhalten unter Kontrolle zu halten. Wie du von der körperlichen Bestrafung Abstand nimmst und ohne Gewalt erziehst.

Verhaltensmodifikation

Eine Verhaltensmodifikation wird nicht durch Gewalt erreicht. Allen Eltern und Lehrern sollte klar sein, dass Gewalt nicht in die Erziehung gehört. Gewalt als disziplinarische Maßnahme ist nutzlos, da sie der Entwicklung des Kindes nur schadet. Die Verhaltensmodifikation wird nur durch “Regeln” erlangt, die den Kindern helfen, sich besser kennenzulernen und zu verstehen, was von ihnen erwartet wird und was sie machen dürfen oder auch nicht.

Die Verhaltensmodifikation strebt eine Verhaltensänderung durch psychologisch Techniken und Strategien an, die auf eine Verbesserung des Verhaltens der Kinder ausgerichtet sind. Dabei basieren die Techniken beispielsweise auf der Desensitivierung, dem operanten Konditionieren, Regellernen, der Verhaltensformung und den Tokenstrategien.

Diese Strategien können dabei helfen, dass die Kleinen ihr ganzes Potenzial entwickeln, die Frustration bewältigen können, sich an Veränderungen anpassen und sinnvolle Verhaltensweisen wählen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Anwendung dieser Methoden, die wir weiter unten auflisten, wird dabei helfen, das Verhalten in der Kindheit zu kontrollieren und das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die persönliche Kompetenz in der Kindheit zu fördern.

Techniken zur Verhaltensmodifikation

Wenn es darum geht, Verhaltensweisen bei ihren Kindern zu ändern, fühlen sich viele Eltern verloren. Im Folgenden schlagen wir einige nützliche Techniken zur Verhaltensmodifikation vor, die zuhause oder in der Schule angewendet werden können, um zu erreichen, dass die Kindern unsoziale Verhaltensweisen kontrollieren oder korrigieren.

Wenn diese Techniken auf angemessene Art und Weise genutzt werden, können gute Resultate von jungem Alter an erzielt werden. Es ist wichtig auszuwerten, welche Technik in jedem Moment genutzt werden sollte und keine Mischung aus verschiedenen zu machen, ohne an das vorgenommene Ziel zu gelangen. Das Wichtigste bei der Verhaltensmodifikation der Kinder ist es, ihnen so wenig Unzufriedenheit wie möglich zu verschaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die von ihren Eltern erbetenen Normen angemessen zu erfüllen, ohne sich durch täglich unterzogene Strafen oder Standpauken entmutigt zu fühlen.

1. “Time-Out”-Technik zur Verhaltensmodifikation

Die erste Technik zur Verhaltensmodifikation ist simpel und leicht anwendbar. Das “Time out” ist eine Technik, die sich anwenden lässt, um viele Verhaltensweisen zu ändern. Die Essenz dieser Technik liegt darin, das Kind an einen Ort zu bringen, der keine positiven Reize für sie/ihn bietet, einen Ort, wo es keine Spiele oder Gesellschaft gibt, mit denen er/sie sich unterhalten kann. Es geht nicht darum, einen feindlichen Ort zu suchen, sondern einen Ort, den er/sie langweilig findet. Wir sollten es schaffen, ihn/sie an diesem Ort des Missfallens für eine Zeit verweilen zu lassen.

Ein Beispiel: Ein Kind sieht schon länger fern, sein Vater beschließt, den Fernseher auszuschalten, woraufhin der Kleine einen Wutanfall bekommt. Wie können wir mit dieser Situation umgehen? Um die Technik des “Time outs” richtig anzuwenden, müssen wir das Kind an einen Ort bringen, der wenig bereichernd für ihn/sie ist. Das machen wir, sobald sich das unerwünschte Verhalten einstellt. Ohne mit ihm zu streiten und auf pausierte und ruhige Art und Weise erklären wir ihm detailliert, dass, wenn es seine Verhaltensweise korrigiert, wir da sein werden, um mit ihm zu spielen oder einer erfüllenden und lustigen Tätigkeit nachzugehen.

