Schlagwort-Archive: Emotionales Wohlbefinden

Positive Psychologie: Was ist das und wie lässt sie sich anwenden? Ein nützlicher Leitfaden

Nützlicher Leitfaden: Positive Psychologie. Finde heraus, was dieses Konzept bedeutet, welche Autoren sich mit ihr befassen und wie man Techniken und Strategien im Alltag anwenden kann. In diesem Artikel werden wir interessante Dynamiken vorstellen, die man zu Hause, am Arbeitsplatz und in der Kindererziehung nutzen kann. Es fördert persönliche Stärken, den Optimismus und die Kreativität. Lerne unterhaltsame Spiele und Übungen der positiven Psychologie für Kinder und Erwachsene kennen. Das psychische Wohlbefinden und das eigene Glück zu verbessern ist einfacher, wenn man weiß wie. 

Positive Psychologie Manual: Hilfreicher Leitfaden

Die positive Psychologie ist ein Zweig der Psychologie, der sich mit dem Glück beschäftigt. Was macht uns glücklich? In diesem Artikel erklären wir, was die positive Psychologie ist und geben Ratschläge und Übungen zur Anwendung der positiven Psychologie.

Experten sagen, dass das Glück von drei Faktoren abhängt: 50% hängt es von unserem Charakter ab, welcher genetisch bedingt ist, zu 10% hängt es von den Ereignissen in unserem Leben ab und zu 40% davon, was wir tun, um glücklich zu sein. Bei diesen 40% der Fälle greift die positive Psychologie ein.

Was ist die positive Psychologie? Definition und Konzept

Nachdem der Fokus der Psychologie jahrzehntelang auf Störungen, Psychopathologien, Verhaltensproblemen, Krankheiten, usw… lag, hat man allmählich begonnen, sich Gedanken darüber zu machen, was uns gut tut. Es geht nicht mehr nur um die Suche nach einer Behandlung, um Krankheiten zu heilen, sondern auch um die Suche nach Antworten auf das, was uns aufblühen lässt und uns glücklich machen kann. In der positiven Psychologie werden die Probleme nicht ignoriert, aber es wird auch vor allem nach dem gesucht, was uns Befriedigung schenkt.

Die positive Psychologie könnte man als die wissenschaftliche Erforschung dessen definieren, was unser Leben lebenswert macht, ohne dabei jedoch die persönlichen Probleme zu vergessen.  

Die positive Psychologie fördert auf ausgewogene Weise unserer Stärken und die Vermittlung eines objektiveren Selbstverständnisses. Dies ist notwendig, da einige Stärken nicht zwangsläufig gut sind und auch im Übermaß nicht vorteilhaft sind, wie zum Beispiel die Positivität. Zu positiv zu sein, kann uns glauben machen, dass wir unverwundbar sind. Wir können dadurch zu der Annahme gelangen, dass wir alles erreichen werden. Das kann dazu führen, dass wir zu viele Risiken eingehen und mehr Dinge auf einmal in Angriff nehmen, als wir realistisch gesehen durchführen können. Wenn wir hingegen negativ sind, werden wir schwerlich in der Lage sein, das Gute was das Leben mit sich bringt zu genießen.

Was ist die positive Psychologie nicht?

Die positive Psychologie wird oft unterschätzt, weil sie das Bild vermitteln kann, dass es sich um eine billige Form der Selbsthilfe handelt. Die wirklichen Probleme der Menschen werden dadurch jedoch nicht übergangen. Es wird sich um Stärken und Schwächen gekümmert, indem auf das Beste im Leben aufgebaut und das Schlimmste repariert wird. Das macht das Leben der Menschen zufriedener und behandelt so auch Pathologien. Es geht auch nicht darum, allen Menschen universelle Lösungen des Glücks anzubieten. Jeder Mensch ist einzigartig, und was der eine mag, muss dem anderen nicht gefallen. Und ihr Ziel ist es ebenso wenig, uns immer freudig und glücklich zu stimmen. Glücklich zu sein bedeutet zu akzeptieren, dass es traurige Momente gibt, dass wir wütend und enttäuscht werden und auch streiten. Aber es hilft uns dabei, uns nicht auf das Schlechte zu konzentrieren und das zu finden, was unser Wohlbefinden fördert.

Glücklichsein kann man trainieren.

