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Vigilanz: Wachsamkeit bei eintönigen Tätigkeiten

Der Urlaub ist vorbei und man fährt nach Hause. Noch 5 Stunden liegen vor einem. Obwohl die Autobahn komplett leer ist, muss man wachsam sein, jederzeit könnte ein Hindernis auftauchen. Die hier benötigte Wachsamkeit wird auch Vigilanz genannt. Nicht nur bei langen Autobahnfahrten, sondern auch bei anderen eintönigen Tätigkeiten, bei denen adäquat auf selten auftretende Reize reagiert werden muss, ist die Vigilanz unabdingbar. Im folgenden Artikel wird erklärt, was die Vigilanz ist, wie man sie misst, welche Vigilanzstufen es gibt, welche Störungen auftreten können und welche Bedeutung die Vigilanz im Zeitalter der Automatisierung hat. 

Vigilanz bei langen Autobahnfahrten

Vigilanz Definition

Der aus dem Latein stammende Begriff vigilantia bedeutet so viel wie “Wachheit”. Die Wachheit selbst ist ein Teilaspekt des Bewusstseins.

Der Begriff Vigilanz beschreibt in der Medizin, Physiologie und Psychologie Zustände andauernder Aufmerksamkeit bei eintöniger Reizfrequenz. Die Vigilanz bezeichnet den Zustand der Aktivierung des zentralen Nervensystems und kann verschiedene Ausprägungen haben. Sie ist immer ungerichtet, die Aufmerksamkeit konzentriert sich also nicht auf einen bestimmten Reiz, sondern beschreibt einen generellen “Wachheitszustand”, bei welchem ein irgendwann auftretender Reiz wahrgenommen werden muss.

Ein gutes Beispiel ist das Autofahren auf der Autobahn: Bei wenig Verkehr sind die Reize sehr eintönig (eintönige Reizfrequenz) und der Autofahrer muss sich nicht nur auf einen bestimmten Reiz konzentrieren, sondern eine allgemeine und andauernde Aufmerksamkeit zeigen, um so einen plötzlich erscheinenden Reiz (beispielsweise ein Gegenstand auf der Straße) wahrnehmen zu können.

Die Vigilanz unterscheidet sich somit von der Daueraufmerksamkeit, die eine andauernde Aufmerksamkeit bei hoher Reizfrequenz beschreibt, also beispielsweise beim Lesen, wo kontinuierlich neue Reize aufgenommen und verarbeitet werden müssen.

Was ist die Vigilanz?

Eine gesunde wache Person, die sich auf keine bestimmte Sache konzentriert verfügt über einen Bereitschaftszustand, sie ist wach. Das bedeutet, dass plötzlich auftretende Reize die Aufmerksamkeit der Person erregen können. Vigilant zu sein, bedeutet also die Fähigkeit einen willkürlichen, auch schwächeren Reiz wahrnehmen und auf ihn reagieren zu können. Bei bewusster Entspannung geht man in einen bewussten Ruhezustand über, schläft eventuell ein und tritt in die unterschiedlichen Schlafphasen ein. Hier verändert sich die Vigilanz. Welche Vigilanzformen es gibt, wird im nächsten Abschnitt näher erläutert.

Wie sich hieraus bereits schließen lässt unterliegt die Vigilanz individuellen Tagesschwankungen. Diese Schwankungen hängen mit dem zirkadianen Rhythmus und der persönlichen biologischen Uhr zusammen. In den meisten Fällen ist die Vigilanz im Laufe des Vormittags am höchsten ausgeprägt. Aus diesem Grund werden kognitive Funktionstests häufig in diesem Zeitraum durchgeführt. Dadurch lassen sich Störfaktoren und Vigilanzschwankungen reduzieren und die Leistungsfähigkeit einer Person einschätzen.

Welche Formen der Vigilanz lassen sich unterscheiden?

Wie bereits erwähnt ist die Vigilanz keine kategoriale Eigenschaft, die entweder vorhanden oder nicht vorhanden ist, sondern eine graduell ausgeprägte Aktivierung des Gehirns.

Die Hirnaktivität lässt sich also durch verschiedene Vigilanzstadien beschreiben, die sich graduell unterscheiden. Dabei gibt es zwei Extrempole der Vigilanz:

  1. Zum einen die höchstmögliche Erregung, wie sie beispielsweise in einer Schrecksituation auftritt.
  2. Der andere Pol wäre der Zustand eines traumlosen Tiefschlafs. 

Zwischen diesen beiden Polen befinden sich also alle möglichen Zwischenstadien der Aktivierungszustände. Hierbei seien beispielsweise die kritische Aufmerksamkeit, Entspannung, Dösen und leichter Schlaf mit raum-zeitlicher Orientierungslosigkeit und das Träumen genannt.

Jedem der beschriebenen Wachheitszustände kann eine Reihe elektrophysiologischer Befunde gegenübergestellt werden. Mittels Elektroenzephalogramm-(EEG)-Bildern kann ein bestimmtes Stadium der Wachheit gemessen werden. Es lässt sich mithilfe des EEG dementsprechend erkennen, wie stark die ungerichtete Aktivierung einer Person ausgeprägt ist.

Der Hirnfoscher und Psychologe Donald B. Lindsley unterschied anhand von EEG-Leitbildern drei verschiedene Wachheitszustände, bei denen die ersten beiden als passive Wachzustände und der letzte als aktiver Wachzustand bezeichnet wird:

  1. Relaxierter Wachzustand (relaxed wakefulness). Dieser Vigilanzzustand zeichnet sich durch eine spannungsniedrige, niederfrequente, unregelmäßige Grundaktivität des Hirnstrombildes bei verschlossenen Augen auf.
  2. Wache Aufmerksamkeit (alert attentiveness). Ist eine höhere synchrone Grundaktivität des EEG bei geschlossenen Augen.
  3. Starke Erregung (strong excited emotion). Bei diesem Vigilanzzustand zeigt sich ein asynchrones Hirnstrombild mit spannungsniedrigen Erregungsabläufen. 

Steuerung der Vigilanz im Gehirn

Für die Steuerung der Vigilanz ist unter anderem das aufsteigende retikuläre Aktivationssystem (ARAS) verantwortlich. Das ARAS ist ein Kontroll-Modulations-System welches sich im Hirnstamm befindet. Dort werden die Neurotransmitter Noradreanalin, Dopamin und Serotonin gebildet. Diese aktivieren sowohl den Hypothalamus als auch den Thalamus. Die Aktivität des ARAS unterliegt dem zirkadianen Rhythmus. Das ARAS besitzt einen Einfluss auf weite Teile des Körpers. Neben der neuronalen Informationsverarbeitung  beeinflusst die Vigilanz auch die Hormonregulation des Organismus.

Die Amygdala scheint ebenfalls eine wichtige Rolle in der Regulierung der Vigilanz zu spielen. Diese Hirnstruktur, die Teil des limbischen Systems ist, spielt eine entscheidende Rolle bei der Erkennung von emotionalen Reizen.

Vigilanztest: Wie misst man die Vigilanz?

Ein klassischer Test zur Vigilanzmessung wird am Computer ausgeführt. Diese Tests sind so aufgebaut, dass sie monoton und lang andauernd sind, während auf seltene Reize angemessen reagiert werden muss.

Ein Beispiel ist der Mackworth-Clock-Vigilanztest (Mackworth-Uhrentest): Bei diesem Test muss ein Bildschirm beobachtet werden auf dem 24 Kreise kreisförmig, ähnlich einer Uhr angeordnet sind. Ein schwarzer Punkt wandert nun diese “Uhr” entlang von einem Kreis zum nächsten. Ab und zu überspringt der schwarze Punkt einen dieser weißen Kreise. Die Teilnehmer müssen, wenn der Punkt einen Kreis überspringt, einen Knopf drücken. Der eingänglich für Piloten der Royal Air Force entwickelt Test dauert in seiner Ursprungsform zwei Stunden. Die Schwierigkeit des Tests ist es nicht, die Doppelsprünge an sich wahrzunehmen, sondern über längere Zeit wachsam zu sein, wichtig ist also die langanhaltende Belastung.

Vigilanzminderung und Vigilanzstörung 

Aufgrund von psychischen oder körperlichen Krankheiten kann es zur Verringerung der Vigilanz kommen. Neurologisch werden folgende Schweregrade der Vigilanzminderung unterschieden:

Benommenheit: Bewusstsein ist erhalten, aber die Vigilanz ist reduziert. Das Reaktionsvermögen, die Wahrnehmung und Gedächtnisleistung sind herabgesetzt.

Somnolenz: abnorme Schläfrigkeit. Jedoch bleibt die Person ansprechbar und erweckbar.

Sopor: Die betroffene Person ist nicht mehr voll weckbar und befindet sich in einem tiefen Schlaf. Nur sehr starke Reize, wie Schmerzen, lösen eine meist ungezielte Abwehrreaktion aus.

Koma: Ist der schwerste Grad einer Bewusstseinsstörung. Betroffene sind nicht ansprechbar und reagieren nicht auf Außenreize. 

Eine Verminderung der Vigilanz kann auch künstlich eingeleitet werden. Dies ist beispielsweise bei Operationen der Fall, die unter Narkose geschehen. Hier wird die Vigilanz durch Medikation vermindert, damit bei den Patienten keine Empfindungen und Reaktionen auf Schmerzreize erfolgen.

Vigilanz im Alltag: Welche Bedeutung hat die Vigilanz in der automatisierten Welt?

Für Privatpersonen ist der Bereich, in welchem die eigene Vigilanz eine wichtige Rolle spielt, das lange Autofahren. Bestehen hier Defizite bringt man sich selbst als auch andere in Gefahr. Doch wie sieht das eigentlich in anderen Bereichen aus? In vielen Berufen werden Prozesse immer weiter automatisiert. Was früher noch von Hand ausgeführt oder zumindest eingestellt werden musste, wird heutzutage von Computern erledigt. Das ist beispielsweise bei Piloten der Fall, die selbst bei Start und Landung hauptsächlich Prozesse überwachen und während des Flugs so gut wie keine Handlungen ausführen müssen und nur im Notfall eingreifen. Ebenso spielt die Vigilanz für Tätigkeiten in Kontrollzentren von Fabriken, Atomkraftwerk, etc. eine wichtige Rolle. Doch die Automatisierung nimmt nicht nur bei diesen Berufen, sondern auch im Alltag immer weiter zu. Projekte wie selbstfahrende Autos sind mittlerweile keine Vision mehr.

Doch was passiert, wenn unser Alltag weiter automatisiert wird?

Ganz richtig: Durch die Automatisierung nimmt die Zahl der Situationen in denen Prozesse überwacht werden müssen immer weiter zu. Somit wird die Bedeutung der Vigilanz für die Sicherheit im Alltag immer größer. Es ist also extrem wichtig, einen Reiz schnell erkennen, ihn zu verarbeiten und auf diesen reagieren zu können, um bei automatisierten Prozessen im Notfall richtig eingreifen zu können.

Kognitive Fähigkeiten wie die Verarbeitungsgeschwindigkeit oder die Reaktionszeit, die hierbei eine wichtige Rolle spielen, können unter anderem mit den computergestützten Programmen von CogniFit gemessen und trainiert werden. Neben der Verarbeitungsgeschwindigkeit und der Reaktionszeit misst und bewertet CogniFit eine Vielzahl weiterer wichtiger kognitiver Fähigkeiten. Durch das gezielte personalisierte Training können Defizite ausgeglichen werden, was bei der Bewältigung des Alltags und den Anforderungen bei Überwachungsprozessen für eine bessere Leistung sorgen kann.

Kognitive Fähigkeiten spielen eine wichtige Rolle im Alltag

Kognitives Lernen: Ein pädagogischer Leitfaden

Kognitives Lernen ist grundlegend für unser Leben. Wir lernen durch Erfahrungen, Emotionen, durch unsere Beziehung zu Menschen und durch vieles mehr… Die Erziehung die wir erfahren und die Lernprozesse die wir durchlaufen, definieren wer wir sind. In dem folgenden Artikel werden die Entdeckungen über das Gehirn auf die Erziehung und Pädagogik angewendet. 

Neurodidaktik: Verstehen wie das Gehirn funktioniert, um besser lernen und lehren zu können. In diesem Artikel finden sich die verschiedenen Formen des kognitiven Lernens. 

