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Das Prämenstruelle Syndrom (PMS): Das Leiden vor der Periode

Das prämenstruelle Syndrom (PMS): gehört haben fast alle schon mal davon. Doch oft wird das Leiden der Betroffenen belächelt, da “ja nur die Hormone ein bisschen verrückt spielen”. Bei einigen Frauen ist das prämenstruelle Syndrom jedoch so stark ausgeprägt, dass man hier besser von der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) sprechen sollte. Eine Störung, die es bis jetzt noch nicht in das in Deutschland verwendete Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen ICD geschafft hat und auch in den USA erst seit kurzer Zeit als eigenständige Störung im dortigen DSM zu finden ist. Im Folgenden wird erklärt, was das prämenstruelle Syndrom bzw. die prämenstruelle dysphorische Störung eigentlich ist, welche Symptome die Betroffenen zeigen, welche Ursachen dahinter stecken und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt. 

Das prämenstruelle-Syndrom: psychische und/oder körperliche Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte

Während der Periode klagen Frauen häufig über Bauchkrämpfe oder müssen sich zumindest mit lästigen Hygieneartikeln wie Binden und Tampons herumschlagen (ein Hoch auf die Menstruationstasse als Alternative). Doch nicht nur das. Bereits vor der Menstruation leiden zahlreiche Frauen an körperlichen und psychischen Beschwerden: dem prämenstruellen Syndrom (PMS) – auch bekannt als die “Tage vor den Tagen”.

Was ist das Prämenstruelle Syndrom (PMS)?

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) zeichnet sich durch akute körperliche und psychische Beschwerden aus, die bei einer Frau unmittelbar vor ihrer Regelblutung auftreten. Fast die Hälfte aller Frau nimmt Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, wahr. Wie ausgeprägt diese Veränderungen sind, und ob diese mehr psychischer oder physischer Natur sind, variiert hierbei sehr zwischen den betroffenen Frauen. Etwa 35% aller Frauen berichten davon, Anzeichen von PMS zu verspüren und etwa 5% leiden so sehr darunter, dass sie sich in ihrem Alltag stark beeinträchtigt fühlen. Da jedoch nicht genau festgelegt ist, welche Beschwerden nun das prämenstruelle Syndrom definieren, gibt es sehr verschiedene Zahlen darüber, wie viele Frauen betroffen sind.

Fest steht, dass einige Frauen lediglich über leichte Stimmungsveränderungen, Wassereinlagerungen oder Heißhunger klagen, während andere unter starken psychischen Symptomen leiden. Betroffene Frauen haben auch nicht zwangsläufig jeden Zyklus diese Beschwerden und leiden nicht unbedingt jedes Mal unter den gleichen Symptomen. Die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms verschwinden normalerweise beim Eintreten der Monatsblutung und sind somit von den Beschwerden der Menstruation abzugrenzen. Es ist jedoch auch möglich, dass die Symptome darüber hinaus anhalten. Unter dem prämenstruellen Syndrom leiden am häufigsten Frauen zwischen 30 und 40 Jahren. Die Symptome verstärken sich später bis hin zu den Wechseljahren, nach Ausbleiben der Regelblutung verschwinden diese dann vollständig.

Prämenstruelles Syndrom (PMS) Symptome

Die Symptome sind sehr vielfältig und auch die Symptomstärke variiert von Frau zu Frau. Die Dauer dieser Symptome unterscheidet sich ebenfalls zwischen den Betroffenen. Einige Frauen klagen nur wenige Tage über zwei bis drei Beschwerden, andere leiden die gesamte zweite Zyklushälfte unter einer Reihe von Symptomen. Die geläufigsten Beschwerden lassen sich grob in die folgenden körperlichen und psychischen Symptome unterteilen:

  • Körperliche Beschwerden: Gewichtszunahme; Veränderungen der Haut (bspw. Akne); Wassereinlagerungen im Körper; Magen-Darm-Beschwerden; Durchfall; Unterleibskrämpfe; Müdigkeit, Erschöpfungssymptome, Abgeschlagenheit; Übelkeit und Kreislaufbeschwerden; Rücken- und Kopfschmerzen; Völlegefühl; Migräne; Extreme Sensibilität der Brüste,…
Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen können physische Symptome von PMS sein.
  • Psychische Beschwerden: Stimmungsschwankungen; Antriebslosigkeit; Konzentrationsprobleme; Interessenverlust; Hyperaktivität oder Ruhelosigkeit; Depressionen; Gefühl des Kontrollverlusts; geringes Selbstwertgefühl; Reizbarkeit; Aggressivität; Angstzustände; Heißhunger oder Appetitlosigkeit; grundloses Lachen oder Weinen,…

Bei etwa 3-8% der Frauen sind die psychischen Beschwerden sehr extrem ausgeprägt. Diese Frauen leiden unter der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Die schwerste Form des prämenstruellen Syndroms wird als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet. Im Gegensatz zu dem PMS gilt die PMDS als generell behandlungsbedürftig. Denn hier sind die psychischen Symptome Wut, Aggressivität, Reizbarkeit, Depression und Angst so massiv, dass sie die betroffenen Frauen sowohl sozial, familiär und beruflich belasten und einschränken.

In dem für Deutschland gängigen diagnostischen Klassifikiationssystem ICD-10 ist die prämenstruelle dysphorische Störung bislang nicht aufgeführt. Aus diesem Grund ist der Begriff PMDS in Deutschland bislang auch weitgehend unbekannt, was gerade für Betroffene problematisch sein kann. Das im Jahre 2013 veröffentlichte DSM-5 (der in den USA von der Amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft herausgegebene diagnostische und statistische Leitfaden psychischer Störungen) listet zum ersten mal die prämenstruelle dysphorische Störung als eigene Störung auf.

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) nach DSM-5

Im DSM-5 ist die PMDS folgendermaßen definiert:

A.
Während mindestens neun der vergangenen zwölf Zyklen bestanden wenigstens fünf der folgenden Symptome (und mindestens eines der Beschwerden eins bis vier) an den meisten Tagen der letzten Woche vor der Menstruation, während sie in der ersten Zyklushälfte nicht vorhanden waren:

  1. Depressive Verstimmungen, Selbstzweifel, Hoffnungslosigkeit
  2. Angst, innere Anspannung, Gereiztheit
  3. Plötzliches, grundloses Weinen, extreme Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisungen
  4. Andauernde Wut, aggressives Verhalten
  5. Kaum Interesse für übliche Aktivitäten (Freizeit, Beruf, Schule, Familie, Freunde)
  6. Subjektives Gefühl der Konzentrationsschwäche
  7. Lethargie, Energieverlust
  8. Starke Veränderung des Appetits (unter anderem Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln)
  9. Änderung des Schlafverhaltens (Schlafstörungen, deutlich gesteigertes Schlafbedürfnis)
  10. Subjektive Empfindung, außer Kontrolle zu geraten, Überwältigungsgefühl
  11. Körperliche Symptome wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Ödeme, Gewichtszunahme

B.
Die Symptome führen zu einem deutlichen beruflichen oder schulischen Leistungsabfall, soziale und andere Aktivitäten werden vermieden.

C.
Die Symptome sind nicht nur eine Verstärkung einer anderen bestehenden psychischen Erkrankung, etwa einer Major Depression, einer Angst- oder einer Persönlichkeitsstörung.

D.
Anhand einer täglichen Einschätzung mithilfe eines PMS-Kalenders über mindestens zwei Menstruationszyklen werden die Punkte A, B und C überprüft.

Mithilfe eines Symptom-Kalenders werden die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms dokumentiert

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Ursachen

Die Ursachen für das prämenstruelle Syndrom (PMS) und der prämenstruellen dysphorische Störung (PMDS) sind nicht vollständig geklärt.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Geschlechtshormone

Fest steht, dass die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen eine Rolle spielen, denn Frauen, welche diese Hormone nicht produzieren (etwa nach den Wechseljahren, nach einer Entfernung der Eierstöcke), zeigen auch keine PMS oder PMDS Symptomatik. Frauen während der Schwangerschaft ebenso wenig.

Doch die Hormonkonzentration von Progesteron und Östrogen alleine kann die Störung ebenfalls nicht erklären, denn symptomfreie Frauen weisen die gleichen hormonellen Schwankungen auf, wie es Betroffene tun. Denkbar ist, dass betroffene Frauen sensibler auf die natürlichen hormonellen Schwankungen im Zyklus reagieren.

Möglich ist auch, dass die Bindungsstellen des Östrogens an den Nervenzellen bei den betroffenen Frauen defekt sind. Das würde zu einer gestörten Signalübertragung zwischen einzelnen Nervenzellen führen. Somit wäre kein hormonelles Ungleichgewicht für die Beschwerden verantwortlich, sondern eine gestörte Übertragung der Informationen. Das würde auch in Einklang mit den Befunden stehen, dass symptomfreie Frauen den gleichen hormonellen Schwankungen unterliegen wie betroffene Frauen.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Der Einfluss des Serotoninspiegels

Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass die Hormone Progesteron und Östrogen einen Einfluss auf den Neurotransmitter Serotonin haben. Die genauen Zusammenhänge zu dem PMS und der PMDS sind jedoch weiterhin unklar. Es wird aber aus diesem Grund gemutmaßt, dass ein gestörter Serotoninstoffwechsel die psychischen Symptome des PMS und PMDS auslöst. Dieser spielt auch bei anderen affektiven Störungen wie der Depression eine wichtige Rolle. Neben einigen Untersuchungen stützt vor allem die Wirkung bestimmter Antidepressiva bei PMS und PMDS, die den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, diese These.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – weitere Einflussfaktoren

Neben den Geschlechtshormonen und dem Serotoninspiegel gibt es weitere Faktoren, die einen Einfluss auf das Auftreten der PMS/PMDS-Symptomatik haben können:

Langanhaltender Stress und eine psychische Belastung können die Symptomatik verstärken und zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt der Frauen führen.

Ebenso haben die Ernährung und der Verzehr von Alkohol und Nikotin eine Auswirkung. Eine schlechte Ernährung kann bestimmte Symptome verschlimmern (Beispielsweise kann eine sehr salzhaltiger Ernährung die Wassereinlagerungen verstärken). Der Konsum von Alkohol und Nikotin kann dazu führen, dass die Symptome wie Angstzustände oder Kopfschmerzen stärker werden.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Behandlung

Für die Behandlung des prämenstruellen Syndroms gibt es keine spezifische Medikation. Da die Ursachen und Zusammenhänge nicht vollständig geklärt sind und ebenfalls verschiedene Auslöser auf komplexe Weise zusammenhängen zu scheinen, erfolgt die Behandlung individuell in Abhängigkeit der jeweiligen Symptome.

Bei weniger starken Beschwerden lassen sich die körperlichen Symptome des prämenstruellen Syndroms oft bereits durch Verhaltensänderungen deutlich lindern. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin in der zweiten Zyklushälfte, eine ausgewogene gesunde Ernährung, sowie körperliche Bewegung und viel frische Luft können das Wohlbefinden deutlich verbessern. Ein geregelter Schlafrhythmus ist ebenfalls förderlich. Bei leichten Beschwerden helfen außerdem Entspannunsübungen, autogenes Training, Yoga oder Massagen.

Auch kognitives Training kann helfen Symptome wie Konzentrationsprobleme oder andere Einschränkungen, die mit depressiver Symptomatik einhergehen können, zu bekämpfen. CogniFit bietet zahlreiche Trainingsprogramme, unter anderem eine neurokognitive Stimulation zur Behandlung von Depressionen. Das kann dabei helfen, die psychischen Beschwerden durch PMS zu lindern.

Medikamentöse Behandlung des prämenstruellen Syndroms:

Am häufigsten werden PMS-typische Symptome mit hormonellen Verhütungsmitteln, wie beispielsweise der Pille, behandelt. Welche dieser Präparate bei PMS wirklich helfen können ist nicht ausreichend erforscht. In den meisten Fällen verschreibt die zuständige Frauenärztin oder der Frauenarzt eine der verfügbaren Pillen mit einer bestimmten Hormonkombination, welche die betroffene Frau dann einfach ausprobiert und guckt, ob die Symptome dadurch nachlassen. Doch auch die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel haben Nebenwirkungen und kommen für Frauen mit Kinderwunsch beispielsweise nicht infrage.

Bei Kopf- Rücken- oder Bauchschmerzen kommen in der Regel klassische nicht-rezeptpflichtige Schmerzmittel zum Einsatz. Klassischerweise sind das Ibuprofen oder Aspirin, die beide schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.

Bei sehr starken Wassereinlagerungen und Spannungsgefühlen in der Brust können auch Diuretika (entwässernde Medikamente) eingenommen werden. Aufgrund von bestimmten Nebenwirkungen und einem Gewöhnungseffekt sollte die Einnahme jedoch unbedingt zuvor mit einem Arzt abgeklärt werden.

Neben diesen Medikamenten kommen teilweise auch Hormonpräparate wie GnRH-Analoga oder Progesteron zum Einsatz. Deren Wirkung bei PMS ist jedoch umstritten, von ihrer Anwendung wird deshalb und auch aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen mittlerweile meistens abgeraten.

Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung:

Bei der prämenstruellen dyphorischen Störung kommen zur Behandlung auch Medikamente infrage, die sonst bei Depression eingesetzt werden: Antidepressiva. Das geschieht oft dann, wenn die psychischen Beschwerden wie Angstgefühle, Verzweiflung und depressive Verstimmungen das Leben der Betroffenen stark einschränken. In der Regel finden hier selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Anwendung. Diese Antidepressiva erhöhen die Verfügbarkeit des Serotonins im Gehirn (genauer im Synaptischen Spalt zwischen den Zellen), indem sie die Wiederaufnahme des Serotonins durch die Zellen hemmen. Man geht davon aus, dass Serotonin die Wirkung anderer Hormone beeinflusst, die in der zweiten Zyklushälfte vermehrt ausgeschüttet werden. Es gilt als wissenschaftlich belegt, dass SSRI bei PMS oder PMDS die psychischen Symptome lindern. Dabei werden SSRI teilweise auch nur gezielt in der zweiten Zyklushälfte eingenommen.

Neben einer medikamentösen Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung können Betroffene auch psychotherapeutische Unterstützung suchen. Gerade ergänzend mit anderen Maßnahmen kann dies sehr hilfreich sein und außerdem zum Verständnis der Störung beitragen. Da gerade in Deutschland die prämenstruelle dysphorische Störung weniger bekannt ist, oder Betroffene oftmals belächelt werden und “die Hormone wohl einfach nur mal wieder verrückt spielen”, kann es sehr erleichternd für die Frauen sein, die körperlichen und psychischen Veränderungen während ihres Zyklus nachvollziehen und verstehen zu können. Viele Frauen wissen lange nicht, was eigentlich mit ihnen passiert und sind dann froh, diese Veränderungen besser einordnen zu können und eine Erklärung für ihr zyklisch immer wiederkehrendes Leid zu haben.

Wenn man also das Gefühl hat, man könnte an PMDS oder einer schweren PMS leiden und sich dadurch eingeschränkt fühlt, sollte man sich unbedingt Hilfe suchen – gerade auch um etwas gegen die psychischen Beschwerden unternehmen zu können.

Bei Fragen oder Anregungen kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Burnout: was tun? Bekämpfe es mit diesen Tipps zur Selbsthilfe

Burnout: Was tun? Das Burnout-Syndrom ist in unserer heutigen Gesellschaft eine der Störungen mit der höchsten Prävalenz. In sehr vielen verschiedenen Arbeitsbereichen leiden Menschen darunter, außerdem scheint es immer mehr Leute zu geben, die davon betroffen sind. In diesem Artikel nennt die Neuropsychologin Cristina Martínez wichtige Tipps und Strategien, was man bei Burnout tun kann. 

Es steht fest, dass es sich nicht einfach vermeiden lässt, an dieser Störung zu erkranken. Denn im Prinzip ist jeder anfällig dafür ein potentielles Opfer des Burnout-Syndroms zu werden. Fast jeder muss arbeiten, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Einige haben dabei mehr Glück als andere was die Arbeitsbedingungen angeht. Für wen ein möglicher Arbeitswechsel keine Option ist, der findet im Folgenden hilfreiche Tipps und Ratschläge, um gegen Burnout zu kämpfen und Symptome wie das Ausgebranntsein so gut wie möglich zu vermeiden.

Burnout. Was kann man dagegen unternehmen?

Was ist Burnout?

Das Burnout-Syndrom ist eine affektive Störung mit schwerwiegenden Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit. Sie zeichnet sich durch eine körperliche, mentale und emotionale Erschöpfung aus. Schritt für Schritt geht das Interesse an den Aufgaben und Verantwortungen bei der Arbeit verloren, wodurch es zu Veränderungen im Verhalten kommt. Die Verhaltensveränderung ist einer der Hauptfaktoren, an denen sich Burnout erkennen lässt.

Paradoxerweise trifft diese Störung häufiger bei Menschen auf, die aus ihrer Leidenschaft einen Beruf gemacht haben und mit Menschen zusammenarbeiten. Beispielsweise sind häufig Ärzte, Krankenpfleger, Sozialarbeiter, Psychologen und Lehrkräfte betroffen.

Weshalb ist das so? Eine der größten Risikofaktoren ein Burnout-Syndrom zu entwickeln ist, die Differenz zwischen der eigenen Erwartungshaltung und der realen Arbeitsleistung.

Burnout: in der modernen Arbeitswelt eine der häufigsten Gründe für Krankschreibungen

Das Burnout-Syndrom ist neben Mobbing und der Depression der Hauptgrund für Krankschreibungen und betrifft häufig Menschen unter 35 Jahren in ihrer ersten Arbeitserfahrung. Leider nehmen viele Leute die Niederlage ihrer Ideale hin, entfremden sich von ihrer Arbeit und entwickeln allmählich das Burnout-Syndrom.

Burnout: was tun? Symptome des Syndroms

Schwierigkeiten beim morgendlichen Aufstehen, das Gefühl der Erschöpfung und einfach nicht genug Schlaf zu bekommen sind die ersten Alarmsignale.

Gefühle wie Frustration, den Eindruck zu haben nicht effizient zu sein, zu scheitern oder hilflos und kraftlos zu sein sind weit verbreitet. Lange Zeit unter dem Burnout-Syndrom zu leiden kann schwerwiegende Folgen haben und kann zu Angststörungen, Depressionen oder sogar Suizid führen.

Körperlich kommt es zu Veränderungen des Schlafverhaltens, es können Verdauungsprobleme auftreten, es kann zu Herzrasen kommen oder Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen entstehen. Wenn sich diese Symptome über einen längeren Zeitraum erstrecken, können dadurch Kopfschmerzen auftreten, die Leistungsfähigkeit sinkt und die Betroffenen tendieren dazu sich sozial zu isolieren und weniger zu kommunizieren.

Diese Symptome können den Missbrauch von Medikamenten, Drogen oder Alkohol zur Folge haben. Dadurch versuchen Betroffene sich von ihren Anspannungen und ihrem Überdruss zu befreien, was jedoch wenig effizient ist.

Sollte man diese Symptome verspüren, ist es ratsam sich professionell beraten zu lassen. Wie bei allen anderen Störungen, lässt sich das Burnout am besten bekämpfen, wenn die Symptome noch nicht zu schwerwiegend oder gar chronisch sind. Die Dinge früh in Angriff zu nehmen garantiert bessere Erfolge.

“Wie bei der Mehrzahl der Störungen, fördern Unwissenheit und Abstreiten die hohe Epidemiologie”

Burnout: was tun? Test zur Detektion des Burnout-Syndroms. Ich fühle mich ausgebrannt durch die Arbeit….

Das Maslach-Inventory untersucht die drei Konstrukte des Burnout-Syndroms: Emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und die reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit. Dabei muss den Aussagen auf einer Skala von 0 bis 6 zugestimmt werden (0= niemals, 6= immer). Es ist wichtig dabei ehrlich zu antworten:

  1. Ich fühle mich durch meine Arbeit emotional erschöpft.
  2. Ich fühle mich am Ende eines Arbeitstages verbraucht.
  3. Ich fühle mich bereits ermüdet, wenn ich morgens aufstehe und einen neuen Arbeitstag vor mir liegen sehe.
  4. Ich kann es leicht verstehen, wie andere Menschen über bestimmte Themen denken.
  5. Ich habe das Gefühl, einige andere Menschen so zu behandeln, als wären sie Objekte.
  6. Den ganzen Tag mit Menschen zu arbeiten, strengt mich an.
  7. Ich gehe erfolgreich mit den Problemen anderer Menschen um.
  8. Ich fühle mich durch meine Arbeit ausgebrannt.
  9. Ich habe das Gefühl, durch meine Arbeit das Leben anderer Menschen zu beeinflussen.
  10. Ich bin Menschen gegenüber abgestumpfter geworden, seit ich diese Arbeit ausübe.
  11. Ich befürchte, dass mich meine Arbeit weniger mitfühlend macht.
  12. Ich fühle mich sehr energiegeladen.
  13. Ich fühle mich durch meine Arbeit frustriert.
  14. Ich habe das Gefühl, in meinem Beruf zu hart zu arbeiten.
  15. Es interessiert mich nicht wirklich, was mit anderen Menschen geschieht.
  16. Bei der Arbeit in direktem Kontakt zu Menschen zu stehen, stresst mich zu sehr.
  17. Mir fällt es leicht, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen.
  18. Ich fühle mich angeregt, wenn ich eng mit anderen Menschen zusammengearbeitet habe.
  19. Ich habe viele lohnende Ziele bei meiner Arbeit erreicht.
  20. Ich habe das Gefühl, am Ende meiner Weisheit zu sein.
  21. Bei meiner Arbeit gehe ich mit emotionalen Problemen gelassen um.
  22. Ich habe das Gefühl, dass mir manche Menschen bzw. deren Angehörige für manche ihrer Probleme die Schuld geben.

Im Anschluss werden die Punkte zusammengezählt. Die Werte der Items  4,7,9,12, 17,18,19 und 21 müssen dabei umgekehrt werden (0->6, 1->5, 2->4, 3->4, etc.). Punktwerte über 33 sind ein Zeichen dafür, dass ein Burnout-Syndrom vorliegen könnte. Betroffen sollten sich professionelle Hilfe suchen, um weiteres in einer Diagnose abklären zu können.

  1. Skala Emotionale Erschöpfung: Bewertung des persönlichen Erschöpfungserlebens.
  • –          Items: 1,2,3,6,8,13,14,16,20
  • –          Maximale Punktzahl: 54
  1. Despersonalisierungsskala: Spiegelt die Einstellung zur Arbeit wider, inwieweit man sich von dieser distanziert,
  • –        Items: 5,10,11,15,22
  • –       Maximale Punktzahl: 30
  1. Skala persönliche Leistungsfähigkeit: Selbsterlebte Selbstwirksamkeit.
  • –          Items: 4, 7, 9, 12, 17, 18, 19, 21
  • –         Maximale Punktzahl: 48

Burnout: Bewältigungsstrategien

Burnout: was tun? Tipps zur Bekämpfung des Burnout-Syndroms

Die Prävention bei dieser Störung ist fundamental. Für eine Bewältigung des Burnout-Syndroms sollte immer ein Spezialist aufgesucht werden. Diese Tipps können ergänzend eine Hilfe während der Therapie sein, oder bei der Prävention helfen:

Burnout: was tun? – Eine selbstbewusste Haltung entwickeln 

Mithilfe von Selbstbehauptungstechniken können effiziente Strategien erlernt werden, um sich nicht mit Arbeit zu überladen, keine Verantwortung für etwas zu übernehmen, was man nicht zu verantworten hat und das wichtigste: Nein sagen zu können, ohne sich schuldig zu fühlen.

Durchsetzungsfähige Kommunikationstrategien zu entwickeln, erleichtert den Umgang mit Kollegen und dem Chef, da so die eigenen Ansichten und Meinungen auf konstruktive Art kommuniziert werden können.

Burnout: was tun? – Anpassung der Erwartungen an den Job

Aufgepasst, das soll nicht bedeuten, dass man sich von seinen persönlichen Zielen oder Vorstellungen verabschieden soll. Es geht lediglich darum, diese neu zu bewerten und sich fragen, ob diese für einen persönlich richtig ausgerichtet sind und ob sie in dem professionellen Umfeld beziehungsweise im eigenen Arbeitsumfeld verwirklichbar sind.

Einen Punkt in der Mitte zu finden, der sich an die Realität anpasst, ohne dabei die eigenen Ziele zu vernachlässigen ist das Ziel. Es kann auch als persönliche Herausforderung und als neuen Lerneffekt gesehen werden, mit solch einer Situation umzugehen.

Burnout: was tun? – Veränderung der Verteilung zwischen Arbeit, Schlaf und Freizeit

Um das Burnout-Syndrom zu vermeiden ist es wichtig, dass das Leben sich nicht nur um die Arbeit dreht. Man sollte sich täglich die Zeit nehmen etwas zutun, das einem wirklich Spaß macht, also einem Hobby oder einer anderen Leidenschaft nachgehen. Ebenso sollte man geregelte Schlafenszeiten einhalten und so einen angepassten Arbeit-Freizeit-Schlaf-Rhythmus entwickeln und der Routine anpassen.

Ebenso sollte man seine persönlichen Kontakte pflegen und dabei abschalten, das heißt nicht von der Arbeit sprechen. Man sollte sich darauf konzentrieren einfach die Gesellschaft  zu genießen.

Burnout: was tun? – Entspannungsübungen praktizieren

Entspannungsübungen helfen die Stress- und Angstsymptome, die mit dem Burnout-Syndrom assoziiert sind, zu bekämpfen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, man kann beispielsweise entspannende Musik hören, Atemübungen machen, malen, lesen, spazieren gehen…

Eine bekannte und empfehlenswerte Praktik ist es Achtsamkeitübungen (engl. Mindfulness) durchzuführen, diese haben sich bei Störungen wie der Depression als wirksam erwiesen.