Warum konzentrieren wir uns auf das Negative? Die selektive Wahrnehmung

Es ist wahr, dass in unserem täglichen Leben positive Dinge oft vergessen werden, sie bleiben oft unbemerkt und wir konzentrieren uns nur auf die negativen Ereignisse. Es kann sein, dass man denkt: “Ich steckte in einem furchtbaren Stau”, “das Wasser beim Duschen war eiskalt”, “ich habe wieder zugenommen, ich bin furchtbar”, “ich hatte einen Streit mit meinem Kollegen”, usw. Im Gegensatz dazu vergessen wir oft die “kleinen Freuden”, die in unserem täglichen Leben passieren: Eine Mahlzeit zu genießen, die wir mögen; ein angenehmes Gespräch; eine warme Dusche….

Diese Tendenz, dass die meisten von uns den negativen Aspekten im Leben mehr Aufmerksamkeit schenken und sich besser an diese erinnern und das Positive unterschätzen, nennt man selektive Wahrnehmung.

Einige Experten halten die selektive Wahrnehmung für einen adaptiven Mechanismus, der für unser Überleben von Vorteil ist. Dies liegt daran, dass negative oder ungünstige Ereignisse eine Reaktion von uns erfordern, um sie zu konfrontieren und zu lösen. Positive Ereignisse, die unser Überleben nicht gefährden, bedürfen jedoch keiner Reaktion und bleiben für unsere Aufmerksamkeit und unser Gedächtnis unbemerkt.

Wenn wir uns jedoch auf das Negative konzentrieren, verschlechtert sich unsere Stimmung und wir laufen Gefahr an Angstzuständen, Depressionen und anderen psychologischen Problemen zu leiden.

Seligman und die positive Psychologie

Martin Seligman gilt als Begründer der positiven Psychologie. Er war einer der ersten, der das Glück aus wissenschaftlicher Sicht untersuchte.

Seligman selbst erklärt in dem folgenden Video, wie sich die psychologische Sicht vom medizinischen Modell der Heilung von Krankheiten, hin zur positiven Psychologie entwickelt hat. Er erklärt auch, was positive Psychologie ist.

Seligman zufolge gibt es drei Dimensionen des Glücks, die bearbeitet werden können: ein angenehmes Leben, ein gutes Leben und ein sinnvolles Leben. Im folgenden werden diese Bereiche weiter erläutert:

Angenehmes Leben

Es besteht darin, die Freuden des Lebens zu suchen, so viele positive Emotionen wie möglich zu erleben, jeden Moment zu genießen. Das Problem ist, dass die Fähigkeit, positive Emotionen zu erleben und zu verstärken, nicht gut beeinflussbar ist und zum Teil von der Genetik abhängt. Aber wir können lernen, mehr aus ihnen herauszuholen.

Gutes Leben

Dieses erreichen wir, indem wir unsere Tugenden und Stärken entdecken und sie nutzen, um unser Leben zu verbessern. Wir spüren es, wenn wir eigentlich nichts fühlen, uns auf eine Aufgabe konzentrieren und von allem anderen abstrahieren. Es ist das, was Csikszentmihalyi Flow nennt.

Sinnvolles Leben

Laut Seligman ist der dritte Schritt des Glücks, ein tiefes Gefühl der Erfüllung und Zufriedenheit zu finden, indem wir unsere Kräfte für einen Zweck nutzen, der größer ist als wir selbst.

Praktische Übungen und Techniken der positiven Psychologie

Eine Studie replizierte Seligmans Annahmen, um herauszufinden, ob Übungen der positiven Psychologie funktionieren. Sie fanden heraus, dass Interventionen der positiven Psychologie in der Tat glücklicher machen. Obwohl die Auswirkungen auf Menschen mit Depressionen geringer sind, als man durch vorherige Untersuchungen annahm, scheinen sie eine Nützlichkeit zu haben.

Wenn du also glaubst an einer Depression zu leiden, findest du hier Informationen wie die neuropsychologische Stimulation von CogniFit in Kombination mit einer Psychotherapie dir helfen kann, sie zu bekämpfen.

Wie wenden wir positive Psychologie an?