Diese Technik zur Verhaltensmodifikation ist sehr einfach, aber sie beinhaltet einen sehr wichtigen, zu berücksichtigenden Faktor, dabei handelt es sich um die Zeit, die das Kind in der “Time-Out”-Situation verbringen sollte. Die Zeit sollte proportional zum Alter des Kindes sein, das heißt, für jedes Jahr, dass das Kind alt ist, wird eine Minute berechnet, somit gilt für 5-jährige Kinder 5 Minuten “Time out”. Diese Information ist sehr wichtig, denn wenn sie nicht auf diese Weise durchgeführt wird, kann die Technik aversiv auf das Kind wirken und somit nicht die Vorteile erbringen, die wir uns von ihr versprechen. Das Alter in der Entwicklung des Kindes spielt eine große Rolle beim Verhalten des Kindes. Entdecke hier die Entwicklungsphasen des Kindes.

2. Technik der “Auslöschung” zur Verhaltensmodifikation

Eine weitere wichtige Technik, die aber normalerweise nicht korrekt angewendet wird, ist die “Auslöschung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die Belohnungen zu streichen, die das Kind sich von seinem Verhalten erwartet. Die meisten von uns schenken Verfehlungen Aufmerksamkeit, wir haben Schwierigkeiten damit, sie zu ignorieren, und die Kleinen wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil. Wenn unser Kind aufmüpfig wird, erhält es unsere Aufmerksamkeit: Wir beginnen eine Diskussion, versuchen, uns zu erklären, es zur Vernunft zu bringen und zu überzeugen … Die Technik der Auslöschung besteht darin, alles zu beseitigen, dass das unerwünschte Verhalten des Kleinen belohnt.

Beispielsweise erpresst ein Kind seine Mutter emotional, um nicht zur Schule zu gehen, mit Kommentaren wie “Du bringst mich zur Schule, um mich loszuwerden”, “Möchtest du etwa keine Zeit mit mir verbringen?”, etc. Bei dieser Gelegenheit wenden wir die Technik zur Auslöschung von Verhaltensweisen an und ersetzen diese Kommentare durch etwas Erfüllendes. Eine angemessene Praktik wäre zum Beispiel, das Kind etwas zu seinen Lieblingszeichentrickfilmen zu fragen und den Kommentar zu ignorieren, den es vorher abgegeben hat. So tun, als ob wir es nicht gehört hätten und ein Gespräch mit ihm beginnen wollten.

Bei der “Auslöschung” ist es sehr wichtig, dass immer ein erfüllender Ersatz gegeben wird, da sich das Kind, wenn diese Technik ohne die Begleitung eines positiven Reizes ausgeführt wird, ignoriert fühlen kann und sich dies negativ auf seine Emotionen niederschlagen kann. Diese Technik sollte nicht bei gefährlichen Verhaltensweisen angewendet werden.

3. Technik der “Modellierung” zur Verhaltensmodifikation

Eine andere sehr nützliche Technik wie Praktik, die in verschiedenen Bereichen angewendet werden kann, ist die “Modellierung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die andere Person zu imitieren, indem man das Gleiche macht, was sie zuvor getan hat. Hierbei spielen die Spiegelneuronen eine große Rolle.

Ein nützliches Beispiel, bei dem wir diese Technik der Verhaltensmodifikation verwenden können, ist beim Beibringen einer neuen Fähigkeit, wie zum Beispiel dem Tischdecken. Zunächst sollte die Mutter oder der Vater die Aufgabe durchführen und dabei jeden Schritt erklären, vom Decke auf den Tisch legen bis zum hinsetzen und auf das Essen warten. Die sollte möglichst didaktisch geschehen, damit das Kind aufpasst.

Beispielsweise kann sich ein Kind, das Zeichentrickfilme über Superhelden mag, vorstellen, dass jedes Element, das es auf den Tisch stellt (Gläser, Besteck, Servietten, …) ein Superheld ist, das sich auf der Basis (dem Tisch) mit dem Rest seiner Freunde versammelt. Die Eltern sollten mit derselben Begeisterung dabei sein wie das Kind, damit es unterhaltsamer wird. Sobald der Vater oder die Mutter die Modellierung durchgeführt hat, sollte er oder sie alles aufräumen, was er/sie auf den Tisch gestellt hat und dem Kind überlassen, es nun selbst ohne Hilfe zu wiederholen.