Kognitives Lernen

In der Schule wird einem oft beigebracht Daten immer wieder zu wiederholen, bis man geschafft hat, sich die Informationen zu merken. Aber wie lernt unser Gehirn eigentlich? Informationen auswendig zu lernen hilft uns weder dabei uns in der Welt zurecht zu finden, noch unser Potential und unsere Persönlichkeit zu entfalten oder dabei bestimmte Herausforderungen anzugehen.

Unsere Erziehung und das was wir lernen, definiert wer wir sind. Aber trotz der Fortschritte und Entdeckungen die im Bereich “kognitives Lernen” beim Menschen gemacht werden, sind diese noch nicht in die Pädagogik und den Unterricht integriert. Wir müssen lernen die Charakteristika unseres Verstandes zu beachten, um so unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Erfolgreiches kognitives Lernen geschieht mithilfe von Emotionen, Überraschung, Bewegung und spezifischen neuroedukativen Programmen, welche die individuelle kognitive Entwicklung begünstigen.

Kognitives Lernen: Der Begriff Lernen bezieht sich darauf, sich Wissen oder Fähigkeiten durch aktives Lernen oder Erfahrungen anzueignen. “Kognitiv” bezieht sich auf die “Kognition”. Das ist die Fähigkeit, Dinge mittels der Wahrnehmung und mentaler Prozesse kennen zu lernen. Das Konzept “kognitives Lernen” definiert die Prozesse der Informationsverarbeitung und beginnt bei der sensorischen Wahrnehmung, über das kognitive System bis hin zur produzieren Antwort.

Lernen ist vielleicht der Begriff, der die menschliche Spezies im Laufe ihrer Entwicklung am meisten geprägt hat. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass kontinuierliches Lernen das menschliche Leben zu dem gemacht hat, was es heute ist. 

Unser Gehirn führt und leitet unsere Lernprozesse.

Je weiter wir Menschen vorankommen, desto mehr Wissen sammeln wir an. “Wir machen uns laufend intelligenter”. Das könnte uns zu dem Schluss kommen lassen, dass unser Gehirn sich immer weiter verfeinert, je weiter wir uns entwickeln – dem ist jedoch nicht so. Das was sich verändert ist die Form des Lernens. Da wir mittlerweile mehr darüber wissen, wie unser Gehirn funktioniert, können wir davon profitieren und das Potential des Gehirns besser ausschöpfen.

Lernformen

1. Implizites Lernen

Das implizite Lernen ist ein “blinder” Lernprozess, weil wir uns nicht darüber bewusst sind, dass wir lernen.

Das wichtigste Merkmal dieser Form des kognitiven Lernens ist, dass dieses nicht-intentional geschieht. Die lernende Person hat kein Bewusstsein darüber, dass sie gerade lernt. Zudem äußert sich das Erlernte durch eine automatische Ausführung motorischen Verhaltens.

Bestimmte Aktivitäten verlangen ein nicht-intentionales Lernen, wie beispielsweise das Sprechen oder Laufen. Vieles von dem was wir Lernen, tun wir auf implizite und unbewusste Art.

2. Explizites Lernen

Dem impliziten Lernen gegenüber steht das explizite Lernen, welches sich dadurch auszeichnet, dass es beabsichtigt und mit Bewusstsein über den Lernprozess geschieht. Für das kognitive Lernen in dieser Form gibt es viele Beispiele, unter anderem ist das Lesen dieses Artikels ein Beispiel für explizites Lernen, da eine Absicht zu Lernen dahinter steckt.

Da es sich beim expliziten Lernen um einen beabsichtigten Lernprozess handelt, braucht dieser Daueraufmerksamkeit. Also eine Anstrengung, um die Absicht zu lernen aufrecht zu erhalten.

3. Kollaboratives oder kooperatives Lernen 

Das kooperative Lernen ist eine Lernform in der Gruppe. Ein Schüler lernt beispielsweise zusammen mit seinen Klassenkameraden. Das Ziel dieser Lernform ist, dass jedes Gruppenmitglied in Abhängigkeit seiner Fähigkeiten lernt und außerdem die Arbeit in der Gruppe gefördert wird.

Die vier Grundpfeiler, die diese Form des kognitiven Lernens stützen, sind die positive Interdependenz, die persönliche Verantwortung, die ausgeglichene Beteiligung und die simultane Interaktion.

Eine Lernform, die dieser ähnlich ist (aber nicht identisch), ist das kollaborative Lernen. Bei dieser Lernform ist in der Regel eine Person (Lehrkraft oder Erzieher), die nicht zur Gruppe gehört, diejenige die ein Thema vorschlägt, das im Anschluss in der Gruppe entwickelt wird.

In Gruppen lernt es sich besser

4. Kumulatives Lernen

Bei dieser Lernform wird die kognitive, emotionale und emotionale Ebene angesprochen. Dieser Lernform liegt ein Prozess der Organisation der zu lernenden Informationen zugrunde. Zudem wird zwischen der neuen Information eine Verbindung zu Wissen und vorherigen Erfahrungen hergestellt. Die neue Information wird also in Zusammenhang mit unserer bisherigen Erfahrung gebracht. Das führt dazu, dass das neu erlangte Wissen für jede Person einzigartig wird, da jede Person es mit eigenen Erfahrungen verknüpft.

5. Assoziatives Lernen 

Wem die Hunde von Pavlov etwas sagen, der weiß vielleicht, worum es sich bei dieser Lernform handelt. Kognitives Lernen kann auch assoziativ geschehen. Diese Lernform zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Verbindung zwischen einem bestimmten Reiz und einem präzisen Verhalten gibt. Im Falle des Experiments von Pavlov ist dies das Klingeln einer Glocke und die Fütterung. Dies führt dazu, dass die Hunde noch bevor das Essen kommt bereits beginnen Speichel abzusondern, sobald sie die Klingel hören.

6. Habituation und Sensibilisierung: Nicht-assoziatives Lernen

Diese beiden Prozesse gehören zur gleichen Lernform, dem nicht-assoziativen Lernen. Diese Lernform definiert eine Veränderung gegenüber eines kontinuierlichen Reizes.

Die Habituation ist eine primitive Lernform, die uns erlaubt uns an die Umwelt anzupassen. Sie ist ein alltägliches Phänomen. Dieser Prozess findet statt, wenn wir aufhören einem Reiz Aufmerksamkeit zu schenken, da dieser zu keiner relevanten Veränderung führt (die Reaktion auf den Reiz verringert sich). Ein Beispiel hierfür findet sich bei den Menschen, die an einer lauten Straße wohnen. Am ersten Tag hören sie den Straßenlärm, doch nach einiger Zeit sind sie in der Lage diesen gut auszublenden.

Dem gegenüber steht die Sensibilisierung als Lernform: Unsere Reaktion steigt durch die wiederholte Präsentierung des Reizes. Je öfter uns dieser Reiz präsentiert wird, desto häufiger werden wir die gleiche Reaktion zeigen. Die Sensibilisierung ist eine sehr adaptive und primitive Lernform.

7. Lernen durch entdecken

Wenn aktiv nach Informationen gesucht wird und das was uns antreibt die Neugierde ist, lernen wir durch Entdecken. Das kognitive Lernen in dieser Form zeichnet sich dadurch aus, dass das Individuum interessiert ist, entdeckt, lernt, Konzepte verknüpft und das Gelernte an das eigene kognitiven Schema anpasst.

8. Imitationslernen oder Lernen durch Beobachtung 

Bei dieser Lernform, wird eine Handlung bei einem Modell beobachtet, die im Anschluss imitiert wird. Kognitives Lernen in dieser Form hat einen engen Zusammenhang zu den Spiegelneuronen. Die Imitation, auch Modelllernen genannt ist eine sehr wichtige Lernform.

9. Emotionales Lernen

Das Kognitive Lernen impliziert in diesem Fall eine emotionale Entwicklung des Individuums. Die emotionale Intelligenz entwickelt sich von dieser Lernform ausgehend, welche erlaubt, die eigenen Emotionen zu regulieren(Test zur emotionalen Intelligenz).

Außerdem spielt die Emotion eine entscheidende Rolle bei der Lernform, die später erläutert wird.

10. Erfahrungsbasiertes Lernen 

Aus den Erfahrungen die wir im Laufe unseres Lebens machen, lernen wir unsere Lektionen. Durch unsere Erfahrungen lernen wir am besten. Das kognitive Lernen in dieser Form ist sehr stark, aber auch sehr subjektiv. Denn jeder Mensch macht seine eigenen Erfahrungen und interpretiert diese auch auf persönliche Weise.

11. Auswendiglernen 

Das Auswendiglernen ist eine Form des kognitiven Lernens bei der wir versuchen uns bestimmte Daten einzuprägen und zu merken. Im Gegensatz zum kumulativen Lernen zeichnet unser Gedächtnis einfach nur Informationen auf, ohne dass die betreffende Person zwangsläufig verstehen muss was sie lernt.

12. Rezeptives Lernen 

Kognitives Lernen in dieser Form ist rein passiv, die Person empfängt dabei nur die Information, die zu lernen ist. Ein Beispiel hierfür ist der Vortrag einer Lehrkraft, während die Schüler sitzen und zuhören.

13. Metakognitive Strategien

Es ist wichtig, diese Lernstrategie zu erwähnen, um unsere Art zu Lernen besser zu verstehen. Diese Strategien setzen die Kenntnis über den eigentlichen Lernprozess voraus. Das Lernen zu lernen.

Kenne Dich selbst und deine eigenen Einstellungen und Fähigkeiten, um zu wissen wie Du selbst am besten Lernen kannst.

Jede Person ist einzigartig. Es gibt keine ideale Lernmethode, die für alle Menschen am besten funktioniert. Deshalb ist es ein großer Vorteil beim Lernen, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.

Kognitives Lernen: Wie lassen sich die Kenntnisse über das Gehirn auf die Pädagogik übertragen?

Obwohl die Erkenntnisse über das Gehirn und wie dieses lernt in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen haben, basieren die allermeisten Bildungssysteme auf einem fehlerhaften Lernmodell. Zu Lesen und sich Sätze aus einem Buch zu merken ist nicht der richtige Weg um zu Lernen. Die Studienlage ist klar: andere Dinge wie Sport, Emotionen, Überraschung, Experimentieren sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht sich Wissen anzueignen.

Kognitives Lernen: Die Bedeutung der Emotionen

Emotionen sind die Basis, um sich erinnern zu können. Die Information, die wir über unsere Sinne aufnehmen, passiert das limbische System, bevor sie in der Hirnrinde landet. Im limbischen System befindet sich eine der primitivsten Teile unseres Organismus, die Amygdala. Diese wird in Situationen aktiviert, die als wichtig für das Überleben wahrgenommen werden. Die Amygdala ist elementar wichtig für die Gedächtniskonsolidierung.

Man erinnert sich wahrscheinlich besser an seinen letzten Geburtstag, als an den Arbeits- oder Schultag von vor zwei Wochen.

Kognitives Lernen: Sport machen und Lernen 

Studien haben gezeigt, dass Sport nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit stärkt, sondern auch die Leistungen des kognitiven Lernens verbessert. Durch Sport werden bestimmte Proteine freigesetzt, welche die Gehirnplastizität fördern. Dadurch werden neue Neuronen, Synapsen und Verbindungen generiert.

Körperliche Betätigung erhält und verbessert Aspekte, die mit der kognitiven Leistung und der mentalen Gesundheit zusammenhängen.

Unter den vielen Vorteilen von sportlicher Betätigung, ergeben sich auf kognitiver Ebene folgende:

– Eine bessere akademische Leistung und eine bessere Aufmerksamkeitskapazität

– Ein niedrigeres Risiko beispielsweise an Depressionen oder Angststörungen zu leiden.

– Eine bessere Laune und eine höhere emotionale Stabilität.

Sich zu bewegen ist wichtig, um zu Lernen.

Neben körperlicher Aktivität kann auch aktives Gehirntraining die Gehirnplastizität anregen und die kognitiven Fähigkeiten verbessern. Das kognitive Stimulationsprogramm von CogniFit bietet personalisierte Trainingseinheiten an, um schwächer ausgeprägte Fähigkeiten individuell zu fördern.