1. Übungen der positiven Psychologie: Stärken

Nach Seligman ist ein sehr wichtiger Teil der positiven Psychologie, zu lernen, die positiven Aspekte unseres Lebens zu genießen, um unsere Stärken zu erkennen. Im folgenden findet sich eine Tabelle, die dabei hilft, diese zu identifizieren. Wenn du Schwierigkeiten hast, kann man eine nahestehende Person um Hilfe bitten. Manchmal sehen andere unsere Tugenden deutlicher.

1.      Weisheit und Wissen 
KreativitätÜber neue und produktive Wege etwas zu tun nachzudenken
NeugierdeSich für all die stattfindenden Erfahrungen zu interessieren
OffenheitTiefgründig und aus anderen Blickwinkeln über Dinge nachzudenken
Wunsch zu lernenNeue Fähigkeiten zu entwickeln und sich Wissen anzueignen
PerspektiveIn der Lage zu sein anderen weise Ratschläge zu erteilen
2.      Mut 
TapferkeitKeine Angst vor Bedrohungen, Herausforderungen, Schwierigkeit oder Schmerz zu haben
AusdauerDas zu beenden, was man sich vorgenommen hat
Integrität/AuthentizitätDie Wahrheit zu sagen und sich authentisch zu präsentieren
VitalitätDem Leben voller Energie und mit Spannung zu entgegnen
3.      Menschlichkeit
LiebeEnge Beziehungen zu anderen schätzen
GüteGefallen zu tun und anderen zu helfen
Soziale IntelligenzSich der Motive und Gefühle von sich selbst und anderen bewusst zu sein
4.      Gerechtigkeit
Gemeinschaftssinn und GruppenarbeitGut als Mitglied eines Teams oder einer Gruppe zu arbeiten
Gelassenheit/GerechtigkeitAlle Menschen gleich zu behandeln im Sinne der Gerechtigkeit und Fairness
FührungGruppenaktivitäten zu organisieren und zu schaffen, dass diese ausgeführt werden
5.      Mäßigung/Contención
Fähigkeit zu VerzeihenDenen zu verzeihen, die uns weh getan haben
Güte/BescheidenheitDie eigenen Taten und Leistungen sprechen zu lassen
UmsichtVorsichtig bei eigenen Entscheidungen zu sein; keine Dinge zu tun oder zu sagen, die man später bereuen könnte
SelbstregulationDas was man fühlt und macht zu regulieren
6.      Übertragung
Schönheit wertschätzenSchönheit und Exzellenz in allen Lebensbereichen wahrzunehmen und wertzuschätzen
DankbarkeitSich der schönen Dinge im Leben bewusst zu sein und dankbar dafür zu sein
HoffnungDas Beste zu hoffen und dafür zu arbeiten, es zu erlangen
HumorGefallen am Lachen und Späßenzu haben; Bei anderen ein Lächeln zu erzeugen
Spiritualität/Religiösitätkohärente Überzeugungen über einen höheren Zweck und Sinn des Lebens zu haben

2. Übungen der positiven Psychologie: Soziale Beziehungen

Menschen, die zumindest eine enge Freundschaft haben, sind glücklicher. Es ist wichtig, dass man Menschen hat, auf die man sich verlassen kann, von denen man sich geliebt und unterstützt fühlt. Es ist wichtig, dass wir uns frei mit unseren Liebsten ausdrücken können, dass wir zeigen, wie wir uns fühlen und was wir wollen. Dabei scheint es nicht so bedeutend zu sein, wie viele Freunde wir haben, jedoch ist die Häufigkeit der Interaktionen und Aktivitäten, die wir mit ihnen teilen, von Wichtigkeit. Es ist wichtig, die Fähigkeit zu pflegen, Interesse an dem auszudrücken, was andere uns sagen, und ermutigend zu reagieren.

Psicología positiva: cultiva las relaciones sociales

3. Übung zur positiven Psychologie: Körperliche Aktivität

Das körperliche Wohlbefinden ist wichtig für unser seelisches Wohlbefinden. Bewegung und gesunde Ernährung kann uns helfen, unsere Stimmung zu verbessern. Körperliche Bewegung hat einen großen Einfluss auf die Depression.