Wenn der/die Kleine sich bei etwas irrt, ist es besser ihn/sie nicht zurechtzuweisen und abzuwarten, ob er/sie sich beim nächsten Mal daran erinnert, was er/sie das letzte Mal nicht gut gemacht hat. Wichtigkeit der Motivation beim Lernen.

4. Technik der “Punkte-Wirtschaft” zur Verhaltensmodifikation

Die “Punkte-Wirtschaft” ist eine weitere Technik zur Verhaltensmodifikation, die sehr unterhaltsam sowohl für Kinder als auch für Erwachsene sein kann. Es geht darum, ein Belohnungssystem aufzustellen, in dem das Kind, um eine Belohnung (Lieblingsessen, Spielzeug, Ausflug, Denkspiele, etc.) zu erhalten, bestimmte erwünschte Verhaltensweisen entwickeln sollte (Hausaufgaben, sein Zimmer aufräumen, Zähne putzen, beim Tischdecken helfen, etc.) und andere lassen sollten, die konkretisiert werden sollten.

Als nützliches Beispiel, jedes Mal, wenn das Kind die erwünschte Verhaltensweise ausführt, gibt man ihm direkt eine Belohnung (Spielstein, Punkt, etc.). Das Kind sammelt diese Belohnungen bis zu einer Zahl, die wir vereinbart haben; in diesem Moment überreichen wir ihm den Endpreis. Das Wichtigste an dieser Strategie zur Verhaltensmodifikation ist, dass das Kind merkt, dass es viel mehr Vorteile und Privilegien erlangt, wenn es sich gut benimmt.

Es ist wichtig, dass wir eine Tafel oder ein Stück Pappe besitzen, dass für alle Familienmitglieder gut sichtbar ist, wo man den Status der wöchentlich erhaltenen Punkte sehen kann. Wir sollten im Voraus festlegen und vereinbaren, welche Preise wir übergeben. Es sollten klare Belohnungen sein, die dem Kind wirklich attraktiv erscheinen, und sie sollten auf der Tafel erscheinen.

Jedes Mal, wenn wir einen Spielstein oder einen Punkt überreichen, sollten wir die Übergabe mit positiven Kommentaren begleiten: “Ich bin sehr zufrieden, weil du dir Mühe gegeben hast”. Entdecke die verschiedenen Formen zu loben, die das Selbstwertgefühl von Kindern steigern.

In diese Technik kann man außerdem den Punkteverlust mit aufnehmen, wenn das Kind das Ziel nicht erreicht, das festgelegt wurde. So kontrolliert man sehr gut, dass das Kind seine Verpflichtungen erfüllt und nicht mit etwas Aversivem bestraft wird, wenn es das nicht tut. Das System ist sehr nützlich in Schulen und in den meisten wird es angewendet, aber es ist auch zuhause sehr effizient.

5. Technik der “paradoxen Absicht” zur Verhaltensmodifikation.

Die letzte Technik der Verhaltensmodifikation, über die wir sprechen werden, ist die der “paradoxen Absicht”. Es ist eine Technik mit sehr guten Resultaten, aber sie ist komplex, da man das Kind darum bittet, genau das zu tun, was wir eigentlich vermeiden wollen.

Zum Beispiel, wenn ein Kind ständig die Anordnung missachtet, sein Spielzeug wegzuräumen, und sich systematisch weigert, aufzuräumen. Das Kind beginnt Tag für Tag eine Dynamik der Provokation. Was würde passieren, wenn die Eltern ihm sagen würden: Heute möchte ich nicht, dass du aufräumst, ich möchte, dass du absolut gar nichts machst.

Das erste Gefühl, was in dem Kind auftauchen wird, wird Zufriedenheit sein, denn es muss sich keine Mühe geben, etwas zu tun, was ihm nicht gefällt. Jedoch sollten die Eltern dann eine lustige Aktivität mit dem Rest der Kinder oder unter ihnen beginnen. Dies könnte zum Beispiel das Kochen eines Rezeptes sein, Geschichten erzählen, viel lachen. Das Kind wird mitmachen wollen, aber die Eltern sollten ihm dies verweigern und ihm sagen, dass es weiter nichts tun soll, da das ja das sei, was es wolle.

Diese Technik hat einige Beschränkungen und sollte vorher auf die Eignung für das Profil des Kindes bewertet werden, da sie die gegensätzliche Handlung verursachen kann und deshalb nicht komplett sinnvoll sein könnte.