Burnout:was tun? Entspannungsübungen können helfen

Burnout: was tun? – : Halte dein Gehirn fit

Seine eigenen kognitiven Fähigkeiten zu kennen und einschätzen zu können, kann sehr hilfreich sein, um zu wissen in welchen Bereichen man seine Stärken hat und wie man diese für seine Arbeit nutzen kann. CogniFit bietet die Möglichkeit eine Vielzahl an kognitiven Fähigkeiten zu messen und anschließend zu trainieren. Durch das gezielte personalisierte Training können Defizite ausgeglichen werden, was bei der Bewältigung des Alltags und den Anforderungen auf der Arbeit für Erleichterung sorgt.

Burnout: was tun? – : Spiel Lotto

Dieser letzte Tipp ist selbstverständlich nicht ernst gemeint. Es besteht eine hohe Gefahr der Abhängigkeit bei Glücksspielen. Das letzte was wir wollen, ist dass jemand in diesen Teufelskreis gerät. Arbeite und strenge dich an, aber frustriere dich nicht. Wenn dir etwas nicht gefällt, versuche es zu verbessern. Vielleicht kann eine der Ratschläge dabei helfen über den eigenen Schatten zu springen.

Und Du? Lebst Du, um zu arbeiten oder arbeitest Du, um zu leben?

 

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.

Emotionaler Missbrauch: Wie erkennt man ihn und was sollte man tun?

Obwohl er nicht so offensichtlich ist wie die körperliche Misshandlung, kann emotionaler Missbrauch große Schäden anrichten, die oftmals genauso schlimm oder sogar noch schlimmer sind. Emotionaler Missbrauch wirkt sich auf die Gefühle, Gedanken und das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben aus. Psychische Gewalt kann dazu führen, dass man sich in seiner Umgebung, sogar zuhause, unsicher fühlt. Emotionaler Missbrauch kann Beziehungen oder Freundschaften und sogar die Beziehung zu sich selbst zerstören. In diesem Artikel wird erklärt, was emotionaler Missbrauch ist, wie dieser verhindert werden kann und wie man sich von ihm befreien kann. 

Emotionaler Missbrauch hinterlässt unsichtbare Wunden

Emotionaler Missbrauch ist meistens schwieriger zu erkennen als körperlicher Missbrauch. Körperliche Gewalt wird in den meisten Fällen von psychischer Gewalt begleitet. Sowohl die Opfer als auch die misshandelnde Person können eine Weile brauchen, bis sie bemerken was passiert, da es keine äußerlich sichtbaren Wunden gibt. Selbstverständlich gibt es aber Anzeichen, die helfen können psychische Gewalt und emotionalen Missbrauch zu erkennen.

In jeder Altersklasse und jeder Art von Beziehung kann es zu emotionalem Missbrauch kommen. Hervorzuheben sind Partnerschaften, aber auch in Freundschaften, auf der Arbeit (hier bekannt als Mobbing), zwischen Eltern und Kindern und in jeglicher Familienkonstellation kann es zu psychischer Gewalt kommen. Es sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen und auch bei älteren Menschen kommt dies vor.

Emotionaler Missbrauch in der Kindheit kann schwerwiegende Folgen haben und stellt ein hohes Risiko für die psychische Entwicklung des Kindes dar. In Fällen von kindlichem emotionalem Missbrauch sollte immer und sofort professionelle Hilfe gesucht werden.

Was ist emotionaler Missbrauch?

Emotionaler Missbrauch zeichnet sich durch ein regelmäßiges Muster verbaler Angriffe, konstanter Kritik, Manipulation und weiteren ähnlichen Verhaltensweisen aus. Hierbei herrscht immer ein Ungleichgewicht zwischen Täter und Opfer.  Der Täter ist in einer übergeordneten Position und verfügt über mehr Macht.

Im folgenden Video erklärt Kati Morton die fünf Anzeichen, mit denen sich emotionaler Missbrauch erkennen lässt. (Im Video lassen sich Untertitel aktivieren).

Um einen Fall von emotionalem Missbrauch zu erkennen, sind die folgenden Aspekte von Bedeutung. So verhält sich jemand Dir gegenüber, der psychische Gewalt ausübt:

Erniedrigung, Kritik

  • Lacht in der Anwesenheit anderer über dich, oder macht sich über dich lustig.
  • Verspottet dich, beschimpft dich und nutzt Sarkasmus um dich zu erniedrigen.
  • Wenn du dich beschwerst, sagt er/sie dir, dass es “ein Witz war” und beschuldigt dich, dass du zu sensibel bist.
  • Sagt dir, dass deine Meinung und Gefühle falsch sind.
  • Ignoriert deine Gefühle, Meinung, Gedanken und Vorschläge.

Dominanz, Kontrolle

  • Du fühlst, dass er/sie dich wie ein Kind behandelt.
  • Korrigiert dich die ganze Zeit, weil dein Verhalten “unangemessen” ist.
  • Du fühlst, dass du um Erlaubnis bitten musst, bevor du ausgehst oder eine kleine Entscheidung treffen kannst.
  • Kontrolliert deine Ausgaben
  • Behandelt dich, als wärst du schlechter als sie/er
  • Gibt dir das Gefühl, dass er/sie immer Recht hat
  • Erinnert dich ständig an deine Fehler
  • Verachtet deine Erfolge, Ziele, Pläne und sogar deine Person.
  • Seine/ihre Blicke und die Art mit dir zu sprechen sind missbilligend, herablassend und abwertend.

Anschuldigungen, Schuld

  • Wirft dir Dinge vor, bei denen du weißt, dass sie nicht stimmen.
  • Ist nicht in der Lage über sich selbst zu lachen.
  • Ist sehr sensibel, wenn jemand ihn/sie verspottet oder einen Kommentar über ihn/sie macht, welcher respektlos erscheinen kann.
  • Ist unfähig sich die eigenen Fehler einzugestehen oder sich zu entschuldigen.
  • Hat nie die Schuld an irgendwas. Die anderen sind Schuld, er/sie trägt nie Verantwortung.
  • Beschuldigt dich für seine/ihre Probleme oder die eigene Unglücklichkeit
  • Überschreitet deine Grenzen und respektiert deine Bitten nicht.

Isolierung und emotionale Distanzierung

  • Wird sauer oder entzieht dir seine/ihre Aufmerksamkeit und Zuneigung.
  • Nutzt als Strafe den Entzug von grundlegenden Bedürfnissen oder die Vernachlässigung und Nachlässigkeit (das passiert vor allem gegenüber Kindern).
  • Bemerkt nicht, oder interessiert sich nicht dafür, wie du dich fühlst.
  • Zeigt keine Empathie und fragt nichts über dich oder wie es dir geht.

Co-Abhängigkeit

  • Statt dich wie eine Person zu behandeln, behandelt er/sie dich, als wärst du Teil von ihm/ihr.
  • Schützt deine persönlichen Grenzen nicht. Gibt Informationen über dich Preis, zu denen du nicht deine Erlaubnis gegeben hast.
  • Respektiert deine Bitten nicht und macht das, was er/sie denkt, was das beste für dich ist.

Profil des Opfers

Es ist ganz wichtig hervorzuheben, dass ein Opfer emotionaler Misshandlung keinerlei Schuld daran trägt, misshandelt zu werden. Die Person hat sich das weder ausgesucht, noch genießt sie es abgewertet oder beschimpft zu werden.

Es ist jedoch der Fall, dass sich die Täter, wenn es Erwachsene sind, meistens Personen als Opfer aussucht, die bestimmte psychologische Eigenschaften haben. Sie nutzen die Leute aus, bei denen sie wissen, dass sie sich nicht wehren werden. Es gibt also eine Gruppe von Menschen, die anfälliger dafür ist, emotionalen Missbrauch zu erfahren. Es ist wichtig, dass wir das in uns selbst und den Personen in unserem Umfeld wahrnehmen, um uns und ihnen helfen zu können, eine mögliche Misshandlung zu erkennen, sich zu verteidigen und sie so zu vermeiden.

Die Personen haben oft einige der folgenden Eigenschaften:

  • Sie haben oft ein niedriges Selbstwertgefühl
  • Fühlen sich nicht in der Lage problematische Situationen zu bewältigen und haben eine geringe Selbstwirksamkeit.
  • Neigen dazu von anderen abzuhängen, um Entscheidungen zu treffen.
  • Sind häufig emotional abhängige Personen.
  • Haben oft einen passiven Kommunikationsstil.
  • Verteidigen ihre Rechte nicht und es fällt ihnen häufig schwer nein zu sagen.
  • Beschuldigen sich oft für die Probleme anderer.

Profil des Täters

Selten sind sich die misshandelnden Personen wirklich darüber bewusst, was sie tun. Sie sehen es als normal an, so mit anderen umzugehen. Sie haben keine gesunden Bewältigungsstrategien gelernt, sondern reagieren schnell aggressiv. Sie haben gelernt auf diese Weise die eigenen Unsicherheiten und Ängste zu kompensieren. Indem sie die anderen misshandeln haben sie das Gefühl der Kontrolle, ein Gefühl, dass sie in anderen Lebensbereichen wahrscheinlich nicht verspüren.

Sie fühlen sich selbst unsicher, und sind deshalb darauf angewiesen, dass ihr Opfer komplett von ihnen abhängt. Jeden Akt des “Protests” sehen sie als eine Bedrohung für ihre privilegierte Situation an.

  • Sind kontrollsüchtig, besitzergreifend und eifersüchtig.
  • Haben eine niedrige Frustrationstoleranz.
  • Beschuldigen andere für ihre Probleme.
  • Sind sich in der Regel nicht darüber bewusst, welchen Schaden sie anrichten, wenn sie sich aber darüber bewusst sind, ist es ihnen egal.
  • Haben wenig Empathie.
  • Können ihre Emotionen schlecht regulieren.
  • Können in verschiedenen Situationen sehr liebenswert und charmant sein.
  • Häufig haben diese Menschen eine Persönlichkeitsstörung. Beispielsweise eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung oder eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.

Das sind Eigenschaften, welche die misshandelnde Person haben kann. Es ist aber wichtig hervorzuheben, dass alle Menschen unterschiedlich sind und deswegen die Profile der Menschen die emotional misshandeln, ebenso unterschiedlich sein können, wie die Personen selbst.

Folgen emotionalen Missbrauchs

Psychische Folgen 

  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Hilflosigkeit
  • Trauer
  • Reizbarkeit
  • Depressionen
  • Angst

Soziale Folgen

  • Soziale Isolierung
  • Verlust der Kontakte zu Freunden und Verwandten
  • Verlust der sozialen und ökonomischen Unabhängigkeit
  • Verringerte Leistung im akademischen Bereich und auf der Arbeit

Körperliche Folgen

körperliche Störungen, als Folge der Angst:

  • Schlafstörungen
  • Verdauungsprobleme und -beschwerden
  • Kopfschmerzen

Emotionaler Missbrauch: Was tun?

Was sollte ich tun, wenn ich denke, dass ich jemanden misshandle?

Es ist schwierig sein Verhalten zu ändern, das über Jahre hinweg ausgeübt wurde und die einzige bekannte Art ist, mit anderen Menschen zu interagieren. Es ist wichtig zu wissen, dass niemand sich von heute auf morgen ändert, sondern eine Veränderung ein langer Prozess ist. Das Beste ist es, sich psychologische Hilfe zu suchen. Ergänzend können auch die folgenden Ratschläge helfen:

  • Das allerwichtigste ist, zu erkennen was man gemacht hat und sich des angerichteten Schadens bewusst zu werden und als solchen anzuerkennen.
  • Versuche aufzuhören Ausreden zu nennen und andere zu beschuldigen.
  • Versuche den angerichteten Schaden wieder gut zu machen.
  • Trage die Verantwortung, für das was du getan hast. Egal wie schlecht es dir ergangen ist oder wie hart dein Leben war, man hat die Wahl jemanden emotional zu missbrauchen oder es nicht zu tun.
  • Entferne dich von der Person, die du missbrauchst zumindest so lange, bis ein Psychologe dir hilft, mit ihr auf gesunde Weise zu interagieren.

Was sollte ich tun, wenn ich denke, dass ich misshandelt werde? 

  • Sei dir darüber bewusst, dass sich die Täter nicht ändern werden, wenn sie keine professionelle Hilfe aufsuchen, auch wenn sie dir das immer wieder glaubhaft versichern.
  • Umgib dich mit dir nahe stehenden Personen. Baue den Kontakt zu deinen Freunden und Verwandten wieder auf, wenn die misshandelnde Person dich von ihnen entfernt hat.
  • Hör auf die Person zu verteidigen, zu entschuldigen und zu rechtfertigen. Sie selbst ist für ihr Verhalten verantwortlich.
  • Entferne dich von der Person, die dich missbraucht. Brich den Kontakt ab. Diesen Schritt zu gehen ist vielleicht der schwierigste, aber er ist absolut notwendig. Eine schädliche Beziehung aufrechtzuerhalten führt zu nichts. Wenn du die Möglichkeit hast, spare Geld und suche dir einen eigenen Ort zum wohnen.
  • Suche psychologische Hilfe auf, um dein Selbstwertgefühl zu stärken und die Kontrolle über dein Leben zurückzugelangen.
  • Gib dir auf keinen Fall die Schuld für irgendetwas. Du hast keine Schuld dafür, dass er/sie dich misshandelt. Er/sie behandelt dich schlecht, weil er/sie nicht sich selbst schlecht behandeln kann, obwohl das eigentliche Problem in ihm/ihr liegt.