Oft hat man beim Sport jedoch das Ziel im Sinn, Gewicht zu verlieren und einen attraktiveren Körper zu bekommen. Das sollten sekundäre Motive sein und die Übungen sollten besser aus reinem Vergnügen ausgeführt werden. Viele Leute mögen keinen Sport einfach weil “es ihnen nicht gefällt”. Aber es gibt eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Aktivitäten, die man je nach Geschmack gestalten kann. Selbst bei zügigem Tempo spazieren zu gehen, kann sich positiv auf Organismus auswirken. Entdecke hier, wie man sich zum Sport animieren kann.

4. Übung zur positiven Psychologie: Humor

Humor steigert unser Wohlbefinden, verlängert das Leben und macht uns glücklicher. Es ist wichtig, einen Sinn für Humor zu haben, aber wie alles andere kann man auch das trainieren.

  • Umgib dich mit Menschen mit Sinn für Humor, es ist ansteckend.
  • Lerne, Dinge weniger ernst zu nehmen und lache über dich selbst (natürlich ohne Spott).
  • Lerne, Humor intelligent und nicht wahllos einzusetzen. Nicht in jedem Moment ist er richtig angebracht.

5. Übung zur positiven Psychologie: Dankbarkeit

Dankbarkeit zu praktizieren ist eines der Dinge, die den Menschen am meisten Wohlbefinden bringen. Manchmal merken wir es nicht, aber wir haben immer etwas, wofür wir dankbar sein können. Im Folgenden finden sich drei positive psychologische Übungen, die sehr nützlich sind, um Dankbarkeit zur Gewohnheit werden zu lassen:

  • Ein Dankbarkeitstagebuch zu führen und jeden Abend vor dem Zubettgehen mindestens drei Dinge aufzuschreiben, für die man an diesem Tag dankbar war.
  • Einen Dankesbrief an eine besondere Person zu schreiben. Aufzuschreiben wie man sich fühlt, dank dem, was der andere für einen getan hat. Wenn möglich, kann man den Brief der Person persönlich vorlesen. Die positiven Gefühle und Emotionen die dabei entstehen sollte man zulassen und genießen.
  • In jedem Moment dankbar sein. Man sollte es sich zur geistigen Gewohnheit machen immer und zu jeder Zeit dankbar zu sein. Dafür sucht man am besten aktiv nach den Details und Handlungen anderer, um sich selbst zu helfen und/oder sich ein gutes Gefühl zu geben, und diesen Menschen dankbar zu sein.

6. Übung zur positiven Psychologie: Drei positive Dinge

Diese Übung der positiven Psychologie besteht darin, ein “Genuss-Tagebuch” zu führen. Schreibe jeden Abend drei positive Dinge auf, die dir Freude, Glück und Zufriedenheit gebracht haben… Denke darüber nach, was du empfunden hast und weshalb. Urteile nicht und sei nicht negativ. Dies wird dir helfen, dich der guten Zeiten des Tages bewusster zu werden, und dadurch kannst du herauszufinden, was dir Glück gebracht hat und du wirst in der Lage sein, diese Dinge in den folgenden Tagen zu wiederholen.

Positive Psychologie auf der Arbeit

Wie kann man die positive Psychologie am Arbeitsplatz anwenden? Für viele ist der Arbeitsplatz ein Ort der Folter. Es ist dieser schreckliche Ort mit furchtbaren Menschen, denen man nicht entkommen kann, weil man ein Gehalt braucht, um sich zu ernähren. Und selbst wenn es nicht der begehrenswerteste Ort der Welt ist, kann man ihn zu einem weniger feindseligen Ort machen.

1. Dankbar sein

Wie in der Übung zur positiven Psychologie weiter oben vorgeschlagen, kann man auch auf der Arbeit Dankbarkeit praktizieren. Denk an eine Person, die etwas für dich getan hat, was du wirklich zu schätzen weißt. Schreib ihr einen Brief und lies ihn laut vor. Diese Übung vermittelt das Gefühl des Wohlbefindens und stärkt gleichzeitig deine Beziehung zu dieser Person.

2. Gib deinen Aufgaben eine Richtung

Wenn wir unserer Arbeit einen Sinn geben, der über die Pflicht hinausgeht, ist es möglich, unser Glück und unsere Zufriedenheit zu steigern. Versuche dir vorzustellen, wie diese Aufgaben zum Wohl der Allgemeinheit beitragen. Vermeide dabei Gedanken wie “ich tue das nur, damit der Chef reich wird”. Dieser Gedanke hilft nicht. Denke darüber nach, was du den Menschen bietest und wozu er notwendig ist. Und wenn du nichts finden kannst, denk darüber nach, was er dir selbst bringt (ökonomische Sicherheit, Mittel für deine Kinder…).

3. Denk an das Positive deines Arbeitstages

Wie schon vorher genannt, kann man sich auch hier drei positive Dinge vor Augen führen, die einem bei der Arbeit passiert sind. Es kann ein “Dankeschön” und ein Lächeln von jemandem sein, es kann ein Kaffee mit einem Kollegen oder ein Kompliment von jemandem gewesen sein.

4. Verbringe Zeit mit deinen Arbeitskollegen

Bemühe dich, deine Arbeitskollegen kennenzulernen, mit ihnen zu sprechen, einen Kaffee zu trinken oder Aktivitäten außerhalb der Arbeit zu planen.

5. Nutze deine Stärken

Das Wissen um unsere Stärken und deren tägliche Anwendung in unserer Arbeit steigert unser Glück und Erfolgserlebnis.

Übungen der positiven Psychologie für Kinder

Wie können wir positive Psychologie auf Kinder anwenden? Die Einbeziehung positiver Psychologie in das Leben der eigenen Kinder kann sehr einfach sein. Man muss dafür nur die oben genannten Übungen an das Kind anpassen.

Ejercicios de psicología positiva para niños

1. Liste der Dankbarkeit

Eine positive Psychologie Übung für Kinder ist es, das Kind zu ermutigen, drei Dinge aufzuschreiben, für dass es jeden Tag dankbar ist. Diese Übung kann man gut als Familie praktizieren. Am Ende der Woche, liest man sich das Ergebnis gemeinsam durch und reflektiert über die wunderbaren Dinge, die man im Leben schätzt.

2. Akt der Freundlichkeit

Hilf deinem Kind, jeden Tag einem anderen Menschen gegenüber freundlich zu sein. Hilf ihm herauszufinden, wie gut es sich anfühlt, andere gut zu behandeln. Ebenfalls kannst du mit deinem Kind gemeinsam planen, welche positiven Dinge es für andere in der kommenden Woche tun kann und diese aufschreiben.

3. Drei positive Dinge

Eine weitere interessante Übung der positiven Psychologie für Kinder ist es, ihm zu helfen drei positive Dinge, die ihm am Tag passiert sind zu reflektieren. Vielleicht ein Kompliment des Lehrers oder eines Freundes, eine lustige Zeit beim Mittagessen oder ein gemütlicher Spaziergang.

4. Liste der Stärken

Entdeckt gemeinsam welche Stärken dein Kind hat und überlegt euch wie es diese Stärken im Alltag unterbringen kann, um sein eigenes Wohlbefinden und das der anderen zu verbessern.

5. Genießen

Statt durch den Alltag zu hetzen, verlangsamt euren Rhythmus und versucht eine angenehme Aktivität oder einen Moment zu genießen. Achtsamkeit mit dem eigenen Kind zu praktizieren, kann das Bewusstsein in der heutigen Zeit erhöhen und Sorgen und Ängste verringern.

6. Soziale Beziehungen

Sinnvolle soziale Beziehungen tragen wesentlich zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Achte darauf, dass dein Kind die ganze Woche über eine gute Zeit mit einem guten Freund oder einem besonderen Familienmitglied verbringt. Oder das Kind kann sogar einen neuen Freund aus seinem Umfeld besser kennenlernen.

7. Zielliste

Eine gute Übung der positiven Psychologie bei Kindern kann sein, dem Kind dabei zu helfen eine Liste der kurz-und langfristigen Ziele zu erstellen. Die Ziele sollten machbar und nicht zu kompliziert sein. Wenn man sieht, wie man das erreicht, was man sich vorgenommen hat, fühlt man sich gut und wird ein bisschen glücklicher.

Übersetzung aus dem Spanischen. Originalartikel: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Niedriges Selbstwertgefühl: Gründe, Folgen und Test – Was kann ich tun?

Niedriges Selbstwertgefühl? Es ist viel schwieriger als es aussieht zu lernen “Ich liebe mich” anstelle von “Ich liebe dich” zu sagen. Stell dich auf die Probe. In diesem Artikel zeigt dir die Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda die Schlüssel zur Entwicklung eines ausgeglichenen und gesunden Selbstkonzeptes und infolgedessen wirst du lernen, besser mit deinem niedrigen Selbstwertgefühl umzugehen.

“Verlieb dich in dich selbst, ins das Leben, in deine Umgebung, in das, was du machst, und wer du bist. Walter Riso”

Niedriges Selbstwertgefühl

Was ist das Selbstwertgefühl? Das Selbstwertgefühl ist die Bewertung oder die Auffassung, die wir von uns selbst haben. Es baut sich anhand der Erfahrungen, sowohl den negativen als auch den positiven, auf, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben. Vom Selbstwertgefühl hängen die Erwartungen ab, die wir an uns selbst stellen und unser eigenes Wertekonzept oder Selbstkonzept.

Deswegen ist ein positives Selbstwertgefühl und Selbstliebe unabdingbar für den Erfolg im Leben. Wir wissen alle vom Wert der Selbstachtung, aber nur wenige von uns wissen, wie man für sie sorgt, sie verwöhnt und erhält.

“Der Unterschied zwischen dem, wo du gestern warst und dem, wo du morgen sein wirst, liegt in dem, was du HEUTE denkst, sagst du und tust.”

Gründe für ein niedriges Selbstwertgefühl – Warum ist mein Selbstwertgefühl so niedrig?

Ein niedriges Selbstwertgefühl ist ein Problem, dass einen großen Teil der Bevölkerung betrifft, aber estaunlicherweise ist sich die Mehrheit dessen gar nicht bewusst. Wenn wir wegen Angst- und Depressionsproblemen zum Psychologen gehen, liegt diesen Pathologien oft ein niedriges Selbstwertgefühl zugrunde, aber wir sind uns dessen oder dessen Folgen für unsere psychische Gesundheit für gewöhnlich nicht bewusst.

Beim Aufbau unseres eigenen Selbstwertgefühls durchläuft jedes menschliche Wesen einen einzigartigen und unvergleichbaren Weg. Das Selbstwertgefühl baut sich allmählich auf, und auch wenn persönliche Eigenschaften einen Einfluss auf diesen Prozess haben, sind die erlebten Erfahrungen und die Menschen, mit denen du in Kontakt trittst, ein entscheidender Faktor. Dies führt zu dem Ergebnis einer subjektiven Empfindung von persönlichem Wert oder im Gegensatz, von Unfähigkeit.

Die ersten Lebensjahre sind grundlegend für die Bildung eines hohen oder niedrigen Selbstwertgefühls, aber auch die Erfahrungen, die wir als Erwachsene erleben, können es verändern. Unter den zahlreichen Gründen für ein niedriges Selbstwertgefühl können wir die folgenden hervorheben:

–          Körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch, vor allem in jungem Alter.

–          Der Erwartungsgrad unserer Eltern und Lehrer, dem wir in der Kindheit ausgesetzt            waren.

–          Unter Diskrimination jeder Art leiden.

–          Belästigung oder Mobbing erleiden.

–          Den Verlust eines geliebten Menschens erleiden.

–          Soziale Ausgrenzung

–          Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitssituationen

Wenn eine Person schwierige Zeiten durchläuft, bildet sie sich, fast ohne es zu merken, negative Überzeugungen über sich selbst. Sei es über ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihr Aussehen oder ihre Fähigkeiten, Erfolg im Leben zu haben.

Genau so wichtig wie unsere Erlebnisse sind die Interpretation, die wir ihnen geben.

Das Wichtige am niedrigen Selbstwertgefühl ist, dass es sich im Allgemeinen auf Überzeugungen und nicht auf Tatsachen stützt, und das Glaubenssystem der Menschen lässt sich formen und modifizieren.

So ist die Erhöhung unseres Selbstwertgefühls ein Schlüsselfaktor, um uns mit uns selbst wohl zu fühlen.

 

Lerne, dich zu lieben

Die Rosenberg-Skala: Finde heraus, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast

Hast du schon mal innegehalten, um darüber nachzudenken, was du wirklich von dir denkst? Im Folgenden lade ich dich dazu ein, diesen kleinen Test namens Selbstwertskala von Rosenberg zu machen, der dir helfen wird, den Grad der Zufriedenheit mit dir selbst zu messen.

Denk daran, dass dies eine einfache Bewertungs- und Orientierungsübung ist und in keinem Fall eine klinische Diagnose darstellt.

Die Rosenbergskala ist ein Test zum Selbstwertgefühl, das er dir ermöglicht ausfindig zu machen, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast. Diese Bewertung stützt sich auf 10 Aussagen, die du möglichst ehrlich auf dieser Skala beantworten musst:

1: Gar nicht einverstanden

2: Nicht einverstanden

3: Einverstanden

4: Komplett einverstanden

  1. Ich empfinde mich als gleichwertig mit den anderen.
  2. Im Allgemeinen neige ich dazu zu denken, dass ich eine Enttäuschung bin.
  3. Ich denke, ich habe ein paar gute Eigenschaften.
  4. Ich kann die Dinge genau so gut machen wie die anderen.
  5. Ich glaube, ich habe nicht viel, worauf ich stolz sein kann.
  6. Ich habe mir selbst gegenüber eine positive Haltung.
  7. Im Allgemeinen bin ich mit mir zufrieden.
  8. Ich hätte gern mehr Selbstrespekt.
  9. Ich fühle mich manchmal wirklich nutzlos.
  10. Manchmal denke ich, dass ich nichts wert bin.

Korrektur und Ergebnisse

Von den Sätzen 1 bis 5 zählen die Antworten von 1 bis 4 jeweils 4 bis 1 Punkte. Das heisst, genau umgekehrt. Beispiel: Wenn du bei Satz Nr. 1 4 Punkte gegeben hast, musst du einen Punkt zählen.

Von den Sätzen 6 bis 10, zählen die Antworten 1 bis 4 auch 1 bis 4 Punkte.

Von 30 bis 40 Punkte: Hohes Selbstwertgefühl, als normales Selbstwertgefühl angesehen.

Von 26 bis 29 Punkte: Mittleres Selbstwertgefühl. Dies bedeutet keine schweren Selbstachtungsprobleme, aber eine Verbesserung wäre ratsam.

Weniger als 25 Punkte: Niedriges Selbstwertgefühl. Es gibt bedeutende Selbstachtungsprobleme.

Folgen eines niedrigen Selbstwertgefühls

Ein niedriges Selbstwertgefühl wirkt sich negativ auf alle Bereiche deines Lebens aus. Die Wahrnehmung, die du von dir selbst und deinem Wert oder des Fehlen dieses Wertes hast, hat unvermeidbare Auswirkungen auf deine Arbeitsleistung, deine Beziehungen im Privatleben und die Beziehung mit der Welt und dir selbst haben.

“Wir können andere nicht lieben, wenn wir nicht vorher lernen, uns selbst zu lieben”

Es ist viel komplizierter als es scheint, dich selbst zu lieben. Dich richtig lieben zu können heißt, dich zu akzeptieren, zu respektieren, deinen vitalen Bedürfnisse nachzukommen und dich dafür zu lieben, wer du bist, mit deinen Stärken und Schwächen.

Eine Person, die sich liebt und sich selbst wertschätzt, strahlt positive Vibrationen aus und erweckt Neugierde darauf, sie kennenzulernen. Sie verbreitet Liebe, weil sie sich selbst akzeptiert hat. Und unbewusst nehmen das die anderen wahr.

Gegen das niedrige Selbstwertgefühl kämpfen: Lerne, dich zu lieben

Eine Person, die sich nicht liebt und, vor allem, sich nicht respektiert, läuft große Wahrscheinlichkeit, in toxische Beziehungen verwickelt zu werden.

Denk daran, dass Vorbeugung die beste Kur ist …

Schlüssel zur Erhöhung eines niedrigen Selbstwertgefühls

1. Verwandle negative Gedanken ins Positive

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dir selbst unangenehme Botschaften schickst, die reich an “Ich kann nicht”, “Ich bin das nicht wert”, “Ich werde scheitern”, “Ich verdiene keine Liebe” sind.

Auch wenn du das nicht bewusst machst, präsentieren sich diese Botschaften mehr oder weniger subtil in deinem Alltag und vermindern deine Lust darauf, ein neues Projekt anzugehen und sabotieren letztendlich dein Wohlbefinden.

Mach eine Liste von deinen am meisten wiederkehrenden negativen Gedanken und schreib daneben eine Ermutigung, die du wiederholen kannst, wenn das Negative erscheint.

Zum Beispiel: Für den Satz “Ich bin nicht dafür gemacht” wäre der Gegengedanke “Ich kann das problemlos in Angriff nehmen”. Jedes Mal, wenn der negative Gedanke auftaucht, halt inne und biete ihm mit dem positiven Denken die Stirn.. Am Anfang wird dir das schwer fallen, aber wenn du es regelmäßig machst, wir sich dieses Verhalten automatisieren.

Was du dir selbst sagst, kann dir Macht geben oder wegnehmen, und nur du kannst die Worte wählen …

2. Hast du ein geringes Selbstwertgefühl? Mach eine Liste deiner Erfolge

Für gewöhnlich neigen wir dazu, unsere Niederlagen und Fehler grösser zu machen und das Gute, was in unserem Leben geschieht, für einen glücklichen Zufall zu halten.

Das ist ein unverzeihlicher Fehler. Sicher hast du in deinem Leben schon sehr interessante Erfolge geerntet, denen du jetzt nicht mehr den Wert gibst, den sie verdienen.

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, gibt es eine gute Übung, die darin besteht, eine Liste mit den persönlichen Erfolgen zu erstellen, auf die du am stolzesten bist.

Zum Beispiel:

–          Ich habe das Studium geschafft

–          Ich habe Padel-Spielen gelernt

–          Ich habe eine zweite Sprache gelernt

–          Ich bin Vater/Mutter geworden

–          Ich habe die Arbeit bei dieser Firma bekommen

Kleb dir diese Liste an den Kühlschrank oder irgendwohin, wo du sie oft siehst. Diese Liste wird dich daran erinnern, dass du die nötigen Fähigkeiten hast, zu erreichen, was du dir vornimmt.

3. Akzeptiere dich genau so, wie du bist

Mit deinen Stärken und Schwächen. So klar und schwierig. Sei realistisch, versuche nicht, das Unmögliche zu ändern, und sei dir deinen Schwächen und Stärken bewusst. Eine gute Kenntnis deiner selbst ist das wirkungsvolle Werkzeug, um Erfolg in deinem Leben zu haben und dein emotionales Wohlgefühl zu entwickeln.

“Es ist viel schwieriger, sich selbst zu beurteilen, als die anderen zu beurteilen. Wenn du es schaffst, dich selbst richtig zu beurteilen, bist du wirklich weise.” Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz.”

4. Vergiss die Vergleiche, um dein niedriges Selbstwertgefühl nicht zu nähren

Vergleiche sind widerlich und ergeben selten etwas Positives. Einzig und allein, wenn dieser Vergleich als intrinsische Motivation für eine Verbesserung genutzt wird, wird sie dir etwas Positives bringen und du wirst ein Gefühl von Bewunderung und nicht von Neid empfinden.

Wenn du dich minderwertig fühlst oder dich dafür verachtest, nicht das Eine oder das Andere in deinem Leben zu haben, denk daran, dass viele Leute gerne das hätten, was du hast, oder sein würden, wer du bist. Sei dankbar für deine persönlichen Stärken, anstatt dich beim Versuch zu erfüllen, was die Gesellschaft dir auferlegt, fertigzumachen.

Sei kritisch mit deinen persönlichen Forderungen und schätze nicht gering, was du schon besitzt.

5. Finde die Ursache für dein niedriges Selbstwertgefühl

Ein grundlegender Schritt für die Lösung eines jeden Problems besteht darin, die Wurzel der Angelegenheit zu identifizieren. Oft versuchen wir, das Symptom zu beseitigen, statt die Krankheit in Angriff zu nehmen. Dies kann uns kurzfristige Erleichterung verschaffen, aber wenn wir nicht die wirkliche Ursache der Krankheit bekämpfen, kann sich das Symptom im Laufe unserer Leben auf verschiedene Arten wiederholen.

Wenn du Schwierigkeiten bei diesem Schritt hast, rate ich dir, dich an einen Experten zu wenden. Ein Termin bei einem in dieser Angelegenheit qualifizierten Psychologen kann dich dazu leiten, das wirkliche Problem zu identifizieren.

Um zum Ende zu kommen, möchte ich euch ein interessantes Video über Tipps zum Stärken des Selbstwertgefühls zeigen.

“Das Selbstwertgefühl ist keine so verwerfliche Sünde wie die eigene Geringschätzung. William Shakespeare”

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.