Wenn nach dem Anwenden dieser Techniken zur Verhaltensmodifikation das Kind immer noch nicht richtig reagiert, kann man sich immer noch an Experten wenden, damit diese eine komplette neuropsychische Untersuchung durchführen und neurologische Störungen ausschließen können.

Das Wohlbefinden und die Entwicklung des Verhaltens in der Kindheit hängt von den Eltern und Erziehern ab. Die Kinder reagieren nicht wie Erwachsene, weswegen immer alle Verhaltensmodifikationen darauf angepasst werden sollten, was sie brauchen.

Wie Jean Jacques Rousseau sagte:Die Kindheit hat ihre eigene Art zu sehen, zu denken und zu fühlen; es gibt nichts Törichteres, als vorzugeben, sie durch unsere Art ersetzen zu wollen”.

Vielen Dank fürs Lesen, zögere nicht, unten deine Kommentare mit Fragen oder Zweifel oder Techniken zur Verhaltensmodifikation, die bei dir funktionieren, zu hinterlassen 🙂

Quelle: Noemí de la Cruz Belerda, Psychologin bei CogniFit.

Kognitive Reserve: Definition, Zusammenhang mit dem Altern und Alzheimer und wie man sie verbessert

Der Begriff kognitive Reserve erklärt, weshalb Menschen durch Gehirntraining den mentalen Verfall im Alter oder Krankheiten wie Alzheimer oder andere Demenzen minimieren können. Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, können den Schaden im Gehirn mit der Verwendung von alternativen neuronalen Netzwerken “ausgleichen” und so ermöglichen, dass das Gehirn trotz des erlittenen Schadens oder der Degenerierung normal funktioniert.

Die kognitive Reserve wird mithilfe von Gehirntraining und dem Bewahren von gesunden geistigen Gewohnheiten erworben. Entdecke in diesem Artikel, was die kognitive Reserve ist, wie wir sie messen und verbessern können und welchen Zusammenhang sie mit dem Altern und mit Alzheimer und anderen Demenzen hat.

Kognitive Reserve

Im Laufe der Zeit und entsprechend unserem Alter verschlechtern sich unsere Neuronen. Wenn die Neuronen keine Reize von ihren Nachbarzellen empfangen, werden sie geschwächt und sterben. Aber es ist nicht alles verloren. In unserem Gehirn können wir etwas finden, was sich kognitive Reserve nennt und uns dabei hilft, die Verluste auszugleichen, die wir erleiden. Dank der kognitiven Reserve und der Neuroplastizität können wir die mit der Alterung und anderen neurodegenerativen Erkrankungen verknüpfte kognitive Beeinträchtigung bremsen oder verlangsamen.

Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, zeigen später Symptome kognitiven Verfalls oder neurodegenerativer Erkrankungen als diejenigen, deren kognitive Kapazität geringer ist. Das heißt, wenn wir zwei Personen vergleichen, die den gleichen Gehirnschaden aufweisen, wird die Person, die eine größere kognitive Reserve besitzt, weniger Symptome kognitiver Beeinträchtigung, höhere Vitalität und mentale Klarheit vorzeigen.

Kognitive Reserve: Definition

Zusätzlich zu den genetischen Faktoren, sammeln wir im Laufe unseres Lebens kulturelle Kenntnisse, akademisches Wissen, intellektuelle und sportliche Tätigkeiten, welche in ihrer Gesamtheit die kognitive Reserve bilden.

Man kann die kognitive Reserve folgendermaßen definieren: Es ist die Fähigkeit unseres Gehirns, verschiedene Schädigungen oder durch Erkrankungen oder einfach nur durch die natürliche Alterung entstandene Abnutzung zu bewältigen, und so einige Funktionen erhalten zu können.

Das Konzept der kognitiven Reserve entstand mit dem Ziel zu erklären, warum einige Menschen mit den gleichen neuronalen Schäden und im gleichen Alter nicht die gleichen Symptome oder die gleichen kognitiven Beeinträchtigungen aufwiesen.