Neuronales Fenster

Wenn vom Lernen gesprochen wird, darf das neuronalen Fenster nicht unerwähnt bleiben. Dieses beschreibt die Zeitfenster, in denen bestimmte neuronale Entwicklungsprozesse ablaufen. Diese Zeiträume sind kritische Phasen der Entwicklung, in denen bestimmte Dinge schneller und besser gelernt werden können, als zu anderen Zeitpunkten.

Im Prinzip können wir das Sprechen in jedem Alter erlernen, jedoch ist zwischen dem 1 und dem 3 Lebensjahr der optimale Zeitpunkt. Das Sprechen später zu erlernen ist viel mühsamer und es ist unmöglich die gleichen Lernergebnisse zu erzielen.

Es ist bekannt, dass es sich negativ auf das Gehirn auswirkt, Kinder von Klein auf still in einem Klassenzimmer sitzen zu lassen. Entdecke hier die Entwicklungsstufen von Piaget.

Fehler in unserem Bildungssystem

Missachtung des neuronalen Fensters

Wenn man bedenkt, was über das Gehirn und optimale Lernstrategien bekannt ist, müsste man meinen, dass im Bildungssystem bereits grundlegende Reformen durchgeführt wurden. Das ist jedoch nicht der Fall. Wir lehren falsch. Wenn man die neuronalen Fenster beachten würde, säßen keine kleinen Kinder still auf dem Stuhl. Um zu lernen ist es für sich nämlich wichtig sich zu bewegen. Ebenso wenig gäbe es trockenen Physikunterricht für Jugendliche, denn deren Gehirn ist in diesem Alter sehr emotional.

Anwendung der immer gleichen Lernformen

Es scheint, als wären die dominierenden Lernformen in der Schule weiterhin das rezeptive Lernen und das Auswendiglernen. Die Pädagogik fördert also weiterhin hauptsächlich mechanische und passive Lernformen und macht sich die Art wie wir wirklich lernen nicht zu Nutzen.

Wie sollten wir lernen?

Das ist eine gute Frage. Es ist ganz klar, dass viele der nötigen Veränderungen schwer umzusetzen sind. Jedoch lassen sich mit dem Wissen darüber wie das Gehirn funktioniert, bereits viele Dinge in Angriff nehmen.

Die Bewegung, Emotionen und die Überraschung zu nutzen, um das Interesse im Kopf der Schüler zu wecken, hilft ungemein. Wir haben in den letzten Jahren viel über unser Gehirn gelernt. Es wird Zeit, das Gelernte anzuwenden und unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Hemineglect: Wenn die Hälfte der Welt verloren geht

Die Aufmerksamkeit ist einer der wichtigsten kognitiven Prozesse der menschlichen Entwicklung. Veränderungen in diesem Aufmerksamkeitsprozess beispielsweise nach einer Läsion oder einem Hirnschaden kann schwerwiegende Folgen haben. Dies zeigt sich beispielsweise bei dem Hemineglect. Im Folgenden wird diese Aufmerksamkeitsstörung näher beschrieben: Was bedeutet sie genau, welche neurologische Basis liegt ihr zugrunde, welche Formen gibt es und wie lässt sich diese Störung diagnostizieren und behandeln?

Was ist das Hemineglect?

Eine der bekanntesten Aufmerksamkeitsstörungen ist das Hemineglect. Wie Mesualam 1981 beschrieb, verhalten sich Personen, die an der Aufmerksamkeitsstörung Hemineglect leiden so, als würde die gegenüberliegende Seite des halben Wahrnehmungsfeldes nicht existieren. Wenn sich der Gehirnschaden in der rechten Hemisphäre zugetragen hat, kann der Patient der linken Hälfte von dem was seine Augen sehen, keine Aufmerksamkeit schenken. Das Hemineglect tritt in der Regel nach einseitigen Gehirnläsionen auf, vor allem nach solchen in der rechten Hemisphäre. Diese Störung äußert sich konkret in der Unfähigkeit auf die Reize im kontraläsionären Raum zu reagieren, sich auf diese zu beziehen oder sich ihnen zuzuwenden. Bei einem Schaden in der rechten Hemisphäre hört die Umgebung auf der linken Seite des Patienten also sozusagen auf “zu existieren”.

Hemineglect und Aufmerksamkeit

Es gibt verschiedene Theorien, die alle gemeinsam haben, dass das Hemineglect nicht als ein einzelnes Defizit zu verstehen ist, sondern bei diesem verschiedene kognitive Bereiche beeinträchtigt sind.

Ein Versuch diese Aufmerksamkteisverzerrungen zu erklären erfolgt mithilfe der “Theorie der Abkupplung”, aufgrund der Auswirkungen bei der Aufmerksamkeitslenkung. Diese Verzerrung tritt vor allem dann auf, wenn Mechanismen involviert sind, die eine exogene Aufmerksamkeit implizieren. Die Reize die auf der ipsilateralen Seite präsentiert werden (also die, die rechts dargestellt werden, bei Läsion der rechten Hemisphäre) beeinflussten die Zeit, welche die Patienten mit Läsionen des rechten Parietallappens benötigen, um Stimuli auf der linken Seite wahrzunehmen.

Es lässt sich hervorheben, dass Betroffene des Hemineglects die gesamte Information in ihrer Umgeben wahrnehmen, das Problem liegt also nicht in der Wahrnehmung, sondern sich dieser bewusst zu werden. Es gibt eine Veränderung in der Aufmerksamkeitsverlagerung (die Fähigkeit diese von einem auf den nächsten Reiz zu wechseln). Der Patient empfängt ein sensorisch vollständiges und komplettes Bild, richtet sich aber nur auf eine der beiden Hälften.

Zusammenfassend bedeutet das, dass eine Person mit Hemineglect das bevorzugt, was von der unbeschädigten Gehirnhälfte kontrolliert wird.

Hemineglect und Aufmerksamkeit

Formen des Hemineglects

Im Folgenden werden die verschiedenen Formen dieser Störung genauer beschrieben:

  • aufmerksamkeitsbezogenes oder sensorisches Hemineglect: tritt auf, wenn die selektive Aufmerksamkeit nicht dazu in der Lage ist, die Aufmerksamkeit auf die externen Reize (extrakorporalen) oder die des eigenen Körpers (personal) zu verteilen. Es manifestiert sich durch die Schwierigkeit auf einen Reiz zu reagieren, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der zerebralen Läsion befindet.
  • Hemiasomatognosie: auch als Anton-Babinski-Syndrom bekannt. Dieses Defizit ist auf den eigenen Körper bezogen. Es handelt sich also um das halbseitige Nichtwahrnehmen des eigenen Körpers. Dabei treten Symptome auf wie, sich nur auf einer Seite des Körpers zu rasieren, zu schminken oder zu kleiden.
  • intentionales Hemineglect oder motorisches Neglect: auch bekannt als Hemiakinesie. Hier besteht die Schwierigkeit die Aufmerksamkeit auf die Aktionen oder Intentionen des eigenen Körpers im Raum zu verteilen. Es kann auch zur Verlangsamung oder zum Fehlen von Bewegungen kommen, was einer Hemiparese (halbseitige Lähmung des Körpers) ähnelt.
  • Motorische Impersistenz: besteht aus der Unfähigkeit eine durch den Versuchsleiter vorgegebene Körperposition mehr als 10 Sekunden halten zu können.
  • Affektives Hemineglect: das Verhalten des Patienten ist so, als würde nichts Wichtiges passieren (Anosognosie oder Defizitsbewusstsein). In einigen Fällen weiß der Patient von seiner Hemiplegie, aber sie ist ihm egal (Anosodiaphorie), bei anderen ist die Störung stärker ausgeprägt und es besteht eine Abweisung und Misshandlung gegenüber einer Körperhälfte (Misoplegie).
  • repräsentatives Hemineglect: Ist die Vernachlässigung der Hälfte eines Objekts, einer Repräsentation, eines mentalen Bildes oder einer realen Situation.

Neurologische Basis des Hemineglects

In den allermeisten Fällen ist die Ursache des Hemineglects eine Läsion oder Schädigung in der rechten Hemisphäre des Gehirns.

Man geht davon aus, dass Ausfälle in der mittleren Gehirnschlagader, die in Zusammenhang mit dem Parietal- und Frontallappen steht, eine wichtige Rolle in der Symptomatologie dieser Patienten spielt.

Neuere Studien zeigen, dass der geschädigte Hirnbereich bei Patienten mit Hemineglect der mediale Gyros Temporalis superior ist, der sich auf der seitlichen Oberfläche des inferioren Parietallappen befindet und bei 50% der untersuchten Fälle beschädigt ist. Diese Hirnregion ist bei Personen mit bilateralen Schädigungen mit Defiziten in der Raumwahrnehmung assoziiert.

Die beim Hemineglect am meisten betroffenen Hirnregionen sind folgende:

  • Gyrus angularis: ist mit der Raumwahrnehmung und dem Erhalte der Aufmerksamkeit auf räumliche Anordnungen assoziiert.
  • Lobulus parietalis superior: an den Veränderungen der räumlichen Aufmerksamkeit beteiligt.
  • temporoparietaler Übergang: für die räumliche Neuorientierung und die Detektion ausgehender Reize verantwortlich. In den angrenzenden Arealen kann die Ursache für sekundäre Defizite liegen, die einige Patienten äußern, wie die Neuorientierung der Aufmerksamkeit oder der Detektion der Salienz eines Reizes.

Bewertung des Hemineglects

Die größte Schwierigkeit bei der Bewertung des Hemineglects besteht darin, dass es aufgrund der hohen Variabilität zwischen den Betroffenen, wenige Tests gibt, welche die Patienten auf vergleichende Weise bewerten können.

Die Paradeaufgabe zur Bewertung des Hemineglects ist die Reizentfernung. Der Patient muss einen Reiz in Mitten von Distraktoren finden. Typisch ist, dass es bei den Reizen zu Detektionsfehlern kommt, die im linken Blickfeld positioniert sind.

Der am meisten genutzte Test ist der BIT (Behavioral Inatention Test), der aus sechs verschiedenen Untertests besteht: Linien Durchstreichen, Buchstaben entfernen, Figuren abzeichnen, Sterne entfernen, Linien zweiteilen und repräsentative Zeichnungen.

Die Zweiteilung von Linien ist neben dem Durchstreichen eine der am häufigsten angewendeten Aufgaben. Dem Patienten werden horizontale Linien präsentiert, bei denen er den Mittelpunkt dieser markieren soll. Die Patienten tendieren dazu die Markierung viel weiter rechts zu setzen, als richtig wäre.

Ebenfalls werden Zeichenaufgaben mit den Patienten gemacht. Dabei müssen Figuren abgezeichnet oder spontan geometrische Figuren von der Mitte ausgehend gezeichnet werden. Es kommt in der Regel zur Verfälschung oder Auslassung von Teilen des Bildes.

Es hat sich gezeigt, dass die Patienten ohne visuelles Feedback, also wenn sie mit geschlossenen Augen zeichnen sollen, weniger Fehler machen und die Aufgabe besser durchführen.

Eine weitere typische Aufgabe ist der Uhrentest, bei dem die Ziffern in der richtigen Reihenfolge in eine Uhr eingetragen werden müssen, entweder geschieht dies aus dem Kopf (wie in dem Anfangsbild zu sehen) oder soll abgezeichnet werden.

Rehabilitierung des Hemineglects

Die Wiederherstellung bei Patienten mit Hemineglect ist wichtig, vor allem da erlernt werden kann die geschädigte Zone zu kompensieren.

Hierzu werden Suchaufgaben gestellt, die sich auf den Teil beziehen, dem keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Mit einigen Übungen steigt das Bewusstsein der Patienten und sie können Lernstrategien entwickeln, um eine systematischere Suche zu realisieren.

Eine weitere Technik ist die der Kompensation. Beispielsweise wird mit bunten Farben eine Linie auf der linken Seite gezeichnet, um sie darauf hinzuweisen dort anzufangen zu lesen. Es dient also der Erlangung ihrer Aufmerksamkeit.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die effektivsten Techniken diejenigen sind, die das Visuelle Scanning fördern, beispielsweise die Suche nach Unterschieden, Bilder abzeichnen oder Lesen.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Sara Morales Alonso, Neuropsychologin bei CogniFit.

Konzentrationsprobleme: Definition, Symptome, Ursachen und 11 Tipps

Sicher haben wir alle schon einmal irgendwann Konzentrationsprobleme gehabt. Fehlende Konzentration betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Entdecke in diesem Artikel alles, was du über Konzentrationsprobleme wissen musst: Wie man sie identifiziert, Symptome einer geringen Konzentrationsfähigkeit, mögliche Ursachen. Sollten wir uns Sorgen machen? 11 Tipps, die uns bei der Lösung von Konzentrationsproblemen helfen können.

