Archiv der Kategorie: Senioren

Korsakow-Syndrom: Vergessenes neu erfinden

Korsakow-Syndrom: ein Gedächtnisproblem infolge von Alkoholmissbrauch oder extremen Diäten, bei denen es zu Vitaminmangel kommt. Finde heraus, welche Symptome und Ursachen es für dieses Syndrom gibt, wie es sich behandeln lässt und welche Formen der Prävention möglich sind.

Was ist das Korsakow-Syndrom?

Das Korsakow-Syndrom ist eine chronische Gedächtnisstörung deren Ursache ein starker Mangel an Thiamin (Vitamin B1) ist. 

Thiamin hilft dem Gehirn aus Zucker Energie zu gewinnen. Wenn der Thiamingehalt im Körper drastisch sinkt, generieren die Gehirnzellen nicht genug Energie, um korrekt funktionieren zu können. Die Folge dessen kann das Korsakow-Syndrom sein.

Man geht davon aus, dass dieser Mangel zu Schäden im Thalamus und an den Mammillarkörpern des Hypothalamus im Gehirn führt. Außerdem kommt es zu einem generellen Gewebeschwund im Gehirn (Atrophie) und zu neuronalen Schäden und Verlusten.

Forschungen haben ergeben, dass der Thiaminmangel die Substanzen verändert, die dafür verantwortlich sind Signale zwischen Gehirnzellen zu übertragen und Erinnerungen abzuspeichern. Diese Veränderungen können Neuronen zerstören und zu mikroskopisch kleinen Blutungen und Narben im Gehirngewebe führen.

Oft, aber nicht immer, geht diesem Syndrom eine Wernicke-Enzephalopathie voraus. Bei dieser kommt es aufgrund des starken Thiaminmangels zu einer akuten Reaktion des Gehirns. Die Wernicke-Enzephalopathie ist ein medizinischer Notfall, bei der es zu starken und lebensbedrohlichen Veränderungen im Gehirn kommt. Die Anzeichen sind mentale Verwirrung, Koordinationsprobleme der Bewegung und anormale, unfreiwillige Augenbewegungen.

Da das Korsakow-Syndrom häufig nach einer Episode der Wernicke-Enzephalopathie auftritt, wird das Syndrom auch als Wernicke-Korsakow bezeichnet. Nichtsdestotrotz kann das Korsakow-Syndrom auch ohne vorherige Wernicke-Enzephalopathie entstehen.

Symptome des Korsakow-Syndroms

Korsakow zeichnet sich durch Gedächtnisprobleme aus, während das Bewusstsein aber weitgehend erhalten bleibt. Bei einem Gespräch kann der Eindruck entstehen, dass die Person über alle Fähigkeiten verfügt. Dennoch zeigt die betroffene Person aber schwerwiegende Veränderungen in neueren Gedächtnisinhalten auf. Sie stellt immerzu die gleichen Fragen, liest die gleiche Seite eines Buches über Stunden und kann Personen, die sie während des Verlauf der Krankheit bereits mehrere Male gesehen hat, nicht wieder erkennen.

Die Gedächtnisprobleme können sehr stark sein, dabei kann sowohl das Kurzzeitgedächtnis als auch das Langzeitgedächtnis betroffen sein (Erinnerungslücken), während andere Fähigkeiten, wie die soziale Interaktion oder das Denken, relativ intakt bleiben.

Die Leitsymptome sind:

  • anterograde Amnesie: Unfähigkeit neue Gedächtnisinhalte zu generieren oder neue Informationen zu verarbeiten.
  • retrograde Amnesie: Unfähigkeit alte Gedächtnisinhalte abzurufen, die vor Krankheitsbeginn entstanden sind.
  • Erinnerungsverfälschungen: Erfundene Erinnerungen, die von dem Betroffenen selbst geglaubt werden. Ursache sind die Erinnerungslücken.
  • Fast inhaltslose Konversationsführung
  • Fehlende Introspektion
  • Apathie

Die Betroffenen des Korsakow-Syndroms können verschiedene Symptome zeigen. Einige Betroffene leben “in der Vergangenheit weiter”, überzeugt davon, dass ihr Leben und die Welt noch so ist, wie sie vor Krankheitsbeginn war. Andere zeigen eine große Bandbreite an Erinnerungsverfälschungen.

Die retrograde Amnesie tritt nicht bei allen Erinnerungen gleichermaßen auf, sondern betrifft eher neuere Erinnerungen. Je älter die Erinnerungen, desto eher bleiben sie. Der Grund dafür kann darin liegen, dass die neueren Erinnerungen noch nicht komplett im Gehirn konsolidiert sind und entsprechend vulnerabler gegenüber eines Verlusts sind.

Erinnerungsverfälschung beim Korsakow-Syndrom

Eines der charakteristischsten Symptome des Korsakow-Syndroms ist die Erinnerungsverfälschung. Die Betroffenen “verfälschen” Informationen oder denken sich welche aus, wenn sie die eigentliche Information nicht erinnern können. Dabei ist es nicht so, dass die Betroffenen “lügen”, sondern sie sind selbst davon überzeugt, dass ihre ausgedachten Erklärungen stimmen. Bislang gibt es noch keine wissenschaftliche Erklärung, wieso dieses Phänomen so auftritt.

Einige Personen zeigen konstant Erinnerungsverfälschungen. Sie denken sich stetig neue Identitäten aus, mit detaillierten Geschichten welche diese untermauern. Dadurch ersetzen sie die Realität, die sie vergessen haben.

Ursachen des Korsakow-Syndroms

Exzessiver Alkoholkonsum ist eine der Hauptursachen für das Auftreten des Korsakow-Syndroms

Man weiß, dass übermäßiger Alkoholkonsum das Nervensystem schädigen kann. In den allermeisten Fällen ist exzessiver Alkoholmissbrauch die Ursache für das Korsakow-Syndrom.

Es konnten zudem genetische Variationen identifiziert werden, die das Risiko für das Auftreten dieser Störung erhöhen. Eine nahrstoffarme Ernährung kann ebenfalls dazu beitragen.

Das Korsakow-Syndrom kann durch eine extreme Ernährung verursacht werden, wie es bei Anorexie, sehr restriktiven Diäten, Hungersnöten oder plötzlichem Gewichtsverlust nach einer Operation der Fall ist. Unkontrolliertes Erbrechen, eine HIV Infektion, eine andere chronische Infektion oder eine Krebserkrankung können ebenfalls eine mögliche Ursache darstellen.

Behandlung des Korsakow-Syndroms

Die Behandlung des Korsakow-Syndroms sollte multidisziplinär angegangen werden, bei welchem Ärzte, Psychologen und Neuropsychologen zusammenarbeiten, um eine möglichst effektive Intervention anbieten zu können.

Von einigen Experten wird empfohlen, dass Personen, die viel Alkohol konsumieren oder aus einem anderen Grund an Thiaminmangel leiden könnten, unter ärztlicher Aufsicht Ergänzungsmittel zu sich nehmen.

Ebenfalls ist es empfehlenswert, dass Menschen mit einer Geschichte von Alkoholmissbrauch und Symptomen, die mit der Wernicke-Enzephalopathie zusammenhängen, Thiamin injiziert bekommen, bis das klinische Krankheitsbild klarer ist.

Die Behandlung mit oraler Gabe von Thiamin, anderen Vitaminen und Magnesium kann bei Betroffenen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Symptome abnehmen.

Die psychologische Intervention besteht vor allem darin, die Alkoholabstinenz zu gewährleisten. Aus neuropsychologischer Sicht wird versucht dem Betroffenen zu helfen seine Defizite zu kompensieren, damit er sich sozial integrieren und ein so normales Leben wie möglich führen kann.

Korsakow-Syndrom: Prognose

Einige Daten zeigen, dass etwa 25% der Personen mit Korsakow-Syndrom wieder ganz gesunden, bei der Hälfte schwächen die Symptome ab und bei weiteren 25% lassen sich keine Verbesserungen erzielen.

Anderen Autoren zufolge ist die Mortalität hoch und liegt zwischen 10 und 20%. Das ist hauptsächlich auf Lungeninfektionen, Blutvergiftungen oder Leberschäden oder einen irreversiblen Thiaminmangel zurückzuführen.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig die Symptome des Korsakow-Syndroms so schnell wie möglich zu identifizieren und zu behandeln. Eine frühzeitige Behandlung der Wernicke-Enzephalopathie erhöht die Prognose der Genesung und kann das Auftreten des Korsakow-Syndroms verhindern. Beispielsweise lassen die Probleme der Augenbewegung bereits nach Stunden bis Tagen nachweislich nach, motorische Einschränken werden nach Tagen bis Wochen weniger. Bei etwa 60% der Betroffenen bleiben jedoch leichte Symptome.

Gemäß dieser Autoren ist die Prognose relativ schlecht, sobald das Korsakow-Syndrom einmal diagnostiziert wurde. Ungefähr 80% der Betroffenen leiden ihr Leben lang an chronischen Gedächtnisschäden.

Die kognitive Genesung ist langsam und nicht vollständig und erreicht nach etwa einem Behandlungsjahr das Maximum an möglicher Wiederherstellung. Es kann zu einer Genesung kommen, diese hängt jedoch von Faktoren wie dem Alter und der Alkoholabstinenz ab.

Korsakow-Syndrom: Präventionstipps

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann helfen das Korsakow-Syndrom zu verhindern
  • Der wichtigste Ratschlag ist, den Alkoholkonsum auf ein Minimum zu reduzieren. Je weniger Alkohol, desto besser. Obwohl man vielleicht davon ausgeht wenig zu trinken, wird der Organismus bereits bei kleinen Mengen Alkohol beschädigt.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig, damit die Synthese von lebenswichtigen Vitaminen stattfinden kann, insbesondere des Thiamins (Vitamin B1).
  • Immer dann wenn Gedächtnisprobleme auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob es sich um einen normalen Alterungsprozess oder eine Form von Demenz handelt.
  • Man sollte sich ein gutes soziales unterstützendes Netzwerk aufrecht erhalten, da nahestehende Personen diejenigen sind, die helfen wenn ein besorgniserregendes Symptom auftritt.
  • Wenn man glaubt zu viel zu trinken, aber nicht weiß, wie man damit aufhören kann, sollte man professionelle Hilfe suchen.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Neurodegenerative Erkrankungen: Definition, Merkmale, Behandlung und Vorbeugung

Neurodegenerative Erkrankungen:  Welche Ursachen, Symptome und Merkmale haben sie, zu welchen Folgen kommt es und wie lassen sie sich behandeln? 

Die neurodegenerativen Erkrankungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie dem zentralen Nervensystem schaden. Dadurch kommt es zu kognitiven Beeinträchtigungen, die von Veränderungen im Verhalten und der Funktionsweise des Organismus begleitet werden. In diesem Artikel gehen wir auf diese Erkrankungen ein: welche neurodegenerativen Erkrankungen gibt es, was für Merkmale oder Symptome weisen sie auf, welche Folgen und Heilungsmöglichkeiten haben sie? …und weitere interessante Fakten.

Was sind neurodegenerative Erkrankungen? Neurodegenerative Erkrankungen lassen sich als eine Gruppe von Erkrankungen bezeichnen, die das Nervensystem auf eine besondere Art beeinträchtigen: Sie verursachen das Absterben von Neuronen und das führt wiederum zur Degeneration des Nervengewebes. Dies ruft diverse neuropsychologische Umstände hervor, die sich je nach Krankheit unterschiedlich ausdrücken. Es gibt zahlreiche neurodegenerative Erkrankungen, jede von ihnen mit spezifischen Symptomen. In diesem Artikel werden folgende neurodegenerative Erkrankungen näher beleuchtet:

  • Alzheimer
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Chorea Huntington

Was verursacht das Erscheinen einer neurodegenerativen Erkrankung? Zurzeit existiert keine konkrete Ursache, von der wir wissen, dass sie die Entwicklung dieser Krankheiten hervorruft. Man weiß aber, dass es Zusammenhänge mit genetischen Faktoren und Umweltfaktoren gibt. Zudem heben die stetigen Untersuchungen zu diesen Erkrankungen als Hauptrisikofaktor das Alter hervor.

Neurodegenerative Erkrankungen: Welche Arten gibt es und wie zeigen sie sich

Im Folgenden werden neurodegenerative Erkrankungen und ihre Hauptmerkmale genannt. Außerdem wird gezeigt, wie sich trotz der ähnlichen Merkmale voneinander unterscheiden lassen und wie sie sich bei der Person manifestieren, die unter ihr leidet:

  • Alzheimer: die neurodegenerative Erkrankung Alzheimer wird als eine Gehirnerkrankung definiert, die den fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses und der Art zu denken verursacht. Bei den Betroffenen ist der Gedächtnisverlust so stark, dass die Person ihrem Alltag nicht mehr nachgehen kann. Umgangssprachlich wird Alzheimer oft als Demenz bezeichnet, die Erkrankung Alzheimer umfasst aber neben der Demenz noch weitere Symptome. Die wichtigsten dieser Symptome sind: Gedächtnisveränderungen die den Alltag beschränken; Schwierigkeiten, Pläne zu machen oder Probleme zu lösen; Einschränkungen bei der Durchführung von Routineaufgaben oder -arbeiten; Orientierungslosigkeit; Schwierigkeiten bei der Sprache in Schrift und Wort; Verlust der Initiative oder Persönlichkeitsveränderungen. Im Folgenden ist ein Video zu sehen, in dem einige reale Fälle von Personen mit Alzheimer gezeigt werden. Das Video verdeutlicht, welche Belastungen auf Personen zukommen, die mit Betroffenen der Krankheit zusammenleben und verdeutlicht die Symptomatik der Krankheit. Es gibt neuropsychologische Bewertungen, die helfen können, kognitive Defizite zu erkennen und somit zur Unterstützung bei der Diagnose von Alzheimer beitragen können.