Emotionaler Missbrauch: Wie kann man ihn vorbeugen?

Emotionaler Missbrauch beziehungsweise psychische Gewalt ist eine Form der “Gehirnwäsche”, die Schritt für Schritt den Selbstwert und das Selbstvertrauen des Opfers zerstört. Dadurch kommt es zu emotionalen Narben und emotionalen Schmerzen und Leiden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dagegen anzukämpfen und ihn zu verhindern. Es ist wichtig das eigene Selbstwertgefühl und das der eigenen Kinder zu pflegen. Die eigenen Sozialkompetenzen zu verbessern und Selbstbehauptungstechniken unseren Kindern schon von klein auf beizubringen, kann helfen emotionalen Missbrauch von vorne herein zu vermeiden.

 

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Panikattacke: Symptome und Ursachen

“Ich kann nicht atmen”, “meine Füße und Hände werden taub”, “ich werde ohnmächtig”, “ich verliere die Kontrolle”, “mein Herz schlägt so schnell, dass ich einen Herzinfarkt bekommen werde”, “ich werde sterben”…. Hast Du schon einmal diese Gedanken und Gefühle gehabt? Oft wissen Personen, die eine Panikattacke erleiden nicht, was ihnen passiert. Im folgenden Artikel wird erklärt, was eine Panikattacke ist, welches ihre Symptome sind und welche Ursachen es für die Panikstörung gibt und wieso sie auftritt. 

Panikattacke

Was ist eine Panikattacke?

Panikattacken treten in der Regel unerwartet und ohne offensichtlichen Auslöser auf. Bei diesen Episoden empfindet die betroffene Person ein starkes Unwohlsein und unkontrollierbare Angst, wodurch es zu Verzweiflung kommen kann. Eine Panikattacke dauert in der Regel etwa 10 Minuten (diese Minuten erscheinen für die Betroffenen jedoch unendlich). Einige der Symptome können sich auf etwa 20 Minuten oder länger ausweiten.

Eine Panikattacke ist eine sehr starke Angstreaktion, bei der es zu einem Gefühl des kompletten Kontrollverlusts kommt. Es handelt sich um eine schreckliche und sehr unangenehme Erfahrung, bei welchen die Betroffenen teilweise davon überzeugt sind in diesem Moment zu sterben. Während einer Panikattacke kommt es zu starken körperlichen Symptomen: Das Atmen fällt schwer, Schwindel tritt auf, Betroffene zittern, schwitzen und verspüren einen Schmerz in der Brust, spannen ihre Muskulatur an und es kann zu Übelkeit kommen. Das Gefühl dieser Situation physisch nicht entkommen zu können, generiert eine extreme Angst in den Betroffenen, wodurch die erlebten Panik-Symptome noch stärker werden.

Eine Panikattacke kann in verschiedensten Situationen auftreten (auf der Straße, im Kino, beim Auto fahren, im Supermarkt, auf der Arbeit). Situationen die entsprechend vermieden werden, um auf jeden Fall zu verhindern, dass diese in uns eine neue Panikattacke auslösen. Das Vermeidungsverhalten, also das Handeln einzuschränken und bestimmte Situationen zu vermeiden, kann dazu führen, dass eine Agoraphobie entwickelt wird.

Das Gehirn besitzt die Fähigkeit eine Situation schnell wahrzunehmen und zu analysieren. Dabei werden wie bei einem Computer Ähnlichkeiten dieser Situation mit anderen gespeicherten “schon erlebten” Situationen gesucht. Wenn dabei ähnliche Erfahrungen gefunden werden, so wird gleich gehandelt.

Wie entsteht eine Panikattacke: die Ursachen

Einige Personen sind anfälliger dafür eine Panikattacke zu bekommen als andere. Von Grund auf ängstliche, um ihre Gesundheit besorgte oder nervöse Personen, haben eine größere Wahrscheinlichkeit, eine Panikattacke zu erleiden. Sie treten ebenso häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Die erste Panikattacke steht meistens mit einer psycholgischen Stressreaktion in Zusammenhang (viel Arbeit, ein wichtiger Termin der einen überfordert, Partnerschaftsprobleme, Prüfungsstress, etc.) und/ oder mit körperlichen Symptomen, die zuvor so nicht erlebt wurden und als unangenehm empfunden werden (niedriger Blutdruck, Unterzuckerung, Verdauungsprobleme, Hitzeschlag, etc.)

Der Auslöser einer Panikattacke ist meistens ein unangenehmes körperliches Gefühl (Angstsymptome). Dieses unangenehme körperliche Gefühl ist an sich weder negativ noch gefährlich. Wenn sich die Person jedoch erschrickt dieses zu verspüren (beispielsweise denkt, dass sie ohnmächtig wird oder eine Attacke erleidet), steigt die Angst, was dazu führt, dass der Organismus aktiviert wird und in den “Flight or Fight” (Fliehen oder Kämpfen) Zustand versetzt wird. Katastrophenartige Gedanken lösen die Alarmbereitschaft im Teufelskreis der Angst aus. Dadurch werden, ohne dass sich die Betroffenen darüber bewusst sind, körperliche Veränderungen hervorgerufen: der Adrenalinspiegel steigt, das Herz schlägt schneller, die Körpertemperatur wird höher, das Blut wird schneller durch die Adern gepumpt, etc… Ein Gefühl der extremen Gefahr überkommt die Betroffenen, das Alarmsystem wird aktiviert und dadurch lähmt der Teufelskreis der Angst die Person. Wie sich die Angstgefühle kontrollieren lassen, kann hier nachgelesen werden.

Es gibt drei verschiedene Ebenen, auf denen die Symptomen einer Panikattacke auftreten:

  • Kognitive Symptome einer Panikattacke: bezieht sich auf das, was wir “denken”. Konstante Besorgnis, generalisierte Angst, negative Gedanken, Gefühl der Derealisation, Schwierigkeit sich zu kontrollieren: Beispielsweise “und wenn genau das Thema in der Prüfung dran kommt, das ich nicht gelernt habe?” , “und wenn ich etwas gefragt werde und ins Stocken gerate?”…. etc.
  •  Physiologische Symptome einer Panikattacke: umfasst das, was in unserem Körper passiert: Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Muskelanspannung, Hyperventilation,…
  • Verhaltenssymptome bei einer Panikattacke: Unruhe, Schlafstörungen, Vermeidungsverhalten, etc.

Aufrechterhaltung einer Panikattacke

Wer schon mal eine Panikattacke erlebt hat weiß, was auf ihn zukommt. Deshalb tendieren Betroffene dazu aus der Situation zu fliehen, indem sie beispielsweise den Raum verlassen, Beruhigungsmittel zu sich nehmen, Wasser trinken, etc.

Wer Unwohlsein verspürt und denkt, dass wie in vorherigen Situationen, die Konsequenz eine Panikattacke sein wird, versucht den Prozess zu unterbinden indem er flieht. Doch genau dieses Vermeidungsverhalten ist das, was den Prozess der Panikattacke aufrecht erhält. Beispielsweise: Erhöhter Puls – “ich sterbe” – der Puls steigt weiter→ es kommt zu einer Panikattacke.

Aufgrund der schlechten Erfahrung ergreifen viele Maßnahmen, um das zu vermeiden. Sie hören auf Kaffee zu trinken, Sport zu machen, um vermeintlich einer Angstattacke aus dem Weg zu gehen.

Durch die Unterbrechung diese Prozesses, verlieren die Personen die Möglichkeit zu überprüfen, dass die Angst, nachdem sie ansteigt und einige Zeit gleich bleibt, auch wieder abfällt.

Panikattacke Symptome

Die Angstattacken oder Panikattacken sind Teil der Angststörungen (Reaktion auf kognitiver, physiologischer und motorischer Ebene in bestimmten Situationen, die Unwohlsein auslösen und verschiedene Bereiche des Alltags der Person beeinträchtigen). Wenn sich diese Attacken wiederholen, kann von einer Panikstörung oder von einer Agopraphobie mit Panikattacken gesprochen werden.

ICD-10 Kriterien für eine Panikstörung:

Eine Panikstörung wird diagnostiziert, wenn Betroffene unter wiederholt auftretenden Panikattacken leiden, die weder auf eine spezifische Situation oder ein spezifisches Objekt bezogen sind und unvorhersehbar und spontan auftreten. Dabei treten die Paniksymptome in nicht gefährlichen und nicht lebensbedrohlichen Situationen auf.

Die Panikattacke selbst zeichnet sich durch folgende Kriterien aus: sie ist eine einzelne Episode intensiver Angst oder Unbehagen und beginnt abrupt. Sie erreicht ihr Maximum nach wenigen Minuten und dauert mindestens ein paar Minuten an. Es müssen mindestens vier der nachstehenden Symptome (davon mindestens ein vegetatives Symptom) in dieser Zeit auftreten:

  • Vegetative Symptome:
    • Schweißausbrüche
    • Herzklopfen, erhöhte Herzfrequenz, Palpitationen
    • Grob- oder feinschlägiger Tremor
    • Mundtrockenheit (nicht als Folge von Medikamenten oder Flüssigkeitsmangel)
  • Symptome in Abdomen oder Thorax:
    • Atembeschwerden
    • Thoraxmissempfindungen oder -schmerzen
    • Beklemmungsgefühl
    • Übelkeit (Nausea) oder abdominelle Missempfindungen
  • Psychische Symptome:
    • Gefühl von Unsicherheit, Schwäche, Schwindel oder Benommenheit
    • Angst davor verrückt zu werden oder auszuflippen, oder vor Kontrollverlust
    • Derealisation (Gefühl, dass Objekte unwirklich sind) oder Depersonalisation (Gefühl nicht man selbst oder nicht wirklich da zu sein)
    • Angst zu sterben
  • Allgemeinsymptome:
    • Taubheitsgefühl oder Gefühle des Kribbelns
    • Kälteschauer oder Hitzewallungen

die Symptome sind nicht die Folge einer körperlichen Störung und lassen sich nicht besser durch eine organische psychische Störung, affektive Störung, Schizophrenie oder somatoforme Störung erklären.

Panikattacke Schlussfolgerungen

  1. Eine Panikattacke zu vermeiden, führt nur zu mehr Leiden: Einige Personen konzentrieren ihr Leben darauf “gefährliche” Situationen zu vermeiden, durch welche eine Attacke ausgelöst werden kann. Dieses Verhalten ist hochgradig schädlich, da immer mehr Situationen oder Aktivitäten gemieden werden. Es ist wichtig zu lernen, die Ruhe zu bewahren und sich den Situationen nicht zu entziehen.
    2. Panikattacken entwickeln sich vor allem durch die Interpretation von dem was wir tun, fühlen oder denken. Bei jedem schlägt das Herz schneller, wenn er nervös ist, sich anstrengt, überrascht wird, etc… Doch wieso löst dieses Gefühl bei einigen Personen eine Panikattacke aus und bei anderen nicht? Das ist auf die Interpretation jedes einzelnen zurückzuführen. Wenn man davon ausgeht, dass der Stich in der Brust auf etwas Luft in der Speiseröhre zurückzuführen ist, ist es sehr viel weniger wahrscheinlich eine Panikattacke zu entwickeln, als wenn man davon ausgeht, dass dieses Gefühl nicht normal ist und das Anzeichen eines Herzinfarkts sein muss. 

Im Folgenden Video wird illustriert, wie eine erste Panikattacke ablaufen kann.

Bei Fragen oder Anregungen, kann gerne ein Kommentar hinterlassen werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Patricia Sanchez Seisdedos, Psychologin bei CogniFit.

Das limbische System: Welche Funktion erfüllt es? Welche Bedeutung hat es für die Emotionen?

Was ist das limbische System?  Freude, Angst, Wut, Traurigkeit und Ekel: Emotionen. Obwohl wir manchmal von ihrer Intensität überwältigt sind, könnten wir nicht ohne sie leben. Was würden wir beispielsweise ohne Angst machen? Wir würden wahrscheinlich auf leichtsinnige Art und Weise ums Leben kommen. In dem folgenden Artikel wird erklärt, was das limbische System ist, welche Funktionen es hat, aus was für Komponenten es besteht und welche Veränderungen auftreten können. Welche Bedeutung hat das limbische System für die Emotionen?

Was ist das limbische System? Photo by xxolgaxx on Pixabay

Was ist das limbische System? Seit Aristoteles wird die rätselhafte Welt der Emotionen erforscht. Bis zum heutigen Tage wurden viele konfliktreiche Debatten über sie geführt, bis schließlich Einigung darüber herrschte, dass Emotionen dem Menschen innewohnend sind. Dank jahrelanger Forschung wissen wir mittlerweile, dass es ein System im Gehirn gibt, welches die Emotionen reguliert: das limbische System.

Den Begriff “limbisches System” prägte der amerikanische Hirnforscher Paul D. MacLean im Jahre 1952, indem er sich so auf das “viszerale Gehirn” für die Emotionen bezog (MacLean, 1952). Er entwickelte das Konzept des Triune Brain. Hier postuliert er, dass das menschliche Gehirn eigentlich aus drei Gehirnen bestehe: dem protoreptilische Gehirn, dem paläomammalische Gehirn (das limbische System) und dem neomammalische Gehirn.