Stellt euch beispielsweise einmal zwei 80-jährige Personen mit den gleichen neuronalen Schäden vor. Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass eine von ihnen Demenzsymptome aufweist und die andere nicht. Als sie versterben, wird eine Autopsie vorgenommen und man entdeckt, dass beide Alzheimer hatten. Wir fragen uns: Warum wies eine Person die Symptome auf und die andere nicht, wenn beide von ihnen unter der gleichen Krankheit litten? Die Antwort können wir in der kognitiven Reserve finden. Auch wenn das Gehirn geschädigt ist, zeigt die Person kein Krankheitssymptom. Warum? Vielleicht, weil die kognitive Reserve die kognitive Beeinträchtigung ausgleicht.

Die kognitive Reserve beginnt in den ersten Tagen unseres Lebens. Laut Wolf Singer (Neurobiologe) bildet das Gehirn in der Entwicklungsphase Verbindungen dank der Einflüsse der Umgebung. Ebenso bestätigt Harry Chugani (pädiatrischer Neurobiologe), dass die Erlebnisse aus der Kindheit so stark sind, dass sie einen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Kindes haben, indem sie Charaktermerkmale wie die Intelligenz oder Persönlichkeitsmerkmale bestimmen.

Trotzdem sollten wir wissen, dass jeder von uns die Macht hat, das Gehirn zu stimulieren, um die kognitive Reserve zu vergrößern und zu bereichern, im Laufe der Zeit und nicht nur in der Kindheit oder Jugend. Unser Gehirn ist plastisch und deshalb erzeugt die intellektuelle Aktivität zahlreiche Vorzüge, unabhängig vom Alter oder sogar, wenn das Gehirn beschädigt ist.

An diesem Punkt fragst du dich wahrscheinlich, ob es eine Möglichkeit gibt, unsere kognitive Reserve zu messen. Ja. Wir können unsere kognitive Reserve durch neuropsychologische Bewertungen schätzen, die auf klinischen Proben basieren, die verschiedene Variabeln messen (Bildung, sportliche Aktivität, …), genetische Studien und Studien zur Neuroimaging, die dabei helfen, die Anzeichen zu identifizieren, die auf eine Erkrankung hinweisen.

Einflussfaktoren auf die kognitive Reserve

Es gibt verschiedene Faktoren, die die kognitive Reserve unseres Gehirns zu beeinflussen scheinen, wie zum Beispiel das Gehirnvolumen oder die Verbindungen zwischen Neuronen.

Im Allgemeinen ist der wichtigste Faktor für den Erhalt einer guten kognitiven Reserve, das Gehirn zu trainieren. Nach einer in Frontiers in Aging Neuroscience veröffentlichten Studie verhilft es zu einem gesunden Leben im Alter, wenn man das Gehirn über die Jahre hinweg aktiv hält.

 “Die kognitive Reserve wird durch die Gehirnaktivität geprägt, die wir im Laufe unseres Lebens erbracht haben”.

Im Laufe dieser letzten Jahre wurde viel darüber geforscht, welche Faktoren die kognitive Reserve am meisten beeinflussen, wie genetische Prädispositionen und angeborene Fähigkeiten, körperliche Aktivität, kulturelles Niveau, sozial-wirtschaftliche Faktoren, Einflüsse seit unserer Geburt, etc. Unter den wichtigsten Faktoren, die man in Zusammenhang mit der kognitiven Reserve gefunden hat, können wir folgende hervorheben:

  • Intelligenzquotient, Bildung und kulturelles Niveau. Der Intelligenzquotient (IQ) hängt von Faktoren wie den Genen, der Bildung und dem kulturellen Niveau ab. Es wurde festgestellt, dass die Menschen, die einen höheren IQ haben, eine größere kognitive Reserve, höhere Reife und ein größeres Gehirn aufweisen. Laut verschiedenen Studien schützt ein höheres kulturelles Niveau das Gehirn vor der leichten kognitiven Beeinträchtigung. Man hat beobachtet, dass ein niedriges Bildungsniveau einer der wichtigsten Risikofaktoren für Demenz ist. Dies kann daran liegen, dass Menschen mit einem höheren kulturellen Niveau häufig gesündere Lebensgewohnheiten haben, was eine bessere Konnektivität zwischen den Nervenzellen begünstigt. Dies sorgt dafür, dass die Neuronen stärker stimuliert werden und mit einem größeren Wachstum das Risiko für Gehirnschaden oder Demenz verringern. Es wurde auch beobachtet, dass die Menschen mit Berufen, die mehr logisches Denken erfordern, die mit Mathematik und Sprachen arbeiten, mit geringerer Wahrscheinlichkeit an Demenz erkranken. Manchmal steht die Bildung und der Beruf der Person im Zusammenhang mit dem sozial-wirtschaftlichen Niveau, weswegen es angemessen wäre zu erforschen, welchen Einfluss dieses auf die kognitive Reserve hat. Aber Achtung! Mit einem hohen kulturellen Niveau beziehe ich mich nicht nur auf das Bildungsniveau, denn es gibt Menschen, die wegen verschiedener Umstände kein hohe Bildungsniveau erreichen konnten, aber ein hohes kulturelles Niveau besitzen. Tipps zur Vorbeugung von Demenz.
  • Freizeit und soziale Beziehungen. Man hat herausgefunden, dass ältere Menschen, die Freizeitaktivitäten nachgehen und mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbringen, 38% weniger Risiko für eine Demenz aufweisen. Deswegen ist es zu empfehlen, Dinge in der Natur zu unternehmen, neue Leute kennenzulernen, verschiedenen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen etc. Wenn die Menschen miteinander interagieren, aktivieren sich verschiedene Fähigkeiten und Ressourcen, um eine gute Kommunikation und Beziehung zu fördern, was die kognitive Reserve begünstigt.
  • Körperliche Bewegung: Es ist erwiesen, dass bei älteren Menschen mehr körperliche Bewegung für eine geringere Wahrscheinlichkeit der kognitiven Beeinträchtigung sorgt. Bewegung schützt vor der mit dem Alter verknüpften Beeinträchtigung und der Entwicklung von Demenzen, verringert einige Risikofaktoren wie den Oxidationsstress, erhöht die Neuronenproduktion und Neuroplastizität etc. Wenn wir Sport machen, verbessern wir unser Gehirn, da wir die Durchblutung des ganzen Körpers unterstützen, die Wahrscheinlichkeit, eine Herzgefäßerkrankung zu erleiden, verringern, unser Gehirn mit Nährstoffen versorgen, was das Neuronenwachstum fördert, etc. Entdecke einige Tipps, um mit Sport zu beginnen.
  • Geistige Übungen. Tätigkeiten wie lesen, ein Instrument spielen, Sprachen lernen (Vorteile der Zweisprachigkeit), versuchen, eine Aufgabe anders zu erledigen, als wir gewohnt sind, … jede Aktivität, die intellektuelle Beanspruchung erfordert und uns dazu verpflichtet, aktiv zu bleiben, ist gut, um unsere kognitive Reserve zu stärken und die Symptome von Beeinträchtigung herauszuzögern. Diese Aktivitäten dienen als Schutzfaktor, unabhängig vom Alter der Person, die sie ausführt. Es ist nie zu spät. Es ist sehr empfehlenswert, dieser Art von Tätigkeiten nachzugehen, da es erwiesen ist, dass sie bis zu 50% der Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Demenz verringern können. Zusätzlich gibt es spezialisierte Programme, die darauf ausgerichtet sind, das Gehirn auf professionelle Art und Weise zu stimulieren und dabei zu helfen, die kognitive Reserve zu verbessern. Wenn du mehr Information darüber möchtest, empfehle ich dir CogniFit. Das führende Programm für Bewertung und kognitiver Stimulierung.

Auch die Bedeutung der genetischen Faktoren und der Biomarker sollte nicht vergessen werden, sowie eine richtige Ernährung, bei der wir Lebensmittel zu uns nehmen, die Vitamine für das Gehirn enthalten, gemäßigte körperliche Bewegung, nicht rauchen oder exzessiv trinken (Gehirn und Alkohol) sind Faktoren, die mit einer höheren kognitiven Reserve im Zusammenhang stehen.

Wir können unsere kognitive Reserve durch klinische Bewertungen, genetische Studien und Studien des Neuroimaging schätzen

Kognitive Reserve und Alterung

Verschiedene Studien behaupten, dass die kognitive Reserve ein Schutzfaktor für die kognitive Alterung und die mit dem Alter zusammenhängenden neurodegenerativen Erkrankungen sein kann.

Die kognitive Reserve schützt das Gehirn vor der Alterung und der Hirnschädigung. Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, weisen eventuell die Symptome für den Abbau kognitiver Fähigkeiten später auf. “Eine größere kognitive Reserve zeigt sich in einer effektiveren Verwendung zerebraler Netzwerke oder alternativen kognitiven Strategien, was eine effizientere Leistung über längere Zeit hinweg ermöglicht.”