  • Morbus Parkinson.  Diese neurologische Erkrankung zeichnet sich durch den schnellen Verschleiß oder Tod von Nervenzellen aus. Die Hauptsymptome sind: Zittern in den Extremitäten (Tremor), die normalerweise während des Schlafes verschwinden; Muskelstarre, wobei die Muskulatur immer angespannt und verkrampft ist; Bradykinesie (Verlangsamung der Bewegung), welche so ihre alltäglichen Abläufe beeinträchtigt (sich waschen, anziehen, …), bei denen sie mehr Zeit brauchen; Haltungsinstabilität, wodurch Betroffene leicht hinfallen. Auch bei der Parkinson-Krankheit gibt es klinische Programme zur kognitiven Bewertung.
  • Multiple Sklerose. Diese Krankheit beeinträchtigt vollständig das zentrale Nervensystem und zeigt sich anhand verschiedener Symptome: Erschöpfung, Schmerzen, Zittern, fehlendem Gleichgewicht und sprachliche Einschränkungen. Es lassen sich verschiedene Arten von Multipler Sklerose, anhand ihrer Symptomatik unterscheiden. Die am häufigsten auftretende Form ist die schubförmig remittierende MS (RR-MS), bei der sich die in Schüben auftretenden Entzündungen im zentralen Nervensystem (ZNS) ganz oder teilweise zurückbilden.
  • Chorea Huntington. Die auch als Huntington-Krankheit bezeichnete neurodegenerative Erkrankung Chorea Huntington ist erblich. Im fortgeschrittenen Stadium sind die Symptome klar zu erkennen. Die Patienten zeigen eine Reihe unfreiwilliger, plötzlicher Bewegungen (die gewisse Ähnlichkeiten zu Tanzbewegungen aufweisen), gleichzeitig verändert sich die Mimik und unbequemen Körperhaltungen. Vor dem Erscheinen dieser Symptomatik zeigen sich bereits eine Reihe psychischer und kognitiver Störungen, welche für diese neurodegenerative Erkrankung typisch sind. Die Betroffenen zeigen Depressionen, Gedächtnisstörungen, Sprachverlust, Verschlechterung der Konzentration, etc. und entwickeln so eine Demenz. Die Krankheit schreitet langsam voran und führt etwa 15 bis 20 Jahre nach ihrem Auftreten zum Tod.

Neurodegenerative Krankheiten: Gibt es eine Heilung?

Dr. Prusiner weist darauf hin, dass es wichtig sei die neurodegenerativen Krankheiten kontinuierlich zu erforschen, um so Heilungsmöglichkeiten für diese Gruppe von Krankheiten zu finden. Da viele Menschen von neurodegenerativen Erkrankungen betroffen sind, und die Auftretenswahrscheinlichkeit mit der höheren Lebenserwartung ansteigt, ist deren Erforschung besonders relevant. Momentan ist die Krankheit mit der höchsten Anzahl an Betroffenen Alzheimer, im Vergleich zu Morbus Parkinson und der Multiplen Sklerose.

Laut Dr. Prusiner ist es noch ein langer Weg, bis es Heilungsmöglichkeiten für diese Krankheiten geben werde. Durch die stetige Forschung konnten jedoch bereits Indizien gefunden werden, die dazu beitragen die Komplexität der neurodegenerativen Krankheiten besser zu verstehen. Es scheint, dass alle Erkrankungen, die der Gruppe der neurodegenerativen Erkrankungen zugeordnet werden, eine grundlegende Gemeinsamkeit haben: ein Defizit bei der Protein-Verarbeitung, obwohl bei jeder dieser Krankheiten die Proteine unterschiedlich verarbeitet werden.

Es kann nicht mit Klarheit gesagt werden, ob sich ein spezifisches Medikament finden lassen wird, um die genannten Krankheiten zu bekämpfen. Zahlreiche Untersuchungen deuten jedoch auf eine Behandlung mit Stammzellen hin. Es ist jedoch noch nicht klar, wie man die Stammzellen nach der Injektion ins Gehirn stimulieren muss, damit sie Verbindungen aufbauen. Ein viel versprechendes Indiz ist allerdings die frühzeitige Erkennung der Krankheit, da im Gehirn die Degeneration noch nicht so weit fortgeschritten ist und die Genesung der Zellen wahrscheinlicher macht.

Letztendlich hat die Forschung bei der Diagnose von neurologischen Krankheiten große Schritte nach vorne gemacht, was positiv für den Verlauf der neurodegenerativen Erkrankungen ist. So werden Bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und  die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) verwendet. Dank dieser Verfahren ist es möglich, die durch die Erkrankungen entstanden Degeneration zu erkennen und so eine frühzeitige Behandlung einzuleiten.

Abschließend lässt sich sagen, dass es bis heute keine konkrete Heilungsmethode für diese Krankheiten gibt. Aufgrund der stetigen und detaillierten Erforschung der Krankheiten besteht jedoch Hoffnung, weitere Indizien für die Entstehung der Krankheiten zu finden, um somit die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern und so den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen.

Neurodegenerative Erkrankungen: wie kann man ihnen vorbeugen und sie behandeln?

Im Folgenden werden einige Richtlinien bezüglich des Verhaltens und der Kognition angegeben, die effizient sind, um entweder der Erscheinung dieser Krankheiten vorzubeugen oder aber um den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern. Lerne die Bedeutung der kognitiven Reserve kennen, um der Erscheinung neurodegenerativer Krankheiten entgegenzuwirken.

  1. Parkinson. Zahlreiche Untersuchungen deuten darauf hin, dass Sport dabei helfen kann, den Folgen dieser neurodegenerativen Erkrankung entgegenwirken kann. Dabei sollte eine Sportart wie Laufen, Spazierengehen, ein Teamsport oder das Fitnessstudio gewählt werden. Zudem hilft Physiotherapie dabei, das richtige Gleichgewicht und Resistenz beizubehalten und Gehirngymnastik hilft ebenfalls. Außerdem finden Parkinson-Patienten eine gewisse Besserung der Symptome beim Tanzen. Ja, tatsächlich! Tanzen hat viele nützliche Effekte, wie geringere Erschöpfung, die Stärkung sozialer Beziehungen, was zu einem besseren Selbstwertgefühl führt. Es gibt klinisch validierte Übungen zur Gehirnstimulation bei Patienten Parkinson.
  2.  Alzheimer. Menschen, bei denen Alzheimer diagnostiziert wurde, steht eine lange Liste von Unterstützungsprogrammen zur Verfügung, die dem Patienten eine bessere Lebensqualität ermöglichen. Einige Beispiele sind folgende: Teilnahme an Gemütszustand verbessernden Aktivitäten (je nach Vorliebe der Person), Verhaltensinterventionen (gegen Aggressivität, zur Ordnung der Essens- und Schlafenszeiten). Betroffene können dabei von einer guten Zusammenarbeit verschiedener gesundheitlicher Einrichtungen profitieren. Programme zur kognitiven Rehabilitation für Alzheimerkrankte
  3.  Multiple Sklerose. Faktoren, mit denen man den Auswirkungen dieser Krankheit entgegenwirken kann, ist die Interaktion der genetischen Veranlagung mit den Umweltfaktoren. Aktuelle Forschungen haben die Detektierung einer möglichen Predisposition durch Analysen möglich gemacht. Bei Betroffenen der Multiplen Sklerose findet sich ein Antikörper, der bei Gesunden nicht nachgewiesen werden kann. In diesem Bereich bedarf es weiterer Nachforschungen, um so die Ursachen der Erkrankung ausfindig machen zu können. Welche Verhaltensweisen sind empfehlenswert für Menschen mit Multipler Sklerose? Es gibt eine Reihe an Leitlinien, die helfen die Lebensqualität der Patienten zu verbessern:  es ist ratsam Tabakkonsum zu vermeiden; beim Sport sollte auf Pausen geachtet werden, um Erschöpfung zu vermeiden; ebenfalls bieten sich Rehabilitationsprogramme für Betroffene an. Es gibt ebenfalls Programme zur kognitiven Stimulation für Patienten mit Multipler Sklerose.
  4. Chorea Huntington. Diese Krankheit lässt sich mithilfe einer genetischen Analyse bereits vor der Geburt (pränatal) nachweisen, auch wenn noch keine Symptome vorhanden sind. Leider gibt es für die Chorea Huntington bislang keine Form der Heilung oder Formen der Behandlung, die das Fortschreiten der Krankheit eindämmen können. Jedoch gibt es Medikamente, welche die motorischen und psychischen Symptome lindern. Für Patienten werden außerdem spezielle Rehabilitationsprogramme angeboten, bei denen Betroffene lernen mit der Krankheit und den Veränderungen, die diese mit sich bringt, umzugehen.

Übersetzung aus dem Spanischen: Noelia Chaves Castaño, Psychologin bei CogniFit.

Substantia nigra und die Parkinson-Krankheit: das Wichtigste im Überblick

Von der Krankheit Parkinson hat fast jeder schon einmal gehört, doch nicht jeder weiß, was sie eigentlich bedeutet. Gleiches gilt für die Hirnstruktur Substantia nigra. In dem folgenden Artikel wird erläutert was die Substantia nigra ist, wozu sie dient und welche Pathologie unter anderem mit ihr assoziiert ist: die Parkinson Krankheit.

Parkinson: Substantia nigra

Was ist die Substantia nigra? 

Die Substantia nigra ist ein Kernkomplex des Mittelhirns (Mesencephalon) und unabdingbar für die fehlerfreie Funktion der Basalganglien.

Die Substantia nigra besteht aus dunkel pigmentierten Nervenzellen, die entweder einen besonders hohen Eisengehalt oder viel Melanin aufweisen. So lässt sich die Substantia nigra anatomisch in zwei Bereiche aufteilen: Die Pars compacta, die aus dicht angeordneten melaninhaltigen Nervenzellen besteht und die Pars reticulata, deren Nervenzellen sich durch einen besonders hohen Eisengehalt auszeichnen.

Die Substantia nigra ist Bestandteil diverser Schaltkreise des extrapyramidalmotorischen Systems und ist auf diese Weise mit dem Striatum, dem Thalamus, dem Cortex und dem Nucleus subthalamicus verbunden. Das extrapyramidalmotorische System steuert beim Menschen zusammen mit dem pyramidalen System die Bewegungsprozesse des Körpers.

In der Pars compacta herrscht ein besonders hoher Dopamingehalt. Die dopaminergen Neuronen übermitteln Signale, die besonders für die Planung und den Start einer Bewegung relevant sind (“Starterfunktion”).

Die Neuronen der Pars reticulata besitzen über ihre Axone Verbindungen zum Striatum und dem ventrolateralen Thalamus. Diese Neuronen generieren Aktionspotentiale wenn kein synaptischer Input erfolgt.

Wozu dient die Substantia nigra: Funktionen

Um die Funktionsweise der Substantia nigra zu beschreiben ist es wichtig die Pars compacta und die Pars reticulata in ihrer Funktionsweise zu unterscheiden:

  • In der Pars compacta, sind die Neuronen mit dem Lernen assoziiert.
  • In der Pars reticulata sind die Neuronen für Orientierung und Augenbewegung zuständig.

Pathologien die mit der Substantia nigra assoziiert sind

Substantia nigra: Parkinson

Die bekannteste, mit der Substantia nigra assoziierte Pathologie, ist die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson). Sie hängt mit der Funktionsweise der Neuronen in der Pars compacta zusammen. Auch die Epilepsie geht möglicherweise mit Funktionsstörungen der Substantia nigra einher.

Im Folgenden wird die Parkinson-Krankheit genauer beschrieben. Es wird erläutert welche Konsequenzen sie für die Betroffenen hat, welche Veränderungen im Gehirn stattfinden und welche Maßnahmen sich dagegen unternehmen lassen.

Parkinson-Krankheit 

Parkinson (Morbus Parkinson) ist eine chronische neurodegenerative Erkrankung. Die Ursachen sind bis heute nicht bekannt, man weiß aber, dass es bei den Betroffenen zum Absterben von Nervenzellen in der Substantia nigra kommt. Da die dopaminergen Neuronen in der Pars compacta absterben, entsteht ein Dopaminmangel. In manchen Fällen zeigt sich die Krankheit als Bewegungsstörung, verursacht aber ebenfalls kognitive Veränderungen. Diese schränken die Autonomie der Patienten stark ein und können ebenfalls zu einem inadäquaten Ausdruck der Emotionen führen.

Statistisch gesehen ist Parkinson nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung.

Die Krankheit tritt sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf, wobei Männer häufiger betroffen sind. In der Regel hat die Krankheit einen späten Beginn, erste Symptome manifestieren sich meisten zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr.

Die Forschung aus den letzten zehn Jahren hat ergeben, dass es sich bei Parkinson nicht um eine einheitliche Erkrankung handelt, sondern verschieden Formen existieren. Beispielsweise ist das Familiäre Parkinson erblich, die Krankheit tritt in diesem Fall meistens deutlich früher auf als bei dem idiopathischen Parkinson-Syndrom. Derzeit ist bei dem idiopathischen Parkinson auch noch nicht bekannt, ob es biologische Ursachen gibt, welche die Krankheit auslösen.

Diagnose der Parkinson-Krankheit

Zur Diagnose der Parkinson-Krankheit muss das Kardinalsymptom Bradykinese oder Akinese zusammen mit mindestens einem der anderen Leitsymptome auftreten.

Kardinalsymptom:

  • Bradykinese (verlangsamte Bewegungen) oder Akinese (Bewegungslosigkeit)

Leitsymptome:

  • Ruhetremor (Muskelzittern in Ruhe)
  • Rigor (Muskelstarre)
  • Haltungsinstabilität

Die Bradykinese macht sich bei allen Bewegungen der Parkinson-Erkrankten erkennbar. Die Bewegungen sind verlangsamt, was zu einem starren Gesichtsausdruck führt. Das Sprechen wird undeutlicher und leiser und auch das Schlucken verzögert sich. Bei Bewegungsabläufen die Präzision erfordern haben Betroffene große Probleme, beispielsweise beim Zuknöpfen einer Jacke.

Das bekannteste Symptom ist der Ruhetremor, der bei 85% der Betroffenen mit idiopathischem Parkinson auftritt. Wie der Name sagt, tritt der Tremor dann auf, wenn sich die Person in Ruhe befindet und nimmt ab, wenn der Patient in Bewegung ist.

Ein weiteres charakteristisches Symptom der Krankheit ist der Verlust des Gleichgewichts: die posturale Instabilität. Betroffene haben Gang- und Standunsicherheiten. Dies steigert die Angst und Wahrscheinlichkeit zu fallen und führt nicht selten zu Verletzungen.

Da es sich bei der Parkinson-Krankheit um eine progressive neurodegenerative Erkrankung handelt, nehmen die Symptome mit der Zeit graduell zu. Der Verlauf von Parkinson kann derzeit noch nicht gestoppt werden.

Neben der für die Krankheit charakteristischen motorischen Einschränkungen zeigen Betroffene auch kognitive Veränderungen.

Kognitive Veränderungen bei der Parkinson-Krankheit

Folgende charakteristische kognitive Veränderungen sind üblich:

  • niedergedrückte Stimmung bis hin zu Depression
  • Angst
  • Apathie
  • Schlafstörungen
  • Wahrnehmungsveränderungen
  • Hyposmie/ Anosmie (Verringerung/ Verlust des Geruchssinns)
  • Missempfindungen (Dysästhesien)
  • Schmerzen

Bewertung der kognitiven Fähigkeiten bei der Parkinson-Krankheit

Es existieren verschiedene Messinstrumente, um die kognitiven Kapazitäten der Patienten zu erfassen. Der Schweregrad lässt sich durch die Kriterien bestimmen, welche die Bewegungseinschränkungen und die Schwierigkeit alltägliche Aktivitäten auszuführen messen. Die meisten Evaluationsskalen erfassen hauptsächlich motorische Symptome.

Bekannte Evaluationsskalen sind beispielsweise: Unified Parkinson’s Disease Rating Scale, UPDRS und die kognitive Bewertungsbatterie für Parkinson (CAB-PK) von CogniFit, welche führend in digitalisierten kognitiven Evaluationen sind.

Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Krankheit

In diesem Abschnitt sollen die Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Dabei gibt es drei verschiedene Bereiche: Pharmakologie, chirurgische Behandlung und Rehabilitation.

  1. Pharmakologie: In der Parkinson-Therapie werden vor allem Medikamente eingesetzt, die das Dopamin-Angebot im Gehirn erhöhen. Die am häufigsten verwendeten Medikamente sind Levodopa (eine Vorstufe von Dopamin) und andere Medikamente mit Dopamin-Agonisten, die eine analoge Wirkung zum Dopamin aufweisen.
  2. Chirurgische Behandlung: chirurgische Eingriffe waren vor allem Mitte des 20. Jahrhunderts üblich, als noch keine pharmakologische Behandlungsalternative bekannt war. Heutzutage werden chirurgische Eingriffe vor allem in den Fällen angewandt, in den Patienten nicht auf die Medikation ansprechen. Hierfür wird die “tiefe Hirnstimulation” angewandt, bei der eine implantierte Elektrode Impulse in das überaktivierte Hirnareal sendet.
  3. Rehabilitation: es existiert eine Trainingseinheit zur “psychischen Stimulierung und Rehabilitation bei Parkinson Patienten” die auf Grundlage der neuesten Forschungen von Experten entwickelt wurde. In dieser Testbatterie werden folgende kognitive Bereiche evaluiert: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Koordination und logisches Denken. Durch die individuelle Beurteilung der Fähigkeiten ist eine differenzierte Diagnostik und Behandlung bei der Parkinson-Krankheit möglich.

Rehabilitation und kognitive Stimulation bei Parkinson

Zur kognitiven Stimulation und Rehabilitation bei der Parkinson-Krankheit ist es wichtig, Übungen in verschiedenen Bereichen auszuführen.

Einerseits ist es wichtig, dass die erkrankte Person Unterstützung von einem Logopäden erhält, der mit dem Patient nicht nur Sprachübungen macht, sondern auch speziell darauf hinarbeitet Schluckstörungen, Hypophonie und andere Schwierigkeiten zu mindern.

Andererseits ist es wichtig das Gleichgewicht zu trainieren, da dieses im Verlauf der Krankheit nachlässt.

Obwohl zu Beginn hauptsächlich motorische Einschränkungen auftreten, ist es ebenfalls wichtig eine individualisierte kognitive Rehabilitation mit den Parkinson-Patienten durchzuführen, da es sich um eine neurodegenerative Erkrankung handelt.

Nach der kognitiven Bewertung der einzelnen Fähigkeiten sollte ein individualisiertes Programm durchgeführt werden, um durch kognitive Stimulation die Bereiche des Patienten zu fördern, bei denen er die größten Defizite aufweist.

Zum Schluss findet sich hier eine Zusammenfassung von Vorschlägen, deren Beachtung ratsam ist, um die Lebensqualität für Betroffene zu verbessern:

  • Erholsamer Schlaf ist für Erkrankte wichtig, da er eine schützende Funktion hat und die Symptome der Krankheit lindert.
  • Die Durchführung der kognitiven Rehabilitation ist ebenfalls empfehlenswert. Betroffene sollten Aufgaben zur kognitiven Stimulation durchführen
  • Erkrankte sollten einen Logopäden aufsuchen, um möglichen Sprachproblemen vorzubeugen.
  • Die Wohnung sollte barrierefrei gestaltet und an den Patienten angepasst werden, um für diesen eine bessere Mobilität zu gewährleisten.

Dieser Artikel dient dazu einen tieferen Einblick in die Krankheit  zu geben und hilft die Symptome besser zu verstehen. Ebenfalls erklärt er die Zusammenhänge, die zwischen der Krankheit und der Substantia nigra bestehen. Des Weiteren sollte der Artikel dazu dienen ein paar Empfehlungen für Betroffene aufzulisten.

Falls Fragen oder Unklarheiten zum Thema Parkinson oder der Substantia nigra bestehen, kann dieser Artikel gerne kommentiert werden und wir werden uns darum bemühen diese zu klären.

Übersetzt aus dem Spanischen: Sara Morales Alonso, Neuropsychologin bei CogniFit.

Gedächtnisprobleme: Was ist das und wann sollten wir uns Sorgen machen

Was sind Gedächtnisprobleme?  Wir alle vergessen manchmal etwas: Wir machen uns Sorgen, wenn wir uns nicht erinnern, wo wir die Schlüssel gelassen haben, wenn wir den Geburtstag einer uns wichtigen Person vergessen, wenn wir uns bei der Uhrzeit, zu der der Zug abfährt, geirrt haben, oder an welchem Tag wir uns mit einem Freund verabredet hatten. Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir Dinge vergessen? Was sind die Ursachen von Gedächtnisproblemen?

Denkst du, dass es dir schwer fällt, dich an Dinge zu erinnern? Wann sollten wir uns um ein schweres Gedächtnisproblem Sorgen machen? Entdecke in diesem Artikel alles über Gedächtnisprobleme

Gedächtnisprobleme

Denkst du, dass du Gedächtnisprobleme haben könntest? Beantworte diese 14 einfachen Fragen über die Symptome, die mit Gedächtnisproblemen zusammenhängen.

1. Hast du das Gefühl, dass sich dein Gedächtnis verschlechtert hat?

2. Musst du einen Text mehrmals lesen, um ihn zu verstehen?

3. Verlegst du Gegenstände wie Schlüssel, Geld, Brille, etc. häufig?

4. Glaubst du, dass du bei Gesprächen Probleme hast, die passenden Worte zu finden?

5. Vergisst du häufig Dinge, wie zum Beispiel, was du gestern gegessen hast?

6. Auf deiner Arbeit musst du immer ähnliche Dinge machen, aber in letzter Zeit findest du es schwieriger, sie angemessen zu erledigen?

7. Vergisst du Pläne, die du auf kurze Sicht hin machst? Weißt du beispielsweise noch, dass du zum Arzt gehen musst, hast aber vergessen, wann du deinen Termin hast?

8. Hast du Schwierigkeiten gehabt, einen Gegenstand oder ein Gerät zu benutzen, dass du vorher schon einmal benutzen konntest?

9. Hast du Schwierigkeiten bei Aufgaben bemerkt, die Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern?

10. Haben die Menschen, die dir nahestehen, bemerkt, dass dein Gedächtnis neuerdings Mängel aufweist?

11. Fühlst du dich orientierungsloser als gewöhnlich, auch an Orten, an denen du häufig bist?

12. Zweifelst du, ob du eine bestimmte Handlung ausgeführt hast oder nicht?

13. Denkst du, dass du Wörter verwechselst oder es dir schwerer fällt, dich an Namen von Filmen, berühmten Menschen, etc. zu erinnern?

14. Fällt es dir schwer, dich an alle Menschen in deinem nächsten Umfeld zu erinnern?

Wenn du alle Fragen beantwortet hast und deine Antwort bei 7 oder mehr Symptomen JA ist, besteht die Möglichkeit, dass du unter Gedächtnisproblemen leidest. Die Ergebnisse dieses Tests sind aber in keinem Fall als Diagnose anzusehen. Suche deshalb einen Arzt auf, um eine Diagnose stellen zu lassen.

Mairena Vázquez, Psychologin, erklärt im Folgenden was Gedächtnisprobleme sind, ihre Ursachen und wann wir uns Sorgen machen sollten.

Was sind Gedächtnisprobleme?

Das Gedächtnis kann als Fähigkeit zur Speicherung und dem Hervorrufen von Information definiert werden. Das Gedächtnis ist die Gesamtheit der Systeme, die es uns ermöglichen, Information aufzunehmen, zu speichern und abzurufen. Menschen mit erworbenem Hirnschaden beklagen am häufigsten Gedächtnisprobleme, unter diesen leiden sowohl sie selbst als auch ihre Angehörigen.

Gedächtnisprobleme sind eine der häufigsten Gründe, weshalb Menschen eine neuropsychologische Beratung aufsuchen. Gedächtnisprobleme sind dementsprechend nicht nur mit älteren Menschen in Verbindung zu bringen, da Gedächtnisstörungen in jedem Alter auftreten können.

Leichte Vergesslichkeit oder leichte Gedächtnisprobleme sind häufig Teil des normalen Alterungsprozesses. Ältere Erwachsene benötigen oft mehr Zeit dafür, sich an etwas zu erinnern oder etwas Neues zu lernen. Dennoch haben wir alle gelegentlich Schwierigkeiten, uns an einen bestimmten Namen oder ein Wort zu erinnern und wir haben alle schon einmal die Schlüssel verlegt und einen wichtigen Termin vergessen.

Viele Personen zeigen regelmäßig alltägliche Vergesslichkeiten. Nicht alle Gedächtnislücken sind Symptome der kognitiven Beeinträchtigung, von Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Diese Pathologien treten für gewöhnlich mit Gedächtnislücken auf, die progressiv in Häufigkeit und Schwere sind. Wenn der Gedächtnisverlust von Familienmitgliedern oder nahestehenden Freunden bemerkt wird und sich störend auf alltägliche Abläufe auswirkt (Arbeit, soziale Beziehungen, etc.) ist es wichtig, eine professionelle neuropsychologische Bewertung durchzuführen und qualifizierte professionelle Beratung für Demenz und Gedächtnisprobleme aufzusuchen.

Gedächtnisprobleme betreffen alle Altersgruppen, nicht nur Menschen über 50 Jahre. Tatsächlich kommt es immer häufiger vor, dass junge Leute oder sogar Kinder Gedächtnisprobleme haben, was zu Aufmerksamkeitsproblemen führen kann. Trotz allem sind Gedächtnisprobleme eine der häufigsten Beschwerden bei älteren Menschen.

“Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können” (J.Paul; Fr. Richter).

Gründe für Gedächtnisverlust

Es gibt verschiedene Arten von Gedächtnisproblemen, sowohl Probleme, die den Abruf von Erinnerungen aus der Vergangenheit verhindern (“Was habe ich gestern gegessen?” – retrograde Amnesie) als auch Probleme bei der Bildung neuer Erinnerungen von neuen Ereignisse, wie Plänen, die wir für nächste Woche haben (anterograde Amnesie). Gleichzeitig können Gedächtnisprobleme auch die Konsequenz von einem erworbenen Hirnschaden sein.
Unabhängig davon, was die Ursachen der Gedächtnisprobleme oder anderer Probleme sind, kann der Mensch, der an ihnen leidet, Angst vor dem Vergessen empfinden.

So oder so sind Gedächtnisprobleme oft reversibel und lösbar. In diesen Fällen entstehen die Gedächtnisprobleme durch Ursachen, die wir irgendwie kontrollieren können, auch wenn es immer empfehlenswert ist, zum Arzt zu gehen, um eine mögliche Lösung zu finden oder zu zukünftige kognitive Beeinträchtigung zu vermeiden.

Carlos Regazzoni (Neurologe) geht davon aus, dass der Entstehung von Gedächtnisproblemen “hoher Blutdruck, Blutzuckerprobleme und am häufigsten Stress bei der Arbeit” zugrunde liegen. Deswegen haben immer mehr junge Menschen Gedächtnisprobleme und diese sollten nicht immer mit dem gefürchteten Wort Demenz assoziiert werden. Um uns zu erinnern, ist es unabdingbar, die Information im Gedächtnis zu speichern, und dafür sollten wir sehr aufmerksam sein. Oft entstehen die Gedächtnislücken nur, weil wir nicht aufmerksam genug waren oder weil unser Gedächtnis die Realität manchmal verzerrt.

Unser Gedächtnis kann aus verschiedenen und diversen Gründen ausfallen. Unter den Hauptursachen, die Gedächtnisprobleme verursachen können, befinden sich folgende:

  • Stress und Erschöpfung
  • Nebenwirkungen von Medikamenten oder sogar Effekte von Behandlungen einiger Krankheiten wir Krebs
  • Phasen der Veränderung in unserem Leben, Druck auf der Arbeit
  • Rauchen oder Vergiftung durch Alkohol oder andere Drogen können die Gehirnaktivität schädigen und so auf die Kapazität und Qualität des Gedächtnisses einwirken. Gehirn und Alkohol.
  • Depressionen oder andere psychische Störungen (zum Beispiel Schizophrenie oder bipolare Störung)
  • Infektionen, Tumore oder Verletzungen im Gehirn
  • Fehlender Schlaf: Wenn wir schlafen, aktivieren sich die Gehirnzonen, die mit dem Gedächtnis verbunden sind, und wenn wir dagegen wenig schlafen, werden diese Zonen geschwächt. Deswegen ist es empfehlenswert, mindestens 8 Stunden täglich zu schlafen.
  • Neurodegenerative Erkrankungen (wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Chorea Huntington, Parkinson, …)
  • Momente, in denen wir nervöser sind oder Momente, in denen wir starke Emotionen erleben
  • Vitaminmangel: Ein Defizit an Vitamin B12 kann zu Gedächtnisproblemen führen. Deswegen empfehlen Experten einen angemessenen Konsum dieses Vitamins in unterschiedlichen Lebensmitteln oder bei schwangeren Frauen, Menschen mit gastrointestinalen Krankheiten sogar Vitaminergänzungen. Auch eine Ernährung mit hoher Kalorienzufuhr (zum Beispiel Fast Food in Massen), kann für Gedächtnisprobleme sorgen.