Komponenten des limbischen Systems

Das limbische System besitzt viele Zentren und Komponenten. Zur vereinfachten Darstellung werden im Folgenden nur diese wichtigen Strukturen vorgestellt, die unterschiedliche Funktionen haben: die Amygdala, der Hippocampus, der Hypothalamus und der cinguläre Cortex.

“Der Hypothalamus, der Gyrus cinguli, der Hippocampus und die Verbindungen zwischen den Hirnstrukturen bilden einen harmonischen Mechanismus, der die zentralen emotionale Funktionen produziert und auch beim Ausdruck von Emotionen eine Rolle spielt.” James Papez, 1937

Die Funktionen des limbischen Systems

Das limbische System und die Emotionen

Emotionen werden von manchen Leuten im ersten Moment als etwas schlechtes abgelehnt. Diese Einstellung hat ihre Ursprünge aus der Zeit, in der Emotionen als etwas dunkles angesehen wurden, die unseren Verstand und unsere Intelligenz vernebeln. Es herrschte auch die Ansicht, dass die Emotionen uns auf eine Stufe mit den Tiere stellen. Damit hatten die Leute in gewisser Hinsicht nicht unrecht, da genau wie in der Tierwelt die Emotionen für uns Menschen überlebenswichtig sind! Emotionen sind als zusammenhängende Reaktionen definiert, die zum Zustand der Belohnung oder Bestrafung führen. Belohnungen wie Zufriedenheit oder Wohlbefinden begünstigen adaptive Reaktionen.

  • Die körperliche und emotionale Reaktion hängt vom limbischen System ab: Der Zusammenhang zwischen den Emotionen und den körperlichen Reaktionen ist essenziell. Die Emotionen sind im Prinzip ein Dialog zwischen dem Körper und dem Gehirn. Das Gehirn entdeckt einen bedeutenden Reiz und sendet anschließend Informationen an unseren Körper um adäquat auf diesen Reiz reagieren zu können. Die Veränderungen in unserem Körper nehmen wir bewusst war, sodass wissen welche Emotion wir gerade verspüren. Beim Gefühl der Angst und der Wut werden im limbischen System Prozesse in Gang gesetzt, die das sympathische Nervensystem aktivieren. Die körperliche Reaktion ist hierbei massiv und als “Flight or Fight” (Kampf oder Flucht) bekannt. Das Individuum wird somit auf eine bedrohliche Situation vorbereitet, um entweder fliehen oder kämpfen zu können. Die Herzfrequenz erhöht sich und der Blutdruck und die Atemfrequenz steigen an.
  • Das limbische System reguliert die Angst: Durch die Stimulierung des Hypothalamus und der Amygdala können Angstreaktionen hervorgerufen werden. Bei einer Zerstörung der Amygdala bleiben die Angstreaktion und körperliche Konsequenzen aus. Beim Erlernen von Angst spielt die Amygdala ebenfalls eine wichtige Rolle. Durch Studien mit bildgebenden Verfahren konnte deutlich gemacht werden, dass bei Angst der linke Teil der Amygdala aktiviert wird.
  • Wut und Gelassenheit werden durch das limbische System reguliert: Nach der Entfernung des Neocortex lassen sich Reaktionen von Wut bereits bei minimaler Reizpräsentation beobachten. In Tierexperimenten führt die Zerstörung von Bereichen des Hypothalamus, wie dem ventro-medialen Nucleus und der Septumkerne ebenfalls zu Reaktionen von Wut. Gleiches passiert bei einer Stimulierung größerer Bereiche des Mittelhirns (Mesencephalon). Bei bilaterealer Zerstörung der Amygdala kommt es dagegen zu Gelassenheit und die Reaktion von Wut bleibt aus.
  • Die Lust und Sucht werden durch das limbische System gesteuert: Der Kreislauf der Lust und des Suchtverhalten beinhaltet die Strukturen: die Amygdala, den Nucleus accumbens und den Hippocampus. Diese spielen eine wichtige Rolle beim Suchtverhalten, sowohl bei der Motivation Drogen zu nehmen, dem zwanghaften Verlangen nach der Substanz und dem Rückfall-Verhalten.

Nicht-emotionale Funktionen des limbischen Systems

Das limbische System ist ebenfalls in Funktionen des Überlebens wie dem Schlaf, dem Sexualverhalten oder dem Gedächtnis involviert.

Wie sich vermuten lässt ist das Gedächtnis eine grundlegende Überlebensfunktion. Es gibt verschiedene Formen des Gedächtnisses, wobei sich das emotionale Gedächtnis  auf Erinnerungen an vitale Reize oder Situationen bezieht. Die Amygdala, der präfrontale Cortex und der Hippocampus sind beim Erwerb, der Aufrechterhaltung und der Löschung phobischer Erinnerungen von Bedeutung. Eine phobische Erinnerung kann beispielsweise die Angst vor Spinnen sein, die evolutionär gesehen das Überleben erleichtert.

Das limbische System reguliert außerdem den Appetit und das Essverhalten, sowie das olfaktorische System (Riechsystem).

Klinische Implikationen. Veränderungen des limbischen Systems:

1- Demenz

Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen sind mit dem limbischen System assoziiert. Vor allem bei Alzheimer und der Pick-Krankheit spielen Veränderungen des limbischen Systems eine wichtige Rolle. Vor allem im Hippocampus treten Atrophien auf. Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es beispielsweise zu charakteristischen Eiweißablagerungen wie den senilen Plaques (Hirndrüsen) und Neurofibrillenbündeln.

2- Angst

Angststörungen lassen sich auf Abnormalitäten in der Regulation der Amygdalaaktivierung zurückführen. Es lässt sich ein sogenannter neuronaler Kreislauf der Angst identifizieren. Dieser umfasst die Amygdala, den präfrontalen Cortex und den anteriorern cingulären Cortex (Cannistraro, 2003).

3- Epilepsie

Die Ursache für Epilepsie lässt sich auf Veränderungen im limbischen System zurückführen. Die Epilepsie im Temporallappen ist die häufigste Form unter Erwachsenen und tritt aufgrund von Sklerose im Hippocampus auf. Es scheint, dass diese Form der Epilepsie auf eine Fehlfunktion des limbischen Systems zurückzuführen ist.

4- Affektive Störungen

Studien zeigen, dass es bei affektiven Störungen wie der Bipolaren Störung oder der Depression zu Funktionsveränderungen im limbischen Systems kommt. Funktionelle Studien haben bei affektiven Störungen eine verminderte Aktivität im präfrontalen Cortex und dem anteriorern cingulären Cortex festgestellt. Der anteriorer cinguläre Cortex ist das Zentrum der Integration von Aufmerksamkeit und  Emotionen und greift bei der Emotionsregulation ein.

5- Autismus

Bei Autismus und dem Asperger Syndrom zeigen sich Veränderungen auf den sozialen Bereich bezogen. Strukturen des limbischen Systems, wie dem Gyrus cinguli oder der Amygdala, sind bei diesen Erkrankungen verändert.

Übersetzt aus dem Spanischen: Xabi Ansorena, Neuopsychologe bei CogniFit.

Quellen:

Cannistraro ,P.A., y Rauch, S.L. (2003). Neural circuitry of anxiety: Evidence from structural and functional neuroimaging studies. Psychopharmacol Bull, 37, 8–25

Rajmohan, V., y Mohandas, E. (2007). The limbic system. Indian Journal of Psychiatry 49 (2):132-139

Maclean PD. The triune brain in evolution: Role in paleocerebral functions. New York: Plenum Press; 1990

Roxo, M.; Franceschini, P.R.; Zubaran, C.; Kleber, F.; and Sander, J. (2011). The Limbic System Conception and Its Historical Evolution. TheScientificWorldJOURNAL, 11, 2427–2440

Morgane, P.J., y Mokler, D.J. (2006). The limbic system: contiuing resolution. Neuroscience and Biobehavioral Reviews, 30: 119–125

12 Angstsymptome: Furcht schärft die Sinne, Angst lähmt sie

Angstsymptome. “Ich mache mir den ganzen Tag Sorgen über alles, was passiert”, “Ich fühle mich unruhig und nervös und habe nachts große Probleme einzuschlafen”, “manchmal verspüre ich einen starken Druck auf der Brust und es ist, als ob mir die Luft zum Atmen abgeschnürt wird”, … dies sind einige der häufigsten Beschwerden oder Symptome, die die Menschen angeben, die Tag für Tag unter Ängsten leiden.

12 Angstsymptome

Wenn man Angst in Maßen empfindet, ist das nützlich, da es dabei hilft in verschiedenen Situationen aufmerksam zu sein. Es beginnt, ein Problem zu werden, wenn die Symptome uns behindern und auf irgendeine Art und Weise Kontrolle über unsere Leben übernehmen. Denkst du, dass du unter Ängsten leidest? Kannst du die Symptome identifizieren? Lies weiter! Mairena Vázquez, Psychologin, informiert dich über die Symptome, unter denen Menschen leiden, die Ängste haben, damit du sie in Schranken halten kannst.

“Die Furcht schärft die Sinne, die Angst lähmt sie” (Kurt Goldstein)

Wenn wir von Angst sprechen, können wir uns auf einen evolutiven Verteidigungsmechanismus, einen physiologischen Aktivierungsprozess oder eine normalerweise unangenehme Emotion beziehen, die in Erscheinung tritt, wenn wir eine Situation als mögliche Bedrohung identifizieren. Diese Reaktion kennt man als “Kampf-oder-Flucht-Reaktion”. 

Wie jede Emotion ist auch diese in unserem Alltag von Nutzen, vorausgesetzt sie ist nicht zu intensiv, denn sie lässt und Vorsicht bei gefährlichen Situationen bewahren, erhöht unsere Konzentration und hilft uns dabei, uns Herausforderungen besser zu stellen.

Das Problem beginnt, wenn wir die Reaktion auf die Angst falsch interpretieren, das heißt, wenn wir, statt die Angst zu kontrollieren, zulassen, dass sie uns kontrolliert und sich so in eine mächtige Leidensquelle verwandelt. Wenn sie sehr intensiv auftritt und lange anhält, lähmt sie uns und gibt uns ein Gefühl der Hilflosigkeit, ab diesem Moment können wir von einer Störung sprechen. Sie tritt häufiger bei Frauen auf und hängt mit dem Stress im Alltag zusammen.

Wir können Ängste bei Problemen auf der Arbeit, Veränderungen unserer Alltagsroutine, neuen Situationen, Situationen, in denen wir uns bedroht fühlen oder in denen uns jemand bewertet, phobischen Situationen, Situationen, in denen wir großen Stress haben, etc. empfinden. Abhängig davon, was für diese Ängste sorgt, sind die Namen unterschiedlich (soziale Angststörung – Angst vor einem Publikum aufzutreten), Zwangsstörung – wiederkehrende Vorstellungen und Zwänge, Panikstörung mit Agoraphobie, Nyktophobie – Angst in der Nacht, und so weiter und so fort.

“Die Angst ist der Verstand, der schneller läuft als das Leben” (Claudio María Domínguez)”

Angstsymptome: Die Angst ist der Verstand, der schneller läuft als das Leben

12 Angstsymptome

Nach Daten der Sociedad Española de Psiquiatría, erleidet rund eine von 10 Personen eine Angstepisode im Laufe ihres Lebens.

Die Symptome, die die von Ängsten Betroffenen aufweisen, können von einer zur anderen Person unterschiedlich sein, das heißt, es gibt so viele Symptome, dass sie unter den Betroffenen stark variieren können. Es gibt viele Angstsymptome und die Tatsache, nur unter einem einzigen Symptom zu leiden, kann schon viel Unwohlgefühl für die Person bedeuten.

Die Angstsymptome variieren in Intensität und Häufigkeit. Je häufiger die Symptome auftauchen, desto mehr Verwirrung und Angst empfindet die betroffene Person und desto höher ist somit der Angstspiegel. Es ist wichtig, dass die Person, die unter den Angstsymptomen leidet, sich nicht auf sie konzentriert, da sie sonst denken kann, dass sie eine schwere Krankheit hat und so kann sich der Angstzustand verschlimmern.

Es gibt unterschiedliche Arten von Angstsymptomen:

  • Körperliche Angstsymptome: Veränderungen, die in unserem Körper auf physiologischem Niveau entstehen (Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit, …)
  • Psychische Angstsymptome: Veränderungen, die in unserem Kopf entstehen (Überlastung, Unsicherheit, Angst vor Kontrollverlust, …)
  • Angstsymptome im Verhalten: Veränderungen in unseren Handlungen, das heißt, Änderungen unseres Verhaltens, das andere bemerken (Blockaden, Impulsivität, Veränderungen bei der Körpersprache,…)
  • Kognitive Angstsymptome: Veränderungen in der Art und Weise, auf die wir nachdenken (Konzentrationsverlust, Grübeln, Empfindsamkeit,…)
  • Soziale Angstsymptome: Veränderungen, die die Art, mit anderen zu kommunizieren oder zu handeln, beeinflussen (Reizbarkeit, Schwierigkeiten, unsere Meinungen auszudrücken, Nachdenklichkeit,…).