Kognitive Reserve und Alterung: Mit dem Erlernen von neuen Dingen stimulieren und stärken wir unser Gehirn und vergrößern unsere kognitive Reserve. Wir verzögern den mit der Alterung verbundenen Abbau kognitiver Fähigkeiten und helfen dabei, die Erscheinung von Demenz zu verlangsamen und sie sogar zu verhindern. Weiter unten geben wir dir ein paar Tipps, wie du deine kognitive Reserve verbessern kannst.

Kognitive Reserve und die Alzheimer-Krankheit

Warum weisen einige Menschen erst später Alzheimer-Symptome auf? Kognitive Reserve und Alzheimer: Wie wir zuvor erwähnt haben, spielt die kognitive Reserve eine wichtige Rolle bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzen.

Die kognitive Reserve ermöglicht es, die Alzheimersymptome zu verzögern, dafür zu sogen, dass die Symptome der Erkrankung erst später in Erscheinung treten, sie kann sogar für eine Verhinderung der Krankheit sorgen und es schaffen, dass sich die Symptome nie zeigen.

Laut Stern (Leiter der Abteilung Kognitive Neurowissenschaft des Sergievsky Center und des Taub Institutes): “Die epidemiologischen Beweise zeigen, dass diejenigen mit geringeren beruflichen oder schulischen Erfolgen, niedrigeren kulturellen Werten oder einem niedrigeren Intelligenzquotienten klinische Merkmale der Alzheimerkrankheit mit einem histopathologisch geringeren Grad aufweisen als Menschen mit einer höheren Reserve.” 

Nicht nur in der Aktualität und in den letzten Jahren, in denen das Konzept der kognitiven Reserve bekannter wurde, findet Forschung in diesem Bereich statt, sondern schon seit einiger Zeit. Es ist sogar praktisch unmöglich, von der kognitiven Reserve zu sprechen, ohne David Snowdon zu erwähnen (Doktor der Epidemiologie und Neurologie-Professor an der Universität von Kentucky).

David Snowdon führte 1986 eine Studie durch, an der 678 katholische Nonnen aus den USA teilnahmen. Das Ziel der Studie war der Versuch zu bestimmen, ob die kognitive Reserve auf irgendeine Art die Alzheimer-Krankheit beeinflusst.

Snowdon verwendete einen so konkreten Teil der Bevölkerung, weil er ein homogenes Kollektiv mit den gleichen persönlichen Merkmalen (der gleiche Lebensstil, die gleichen Gewohnheiten, die gleiche Ernährung, etc.) beobachten wollte. Über 17 Jahre hinweg machten die Nonnen kognitive Tests, psychologische Prüfungen, gaben genetische Proben und außerdem spendeten alle von ihnen ihre Gehirne nach ihrem Tod zur Untersuchung der Beziehung zwischen der Alzheimerkrankheit, ihrer kognitiven Reserve und den Verletzungen, die in den Gehirnen aufgefunden worden.

Auf eine faszinierende Weise stach Schwester Bernadette hervor, die an einem Herzinfarkt mit 85 Jahren starb. Als die zerebrale Autopsie vorgenommen wurde, beobachtete man klare Anzeichen einer schweren Alzheimererkrankung, obwohl sie zu Lebzeiten keine Symptome zeigte. Wie konnte es sein, dass ihr Gehirn die Alzheimer-Krankheit anzeigte, wenn sie doch nie ein Symptom gezeigt hatte?

Später entdeckte man mit der Unterstützung von Jim Mortimer (Leiter der Untersuchung in Altersheilkunde in einer medizinischen Einrichtung in Minneapolis), dass das Gehirn von Bernadette auf irgendweine Art die durch die Alzheimer-Krankheit hervorgerufenen pathologischen Veränderung ausgeglichen hatte.

Man verglich alle durchgeführten Tests und studierte sogar einige Autobiographien, die jede von ihnen in ihrer Jugend geschrieben hatte, bevor sie in den religiösen Orden eintraten (in Zusammenarbeit mit Susan Kemper, Psycholinguistin, um die Sprache zu analysieren). In den Autobiographien beobachtete man den Gebrauch von einsilbigen und multisyllabischen Wörtern, die Frequenz, mit der ungewöhnliche Worte verwendet wurden, die grammatikalische Komplexität, etc.

In dieser Analyse beobachtete man, dass die gesunde Gruppe einen reicheren Wortschatz hatte und vielleicht in der Kindheit mehr gelesen hatte (was die kognitive Reserve beeinflusst).

Nachdem alle Resultate analysiert worden waren, beobachtete man, wie es ein Gehirn mit der Alzheimer-Krankheit durch eine gute kognitive Reserve schaffen kann, keine Symptome zu zeigen. Die kognitive Reserve kann die Bildung von neuen Verbindungen zwischen den Neuronen fördern, die die durch die Alzheimerkrankheit verursachten Schäden ausgleichen kann. Außerdem wurde in dieser Studie ermittelt, dass “die Alzheimerkrankheit keine Krankheit ist, die man hat oder nicht, sondern ein komplexer Vorgang, der sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt  und durch eine Vielzahl an unter anderem biologischen, intellektuellen, emotionalen, sozialen und kulturellen Faktoren beeinflusst wird.” Deswegen kann man, laut dieser Studie, die Alzheimerkrankheit als eine Krankheit betrachten, die sich nach einem langen Prozess und als Folge der Gesamtheit der erlebten Ereignisse des Gehirns entwickelt.

Den Funden von David Snowdon und anderen aktuelleren Untersuchungen zufolge, wird die Idee aufrechterhalten, dass die Aktivitäten, die es ermöglichen, den Verstand und seine intellektuellen Funktionen zu stimulieren und zu trainieren, dabei helfen können, das Gehirn gesund zu halten und neurodegenerativen Krankheiten vorzubeugen, wie es der Fall bei der Alzheimerkrankheit ist.

Können wir unsere kognitive Reserve verbessern?

Jeder Mensch kann, wenn er es sich vornimmt, Skulpteur seines eigenen Gehirns sein” 

(Santiago Ramón y Cajal)

Wie wir schon erwähnt haben, existieren bestimmte Faktoren, die einen Einfluss auf die kognitive Reserve unseres Gehirns haben. Ein gesundes Leben zu führen und ausgeglichene und gesunde Gewohnheiten zu haben, kann uns dabei helfen, unsere kognitive Reserve und Gehirngesundheit zu verbessern. Deshalb wird eine gute Ernährung, nicht zu rauchen, nicht übermäßig zu trinken, etc. empfohlen.

Gehirntraining ist von vitaler Bedeutung und heutzutage können wir dies mit einer Vielzahl an erreichbaren Aktivitäten tun, wie zum Beispiel Lesen, ins Kino oder ins Theater gehen, uns mit unseren Freunden und der Familie treffen, tanzen … All diese Tätigkeiten erfordern, dass unsere kognitiven Ressourcen richtig funktionieren und mit ihnen sind wir fähig, unser Gehirn zu trainieren. Das Wichtigste ist, das Gehirn und den Verstand so lange wie möglich beschäftigt und aktiv zu halten.

Heutzutage existieren technologische Werkzeuge im Bereich der Innovation-Gesundheit, die es ermöglichen, auf professionelle Art und Weise die kognitive Reserve einer jeden Person zu verbessern. CogniFit ist die führende Plattform in kognitiver Bewertung und zerebralen Stimulierung: Um das Gehirn über den Verlauf der Jahre aktiv zu halten, verfügt CogniFit über eine online verfügbare Technologie, die es erlaubt, die fundamentalen kognitiven Fähigkeiten aller Menschen zu messen und zu verbessern, von den Kleinsten (Kindern ab 6 Jahren) bis zu den älteren Erwachsenen (kognitive Stimulation Alzheimer).

CogniFit ist ein führendes Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulierung, es ist die meistverwendete nicht medikamentöse Behandlung bei Fällen von Gedächtnisproblemen, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen im Frühstadium. Die Technologie von CogniFit wurde wissenschaftlich normiert und validiert und fokussiert sich auf die Neuroplastizität.

Und du, was machst du, um deine kognitive Reserve zu vergrößern? Du kannst deinen Kommentar und deine Vorschläge unten hinterlassen. Ich freue mich darauf, sie zu lesen. 😉

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

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