Das Gedächtnis ist ein Gut, das wir sorgfältig pflegen sollten. Wir sollten aus unserem Alltag jeden Faktor verbannen, der un schädigen könnte, wie eine schlechte Ernährung, Rauchen, exzessives Trinken, Drogen, oder einfach unser Gehirn nicht anzustrengen.

Sollte ich mir wegen der Gedächtnisprobleme Sorgen machen?

Wenn du merkst, dass sich die Gedächtnisprobleme ständig wiederholen, ist es empfehlenswert, sich an einen spezialisierten Experten zu wenden. So kannst du feststellen, ob die Symptome durch einen Faktor verursacht werden, den man rückgängig machen kann, ob sie mit der normalen Alterung zusammenhängen oder ob im Gegensatz dazu, eine Art von kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz besteht, die behandelt werden muss.

Es empfiehlt sich, immer zu versuchen, eine positive Einstellung beizubehalten und sich bewusst zu sein, wie wichtig es ist, mit unserem Gedächtnis zu arbeiten. Wenn der Grund für die Gedächtnisprobleme der Arbeitsstress oder die Hektik ist, die wir Tag für Tag haben, sollten wir uns keine Sorgen machen, aber uns darum kümmern, unser Gedächtnis mit verschiedenen Strategien zu verbessern. Man kann Aktivitäten wie Lesen, Studieren, Denkspiele, etc. durchführen.

Gedächtnisprobleme: Was kann ich tun, um mich besser zu erinnern?

Es ist nicht sinnvoll, sich zu sehr auf leichte Gedächtnisprobleme zu fixieren. Das Gedächtnis hat eine beschränkte Kapazität, und um weiterhin neue Erinnerungen zu formen, muss es die Erinnerungen loswerden, die nicht mehr nützen. Die menschlichen Wesen erinnern sich an allgemeine Dinge wie Personen, Fakten und Orte, aber wir neigen dazu, Details zu vergessen. Deswegen vergessen wir oft, weil unser Gehirn vergessen muss.

Wir erinnern uns an 5% dessen, was wir hören, 15% dessen, was wir sehen und 90% dessen, was wir tun. Was soll das heißen? Dass es eine gute Art ist, sich mithilfe von Eselsbrücken Dinge zu merken, um uns leichter an sie zu erinnern. Was können wir machen, um uns besser zu erinnern?

  • Uns laut Anweisungen geben: Wir können Gedächtnislücken merkbar verringern, wenn wir uns laut selbst Anweisungen geben. Zum Beispiel: “Ich muss die Autoschlüssel mitnehmen, wenn ich aus dem Haus gehe”, “Ich muss eine E-Mail an meinen Kollegen schreiben”
  • Uns uns selbst vorstellen, wie wir das tun, an das wir uns erinnern wollen: Uns selbst abzubilden, wie wir diese Handlung ausführen, kann uns dabei helfen, kleine Vergesslichkeiten oder Gedächtnisprobleme zu reduzieren
  • Nutze CogniFit, das führende Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulation: CogniFit ist die meist verwendete nicht pharmakologische Behandlung bei Gedächtnisproblemen, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen im Frühstadium. Die Technologie von CogniFit wurde wissenschaftlich validiert und standardisiert. Du musst dich nur registrieren! Die Übungsbatterie von CogniFit ermöglicht es, präzise die kognitiven Stärken und Schwächen einer jeden Person zu bewerten und zu messen.
  • Betätige dich körperlich: Die körperliche Bewegung hilft dabei, die kleinen Gedächtnisprobleme zu lindern und verjüngt die Zellen.
  • Gehe einer passenden Ernährung für das Gehirn nach: Eine Ernährung aus Obst, Gemüse und Vollkorngetreide kann dir dabei helfen, Gedächtnisprobleme zu verringern. Die Antioxidantien, die wir in diesen Lebensmitteln finden, können uns dabei helfen, unsere Neuronen zu beschützen. Entdecke die besten Vitamine für das Gehirn.
  • Erhole dich angemessen: Eine angemessene Erholung ist unabdingbar für das optimale Funktionieren des Gedächtnisses.
  • Plane deine Aktivitäten und mach Listen: Manche Menschen finden, dass sie sich besser an die Dinge erinnern, wenn sie Listen mit allen ausstehenden Tätigkeiten machen.
  • Weitere Empfehlungen: Wenn du lernen möchtest, dich besser zu erinnern und deine Gedächtnisprobleme zu verringern, entdecke in diesem Artikel, wie du dein Gedächtnis verbessern kannst.

Du brauchst nur Geduld, Motivation, Mühe und stetige Übung. Wenn du erst einmal merkst, wie deine Gedächtnisprobleme beginnen zu verschwinden, wird sich deine Stimmung verbessern und so wirst du dich besser fühlen und gleichzeitig weniger dazu neigen, die Dinge zu vergessen. “Wir sind, was wir erinnern und erinnern, was wir sind”.

Neuroplastizität und Gedächtnisprobleme

Wenn die Ursache unserer Gedächtnisprobleme reversibel und spezifisch ist, müssen wir uns keine Sorgen machen. Wenn wir dagegen nach einer Bewertung eines spezialisierten Experten eine Diagnose für eine mögliche Demenz oder eine mögliche kognitive Beeinträchtigung erhalten, sollten wir etwas unternehmen, um die Auswirkungen zu verlangsamen und daran denken, dass nicht alles verloren ist. Dank der Neurowissenschaft und der Neuropsychologie hat man das Konzept der Neuroplastizität entdeckt.

Im Großen und Ganzen und nach aktuellen Untersuchungen können wir sagen, dass die neuronale Plastizität (oder Neuroplastizität) “die Kapazität des Nervensystems zur Veränderung seiner Struktur und seiner Funktionen im Laufe des Lebens, als Reaktion auf die Umgebung” ist.

Diese Kapazität des Gehirns ermöglicht es, die Evolution der Krankheit zu verzögern und für längere Zeit die kognitiven Fähigkeiten der Person zu erhalten und somit ihre Lebensqualität zu verbessern.

 

Vielen Dank fürs Lesen, du kannst deine Kommentare, Zweifel und Fragen gerne hinterlassen.

 

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

 

Kognitive Reserve: Definition, Zusammenhang mit dem Altern und Alzheimer und wie man sie verbessert

Der Begriff kognitive Reserve erklärt, weshalb Menschen durch Gehirntraining den mentalen Verfall im Alter oder Krankheiten wie Alzheimer oder andere Demenzen minimieren können. Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, können den Schaden im Gehirn mit der Verwendung von alternativen neuronalen Netzwerken “ausgleichen” und so ermöglichen, dass das Gehirn trotz des erlittenen Schadens oder der Degenerierung normal funktioniert.

Die kognitive Reserve wird mithilfe von Gehirntraining und dem Bewahren von gesunden geistigen Gewohnheiten erworben. Entdecke in diesem Artikel, was die kognitive Reserve ist, wie wir sie messen und verbessern können und welchen Zusammenhang sie mit dem Altern und mit Alzheimer und anderen Demenzen hat.

Kognitive Reserve

Im Laufe der Zeit und entsprechend unserem Alter verschlechtern sich unsere Neuronen. Wenn die Neuronen keine Reize von ihren Nachbarzellen empfangen, werden sie geschwächt und sterben. Aber es ist nicht alles verloren. In unserem Gehirn können wir etwas finden, was sich kognitive Reserve nennt und uns dabei hilft, die Verluste auszugleichen, die wir erleiden. Dank der kognitiven Reserve und der Neuroplastizität können wir die mit der Alterung und anderen neurodegenerativen Erkrankungen verknüpfte kognitive Beeinträchtigung bremsen oder verlangsamen.

Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, zeigen später Symptome kognitiven Verfalls oder neurodegenerativer Erkrankungen als diejenigen, deren kognitive Kapazität geringer ist. Das heißt, wenn wir zwei Personen vergleichen, die den gleichen Gehirnschaden aufweisen, wird die Person, die eine größere kognitive Reserve besitzt, weniger Symptome kognitiver Beeinträchtigung, höhere Vitalität und mentale Klarheit vorzeigen.

Kognitive Reserve: Definition

Zusätzlich zu den genetischen Faktoren, sammeln wir im Laufe unseres Lebens kulturelle Kenntnisse, akademisches Wissen, intellektuelle und sportliche Tätigkeiten, welche in ihrer Gesamtheit die kognitive Reserve bilden.

Man kann die kognitive Reserve folgendermaßen definieren: Es ist die Fähigkeit unseres Gehirns, verschiedene Schädigungen oder durch Erkrankungen oder einfach nur durch die natürliche Alterung entstandene Abnutzung zu bewältigen, und so einige Funktionen erhalten zu können.

Das Konzept der kognitiven Reserve entstand mit dem Ziel zu erklären, warum einige Menschen mit den gleichen neuronalen Schäden und im gleichen Alter nicht die gleichen Symptome oder die gleichen kognitiven Beeinträchtigungen aufwiesen.

Stellt euch beispielsweise einmal zwei 80-jährige Personen mit den gleichen neuronalen Schäden vor. Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass eine von ihnen Demenzsymptome aufweist und die andere nicht. Als sie versterben, wird eine Autopsie vorgenommen und man entdeckt, dass beide Alzheimer hatten. Wir fragen uns: Warum wies eine Person die Symptome auf und die andere nicht, wenn beide von ihnen unter der gleichen Krankheit litten? Die Antwort können wir in der kognitiven Reserve finden. Auch wenn das Gehirn geschädigt ist, zeigt die Person kein Krankheitssymptom. Warum? Vielleicht, weil die kognitive Reserve die kognitive Beeinträchtigung ausgleicht.

Die kognitive Reserve beginnt in den ersten Tagen unseres Lebens. Laut Wolf Singer (Neurobiologe) bildet das Gehirn in der Entwicklungsphase Verbindungen dank der Einflüsse der Umgebung. Ebenso bestätigt Harry Chugani (pädiatrischer Neurobiologe), dass die Erlebnisse aus der Kindheit so stark sind, dass sie einen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Kindes haben, indem sie Charaktermerkmale wie die Intelligenz oder Persönlichkeitsmerkmale bestimmen.

Trotzdem sollten wir wissen, dass jeder von uns die Macht hat, das Gehirn zu stimulieren, um die kognitive Reserve zu vergrößern und zu bereichern, im Laufe der Zeit und nicht nur in der Kindheit oder Jugend. Unser Gehirn ist plastisch und deshalb erzeugt die intellektuelle Aktivität zahlreiche Vorzüge, unabhängig vom Alter oder sogar, wenn das Gehirn beschädigt ist.

An diesem Punkt fragst du dich wahrscheinlich, ob es eine Möglichkeit gibt, unsere kognitive Reserve zu messen. Ja. Wir können unsere kognitive Reserve durch neuropsychologische Bewertungen schätzen, die auf klinischen Proben basieren, die verschiedene Variabeln messen (Bildung, sportliche Aktivität, …), genetische Studien und Studien zur Neuroimaging, die dabei helfen, die Anzeichen zu identifizieren, die auf eine Erkrankung hinweisen.

Einflussfaktoren auf die kognitive Reserve

Es gibt verschiedene Faktoren, die die kognitive Reserve unseres Gehirns zu beeinflussen scheinen, wie zum Beispiel das Gehirnvolumen oder die Verbindungen zwischen Neuronen.

Im Allgemeinen ist der wichtigste Faktor für den Erhalt einer guten kognitiven Reserve, das Gehirn zu trainieren. Nach einer in Frontiers in Aging Neuroscience veröffentlichten Studie verhilft es zu einem gesunden Leben im Alter, wenn man das Gehirn über die Jahre hinweg aktiv hält.

 “Die kognitive Reserve wird durch die Gehirnaktivität geprägt, die wir im Laufe unseres Lebens erbracht haben”.

Im Laufe dieser letzten Jahre wurde viel darüber geforscht, welche Faktoren die kognitive Reserve am meisten beeinflussen, wie genetische Prädispositionen und angeborene Fähigkeiten, körperliche Aktivität, kulturelles Niveau, sozial-wirtschaftliche Faktoren, Einflüsse seit unserer Geburt, etc. Unter den wichtigsten Faktoren, die man in Zusammenhang mit der kognitiven Reserve gefunden hat, können wir folgende hervorheben:

  • Intelligenzquotient, Bildung und kulturelles Niveau. Der Intelligenzquotient (IQ) hängt von Faktoren wie den Genen, der Bildung und dem kulturellen Niveau ab. Es wurde festgestellt, dass die Menschen, die einen höheren IQ haben, eine größere kognitive Reserve, höhere Reife und ein größeres Gehirn aufweisen. Laut verschiedenen Studien schützt ein höheres kulturelles Niveau das Gehirn vor der leichten kognitiven Beeinträchtigung. Man hat beobachtet, dass ein niedriges Bildungsniveau einer der wichtigsten Risikofaktoren für Demenz ist. Dies kann daran liegen, dass Menschen mit einem höheren kulturellen Niveau häufig gesündere Lebensgewohnheiten haben, was eine bessere Konnektivität zwischen den Nervenzellen begünstigt. Dies sorgt dafür, dass die Neuronen stärker stimuliert werden und mit einem größeren Wachstum das Risiko für Gehirnschaden oder Demenz verringern. Es wurde auch beobachtet, dass die Menschen mit Berufen, die mehr logisches Denken erfordern, die mit Mathematik und Sprachen arbeiten, mit geringerer Wahrscheinlichkeit an Demenz erkranken. Manchmal steht die Bildung und der Beruf der Person im Zusammenhang mit dem sozial-wirtschaftlichen Niveau, weswegen es angemessen wäre zu erforschen, welchen Einfluss dieses auf die kognitive Reserve hat. Aber Achtung! Mit einem hohen kulturellen Niveau beziehe ich mich nicht nur auf das Bildungsniveau, denn es gibt Menschen, die wegen verschiedener Umstände kein hohe Bildungsniveau erreichen konnten, aber ein hohes kulturelles Niveau besitzen. Tipps zur Vorbeugung von Demenz.
  • Freizeit und soziale Beziehungen. Man hat herausgefunden, dass ältere Menschen, die Freizeitaktivitäten nachgehen und mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbringen, 38% weniger Risiko für eine Demenz aufweisen. Deswegen ist es zu empfehlen, Dinge in der Natur zu unternehmen, neue Leute kennenzulernen, verschiedenen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen etc. Wenn die Menschen miteinander interagieren, aktivieren sich verschiedene Fähigkeiten und Ressourcen, um eine gute Kommunikation und Beziehung zu fördern, was die kognitive Reserve begünstigt.
  • Körperliche Bewegung: Es ist erwiesen, dass bei älteren Menschen mehr körperliche Bewegung für eine geringere Wahrscheinlichkeit der kognitiven Beeinträchtigung sorgt. Bewegung schützt vor der mit dem Alter verknüpften Beeinträchtigung und der Entwicklung von Demenzen, verringert einige Risikofaktoren wie den Oxidationsstress, erhöht die Neuronenproduktion und Neuroplastizität etc. Wenn wir Sport machen, verbessern wir unser Gehirn, da wir die Durchblutung des ganzen Körpers unterstützen, die Wahrscheinlichkeit, eine Herzgefäßerkrankung zu erleiden, verringern, unser Gehirn mit Nährstoffen versorgen, was das Neuronenwachstum fördert, etc. Entdecke einige Tipps, um mit Sport zu beginnen.
  • Geistige Übungen. Tätigkeiten wie lesen, ein Instrument spielen, Sprachen lernen (Vorteile der Zweisprachigkeit), versuchen, eine Aufgabe anders zu erledigen, als wir gewohnt sind, … jede Aktivität, die intellektuelle Beanspruchung erfordert und uns dazu verpflichtet, aktiv zu bleiben, ist gut, um unsere kognitive Reserve zu stärken und die Symptome von Beeinträchtigung herauszuzögern. Diese Aktivitäten dienen als Schutzfaktor, unabhängig vom Alter der Person, die sie ausführt. Es ist nie zu spät. Es ist sehr empfehlenswert, dieser Art von Tätigkeiten nachzugehen, da es erwiesen ist, dass sie bis zu 50% der Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Demenz verringern können. Zusätzlich gibt es spezialisierte Programme, die darauf ausgerichtet sind, das Gehirn auf professionelle Art und Weise zu stimulieren und dabei zu helfen, die kognitive Reserve zu verbessern. Wenn du mehr Information darüber möchtest, empfehle ich dir CogniFit. Das führende Programm für Bewertung und kognitiver Stimulierung.

Auch die Bedeutung der genetischen Faktoren und der Biomarker sollte nicht vergessen werden, sowie eine richtige Ernährung, bei der wir Lebensmittel zu uns nehmen, die Vitamine für das Gehirn enthalten, gemäßigte körperliche Bewegung, nicht rauchen oder exzessiv trinken (Gehirn und Alkohol) sind Faktoren, die mit einer höheren kognitiven Reserve im Zusammenhang stehen.

Wir können unsere kognitive Reserve durch klinische Bewertungen, genetische Studien und Studien des Neuroimaging schätzen

Kognitive Reserve und Alterung

Verschiedene Studien behaupten, dass die kognitive Reserve ein Schutzfaktor für die kognitive Alterung und die mit dem Alter zusammenhängenden neurodegenerativen Erkrankungen sein kann.

Die kognitive Reserve schützt das Gehirn vor der Alterung und der Hirnschädigung. Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, weisen eventuell die Symptome für den Abbau kognitiver Fähigkeiten später auf. “Eine größere kognitive Reserve zeigt sich in einer effektiveren Verwendung zerebraler Netzwerke oder alternativen kognitiven Strategien, was eine effizientere Leistung über längere Zeit hinweg ermöglicht.”

Kognitive Reserve und Alterung: Mit dem Erlernen von neuen Dingen stimulieren und stärken wir unser Gehirn und vergrößern unsere kognitive Reserve. Wir verzögern den mit der Alterung verbundenen Abbau kognitiver Fähigkeiten und helfen dabei, die Erscheinung von Demenz zu verlangsamen und sie sogar zu verhindern. Weiter unten geben wir dir ein paar Tipps, wie du deine kognitive Reserve verbessern kannst.

Kognitive Reserve und die Alzheimer-Krankheit

Warum weisen einige Menschen erst später Alzheimer-Symptome auf? Kognitive Reserve und Alzheimer: Wie wir zuvor erwähnt haben, spielt die kognitive Reserve eine wichtige Rolle bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzen.

Die kognitive Reserve ermöglicht es, die Alzheimersymptome zu verzögern, dafür zu sogen, dass die Symptome der Erkrankung erst später in Erscheinung treten, sie kann sogar für eine Verhinderung der Krankheit sorgen und es schaffen, dass sich die Symptome nie zeigen.

Laut Stern (Leiter der Abteilung Kognitive Neurowissenschaft des Sergievsky Center und des Taub Institutes): “Die epidemiologischen Beweise zeigen, dass diejenigen mit geringeren beruflichen oder schulischen Erfolgen, niedrigeren kulturellen Werten oder einem niedrigeren Intelligenzquotienten klinische Merkmale der Alzheimerkrankheit mit einem histopathologisch geringeren Grad aufweisen als Menschen mit einer höheren Reserve.” 

Nicht nur in der Aktualität und in den letzten Jahren, in denen das Konzept der kognitiven Reserve bekannter wurde, findet Forschung in diesem Bereich statt, sondern schon seit einiger Zeit. Es ist sogar praktisch unmöglich, von der kognitiven Reserve zu sprechen, ohne David Snowdon zu erwähnen (Doktor der Epidemiologie und Neurologie-Professor an der Universität von Kentucky).

David Snowdon führte 1986 eine Studie durch, an der 678 katholische Nonnen aus den USA teilnahmen. Das Ziel der Studie war der Versuch zu bestimmen, ob die kognitive Reserve auf irgendeine Art die Alzheimer-Krankheit beeinflusst.

Snowdon verwendete einen so konkreten Teil der Bevölkerung, weil er ein homogenes Kollektiv mit den gleichen persönlichen Merkmalen (der gleiche Lebensstil, die gleichen Gewohnheiten, die gleiche Ernährung, etc.) beobachten wollte. Über 17 Jahre hinweg machten die Nonnen kognitive Tests, psychologische Prüfungen, gaben genetische Proben und außerdem spendeten alle von ihnen ihre Gehirne nach ihrem Tod zur Untersuchung der Beziehung zwischen der Alzheimerkrankheit, ihrer kognitiven Reserve und den Verletzungen, die in den Gehirnen aufgefunden worden.

Auf eine faszinierende Weise stach Schwester Bernadette hervor, die an einem Herzinfarkt mit 85 Jahren starb. Als die zerebrale Autopsie vorgenommen wurde, beobachtete man klare Anzeichen einer schweren Alzheimererkrankung, obwohl sie zu Lebzeiten keine Symptome zeigte. Wie konnte es sein, dass ihr Gehirn die Alzheimer-Krankheit anzeigte, wenn sie doch nie ein Symptom gezeigt hatte?

Später entdeckte man mit der Unterstützung von Jim Mortimer (Leiter der Untersuchung in Altersheilkunde in einer medizinischen Einrichtung in Minneapolis), dass das Gehirn von Bernadette auf irgendweine Art die durch die Alzheimer-Krankheit hervorgerufenen pathologischen Veränderung ausgeglichen hatte.

Man verglich alle durchgeführten Tests und studierte sogar einige Autobiographien, die jede von ihnen in ihrer Jugend geschrieben hatte, bevor sie in den religiösen Orden eintraten (in Zusammenarbeit mit Susan Kemper, Psycholinguistin, um die Sprache zu analysieren). In den Autobiographien beobachtete man den Gebrauch von einsilbigen und multisyllabischen Wörtern, die Frequenz, mit der ungewöhnliche Worte verwendet wurden, die grammatikalische Komplexität, etc.

In dieser Analyse beobachtete man, dass die gesunde Gruppe einen reicheren Wortschatz hatte und vielleicht in der Kindheit mehr gelesen hatte (was die kognitive Reserve beeinflusst).

Nachdem alle Resultate analysiert worden waren, beobachtete man, wie es ein Gehirn mit der Alzheimer-Krankheit durch eine gute kognitive Reserve schaffen kann, keine Symptome zu zeigen. Die kognitive Reserve kann die Bildung von neuen Verbindungen zwischen den Neuronen fördern, die die durch die Alzheimerkrankheit verursachten Schäden ausgleichen kann. Außerdem wurde in dieser Studie ermittelt, dass “die Alzheimerkrankheit keine Krankheit ist, die man hat oder nicht, sondern ein komplexer Vorgang, der sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt  und durch eine Vielzahl an unter anderem biologischen, intellektuellen, emotionalen, sozialen und kulturellen Faktoren beeinflusst wird.” Deswegen kann man, laut dieser Studie, die Alzheimerkrankheit als eine Krankheit betrachten, die sich nach einem langen Prozess und als Folge der Gesamtheit der erlebten Ereignisse des Gehirns entwickelt.

Den Funden von David Snowdon und anderen aktuelleren Untersuchungen zufolge, wird die Idee aufrechterhalten, dass die Aktivitäten, die es ermöglichen, den Verstand und seine intellektuellen Funktionen zu stimulieren und zu trainieren, dabei helfen können, das Gehirn gesund zu halten und neurodegenerativen Krankheiten vorzubeugen, wie es der Fall bei der Alzheimerkrankheit ist.

Können wir unsere kognitive Reserve verbessern?

Jeder Mensch kann, wenn er es sich vornimmt, Skulpteur seines eigenen Gehirns sein” 

(Santiago Ramón y Cajal)

Wie wir schon erwähnt haben, existieren bestimmte Faktoren, die einen Einfluss auf die kognitive Reserve unseres Gehirns haben. Ein gesundes Leben zu führen und ausgeglichene und gesunde Gewohnheiten zu haben, kann uns dabei helfen, unsere kognitive Reserve und Gehirngesundheit zu verbessern. Deshalb wird eine gute Ernährung, nicht zu rauchen, nicht übermäßig zu trinken, etc. empfohlen.

Gehirntraining ist von vitaler Bedeutung und heutzutage können wir dies mit einer Vielzahl an erreichbaren Aktivitäten tun, wie zum Beispiel Lesen, ins Kino oder ins Theater gehen, uns mit unseren Freunden und der Familie treffen, tanzen … All diese Tätigkeiten erfordern, dass unsere kognitiven Ressourcen richtig funktionieren und mit ihnen sind wir fähig, unser Gehirn zu trainieren. Das Wichtigste ist, das Gehirn und den Verstand so lange wie möglich beschäftigt und aktiv zu halten.

Heutzutage existieren technologische Werkzeuge im Bereich der Innovation-Gesundheit, die es ermöglichen, auf professionelle Art und Weise die kognitive Reserve einer jeden Person zu verbessern. CogniFit ist die führende Plattform in kognitiver Bewertung und zerebralen Stimulierung: Um das Gehirn über den Verlauf der Jahre aktiv zu halten, verfügt CogniFit über eine online verfügbare Technologie, die es erlaubt, die fundamentalen kognitiven Fähigkeiten aller Menschen zu messen und zu verbessern, von den Kleinsten (Kindern ab 6 Jahren) bis zu den älteren Erwachsenen (kognitive Stimulation Alzheimer).

CogniFit ist ein führendes Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulierung, es ist die meistverwendete nicht medikamentöse Behandlung bei Fällen von Gedächtnisproblemen, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen im Frühstadium. Die Technologie von CogniFit wurde wissenschaftlich normiert und validiert und fokussiert sich auf die Neuroplastizität.

Und du, was machst du, um deine kognitive Reserve zu vergrößern? Du kannst deinen Kommentar und deine Vorschläge unten hinterlassen. Ich freue mich darauf, sie zu lesen. 😉

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Was ist die Leichte Kognitive Beeinträchtigung (LKB)? Wie erkennt man sie?

Was ist die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) oder leichte kognitive Störung? Die leichte kognitive Beeinträchtigung zeichnet sich durch den Verlust kognitiver Funktionen aus. Im Konkreten beobachtet man Beeinträchtigungen in den Prozessen der Aufmerksamkeit, im Gedächtnis und bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit. Trotzdem sind die Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung komplett selbstständig und können ihren Alltagsaktivitäten nachgehen. In diesem Artikel erklärt dir die Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda die wichtigsten Punkte, um alles Notwendige über die leichte kognitive Beeinträchtigung zu lernen und sie von der Demenz oder Alzheimer zu unterscheiden. Außerdem wird erklärt, wie man ihr Eintreten verzögern kann und sie mit einer Reihe von täglichen Abläufen ausbremst.

Leichte kognitive Beeinträchtigung

Was ist die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB)?

Die leichte kognitive Beeinträchtigung tritt bei Personen ab einem alter von 65 Jahren auf. Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Betroffenen. Sie tritt außerdem mit größerer Wahrscheinlichkeit in ländlichen Gegenden auf und es leiden gleich viele Männer und Frauen unter ihr. Zudem weisen die Menschen mit LKB eine größere kognitive Beeinträchtigung auf, als man es von ihrem Alter und Bildungsstand erwarten würde, also unterscheiden sie sich leicht durch ihre schlechteren Leistungen in den Bewertungen von ihren Altersgenossen. Die kognitive Beeinträchtigung kann, wenn auch weniger häufig, bei jungen Menschen auftreten und ensteht meistens aus anderen Gründen. Alkohol und Gehirn: Welche Folgen hat übermäßiger Alkoholgenuss im Nervensystem? Die leichte kognitive Beeinträchtigung zeichnet sich durch einen kognitive Störung aus, die für gewöhnlich das Gedächtnis miteinbezieht, aber nicht die nötige Schwere hat, um die notwendigen Kriterien für eine Demenz-Diagnose zu erfüllen (DSM-IV).

Die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) wird als eine diagnostische Einheit gesehen und bezieht sich auf einen vorübergehenden Zustand zwischen dem normalen Alterungsprozess und dem anormalen Alterungsprozess (Demenz).

Um eine Person mit leichter kognitive Beeinträchtigung (LKB) zu diagnostizieren, sollten sich folgende diagnostische Kriterien erfüllen, nach Petersen et Al, (2009)

  1. Präsenz von Gedächtnisbeschwerden, im besten Fall durch einen Informanten verifiziert: Das Gefühl eines Gedächtnisverlustes kann subjektiv sein und eine typische Angstreaktion im Alter sein, obwohl dieser nicht wirklich existiert oder nicht Besorgnis erregend ist. Deshalb ist das erste diagnostische Kriterium, dass der Partner oder ein Familienmitglied das Vorhandensein der Beschwerden nicht nur bestätigt, sondern auch Auskunft darüber geben kann, wie zum Beispiel seit wann sie auftreten, in welcher Intensität etc.
  2. Objektive Gedächtnisstörung unter dem Altersdurchschnitt: Der zweite Schritt zur Diagnose der leichten kognitiven Beeinträchtigung ist die Bewertung der Person in vielen Bereichen, inklusive neuropsychologischen Tests, um den Grad der Beeinträchtigung genau zu messen und zu bestimmen, ob es als Diagnose klassifiziert werden kann oder nicht.
  3. Allgemein normale kognitive Funktion: Die Person ist dazu in der Lage, ihre Alltagsaufgaben wie immer und ohne Hilfe zu erledigen. Mit dem Hund spazieren gehen, sich waschen, kochen, einkaufen gehen …
  4. Einfache Aktivitäten des Alltags sind intakt, auch wenn es zu leichten Störungen bei den komplexeren Aufgaben kommen kann: Die Person kann mit der Zeit wahrnehmen, dass sie neue Informationen nicht so schnell verarbeitet wie vorher und Aufgaben, denen sie früher problemlos nachging, wie ein Buch lesen, können sie überfordern und verwirren.
  5. Abwesenheit von Demenz: Ein Schlüsselfaktor für die Diagnose der leichten kognitiven Beeinträchtigung (LKB) ist das Nichtvorhandensein von Demenzsymptomen wie Apraxien, Agnosien, Prosopagnosien, Sprach- und Bewegungsstörungen.

Arten der leichten kognitiven Störung

Zusätzlich zu den Diagnosekriterien unterscheiden die Autoren zwischen drei möglichen Arten von leichter kognitiver Beeinträchtigung (LKB), die zu unterschiedlichen möglichen Evolutionen führen. Wir können die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) in drei Kategorien einteilen:

  • Leichte kognitive Störung amnestischer Art (LKB-a): Diese Art hat den Gedächtnisverlust als Hauptsymptom. Wenn diese Form von LKB sich weiterentwickelt, wird sie am wahrscheinlichsten zur Demenz, konkret zur Alzheimer-Krankheit. Identifikationsfaktor: Beschwerde über den Gedächtnisverlust
  • Leichte kognitive Beeinträchtigung multipler Domänen (LKB-mult): Verläuft mit verschiedenen betroffenen Bereichen, muss aber keinen Gedächtnisverlust beinhalten. Im Falle, dass diese LKB sich zu einer Demenz weiterentwickelt, kann sie dies in verschiedene Richtungen tun, inklusive der Alzheimer-Krankheit.  Identifikationsfaktor: Geringes Urteilsvermögen, Beeinträchtigung der linguistischen Funktionen, Veränderungen der Persönlichkeit und im Verhalten empobrecido.
  • Leichte kognitive Beeinträchtigung einer Domäne nicht-amnestischer Art (LKB-mnoa): Es handelt sich um die Einschränkung einer einzelnen Domäne, jedoch nicht des Gedächtnisses. Diese letztere wäre der Zustand vor einer Demenz, die nicht Alzheimer ist, wie unter anderem zum Beispiel frontotemporale Demenz, Lewy-Körper-Demenz, vaskuläre Demenz und semantische Demenz. Identifikationsfaktor: Es sind kognitive Defizite in anderen Bereichen als der Erinnerung vorhanden. Die Betroffenen können sich sozial unpassend verhalten, was bei anderen Subtypen der leichten kognitiven Einschränkung nicht der Fall ist.

Der Schlüssel zur Unterscheidung von Leichter Kognitiver Beeinträchtigung (LKB) und Demenz

Häufig entstehen Zweifel und oft assoziieren wir die leichte kognitive Beeinträchtigung mit einer Demenz oder Alzheimer, aber diese Störungen unterscheiden sich voneinander. Auch wenn die Symptome sehr ähnlich wirken können, müssen wir das Hauptmerkmal, das die beiden Störungen unterscheidet, beachten, und dieses besteht darin, dass es eine beachtliche Einschränkung der täglichen Abläufe der betroffenen Person geben muss, die es ihnen erschwert oder sie sogar daran hindert, den vorher selbstständig erledigten Alltagsaufgaben nachzugehen, damit wir von Demenz sprechen können. Dies geschieht bei der leichten kognitiven Beeinträchtigung nicht. Die/Der Betroffene beklagt im Allgemeinen Gedächtnisverlust, sich nicht an Namen von Personen erinnern zu können, “unschuldige” Gedächtnislücken wie zu vergessen, wo sie/er die Schlüssel abgelegt hat, etc. Aber er/sie kann seiner/ihrer Alltagsroutine normal und selbstständig nachgehen.

Die Essenz der leichten kognitiven Beeinträchtigung (LKB) ist eine Gedächtnisstörung, ohne dass eine Demenz vorhanden ist.

Trotz der konzeptuellen und diagnostischen Fortschritten im Bereich der Alterung von der neuropsychologischen Perspektive aus schätzt man, dass ein bedeutender Anteil der Demenzfälle nicht in den Anfangsphasen diagnostiziert wird. Wenn du das Konzept der Demenzen ein bisschen weiter vertiefen möchtest, verpass nicht den folgenden Artikel: 10 Aktivitäten zur kognitiven Stimulierung bei Demenz.

Merkmale der Menschen mit leichter kognitiven Beeinträchtigung (LKB)

Die Art von Gedächtnisverlust einer Person mit leichter kognitiver Beeinträchtigung bezieht sich auf eine spezielle Form des Gedächtnisses: das anterograde episodische Gedächtnis. Bei Schwierigkeiten mit dieser Art des Gedächtnisses bestehen Probleme, neue Erinnerungen zu formen. Die Betroffenen vergessen oder verlernen weder ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, noch vergessen sie ihre eigene Biografie. Eine Person scheitert aber bei den folgenden Umständen:

  1. Fähigkeit, sich daran zu erinnern, was sie vor zwei oder drei Tagen gemacht haben
  2. Sich an einen Arzttermin zu erinnern oder ein Treffen mit Freunden oder der Familie
  3. Vergisst systematisch, wo sie die Dinge aufbewahrt
  4. Wiederholt vielleicht oft dieselben Fragen in einem Gespräch
  5. Vergisst vielleicht wichtige Informationen aus diesem Gespräch (die nächste Verabredung zum Essen…)
  6. Verwirrung bei der Reihenfolge vor kurzem geschehener Ereignisse oder Daten
  7. Wenn sie mit anderen Menschen in Kontakt ist, zeigt sie sich häufig weniger geduldig, gereizter, unkontrollierter und jähzorniger als vorher.

Wie man der leichten kognitiven Beeinträchtigung im Alter vorbeugt und ihr Fortschreiten verlangsamt: 10 Tipps zum Umsetzen in die Praxis

Weil es zurzeit keine Behandlung für die leichte kognitive Beeinträchtigung im Alter gibt, ist es unabdingbar, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um ihr zukünftiges Erscheinen so gut wie möglich zu bremsen. Tägliches Gehirntraining ist das beste Schutzschild gegen die leichte kognitive Beeinträchtigung.

1- Mach täglich Gehirntraining

Die Zeitschrift Nature und eine Vielzahl von Studien betonen die Wichtigkeit von Gehirntraining, um die kognitive Beeinträchtigung zu bremsen. Valencia et al. (2008) haben positive Effekte auf den Ausgleich der kognitiven Beeinträchtigung mit Gehirntrainingsprogrammen gefunden, seien diese allgemein oder konkret für Funktionen wie das Gedächtnis.

CogniFit ist das führende Programm für kognitive Bewertung und Gehirntraining. In CogniFit kann man ein spezifisch für die leichte kognitive Beeinträchtigung hergestelltes Stimulationsprogramm finden und ein weiteres Programm, das ein Gehirntraining für Personen über 55 anbietet. Die kognitive Stimulation von CogniFit ist die am meisten verwendete nicht pharmazeutische Behandlung in Fällen von leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen in der Frühphase. Sie fokussiert sich auf die Neuroplastizität. Diese Fähigkeit des Gehirns ermöglicht es, die Entwicklung der Krankheit zu verlangsamen und die kognitiven Fähigkeiten der Person länger zu erhalten, und somit ihre Lebensqualität zu verbessern. Du musst dich nur registrieren! Die Übungsbatterien von CogniFit ermöglichen es, die kognitiven Stärken und Schwächen einer jeden Person präzise zu bewerten und zu messen. CogniFit zeigt eine Grafik mit den kognitiven Ergebnissen und schlägt automatisch den personalisierten Trainingsplan vor, der sich am besten an die Bedürfnisse jedes Individuums anpasst.

2- Ernähre dich mediterran

Studien zeigen, dass ein hoher Konsum von einfach ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl) und ein niedriger Konsum von gesättigten Fettsäuren einen Schutzeffekt gegen kognitive Verwirrung und die leichte kognitive Beeinträchtigung im Konkreten haben können. Außerdem kann laut einer Studie das einmal wöchentliche Konsumieren von Fisch und Meeresfrüchten das Erscheinen von leichter kognitiver Beeinträchtigung, laut einigen Studien verringern. Dabei zeigen sich Vorteile für Menschen die Fisch und Meeresfrüchte, die Reich an Omega3 sind, konsumieren. Außerdem zeigte die sogenannten Rotterdam Studie, dass ein leichter bis moderater Konsum von Alkohol das Demenzrisiko senken kann. Vitamine für das Gehirn.

3- Verwende Wiederholungsstrategien, mnemotechnische Regeln und Datenkategorisierungsstrategien

Diese Art von Strategien wird deiner Erinnerung dabei helfen, die aktuelle Information verlässlicher und dauerhafter zu behalten. Besonders die Datenkategorisierung hat sehr vorteilhafte Auswirkungen bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung. Sie besteht daraus, spezifische Anweisungen zu geben und die Information nach Themen zu wiederholen und zu erinnern. Dies ist eine sehr effiziente Hilfe, um sich Schlüsselwörter zu merken und eine bestimmte Information zu wiederholen. Beispiel: Die Person mit leichter kognitiver Beeinträchtigung wird sich leichter merken können, welche Medizin sie nehmen soll, wenn sie diese Medikamente nach Kategorien ordnet, um ihre Erinnerung zu aktivieren.

4- Benutze visuelle Hilfen

Es ist erwiesen, dass ältere Menschen sich besser an Bilder erinnern, von daher musst du versuchen, deinem Gedächtnis visuelle Inhalte zukommen zu lassen. Listen, Notizbücher, Post-Its, Kalender, Erinnerungsnotizen an häufig besuchten Orten (Kühlschrank, Fernseher, Spiegel …) werden ein nützliches Werkzeug sein, um dein visuelles Gedächtnis zu unterstützen und die Symptome der leichten kognitiven Beeinträchtigung zu verlangsamen.

5- Gehe 30 Minuten am Tag

Wenn wir uns gemäßigt körperlich bewegen, werden die Hirnzellen mit Sauerstoff versorgt, was ein sehr förderlicher Aspekt für die Verzögerung des Entstehens der leichten kognitiven Beeinträchtigung ist. Die körperliche Bewegung verbessert die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, die Flüssigkeit der Sprache, den kognitiven globalen Zustand und die Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Fähigkeiten, die am meisten leiden, wenn leichte kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert wird. Außerdem hilft dem Erhalt der weißen und grauen Substanz, vor allem die des Parietallappens, einer Zone, die sehr von Alzheimer betroffen ist: der Precuneus.

6- Vermeide Müdigkeit und Erschöpfung

Es ist erwiesen, dass ältere Menschen neue Informationen langsamer verarbeiten, vor allem in Stresssituationen, in denen sie mehrere Aufgaben auf einmal erledigen müsse. R.S Wilson von der Rush University Medical Center de Chicago erklärt, dass die ständige Angst die kognitiven Funktionen stört und das Demenzrisiko erhöht. Also sollten wir uns im Bezug auf diesen Aspekt schonen. Wie sollen wir das tun? Studien mit älteren Menschen weisen bessere kognitive Funktionen bei denen auf, die bessere Fähigkeiten zur Stressregulierung haben, sowie bei denjenigen, die regelmäßig meditierten bzw. Entspannungsübungen oder Yoga machten.

7- Hör nie auf zu lesen, um der leichten kognitiven Beeinträchtigung vorzubeugen

Die Lesegewohnheit ist ein Schutzfaktor für die leichte kognitive Beeinträchtigung und dieser Schutz ist besser bei den häufigen Lesern, deren Lesegeschichte älter als 5 Jahre ist. Die Förderung des Lesens kann eine gute primäre Strategie der Vorbeugung des Bevölkerungsgebiets sein (Collado und Esteve, 2012). Lies alles, was dir in die Hände fällt, die Zeitung, eine Zeitschrift, Bücher, die du schon lange lesen wolltest … und besorge deinem Gehirn das bestmöglichste Schutzschild, um die leichte kognitive Beeinträchtigung zu bremsen.

8- Nimm deine sozialen Beziehungen ernst

Einsamkeit und Isolierung sind Faktoren, die mit einer stärkeren leichten kognitiven Beeinträchtigung zusammenhängen. Wenn die Person, die an leichter kognitiver Beeinträchtigung (LKB) leidet, beginnt sich dessen bewusst zu werden und Gedächtnisbeschwerden beklagt, ist es üblich, dass sich Betroffene versuchen sich von geliebten Mitmenschen zu entfernen, um ihnen keine Sorgen zu bereiten. Dies ist ein Fehler, der den kognitiven Funktionen ernsthaft schadet. In Wirklichkeit ist es, wenn man jetzt mehr Freizeit hat, der beste Moment, an sozialen Aktivitäten teilzunehmen (Versammlungen, soziale Einrichtungen …) oder mit einer NGO zusammenzuarbeiten oder Freiwilligenarbeit zu Leisten, in einem Bereich, der einem wichtig ist.

9- Wähle ein Hobby und setze es um

Eins der guten Dinge des Dritten Alters oder “goldenen Alters” ist die wunderbare Menge an Zeit, die die Menschen haben, wenn sie in Rente gehen. Es ist der perfekte Zeitpunkt, um etwas zu machen, was du schon immer machen wolltest, aber aus Zeitgründen nie begonnen hast. Einen Garten anlegen, Zeichenunterricht nehmen, was auch immer. Das Ausüben eines Hobbys mit Ausdauer trägt zur richtigen Leistung der kognitiven Fähigkeiten bei und ist ein exzellenter Verzögerer von kognitiven Beeinträchtigungen. Die Übung und Förderung von Hobbys kann das Erscheinen der leichten kognitiven Beeinträchtigung bei Personen über 65 verzögern.

10- Bitte um Hilfe, wenn die ersten Symptome auftreten

Wenn du glaubst, dass du unter Gedächtnisverlust mit leichter kognitiver Beeinträchtigung leiden könntest, zögere nicht, professionelle Hilfe aufzusuchen. Die frühzeitige Erkennung der leichten kognitiven Beeinträchtigung kann dabei helfen, sie zu bremsen und dein Leben ändern, inklusive Routinen und Übungen wie die in diesem Artikel vorgestellten, um deine Lebensqualität zu verbessern und das Fortschreiten der leichten kognitiven Beeinträchtigung zu bremsen. Vor allem ist wichtig, dass du dich nicht isolierst und Familienmitglieder vermeidest, die dir helfen wollen. Wenn du rechtzeitig Abhilfe schaffst, kannst du eventuell dafür sorgen, dass die leichte kognitive Beeinträchtigung nicht in andere schädlichere Demenzstadien fortschreitet.

Wie immer können die Vorbeugung und frühzeitige Erkennung der leichten kognitiven Beeinträchtigung helfen.

Danke fürs Lesen. Zögere nicht, deine Kommentare und Fragen unten zu hinterlassen 🙂

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.

Referenzen: 

Féart, Catherine, et al. “Adherence to a Mediterranean diet, cognitive decline, and risk of dementia.” Jama 302.6 (2009): 638-648.

Ruitenberg, Annemieke, et al. “Alcohol consumption and risk of dementia: the Rotterdam Study.” The Lancet 359.9303 (2002): 281-286.

Tangney, Christine C., et al. “Adherence to a Mediterranean-type dietary pattern and cognitive decline in a community population.” The American journal of clinical nutrition 93.3 (2011): 601-607.

Was ist Alzheimer und wie beeinflusst er das Gehirn: Alles über diese Krankheit

 Was ist Alzheimer? Diese Krankheit betrifft eine von zehn Personen, die älter als 65 sind. Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigt, je älter wir werden. Die Krankheit beginnt langsam. Zunächst betrifft sie die Gehirnzonen, die unser Gedächtnis, unsere Gedanken und unsere Sprache kontrollieren. Die Menschen, die an Alzheimer leiden, können Schwierigkeiten haben, sich an Ereignisse zu erinnern, die vor kurzem geschehen sind, an die Namen der Menschen, die sie kennen, sie können Dinge verlegen und sich an bekannten Orten verirren. Alzheimer ist keine normale Phase des Alterns. Diese Krankheit beeinträchtigt auf lange Sicht die Fähigkeit eines Menschens, seine Alltagstätigkeiten auszuführen. In diesem Artikel beantworten wir all deine Fragen, entdecken, was die Alzheimer-Krankheit ist, wie sie das Gehirn beeinflusst, Risikofaktoren und Evolution.

Was ist Alzheimer? Photo by Clément Falize, Unsplash.com

Was ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist eine Gehirnerkrankung in der Gruppe der Demenzen, die Probleme im Gedächtnis, in den Gedanken und im Verhalten der betroffenen Person hervorrruft.

Wie beeinflusst Alzheimer das Gehirn

Die ersten Symptome beginnen im Gehirn auf mikroskopischem Niveau und spiegeln sich in Gedächtnislücken wieder. Das Gehirn besteht aus Millionen von Neuronen, in denen jede Zelle mit anderen kommuniziert, um Netzwerke zu bilden. Es gibt Zellengruppen, die darauf spezialisiert sind, andere Zellen zu unterstützen und sie zu erhalten. Andere arbeiten am Gedächtnis, am Lernen, etc. Die Gehirnzone, die vorrangig für das Gedächtnis zuständig ist, nennt sich Hippocampus.

Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Alzheimerkrankheit eine Schädigung an Teilen dieser Zellen verursacht. Obwohl man sich noch nicht sicher ist, wo genau die Probleme beginnen, ist gewiss, dass wenn einige Zellen nicht richtig funktionieren, dies andere Zonen beeinträchtigt, da so viele Nervenverbindungen in unserem Gehirn existieren. Je mehr die Alzheimer-Krankheit fortschreitet, desto mehr Schaden nehmen die Zellen, diese hören auf zu arbeiten und sterben für gewöhnlich, außerdem verliert das Gehirn an Gewebe. Mit der Zeit “schrumpft” das Gehirn und dies beeinträchtigt beinahe all seine Funktionen.

Was ist Alzheimer: Beziehung zwischen Alzheimer und Demenz

Der Alzheimer ist die am häufigsten auftretende Form der Demenz, denn er repräsentiert 60-80% der Demenz-Fälle. Demenz ist ein allgemeiner Begriff, den wir benutzen, um den Verlust des Gedächtnisses und kognitiver Geschicklichkeit zu beschreiben.

Was ist eine Demez? Ehemals wurde der Begriff Demenz verwendet, um “Fehler oder Pathologie in der Intelligenz einer Person” zu beschreiben. Dieser Begriff war für Menschen, die an Demenz leiden, für viele Jahre mit einem großen Stigma belastet. Wegen des Fortschrittes der Untersuchungen bedeutet Demenz heutzutage Verlust oder Schädigung der kognitiven Fähigkeit (die Fähigkeit zu erinnern, lernen, denken …). Deshalb sind bei einem Menschen mit Demenz viele Fähigkeiten beeinträchtigt, die er vor der Erkrankung perfekt ausführen konnte. Diese Schädigung oder Verlust einiger Fähigkeiten kann vermutlich sogar die Persönlichkeit der an Alzheimer erkrankten Person verändern.

Was ist Alzheimer: Ist das Altern das Gleiche wie Alzheimer?

Es gibt eine Beziehung zwischen dem Alter und Alzheimer, aber das bedeutet nicht, dass das Alter der einzige Einflussfaktor für das Ausbrechen dieser Krankheit ist. Laut der WHO (World Health Organization) betrifft Demenz (allgemein Demenz, nicht nur Alzheimer) 10% der Bevölkerung, die älter als 65 ist, eine sehr hohe Zahl in der älteren Bevölkerung, wie wir später sehen werden. Bei diesen 10% ist die häufigste Demenz Alzheimer.

Obwohl die Alzheimer-Krankheit sehr eng mit dem Alter zusammenhängt, ist dies nur ein Risikofaktor. Ab 65 Jahren steigt das Alzheimer-Vorkommen stark und je höher das Alter, desto mehr Fälle kommen vor.

Dessen ungeachtet, ein normales Altern zeigt keine Alzheimer-Symptome, die Alzheimer-Krankheit ist eine Pathologie, egal in welchem Alter sie auftaucht.

Was ist Alzheimer: Ist Demenz das Gleiche wie Altern?

Nein, es ist nicht das Gleiche. Es ist wahr, dass es viele begriffliche Schwierigkeiten bei der Unterscheidung des normales Alterns vom pathologischen Altern gibt, aber der Schlüsselpunkt liegt darin, dass die Demenz den Alltag der betroffenen Person beeinträchtigt, sodass man sagen kann, dass es bei den Demenzen, und so auch beim Alzheimer, eine kognitive Beeinträchtigung mit sozialer Desadaptation gibt, dass mit den Jahren die Person so beeinträchtigt, dass sie am Ende unfähig ist, den Verstand zu benutzen, um alleine zurechtzukommen. Beim normalen Altern muss dies nicht so geschehen, da laut Untersuchungen 80% der Menschen, die in ein hohes Alter gelangen, weder einen besonderen Gedächtnisverlust erleiden (zum Beispiel, ein alter Mann ohne pathologisches Altern vergisst nicht, wie er nachhause kommt oder wer seine Frau ist), noch unter anderen Demenzsymptomen leiden.

Beim normalen Altern ist die physiologische Beeinträchtigung minimal, bei Personen bei voller Gesundheit, vor allem vor dem 70. Lebensjahr. Es ist möglich, dass beim normalen Altern “Altersbeschwerden” vorkommen, kleine Lücken im Kurzzeitgedächtnis, oder weniger Geschwindigkeit beim Durchführen einer Aufgabe; aber das ist normal und die Symptome können subjektiver sein, als es scheint, für die Person, die sie hat. Bei Personen mit Demenz bemerken das die Menschen um sie herum, und oft merkt es auch der/die Betroffene, da es seine/ihre persönliche, soziale und professionelle Anpassungsfähigkeit und somit praktisch sein/ihr ganzes Leben negativ beeinflusst.

Was ist Alzheimer: Kann Alzheimer bei jungen Menschen vorkommen?

Die Alzheimer-Krankheit mit frühem Beginn existiert, obwohl sie nur bei 5% der Menschen vorkommt, die diese Krankheit haben. Erste Symptome können sich mit etwa 40 Jahren einstellen, aber für gewöhnlich tritt Alzheimer mit frühem Beginn bei 50-60-jährigen Menschen auf.

Der Arzt kann etwas länger für die Frühdiagnose brauchen, denn, obwohl die Symptome ähnlich oder dieselben wie beim Alzheimer mit spätem Beginn sein können, ist es für einen 30-40-jährigen Menschen weniger wahrscheinlich, an dieser Krankheit zu leiden, deshalb wird sie mit grösserer Wahrscheinlichkeit nicht von Anfang an diagnostiziert. Beim Alzheimer mit frühem Beginn kann die Person sich sogar noch beeinträchtigter fühlen, da sie vielleicht sehr kleine Kinder hat, komplett in der Arbeitswelt eingebunden ist, etc. Studien decken auf, dass Menschen mit Alzheimer mit frühem Beginn verwirrter sein können und Gemütssymptome mit höherer Intensität ausdrücken können.

Was ist Alzheimer und wie beeinflusst er die Menschen?

Was ist Alzheimer und wie beeinflusst er das Leben der Betroffenen?

Die Alzheimer-Krankheit, sei es mit frühem oder spätem Beginn, ist die am häufigsten vorkommende Demenz, im Allgemeinen hat sie eine Diagnose von 7 bis 10 Jahren. Obwohl dies eine statistische Annäherung ist, kann der Alzheimer schnell fortschreiten (von 2 bis 4 Jahren) oder eher langsam (ungefähr 15 Jahre).

Seine Entwicklung bei den Betroffenen

Zu Beginn der Alzheimer-Krankheit können die Betroffenen Gedächtnisverlust der neuen Dinge, die sie vor Kurzem gelernt haben, erleiden, also zunächst wird das Lernen beeinträchtigt. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto schwerere Symptome treten im Verhalten der Betroffenen auf, sowie in ihren Gemütszuständen. Die frequente Evolution beinhaltet, dass sie sehr verwirrt im Bezug auf die Festlegung von Ereignissen sind und nicht wissen, wo und wann gewisse Dinge stattgefunden haben, auch wenn sie vor Kurzem geschehen sind.

Letzten Endes, vor allem bei Personen, die Alzheimer für mindestens 10 Jahre gehabt haben, werden selbst so grundlegende Dinge wie schlucken, gehen, kohärentes Denken oder sich selbst zu versorgen beeinträchtigt. Es wird ihnen schwer fallen, bekannte Gegenstände zu benennen, sich an Personen zu erinnern oder das richtige Wort zu finden, das sie ausdrücken möchten. Menschen mit Alzheimer können Schwierigkeiten haben zu erkennen, dass sie ein Problem haben, wodurch meistens Familie oder Freunde diese Krankheit erkennen.

Was ist Alzheimer? Entwicklungsverlauf und verschiedene Stadien

Obwohl Alzheimer die Demenz ist, die das Denken, das Verhalten und das Gedächtnis beeinträchtigt, muss man diese Krankheit dennoch in Entwicklungs-Phasen einteilen. Um zu verstehen, was Alzheimer ist, muss man wissen, dass es verschiedene Stadien gibt, wonach diese Demenz einem Entwicklungsverlauf folgt:

1. Erstes Stadium (Frühstadium):  

Die Dauer des Frühstadiums schwankt zwischen 2 und 4 Jahren und weist als Hauptmerkmal Lücken im Kurzzeitgedächtnis auf. Außerdem beginnen sich Persönlichkeitsveränderungen zu zeigen: Familienmitglieder berichten, wie die an Alzheimer Erkrankten zu apathischen, unfreundlichen Personen werden und manchmal geschmacklose Dinge tun oder unflexibel sind. Außerdem können die Erkrankten sich in dieser Phase noch bewusst über die Krankheit sein, die sie haben, weswegen sie die Verschlechterung einiger ihrer Fähigkeiten bemerken. Dies erhöht die Möglichkeit für Affektstörungen, im Allgemeinen Depression und feindliche Gedanken. In dieser Phase können Strategien zur kognitiven Stimulation für Alzheimer durchgeführt werden.

2. Zweites Stadium (Mittleres Stadium):  

Es ist normal, dass es 3 bis 5 Jahre dauert, bis die Krankheit voranschreitet. Hier entsteht eine Verschlechterung sowohl in der retrograden als auch in der anterograden Erinnerung. Die Urteilsfähigkeit und das abstrakte Denken werden geschädigt. Die Betroffenen können sowohl unlogische als auch sehr stereotypische Antworten geben, wenn man sie etwas fragt, dennoch können sie noch gut oder nur leicht beeinträchtigt vorlesen. In diesem Stadium verstärken sich die Persönlichkeitssymptome, da zu der Möglichkeit der Depression noch psychotische Symptome wie Halluzinationen, Delirien etc. hinzukommen können. Wenn man in dieser Phase eine verwirrte Hyperaktivität und visuelle Halluzinationen feststellt, ist es wichtig, eine ausführliche Bewertung vorzunehmen, da die Person möglicherweise zusätzlich zur Demenz noch ein Deliriumsbild aufweist. Die Desorientierung in Zeit und Raum ist sehr ausgeprägt.

3. Drittes Stadium (Spätstadium):

Die Dauer ist unterschiedlich und hängt von einigen Variablen ab: Der Schnelligkeit, mit der die Behandlung der Problemgruppen durchgeführt wurde, der Intensität der Krankheit und der Pflege. In dieser Phase können die Betroffenen sogar unfähig dazu sein, sich selbst im Spiegel zu erkennen, sie erkennen sich selbst und einige Nahestehenden nicht mehr. Fälle und Brüche sind sehr häufig. Abschließend kann das dritte Stadium so enden, dass die Person im Bett liegt und Unterstützung für alle möglichen grundlegenden Dinge braucht. Oft ist die Unterstützung der Familie nicht genug und man braucht die Assistenz eines spezialisierten Zentrums.

Was ist Alzheimer: Einige Risikofaktoren im Zusammenhang mit Alzheimer

Auch wenn man noch nicht mit Sicherheit die Gründe kennt, aus denen eine Person an Alzheimer erkrankt und andere nicht, hat die Forschung zur Verbesserung des Wissens über die Faktoren, die es gibt, beigetragen. Nach der Vereinigung für Alzheimer von Spanien (alz.org) sind dies einige Risikofaktoren:

  • Alter: Das Alter ist der grösste Risikofaktor für Menschen mit Alzheimer. Die meisten Betroffenen sind über 65-jährige Personen, und je höher das Alter, desto häufiger kommt die Krankheit vor. Es gibt Fälle in jüngerem Alter, der Alzheimer mit frühem Beginn kann bei Personen, die jünger als 65 sind, auftreten.
  • Angehörige mit Alzheimer: Auch wenn bisher noch nicht herausgefunden wurde, wieso Alzheimer in derselben Familie auftaucht, ist sicher, dass es mehr Alzheimer-Fälle gibt, wenn es direkte Verwandte ersten Grades gibt, die an dieser Krankheit leiden (Eltern oder Geschwister).
  • Genetik: Das Gen APOE-e4 ist das häufigste Risikogen bei der Alzheimer-Krankheit, die Wissenschaftler rechnen damit, das dieses Gen zu 1/4 zum Risiko für Alzheimer beiträgt.
  • Herzgefässkrankheiten: Diabetes, Fettleibigkeit, hoher Cholesterinspiegel in mittlerem Alter sowie hoher Blutdruck sind einige Faktoren, die laut Untersuchungen einen Zusammenhang mit Alzheimer aufweisen.

Ausserdem wurden andere mit Alzheimer zusammenhängende Faktoren untersucht, wie der Einfluss der Umgebung, die Bildung und in einiges Fällen Menschen die wiederholte Gehirnverletzungen erlitten haben (Athleten, Menschen im Kampf etc.), diese haben ein höheres Risiko für Demenz oder eine andere schwere kognitive Beeinträchtigung.

Was ist Alzheimer: Welche Prävalenz hat Alzheimer in der Bevölkerung?

Wie zuvor erwähnt, liegt Alzheimer auf dem ersten Platz bei der Anzahl der Demenzkranken. Die Alzheimer-Krankheit betrifft mehr als 6 Millionen in Nordamerika, 5 Millionen in Europa, mehr als 8 Millionen in Asien und 1,5 Millionen in Südamerika. Nach einem Bericht von 2007 ist die Prävalenz in Spanien 5,5% und liegt auf dem dritten Platz der Krankheiten mit den meisten sozialen und wirtschaftlichen Kosten in den entwickelten Ländern. Ausserdem liegt sie auf Platz 3 der Todesursachen, nur übertroffen vom Krebs und Herzgefässkrankheiten. Die Berichte der WHO halten fest, dass diese Zahlen schon 2015 höher waren und weiter steigen, weswegen kontinuierlich Untersuchungen, Bewusstmachung und alle Art von nötigen Hilfen für die Betroffenen und ihre Familienmitglieder gefordert werden.

Auch wenn es noch keine Behandlung gibt, die Alzheimer bekämpft oder seine Erscheinung verzögert, existieren mehrere Medikamente, die dabei helfen können, die Symptome der Demenz, die mit Alzheimer erscheinen, zu lindern und so die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dies hat so einen Einfluss in der Gesellschaft, dass sowohl Ärzte, Psychologen und notwendigerweise viele Pflegekräfte und spezialisierte Zentren gefragt sind, um die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern. Wir hoffen, dass es in der Zukunft mehr notwendige Hilfen geben wird, dass die Untersuchungen fortschreiten, um sich zu verbessern oder eine mögliche Heilung und Vorbeugung dieser schweren Krankheit zu finden.

Quelle: Eva Rodríguez Weisz, Psychologin bei CogniFit.

10 Aktivitäten zur kognitiven Stimulierung bei Demenz

Die Demenz, und die Krankheit Alzheimer als ihre bekannteste Erscheinung, sind höchst entmündigende Krankheiten, die den Verschleiss der kognitiven Fähigkeiten des/der Betroffenen mit sich bringen, sowohl bei der Erinnerungsfähigkeit als auch beim Denken oder Urteilen, bis zu dem Punkt, an dem sie die Alltagsaktivitäten des Patienten stark einschränken. Die Demenz stellt ein schweres Problem der Volksgesundheit dar, sowohl wegen ihrer hohen Erscheinungsrateals auch wegen ihrer schweren sozialen und finanziellen Folgen, die sowohl beim Patienten als auch bei dessen Familie entstehen. Die Auswirkungen auf die Familie verstärken sich durch das Fehlen von therapeutischen und finanziellen Mitteln. Es kommt häufig vor, dass sich die Pfleger “ausgebrannt” fühlen, von der Veranwortung und der Beanspruchung, die das Pflegen eines Familienmitgliedes ohne entsprechende Mittel bedeutet. Es ist wichtig, dass die von Demenz betroffene Person solange wie möglich selbstständig bleiben kann, deshalb können die Aktivitäten zur kognitiven Stimulierung eine Verschlechterung ihrer kognitiven Fähigkeiten bremsen. Obwohl die Programme zur kognitiven Stimulierung von einem Experten in Neuropsychologie nach einer ausführlichen Auswertung der kognitiven Fähigkeiten des Patienten durchgeführt werden sollten, möchten wir euch einige Mittel zur Hand geben, die euch zugute kommen können. Wir schlagen euch eine Reihe von Aktivitäten zur kognitiven Stimulierung bei Demenz vor, die ihr zuhause durchführen könnt und die nicht nur in die gesitigen Fähigkeiten von eure Familienmitgliedern intervenieren, sondern auch dazu dienen, eure sozialen und emotionalen Beziehungen zu stärken, das Selbstvertrauen und die Identität des Patienten zu vergrössern und die Selbstständigkeit zu fördern.

10 Aktivitäten zur kognitiven Stilmulierung bei Demenz

Es gibt viele Aktivitäten und Spiele, die wir unseren Familienmitgliedern mit Demenz vorschlagen können und die ihnen dabei helfen werden, ihre kognitiven Fähigkeiten (Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeit, Sprache, Logik, Praxien …) anzuregen, zudem werden sie einen Effekt auf ihr emotionales Wohlbefinden und ihr Selbstvertrauen haben. Eine Weile mit ihnen zu verbringen, ihnen Liebe und Verständnis zu geben und ihnen das Gefühl geben, nützlich und wichtig zu sein, ist immer noch die beste Therapie.

1. Mit Knete spielen

Gib ihm oder ihr einen Kneteball und fordere ihn dazu auf, etwas zu machen: einen Hund, einen Kuchen, eine Birne oder einen Aschenbecher. Mit Knete zu spielen ist gut, um Übungen mit der Hand zu machen und um die Praxien anzuregen. Ausserdem ist es eine sehr lustige, familiäre und generationenverbindende Tätigkeit. Nutze die Aktivität, um 3 Generationen zu verbinden und damit Enkel und Grosseltern gemeinsam eine Tätigkeit  mit dem gemeinsamen Ziel, zu kreieren, kreieren und kreieren ausführen … und dabei einen Bombenspass haben.

2. Gegenstände in Kategorien zusammenfassen

Ermuntere dein Familienmitglied, Gegenstände in Kategorien zu fassen. Zum Beispiel kannst du ihm Knöpfe geben, die er nach Farben oder Grössen sortieren soll. Ausserdem kannst du Lebensmittel benutzen, wie Hülsenfrüchte oder Obst, Bälle, Steinchen, Muscheln, oder was auch immer dir einfällt.

Diese Tätigkeiten dienen zur Anregung der exekutiven Funktionen, der Abstraktion und der Logik.

3. Mach ein Buch

Nehmt alte Zeitschriften und bitte dein Familienmitglied, dir etwas Konkretes zu suchen. Bitte es, zum Beispiel, Vögel, Babys, Tiere, Autos, berühmte Leute, Lebensmittel usw. zu suchen. Aber frag ihn oder sie nach und nach, nicht nach allem gleichzeitig! Danach bitte ihn oder sie, die Gegenstände auszuschneiden, eine Geschichte mit ihnen zu erfinden und ein so “Buch” zu erstellen. Überprüfe, ob dein Familienmitglied ausschneiden kann und benutze Scheren mit runden Kanten.

4. Autobiografisches Tagebuch

Wenn er/sie gerne schreibt, kannst du ihn/sie darum bitten, ein autobiografisches Tagebuch über sein/ihr Leben zu schreiben. Es sollte mit der Zeit beginnen, als die Person noch klein war und bis heute gehen. Geht die alten Fotografien durch und ihr könnt sie zum Tagebuch hinzufügen, um der Erzählung zu helfen und sie zu unterstützen. Bitte sie darum zu erklären, wer auf den Fotos erscheint, was sie dort gemacht haben, wie alt sie waren, etc. … Sie soll dir Anekdoten aus ihrem Leben und den Erfahrungen, an die sie sich erinnert, erzählen.

Wenn der/die Betroffene nicht gerne schreibt, könnt ihr das Gleiche mündlich machen und ein besonderes Album voller Fotografien erstellen oder sogar auf Video aufnehmen, um später sehen zu können, wie er/sie alle Geschichten erklärt.

Mit dieser Art von Aktivität stimulieren wir die Erinnerung und die Sprache.

5. Entdecke, was in der Tüte ist

Dieses Spiel ist lustiger, wenn ihr es mit mehreren Leuten spielt. Du kannst den Rest deiner Familie dazu ermutigen mitzuspielen, besonders die Kinder, die dieses Spiel sicher lieben werden. Stecke alle möglichen Dinge in eine grosse Tüte: Bälle, Zeitschriften, Obst, Socken, Fadenrollen, Lappen, Löffel … Dann bitte die Teilnehmer, ihre Hand hineinzustecken und zu sagen, welchen Gegenstand sie in die Hand genommen haben.

Diese Übung dient dazu, die taktilen Gnosien, oder die Fähigkeit, Gegenstände durch Berührungen zu erkennen, zu stimulieren.

6. Verwende CogniFit: Führendes Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulierung bei Demenz

Die kognitive Stimulierung von CogniFit ist die meistverwendetste nicht pharmakologische Behandlung in Fällen von leichter kognitiven Beeinträchtigung und Alzheimer oder Demenz in der Frühphase. Die Technologie von CogniFit wurde von der wissenschaftlichen Gemeinschaft normalisiert und validiert. Das Programm konzentriert sich auf die Neuroplastizität, die Fähigkeit des Gehirns, neue neuronale Verbindungen zu erschaffen, sich zu erholen und neu zu strukturieren, was eine Verlangsamung der Evolution der Krankheit möglich macht und dafür sorgt, dass die Person ihre kognitiven Fähigkeiten länger bewahren kann und so eine höhere Lebensqualität hat.

CogniFit ist das führende klinische Programm für Gehirntraining. Das Programm besteht aus lustigen wissenschaftlichen Spielen, die auf klinischen Studien basieren und online gespielt werden können.

Du musst dich nur registrieren! Die Spielbatterie von CogniFit ermöglicht es, die Schwächen und Stärken einer jeden Person (ob mit oder ohne Demenz) auszuwerten und zu messen. Nach dem Ausführen der Übungen zeigt CogniFit eine Grafik mit den kognitiven Ergebnissen und stellt automatisch das personalisierte Trainingssystem dar, das sich am besten an die Bedürfnisse des Individuums anpasst.

Wie man Demenz vorbeugt: Unser Gehirn ist formbar, die kognitive Stimulierung bei Alzheimer und anderer Demenz fördert die Gehirnplastizität und begünstigt die Produktion von neuen Verbindungen zwischen den Neuronen.

7. Meisterkoch

Eine gute Strategie zur kognitiven Stimulierung bei Demenz ist, dein Familienmitglied zu bitten, dass er/sie dir in der Küche hilft. Lass die Person das Rezept kochen, aber beobachte, wie sie es macht. Bitte sie, Rezepte zu wählen, die angemessen an ihre Kompetenzen snd. Das können einfache Dinge sein, wie ein Obstsalat: Bitte sie, das Obst zu schneiden (mit Plastikmessern, zum Beispiel), Joghurt hinzuzufügen und voilà! Fertig zum Essen! Oder Rezepte, die ein bisschen ausgearbeiteter sind, wenn sie das kann, probier einfach nach und nach aus!

8. Verwöhne dein Haustier

Wenn ihr Tiere mögt oder habt, habt ihr sicher bemerkt, dass sie perfekt dazu sind, alle Arten von Krankheiten zu behandeln, unter ihnen auch die Demenz. Die Betroffenen können bei der Tierpflege mithelfen, wenn sie sie füttern oder mit ihnen spazieren gehen (Hunde), kann das therapeutische Wirkung bei vielen Krankheiten haben.

9. Musik für die kognitive Intervention

Benutze die Musik als Alliierte zur kognitiven Intervention. Mach Musik an, die dem/der betroffenen Person gefällt und die sie kennt und schau, was passiert. Vielleicht singt sie das Lied, oder beginnt zu tanzen, oder entspannt sich nur. Du kannst dir andere Aktivitäten einfallen lassen, um mit der Musik zu arbeiten, zum Beispiel könnt ihr über den Liedtext nachdenken, schauen, ob sie ihn kennt, was sie versteht, erinnert oder was die Musik heraufbeschwört …

10. Brettspiele

Brettspiel sind grossartige Alliierte, um die kognitiven Funktionen unserer Familienmitglieder zu stimulieren und ausserdem eine schöne Zeit mit der Familie zu verbringen. Pictionary, Memory oder Trivial Pursuit spielen. Aber die Fragen oder Gegenstände müssen einfach und angepasst an die Fähigkeiten unseres Familienmitglieds sein, dass heisst, er oder sie muss es spielen können, denn wir wollen keine Frustration hervorrufen. Zum Beispiel sollte man ihn/sie beim Pictionary etwas Konkretes zeichnen lassen, wie eine Birne oder einen Hund und keine sehr abstrakten Konzepte wie den “Neid” und ihm/ihr genug Zeit lassen, wenn er/sie sehr langsam zeichnet.

Quelle: Cristina Nafría, Psychologin bei CogniFit.