Wie bei fast allem ist es unmöglich, über jedes einzelne Angstsymptom zu sprechen, im Folgenden werden wir über die Symptome sprechen, die am häufigsten auftreten.

1. Anhaltende Beunruhigung und innere Unruhe

Die Person mit Ängsten befindet sich für gewöhnlich in einem nervösen Zustand, ohne dass sich ein konkreter Umstand ergibt. Das Gefühl des Unbehagens und der innerlichen Unruhe ist eins der Angstsymptome, die sich bei Personen mit Ängsten am meisten zeigen.

2. Herzklopfen, Herzrasen und Brustschmerzen

Ein weiteres Angstsymptom ist das Herzrasen, wir spüren, das unser Herz schneller schlägt, ohne dass es einen augenscheinlichen Grund dafür gibt. Es handelt sich um ein sehr unangenehmes Symptom, da dieses Symptom die Betroffenen häufig verwirrt, denn in einem nervösen Zustand kann man das Herzrasen mit einem Herzinfarkt verbinden. Wenn wir außerdem leichte Brustschmerzen verspüren, können wir uns vorstellen, dass wir einen Herzinfarkt haben oder sogar, dass wir in diesem Moment sterben werden, was uns in einen größeren Angst- und Nervositätszustand versetzt.

Man kann all dies erklären, der Schmerz in der Brust entsteht dadurch, dass wir den Luftgehalt in unseren Lungenflügeln erhöhen, diese sich erweitern und die Rippen berühren, was dafür sorgt, dass wir einen leichten Druck und eine Muskelspannung empfinden. Wenn dieser Druck anhält, ermüden die Muskeln und sorgen für Stiche oder Schmerzen in der Brust. In dieser Situation empfehlen sich Rücken-, Schulter- und Brustmassagen, um die Muskeln zu entspannen.

3. Schwierigkeiten zu atmen und Erstickungsgefühl

Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, keine Luft zu bekommen oder hast du dich sogar so gefühlt, als ob du nicht atmen kannst? Kannst du dir vorstellen, wie unangenehm es sein muss, wenn dir jemand ein Kissen auf das Gesicht drückt, um dich am Atmen zu hindern? Dieses Angstsymptom ist ein sehr unangenehmes und beängstigendes Gefühl, aber zur gleichen Zeit gibt es auch eine Erklärung dafür.

Der Körper reguliert die Menge an Luft, die wir eintreten und austreten lassen. Wenn wir nervös sind, nehmen wir eine Menge an Sauerstoff auf, die Organismus nicht absorbiert, da sie zu hoch ist. In diesem Moment müssen wir aufhören, die Luft anzusammeln, damit der Sauerstoffspiegel ausgeglichen wird. Wie macht unser Körper das? Er unterbricht die Kontrolle über die Atmung für kurze Zeit, das heißt, wir hören auf zu atmen oder atmen sehr langsam.

Zusätzlich können wir das Gefühl haben, einen “Kloss im Hals” zu haben und uns fühlen, als ob wir nicht schlucken könnten oder einen trockenen Mund haben. Obwohl dies sehr unangenehm ist, ist es besser, nicht daran zu denken und ihm kaum Glaubwürdigkeit zu schenken.

4. Übelkeit und Blässe

Dieses Angstsymptom kann sich in Schwindelgefühlen oder Gleichgewichtsstörungen ausdrücken, was zu Angst vor Ohnmacht führt. Die Schwindelgefühle sind das Ergebnis der Hyperventilation und der Verengung der Kehle als Reaktion auf die erlebte Situation.

Für all jene Menschen, die fürchterliche Angst davor haben, in den Situationen in Ohnmacht zu fallen, in denen sie Angst verspüren – sie sollten wissen, dass es praktisch unmöglich ist, dass die eintritt. Und du fragst dich, was der Grund dafür ist, richtig? Du fällst in Ohnmacht, wenn eine Senkung des Blutdrucks stattfindet. Aber in Angstsituationen steigt der Blutdruck für gewöhnlich. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir in Ohnmacht fallen, wenn wir Angst haben.

Ein anderes Angstsymptom, das auftauchen kann, ist die Blässe der Haut, da in Angstmomenten das Blut der Blutgefäße in die Muskeln geleitet wird. Vor allem ist es wichtig, dies nicht zu wichtig zu nehmen und natürlich zu handeln und die Situation zu normalisieren.

5. Bedenken

Dieses Angstsymptom bezieht sich auf eine unkontrollierte, häufige und exzessive Besorgnis im Bezug auf zukünftiges Unheil, das geschehen könnte.

Durch das konstante Nachdenken über die schlechten Dinge, die passieren könnten, kann sich die Person “am Limit” ihrer Stärke fühlen, was ihre Beziehungen und die Art, mit täglichen Erlebnissen umzugehen, beeinträchtigt.

6. Niedriges Selbstwertgefühl und Depression

Bei Menschen, die unter Ängsten leiden, ist es normal, häufig Symptome der konstanten Besorgnis, Erschöpfung, Reizbarkeit etc. anzutreffen. Das niedrige Selbstwertgefühl, unter dem sie leiden, führt sie zur Depression, deswegen sind Depressionen und Angststörungen eng miteinander verbunden.

Was die Angstprobleme verschlimmert ist, dass durch die Depression und die Probleme mit dem Selbstwertgefühl manchmal das suizide Verhalten und die suizide Ideation steigt (obwohl dies nur bei einer geringen Zahl von Menschen geschieht).

Niedriges Selbstwertgefühl und Depression sind Angstsymptome

7. Schlafprobleme

Eins der Symptome, die bei Menschen mit Angstzuständen in größerem Maße auftauchen, sind Schlafprobleme wie Schlaflosigkeit und Albträume.

Wenn uns etwas Sorgen macht oder Druck in uns erzeugt, neigen wir zum “Grübeln”, das heißt, wir denken so oft darüber nach, dass es uns buchstäblich den Schlaf raubt. Es ist wichtig, nicht zu frustrieren, da das kontraproduktiv ist und je mehr du darüber nachdenkst, das du nicht schlafen kannst, desto weniger wirst du es schaffen.

Außerdem ist es sehr üblich, Albträume davon zu haben, was uns so sehr besorgt, weil die Albträume für gewöhnlich imitieren, was in unserem Alltag passiert. Es ist klar, dass Albträume sehr unangenehm sind, aber denke vor allem daran, sie sind harmlos.

8. Schwitzen und Zittern.

Wenn wir Angst haben oder in sonstigen Momenten, bereitet unser Körper sich auf eine Handlung vor, sei es fliehen oder kämpfen. Unsere Körpertemperatur steigt, deswegen sondern wir Schweiß durch die Schweißdrüsen ab, um der Hitze entgegenzuwirken, mit dem Ziel, die Temperatur zu verringern und den Körper abzukühlen.
Je mehr die Angst nachlässt, desto mehr kehrt das Schweißlevel in den Normalzustand zurück.

Genau wie das Schwitzen ist auch das Zittern eine normale Reaktion unseres Körpers, wenn wir nervös werden, wenn uns etwas Angst macht, wenn unsere Körpertemperatur sinkt und uns kalt ist … deswegen ist es normal, dass wir in Angstmomenten Zittern in unserem Körper verspüren, das wahrscheinlich zurückgeht, wenn die Angstsymptome verschwinden.

9. Körperstarre und Anspannung

Wenn der Körper den ganzen Tag leidet und angespannt ist, kommt ein Punkt, indem er nachgibt und es können verschiedene Dinge auftreten: Kopfschmerzen, Unfähigkeit zu entspannen, Rückenschmerzen, Unruhe, …

Häufig treten Symptome wie Schulter- und Nackenschmerzen oder sogar Betäubung des Kopfs oder des Gesichts auf. Warum in diesen Bereichen? In Stress- und Angstmomenten zeigt sich meistens zuerst in diesen Bereichen die Anspannung. Es kann uns sehr besorgen, wenn wir Betäubung oder Starre im Gesicht spüren, aber im Allgemeinen ist es nicht notwendig, sich wegen dieses Symptoms Sorgen zu machen, da es das Ergebnis der angesammelten Anspannung ist und nicht mehr spürbar sein wird, wenn die Situation sich normalisiert.

Ein anderes Angstsymptom ist ein gewisses Kribbeln in Händen und/oder Füssen zu spüren, da sich das Kohlendioxid des Blutes für gewöhnlich in den Extremitäten sammelt. Es ist wichtig, dass man aus diesen Symptomen nicht herausliest, dass es sich um einen Schlaganfall oder eine andere Art von neurologischer Betroffenheit handelt, damit keine Panik ausbricht. Diese Symptome sind überhaupt nicht schädlich und, wie alle anderen auch, gehen sie zurück, wenn der Sturm vorbei ist.

10.  Epigastrische Beschwerden, Hautausschlag und hormonelle Probleme

Wenn wir unter Ängsten leiden, haben wir für gewöhnlich Beschwerden im Verdauungstrakt wie Durchfall, Verdauungsschwierigkeiten, Verstopfung, Übelkeit oder Sodbrennen.

Wie gesagt, wenn wir Angst verspüren, verteilt der Körper das Blut in die Muskeln, um ihnen mehr Sauerstoff zuzuführen und so zu helfen, bei bedrohlichen Situationen zu fliehen oder anzugreifen.

Da sich das Blut in den Muskeln befindet, mangelt es in diesem Fall dem Verdauungstrakt an der Menge an Blut, die er benötigt, um die Nähstoffe der Lebensmittel aufzunehmen und deshalt entstehen gewisse epigastrische Beschwerden.

Zusätzlich können Angst und Stress Veränderungen in unserem Körper hervorrufen, wie verschiedene Hautausschläge (Trockenheit, Ekzeme auf der Stirn, Wange oder Nase), die verschwinden, wenn die Angst und/oder der Stress zurückgeht.

Was die hormonellen Probleme angeht, beeinträchtigt die Angst auch das endokrine System. Da sich das zerebrale Nervensystem um die Sekretion der chemischen Substanzen und den Hormonspiegel kümmert und in Unordnung ist, können Störungen im Menstruationszyklus der Frauen und Störungen beim Testosteronspiegel der Männer auftreten.

11. Zwanghafte Gedanken und ein Gefühl der Bedrohung.

Die Menschen, die unter Ängsten leiden, haben oft wiederkehrende negative Gedanken, fühlen sich, als ob sie die Kontrolle über ihre Umwelt verlieren und die sorgt dafür, dass ihre Wahrnehmung derselbigen verändert wird. Wenn man unter Ängsten leidet, neigt man dazu, die Welt als einen schrecklichen Ort anzusehen und als gefährlicher, als sie wirklich ist.

Manchmal können sie sich sogar so fühlen, als ob es sich bei dem Leben, das sie in der Realität leben, um einen Traum handelt. Die Menschen, die das empfinden, verlieren das Konzept der “Realität” vollkommen. Dies sorgt dafür, dass sich das Gefühl, verrückt zu werden, erhöht, was dazu führt, das die Symptome sich verstärken.

12. “Ich werde verrückt …”

Nach einer gewissen Zeit mit Angst und unabhängig von den Symptomen, die du hast, wird ein Moment kommen, in dem dein Gehirn erschöpft und müde ist. Das wird dazu führen, dass du denkst, du wirst verrückt und kommst nicht mehr mit der Situation klar, die du erlebst. Aber ganz ruhig, natürlich wirst du nicht verrückt, deine Gedanken werden nur durch deine Stimmung beeinträchtigt und du denkst, dass du die Kontrolle über die Situation verlierst.

Dies führt dazu, dass du dich reizbarer fühlst, vielleicht sogar das Bedürfnis hast, die Situationen zu vermeiden, von denen du glaubst, dass sie die Ängste erzeugen, dich verwirrt fühlst und manchmal hyperaktiv handelst und Dinge tust, die du zu anderen Gelegenheiten nicht getan hättest, …

In den extremsten Fällen kann es zur “Derealisierung” oder “Depersonalisierung” kommen, das heißt, zum Gefühl, das alles, was dich umgibt, nicht real ist.

“Auch wenn die Angst ein Teil deines Lebens ist, lass nie zu, dass sie deine Bewegungen kontrolliert”

(Paulo Coelho in “Die Schriften von Accra”)

Ich hoffe, dir geholfen zu haben. Wenn du möchtest, kannst du einen Kommentar hinterlassen und deine Angstsymptome erklären, gleich hier unten. 😉

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Angstzustände? Finde die passende Entspannungstechnik hier, sie funktioniert!

Wie kann ich mich entspannen, wenn ich Angstzustände habe? “Ich glaub, mich trifft der Schlag”, “mein Herz springt mir raus” oder “ich bin so angespannt” sind einige Ausdrücke, die uns in Phasen von hohem Stress und Angstzuständen begleiten. Manchmal bekämpfen wir sie mit Medikamenten oder wiederholten Arztgängen, damit dieser unser Unwohlsein mit irgendeiner Wunderspritze beruhigt. Aber gut, hier wollen wir euch ein paar Richtlinien zeigen, damit du dir diese Wohlfühlspritze selbst geben kannst, ohne dass es nötig wäre, Tabletten zu nehmen oder zum Arzt zu gehen. Lerne, dich zu entspannen, wenn du Angstzustände und Stress hast! Entdecke die Progressive Muskelentspannung von Jacobson.