Konzentrationsprobleme

Konzentrationsprobleme oder Konzentrationsstörungen treten häufig auf und können sich in jedem Alter entwickeln. Bei Kindern spiegeln sich diese Probleme häufig in den Noten wider. Erwachsene bemerken es in ihrer Arbeitsleistung und ihrem Familienleben. Konzentrationsschwierigkeiten sind sehr störend und haben einen negativen Einfluss auf unseren Alltag. Sie können sogar unsere schulischen, sozialen und Arbeitsbeziehungen beeinträchtigen. Deswegen ist es notwendig, Maßnahmen zu treffen, um unsere Konzentrationswerte zu verbessern, wenn sich diese verschlechtern.

Was sind Konzentrationsprobleme?

Man kann die Konzentration als die Fähigkeit bezeichnen, unsere Aufmerksamkeit effizient auf die durchzuführende Aufgabe zu richten. Bei guter Konzentration können wir außerdem auftretende störende Elemente ausblenden, wie irrelevante Geräusche oder unsere eigenen Gedanken.

Wenn sich unsere Konzentrationswerte im Optimalzustand befinden, empfinden wir unsere Arbeit als einfacher, erinnern uns schneller, brauchen weniger Zeit und begehen weniger Fehler.

Konzentrationsprobleme und Konzentrationsstörungen beschreiben die Unfähigkeit, uns zu konzentrieren und auf den Reiz einzugehen, den wir bearbeiten sollen. Vielleicht lenkt uns der Lärm ab, das Handy, oder aber unsere Gedanken schweifen ab und wir erledigen unsere Aufgabe nicht mehr.

Die Konzentrationsfähigkeit einer Person hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Hingabe oder Bindung an die Aufgabe
  • Interesse an der Aufgabe
  • Fähigkeit zur Erledigung der Aufgabe
  • Körperlicher und emotionaler Zustand
  • Eine passende Umgebung mit wenig Störfaktoren

Wenn diese Faktoren im Gleichgewicht sind, ist es einfacher für den Verstand, die Aufmerksamkeit auf die gewählten Reize zu lenken und unerwünschte oder irrelevante Gedanken auszublenden.

Konzentrationsprobleme

Symptome einer niedrigen Konzentrationsfähigkeit

Konzentrationsprobleme bei Kindern

Kinder haben nicht dieselbe Konzentrationsfähigkeit wie Erwachsene, da ihr Gehirn noch nicht komplett entwickelt ist. Im Allgemeinen sind Kinder nicht dazu in der Lage, die Aufmerksamkeit oder Konzentration über eine Stunde hinweg in einer langweiligen Unterrichtsstunde zu halten. Und das bedeutet nicht, dass sie unter einer Störung leiden. Wir erwarten oft zu viel von unseren Kindern. Kinder müssen spielen und ausprobieren. Der Unterricht sollte dynamisch und lustig sein. So können sie die ganze Stunde lang aufpassen. Entdecke die Wichtigkeit der Motivation.

Wenn ein Kind sich im Klassenraum nicht konzentrieren kann und keine Probleme in anderen Bereichen hat, ist das Problem für gewöhnlich der Aufbau der Klasse und die Unterrichtsform des Lehrers, der sich nicht an das Alter und die Bedürfnisse der Schüler anpasst.

Ein Kind hat Konzentrationsprobleme, wenn:

  • Es ihm schwer fällt, im Unterricht aufzupassen.
  • Es sich nicht auf seine Hausaufgaben konzentrieren kann.
  • Es scheint, als ob es dir nicht zuhört, wenn du sprichst.
  • Es bei einem Film nicht aufpassen kann.
  • Es ihm schwer fällt, sich auf eine angenehme Tätigkeit zu konzentrieren.
  • Es abgelenkt ist.
  • Es unstrukturiert spielt.
  • Es scheint, als ob es im Wachzustand träumt.

Wenn all diese Symptome auftreten, haben wir einen Fall vor uns bei dem es möglich ist, dass ein Risiko für ADHS besteht.

Konzentrationsprobleme bei Erwachsenen

Ein Erwachsener hat Konzentrationsprobleme, wenn:

  • Er Dinge vergisst.
  • Er eine Aufgabe, die länger dauert, nicht durchführen kann.
  • Es ihm schwer fällt, einer Lektüre zu folgen.
  • Er das Gefühl hat, stumpfsinnig zu sein.
  • Er sich abgelenkt fühlt, wenn jemand mit ihm spricht.
  • Er durch alles Mögliche einfach abgelenkt wird.
  • Er zu lange braucht, um Aufgaben zu beenden.

Konzentrationsprobleme: Ursachen

Es ist wichtig, die Ursachen für unseren Konzentrationsmangel zu kennen, denn in einigen Fällen ist das Optimalste, zunächst den Hauptgrund zu behandeln.

  • Erschöpfung und emotionaler Stress können Konzentrationsprobleme hervorrufen.
  • Hormonale Veränderungen, zum Beispiel in den Wechseljahren oder der Schwangerschaft, können unsere kognitiven Funktionen beeinträchtigen.
  • Einige körperliche oder psychische Vorbedingungen werden mit Konzentrationsschwierigkeiten in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel die Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
  • Schlaf- und Ruhedefizit. Wenn wir dem Gehirn nicht die Entspannung geben, das es benötigt, sei es wegen Zeitmangel oder Stress, funktioniert es schlechter. Eins der klarsten Symptome des Schlafmangels sind Konzentrationsprobleme.
  • Hunger und eine falsche Ernährung können auch für Konzentrationsprobleme sorgen. Hunger ist ein sehr unangenehmes Gefühl, das unser Körper verwendet, um uns mitzuteilen, dass uns Nährstoffe und Energie fehlen. Dieses Gefühl wird fast alle unsere kognitiven Ressourcen beschäftigen und es uns erschweren, uns auf etwas anderes konzentrieren zu können. Das Fehlen von Nährstoffen beeinträchtigt auch das richtige Funktionieren unseres Gehirns.
  • Exzessive Sorgen. Wir erleben alle, dass es uns schwer fällt, uns auf etwas anderes zu konzentrieren, wenn wir uns Sorgen machen. Dies ist normalerweise vorübergehend. Dennoch gibt es Menschen, die ständig exzessiv verängstigt und besorgt sind, was sie daran hindert, sich auf etwas anderes konzentrieren zu können. Entdecke die Angstsymptome.
  • Körperlicher Schmerz. Unsere Konzentration kann sich verringern, wenn wir einen andauernden Schmerz erleiden, weil wir uns verletzt haben oder unter chronischem Schmerz oder Fibromyalgie leiden.
  • Medikamente und Drogen. Einige Medikamente können für Konzentrationsmangel sorgen. Drogen schädigen unseren kognitiven Funktionen und unserem Gehirn, wobei die Aufmerksamkeit die Funktion ist, die am meisten beeinträchtigt wird.
  • Die Umgebung, in der wir uns aufhalten, kann unsere Aufmerksamkeit auch beeinträchtigen. Wenn es viele störende Elemente gibt, wie Lärm, Menschen, Multimediageräte, etc., ist es wahrscheinlicher, dass wir uns ablenken und die Konzentration verlieren.
  • Unsere persönliche Konzentrationsfähigkeit. Es gibt Menschen, die sich besser konzentrieren können als andere, genau wie es Menschen gibt, die flexibler sind als andere. Das heißt nicht, dass sich dies nicht verbessern ließe. Die Konzentration ist wie ein Muskel, den man trainieren kann.

Wie kann man Konzentrationsprobleme lösen? 11 Tipps

1. Du brauchst keine Nahrungsergänzungsmittel, um deine Konzentration zu verbessern

Einige Nahrungsergänzungsmittel, die versprechen, Konzentrationsprobleme zu lösen, sind teuer und wirken nicht. Häufig enthalten sie ein Vitamin oder einen Nährstoff, den du ganz einfach in jedem anderen Nahrungsmittel, höher konzentriert und sehr viel billiger, finden kannst. Deswegen brauchst du keinen Zusatz, um deine Konzentration, Aufmerksamkeit oder Erinnerungsfähigkeit zu verbessern. Nur in dem Fall, in dem dein Arzt dir ein Medikament verschrieben hat, weil dein Fall sehr schwer ist, solltest du es auch nehmen. Entdecke die Mineralien und Vitamine, die dir dabei helfen können, dein Gehirn zu verbessern und in welchen Lebensmitteln du sie findest.

2. Verwende CogniFit, das führende Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulierung für Kinder und Erwachsene

Die Konzentration ist ein kognitiver Vorgang, der verbessert werden kann, wenn man ihn angemessen trainiert. Die klinische Übungsbatterie von CogniFit ist ein professionelles Werkzeug für alle. CogniFit ermöglicht es, durch einfache klinische Spiele, die online gespielt werden können, die Hirnfunktionen, die mit Konzentrationsproblemen zusammenhängen, zu bewerten und zu trainieren.

Die Forschung im Gebiet der Gehirnplastizität hat uns gelehrt, dass je mehr wir einen neuronalen Kreislauf nutzen, er umso stärker wird. Und dies kann man auf die neuronalen Netzwerke anwenden, die auf die Konzentrationsfähigkeit einwirken: Die geteilte Aufmerksamkeit, die gehaltene Aufmerksamkeit, kognitive Flexibilität und Inhibition.

Das Programm zur kognitiven Stimulierung von CogniFit für Gedächtnisprobleme wurde von einem kompletten Team von Wissenschaftlern, Neurologen und kognitiven Psychologen erschaffen. Das Programm bewertet zunächst präzise die Konzentrationsprobleme und andere grundlegende kognitive Funktionen und auf der Basis der erhaltenen Resultate bietet es automatisch ein vollständiges personalisiertes kognitives Trainingsprogramm  an. Auf dieses Programm kann online zugegriffen werden.

Die verschiedenen interaktiven Übungen sind in unterhaltsame Gedächtnistrainings-Spiele verpackt, die am Computer gespielt werden können. Nach jeder Sitzung präsentiert CogniFit eine detaillierte Graphik mit der Entwicklung des kognitiven Zustands. Du musst dich nur registrieren!

3. Entspannungsprogramm zur Verringerung von Konzentrationsproblemen

Die Konzentration wird oft durch Erschöpfung und geistige Überbelastung beeinträchtigt. Beim Ausführen von Aufgaben, die einen großen mentalen Aufwand erfordern, wie lernen oder arbeiten, leidet die Konzentration, wenn man keine Pausen macht. Erholungspausen von 10 Minuten pro Stunde oder pro anderthalb Stunden zu programmieren, wird die dabei helfen, die Aufgabe mit neuen Kräften wieder aufzunehmen. Du kannst diese Minuten dazu nutzen, dich zu dehnen, einen Spaziergang zu machen, auf Toilette zu gehen, die eine Tasse Kaffee zu machen, …

4. Begib dich in die Natur

Durch Waldgebiete spazieren zu gehen, kann unsere Konzentrationswerte beträchtlich verbessern. In der Natur gibt es weniger Reizwerte und weniger Dinge, auf die man achten muss, was unserem Geist Ruhe verschafft. In Stadtgebieten passiert das Gegenteil, dort haben wir stets Leute um uns herum, den Verkehr … was uns dazu verpflichtet, ständig aufmerksam zu sein. In Kontakt mit der Natur zu treten hilft uns dabei, uns zu entspannen und abzuschalten, was unsere kognitiven Leistungen verbessert, wie diese Studie bestätigt. Deshalb solltest du versuchen, eine längere Pause in Wäldern oder Parks zu machen, wo es viel Vegetation gibt.

5. Achtsamkeit verbessert unsere Konzentration

Studien haben bewiesen, dass die Achtsamkeitsmeditation unsere Aufmerksamkeitswerte verbessert, zusätzlich zur Verringerung unserer Stress-, Angst- und Depressionswerte. Deswegen ist es die ideale Tätigkeit, wenn du deine Konzentration verbessern möchtest. Die Meditation hilft uns dabei, mit unerwünschten Gedanken fertig zu werden, indem sie uns dabei hilft, uns auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Wenn du nur 5 bis 10 Minuten am Tag oder während der Pausen meditierst, wirst du schon eine Verbesserung wahrnehmen. Es gibt auch Achtsamkeitsprogramme für Kinder, die ihre Wirksamkeit nachgewiesen haben.

6. Beseitige die Störelemente

Wenn du zu den Menschen gehörst, die sich leicht ablenken, ist es das Beste, wenn es zur Erledigung von Aufgaben kommt, die Reize zu beseitigen oder zu minimieren, die dich ablenken können. Entferne die elektronischen Geräte, oder wenn du am Computer arbeitest, vermeide es, Seiten zu öffnen, die nichts mit der Aufgabe zu tun haben. Wenn dich Lärm ablenkt, benutze Kopfhörer oder Ohrstöpsel.

7. Priorisiere die Aufgaben

Lege dir die komplizierten Aufgaben in die Zeit, in der du frisch und entspannt bist. So kannst du sie effizienter lösen und später die Einfachen machen. Wenn du dagegen die einfachen zuerst erledigst, wirst du erschöpft sein, wenn du die komplizierteren Tätigkeiten machen möchtest. Aufgabenlisten, auf denen die Aufgaben nach Relevanz und Schwierigkeitsgrad geordnet sind, können die dabei helfen zu priorisieren.

8. Lass eine Lücke, um Nachrichten oder Anrufe zu beantworten

Wir fühlen uns oft Sklaven der E-Mails oder Anrufe. Wir haben die falsche Überzeugung, 24 Stunden am Tag verfügbar sein zu müssen. Und dies, weit entfernt davon, uns zu mehr Produktivität zu verhelfen, beeinträchtigt unsere Konzentration und verringert unsere Leistung. Deswegen ist es am besten, nur einen Moment am Tag zu reservieren, um Nachrichten und Anrufe zu beantworten.

9. Verbessere deine Konzentration, indem du auf dich achtest

Eine der besten Investitionen, die du in die Verbesserung deiner kognitiven Leistungen machen kannst, ist es, deinen Organismus in perfektem Zustand zu halten. Ernähre dich gesund und hungere nicht. Ruhe dich genug aus, zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf sind genug. Widme der Freizeit und der Entspannung Zeit, dies wird dir helfen, deine Stresslevel zu verringern und deine Konzentration zu verbessern.

10. Mach nur eine Sache auf einmal

Das Multitasking, wenn es auch an und für sich nicht negativ ist, kann manchmal unsere Stresswerte und unsere Tendenz zur Ablenkung erhöhen. Deswegen ist es in diesen Fällen besser, nur eine Sache zur Zeit zu erledigen.

11. Spiele, um die Konzentrationsprobleme zu minimieren

Es existieren zahllose Spiele, die du in deinem Alltag spielen kannst und die dir dabei helfen können, deine Konzentrationsprobleme zu verringern. Das Wasserglasspiel, die weiße Wand, der Aromenspaziergang, die Kerze, die Zwei-Minuten-Technik, das Spiel mit der Box und der Zitrone, etc … Entdecke hier all diese Konzentrationsspiele.

Vielen Dank fürs Lesen. Zögere nicht, uns deine Kommentare und Fragen unten zu hinterlassen 🙂

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Geistige Konzentrationsspiele: 10 unerlässliche Übungen für deinen Alltag

Hast du Probleme, bei der Arbeit oder im Studium konzentriert zu bleiben? Kannst du deine Konzentration nicht über lange Zeit halten und denkst, dass du dich leicht ablenken lässt? Entdecke diese 10 Konzentrationsspiele für Erwachsene und Kinder. Verstärke deine kognitive Aktivität! Die Konzentration ist ein notwendiges Element für das Setzen von Zielen, deren Planung und letztendliche Erfüllung.

Geistige Konzentrationsspiele

Ohne Konzentrationsfähigkeit bist du wie ein abdriftendes Boot ohne Ruder. In diesem Artikel schlägt dir die Neurospychologin Cristina Martínez de Toda einige sehr effektive und einfach auszuführende Übungen vor. Du wirst ein paar interessante Spiele und Techniken zur Verbesserung deiner Konzentration entdecken, das heisst, du hast jetzt keine Entschuldigung mehr, dein Gehirn nicht zu trainieren.

“Die Konzentration ist die Wurzel aller menschlichen Fähigkeiten. Bruce Lee.”

Wie wird man intelligenter? Die Konzentrationsfähigkeit ist der Schlüssel für das menschliche Wesen. Diese Fähigkeit kann man als den psychischen Prozess bezeichnen, der uns ermöglicht, die Ressourcen unsere Geistes auf ein einziges Ziel oder eine Aufgabe, die in einem bestimmten Moment durchgeführt wird, zu konzentrieren. 

Die Konzentration erlaubt uns, unsere Gedanken auf eine einzige Tätigkeit zu fokussieren, und die Ablenkungen beseite zu lassen, die unsere Aufmerksamkeit stören bei der Verfolgung einer Aufgabe oder eines Ziels stören könnten.

Heutzutage fordert man von uns, dass wir eine grössere Menge an Information schneller verarbeiten. Um diesen Strudel an Information zu überleben, ist es vital, dass wir die kognitive Fähigkeit haben, das Relevante auszuwählen und von dem zu unterscheiden, das nicht wichtig ist und uns nur auf den gewählten Reiz zu konzentrieren und fokussiere.

Die geistige Konzentration ist eine kognitive Fähigkeit, die das Überlegen und die Aufmerksamkeit benötigt, um sich zu entwickeln und all unsere Ressourcen auf das Ziel oder die Aktivität, die wir durchführen, zu lenken.

“Nichts stört meine Konzentration. Du könntest eine Orgie in meinem Büro veranstalten und ich würde nicht hinschauen. Na ja, vielleicht einmal kurz.” Isaac Asimov

Wenn du Schwierigkeiten dabei hast, dich auf deine Arbeit oder dein Studium zu konzentrieren, habe ich eine gute Nachricht für dich. Die geistige Konzentrationsfähigkeit kann verbessert werden. Mit dem richtigen Training, dank der Gehirnplastizität, kann du deine geistige Konzentrationsfähigkeit auf beachtliche und dauerhafte Weise verbessern, dank der unterhaltsamen Spiele, die ich dir in diesem Artikel näherbringen möchte. Zögere nicht, trau dich an die Konzentrationsspiele, die ich dir weiter unten vorschlage und du wirst sehen, wie sich deine geistige Konzentrationsfähigkeit steigert!

  • Den ersten Vorteil, den du bemerken wirst, wenn du diese Konzentrationsspiele durchführst, wird die Effizienz sein. Du wirst deine Aufgaben auf viel effizientere Weise erledigen können, Zeit sparen und keine unnötigen kognitiven Ressourcen verschwenden.
  • Ein anderer bedeutender Vorteil dieser Spiele zur geistigen Konzentrationssteigerung ist, dass sie dir ermöglichen, deine mentale Erschöpfung zu reduzieren. Obwohl es paradox erscheint, wenn du eine Aufgabe durchführst, die geistige Konzentration erfordert, wirst du sie auf gesunde Art und Weise machen, ohne dich zu erschöpfen, indem du auf andere Forderungen oder Situationen in der Umgebung (multitasking) achtest, die bei dir vorher zum Konzentrationsverlust geführt haben.
  • Ausserdem wird dir eine gute geistige Konzentration dabei helfen, die Gegenwart auf eine viel bereichernde Art und Weise zu erleben. Du wirst dir des Hier und Jetzt bewusst sein, weil du lernen wirst, die volle Aufmerksamkeit auf den konkreten Moment zu richten, den du gerade erlebst.
Vorteile einer guten geistigen Konzentration: Das Hier und Jetzt

10 geistige Konzentrationsspiele

1. Geistiges Konzentrationsspiel: Das Wasserglas

Nimm ein durchsichtiges Glas und fülle es bis zur Hälfte mit Wasser. Nimm es dann mit der Hand, die du bevorzugst und hebe deinen langgestreckten Arm bis auf die Höhe deiner Augen. Das Ziel ist es, den Inhalt des Glases für mindestens 3 Minuten fest und unbewegt zu halten.

2.Geistiges Konzentrationsspiel: Die weisse Wand

Stell dir im Geiste eine Wand vor und mal sie weiss an, wie du es am liebsten möchtest, mit einem Malerpinsel, einem anderen Pinsel, einem Spray … Wenn sie komplett weiss gefärbt ist, zeichne mitten auf sie eine grosse Nummer 100. Lösche sie, wie du es möchtest und wechsle zur 99 … und so in absteigender Reihenfolge. Am Anfang wirst du wenige Zahlen schaffen, ohne dich abzulenken, aber nach und nach und bei täglicher Übung, wirst du bist es bis zur 0 schaffen. Ich empfehle dir, diese Übung zu machen, wenn du schlafen gehst. Wenn du viele Gedanken im Kopf hast, ist dies das ideale Spiel, um dich einzig und allein auf deine weisse Wand zu konzentrieren.

3. Geistiges Konzentrationsspiel: Der Aromen-Spaziergang

Wähle einen Park oder einen Weg, der dir besonders gefällt und mach einen Spaziergang. Während du läufst, richte deine Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Gerüche und Aromen, die dich umgeben. Konzentrier dich auf einen Konkreten, der dir gefällt und finde Vergnügen an ihm. Du wirst sehen, wie er intensiver wird, je mehr du dich auf den Geruch konzentrierst.

4. Geistiges Konzentrationsspiel: Die Kerze

Setz dich auf den Boden, wenn möglich mit den überkreuzten Beinen und dem Rücken so gerade wie möglich. Wenn dir diese Position zu ungemütlich ist, wähle eine andere, aber du solltest auf dem Boden sitzen und den Rücken aufrecht halten. Anschliessend entzünde eine Kerze vor dir. Das Ziel des Spiels ist es, so ruhig wie möglich zu bleiben. Konzentriere dich auf die Bewegung der Kerze und harre so lange wie möglich in deiner Position aus, ohne dass die Kerze ausgeht. Das ist nicht so einfach, wie es scheint. Am Anfang wirst du nicht lange aushalten, aber mit ein wenig Praxis wirst du es schaffen, für mindestens 10 Minuten in totaler Ruhe zu verharren.

5. Geistiges Konzentrationsspiel: Die Technik der zwei Minuten

Du wirst eine Uhr mit Sekundenzeiger brauchen. Das Spiel besteht darin, dass du deine Aufmerksamkeit einzig und allein auf die Nadel des Sekundenzeiger konzentrierst und mit dem Blick seine Strecke um das Zifferblatt verfolgst. Anfangs wirst du dich dabei überraschen, dass du an andere Dinge denkst. Wenn das passiert, beginne von Neuem und versuche, nur an den Uhrzeiger zu denken und dich voll auf ihn zu konzentrieren. Du solltest zwei Umrundungen machen, das heisst, zwei Minuten.

6. Geistiges Konzentrationsspiel: Das Spiel mit dem Karton und der Zitrone

Diese Übung nutzt man für gewöhnlich, um Sportler vor ihrem Wettkampf vorzubereiten und zu konzentrieren, aber du kannst auch davon profitieren. Das Spiel besteht darin, sich einen Karton vorzustellen, einfach und leer, oben offen. Im Anschluss musst du dir eine Zitrone vorstellen. Konzentrier dich auf ihre Grösse, ihr Aroma, die Textur ihrer Schale, Symmetrie …

Mental und ohne deine Hände oder irgendeinen Gegenstand in deiner Vorstellung zu nutzen, transportiere die Zitrone ins Innere des Kartons. Das scheint sehr einfach zu sein, aber um es mit voller Aufmerksamkeit durchzuführen, sind sehr komplexe Konzentrationsfähigkeiten erforderlich. Dies ist eine hervorragende Übung, um an deiner geistigen Konzentrationsfähigkeit zu arbeiten.

7. Geistiges Konzentrationsspiel: Male Mandalas aus

Mandalas sind Darstellungen des Makrokosmos. Ihre Herkunft ist indisch und der Name bedeutet “Rad” oder “Kreis”. Die buddhistische Tradition nutzt sie zur Meditation. Mach dir keine Sorgen, wenn du nicht sehr gut beim Erstellen von Mandalas bist, es gibt eine Vielzahl an Heften oder Büchern, und du kannst dir wunderschöne Designs herunterladen, die kostenlos bereit zum Ausmalen auf Webseiten verfügbar sind.

Das Wichtigste beim Zeichnen oder Ausmalen von Mandalas ist, dass du dich nur darauf konzentrierst. Wähle die Farben sorgfältig, höre deinem Körper zu, was er machen möchte und lass dich treiben. Nimm dir 10 Minuten am Tag, um mit deinem Mandala weiterzumachen.

Dies entspannt dich nicht nur und verbessert deine Konzentration, es ist auch eine hervorragende Nahrung für dein Gehirn und deine Kreativität.

Male Mandalas aus

8. Geistiges Konzentrationsspiel: Die geometrische Figur

Such dir einen entspannten Moment und denk an eine geometrische Figur. Sei es ein Kreis, ein Quadrat, ein Dreieck. Denke und konzentrier dich nur auf die Darstellung. Wenn du dieses Bild in deinem Bewusstsein gefestigt hast, beginne, etwas hinzuzufügen, zum Beispiel eine Farbe. Fülle es mental aus, und wenn es komplett ist, füge weitere Charakeristika hinzu: Du kannst mit der Grösse, dem Volumen, der Dichte (es kann treiben oder auch sehr schwer sein) spielen.

Dieses Spiel steigert nicht nur deine Konzentration, es ist auch ein perfekter Verbündeter, um deine Vorstellungskraft zu entwickeln. Spiele und erschaffe mit deinem Geist, was du möchtest.

9. Geistiges Konzentrationsspiel: Mach Sudokus

Kopfrechnen ist eine der kognitiven Aktivitäten, die unsere Konzentration am meisten fördern. Dennoch haben wir heutzutage alle einen Taschenrechner zur Hand, der die mathematischen Gleichungen für uns löst. Die Technik zu benutzen erleichtert uns die Arbeit, macht uns aber auch fauler und abgelenkter. Es ist wichtig zu versuchen, im Geiste mit Zahlen umzugehen. Und die Sudokus können uns helfen. Wenn dir dieses japanische Spiel nicht bekannt ist, beginne mit der Anfängerstufe. Das Ziel ist nicht, dass du die Kompliziertesten machst, sondern, dass du die passende Stufe wählst, die eine geistige Herausforderung für dich ist und nach und nach die Komplexität erhöhst. Du kannst sie in allen Stufen auf vielen Internetseiten gratis herunterladen.

10. Geistige Konzentrationsspiele für Kinder und Erwachsene: Trainiere dein Gehirn mit CogniFit

CogniFit ist das führende Programm in kognitiver Bewertung und Gehirnstimulation. Es wurde durch die wissenschaftliche Gemeinschaft validiert und wird von Schulen, Universitäten und Krankenhäusern auf der ganzen Welt genutzt. CogniFit ermöglicht es, die Konzentrationsfähigkeit, das Aufmerksamkeitslevel und viele andere grundlegende kognitive Bereiche auf professionelle und vertrauenswürdige Art zu messen und zu trainieren.

Die klinischen Spiele zur Messung und Verbesserung der geistigen Konzentration wurden von einem Team von kognitiven Neurologen und Psychologen entworfen, die die Kognition und die Prozesse der Gehirnplastizität studieren. Einige der kognitiven Funktionen, die mit der Konzentration zusammenhängen, sind die Inhibitionsfähigkeit, die Fokussierung, die Planungsfähigkeit, die geteilte Aufmerksamkeit, die Aktualisierung, etc …

Mit verschiedenen Denkspielen bewertet CogniFit die kognitiven Schwächen und Stärken der Person und schägt automatisch ein personalisiertes Trainingssystem vor, dass sich daran richtet, die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und an andere kognitive Bedürfnisse des Kindes oder Erwachsenen.

Du musst dich nur registrieren! Alle Konzentrationsspiele basieren auf klinischen Studien und professionellen Stimulations- und neuropsychologischen Rehabilitationsbatterien.

Nachdem du die Konzentrationsspiele gemacht hast, zeigt dir CogniFit eine Graphik mit deinen Ergebnissen und deiner Entwicklung. Du kannst nicht nur deine geistige Konzentration trainieren, sondern auch viele andere kognitive Fähigkeiten im Bereich der Erinnerung, Wahrnehmung, Koordination, Argumentation, etc …

Trau dich und nimm die Herausforderung CogniFit an!

Man sagt, dass an einem Tag rund 30.000 Gedanken deinen Kopf überfluten, und jeder dieser Gedanken erzeugt eine Energie … Stell dir mal vor, die Energie all dieser Gedanken auf nur einen Gedanken zu konzentrieren!

 Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.

Gedächtnis verbessern: 10 nützliche Tipps für deinen Alltag

Wie können wir unser Gedächtnis verbessern? Es denken viele von uns, dass unser Erinnerungsvermögen angeboren ist und wir tun nichts, um es zu verbessern. Wir schätzen seine Wichtigkeit nicht, bis es beginnt uns zu versagen. Es ist jedoch wichtig, dass wir uns der fundamentalen Rolle bewusst sind, die die Erinnerung in unserem Alltag spielt. Unser Gedächtnis legt fest, wer wir sind: Unsere Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen. Ohne Gedächtnis hätten wir keine Möglichkeit, uns an Namen, Orte, Personen und Ereignisse zu erinnern, die wir erlebt haben …

Ein intellektuell aktives Leben zu führen hilft dabei zu vermeiden, dass unser Gehirn vorzeitig verschleißt. Es ist sehr wichtig, für den Verstand zu sorgen, bevor sich die ersten Symptome von kognitiver Abnutzung zeigen. Auf Details achten, sich konzentrieren, Dinge erinnern … all dies bezieht viele zerebrale Prozesse ein, die sich mit der Praxis und Übung verschärfen können.

Vielleicht denkst du, dass du zu alt bist, um dein Gedächtnis zu verbessern, aber in Wirklichkeit verfügt unser Gehirn über große Plastizität. Die Gehirnplastizität besteht darin, dass das Gehirn durch eine korrekte Stimulation neue Wege und Nervenverbindungen schaffen, die bestehenden Verbindungen verändern und sich auf neue Art und Weise anpassen und reagieren kann. Hier erklären wir dir einige Aktivitäten zur Verbesserung des Gedächtnisses.

Das Gedächtnis verbessern: 10 Aktivitäten

Das Gedächtnis hilft und nicht nur dabei, intelligenter und geistreicher zu sein, es ist auch nützlich für deine Arbeitsleistung und deine sozialen Beziehungen. Es wird normalerweise davon ausgegangen, dass diese Fähigkeit vorhanden ist und viele Menschen machen sich nicht die Mühe, sie zu trainieren. Mach diesen Fehler nicht auch und führe die folgenden Aktivitäten durch, um dein Erinnerungsvermögen zu verbessern.

1. Verbessere deine Aufmerksamkeit

Das Erinnerungsvermögen steht in engem Zusammenhang mit der Aufmerksamkeit. Wir können uns nicht an etwas erinnern, auf das wir keine Aufmerksamkeit gerichtet haben. Somit vebessern wir unser Gedächtnis, indem wir unsere Aufmerksamkeitsfähigkeit erhöhen.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Konzentriere dich auf alles, was du machst. Wenn du mit einem Freund sprichst, gib ihm deine komplette Aufmerksamkeit. Paraphrasiere sogar manchmal, was er sagt. So wirst du dich besser daran erinnern, wovon ihr sprecht und außerdem zeigst du Verständnis. Es ist auch erwiesen, dass Achtsamkeitsmeditation unsere Aufmerksamkeit verbessert. 10 Minuten Meditation am Tag können zu einer Modifikation deiner Nervenverbindungen führen und erreichen, dass dein Verstand sich sich besser auf die Dinge, die dich umgeben, konzentriert und fixiert. Somit verbessert sich dein Gedächtnis, deine Aufmerksamkeitsfähigkeit, deine Fokussierung und die Entscheidungsfähigkeit.

2. Benutze Erinnerungstechniken oder Mnemotechnik

Verschiedene Studien behaupten, dass die “Auto-Imagination” sehr nützlich für die Förderung von Lernen und Gedächtnis ist.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Wiederhole die Information, bilde Gruppen, bringe sie in Verbindung mit Dingen, die du kennst und benutze Eselsbrücken. Verwende Rhythmen oder Lieder, um die Information aufzunehmen (wie die der Tabellen zum Multiplizieren), benutze Akronyme oder Akrosticha. Im folgenden Video siehst du Mnemotechnik detaillierter erklärt.

3. Mach Gehirnjoggingpiele um dein Gedächtnis zu verbessern 

Zahlreiche veröffentlichte Untersuchungen beweisen die Vorteile davon, das Gehirn 15 Minuten (2-3 mal pro Woche) mit CogniFit zu trainieren. Die verschiedenen Gruppen von Menschen, die ihr Gehirn mit diesem Programm zur Gehirstimulierung trainierten, verbesserten ihre Leistung in Aufgaben zu Erinnerung und 20 weiteren kognitiven Fähigkeiten. Dieses Programm für Gehirnjogging-Spiele ermöglicht es uns, die Hirnfunktionen zu stärken, unsere geistige Vitalität zu erhöhen und die Regeneration und Wiederverbindung von Neuronen anzuregen.

4. Versuche, dich aktiv an Dinge zu erinnern

Das Gedächtnis wird verstärkt, wenn man sich an Fakten, Ereignisse, Erlebnisse erinnert … wenn du dich an Alltagsdinge erinnerst, wie daran, was du gegessen hast, an Namen von Figuren in Büchern, die du gelesen hast … trainierst du vier Teile deines Gehirns: Das Erinnerungsvermögen, den Arbeitsspeicher, die Überlegung und die Analyse.

Über viele Dinge nachzudenken hilft dir auch dabei, mehr Kenntnisse aus den vergangenen Erfahrungen zu ziehen und eine reifere und rationalere Sichtweise auf die Vergangenheit zu erlangen. Diese Fähigkeiten kann man auch auf die Vorbeugung anwenden, um wachsam zu sein und mit höherer Aufmerksamkeit zu beobachten, was um dich herum passiert.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Erinnere dich jeden Tag daran, was du a vorherigen Tag gemacht hast und versuche dir ins Gedächtnis zurückzurufen, wohin du gegangen bist und was du in den letzten Ferien gemacht hast.

Du kannst auch versuchen, täglich die folgende kleine Übung zu machen. Nimm einen Bleistift und ein Blatt Papier und verlasse das Zimmer, in dem du dich befindest. Wenn du draußen bist, notiere alle Gegenstände, an die du dich aus dem Zimmer erinnerst, du wirst sehen, dass das nicht so einfach ist, wie du dachtest. Mogel nicht und vermeide es, das Zimmer anzuschauen, während du die Gegenstände notierst. Nachdem du alles aufgeschrieben hast, an das du dich erinnerst, kehre ins Zimmer zurück und schau dir die Dinge an, die du vergessen hast. Wenn du diese Übung täglich machst, wirst du merken, wie du dich verbesserst. Du kannst dasselbe mit der Kleidung, die die Leute getragen haben, die du am Tag gesehen hast, mit den Gesichtszügen dieser Leute etc. machen.

5. Gut zu schlafen verbessert das Gedächtnis

Im Schlaf verfestigen wir das Gelernte. Eine angemessene Schlafhygiene ermöglicht es uns, das Gedächtnis in optimalem Zustand zu halten. Nach einer Studie hat Schlafmangel negative Auswirkungen auf unser Gedächtnis.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Versuche, gute Schlafgewohnheiten beizubehalten. Zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf pro Tag sind optimal für eine optimale Leistung. Schlaf an einem dunklen Ort ohne Geräusche (du kannst Ohrstöpsel verwenden, wenn du den Lärm nicht vermeiden kannst). Schalte alle elektrischen Geräte aus und vermeide es, sie kurz vor dem Schlafen zu benutzen (das Licht ihrer Bildschirme kann unseren Schlaf beeinträchtigen). Trink abends keinen Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke. Versuch den letzten Kaffee nach dem Mittagessen zu trinken, denn sonst könntest du Probleme beim Einschlafen bekommen. Eine Routine ist wichtig, versuch dich jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen zu legen und aufzustehen.

 6. Mach Sport, um dein Gedächtnis zu verbessern

Sport wird immer mehr Nutzen für das Gehirn zugeschrieben. Laut Kirk I. Ericson von der Universität von Pittsburgh in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Wissenschaftlern an verschiedenen nordamerikanischen Universitäten, vergrößert aerobe körperliche Aktivität den vorderen Hippocampus und dies führt zu Verbesserungen im räumlichen Gedächtnis. Er schließt, dass es eine gute Möglichkeit ist, um den durch das Alter bedingten Volumenverlust in dieser Hirnstruktur, die grundlegend für das Gedächtnis ist, umzukehren.

Die körperliche Aktivität versorgt das Gehirn mit Sauerstoff und reduziert das Risiko von Krankheiten wie Diabetes und Herzgefäßkrankheiten, die zu Gedächtnisverlust führen. Außerdem vermindert sie die Stresshormone. Sport spielt auch eine wichtige Rolle bei der Neuronenplastizität, indem er die Erschaffung von neuen neuronalen Verbindungen anreizt.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Jede Form von aeroben Übungen, die dir gefällt, wird dir helfen, dein Gedächtnis zu verbessern. Das Wichtige ist, dass du sie genießt, um die Gewohnheit beizubehalten.

7. Iss gesund

Eine gesunde Ernährung ist grundlegend, um unseren Organismus in perfektem Zustand zu halten. Damit unser Gehirn korrekt funktioniert, ist es wichtig, keinen Nährstoffmangel zu haben. Denn was wir essen, beeinflusst unser Gehirn.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Basiere deine Ernährung auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Getreide, Brot und Nudeln sollten Vollkornprodukte sein. Grenze den Konsum von stark verarbeiteten Lebensmittteln, Zucker und Salz ein. Schokolade wird mit einer Verbesserung des Gedächtnisses assoziiert. Denk daran, dass du sie so pur wie möglich zu dir nehmen sollten (85 % Kakao).

8. Halte deinen Verstand aktiv

Das Gedächtnis ist wie ein Muskel, wenn du ihn trainierst, wird er stärker, wenn nicht, verkümmert er. Mit der Zeit, wenn wir einmal unsere akademische Ausbildung abgeschlossen haben, werden wir bequem. Wir wissen ja schon, wie wir die meisten Probleme mit relativ wenig Aufwand lösen können. Und jedes Mal benutzen wir unseren Verstand weniger und stimulieren ihn weniger, als er verdient.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Jede Aktivität, die eine Herausforderung bedeutet, ist effektiv für den Erhalt unseres aktiven Gedächtnisses. Fliehe vor Aktivitäten, in denen du schon gut bist. Lerne und entwickle neue Fähigkeiten. Lerne, ein Instrument zu spielen, oder ein schwieriges Lied zu spielen. Denk an irgendetwas, was du schon immer lernen wolltest, eine Sprache sprechen, Schach spielen …

9. Geh aus dem Haus und triff dich mit deinen Freunden

Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass mit Freunden in Kontakt zu sein und ein reichhaltiges Sozialleben zu haben, mit einem besseren Gedächtnis in Zusammenhang steht.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Widme deinen Liebsten Zeit. Genieße die Freizeit mit den Freunden. Erhalte dir ein gutes Unterstützungsnetz und halte dich von toxischen Menschen fern, die dir schlechte Gefühle bereiten. Integriere dich mehr, werde Freiwillige/r und meld dich bei Gruppen an.

10. Löse dich vom Stress

Der Stress ist einer der grössten Feinde des Gehirns. Mit der Zeit zerstört chronischer Stress Neuronen und schädigt die Hirnzentren des Gedächtnisses.

Das Gedächtnis verbessern. Aber wie?: Mache Entspannungtechniken und Meditation. Diese Aktivitäten haben sich als sehr wirkungsvoll bei der Stress- und Nervositätsverringerung erwiesen. Stelle realistische Erwartungen (und lerne, Nein zu sagen). Mach Pausen während des Tags, drück deine Gefühle aus, statt sie zu verstecken oder zu unterdrücken. Finde ein Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Freizeit. Konzentriere dich auf eine einzige Aufgabe zur Zeit, denn das Multitasking kann unseren Stress erhöhen.

Jetzt kennst du schon zahlreiche Tricks und Strategien, um dein Gedächtnis und deine Beobachtungsfähigkeit zu verbessern, nun ist es deine Aufgabe, sie in die Praxis umzusetzen. Dein Gehirn jung und fit zu halten liegt in deiner Hand!

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Multitasking – Ist es gut oder schlecht zwei Dinge gleichzeitig zu machen?

Ist Multitasking vorteilhaft oder schädlich? Wir machen alle häufig mehrere Dinge gleichzeitig, wir telefonieren über die Freisprechanlage, während wir fahren, schreiben eine Nachricht, während wir fernsehen … Es wurde behauptet, dass Multitasking schädlich ist und unser Gehirn zerstört, aber was ist da dran? Hier erklären wir dir, was Multitasking ist und welche Hirnmechanismen uns erlauben, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. In welchen Fällen ist Multitasking gut und in welchen sollten wir es vermeiden?

Multitasking

Manchmal, wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig tun, denken wir, dass wir Zeit sparen und produktiver sind, aber was sagt die Wissenschaft dazu? In den letzten Jahren wurde viel zum Thema Multitasking geforscht und es scheint, dass viele der erhobenen Daten sich widersprechen. Hier klären wir dich auf: Ist es gut, zwei Dinge gleichzeitig zu machen oder sollten wir das vermeiden?

Was ist Multitasking? Multitasking besteht daraus, zwei Tätigkeiten gleichzeitig zu erledigen. Jedoch sind nicht alle Arten von Multitasking gleich. Es gibt viele Arten von Multitasking und jede hat ihre Vor- und Nachteile.

Welche Arten von Multitasking sind vorteilhaft und welche sollten wir vermeiden?

Wie für fast jede Frage dieser Art ist die Antwort “es kommt darauf an”. Es kommt auf die Art der Aufgaben an, die wir erledigen.

Paralleles Multitasking

Paralleles Multitasking: Steht im Zusammenhang mit der geteilten Aufmerksamkeit (die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf mehrere Reize gleichzeitig zu verteilen). Besteht daraus, zwei Tätigkeiten zur gleichen Zeit zu erledigen, wie beispielsweise unsere Handy zu nutzen, während wir einen Film sehen.

Unser Gehirn hat keinen unendlichen Arbeitsspeicher. Wir haben begrenzte Aufmerksamkeitsressourcen und sind nicht fähig, auch wenn wir es glauben, uns auf zwei wichtige Reize gleichzeitig zu konzentrieren. Das heisst, wir können nicht zwei kognitiv anspruchsvolle Aufgaben, die viele Ressourcen verbrauchen, gleichzeitig erledigen. Wenn wir beispielsweise unsere Nachrichten auf dem Handy lesen, während wir einem Freund beim Reden zuhören, wird das eine der beiden Tätigkeiten beeinträchtigen. Normalerweise hören wir auf, unserem Freund zuzuhören. Ausserdem kann das eine Verschlechterung der Beziehungen mit sich bringen, denn wie so du auch glauben magst, dass du deinem Freund und dem Handy gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken kannst, das stimmt nicht.

Dennoch können wir wirkungsvoll zwei automatisierte Aufgaben machen, wie gehen und sprechen. Oder sogar eine automatisierte Aufgabe und eine andere schwierigere, wie fahren und Musik hören.

Unser Tipp: Wenn du mehrere Dinge erledigen musst, die du nicht automatisiert hast, ist es besser, wenn du zunächst eins und dann das andere erledigst. Wenn wir uns auf eine Aufgabe konzentrieren, erzielen wir gleichzeitig bessere Ergebnisse in jeder einzelnen, leisten mehr und brauchen weniger Zeit. Ausserdem können wir so unsere Stresslevel besser kontrollieren. Wenn es im Gegensatz dazu zwei automatisierte, einfache oder unwichtige Tätigkeiten sind, ist es kein Problem sie gleichzeitig zu machen. Wenn du mit Familie und Freunden zusammen bist, ist es besser, das Handy zur Seite zu legen und deine  volle Aufmerksamkeit auf sie zu richten.

Paralleles Multitasking

Serienmultitasking

Serienmultitasking hat mit der abwechselnden Aufmerksamkeit zu tun (den Fokus der Aufmerksamkeit zu wechseln). Es beinhaltet die Erledigung zweier Aufgaben zur gleichen Zeit, aber ein ständiger Wechsel zwischen ihnen. Zum Beispiel kann ich meine Notizen auf den Computer übertragen und wechsle dabei zwischen dem Lesen der Notizen und dem Tippen auf den Tasten hin und her.

Wenn es darum geht, zwischen mehreren Aufgaben stetig hin- und herzuwechseln, scheint es nicht ganz so einfach zu sein. Forscher von der Universität von Pennsylvania studierten die Aktivität des Frontallappens des Gehirns. Sie fanden heraus, dass die Fähigkeit einiger Personen, auf eine effektive Art zwischen zwei Aufgaben hin- und herzuwechseln, mit der kognitiven Flexibilität zu tun hat. Die kognitive Flexibilität ist die Fähigkeit, an verschiedene mögliche Lösungen für das gleiche Problem zu denken, sich an die Schwierigkeiten der Umgebung und an neue Situationen anzupassen.

In dieser Studie entdeckten sie, dass die Menschen, die besser zwischen einem Gedächtnistest und einem Kontrolltest hin- und herwechselten, höhere Werte bei der Restrukturierung von Verbindungen innerhalb des Frontallappens und mehr neue Verbindungen mit anderen Zonen des Gehirns aufwiesen.

Dennoch brauchen wir im Allgemeinen länger, wenn wir zwischen zwei Aktivitäten konstant hin- und herwechseln, als wenn wir eine und dann die andere machen. Wenn der Fokus der Aufmerksamkeit ständig wechselt, brauchen wir eine Weile, um uns wieder zu konzentrieren und das sorgt für einen Zeitaufschlag bei unseren Aufgaben.

Unser Tipp: Wenn du dazu fähig bist, effektiv zwischen zwei Aufgaben hin- und herzuwechseln und dich nicht schnell ablenken lässt, dann gibt es kein Problem, vor allem, wenn diese Aufgaben nicht so wichtig sind. Wenn die zu erledigenden Aufgaben wichtig sind oder du zu Alblenkungen neigst, ist es das Beste dich erst auf eine und dann auf die andere Aufgaben zu konzentrieren. Wir haben nicht alle die gleiche Fähigkeit, um zwischen einer Aufgaben und einer anderen hin- und herzuwechseln ohne uns ablenken zu lassen.

Digitales Multitasking

Digitales Multitasking geschieht ständig, wenn wir mehrere elektronische Geräte gleichzeitig nutzen und zwischen mehreren sozialen Netzwerken und Webressourcen hin- und herwechseln. Wir aktualisieren unseren Facebook-Status, während wir unser Lieblingsprogramm sehen, wir laden ein Foto bei Instagram hoch, während wir einen neuen Tweet schreiben oder eine E-Mail beantworten.

Digitales Multitasking kann kognitive Schwierigkeiten verursachen und unsere mentalen Funktionen schädigen. Studien behaupten, dass die Menschen, die Multitasking benutzen, verschiedene Informationsquellen in der Umgebung beachten ohne sich genug auf die wichtigste Information für die Aufgabe, die sie gerade erledige, zu fokussieren.

Nichtsdestotrotz wurde in einer Studie herausgefunden, dass digitales Multitasking ein paar Vorteile haben kann. Die Teilnehmer der Studie mussten eine visuelle Suchaufgabe erledigen, die von synchronisierten Geräuschen begleitet wurde oder nicht. Die Forscher sahen, dass Personen, die häufiger digitales Multitasking erledigten, die verschiedenen Formen der sensorischen Information besser integrieren konnten. Das heisst, sie machten die Aufgabe besser, wenn sie von Geräuschen begleitet wurde.

Laut einer anderen Studie hatten die Jugendlichen, die am meisten Zeit mit dem Wechseln zwischen verschiedenen digitalen Geräten und Aufgaben verbrachten, bessere Leistungen. Es ist möglich, dass man mit der Praxis die Kunst des Multitaskings beherrschen lernt. Die in dieser Multimedia-Welt geborenen Personen haben ihren Arbeitsspeicher entwickelt und verbessert. Sie erbringen bessere Leistungen in ablenkenden Umgebungen als wenn sie sich auf eine einzige Aufgabe ohne Ablenkungen konzentrieren müssen.

Unser Tipp: Es ist besser, digitales Multitasking nur in Momenten der Freizeit und Unterhaltung mit Technologie anzuwenden. Surf durch die verschiedenen sozialen Netzwerke, sieh fern und benutz dabei das Smartphone oder das Tablet … aber wenn es sich um wichtige Aufgaben handelt, ist es besser, sich nur auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Wenn du schreibst, schreib, wenn du eine E-Mail schicken willst, konzentrier dich darauf. Denn wenn wir uns um mehrere Erledigungen gleichzeitig kümmern, kann uns das schnell ablenken und somit machen wir unsere Aufgabe schlechter.

Digitales Multitasking

Multitasking und Konzentrationsverlust – wie verhindern?

Manche Menschen, die ständig zwischen verschiedenen technischen Medien hin- und herwechseln können Schwierigkeiten dabei bekommen, sich nur auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Es kann sein, dass sie sich gestresst und überfordert von so vielen Reizen, um die sie sich kümmern müssen, fühlen.

Wissenschaftler der Universität von Wisconsin-Madison haben bewiesen, dass diejenigen, die intensiv Multitasking betreiben, von einer Meditationsübung profitierten, bei der sie sich an einen ruhigen Ort setzten und ihre Atemzüge zählten.

Die Achtsamkeitsmeditation hilft uns dabei, unsere Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zu richten. Ihre Ausübung führt zu einer Verbesserung bei unserem Aufmerksamkeitslevel, weshalb es sinnvoll ist, dass sie die negativen Auswirkungen auf unsere Aufmerksamkeit neutralisiert, die intensives Multitasking mit sich bringt.

Die Achtsamkeit kann uns auch dabei helfen, das Multitasking zu vernachlässigen. Wenn wir uns auf eine Sache konzentrieren, kann uns das am Anfang komisch fühlen lassen, als wenn wir nicht genug machen würden. Nichtsdestotrotz wirst du die Welt mit anderen Augen seen, wenn du aus der Achtsamkeit einen Lebensstil machst und beginnst, den Dingen die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen. Du schätzt jeden Moment mehr, dein Wohlgefühl steigt, Nervosität und Stress verringern sich, deine Laune verbessert sich …

Finde hier mehr über die Achtsamkeitsmeditation und wie man sie praktiziert heraus!

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Multitasking und Achtsamkeit

Jeder spricht davon: Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie?

 Die Achtsamkeit (engl. Mindfulness) ist eine Technik, die in den letzten Jahren sehr beliebt geworden ist, aber es gibt immer noch viele Fragen dazu, was sie wirklich bedeutet und wie sie uns in unserem täglichen Leben helfen kann. In diesem Artikel geben wir dir Tipps zum Praktizieren und erzählen dir, wie sie uns helfen kann, ein erfüllteres und glücklicheres Leben zu führen. Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie?

Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie?

Was ist Achtsamkeitsmeditation?

Die gegenwärtige Gesellschaft ist eine Gesellschaft der Unmittelbarkeit, der hektischen Lebensrhythmen. Je mehr wir an einem Tag machen können, desto besser, je mehr wir schaffen können, desto erfolgreicher werden wir. Zeit ist Geld. Wir wollen es alle, sofort, unverzüglich.

Wir leben unsere Leben an das Nächstzuerledigende denkend und nicht an das, was wir jetzt tun. Wir gehen auf Autopilot durch die Welt, besorgt darum, was passieren wird, ohne die Aufmerksamkeit darauf zu richten, was wir im Hier und Jetzt tun.

Diese so westliche Lebensphilosophie geht auf Kosten der Lebensqualität und des Wohlbefindens und kann eine Vielzahl an Pathologien und psychischen Problemen verursachen. Hier kann uns die Achtsamkeitsmeditation helfen.

Diese Art von Meditation hat ihren Ursprung in buddhistischen Traditionen, aber ihre Ausübung ist unabhängig von Religion und Spiritualität. Es ist nicht mehr als die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment, ohne ihn zu verändern oder zu beurteilen, ihn einfach nur zu akzeptieren, wie er ist.

Die Achtsamkeitsmeditation bringt uns eine Menge Vorteile. Sie verringert unsere Stress- und Nervositätsgefühle, verbessert unsere Aufmerksamkeit, reduziert die intrusiven, immer wiederkehrenden Gedanken (die, die wir nicht wollen, die uns uns schlecht fühlen lassen und nicht leicht verschwinden). Es ist eine Technik, die sich als wirkungsvoll bei der Behandlung von Nervosität, Depression und einigen Phobien (wie der Agoraphobie) erwiesen hat. Ausserdem hören wir im Laufe der Übung auf, uns mit unseren Gedanken und Gefühlen zu identifizieren und betrachten sie auf eine objektivere Art. Wir sind weder unsere Gedanken, noch sind wir verantwortlich dafür, was wir denken, sondern dafür, was wir machen.

Wie praktiziert man Achtsamkeitsmeditation?

Die Achtsamkeitsmeditation kann man auf viele Arten praktizieren oder üben, zum Beispiel durch die bewusste Atmung, den Body Scan (auch Körperreise genannt), bewusstes Gehen, Yoga … Aber wir können sie auch in den Alltag einbinden, in die kleinen täglichen Routinen, sobald wir uns mit der Praxis vertraut gemacht haben.

Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie? Ein paar Beispiele

1. Finde einen Moment am Tag und einen ruhigen und bequemen Ort.

Als Erstes müssen wir einen Moment am Tag finden, an dem wir uns ein paar Minuten uns selbst widmen können. Ideal ist dieser Moment entweder, wenn wir aufstehen, bevor wir mit unserer Alltagsroutine beginnen (das kann uns helfen, den Tag mit einer positiven Einstellung zu beginnen), oder auch bevor wir schlafen gehen, als eine Art Beruhigung des Geistes nach einem Arbeitstag (was uns helfen wird zu entspannen und unsere Schlafqualität zu verbessern). Ausserdem ist der Vorteil von einem dieser Momente, dass es dann im Haus meistens ruhiger ist, besonders, wenn wir Kinder haben. Unabhängig vom Moment, den wir für die Übung finden können, ist es wichtig, dass diese ohne Unterbrechungen durchgeführt werden kann.

Wenn der Moment einmal gewählt ist, setzen oder legen wir uns an einen gemütlichen Ort, ruhig, mit gedämmtem Licht und geschlossenen Augen (wenn der Gegenstand, auf den wir unsere Aufmerksamkeit richten, nicht visuell ist). Wenn wir sitzen, ist es besser, den Rücken abstützen zu können, aufrecht, ohne in der Haltung zusammenzusinken.

2. Wähle ein Element, auf das du deine Aufmerksamkeit richtest

Das kann die Atmung sein: Wir konzentrieren uns auf all die Empfindungen, die von ihr ausgehen, ohne sie irgendwie zu verändern. Zum Beispiel können wir auf den Eintritt der Luft durch unsere Nasenflügel achten, auf ihre Temperatur, wie sich die Lungen aufblasen und wie die Luft aus ihnen heraustritt, wie sich unser Zwerchfell ausdehnt … und während die Gedanken auftauchen, schieben wir sie weg ohne sie zuende zu denken oder zu verurteilen und fokussieren uns wieder auf die Atmung.

Oder es kann unser Körper sein: Wir richten die Aufmerksamkeit auf jeden Körperteil einzeln, ohne ihn zu verändern, indem wir auf seine Gespanntheit oder Entspannung achten, seine Temperatur, seine Lage, die Berührung mit der Umgebung …

Es können Yogaübungen oder das Gehen sein. Man kann sich auf einen Klang konzentrieren, auf eine Kerze, ein Satz, der uns inspiriert wie ein Mantra …

3. Lass die Gedanken los, sobald sie auftauchen.

Egal welches Element wir wählen, das Essenzielle ist, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, ohne es zu verändern oder es als schlecht oder gut zu bewerten, es einfach nur zu betrachten, so, wie es ist. Der Geist wird sich ablenken, das liegt in seiner Natur. Aber sobald wir das merken, sollten wir uns wieder unserem gewählten Objekt zuwenden, ohne weder uns dafür zu verurteilen, diesen Gedanken gehabt zu haben, noch den Gedanken selbst.

Dieser Zyklus wird so oft wie nötig durchgeführt, jedes Mal, wenn ein Gedanke auftaucht, lassen wir ihn stehen und richten die Aufmerksamkeit wieder auf unser Objekt. Ein Trick ist, unsere Gedanken als Wolken zu betrachten, die kommen und gehen. Wir steigen nicht auf die Wolke, wir verwickeln uns nicht in den Gedanken, sondern wir sehen sie kommen und wieder gehen.

Am Anfang ist das nicht einfach, es wird dich anstrengen, die Aufmerksamkeit mehr als 10 Sekunden zu halten, aber wie alles wird es sich mit der Übung verbessern. Das Wichtigste ist, nicht den Mut zu verlieren und uns nicht zu verurteilen.

Es ist wichtig, dass wir die Form der Übung wählen, die uns am meisten bringt. Dies sind nur Richtlinien, aber das Wichtigste ist, dass wir uns wohl fühlen, vor allem, wenn wir die Praxis verstärken wollen.

Wie lange muss ich meditieren?

Die Meditationsdauer hängt natürlich von jeder Person und der Zeit, die sie ihr widmen kann, ab.

Am Anfang ist es ideal, mit 5 Minuten zu beginnen und die Zeit auf 10 zu steigern. Wenn wir einmal eine gewisse Gewohnheit geschaffen haben, führt eine Meditation von 20 bis 30 Minuten täglich zu grossen Vorteilen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Im Internet können wir eine Vielzahl an Mitteln finden, die uns bei der Praxis helfen können. Wenn wir “geführte Achtsamkeitsmeditation” suchen, werden eine Menge an Audiodateien erscheinen, die uns als Leitfaden dienen können.

Im nächsten Video zeigen wir euch ein Beispiel von geführter Meditation, das euch helfen kann.

https://youtu.be/vExs8zdUxtE

Achtsamkeit im Alltag anwenden

Die Achtsamkeit ist eine Technik oder eine Übung, aber sie ist auch eine Lebensart. Sie erlaubt uns, jeden Moment zu kosten, als wäre es das erste Mal, mit dieser Neugierde, die Kinder auszeichnet.

Wir müssen nicht alles, was wir tun, bewusst tun, aber wenn wir mehr darauf achten, was wir Tag für Tag in unserem Leben machen, wird dieses deutlich erfüllter werden.

Zum Beispiel, wenn du dir nächstes Mal die Zähne putzt, konzentrier dich auf die Bewegungen, die du machst, wie sich die Bürste auf den Zähnen und dem Zahnfleisch anfühlt, den Geschmack der Zahnpasta, wie sie deinen Mund füllt. Und das Gleiche, wenn du zur Arbeit gehst, oder wenn du frühstückst oder zu Mittag isst.

Oder mit einem Freund sprichst. Du wirst ihm besser zuhören und ihn besser verstehen können.

Du wirst merken, wie gut es dir tut, solche Pausen in der Hektik des Alltags zu machen. Stell dir mal vor, wie herrlich es wäre, wenn du das Gleiche mit den schönen Dingen, die dir im Leben passieren, machen würdest.

Den Wissenschaftlern vom Zweig der Positiven Psychologie ist es ganz klar. Wir konzentrieren uns häufig zu sehr auf die negativen Emotionen, diese beschäftigen unseren Geist am meisten, die, die uns warnen, dass etwas nicht gut läuft. Und bis zu einem gewissen Punkt hat das einen evolutiven Vorteil für das Überleben der Spezies. Man muss auf Bedrohungen reagieren. Nichtsdestotrotz sind diese Bedrohungen in der Welt, in der die meisten von uns leben, psychischer Natur und oft erschaffen wir sie selbst.

Deswegen ist es wichtig, den positiven Ereignissen die Bedeutsamkeit zu geben, die sie verdienen. Sie auszukosten, sie mit vollem Bewusstsein zu erleben.

Genauso müssen wir negative Ereignisse, die in unserem Leben auftauchen, als Gedanken betrachten, die zu uns gelangen und nicht willkommen sind. Sie sind Wolken, die kommen und gehen. Obwohl sie auch Gelegenheiten dafür sind, zu lernen und als Person zu wachsen.

Vielen Dank, dass du diesen Post gelesen hast und bis hier gekommen bist. Wenn du eine Frage hast, stell sie mir bitte unten. Ich beantworte sie sehr gern!
Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.