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Broca-Aphasie: Diagnose, Ursache und Therapie

Eine Aphasie ist eine erworbene neurologische Störung der Sprache, bei der Kommunikationsfähigkeiten verloren gehen. Diese kann sich sowohl durch eine Einschränkung im Sprachausdruck als auch im Sprachverständnis bemerkbar machen. Abhängig von den Symptomen die eine Person zeigt, erfolgt die spezifische Klassifikation der Form der Aphasie. In diesem Artikel wird die Broca-Aphasie näher beschrieben. Bei dieser Aphasie leiden die Betroffenen an moderaten oder starken Kommunikationsschwierigkeiten, die auf eine Veränderung im Sprachausdruck zurückzuführen sind.

Broca-Aphasie

Sprachstörungen: Was ist die Broca-Aphasie

Die Broca-Aphasie beeinträchtigt die gesprochene Sprache. Am charakteristischsten für Betroffene ist, dass sie nicht in der Lage sind sich flüssig auszudrücken, komplette Sätze zu bilden oder diese richtig zu artikulieren. Das Sprachverständnis bleibt hingegen weitestgehend erhalten.

Die Sprache ist in vier verschiedene Systeme, beziehungsweise Komponenten, unterteilt. Dies sind die Ebenen der natürlichen Sprache:

  • Phonetische System: reguliert auf zerebraler Ebene die Interpretation eines akustischen Signals, das in Silben und Wörtern organisiert ist.
  • Morphologische System: gibt den Wörtern eine interne Struktur, mithilfe der richtigen morphologischen Kombinationen die ihnen zugrunde liegen.
  • Syntax-System: bezieht sich auf die Reihenfolge der Wörter. Dieses System garantiert dass die Wörter so kombiniert werden, dass die Sätze und das Gesagte kohärent sind.
  • Semantische oder lexikalische System: besteht aus einer Gruppe von Ideen und mentalen Repräsentationen mit Bedeutung.

Dem klassischen Modell zufolge werden die Aphasien in Abhängigkeit des Ortes der zugrunde liegenden zerebralen Läsion klassifiziert. Mit diesem Modell als Grundlage, ist die Broca-Aphasie demnach die Konsequenz einer Läsion im Broca-Areal. Das Broca-Areal befindet sich auf der Großhirnrinde und ist meist im linken Frontrallappen angesiedelt. Das Broca-Areal ist für verschiedene Sprachkomponenten verantwortlich: die Anordnung der Phoneme (Laute) in Wörtern, die Organisation der Wörter im Satz (Syntax), die semantische Integration und die motorische Planung der Sprache.

Diagnostik der Broca-Aphasie:

Für die Diagnosestellung der Broca-Aphasie können sowohl generelle als auch spezifische neuropsychologische Bewertungsinstrumente genutzt werden, um die Störung zu detektieren. Bei einer neuropsychologischen Bewertung müssen zwei wichtige Kriterien beachtet werden, die einen Einfluss auf die orale Kommunikation haben können (vor allem bei der Diagnose einer Broca-Aphasie):

  1. Bildungsniveau: Es wird das Bildungsniveau in Betracht gezogen, das die Person vor der Läsion hatte.
  2. Die Ätiologie (Ursache) und der Umfang der Läsion: Der Patient könnte kognitive Defizite zeigen, die mit einer diffuseren Läsion einhergehen. Es können beispielsweise Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsprobleme auftreten, die mit der kommunikativen Fähigkeit interferieren würden.

Die Diagnostik der Broca-Aphasie basiert auf der Exploration diverser Sprachbereiche. Es wird bewertet, ob jeder dieser Bereiche erhalten oder beschädigt wurde und in Abhängigkeit davon wird festgestellt, um welche Art der Aphasie es sich handelt. Obwohl heutzutage die Behandlung der Symptome im Vordergrund steht, ist es wichtig das Syndrom genau zu klassifizieren.

Die untersuchten Bereiche sind die folgenden:

Spontansprache bei der Broca-Aphasie

Dabei handelt es sich um die Fähigkeit ein Gespräch zu beginnen und aufrecht zu erhalten. Die Bewertung der Spontansprache konzentriert sich auf die Flüssigkeit der gesprochenen Sprache. Der Redefluss ist ein Kontinuum, bei welchem die folgenden beiden Bedingungen hervorgehoben werden:

  • Nicht-flüssige Sprache: besteht in der Schwierigkeit Sprache von sich zu geben. Die betroffene Person kann nur mit viel artikulatorischer Anstrengung kurze Sätze von sich geben. Die Sprache zeichnet sich durch Dysprosodie (die Sprache hat keinen emotionalen Gehalt mehr, keine Sprachmelodie oder Intonation) und  Agrammatismus (Veränderungen in der syntaktischen Konstruktion und Struktur) aus.
  • Flüssige oder sehr flüssige Sprache: es handelt sich um einen normalen oder erhöhten Sprachausstoß (mehr als 200 Wörter pro Minute), der sich durch eine normale Satzmelodie und einer normalen Artikulation auszeichnet. Die Beeinträchtigung ist hier im Inhalt des Gesagten, diese nennt sich Paraphasie. Diese kann semantischer Art (das benutzte Wort ist falsch, gehört in der Regel aber zur Kategorie des eigentlich korrekten Wortes) oder phonematischer (phonetische Fehler, wie das Vertauschen einer Silbe oder eines Buchstaben innerhalb eines Wortes) Natur sein.

Im Falle der Broca-Aphasie ist die Spontansprache nicht flüssig.

Sprachverstehen bei der Broca-Aphasie

Es handelt sich hierbei um eine schwierig zu bewertende Fähigkeit, da die Betroffenen nicht richtig antworten oder falsche Antworten geben, die aber nicht auf Unverständnis zurückzuführen sind, sondern auf die Schwierigkeit der Sprachproduktion. Deshalb sind die Tests hier so gestaltet, dass die Personen keine linguistischen Fertigkeiten nutzen müssen. In diesem Fall ist das diagnostische Kriterium: verändertes Verständnis oder unbeschädigtes Sprachverständnis. Personen mit Broca-Aphasie haben ein unbeschädigtes Sprachverstehen.

Nachsprechen bei der Broca-Aphasie

Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit auditive Informationen zu dekodieren, den korrespondierend phonologischen Code zu suchen und diesen anschließend mithilfe des artikulatorischen Prozesses wiederzugeben. Wenn einer dieser Teilprozesse beschädigt ist, wird die Fähigkeit des Nachsprechens beeinträchtigt. Mithilfe von Tests wie dem Nachsprechen von Buchstaben, Wörtern, Pseudowörten (ausgedachte Wörter) und Sätzen wird beobachtet, ob Schwierigkeiten bei der Wiederholung bestehen, wie es bei der Broca-Aphasie der Fall ist, oder ob diese Fähigkeit intakt ist.

Benennung bei der Broca-Aphasie

Bezieht sich auf die Fähigkeit der Benennung, also den Zugang zu einem mentalen Lexikon, um ein passendes linguistisches Element abrufen zu können. Betroffene der Broca-Aphasie haben hier merkbare Schwierigkeiten. Diese Beeinträchtigung wird auch Dysnomie genannt.

Automatisierte Sequenzen bei der Broca-Aphasie

Die Fähigkeit automatische Sequenzen wiedergeben zu können ist eine grundlegende linguistische Kapazität. Diese Sequenzen wurden in der Regel früh erlernt, wie beispielsweise das Zählen, das Aufzählen der Monate oder Wochentage. Es kann sich dabei auch um affektive und automatisierte Sprache handeln, wie beispielsweise Füllwörter (Bspw.:”ähm”) oder Ausdrücke. Diese automatisierte Sprache bleibt im Gegensatz zur willentlichen Sprache bei den meisten Aphasien erhalten.

Symptome der Broca-Aphasie:

Zuvor wurden die verschiedenen Bereiche beschrieben, die bei der Detektion und Diagnostik einer Aphasie betrachtet werden müssen. Demzufolge sind im Folgenden die spezifischen Symptome aufgelistet, die helfen, die Broca-Aphasie zu erkennen:

  1. Fehlender Redefluss: langsamer Sprachausdruck, der mit großer Anstrengung verbunden ist. Äußerung von nur sehr wenigen Worten in einem Gespräch.
  2. Dysnomie: Schwierigkeit sich an die Namen von Dingen zu erinnern.
  3. Agrammatismus: Unfähigkeit die Sätze komplett und richtig zu konstruieren.
  4. Schwierigkeiten beim Nachsprechen: Betroffene verstehen das Gesagte, sind aber nicht in der Lage es zu wiederholen.
  5. Bewusstsein des Defizits: Im Gegensatz zu anderen Aphasien, bei welchen die Personen das Gespräch aufrechterhalten und sich ihrer Fehlern nicht bewusst sind, haben die Betroffenen der Broca-Aphasie das Bewusstsein über ihr Problem, da sie merken, welche Schwierigkeiten ihnen das Sprechen bereitet.

Neben diesen Symptomen, kann die Broca-Aphasie außerdem folgende assoziierte Symptome neurologischen Ursprungs zur Folge haben:

  • Apraxie der Sprechwerkzeuge: Unfähigkeit koordinierte Bewegungen im Gesichts- und Mundbereich auszuführen. Hierbei gibt es keine physische Ursache.
  • Hemiparese: unvollständige Lähmung einer Körperseite.
  • Hemiplegie: vollständige Lähmung einer Körperseite.
  • Beeinträchtigung der Lese- und Schreibfähigkeit.

Ursachen der Broca-Aphasie:

In den meisten Fällen ist die Ursache der Broca-Aphasie ein Schlaganfall (Ischämie oder eine intrazerebrale Blutung) in der linken Hemisphäre (die bei der Sprache dominant ist). Auch nach einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) oder bei einem Hirntumor kann es zu dieser Störung kommen.