Wie kann ich mich entspannen, wenn ich Angstzustände habe. Progressive Muskelentspannung von Jacobson.

Die Angstzustände verstehen, um uns ihr entgegenstellen zu können

Als Erstes sollten wir ein bisschen wissen, was Angstzustände sind, damit wir verstehen können, warum die Verabreichung von Medikamenten nicht notwendig ist, um sie zu reduzieren. Wenn wir uns unruhig fühlen, haben wir Angstgefühle und es kann sogar dazu kommen, dass wir denken, dass wir an einer Angstattacke sterben können: nichts liegt ferner. Die Angst ist eine emotionale Reaktion auf eine unmittelbar bevorstehende Drohung, sei sie real oder eingebildet, während der Angstzustand eine vorgezogene Reaktion auf eine zukünftige Drohung ist (die sich ergeben kann oder auch nicht). Beide Dinge sind produktiv (in richtigem Masse), denn sie warnen uns, dass es eine Gefahr gibt und das beduetet, dass wir aufmerksam bleiben können. Das Problem kommt, wenn wir zu lange und intensiv in diesem “Alarmzustand” verharren: dann tritt die bekannte “Angstattacke” mit all den Symptomen, die uns Unwohlsein bereiten, auf und die Antwort darauf ist die Flucht zum Arzt. Dennoch sollte uns klar sein, dass Angstzustände nicht Weiteres als das sind: Symptome. Es gibt keine Krankheit, es gibt nicht mehr.

Um uns das besser vorzustellen, es ist, als ob wir in Höchstgeschwindigkeit vor einem Löwen weglaufen, der uns verfolgt, aber es in Wirklichkeir gar keinen Löwen gibt! Der “Löwe” existiert nur in unserem Kopf.

Das heisst, der Grund für die Entfesselung dieses symptomatischen Unwohlseins war eine Idee, die nicht wirklich existiert (zum Beispiel: die Angst vor dem Gedanken an den Tod, die Angst, das uns etwas passiert, wenn wir aus dem Haus gehen, oder vor einer Herzattacke).

Im Fall des Löwen sehen wir, dass die Lösung ganz klar “aufhören, zu rennen” heissen muss, denn der Löwe existiert nicht und es besteht keine Gefahr. Dies wäre die einzige Möglichkeit, unseren Alarmzustand zu verringern, das “Schwitzen” und die “Beschleunigung des Herzschlags” zu reduzieren, welche genau die Symptome sind, die die Angst- oder Panikattacke auslösen.

Einen Spaziergang machen, Achtsamkeitsmeditation praktizierenirgendeiner Tätigkeit nachgehen, etc… Alles, was die Gedanken beschäftigt hält und uns von der Idee von Gefahr (oder welcher Auslöser-Idee auch immer) fernhält, könnte eine gute Strategie zur Verringerung der Angst-Symptome sein.

Im Folgenden möchte ich euch über eine sehr effektive Technik zur Entspannung bei Angstzuständen berichten: Die progressive Muskelentspannung von Jacobson.

Wie kann ich mich entspannen, wenn ich Angstsymptome habe – Progressive Muskelentspannung von Jacobson

Wie kann ich mich entspannen, wenn ich Angstzustände habe? Progressive Muskelentspannung von Jacobson

Was ist die progressive Muskelentspannung (von Jacobson)?

  • Es ist eine Methode physiologischer Art, die sich auf die Erholung ausrichtet.
  • Sie erleichtert eine tiefe Entspannung auf fast mühelose Art und Weise, indem sie es ermöglicht, eine freiwillige Kontrolle über die Muskelspannung zu übernehmen.
  • Sie ermöglicht es, die intime Verbindung zwischen Körperspannung und einem angespannten Geisteszustand zu erkennen und zeigt klar auf, wie die Befreiung eines der beiden Elemente auch das andere befreit.
  • Allmählich werden Zustände der Kontrolle und Entspannung erreicht, auch wenn der Fortschritt langsam ist, wird er immer intensiver und effizienter. 
  • Dies ist keine kurzweilige Methode, ihre Effekte sind es aber auch nicht.
  • Sie zeigt uns, wie man die Muskulatur absichtlich entspannt, um einen Zustand von tiefer innerer Ruhe zu erreichen, der entsteht, wenn uns die unnötige Spannung verlässt.
  • Die Bereiche, in denen wir die Spannung anhäufen sind vielfältig und manchmal “auf den ersten Blick” unsichtbar, deswegen ist es gut, wenn wir lernen, jede Muskelgruppe unseres Körpers zu entspannen.

Was erreicht man mit der progressiven Muskelentspannung von Jacobson?

Man erreicht eine allgemeine Verringerung der Angstzustände, eine Entspannung der Muskelspannung, ein einfacheres Einschlafen, sowie erhöhte Selbstkontrolle und Entspannungslevel. Die progressive Muskelentspannung von Jacobson besteht aus drei Hauptphasen:

1- Spannung – Entspannung

Es handelt sich darum, verschiedene Muskelgruppen im ganzen Körper zunächst anzuspannen und dann zu entspannen, mit dem Ziel, den Unterschied zwischen einem angespannten Muskelzustand und einem entspannten Muskelzustand kennenzulernen. Dies ermöglicht einen Zustand von Muskelentspannung zu erlangen, der allmählich auf den ganzen Körper übergeht. Man sollte einige Sekunden anspannen (etwa 7-8) für 5 bis 10 Minuten und langsam entspannen.

2. Überprüfen

Geistige Überprüfung der Muskelgruppen, sie sollten sich so stark wie möglich entspannt haben.

3. Geistige Entspannung

In dieser Phase sollte man an eine angenehme und positive Szene denken oder (wenn man das kann) an nichts denken, es geht darum, den Geist zurselben Zeit wie den Körper zu entspannen.

Diese drei Phasen sollten zwischen 10 und 15 Minuten dauern. Man sollte sich nicht beeilen. Diese Technik kann man mehrere Male am Tag wiederholen.

 

Die Übung Schritt für Schritt: Angstzustände mit der progressiven Muskelentspannung von Jacobson verringern 

Ausgangshaltung: Schliesse die Augen, setz dich auf einen Sessel oder leg dich so gemütlich wie möglich ins Bett, um deinem Körper dabei zu helfen, sich so sehr wie möglich entspannen zu können.

1. PHASE: Spannung – Entspannung.

Entspannung von Gesicht, Hals und Schultern

In folgender Reihenfolge (jede Übung dreimal wiederholen, mit Pausenintervallen von etwa 5-7 Sekunden):
Stirn: Runzle die Stirn für 5-7 Sekunden und entspanne sie langsam.
Augen: Weit öffnen und langsam schliessen.
Nase: Rümpfe dich Nase für 5-7 Sekunden und entspanne sie langsam.
Mund: Breit grinsen und langsam entspannen.
Zunge: Die Zunge gegen den Gaumen drücken und langsam entspannen.
Kiefer: Die Zähne zusammenpressen und dabei die Spannung in den seitlichen Gesichtsmuskeln und in den Schläfen spüren und dann langsam entspannen.
Lippen: Für einige Sekunden so spitzen, als wenn du einen Kuss geben wolltest und langsam entspannen.
Hals und Nacken: Beuge ihn nach hinten, kehre zur Anfangshaltung zurück. Beuge ihn nach vorne, kehre langsam zur Anfangsposition zurück.
Schultern und Hals: Die Schultern heben und dabei gegen den Hals drücken, dann langsam zur Anfangshaltung zurückkehren.

Entspannung von Armen und Händen:

Zunächst einen, dann den anderen Arm, ohne sich zu bewegen, mit einer Faust anspannen, dabei die Spannung in Oberarmen, Unterarmen und Händen spüren. Langsam entspannen.

Entspannung der Beine:

Zunächst eins und dann das andere Bein strecken, indem du den Fuss nach oben streckst und die Spannung in den Beinen spürst: Hintern, Oberschenkel, Knie, Wade und Fuss. Entspanne langsam.

Entspannung von Brustkorb, Bauch und Lendengegend

(diese Übungen kann man besser auf einem Stuhl sitzend durchführen)
Rücken: Versuchen, dass sich die Schulterblätter berühren, aber ohne dass sie sich wirklich berühren. Für 5-7 Sekunden halten und entspannen.
Brustkorb: Einatmen und die Luft für einige Sekunden in den Lungen halten. Die Spannung in der Brust beobachten. Langsam ausatmen.
Taille: Das Gesäss und die Oberschenkel für 5-7 Sekunden anspannen. Der Hintern erhebt sich vom Stuhl. Entspannen.

2. PHASE: Wiederholung

Gehe mental noch einmal jede der Muskelgruppen durch, die wir angespannt und entspannt haben, um zu prüfen, dass jeder Teil noch entspannt ist und entspanne jeden einzelnen noch ein bisschen mehr.

3. PHASE: Geistige Entspannung

Als Letztes, denk an etwas Angenehmes, etwas, was dir gefällt, was entspannend ist, ein Lied, eine Landschaft, etc., oder denk an nichts.

In ersten Sitzung, in der du die progressive Muskelentspannung von Jacobson durchführst, wird es dir vielleicht etwas schwerfallen, einen optimalen Entspannungszustand zu erreichen, allerdings wirst du in dem Moment, in dem du beginnt, dich auf die Übung einzulassen, merken, wie sich die Angstzustände verringern! Und, wie ein chinesisches Sprichwort sagt: “Reichlich Vorteile warten auf die, die das Geheimnis entdecken, Chancen in der Krise zu finden”.

 

Ich überlasse euch dieses Video, ich hoffe, es hilft euch!

 

Quelle: Alba Camacho, Psychologin bei CogniFit.

Angst verlassen zu werden? Ist das emotionale Abhängigkeit?

Emotionale Abhängigkeit: Stimmungsschwankungen, niedriges Selbstwertgefühl, Angst, verlassen zu werden und dass du “ganz alleine” bist, Idealisierung des Partners … dies sind einige Merkmale von emotional abhängigen Personen. 

Wenn du ihn/sie ständig anrufst, wenn ihr nicht beieinander seid, wenn du aufgehört hast, Dinge zu unternehmen, die du vor eurem Kennenlernen oft unternommen hast, wenn du wütend wirst, wenn er/sie dir nicht sofort antwortet und dich sogar “verpflichtet” dazu fühlst, seine/ihre persönlichen Gegenstände zu durchsuchen … dann kann es sein, dass du emotional abhängig bist. Wie kann man eine Beziehung, bei der eine Person emotionale Abhängigkeit zeigt, erkennen? Mal sehen!

Ich habe Angst, verlassen zu werden – was kann ich tun?

“Uns wurde glauben gemacht, dass die “Große Liebe” nur einmal kommt, für gewöhnlich vor dem 30. Lebensjahr. Uns wurde nicht erzählt, dass die Liebe nicht angetrieben wird und auch nicht in einem bestimmten Moment kommt. Menschen wachsen durch Andere. Wenn wir in guter Gesellschaft sind, ist es angenehmer.

Sie haben uns glauben gemacht, dass jede/r von uns die Hälfte einer Orange ist und dass das Leben nur Sinn macht, wenn wir die andere Hälfte finden. Uns wurde nicht erzählt, dass wir schon ganz geboren werden, dass niemand im Leben es verdient, die komplette Verantwortung, zu vervollständigen was uns fehlt, auf seinen Schultern zu tragen verdient.

Sie haben uns an eine Formel glauben lassen, die “zwei in einem” genannt wird: zwei Menschen, die gleich denken, gleich handeln, das funktionierte. Sie haben uns nicht erzählt, dass das einen Namen hat: Annullierung. Dass wir nur als Individuen mit eigener Persönlichkeit eine gesunde Beziehung führen können.” (John Lennon)

Furchtbare Angst, verlassen zu werden – Was ist emotionale Abhängigkeit?

Als allererstes, wenn wir von Partnerschaftsthemen sprechen: Was können wir unter “emotionaler Abhängigkeit” verstehen?

Was ist emotionale Abhängigkeit? Laut Castelló ist die emotionale Abhängigkeit ein “extremes Zuneigungsbedürfnis, die eine Person gegenüber seinem Partner im Verlauf seiner unterschiedlichen Beziehungen verspürt”.

Ja, ich schreibe extrem in Fettbuchstaben, denn einige Autoren haben die emotionale Abhängigkeit sogar mit Süchten verglichen. Aber warum?

Jede Sucht ist eine Abhängigkeit, die das Leben des/der Betroffenen einschränkt und in einer erstickenden Situation endet. In diesem Fall richtet sich die Such gegen den eigenen Partner. Der/Die Betroffene stellt seine Beziehung über alles, sogar über sich selbst.

Sowohl Männer als auch Frauen leiden darunter, obwohl die Männer es häufig aus Scham verstecken.

 

Angst, verlassen zu werden – Leide ich unter emotionaler Abhängigkeit? 

Angst, verlassen zu werden: Wie kann ich erkennen, ob das emotionale Abhängigkeit ist, worunter ich leide?