Andererseits zeigen sich auch bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen Symptome, die mit der Broca-Aphasie assoziiert sind:

  • Primär-progressive nicht-flüssige Aphasie: hierbei handelt es sich um einen kontinuierlichen Verfall der Sprache. Zum Beginn zeigt die betroffene Person keine anderen Demenz-Symptome. Sie zeichnet sich durch fehlenden Redefluss und das Auftreten von Agrammatismus und Dysnomie aus.
  • Alzheimer-Krankheit: Neben den typischen Symptomen des kognitiven Verfalls der durch diese Krankheit entsteht, (Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme, Orientierungslosigkeit, etc.) zeigen Betroffene ebenfalls eine reduzierte Spontansprache und Dysnomien, indem sie allgemeine Begriffe oder Periphrasen (einen Begriff mit anderen Wörtern umschreiben) nutzen.
  • Morbus Parkinson: Es zeigt sich ein verminderter Redefluss, eine sehr simple Syntax und ab und zu Agrammatismus.

Heilung der Broca-Aphasie:

Die Heilung oder Wiederherstellung der Fähigkeiten bei der Broca-Aphasie hängt von der Stärke der anfänglichen Symptome ab. In der Anfangsphase der kognitiven Störung kann es zu einer gewissen Spontanheilung und einer Restrukturierung von Gehirnarealen kommen, sodass die Defizite ausgeglichen werden können. Ab diesem Punkt beginnt der Prozess der Rehabilitation, der folgende Ziele verfolgt:

  • die gesprochene und geschrieben Sprache zu verbessern.
  • die alltägliche Kommunikation zu erleichtern.
  • einen effektiven Kommunikationsstil zu entwickeln, auch wenn es sich um einen simplifizierten Sprachstil handelt.
  • die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Die Rehabilitation der Broca-Aphasie ist hauptsächlich die Aufgabe eines Logopäden, obwohl die neuropsychologische Betreuung ebenfalls eine grundlegende Rolle in diesem Prozess spielt. Dieser unterstützt die Arbeit des Logopäden und trainiert weitere kognitive Bereiche, die bei den linguistischen Kapazitäten eine Rolle spielen (Gedächtnis, Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen). Für die kognitive Stimulation kann auf die klinische Übungsbatterie von CogniFit zurückgegriffen werden, bei der einzelne kognitive Fähigkeiten bewertet und später spezifisch gefördert und trainiert werden können. Der Grad und die Rate der Rehabilitationen variiert zwischen den verschieden Sprachbereichen. Es scheint, dass das Nachsprechen (Wiederholung) sich leichter wiederherstellen lässt als die Benennungsfähigkeit und der Redefluss. Je nachdem welche linguistischen Defizite die Person aufweist, wird ein spezifischer Interventionsplan erstellt. In diesen werden beispielsweise folgende Übungen integriert:

  • grundlegende neuropsychologische Stimulation (Gedächtnis, Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen, logisches Schlussfolgern, etc.).
  • Aufgaben zur Benennung, um die Dysnomie zu verbessern.  Dies geschieht mithilfe von phonologischen Hilfestellungen (beispielsweise der erste Buchstabe) oder semantischen Hilfestellungen (die Kategorie, zu welcher das gesuchte Wort gehört).
  • Übungen zur Satzkonstruktion.
  • Die sprachlichen Ausdrücke der Person zu verlängern. Bei einem Element beginnend und dann schrittweise erhöhen.

Dies sind Beispiele für die Arbeit die durchgeführt werden kann, um die Fähigkeiten von Personen mit einer Aphasie wiederherzustellen. Wichtig ist, sich nicht nur auf die spezifische Klassifikation der Aphasie zu konzentrieren, sondern viel mehr die nicht-beschädigten Fähigkeiten zu betrachten und mithilfe dieser zu arbeiten, um so die beeinträchtigten Fähigkeiten zu unterstützen.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Natalia Pasquín Mora, Psychologin bei CogniFit.

Korsakow-Syndrom: Vergessenes neu erfinden

Korsakow-Syndrom: ein Gedächtnisproblem infolge von Alkoholmissbrauch oder extremen Diäten, bei denen es zu Vitaminmangel kommt. Finde heraus, welche Symptome und Ursachen es für dieses Syndrom gibt, wie es sich behandeln lässt und welche Formen der Prävention möglich sind.

Was ist das Korsakow-Syndrom?

Das Korsakow-Syndrom ist eine chronische Gedächtnisstörung deren Ursache ein starker Mangel an Thiamin (Vitamin B1) ist. 

Thiamin hilft dem Gehirn aus Zucker Energie zu gewinnen. Wenn der Thiamingehalt im Körper drastisch sinkt, generieren die Gehirnzellen nicht genug Energie, um korrekt funktionieren zu können. Die Folge dessen kann das Korsakow-Syndrom sein.

Man geht davon aus, dass dieser Mangel zu Schäden im Thalamus und an den Mammillarkörpern des Hypothalamus im Gehirn führt. Außerdem kommt es zu einem generellen Gewebeschwund im Gehirn (Atrophie) und zu neuronalen Schäden und Verlusten.

Forschungen haben ergeben, dass der Thiaminmangel die Substanzen verändert, die dafür verantwortlich sind Signale zwischen Gehirnzellen zu übertragen und Erinnerungen abzuspeichern. Diese Veränderungen können Neuronen zerstören und zu mikroskopisch kleinen Blutungen und Narben im Gehirngewebe führen.

Oft, aber nicht immer, geht diesem Syndrom eine Wernicke-Enzephalopathie voraus. Bei dieser kommt es aufgrund des starken Thiaminmangels zu einer akuten Reaktion des Gehirns. Die Wernicke-Enzephalopathie ist ein medizinischer Notfall, bei der es zu starken und lebensbedrohlichen Veränderungen im Gehirn kommt. Die Anzeichen sind mentale Verwirrung, Koordinationsprobleme der Bewegung und anormale, unfreiwillige Augenbewegungen.

Da das Korsakow-Syndrom häufig nach einer Episode der Wernicke-Enzephalopathie auftritt, wird das Syndrom auch als Wernicke-Korsakow bezeichnet. Nichtsdestotrotz kann das Korsakow-Syndrom auch ohne vorherige Wernicke-Enzephalopathie entstehen.

Symptome des Korsakow-Syndroms

Korsakow zeichnet sich durch Gedächtnisprobleme aus, während das Bewusstsein aber weitgehend erhalten bleibt. Bei einem Gespräch kann der Eindruck entstehen, dass die Person über alle Fähigkeiten verfügt. Dennoch zeigt die betroffene Person aber schwerwiegende Veränderungen in neueren Gedächtnisinhalten auf. Sie stellt immerzu die gleichen Fragen, liest die gleiche Seite eines Buches über Stunden und kann Personen, die sie während des Verlauf der Krankheit bereits mehrere Male gesehen hat, nicht wieder erkennen.

Die Gedächtnisprobleme können sehr stark sein, dabei kann sowohl das Kurzzeitgedächtnis als auch das Langzeitgedächtnis betroffen sein (Erinnerungslücken), während andere Fähigkeiten, wie die soziale Interaktion oder das Denken, relativ intakt bleiben.

Die Leitsymptome sind:

  • anterograde Amnesie: Unfähigkeit neue Gedächtnisinhalte zu generieren oder neue Informationen zu verarbeiten.
  • retrograde Amnesie: Unfähigkeit alte Gedächtnisinhalte abzurufen, die vor Krankheitsbeginn entstanden sind.
  • Erinnerungsverfälschungen: Erfundene Erinnerungen, die von dem Betroffenen selbst geglaubt werden. Ursache sind die Erinnerungslücken.
  • Fast inhaltslose Konversationsführung
  • Fehlende Introspektion
  • Apathie

Die Betroffenen des Korsakow-Syndroms können verschiedene Symptome zeigen. Einige Betroffene leben “in der Vergangenheit weiter”, überzeugt davon, dass ihr Leben und die Welt noch so ist, wie sie vor Krankheitsbeginn war. Andere zeigen eine große Bandbreite an Erinnerungsverfälschungen.

Die retrograde Amnesie tritt nicht bei allen Erinnerungen gleichermaßen auf, sondern betrifft eher neuere Erinnerungen. Je älter die Erinnerungen, desto eher bleiben sie. Der Grund dafür kann darin liegen, dass die neueren Erinnerungen noch nicht komplett im Gehirn konsolidiert sind und entsprechend vulnerabler gegenüber eines Verlusts sind.

Erinnerungsverfälschung beim Korsakow-Syndrom

Eines der charakteristischsten Symptome des Korsakow-Syndroms ist die Erinnerungsverfälschung. Die Betroffenen “verfälschen” Informationen oder denken sich welche aus, wenn sie die eigentliche Information nicht erinnern können. Dabei ist es nicht so, dass die Betroffenen “lügen”, sondern sie sind selbst davon überzeugt, dass ihre ausgedachten Erklärungen stimmen. Bislang gibt es noch keine wissenschaftliche Erklärung, wieso dieses Phänomen so auftritt.

Einige Personen zeigen konstant Erinnerungsverfälschungen. Sie denken sich stetig neue Identitäten aus, mit detaillierten Geschichten welche diese untermauern. Dadurch ersetzen sie die Realität, die sie vergessen haben.

Ursachen des Korsakow-Syndroms

Exzessiver Alkoholkonsum ist eine der Hauptursachen für das Auftreten des Korsakow-Syndroms

Man weiß, dass übermäßiger Alkoholkonsum das Nervensystem schädigen kann. In den allermeisten Fällen ist exzessiver Alkoholmissbrauch die Ursache für das Korsakow-Syndrom.

Es konnten zudem genetische Variationen identifiziert werden, die das Risiko für das Auftreten dieser Störung erhöhen. Eine nahrstoffarme Ernährung kann ebenfalls dazu beitragen.

Das Korsakow-Syndrom kann durch eine extreme Ernährung verursacht werden, wie es bei Anorexie, sehr restriktiven Diäten, Hungersnöten oder plötzlichem Gewichtsverlust nach einer Operation der Fall ist. Unkontrolliertes Erbrechen, eine HIV Infektion, eine andere chronische Infektion oder eine Krebserkrankung können ebenfalls eine mögliche Ursache darstellen.

Behandlung des Korsakow-Syndroms

Die Behandlung des Korsakow-Syndroms sollte multidisziplinär angegangen werden, bei welchem Ärzte, Psychologen und Neuropsychologen zusammenarbeiten, um eine möglichst effektive Intervention anbieten zu können.

Von einigen Experten wird empfohlen, dass Personen, die viel Alkohol konsumieren oder aus einem anderen Grund an Thiaminmangel leiden könnten, unter ärztlicher Aufsicht Ergänzungsmittel zu sich nehmen.

Ebenfalls ist es empfehlenswert, dass Menschen mit einer Geschichte von Alkoholmissbrauch und Symptomen, die mit der Wernicke-Enzephalopathie zusammenhängen, Thiamin injiziert bekommen, bis das klinische Krankheitsbild klarer ist.

Die Behandlung mit oraler Gabe von Thiamin, anderen Vitaminen und Magnesium kann bei Betroffenen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Symptome abnehmen.

Die psychologische Intervention besteht vor allem darin, die Alkoholabstinenz zu gewährleisten. Aus neuropsychologischer Sicht wird versucht dem Betroffenen zu helfen seine Defizite zu kompensieren, damit er sich sozial integrieren und ein so normales Leben wie möglich führen kann.

Korsakow-Syndrom: Prognose

Einige Daten zeigen, dass etwa 25% der Personen mit Korsakow-Syndrom wieder ganz gesunden, bei der Hälfte schwächen die Symptome ab und bei weiteren 25% lassen sich keine Verbesserungen erzielen.

Anderen Autoren zufolge ist die Mortalität hoch und liegt zwischen 10 und 20%. Das ist hauptsächlich auf Lungeninfektionen, Blutvergiftungen oder Leberschäden oder einen irreversiblen Thiaminmangel zurückzuführen.

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig die Symptome des Korsakow-Syndroms so schnell wie möglich zu identifizieren und zu behandeln. Eine frühzeitige Behandlung der Wernicke-Enzephalopathie erhöht die Prognose der Genesung und kann das Auftreten des Korsakow-Syndroms verhindern. Beispielsweise lassen die Probleme der Augenbewegung bereits nach Stunden bis Tagen nachweislich nach, motorische Einschränken werden nach Tagen bis Wochen weniger. Bei etwa 60% der Betroffenen bleiben jedoch leichte Symptome.

Gemäß dieser Autoren ist die Prognose relativ schlecht, sobald das Korsakow-Syndrom einmal diagnostiziert wurde. Ungefähr 80% der Betroffenen leiden ihr Leben lang an chronischen Gedächtnisschäden.

Die kognitive Genesung ist langsam und nicht vollständig und erreicht nach etwa einem Behandlungsjahr das Maximum an möglicher Wiederherstellung. Es kann zu einer Genesung kommen, diese hängt jedoch von Faktoren wie dem Alter und der Alkoholabstinenz ab.

Korsakow-Syndrom: Präventionstipps

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann helfen das Korsakow-Syndrom zu verhindern
  • Der wichtigste Ratschlag ist, den Alkoholkonsum auf ein Minimum zu reduzieren. Je weniger Alkohol, desto besser. Obwohl man vielleicht davon ausgeht wenig zu trinken, wird der Organismus bereits bei kleinen Mengen Alkohol beschädigt.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist wichtig, damit die Synthese von lebenswichtigen Vitaminen stattfinden kann, insbesondere des Thiamins (Vitamin B1).
  • Immer dann wenn Gedächtnisprobleme auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob es sich um einen normalen Alterungsprozess oder eine Form von Demenz handelt.
  • Man sollte sich ein gutes soziales unterstützendes Netzwerk aufrecht erhalten, da nahestehende Personen diejenigen sind, die helfen wenn ein besorgniserregendes Symptom auftritt.
  • Wenn man glaubt zu viel zu trinken, aber nicht weiß, wie man damit aufhören kann, sollte man professionelle Hilfe suchen.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Die Posttraumatische Belastungsstörung und das Gedächtnis

Wie Traumata unsere Erinnerung löschen: „Es war das schlimmste Ereignis meines Lebens – und ich habe es vergessen.“ Einige Personen, die schreckliche Situationen erlebt haben, können sich an diese oft nicht mehr genau erinnern – dies liegt nicht nur Verdrängung zugrunde. Das Erleben eines traumatischen Ereignisses und eine darauf folgende posttraumatische Belastungsstörung löst heftige Stressreaktionen in unserem Körper aus, die sogar so weitreichende Folgen haben können, dass sie unser Gedächtnis verändern.

Eine Posttraumatische Belastungsstörung hat weitreichende Folgen für das Gehirn

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Eine posttraumatische Belastungsstörung (kurz: PTBS) entsteht, wie der Name bereits nahelegt, nach dem Erleben oder Beobachten eines extrem traumatischen Ereignisses. Dieses Ereignis wird von den Betroffenen in der Regel als lebensbedrohlich wahrgenommen und geht oft mit schweren Verletzungen einher. Solche traumatischen Ereignisse können beispielsweise Krieg, Naturkatastrophen, schwere Unfälle, Geiselnahmen oder Missbrauch sein.

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Ursachen und somit Typen der posttraumatischen Belastungsstörung:

  • Typ I: einmalige, eher kurzfristige Ereignisse (z.B. Unfall, Vergewaltigung, Naturkatastrophe
  • Typ II: wiederholte, länger andauernde Stressoren (z.B. körperliche und sexuelle Misshandlungen, Krieg, Gefangenschaft

Bei einer rein akuten posttraumatischen Belastungsstörung halten die Symptome in der Regel weniger als 3 Monate an. Danach nehmen sie aus eigener Kraft oder mithilfe von Therapie ab.

Halten die Symptome jedoch länger an, kann sich eine chronische PTBS entwickeln, welche wesentlich schwieriger zu bewältigen ist.
In einigen Fällen tritt die Posttraumatische Belastungsstörung nicht unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis ein, sondern folgt später mit verzögertem Beginn; so können Monate oder auch Jahre vergehen, bis ein Ereignis oder eine Situation, die der ursprünglichen traumatischen Situation ähnelt, den Betroffenen an das Trauma erinnert und eine heftige Reaktion auslöst.

Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung

Vermeidungsverhalten bei einer posttraumatischen Belastungsstörung

Nach dem Erleben und Überleben der traumatischen Situation versuchen die Betroffenen in der Regel, sich den neuen Umständen ihres Lebens anzupassen, und entwickeln hierzu Strategien wie dissoziatives Abspalten vom Geschehen oder emotionales Abstumpfen, um ihren Schmerz zu vermindern. Durch diese teilweise vollkommene Unterdrückung von Emotionen und Schmerz kann es zu einer tiefgreifenden Veränderung der gesamten Persönlichkeit der Person kommen, die nur noch darauf bedacht ist, ihre Emotionen zu unterdrücken und somit ihre gesamte Energie darauf ausrichtet.

Betroffene zeigen daher oft ein stark vermindertes Interesse an Alltagsaktivitäten und berichten von einem Gefühl der Entfremdung vom Leben, an dem sie kaum noch bewusst teilnehmen. Mit diesem emotionalen Abstumpfen geht oft eine eingeschränkte Affektbandbreite wie zum Beispiel die Unfähigkeit, zärtliche Gefühle zu empfinden und zu zeigen, einher. Viele Betroffene verlieren und vermeiden daher soziale Kontakte und werden einsam.

Verdrängung und posttraumatische Belastungsstörung

Die Bewältigung und Verarbeitung des traumatischen Ereignisses wird dabei häufig über viele Jahre hinweg durch wiederkehrende und stark belastende Erinnerungen an das Ereignis, Halluzinationen, Alpträume oder Flashbacks erschwert.

Um diese quälenden Erinnerungen zu umgehen entwickeln viele Betroffene ein geradezu phobisches Vermeidungsverhalten, um allen Hinweisreizen, die die Erinnerung an das Geschehene wieder wecken könnten, auszuweichen. Dieses Vermeidungsverhalten kann das gesamte alltägliche Leben der Person einschränken und belastet ihre Beziehungen zu Familie und Freunden stark.
Sollte eine Person, die unter der PTBS leidet, trotzdem einer Situation begegnen, die sie an das belastende Ereignis erinnert, so kann es zu heftigen psychischen Belastungen und körperlichen Reaktionen wie beispielsweise Panikattacken kommen.

Körperliche und emotionale Symptome der PTBS

Weitere körperliche Reaktionen, die oft mit einer Belastungsstörung einhergehen, sind Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, und ein ständiger Zustand der Aktivierung und Erregung, welcher zu teilweise übertrieben starken Schreckreaktionen führen kann.

Viele Patienten, die ein traumatisches Ereignis überstanden haben, berichten von teilweise qualvollen Schuldgefühlen, zum Beispiel da sie überlebt haben und andere Menschen nicht. Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und ein ständiges Gefühl der Bedrohung sind weitere Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, die teilweise in selbstschädigendem Verhalten enden können.

Posttraumatische Belastungsstörung: Diagnose

Um eine posttraumatische Belastungsstörung sicher diagnostizieren zu können muss die beschriebene Symptomatik länger als einen Monat andauern, da diese sich nach einem traumatischen Ereignis oft innerhalb eines Monats zurückbildet.
Wenn einige der Symptome wie Vermeidung, Empfindungslosigkeit oder erhöhte Angst schon vor dem traumatischen Ereignis auffällig waren, sind die Kriterien für eine PTBS ebenfalls nicht erfüllt; es kann eventuell eine andere affektive Störung oder Angststörung vorliegen.

Die soziale Unterstützung durch Familie und Freunde, positive und stärkende Erfahrungen sowie verschiedene Persönlichkeitsmerkmale der Betroffen, wie zum Beispiel ihre Belastbarkeit und Nervenstärke, können die Entstehung und auch die Dauer einer Belastungsstörung sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Die Posttraumatische Belastungsstörung und das Gedächtnis

Wie zuvor bereits erläutert sind Vermeidungsverhalten und das Verdrängen von Gedanken an das Ereignis verschiedene Möglichkeiten für Betroffene, mit dem traumatischen Ereignis umzugehen. Während manche Personen, die eine solche Situation überstanden haben, von Flashbacks und Erinnerungen geradezu gejagt werden, berichten andere jedoch von einer schwammigen oder teilweise völlig fehlenden Erinnerung an das Ereignis selbst; sie können sich an die Situation kaum noch zurückerinnern.
Um zu verstehen, wie dieser Gedächtnisverlust zustande kommt, ist es wichtig, einen Blick auf unser Gehirn und Hormonsystem zu werfen und zu untersuchen, wie der Körper auf solche belastenden Ereignisse reagiert.

Die Rolle des Hippocampus bei PTBS

Der Hippocampus ist eine Struktur, die sich relativ mittig im Temporallappen (auch Schläfenlappen genannt) des Gehirns befindet; jeder von uns hat zwei von ihnen – in jeder Gehirnhälfte einen. Gemeinsam mit einigen anderen Strukturen bildet er das sogenannte limbische System, welches unter anderem eine große Rolle bei Emotionen spielt.
Der Hippocampus selbst hat viele verschiedene Aufgaben, besonders wichtig ist er allerdings für das Gedächtnis. Durch seine weiten Verbindungen zu vielen anderen Bereichen des Gehirns erhält er diverse Informationen, die hier vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Unsere Erinnerungen werden zwar nicht nur im Hippocampus, sondern auch in diversen anderen Bereichen des Gehirns gespeichert, wie zum Beispiel in der Großhirnrinde, aber der Hippocampus ist enorm wichtig, um diese Erinnerungen zu speichern und wieder aufzurufen.

Posttraumatische Belastungsstörung – die Lage des Hippocampus im Gehirn.

Posttraumatische Belastungsstörung: Das Hormonsystem

Durch ein traumatisches Ereignis und die darauffolgenden Belastungen wie Angst und Trauer stehen Betroffene oft unter starkem, langanhaltendem Stress.
Dieser Stress führt zu einer vermehrten Aktivierung des menschlichen Hormonsystems und einige Hormone werden in großen Mengen produziert – unter anderem das Stresshormon Cortisol. Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung spielt dieses Hormon dementsprechend eine wichtige Rolle.

Die sogenannte HPA – Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) ist eine Verbindung zwischen verschiedenen Strukturen unseres Körpers, die vor allem bei Stress aktiviert wird.
Der Hypothalamus, eine Struktur im Gehirn, die zur Steuerung unseres Körpers und enorm wichtig ist, wird bei starkem Stress aktiviert und sendet seine Botenstoffe in den Körper. Diese Botenstoffe aktivieren weitere Bereiche im Körper, unter anderem die Nebennierenrinde.
Die Nebenniere ist eine hormonproduzierende Drüse, die bei uns Menschen auf den eigentlichen Nieren aufsitzt und verschiedene Hormone produziert, unter anderem Cortisol.

Cortisol ist in der Medizin allgemein als Entzündungshemmer bekannt und wird dafür oft vom Arzt verschrieben. Dies liegt daran, dass Cortisol vor allem die Eigenschaft hat, Stoffwechselvorgänge zu aktivieren, die zum Abbau von bestimmten Stoffen in unserem Körper führen.

Das Gedächtnis unter Stress – Was passiert bei einer posttraumatischen Belastungsstörung?

Der Hippocampus hat viele Bindungsstellen für dieses Cortisol. Wird also durch den Stress, der mit einer posttraumatischen Belastungsstörung einhergeht, viel Cortisol im Körper ausgeschüttet, so gelangt auch viel davon in den Hippocampus – wo durch die übergroße Menge an Cortisol die Nervenzellen absterben indem sie abgebaut werden.
Der dauerhaft hohe Cortisolspiegel verhindert dabei ebenfalls die Neubildung von Nervenzellen, sodass das Volumen des Hippocampus um bis zu über 20% reduziert werden kann.

Berichtet also eine Person, die ein traumatisches Ereignis erlebt hat, davon, dass sie sich an dieses Ereignis nicht erinnern kann, hängt dies nicht nur mit der bewussten Verdrängung der Situation zusammen, sondern gibt es tatsächlich eine neuronale Erklärung für diesen Gedächtnisverlust im Gehirn.
Durch die Zerstörung von Nervenzellen im Hippocampus wird es dem Gehirn unmöglich gemacht oder zumindest erschwert, auf das Gedächtnis zuzugreifen und die Erinnerungen hervorzuholen.
Untersuchungen von Soldaten haben beispielsweise gezeigt, dass die Größe ihrer Hippocampi abgenommen hat, je länger sie im Einsatz waren und je mehr traumatische Ereignisse und Stress sie somit erlebt haben.

Posttraumatische Belastungsstörung: Vergessen oder Flashbacks – wem passiert was?

Die aktuelle Forschung liefert viele verschiedene Berichte zu posttraumatischen Belastungsstörungen, mit teilweise völlig entgegengesetzten Ausgängen. Während einige Personen von Alpträumen und qualvollen Flashbacks heimgesucht werden, erinnern sich andere kaum an das Ereignis – was bleibt ist jedoch die Angst und Panik und der innere Druck, ähnlichen Situationen aus dem Weg zu gehen.

Doch wie entscheidet sich genau, wie eine Belastungsstörung verläuft?

Es gibt verschiedene individuelle Risiko – und Schutzfaktoren, die den Umgang mit einem traumatischen Ereignis erleichtern oder erschweren können.
Viele Faktoren wie das Geschlecht oder die kognitive Verarbeitungskapazität wurden untersucht, aber auch Merkmale des Ereignisses selbst, zum Beispiel Intoxikation, die Art des Ereignisses, emotionale und physiologische Reaktionen auf das Geschehen sowie der Umgang mit dem entstandenen Trauma (soziale Unterstützung, Persönlichkeitsmerkmale).
Keiner dieser untersuchten Faktoren konnte jedoch eine ausreichende und eindeutige Erklärung liefern für die Unterschiede, die bei der Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung vorliegen. Es scheint eine Mischung aus verschiedenen Faktoren der Person und der Situation zu sein, die bestimmt, wie verschiedene Menschen auf ein traumatisches Ereignis reagieren.

Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung

Gut zu wissen ist jedoch, dass die posttraumatische Belastungsstörung trotz all ihrer Unterschiede zu den gut therapierbaren Störungen zählt. Viele verschiedene Therapieformen schlagen gut an, unter anderem die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie, bei der es vor allem um die Konfrontation der belastenden Erinnerung und eine strukturierte Veränderung der damit einhergehenden schädigenden Verhaltensweisen geht.

Zunächst ist es bei der Behandlungs einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung jedoch wichtig, bei den Betroffenen das Gefühl von Schutz und Sicherheit wiederherzustellen und die erste, unmittelbare Schockreaktion zu überwinden. Erst danach kann gemeinsam mit dem Therapeut an Copingstrategien gearbeitet werden, um potenzielle Flashbacks und Angstzustände zu reduzieren und ein Zurückkehren zum Leben vor dem Traumata zu ermöglichen.

Vor allem aber auch ein unterstützendes soziales Umfeld ist enorm wichtig für das erfolgreiche Überwinden der Belastungsstörung und kann Betroffenen dabei helfen, ihr Trauma zu überwinden und ihr Leben wieder ohne Angst und Stress zu gestalten.

Gedächtnisprobleme: Was ist das und wann sollten wir uns Sorgen machen

Was sind Gedächtnisprobleme?  Wir alle vergessen manchmal etwas: Wir machen uns Sorgen, wenn wir uns nicht erinnern, wo wir die Schlüssel gelassen haben, wenn wir den Geburtstag einer uns wichtigen Person vergessen, wenn wir uns bei der Uhrzeit, zu der der Zug abfährt, geirrt haben, oder an welchem Tag wir uns mit einem Freund verabredet hatten. Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir Dinge vergessen? Was sind die Ursachen von Gedächtnisproblemen?

Denkst du, dass es dir schwer fällt, dich an Dinge zu erinnern? Wann sollten wir uns um ein schweres Gedächtnisproblem Sorgen machen? Entdecke in diesem Artikel alles über Gedächtnisprobleme

Gedächtnisprobleme

Denkst du, dass du Gedächtnisprobleme haben könntest? Beantworte diese 14 einfachen Fragen über die Symptome, die mit Gedächtnisproblemen zusammenhängen.

1. Hast du das Gefühl, dass sich dein Gedächtnis verschlechtert hat?

2. Musst du einen Text mehrmals lesen, um ihn zu verstehen?

3. Verlegst du Gegenstände wie Schlüssel, Geld, Brille, etc. häufig?

4. Glaubst du, dass du bei Gesprächen Probleme hast, die passenden Worte zu finden?

5. Vergisst du häufig Dinge, wie zum Beispiel, was du gestern gegessen hast?

6. Auf deiner Arbeit musst du immer ähnliche Dinge machen, aber in letzter Zeit findest du es schwieriger, sie angemessen zu erledigen?

7. Vergisst du Pläne, die du auf kurze Sicht hin machst? Weißt du beispielsweise noch, dass du zum Arzt gehen musst, hast aber vergessen, wann du deinen Termin hast?

8. Hast du Schwierigkeiten gehabt, einen Gegenstand oder ein Gerät zu benutzen, dass du vorher schon einmal benutzen konntest?

9. Hast du Schwierigkeiten bei Aufgaben bemerkt, die Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern?

10. Haben die Menschen, die dir nahestehen, bemerkt, dass dein Gedächtnis neuerdings Mängel aufweist?

11. Fühlst du dich orientierungsloser als gewöhnlich, auch an Orten, an denen du häufig bist?

12. Zweifelst du, ob du eine bestimmte Handlung ausgeführt hast oder nicht?

13. Denkst du, dass du Wörter verwechselst oder es dir schwerer fällt, dich an Namen von Filmen, berühmten Menschen, etc. zu erinnern?

14. Fällt es dir schwer, dich an alle Menschen in deinem nächsten Umfeld zu erinnern?

Wenn du alle Fragen beantwortet hast und deine Antwort bei 7 oder mehr Symptomen JA ist, besteht die Möglichkeit, dass du unter Gedächtnisproblemen leidest. Die Ergebnisse dieses Tests sind aber in keinem Fall als Diagnose anzusehen. Suche deshalb einen Arzt auf, um eine Diagnose stellen zu lassen.

Mairena Vázquez, Psychologin, erklärt im Folgenden was Gedächtnisprobleme sind, ihre Ursachen und wann wir uns Sorgen machen sollten.

Was sind Gedächtnisprobleme?

Das Gedächtnis kann als Fähigkeit zur Speicherung und dem Hervorrufen von Information definiert werden. Das Gedächtnis ist die Gesamtheit der Systeme, die es uns ermöglichen, Information aufzunehmen, zu speichern und abzurufen. Menschen mit erworbenem Hirnschaden beklagen am häufigsten Gedächtnisprobleme, unter diesen leiden sowohl sie selbst als auch ihre Angehörigen.

Gedächtnisprobleme sind eine der häufigsten Gründe, weshalb Menschen eine neuropsychologische Beratung aufsuchen. Gedächtnisprobleme sind dementsprechend nicht nur mit älteren Menschen in Verbindung zu bringen, da Gedächtnisstörungen in jedem Alter auftreten können.

Leichte Vergesslichkeit oder leichte Gedächtnisprobleme sind häufig Teil des normalen Alterungsprozesses. Ältere Erwachsene benötigen oft mehr Zeit dafür, sich an etwas zu erinnern oder etwas Neues zu lernen. Dennoch haben wir alle gelegentlich Schwierigkeiten, uns an einen bestimmten Namen oder ein Wort zu erinnern und wir haben alle schon einmal die Schlüssel verlegt und einen wichtigen Termin vergessen.

Viele Personen zeigen regelmäßig alltägliche Vergesslichkeiten. Nicht alle Gedächtnislücken sind Symptome der kognitiven Beeinträchtigung, von Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Diese Pathologien treten für gewöhnlich mit Gedächtnislücken auf, die progressiv in Häufigkeit und Schwere sind. Wenn der Gedächtnisverlust von Familienmitgliedern oder nahestehenden Freunden bemerkt wird und sich störend auf alltägliche Abläufe auswirkt (Arbeit, soziale Beziehungen, etc.) ist es wichtig, eine professionelle neuropsychologische Bewertung durchzuführen und qualifizierte professionelle Beratung für Demenz und Gedächtnisprobleme aufzusuchen.

Gedächtnisprobleme betreffen alle Altersgruppen, nicht nur Menschen über 50 Jahre. Tatsächlich kommt es immer häufiger vor, dass junge Leute oder sogar Kinder Gedächtnisprobleme haben, was zu Aufmerksamkeitsproblemen führen kann. Trotz allem sind Gedächtnisprobleme eine der häufigsten Beschwerden bei älteren Menschen.

“Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können” (J.Paul; Fr. Richter).

Gründe für Gedächtnisverlust

Es gibt verschiedene Arten von Gedächtnisproblemen, sowohl Probleme, die den Abruf von Erinnerungen aus der Vergangenheit verhindern (“Was habe ich gestern gegessen?” – retrograde Amnesie) als auch Probleme bei der Bildung neuer Erinnerungen von neuen Ereignisse, wie Plänen, die wir für nächste Woche haben (anterograde Amnesie). Gleichzeitig können Gedächtnisprobleme auch die Konsequenz von einem erworbenen Hirnschaden sein.
Unabhängig davon, was die Ursachen der Gedächtnisprobleme oder anderer Probleme sind, kann der Mensch, der an ihnen leidet, Angst vor dem Vergessen empfinden.

So oder so sind Gedächtnisprobleme oft reversibel und lösbar. In diesen Fällen entstehen die Gedächtnisprobleme durch Ursachen, die wir irgendwie kontrollieren können, auch wenn es immer empfehlenswert ist, zum Arzt zu gehen, um eine mögliche Lösung zu finden oder zu zukünftige kognitive Beeinträchtigung zu vermeiden.

Carlos Regazzoni (Neurologe) geht davon aus, dass der Entstehung von Gedächtnisproblemen “hoher Blutdruck, Blutzuckerprobleme und am häufigsten Stress bei der Arbeit” zugrunde liegen. Deswegen haben immer mehr junge Menschen Gedächtnisprobleme und diese sollten nicht immer mit dem gefürchteten Wort Demenz assoziiert werden. Um uns zu erinnern, ist es unabdingbar, die Information im Gedächtnis zu speichern, und dafür sollten wir sehr aufmerksam sein. Oft entstehen die Gedächtnislücken nur, weil wir nicht aufmerksam genug waren oder weil unser Gedächtnis die Realität manchmal verzerrt.

Unser Gedächtnis kann aus verschiedenen und diversen Gründen ausfallen. Unter den Hauptursachen, die Gedächtnisprobleme verursachen können, befinden sich folgende:

  • Stress und Erschöpfung
  • Nebenwirkungen von Medikamenten oder sogar Effekte von Behandlungen einiger Krankheiten wir Krebs
  • Phasen der Veränderung in unserem Leben, Druck auf der Arbeit
  • Rauchen oder Vergiftung durch Alkohol oder andere Drogen können die Gehirnaktivität schädigen und so auf die Kapazität und Qualität des Gedächtnisses einwirken. Gehirn und Alkohol.
  • Depressionen oder andere psychische Störungen (zum Beispiel Schizophrenie oder bipolare Störung)
  • Infektionen, Tumore oder Verletzungen im Gehirn
  • Fehlender Schlaf: Wenn wir schlafen, aktivieren sich die Gehirnzonen, die mit dem Gedächtnis verbunden sind, und wenn wir dagegen wenig schlafen, werden diese Zonen geschwächt. Deswegen ist es empfehlenswert, mindestens 8 Stunden täglich zu schlafen.
  • Neurodegenerative Erkrankungen (wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Chorea Huntington, Parkinson, …)
  • Momente, in denen wir nervöser sind oder Momente, in denen wir starke Emotionen erleben
  • Vitaminmangel: Ein Defizit an Vitamin B12 kann zu Gedächtnisproblemen führen. Deswegen empfehlen Experten einen angemessenen Konsum dieses Vitamins in unterschiedlichen Lebensmitteln oder bei schwangeren Frauen, Menschen mit gastrointestinalen Krankheiten sogar Vitaminergänzungen. Auch eine Ernährung mit hoher Kalorienzufuhr (zum Beispiel Fast Food in Massen), kann für Gedächtnisprobleme sorgen.

Das Gedächtnis ist ein Gut, das wir sorgfältig pflegen sollten. Wir sollten aus unserem Alltag jeden Faktor verbannen, der un schädigen könnte, wie eine schlechte Ernährung, Rauchen, exzessives Trinken, Drogen, oder einfach unser Gehirn nicht anzustrengen.

Sollte ich mir wegen der Gedächtnisprobleme Sorgen machen?

Wenn du merkst, dass sich die Gedächtnisprobleme ständig wiederholen, ist es empfehlenswert, sich an einen spezialisierten Experten zu wenden. So kannst du feststellen, ob die Symptome durch einen Faktor verursacht werden, den man rückgängig machen kann, ob sie mit der normalen Alterung zusammenhängen oder ob im Gegensatz dazu, eine Art von kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz besteht, die behandelt werden muss.

Es empfiehlt sich, immer zu versuchen, eine positive Einstellung beizubehalten und sich bewusst zu sein, wie wichtig es ist, mit unserem Gedächtnis zu arbeiten. Wenn der Grund für die Gedächtnisprobleme der Arbeitsstress oder die Hektik ist, die wir Tag für Tag haben, sollten wir uns keine Sorgen machen, aber uns darum kümmern, unser Gedächtnis mit verschiedenen Strategien zu verbessern. Man kann Aktivitäten wie Lesen, Studieren, Denkspiele, etc. durchführen.

Gedächtnisprobleme: Was kann ich tun, um mich besser zu erinnern?

Es ist nicht sinnvoll, sich zu sehr auf leichte Gedächtnisprobleme zu fixieren. Das Gedächtnis hat eine beschränkte Kapazität, und um weiterhin neue Erinnerungen zu formen, muss es die Erinnerungen loswerden, die nicht mehr nützen. Die menschlichen Wesen erinnern sich an allgemeine Dinge wie Personen, Fakten und Orte, aber wir neigen dazu, Details zu vergessen. Deswegen vergessen wir oft, weil unser Gehirn vergessen muss.

Wir erinnern uns an 5% dessen, was wir hören, 15% dessen, was wir sehen und 90% dessen, was wir tun. Was soll das heißen? Dass es eine gute Art ist, sich mithilfe von Eselsbrücken Dinge zu merken, um uns leichter an sie zu erinnern. Was können wir machen, um uns besser zu erinnern?

  • Uns laut Anweisungen geben: Wir können Gedächtnislücken merkbar verringern, wenn wir uns laut selbst Anweisungen geben. Zum Beispiel: “Ich muss die Autoschlüssel mitnehmen, wenn ich aus dem Haus gehe”, “Ich muss eine E-Mail an meinen Kollegen schreiben”
  • Uns uns selbst vorstellen, wie wir das tun, an das wir uns erinnern wollen: Uns selbst abzubilden, wie wir diese Handlung ausführen, kann uns dabei helfen, kleine Vergesslichkeiten oder Gedächtnisprobleme zu reduzieren
  • Nutze CogniFit, das führende Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulation: CogniFit ist die meist verwendete nicht pharmakologische Behandlung bei Gedächtnisproblemen, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen im Frühstadium. Die Technologie von CogniFit wurde wissenschaftlich validiert und standardisiert. Du musst dich nur registrieren! Die Übungsbatterie von CogniFit ermöglicht es, präzise die kognitiven Stärken und Schwächen einer jeden Person zu bewerten und zu messen.
  • Betätige dich körperlich: Die körperliche Bewegung hilft dabei, die kleinen Gedächtnisprobleme zu lindern und verjüngt die Zellen.
  • Gehe einer passenden Ernährung für das Gehirn nach: Eine Ernährung aus Obst, Gemüse und Vollkorngetreide kann dir dabei helfen, Gedächtnisprobleme zu verringern. Die Antioxidantien, die wir in diesen Lebensmitteln finden, können uns dabei helfen, unsere Neuronen zu beschützen. Entdecke die besten Vitamine für das Gehirn.
  • Erhole dich angemessen: Eine angemessene Erholung ist unabdingbar für das optimale Funktionieren des Gedächtnisses.
  • Plane deine Aktivitäten und mach Listen: Manche Menschen finden, dass sie sich besser an die Dinge erinnern, wenn sie Listen mit allen ausstehenden Tätigkeiten machen.
  • Weitere Empfehlungen: Wenn du lernen möchtest, dich besser zu erinnern und deine Gedächtnisprobleme zu verringern, entdecke in diesem Artikel, wie du dein Gedächtnis verbessern kannst.

Du brauchst nur Geduld, Motivation, Mühe und stetige Übung. Wenn du erst einmal merkst, wie deine Gedächtnisprobleme beginnen zu verschwinden, wird sich deine Stimmung verbessern und so wirst du dich besser fühlen und gleichzeitig weniger dazu neigen, die Dinge zu vergessen. “Wir sind, was wir erinnern und erinnern, was wir sind”.

Neuroplastizität und Gedächtnisprobleme

Wenn die Ursache unserer Gedächtnisprobleme reversibel und spezifisch ist, müssen wir uns keine Sorgen machen. Wenn wir dagegen nach einer Bewertung eines spezialisierten Experten eine Diagnose für eine mögliche Demenz oder eine mögliche kognitive Beeinträchtigung erhalten, sollten wir etwas unternehmen, um die Auswirkungen zu verlangsamen und daran denken, dass nicht alles verloren ist. Dank der Neurowissenschaft und der Neuropsychologie hat man das Konzept der Neuroplastizität entdeckt.

Im Großen und Ganzen und nach aktuellen Untersuchungen können wir sagen, dass die neuronale Plastizität (oder Neuroplastizität) “die Kapazität des Nervensystems zur Veränderung seiner Struktur und seiner Funktionen im Laufe des Lebens, als Reaktion auf die Umgebung” ist.

Diese Kapazität des Gehirns ermöglicht es, die Evolution der Krankheit zu verzögern und für längere Zeit die kognitiven Fähigkeiten der Person zu erhalten und somit ihre Lebensqualität zu verbessern.

 

Vielen Dank fürs Lesen, du kannst deine Kommentare, Zweifel und Fragen gerne hinterlassen.

 

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

 

Was ist die Leichte Kognitive Beeinträchtigung (LKB)? Wie erkennt man sie?

Was ist die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) oder leichte kognitive Störung? Die leichte kognitive Beeinträchtigung zeichnet sich durch den Verlust kognitiver Funktionen aus. Im Konkreten beobachtet man Beeinträchtigungen in den Prozessen der Aufmerksamkeit, im Gedächtnis und bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit. Trotzdem sind die Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung komplett selbstständig und können ihren Alltagsaktivitäten nachgehen. In diesem Artikel erklärt dir die Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda die wichtigsten Punkte, um alles Notwendige über die leichte kognitive Beeinträchtigung zu lernen und sie von der Demenz oder Alzheimer zu unterscheiden. Außerdem wird erklärt, wie man ihr Eintreten verzögern kann und sie mit einer Reihe von täglichen Abläufen ausbremst.

Leichte kognitive Beeinträchtigung

Was ist die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB)?

Die leichte kognitive Beeinträchtigung tritt bei Personen ab einem alter von 65 Jahren auf. Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Betroffenen. Sie tritt außerdem mit größerer Wahrscheinlichkeit in ländlichen Gegenden auf und es leiden gleich viele Männer und Frauen unter ihr. Zudem weisen die Menschen mit LKB eine größere kognitive Beeinträchtigung auf, als man es von ihrem Alter und Bildungsstand erwarten würde, also unterscheiden sie sich leicht durch ihre schlechteren Leistungen in den Bewertungen von ihren Altersgenossen. Die kognitive Beeinträchtigung kann, wenn auch weniger häufig, bei jungen Menschen auftreten und ensteht meistens aus anderen Gründen. Alkohol und Gehirn: Welche Folgen hat übermäßiger Alkoholgenuss im Nervensystem? Die leichte kognitive Beeinträchtigung zeichnet sich durch einen kognitive Störung aus, die für gewöhnlich das Gedächtnis miteinbezieht, aber nicht die nötige Schwere hat, um die notwendigen Kriterien für eine Demenz-Diagnose zu erfüllen (DSM-IV).

Die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) wird als eine diagnostische Einheit gesehen und bezieht sich auf einen vorübergehenden Zustand zwischen dem normalen Alterungsprozess und dem anormalen Alterungsprozess (Demenz).

Um eine Person mit leichter kognitive Beeinträchtigung (LKB) zu diagnostizieren, sollten sich folgende diagnostische Kriterien erfüllen, nach Petersen et Al, (2009)

  1. Präsenz von Gedächtnisbeschwerden, im besten Fall durch einen Informanten verifiziert: Das Gefühl eines Gedächtnisverlustes kann subjektiv sein und eine typische Angstreaktion im Alter sein, obwohl dieser nicht wirklich existiert oder nicht Besorgnis erregend ist. Deshalb ist das erste diagnostische Kriterium, dass der Partner oder ein Familienmitglied das Vorhandensein der Beschwerden nicht nur bestätigt, sondern auch Auskunft darüber geben kann, wie zum Beispiel seit wann sie auftreten, in welcher Intensität etc.
  2. Objektive Gedächtnisstörung unter dem Altersdurchschnitt: Der zweite Schritt zur Diagnose der leichten kognitiven Beeinträchtigung ist die Bewertung der Person in vielen Bereichen, inklusive neuropsychologischen Tests, um den Grad der Beeinträchtigung genau zu messen und zu bestimmen, ob es als Diagnose klassifiziert werden kann oder nicht.
  3. Allgemein normale kognitive Funktion: Die Person ist dazu in der Lage, ihre Alltagsaufgaben wie immer und ohne Hilfe zu erledigen. Mit dem Hund spazieren gehen, sich waschen, kochen, einkaufen gehen …
  4. Einfache Aktivitäten des Alltags sind intakt, auch wenn es zu leichten Störungen bei den komplexeren Aufgaben kommen kann: Die Person kann mit der Zeit wahrnehmen, dass sie neue Informationen nicht so schnell verarbeitet wie vorher und Aufgaben, denen sie früher problemlos nachging, wie ein Buch lesen, können sie überfordern und verwirren.
  5. Abwesenheit von Demenz: Ein Schlüsselfaktor für die Diagnose der leichten kognitiven Beeinträchtigung (LKB) ist das Nichtvorhandensein von Demenzsymptomen wie Apraxien, Agnosien, Prosopagnosien, Sprach- und Bewegungsstörungen.

Arten der leichten kognitiven Störung

Zusätzlich zu den Diagnosekriterien unterscheiden die Autoren zwischen drei möglichen Arten von leichter kognitiver Beeinträchtigung (LKB), die zu unterschiedlichen möglichen Evolutionen führen. Wir können die leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) in drei Kategorien einteilen:

  • Leichte kognitive Störung amnestischer Art (LKB-a): Diese Art hat den Gedächtnisverlust als Hauptsymptom. Wenn diese Form von LKB sich weiterentwickelt, wird sie am wahrscheinlichsten zur Demenz, konkret zur Alzheimer-Krankheit. Identifikationsfaktor: Beschwerde über den Gedächtnisverlust
  • Leichte kognitive Beeinträchtigung multipler Domänen (LKB-mult): Verläuft mit verschiedenen betroffenen Bereichen, muss aber keinen Gedächtnisverlust beinhalten. Im Falle, dass diese LKB sich zu einer Demenz weiterentwickelt, kann sie dies in verschiedene Richtungen tun, inklusive der Alzheimer-Krankheit.  Identifikationsfaktor: Geringes Urteilsvermögen, Beeinträchtigung der linguistischen Funktionen, Veränderungen der Persönlichkeit und im Verhalten empobrecido.
  • Leichte kognitive Beeinträchtigung einer Domäne nicht-amnestischer Art (LKB-mnoa): Es handelt sich um die Einschränkung einer einzelnen Domäne, jedoch nicht des Gedächtnisses. Diese letztere wäre der Zustand vor einer Demenz, die nicht Alzheimer ist, wie unter anderem zum Beispiel frontotemporale Demenz, Lewy-Körper-Demenz, vaskuläre Demenz und semantische Demenz. Identifikationsfaktor: Es sind kognitive Defizite in anderen Bereichen als der Erinnerung vorhanden. Die Betroffenen können sich sozial unpassend verhalten, was bei anderen Subtypen der leichten kognitiven Einschränkung nicht der Fall ist.

Der Schlüssel zur Unterscheidung von Leichter Kognitiver Beeinträchtigung (LKB) und Demenz

Häufig entstehen Zweifel und oft assoziieren wir die leichte kognitive Beeinträchtigung mit einer Demenz oder Alzheimer, aber diese Störungen unterscheiden sich voneinander. Auch wenn die Symptome sehr ähnlich wirken können, müssen wir das Hauptmerkmal, das die beiden Störungen unterscheidet, beachten, und dieses besteht darin, dass es eine beachtliche Einschränkung der täglichen Abläufe der betroffenen Person geben muss, die es ihnen erschwert oder sie sogar daran hindert, den vorher selbstständig erledigten Alltagsaufgaben nachzugehen, damit wir von Demenz sprechen können. Dies geschieht bei der leichten kognitiven Beeinträchtigung nicht. Die/Der Betroffene beklagt im Allgemeinen Gedächtnisverlust, sich nicht an Namen von Personen erinnern zu können, “unschuldige” Gedächtnislücken wie zu vergessen, wo sie/er die Schlüssel abgelegt hat, etc. Aber er/sie kann seiner/ihrer Alltagsroutine normal und selbstständig nachgehen.

Die Essenz der leichten kognitiven Beeinträchtigung (LKB) ist eine Gedächtnisstörung, ohne dass eine Demenz vorhanden ist.

Trotz der konzeptuellen und diagnostischen Fortschritten im Bereich der Alterung von der neuropsychologischen Perspektive aus schätzt man, dass ein bedeutender Anteil der Demenzfälle nicht in den Anfangsphasen diagnostiziert wird. Wenn du das Konzept der Demenzen ein bisschen weiter vertiefen möchtest, verpass nicht den folgenden Artikel: 10 Aktivitäten zur kognitiven Stimulierung bei Demenz.

Merkmale der Menschen mit leichter kognitiven Beeinträchtigung (LKB)

Die Art von Gedächtnisverlust einer Person mit leichter kognitiver Beeinträchtigung bezieht sich auf eine spezielle Form des Gedächtnisses: das anterograde episodische Gedächtnis. Bei Schwierigkeiten mit dieser Art des Gedächtnisses bestehen Probleme, neue Erinnerungen zu formen. Die Betroffenen vergessen oder verlernen weder ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, noch vergessen sie ihre eigene Biografie. Eine Person scheitert aber bei den folgenden Umständen:

  1. Fähigkeit, sich daran zu erinnern, was sie vor zwei oder drei Tagen gemacht haben
  2. Sich an einen Arzttermin zu erinnern oder ein Treffen mit Freunden oder der Familie
  3. Vergisst systematisch, wo sie die Dinge aufbewahrt
  4. Wiederholt vielleicht oft dieselben Fragen in einem Gespräch
  5. Vergisst vielleicht wichtige Informationen aus diesem Gespräch (die nächste Verabredung zum Essen…)
  6. Verwirrung bei der Reihenfolge vor kurzem geschehener Ereignisse oder Daten
  7. Wenn sie mit anderen Menschen in Kontakt ist, zeigt sie sich häufig weniger geduldig, gereizter, unkontrollierter und jähzorniger als vorher.

Wie man der leichten kognitiven Beeinträchtigung im Alter vorbeugt und ihr Fortschreiten verlangsamt: 10 Tipps zum Umsetzen in die Praxis

Weil es zurzeit keine Behandlung für die leichte kognitive Beeinträchtigung im Alter gibt, ist es unabdingbar, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um ihr zukünftiges Erscheinen so gut wie möglich zu bremsen. Tägliches Gehirntraining ist das beste Schutzschild gegen die leichte kognitive Beeinträchtigung.

1- Mach täglich Gehirntraining

Die Zeitschrift Nature und eine Vielzahl von Studien betonen die Wichtigkeit von Gehirntraining, um die kognitive Beeinträchtigung zu bremsen. Valencia et al. (2008) haben positive Effekte auf den Ausgleich der kognitiven Beeinträchtigung mit Gehirntrainingsprogrammen gefunden, seien diese allgemein oder konkret für Funktionen wie das Gedächtnis.

CogniFit ist das führende Programm für kognitive Bewertung und Gehirntraining. In CogniFit kann man ein spezifisch für die leichte kognitive Beeinträchtigung hergestelltes Stimulationsprogramm finden und ein weiteres Programm, das ein Gehirntraining für Personen über 55 anbietet. Die kognitive Stimulation von CogniFit ist die am meisten verwendete nicht pharmazeutische Behandlung in Fällen von leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen in der Frühphase. Sie fokussiert sich auf die Neuroplastizität. Diese Fähigkeit des Gehirns ermöglicht es, die Entwicklung der Krankheit zu verlangsamen und die kognitiven Fähigkeiten der Person länger zu erhalten, und somit ihre Lebensqualität zu verbessern. Du musst dich nur registrieren! Die Übungsbatterien von CogniFit ermöglichen es, die kognitiven Stärken und Schwächen einer jeden Person präzise zu bewerten und zu messen. CogniFit zeigt eine Grafik mit den kognitiven Ergebnissen und schlägt automatisch den personalisierten Trainingsplan vor, der sich am besten an die Bedürfnisse jedes Individuums anpasst.

2- Ernähre dich mediterran

Studien zeigen, dass ein hoher Konsum von einfach ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl) und ein niedriger Konsum von gesättigten Fettsäuren einen Schutzeffekt gegen kognitive Verwirrung und die leichte kognitive Beeinträchtigung im Konkreten haben können. Außerdem kann laut einer Studie das einmal wöchentliche Konsumieren von Fisch und Meeresfrüchten das Erscheinen von leichter kognitiver Beeinträchtigung, laut einigen Studien verringern. Dabei zeigen sich Vorteile für Menschen die Fisch und Meeresfrüchte, die Reich an Omega3 sind, konsumieren. Außerdem zeigte die sogenannten Rotterdam Studie, dass ein leichter bis moderater Konsum von Alkohol das Demenzrisiko senken kann. Vitamine für das Gehirn.

3- Verwende Wiederholungsstrategien, mnemotechnische Regeln und Datenkategorisierungsstrategien

Diese Art von Strategien wird deiner Erinnerung dabei helfen, die aktuelle Information verlässlicher und dauerhafter zu behalten. Besonders die Datenkategorisierung hat sehr vorteilhafte Auswirkungen bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung. Sie besteht daraus, spezifische Anweisungen zu geben und die Information nach Themen zu wiederholen und zu erinnern. Dies ist eine sehr effiziente Hilfe, um sich Schlüsselwörter zu merken und eine bestimmte Information zu wiederholen. Beispiel: Die Person mit leichter kognitiver Beeinträchtigung wird sich leichter merken können, welche Medizin sie nehmen soll, wenn sie diese Medikamente nach Kategorien ordnet, um ihre Erinnerung zu aktivieren.

4- Benutze visuelle Hilfen

Es ist erwiesen, dass ältere Menschen sich besser an Bilder erinnern, von daher musst du versuchen, deinem Gedächtnis visuelle Inhalte zukommen zu lassen. Listen, Notizbücher, Post-Its, Kalender, Erinnerungsnotizen an häufig besuchten Orten (Kühlschrank, Fernseher, Spiegel …) werden ein nützliches Werkzeug sein, um dein visuelles Gedächtnis zu unterstützen und die Symptome der leichten kognitiven Beeinträchtigung zu verlangsamen.

5- Gehe 30 Minuten am Tag

Wenn wir uns gemäßigt körperlich bewegen, werden die Hirnzellen mit Sauerstoff versorgt, was ein sehr förderlicher Aspekt für die Verzögerung des Entstehens der leichten kognitiven Beeinträchtigung ist. Die körperliche Bewegung verbessert die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, die Flüssigkeit der Sprache, den kognitiven globalen Zustand und die Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Fähigkeiten, die am meisten leiden, wenn leichte kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert wird. Außerdem hilft dem Erhalt der weißen und grauen Substanz, vor allem die des Parietallappens, einer Zone, die sehr von Alzheimer betroffen ist: der Precuneus.

6- Vermeide Müdigkeit und Erschöpfung

Es ist erwiesen, dass ältere Menschen neue Informationen langsamer verarbeiten, vor allem in Stresssituationen, in denen sie mehrere Aufgaben auf einmal erledigen müsse. R.S Wilson von der Rush University Medical Center de Chicago erklärt, dass die ständige Angst die kognitiven Funktionen stört und das Demenzrisiko erhöht. Also sollten wir uns im Bezug auf diesen Aspekt schonen. Wie sollen wir das tun? Studien mit älteren Menschen weisen bessere kognitive Funktionen bei denen auf, die bessere Fähigkeiten zur Stressregulierung haben, sowie bei denjenigen, die regelmäßig meditierten bzw. Entspannungsübungen oder Yoga machten.

7- Hör nie auf zu lesen, um der leichten kognitiven Beeinträchtigung vorzubeugen

Die Lesegewohnheit ist ein Schutzfaktor für die leichte kognitive Beeinträchtigung und dieser Schutz ist besser bei den häufigen Lesern, deren Lesegeschichte älter als 5 Jahre ist. Die Förderung des Lesens kann eine gute primäre Strategie der Vorbeugung des Bevölkerungsgebiets sein (Collado und Esteve, 2012). Lies alles, was dir in die Hände fällt, die Zeitung, eine Zeitschrift, Bücher, die du schon lange lesen wolltest … und besorge deinem Gehirn das bestmöglichste Schutzschild, um die leichte kognitive Beeinträchtigung zu bremsen.

8- Nimm deine sozialen Beziehungen ernst

Einsamkeit und Isolierung sind Faktoren, die mit einer stärkeren leichten kognitiven Beeinträchtigung zusammenhängen. Wenn die Person, die an leichter kognitiver Beeinträchtigung (LKB) leidet, beginnt sich dessen bewusst zu werden und Gedächtnisbeschwerden beklagt, ist es üblich, dass sich Betroffene versuchen sich von geliebten Mitmenschen zu entfernen, um ihnen keine Sorgen zu bereiten. Dies ist ein Fehler, der den kognitiven Funktionen ernsthaft schadet. In Wirklichkeit ist es, wenn man jetzt mehr Freizeit hat, der beste Moment, an sozialen Aktivitäten teilzunehmen (Versammlungen, soziale Einrichtungen …) oder mit einer NGO zusammenzuarbeiten oder Freiwilligenarbeit zu Leisten, in einem Bereich, der einem wichtig ist.

9- Wähle ein Hobby und setze es um

Eins der guten Dinge des Dritten Alters oder “goldenen Alters” ist die wunderbare Menge an Zeit, die die Menschen haben, wenn sie in Rente gehen. Es ist der perfekte Zeitpunkt, um etwas zu machen, was du schon immer machen wolltest, aber aus Zeitgründen nie begonnen hast. Einen Garten anlegen, Zeichenunterricht nehmen, was auch immer. Das Ausüben eines Hobbys mit Ausdauer trägt zur richtigen Leistung der kognitiven Fähigkeiten bei und ist ein exzellenter Verzögerer von kognitiven Beeinträchtigungen. Die Übung und Förderung von Hobbys kann das Erscheinen der leichten kognitiven Beeinträchtigung bei Personen über 65 verzögern.

10- Bitte um Hilfe, wenn die ersten Symptome auftreten

Wenn du glaubst, dass du unter Gedächtnisverlust mit leichter kognitiver Beeinträchtigung leiden könntest, zögere nicht, professionelle Hilfe aufzusuchen. Die frühzeitige Erkennung der leichten kognitiven Beeinträchtigung kann dabei helfen, sie zu bremsen und dein Leben ändern, inklusive Routinen und Übungen wie die in diesem Artikel vorgestellten, um deine Lebensqualität zu verbessern und das Fortschreiten der leichten kognitiven Beeinträchtigung zu bremsen. Vor allem ist wichtig, dass du dich nicht isolierst und Familienmitglieder vermeidest, die dir helfen wollen. Wenn du rechtzeitig Abhilfe schaffst, kannst du eventuell dafür sorgen, dass die leichte kognitive Beeinträchtigung nicht in andere schädlichere Demenzstadien fortschreitet.

Wie immer können die Vorbeugung und frühzeitige Erkennung der leichten kognitiven Beeinträchtigung helfen.

Danke fürs Lesen. Zögere nicht, deine Kommentare und Fragen unten zu hinterlassen 🙂

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.

Referenzen: 

Féart, Catherine, et al. “Adherence to a Mediterranean diet, cognitive decline, and risk of dementia.” Jama 302.6 (2009): 638-648.

Ruitenberg, Annemieke, et al. “Alcohol consumption and risk of dementia: the Rotterdam Study.” The Lancet 359.9303 (2002): 281-286.

Tangney, Christine C., et al. “Adherence to a Mediterranean-type dietary pattern and cognitive decline in a community population.” The American journal of clinical nutrition 93.3 (2011): 601-607.

Alkohol und Gehirn – Welche Konsequenzen hat der übermäßige Alkoholgenuss im Nervensystem?

Alkohol und Gehirn: Wozu übermäßiger Alkoholgenuss führt. Diverse Studien bestätigen die Existenz eines Zusammenhangs zwischen Alkoholmissbrauch und kognitivem Verschleiß. Ein Übermaß an alkoholischen Getränken kann schwere Folgen für unser Gedächtnis und unsere Kognition haben.

Vielleicht weißt du nicht, dass übermäßiger Alkoholgenuss auch das Gehirn von Jugendlichen und jungen Menschen beeinträchtigen können. Die „Besäufnisse“ am Wochenende, das „Binge drinking“ kann unser Gehirn auf lange Sicht schädigen. Ein Bier am Tag muss noch keinen Schaden anrichten. Allerdings können Exzesse und häufiges Betrinken sehr negative Auswirkungen im Gehirn haben. In diesem Artikel erklären wir dir, welchen Einfluss Alkohol auf dein Gehirn hat und geben dir einige Tipps.

Folgen des Alkohols im Gehirn

Ab und zu einen Drink zu trinken wird dir keine Probleme im Nervensystem verursachen. Es wird riskant, wenn der Konsum exzessiv, schnell und wiederholt stattfindet, auch wenn es nur am Wochenende ist.

Eine wissenschaftliche Studie, die in der Zeitschrift Neuropsychologie, Neuropsychiatrie und Neurowissenschaften veröffentlicht wurde, besagt, dass der erhöhte Alkoholkonsum am Wochenende neurokognitive Defizite bei beiden Geschlechtern hervorruft, diese bei Frauen allerdings ausgeprägter sind.

Außerdem kann der Wochenendkonsum in hohem Masse zur Alkoholabhängigkeit im Erwachsenenalter führen.

Welchen Einfluss hat Alkohol auf dein Gehirn? Folgen

1. Alkohol und Gehirn: Der übermäßige Alkoholgenuss beeinträchtigt den Hippocampus

An strukturellen Veränderungen kann man ein geringeres Volumen des Hippocampus bemerken, eine Struktur, die fundamental für das richtige Funktionieren von Fähigkeiten wie das Gedächtnis oder die Lernfähigkeit ist.

Außerdem beobachtet man Veränderungen im vorderen Stirnlappen, der für das Regulieren der Selbstkontrolle unseres Verhaltens ist.

Der Alkohol verändert die funktionelle Entwicklung des Kleinhirn, der Hirnrinde und des Nukleus accumbens. Zudem verhindert er die Bildung von neuen Synapsen, es kann sogar zum Zelltod kommen.

2. Alkohol und Gehirn: Am Wochenende zu trinken schädigt das Gedächtnis

Eine Studie, die an der Universidad de Compostela von dem Professor für Psychobiologie Dr. Cadaveira durchgeführt wurde, zeigt, dass junge Menschen, die intensiv Alkohol konsumieren, ein schlechteres Gedächtnis als die haben, die nicht trinken.

Außerdem haben sie größere Schwierigkeiten beim Erkennen von Gesichtern, eine fundamentale Funktion unserer Erinnerungsfähigkeit.

Der Arbeitsspeicher ist dafür zuständig, dass wir wichtige Daten für die Beendigung und Planung einer Aufgabe im Kopf behalten. Diese Studie hat Belege dafür gefunden, dass der Arbeitsspeicher auch Störungen erleidet.

3. Alkohol und Gehirn: Warum habe ich Gedächtnislücken nach einer Party-Nacht?

Nach einer langen Nacht, in der es an Gin Tonics nicht fehlte, wachst du mit einem legendären Kater, Kopfschmerzen und dem beunruhigenden Gefühl auf, nicht zu wissen, was letzte Nacht passiert ist.

Dies nennt man alkoholische Amnesie oder Blackouts/Filmrisse und sie entsteht, wenn es eine Unterbrechung in den Funktionen des Hippocampus gibt, einer fundamentalen Struktur des Gedächtnisses.

Wenn wir sehr schnell und im Überfluss trinken, erschweren oder verhindern wir die Arbeit der Rezeptoren des Hippocampus, die Glutamat weiterleiten, was wichtig für die Produktion von Synapsen zwischen Neuronen ist.

Wahrscheinlich bist du, wenn du in diesem Zustand von „Gehirnausfall“ bist, dazu fähig, ganz routinemäßigen Abläufen nachzugehen, wie dich auszuziehen und ins Bett zu gehen, eine Nachricht bei Whatsapp zu senden, aber dein Gehirn ist für eine Weile außerstande, neue Erinnerungen zu schaffen.

Diese Filmrisse sind gefährlich. Erstens können sie dich in verwundbare und risikoreiche Situationen bringen. Zweitens bist du, wenn du eine Frau bist, anfälliger dafür solche alkoholischen Amnesien zu erleiden. Studien besagen, dass wir eine geringere Menge an gastrischer Dehydrase besitzen, ein Enzym, das dafür verantwortlich ist, den Alkohol in unserem Körper zu verdünnen und aufzulösen.

Obwohl es keinen Zusammenhang zwischen sozialen Trinkern und Alkoholikern bei der Präsenz und Häufigkeit der Filmrisse gibt, ist es empfehlenswert, dass du, wenn es dir einmal passiert ist, deinen Alkoholkonsum zumindest für eine Zeit lang drastisch reduzierst.

4. Alkohol und Gehirn: Erscheinung von emotionalen Störungen

Der Alkoholmissbrauch, auch wenn er unterbrochen stattfindet, korreliert mit Krankheiten und Störungen wie der Depression, Angststörungen, Aggressivität und Stress. Wenn du eins dieser Symptome bemerkst, denk mal über die Menge Alkohol nach, die du zu dir nimmst.

5. Alkohol und Gehirn: Hat einen noch größeren Einfluss im Gehirn von Erwachsenen

In Deutschland beginnen die Jugendlichen mit durchschnittlich 14,9 Jahren Alkohol zu konsumieren. Wenn dieser Fakt schon alarmierend ist, dann sind es die Folgen noch mehr. Die Jugendlichen trinken für gewöhnlich nicht täglich, aber am Wochenende machen sie das sogenannte Binge drinking, oder intensiven Alkoholkonsum.

Dieses Übermaß an Alkohol bei den Jüngsten schädigt Funktionen wie die Lernfähigkeit und das Gedächtnis, da sich ihr Gedächtnis noch formt, und steigert impulsive und depressive Verhaltensweisen.

Effekte des Alkohols im Gehirn

Tipps, um dein Gehirn nicht so sehr zu misshandeln

1. Alkohol und Gehirn: Trinke in Maßen

Wenn du wirklich aufhören möchtest, dein Gehirn zu bestrafen und dir mögliche zukünftige Gedächtnisprobleme sparen möchtest, ist die einfachste Lösung, mit dem Trinken aufzuhören.

Wenn diese radikale Option nicht zu deinen Plänen passt, lies bei Tipp 2 weiter.

2. Alkohol und Gehirn: Mach eine Pause und trink Wasser

Wenn du trinkst, mach es in Maßen. Es ist nicht nötig, 4 Gin Tonics zu trinken, einer ist mehr als genug. Außerdem, denk daran, zwischen Drink und Drink ein Glas Wasser zu trinken. Das Wasser wird die Lösung des Alkohols erleichtern und die Erhöhung des Alkoholspiegels in deinem Blut wird nicht so drastisch sein, was dir dabei helfen kann, die störenden Filmrisse zu vermeiden.

3. Alkohol und Gehirn: Trink nie mit leerem Magen

Es gibt nichts Schlimmeres, als auf leeren Magen zu trinken. Wenn du Nahrung in deinem Magen hast, wird der Anstieg des Alkoholpegels in deinem Blut nicht so ausgeprägt sein. Außerdem gibt die Nahrung deinem Gehirn Mittel, um gegen die Alkoholvergiftung, die du verursachst, zu kämpfen.

4. Alkohol und Gehirn: Wenn du glaubst, dass du ein Problem hast, bitte um Hilfe

Wenn du glaubst, dass dir der Alkoholkonsum aus den Händen gleitet, du immer mehr trinkst und der gleiche Effekt eintritt, du permanent Filmrisse hast, dann ist der Moment gekommen, um Hilfe zu bitten. Das Problem mit dem Alkohol ist, dass es eine Droge ist, die sozial gut angesehen ist, weswegen es vielleicht schwierig ist zu bemerken, dass du ein Problem mit übermäßigem Alkoholgenuss hast. Zögere nicht, um Hilfe zu bitten und mit einem Fachmann/einer Fachfrau zu sprechen, um zu vermeiden, dass dieses Problem zu etwas viel Gefährlicherem wie Alkoholismus wird.

5. Alkohol und Gehirn: Trainiere dein Gehirn täglich

Die beste Allianz, um zukünftigen Gedächtnisproblemen vorzubeugen, ist das Gehirntraining. CogniFit ist das führende Programm für kognitive Auswertung und Gehirnstimulation. Es ist durch die wissenschaftliche Gemeinde validiert und wird von Schulen, Universitäten und Krankenhäusern auf der ganzen Welt verwendet.

Du kannst online auf das Programm zugreifen. Es ist sehr einfach zu benutzen,du musst dich nur registrieren! Die verschiedenen interaktiven Übungen basieren auf klinischen Studien und professionellen Batterien zur Stimulation und neuropsychologischen Rehabilitation. Es sind unterhaltsame Denkspiele, die du am Computer spielen kannst. Nach jeder Sitzung präsentiert dir CogniFit eine detaillierte Graphik mit der Entwicklung deines Standes.

CogniFit fokussiert sich auf die Neuroplastizität des Gehirns, das ist die Fähigkeit, neue Synapsen und Neuronenkreisläufe zu bilden, die dazu fähig sind, die Funktionen der am meisten beschädigsten kognitiven Bereiche zu reorganisieren und wiederherzustellen, unter ihnen das Gedächtnis.

Um etwas mehr darüber zu lernen, wie du dein Gehirn trainieren kannst, verpass nicht den nächsten Artikel: Gehirngymnastik: 17 Aktivitäten, die dir helfen werden, länger ein gesundes Gehirn zu behalten.

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