Emotionale Abhängigkeit: Merkmale von Menschen die emotional abhängig sind:

1. Sie stellen den Partner vor alles andere und idealisieren ihn.

Sie wollen, dass nichts und niemand sich zwischen sie stellt, inklusive Arbeit, Studium, Familie, … (Person, die täglich zum Tanzunterricht ging und nach und nach damit aufhört, um mehr Zeit mit ihrem Partner zu verbringen). Außerdem überbewerten sie ihren Partner und sind sogar dazu fähig, seine Fähigkeiten extrem zu verzerren (“er ist nicht nur hübsch, er ist der Hübscheste”).

2. Exzessives Bedürfnis nach ständigem Zusammensein mit dem Partner.

Egal, ob sie beide zuhause sind oder jeder bei seiner Arbeitsstelle. Wenn sie zuhause sind, wird die Person den ganzen Tag an ihrem Partner kleben. Und wenn sie nicht am selben Ort sind? Macht nichts, er/sie wird andauernd anrufen, SMS und WhatsApps schicken … Diese Situation verursacht letztendlich obsessive Eifersucht dem Partner gegenüber. (“Er ist vor einer Stunde von zuhause ins Fitnessstudio gegangen, ich muss wissen, wo er ist, mit wem er zusammen ist und was er macht”).

3. Ständige Angst vor einer möglichen Trennung oder Angst, verlassen zu werden.

Deswegen neigen sie zu unterwürfigen Haltungen und exzessiven Versuchen, dem Partner zu gefallen. Sie sind unfähig, eine Beziehung zu beenden, weil sie denken, dass sie es nicht aushalten könnten. (“Wenn ich daran denke, dass er oder sie mich verlässt, hat mein Leben keinen Sinn mehr”).

Angst verlassen zu werden – Was tun?

3. Schlechte Sozialkompetenz.

Sie haben sehr geringe Selbstbehauptung (sie lassen sich durch den Partner manipulieren und zeigen ihre Ansichten, Bedürfnisse oder Gefühle nicht).

4. Angst, allein zu sein und sich allein zu fühlen.

(“Ich war noch nie mehr als einen Monat Single, ich kann nicht allein sein”) Die Angst, sich allein zu fühlen und sich ein Leben nicht ohne Liebe vorstellen zu können, führt dazu, dass sie direkt nach dem Ende einer Beziehung gleich einen neuen Partner suchen. Die Idee “ohne Partner” zu sein, verursacht ihnen Panik und deshalb brauchen sie ständig eine Person an ihrer Seite, koste es, was es wolle.

5. Ex-Partner mit demselben Muster.

Worauf beziehe ich mich damit? Emotional abhängige Menschen suchen sich für gewöhnlich Partner mit einem bestimmten Profil. Die Partner von Menschen mit emotionaler Abhängigkeit haben für gewöhnlich einen starken Charakter, sind dominant, eingebildet und manchmal sogar possessiv. (Die meisten, obwohl man nicht verallgemeinern sollte).

6. Niedriges Selbstwertgefühl und negativer Gemütszustand.

Die Betroffenen kritisieren sich in ihren schlimmsten Momenten hart und denken, dass ihnen alles passiert, weil sie es verdienen. Sie schätzen ihre Erfolge nicht wert und fühlen sich unzufrieden mit sich selbst. (“Ich verstehe, dass er mit ihr durchgebrannt ist, denn ich hatte ihm einfach nichts zu bieten …”).

Denk daran, wenn dein Glück von anderen abhängt, dann ist es nicht deins.

Unsicherheit und Angst vorm Verlassenwerden

7. Unterwürfigkeit gegenüber dem Partner.

Man kann sagen, dass die Unterwürfigkeit als Folge der Idealisierung des Partners entsteht. Der/die Betroffene ist in der Lage, für etwas um Verzeihung zu bitten, was er/sie noch nicht einmal getan hat, nur damit sein/ihr Partner zufrieden ist. Außerdem sind sie in der Lage dazu, die Zuneigung ihres Partners durch Geschenke zu erkaufen. (Sie verzeihen Untreue, machen immer, was der Partner will …).

8. Exklusivität der Beziehung.

Ja, in den meisten Beziehungen wünschen wir uns keine dritte Person, mit der wir unseren Partner teilen sollen, aber in diesem Fall stört die abhängige Person absolut alles, was ihre Beziehung beeinflussen könnte, von Familienmitgliedern, Freunden, Arbeitskollegen bis sogar zu Kindern in einigen Fällen.

9. “Abstinenz-Syndrom”.

Wenn die Beziehung zu Ende geht, kann sich das “Abstinenz-Syndrom” ereignen. Es geht hierbei um eine Depression, bei der sie nicht aufhören, an Erinnerungen, Gewissensbisse, Pläne für eine mögliche Versöhnung zu denken … All dies bereitet ihnen große Traurigkeit und Sorgen.

Hier fühle ich mich verpflichtet, euch an einen Satz von der großen Marylin Monroe zu erinnern: “Manchmal vermisst du jemanden so sehr, dass du vergisst, dass es dir ohne ihn besser geht.”

All diese Merkmale von abhängigen Personen können Brüche in Beziehungen mit Familie oder Freunden verursachen, was dazu führen kann, dass sie Depressionen oder Angststörungen bekommen. Außerdem findet eine Verschlechterung in ihrem Leben auf persönlichem Niveau, aber auch im Arbeits- und Sozialleben statt.

Was wäre die beste Art in einer Beziehung mit emotionaler Abhängigkeit zu handeln?

Als Erstes sollte die abhängige Person sich bewusst sein, dass sie ein Problem hat und eine Lösung suchen, indem sie sofort zur Psychotherapie geht.

Die Familie der abhängigen Person sollte mit ihr sprechen und ihr ihre Unterstützung zusagen, damit sie sich nicht allein fühlt. Einmal in Therapie, wie der Psychologe dafür sorgen, Richtlinien zu erschaffen, damit sie wissen, wie sie in bestimmten Situationen handeln sollen.

Die emotionale Intelligenz wird als die “Fähigkeit aller menschlichen Wesen, unsere Emotionen und die der anderen wirkungsvoll zu verarbeiten und zu verstehen” bezeichnet und spielt eine wichtige Rolle beim Beginn der Behandlung von abhängigen Personen. So sehr du deinen Partner auch “liebst”, solltest du wissen, dass du selbst das Wichtigste in deinem Leben bist.

In Fällen, in denen nur manche Charakteristika erfüllt werden, sollte man versuchen, so zu handeln, dass beide Mitglieder der Partnerschaft alleine Tätigkeiten nachgehen (denkt daran, dass ihr ein Leben hattet und Sachen gemacht habt, die euch glücklich gemacht haben, bevor ihr euren Partner kanntet), damit ihr nicht 24 Stunden am Tag zusammen verbringt.

Anmerkung: Sich unabhängig zu fühlen und Selbswertgefühls-Workshops sorgen dafür, dass wir uns besser mit uns selbst fühlen.

Personen mit emotionaler Abhängigkeit sollten sich über alles lieben

Wenn du bis hierhin gekommen bist und du dich damit identifizierst, was du gelesen hast, mach dir keine Sorgen und schäme dich nicht. Du bist nicht der/die Erste und wirst auch nicht der/die Letzte mit diesem Problem sein. Es gibt eine ganze Welt zu entdecken und viele Leute, die dazu bereit sind, dir zu helfen. Such die Hilfe eines Experten, lass dich von deiner Familie und deinen Freunden lieben, aber vor allem und über allem, LIEBE DICH SELBST.

Wenn du eine Frage hast, schreib sie mir bitte unten, ich beantworte sie liebend gern! 😉

Quelle: Mairena Vázquez

Depersonalisation und Derealisation: Den Kontakt zur Realität verlieren

Hast du dich schon einmal distanziert oder unverbunden mit der Realität gefühlt? Die Depersonalisation und die Derealisation sind Störungen, in denen man das Gefühl hat, sich in einem fremden Umfeld zu befinden, wie in einem Traum oder Film. In diesem Artikel berichten wir dir darüber.

Depersonalisation und Derealisation: Dissoziative Störungen

Die Depersonalisation und die Derealisation sind Störungen, bei denen sich die Person fremd und abgetrennt von der Realität fühlt. Es kommt oft vor, dass Symptome dieser Art bei Personen mit Angststörungen oder Schizophrenie auftreten, obwohl sie jeder in einem Moment großen Stresses oder vorübergehenden Krisen erleben kann. Es ist nicht unüblich, dass sie in Verbindung mit Unfällen oder Terror-Anschlägen auftreten, die sich heutzutage leider ereignen. In manchen seltenen Fällen kann man sie als eigene psychische Störung bezeichnen.

Diese Pathologien gehören zu den dissoziativen Störungen, die aus Unterbrechungen oder Abbrüchen der Erinnerungs-, Bewusstseins-, Identitäts- oder Wahrnehmungsprozesse bestehen.

Was ist die Depersonalisation

Bei der Depersonalisationsstörung entwickelt sich eine Verzerrung in der Wahrnehmung des eigenen Körpers, der Gefühle und der Gedanken. Die Person fühlt sich ihrem Körper fremd, als ob er nicht zu ihr gehöre. Oft wird der Körper als eine Maschine oder ein Roboter wahrgenommen, als ob die Person ihn von außen betrachten würde, wie in einem Traum oder einem Film.

Was ist die Derealisation

Bei der Derealisationsstörung erlebt die Person die Welt oder die Umgebung, als wäre sie fremd und irreal, als ob sie in einem Traum wäre. Manchmal werden Veränderungen in der Form und der Größe der Objekte wahrgenommen und manchmal werden andere Leute als seltsam oder fremd angesehen. Es kann auch eine Abänderung in der subjektiven Zeitgeschwindigkeitswahrnehmung stattfinden.

Bei beiden Störungen bleibt das Wissen um die wirkliche Zeit erhalten, das heißt, sie wissen, dass es eine Illusion ist und, dass sie nicht wirklich in einem Traum oder Maschinen sind.

Man hält diese Symptome weder für schwer noch für gefährlich, aber trotzdem sind sie lästig und verwirrend für Personen, die unter ihnen leiden. Sie haben Angst „verrückt“ zu werden. Normalerweise halten sie einige Stunden an, aber es gibt einige seltene Fälle, in denen sie chronisch (auf lange Zeit, nicht rückgängig zu machen) werden können, und somit die Lebensqualität der Personen schwer schädigen.

Ursachen für die Depersonalisierung oder Derealisation

Man weiß bisher wenig über die Ursachen dieser Störungen, obwohl sie sowohl durch Umweltfaktoren als auch durch psychologische oder biologische Faktoren hervorgerufen werden können. Wie bei anderen dissoziativen Störungen können sie nach einem stressigen oder traumatischen Ereignis entstehen, wie Kriegssituationen, Missbrauch, Unfälle … Außerdem können sie nach der Einnahme von Substanzen, Drogen oder Pharmazeutika, auftreten. In diesen Fällen sind die Symptome vorübergehend.

Diagnose der Störungen

Laut dem Diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen (DSM-5), müssen folgende Symptome auftreten, um eine „chronische“ Depersonalisierungs- oder Derealisationsstörung zu diagnostizieren:

  • Vorkommen von andauernden oder wiederkehrenden Erfahrungen der Depersonalisation, Derealisation oder beiden:
    • Depersonalisation: Erfahrungen von Irrealität, Distanzierung oder das Gefühl, ein außenstehender Beobachter in Bezug auf Gedanken, Gefühle, Empfindungen, den Körper oder sich selbst zu sein.
    • Derealisation: Erfahrungen von Irrealität oder Distanzierung in Bezug auf die Umgebung.
  • Während dieser Erfahrungen bleibt das Wissen um die Realität intakt.
  • Die Symptome verursachen klinisch bedeutendes Unwohlsein oder Verschlechterung im Sozialen, bei der Arbeit oder anderen wichtigen Leistungsbereichen.
  • Die Störung ist nicht auf physiologische Effekte einer Substanz oder ein medizinisches Leiden zurückzuführen.
  • Die Störung kann nicht durch eine andere psychische Störung wie die Schizophrenie, die Panikstörung, das posttraumatische Stresssyndrom oder eine andere dissoziative Störung erklärt werden.
Die Depersonalisation und die Derealisation können von Traumata kommen

Was kann man machen, wenn man unter Depersonalisation oder Derealisation leidet?

Dissoziative Erfahrungen wie die Depersonalisation oder die Derealisation können sehr beängstigend sein. Wenn sie jedoch in einem konkreten Moment der Unruhe oder des Stresses auftreten, sind sie nicht von größerer Bedeutung.

Das Problem kommt, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder als Symptom einer schwereren Störung wie die generalisierte Angststörung, Depression, Phobien oder Schizophrenie erscheint, in deren Fällen die dissoziativen Symptome normalerweise von alleine verschwinden, wenn die Hauptstörung behandelt wird. In diesen Fällen ist es besser, einen Spezialisten zu kontaktieren, der dir helfen wird, die richtige Behandlung zu finden.

Es ist wichtig zu wissen, dass, obwohl die Depersonalisationsstörung als eine unabhängige Pathologie gilt, die Behandlungen und Therapien, die heutzutage existieren, sie nicht beseitigen, sondern helfen mit der Störung auf die bestmögliche Art zu leben.

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit