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Die Posttraumatische Belastungsstörung und das Gedächtnis

Wie Traumata unsere Erinnerung löschen: „Es war das schlimmste Ereignis meines Lebens – und ich habe es vergessen.“ Einige Personen, die schreckliche Situationen erlebt haben, können sich an diese oft nicht mehr genau erinnern – dies liegt nicht nur Verdrängung zugrunde. Das Erleben eines traumatischen Ereignisses und eine darauf folgende posttraumatische Belastungsstörung löst heftige Stressreaktionen in unserem Körper aus, die sogar so weitreichende Folgen haben können, dass sie unser Gedächtnis verändern.

Eine Posttraumatische Belastungsstörung hat weitreichende Folgen für das Gehirn

Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung?

Eine posttraumatische Belastungsstörung (kurz: PTBS) entsteht, wie der Name bereits nahelegt, nach dem Erleben oder Beobachten eines extrem traumatischen Ereignisses. Dieses Ereignis wird von den Betroffenen in der Regel als lebensbedrohlich wahrgenommen und geht oft mit schweren Verletzungen einher. Solche traumatischen Ereignisse können beispielsweise Krieg, Naturkatastrophen, schwere Unfälle, Geiselnahmen oder Missbrauch sein.

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Ursachen und somit Typen der posttraumatischen Belastungsstörung:

  • Typ I: einmalige, eher kurzfristige Ereignisse (z.B. Unfall, Vergewaltigung, Naturkatastrophe
  • Typ II: wiederholte, länger andauernde Stressoren (z.B. körperliche und sexuelle Misshandlungen, Krieg, Gefangenschaft

Bei einer rein akuten posttraumatischen Belastungsstörung halten die Symptome in der Regel weniger als 3 Monate an. Danach nehmen sie aus eigener Kraft oder mithilfe von Therapie ab.

Halten die Symptome jedoch länger an, kann sich eine chronische PTBS entwickeln, welche wesentlich schwieriger zu bewältigen ist.
In einigen Fällen tritt die Posttraumatische Belastungsstörung nicht unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis ein, sondern folgt später mit verzögertem Beginn; so können Monate oder auch Jahre vergehen, bis ein Ereignis oder eine Situation, die der ursprünglichen traumatischen Situation ähnelt, den Betroffenen an das Trauma erinnert und eine heftige Reaktion auslöst.

Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung

Vermeidungsverhalten bei einer posttraumatischen Belastungsstörung

Nach dem Erleben und Überleben der traumatischen Situation versuchen die Betroffenen in der Regel, sich den neuen Umständen ihres Lebens anzupassen, und entwickeln hierzu Strategien wie dissoziatives Abspalten vom Geschehen oder emotionales Abstumpfen, um ihren Schmerz zu vermindern. Durch diese teilweise vollkommene Unterdrückung von Emotionen und Schmerz kann es zu einer tiefgreifenden Veränderung der gesamten Persönlichkeit der Person kommen, die nur noch darauf bedacht ist, ihre Emotionen zu unterdrücken und somit ihre gesamte Energie darauf ausrichtet.

Betroffene zeigen daher oft ein stark vermindertes Interesse an Alltagsaktivitäten und berichten von einem Gefühl der Entfremdung vom Leben, an dem sie kaum noch bewusst teilnehmen. Mit diesem emotionalen Abstumpfen geht oft eine eingeschränkte Affektbandbreite wie zum Beispiel die Unfähigkeit, zärtliche Gefühle zu empfinden und zu zeigen, einher. Viele Betroffene verlieren und vermeiden daher soziale Kontakte und werden einsam.

Verdrängung und posttraumatische Belastungsstörung

Die Bewältigung und Verarbeitung des traumatischen Ereignisses wird dabei häufig über viele Jahre hinweg durch wiederkehrende und stark belastende Erinnerungen an das Ereignis, Halluzinationen, Alpträume oder Flashbacks erschwert.

Um diese quälenden Erinnerungen zu umgehen entwickeln viele Betroffene ein geradezu phobisches Vermeidungsverhalten, um allen Hinweisreizen, die die Erinnerung an das Geschehene wieder wecken könnten, auszuweichen. Dieses Vermeidungsverhalten kann das gesamte alltägliche Leben der Person einschränken und belastet ihre Beziehungen zu Familie und Freunden stark.
Sollte eine Person, die unter der PTBS leidet, trotzdem einer Situation begegnen, die sie an das belastende Ereignis erinnert, so kann es zu heftigen psychischen Belastungen und körperlichen Reaktionen wie beispielsweise Panikattacken kommen.

Körperliche und emotionale Symptome der PTBS

Weitere körperliche Reaktionen, die oft mit einer Belastungsstörung einhergehen, sind Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, und ein ständiger Zustand der Aktivierung und Erregung, welcher zu teilweise übertrieben starken Schreckreaktionen führen kann.

Viele Patienten, die ein traumatisches Ereignis überstanden haben, berichten von teilweise qualvollen Schuldgefühlen, zum Beispiel da sie überlebt haben und andere Menschen nicht. Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und ein ständiges Gefühl der Bedrohung sind weitere Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, die teilweise in selbstschädigendem Verhalten enden können.

Posttraumatische Belastungsstörung: Diagnose

Um eine posttraumatische Belastungsstörung sicher diagnostizieren zu können muss die beschriebene Symptomatik länger als einen Monat andauern, da diese sich nach einem traumatischen Ereignis oft innerhalb eines Monats zurückbildet.
Wenn einige der Symptome wie Vermeidung, Empfindungslosigkeit oder erhöhte Angst schon vor dem traumatischen Ereignis auffällig waren, sind die Kriterien für eine PTBS ebenfalls nicht erfüllt; es kann eventuell eine andere affektive Störung oder Angststörung vorliegen.

Die soziale Unterstützung durch Familie und Freunde, positive und stärkende Erfahrungen sowie verschiedene Persönlichkeitsmerkmale der Betroffen, wie zum Beispiel ihre Belastbarkeit und Nervenstärke, können die Entstehung und auch die Dauer einer Belastungsstörung sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Die Posttraumatische Belastungsstörung und das Gedächtnis

Wie zuvor bereits erläutert sind Vermeidungsverhalten und das Verdrängen von Gedanken an das Ereignis verschiedene Möglichkeiten für Betroffene, mit dem traumatischen Ereignis umzugehen. Während manche Personen, die eine solche Situation überstanden haben, von Flashbacks und Erinnerungen geradezu gejagt werden, berichten andere jedoch von einer schwammigen oder teilweise völlig fehlenden Erinnerung an das Ereignis selbst; sie können sich an die Situation kaum noch zurückerinnern.
Um zu verstehen, wie dieser Gedächtnisverlust zustande kommt, ist es wichtig, einen Blick auf unser Gehirn und Hormonsystem zu werfen und zu untersuchen, wie der Körper auf solche belastenden Ereignisse reagiert.

Die Rolle des Hippocampus bei PTBS

Der Hippocampus ist eine Struktur, die sich relativ mittig im Temporallappen (auch Schläfenlappen genannt) des Gehirns befindet; jeder von uns hat zwei von ihnen – in jeder Gehirnhälfte einen. Gemeinsam mit einigen anderen Strukturen bildet er das sogenannte limbische System, welches unter anderem eine große Rolle bei Emotionen spielt.
Der Hippocampus selbst hat viele verschiedene Aufgaben, besonders wichtig ist er allerdings für das Gedächtnis. Durch seine weiten Verbindungen zu vielen anderen Bereichen des Gehirns erhält er diverse Informationen, die hier vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Unsere Erinnerungen werden zwar nicht nur im Hippocampus, sondern auch in diversen anderen Bereichen des Gehirns gespeichert, wie zum Beispiel in der Großhirnrinde, aber der Hippocampus ist enorm wichtig, um diese Erinnerungen zu speichern und wieder aufzurufen.

Posttraumatische Belastungsstörung – die Lage des Hippocampus im Gehirn.

Posttraumatische Belastungsstörung: Das Hormonsystem

Durch ein traumatisches Ereignis und die darauffolgenden Belastungen wie Angst und Trauer stehen Betroffene oft unter starkem, langanhaltendem Stress.
Dieser Stress führt zu einer vermehrten Aktivierung des menschlichen Hormonsystems und einige Hormone werden in großen Mengen produziert – unter anderem das Stresshormon Cortisol. Bei der Posttraumatischen Belastungsstörung spielt dieses Hormon dementsprechend eine wichtige Rolle.

Die sogenannte HPA – Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) ist eine Verbindung zwischen verschiedenen Strukturen unseres Körpers, die vor allem bei Stress aktiviert wird.
Der Hypothalamus, eine Struktur im Gehirn, die zur Steuerung unseres Körpers und enorm wichtig ist, wird bei starkem Stress aktiviert und sendet seine Botenstoffe in den Körper. Diese Botenstoffe aktivieren weitere Bereiche im Körper, unter anderem die Nebennierenrinde.
Die Nebenniere ist eine hormonproduzierende Drüse, die bei uns Menschen auf den eigentlichen Nieren aufsitzt und verschiedene Hormone produziert, unter anderem Cortisol.

Cortisol ist in der Medizin allgemein als Entzündungshemmer bekannt und wird dafür oft vom Arzt verschrieben. Dies liegt daran, dass Cortisol vor allem die Eigenschaft hat, Stoffwechselvorgänge zu aktivieren, die zum Abbau von bestimmten Stoffen in unserem Körper führen.

Das Gedächtnis unter Stress – Was passiert bei einer posttraumatischen Belastungsstörung?

Der Hippocampus hat viele Bindungsstellen für dieses Cortisol. Wird also durch den Stress, der mit einer posttraumatischen Belastungsstörung einhergeht, viel Cortisol im Körper ausgeschüttet, so gelangt auch viel davon in den Hippocampus – wo durch die übergroße Menge an Cortisol die Nervenzellen absterben indem sie abgebaut werden.
Der dauerhaft hohe Cortisolspiegel verhindert dabei ebenfalls die Neubildung von Nervenzellen, sodass das Volumen des Hippocampus um bis zu über 20% reduziert werden kann.

Berichtet also eine Person, die ein traumatisches Ereignis erlebt hat, davon, dass sie sich an dieses Ereignis nicht erinnern kann, hängt dies nicht nur mit der bewussten Verdrängung der Situation zusammen, sondern gibt es tatsächlich eine neuronale Erklärung für diesen Gedächtnisverlust im Gehirn.
Durch die Zerstörung von Nervenzellen im Hippocampus wird es dem Gehirn unmöglich gemacht oder zumindest erschwert, auf das Gedächtnis zuzugreifen und die Erinnerungen hervorzuholen.
Untersuchungen von Soldaten haben beispielsweise gezeigt, dass die Größe ihrer Hippocampi abgenommen hat, je länger sie im Einsatz waren und je mehr traumatische Ereignisse und Stress sie somit erlebt haben.

Posttraumatische Belastungsstörung: Vergessen oder Flashbacks – wem passiert was?

Die aktuelle Forschung liefert viele verschiedene Berichte zu posttraumatischen Belastungsstörungen, mit teilweise völlig entgegengesetzten Ausgängen. Während einige Personen von Alpträumen und qualvollen Flashbacks heimgesucht werden, erinnern sich andere kaum an das Ereignis – was bleibt ist jedoch die Angst und Panik und der innere Druck, ähnlichen Situationen aus dem Weg zu gehen.

Doch wie entscheidet sich genau, wie eine Belastungsstörung verläuft?

Es gibt verschiedene individuelle Risiko – und Schutzfaktoren, die den Umgang mit einem traumatischen Ereignis erleichtern oder erschweren können.
Viele Faktoren wie das Geschlecht oder die kognitive Verarbeitungskapazität wurden untersucht, aber auch Merkmale des Ereignisses selbst, zum Beispiel Intoxikation, die Art des Ereignisses, emotionale und physiologische Reaktionen auf das Geschehen sowie der Umgang mit dem entstandenen Trauma (soziale Unterstützung, Persönlichkeitsmerkmale).
Keiner dieser untersuchten Faktoren konnte jedoch eine ausreichende und eindeutige Erklärung liefern für die Unterschiede, die bei der Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung vorliegen. Es scheint eine Mischung aus verschiedenen Faktoren der Person und der Situation zu sein, die bestimmt, wie verschiedene Menschen auf ein traumatisches Ereignis reagieren.

Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung

Gut zu wissen ist jedoch, dass die posttraumatische Belastungsstörung trotz all ihrer Unterschiede zu den gut therapierbaren Störungen zählt. Viele verschiedene Therapieformen schlagen gut an, unter anderem die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie, bei der es vor allem um die Konfrontation der belastenden Erinnerung und eine strukturierte Veränderung der damit einhergehenden schädigenden Verhaltensweisen geht.

Zunächst ist es bei der Behandlungs einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung jedoch wichtig, bei den Betroffenen das Gefühl von Schutz und Sicherheit wiederherzustellen und die erste, unmittelbare Schockreaktion zu überwinden. Erst danach kann gemeinsam mit dem Therapeut an Copingstrategien gearbeitet werden, um potenzielle Flashbacks und Angstzustände zu reduzieren und ein Zurückkehren zum Leben vor dem Traumata zu ermöglichen.

Vor allem aber auch ein unterstützendes soziales Umfeld ist enorm wichtig für das erfolgreiche Überwinden der Belastungsstörung und kann Betroffenen dabei helfen, ihr Trauma zu überwinden und ihr Leben wieder ohne Angst und Stress zu gestalten.

Gedächtnisprobleme: Was ist das und wann sollten wir uns Sorgen machen

Was sind Gedächtnisprobleme?  Wir alle vergessen manchmal etwas: Wir machen uns Sorgen, wenn wir uns nicht erinnern, wo wir die Schlüssel gelassen haben, wenn wir den Geburtstag einer uns wichtigen Person vergessen, wenn wir uns bei der Uhrzeit, zu der der Zug abfährt, geirrt haben, oder an welchem Tag wir uns mit einem Freund verabredet hatten. Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir Dinge vergessen? Was sind die Ursachen von Gedächtnisproblemen?

Denkst du, dass es dir schwer fällt, dich an Dinge zu erinnern? Wann sollten wir uns um ein schweres Gedächtnisproblem Sorgen machen? Entdecke in diesem Artikel alles über Gedächtnisprobleme

Gedächtnisprobleme

Denkst du, dass du Gedächtnisprobleme haben könntest? Beantworte diese 14 einfachen Fragen über die Symptome, die mit Gedächtnisproblemen zusammenhängen.

1. Hast du das Gefühl, dass sich dein Gedächtnis verschlechtert hat?

2. Musst du einen Text mehrmals lesen, um ihn zu verstehen?

3. Verlegst du Gegenstände wie Schlüssel, Geld, Brille, etc. häufig?

4. Glaubst du, dass du bei Gesprächen Probleme hast, die passenden Worte zu finden?

5. Vergisst du häufig Dinge, wie zum Beispiel, was du gestern gegessen hast?

6. Auf deiner Arbeit musst du immer ähnliche Dinge machen, aber in letzter Zeit findest du es schwieriger, sie angemessen zu erledigen?

7. Vergisst du Pläne, die du auf kurze Sicht hin machst? Weißt du beispielsweise noch, dass du zum Arzt gehen musst, hast aber vergessen, wann du deinen Termin hast?

8. Hast du Schwierigkeiten gehabt, einen Gegenstand oder ein Gerät zu benutzen, dass du vorher schon einmal benutzen konntest?

9. Hast du Schwierigkeiten bei Aufgaben bemerkt, die Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern?

10. Haben die Menschen, die dir nahestehen, bemerkt, dass dein Gedächtnis neuerdings Mängel aufweist?

11. Fühlst du dich orientierungsloser als gewöhnlich, auch an Orten, an denen du häufig bist?

12. Zweifelst du, ob du eine bestimmte Handlung ausgeführt hast oder nicht?

13. Denkst du, dass du Wörter verwechselst oder es dir schwerer fällt, dich an Namen von Filmen, berühmten Menschen, etc. zu erinnern?

14. Fällt es dir schwer, dich an alle Menschen in deinem nächsten Umfeld zu erinnern?

Wenn du alle Fragen beantwortet hast und deine Antwort bei 7 oder mehr Symptomen JA ist, besteht die Möglichkeit, dass du unter Gedächtnisproblemen leidest. Die Ergebnisse dieses Tests sind aber in keinem Fall als Diagnose anzusehen. Suche deshalb einen Arzt auf, um eine Diagnose stellen zu lassen.

Mairena Vázquez, Psychologin, erklärt im Folgenden was Gedächtnisprobleme sind, ihre Ursachen und wann wir uns Sorgen machen sollten.

Was sind Gedächtnisprobleme?

Das Gedächtnis kann als Fähigkeit zur Speicherung und dem Hervorrufen von Information definiert werden. Das Gedächtnis ist die Gesamtheit der Systeme, die es uns ermöglichen, Information aufzunehmen, zu speichern und abzurufen. Menschen mit erworbenem Hirnschaden beklagen am häufigsten Gedächtnisprobleme, unter diesen leiden sowohl sie selbst als auch ihre Angehörigen.

Gedächtnisprobleme sind eine der häufigsten Gründe, weshalb Menschen eine neuropsychologische Beratung aufsuchen. Gedächtnisprobleme sind dementsprechend nicht nur mit älteren Menschen in Verbindung zu bringen, da Gedächtnisstörungen in jedem Alter auftreten können.

Leichte Vergesslichkeit oder leichte Gedächtnisprobleme sind häufig Teil des normalen Alterungsprozesses. Ältere Erwachsene benötigen oft mehr Zeit dafür, sich an etwas zu erinnern oder etwas Neues zu lernen. Dennoch haben wir alle gelegentlich Schwierigkeiten, uns an einen bestimmten Namen oder ein Wort zu erinnern und wir haben alle schon einmal die Schlüssel verlegt und einen wichtigen Termin vergessen.

Viele Personen zeigen regelmäßig alltägliche Vergesslichkeiten. Nicht alle Gedächtnislücken sind Symptome der kognitiven Beeinträchtigung, von Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Diese Pathologien treten für gewöhnlich mit Gedächtnislücken auf, die progressiv in Häufigkeit und Schwere sind. Wenn der Gedächtnisverlust von Familienmitgliedern oder nahestehenden Freunden bemerkt wird und sich störend auf alltägliche Abläufe auswirkt (Arbeit, soziale Beziehungen, etc.) ist es wichtig, eine professionelle neuropsychologische Bewertung durchzuführen und qualifizierte professionelle Beratung für Demenz und Gedächtnisprobleme aufzusuchen.

Gedächtnisprobleme betreffen alle Altersgruppen, nicht nur Menschen über 50 Jahre. Tatsächlich kommt es immer häufiger vor, dass junge Leute oder sogar Kinder Gedächtnisprobleme haben, was zu Aufmerksamkeitsproblemen führen kann. Trotz allem sind Gedächtnisprobleme eine der häufigsten Beschwerden bei älteren Menschen.

“Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können” (J.Paul; Fr. Richter).

Gründe für Gedächtnisverlust

Es gibt verschiedene Arten von Gedächtnisproblemen, sowohl Probleme, die den Abruf von Erinnerungen aus der Vergangenheit verhindern (“Was habe ich gestern gegessen?” – retrograde Amnesie) als auch Probleme bei der Bildung neuer Erinnerungen von neuen Ereignisse, wie Plänen, die wir für nächste Woche haben (anterograde Amnesie). Gleichzeitig können Gedächtnisprobleme auch die Konsequenz von einem erworbenen Hirnschaden sein.
Unabhängig davon, was die Ursachen der Gedächtnisprobleme oder anderer Probleme sind, kann der Mensch, der an ihnen leidet, Angst vor dem Vergessen empfinden.

So oder so sind Gedächtnisprobleme oft reversibel und lösbar. In diesen Fällen entstehen die Gedächtnisprobleme durch Ursachen, die wir irgendwie kontrollieren können, auch wenn es immer empfehlenswert ist, zum Arzt zu gehen, um eine mögliche Lösung zu finden oder zu zukünftige kognitive Beeinträchtigung zu vermeiden.

Carlos Regazzoni (Neurologe) geht davon aus, dass der Entstehung von Gedächtnisproblemen “hoher Blutdruck, Blutzuckerprobleme und am häufigsten Stress bei der Arbeit” zugrunde liegen. Deswegen haben immer mehr junge Menschen Gedächtnisprobleme und diese sollten nicht immer mit dem gefürchteten Wort Demenz assoziiert werden. Um uns zu erinnern, ist es unabdingbar, die Information im Gedächtnis zu speichern, und dafür sollten wir sehr aufmerksam sein. Oft entstehen die Gedächtnislücken nur, weil wir nicht aufmerksam genug waren oder weil unser Gedächtnis die Realität manchmal verzerrt.

Unser Gedächtnis kann aus verschiedenen und diversen Gründen ausfallen. Unter den Hauptursachen, die Gedächtnisprobleme verursachen können, befinden sich folgende:

  • Stress und Erschöpfung
  • Nebenwirkungen von Medikamenten oder sogar Effekte von Behandlungen einiger Krankheiten wir Krebs
  • Phasen der Veränderung in unserem Leben, Druck auf der Arbeit
  • Rauchen oder Vergiftung durch Alkohol oder andere Drogen können die Gehirnaktivität schädigen und so auf die Kapazität und Qualität des Gedächtnisses einwirken. Gehirn und Alkohol.
  • Depressionen oder andere psychische Störungen (zum Beispiel Schizophrenie oder bipolare Störung)
  • Infektionen, Tumore oder Verletzungen im Gehirn
  • Fehlender Schlaf: Wenn wir schlafen, aktivieren sich die Gehirnzonen, die mit dem Gedächtnis verbunden sind, und wenn wir dagegen wenig schlafen, werden diese Zonen geschwächt. Deswegen ist es empfehlenswert, mindestens 8 Stunden täglich zu schlafen.
  • Neurodegenerative Erkrankungen (wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Chorea Huntington, Parkinson, …)
  • Momente, in denen wir nervöser sind oder Momente, in denen wir starke Emotionen erleben
  • Vitaminmangel: Ein Defizit an Vitamin B12 kann zu Gedächtnisproblemen führen. Deswegen empfehlen Experten einen angemessenen Konsum dieses Vitamins in unterschiedlichen Lebensmitteln oder bei schwangeren Frauen, Menschen mit gastrointestinalen Krankheiten sogar Vitaminergänzungen. Auch eine Ernährung mit hoher Kalorienzufuhr (zum Beispiel Fast Food in Massen), kann für Gedächtnisprobleme sorgen.

Das Gedächtnis ist ein Gut, das wir sorgfältig pflegen sollten. Wir sollten aus unserem Alltag jeden Faktor verbannen, der un schädigen könnte, wie eine schlechte Ernährung, Rauchen, exzessives Trinken, Drogen, oder einfach unser Gehirn nicht anzustrengen.

Sollte ich mir wegen der Gedächtnisprobleme Sorgen machen?

Wenn du merkst, dass sich die Gedächtnisprobleme ständig wiederholen, ist es empfehlenswert, sich an einen spezialisierten Experten zu wenden. So kannst du feststellen, ob die Symptome durch einen Faktor verursacht werden, den man rückgängig machen kann, ob sie mit der normalen Alterung zusammenhängen oder ob im Gegensatz dazu, eine Art von kognitiver Beeinträchtigung oder Demenz besteht, die behandelt werden muss.

Es empfiehlt sich, immer zu versuchen, eine positive Einstellung beizubehalten und sich bewusst zu sein, wie wichtig es ist, mit unserem Gedächtnis zu arbeiten. Wenn der Grund für die Gedächtnisprobleme der Arbeitsstress oder die Hektik ist, die wir Tag für Tag haben, sollten wir uns keine Sorgen machen, aber uns darum kümmern, unser Gedächtnis mit verschiedenen Strategien zu verbessern. Man kann Aktivitäten wie Lesen, Studieren, Denkspiele, etc. durchführen.

Gedächtnisprobleme: Was kann ich tun, um mich besser zu erinnern?

Es ist nicht sinnvoll, sich zu sehr auf leichte Gedächtnisprobleme zu fixieren. Das Gedächtnis hat eine beschränkte Kapazität, und um weiterhin neue Erinnerungen zu formen, muss es die Erinnerungen loswerden, die nicht mehr nützen. Die menschlichen Wesen erinnern sich an allgemeine Dinge wie Personen, Fakten und Orte, aber wir neigen dazu, Details zu vergessen. Deswegen vergessen wir oft, weil unser Gehirn vergessen muss.

Wir erinnern uns an 5% dessen, was wir hören, 15% dessen, was wir sehen und 90% dessen, was wir tun. Was soll das heißen? Dass es eine gute Art ist, sich mithilfe von Eselsbrücken Dinge zu merken, um uns leichter an sie zu erinnern. Was können wir machen, um uns besser zu erinnern?

  • Uns laut Anweisungen geben: Wir können Gedächtnislücken merkbar verringern, wenn wir uns laut selbst Anweisungen geben. Zum Beispiel: “Ich muss die Autoschlüssel mitnehmen, wenn ich aus dem Haus gehe”, “Ich muss eine E-Mail an meinen Kollegen schreiben”
  • Uns uns selbst vorstellen, wie wir das tun, an das wir uns erinnern wollen: Uns selbst abzubilden, wie wir diese Handlung ausführen, kann uns dabei helfen, kleine Vergesslichkeiten oder Gedächtnisprobleme zu reduzieren
  • Nutze CogniFit, das führende Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulation: CogniFit ist die meist verwendete nicht pharmakologische Behandlung bei Gedächtnisproblemen, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen im Frühstadium. Die Technologie von CogniFit wurde wissenschaftlich validiert und standardisiert. Du musst dich nur registrieren! Die Übungsbatterie von CogniFit ermöglicht es, präzise die kognitiven Stärken und Schwächen einer jeden Person zu bewerten und zu messen.
  • Betätige dich körperlich: Die körperliche Bewegung hilft dabei, die kleinen Gedächtnisprobleme zu lindern und verjüngt die Zellen.
  • Gehe einer passenden Ernährung für das Gehirn nach: Eine Ernährung aus Obst, Gemüse und Vollkorngetreide kann dir dabei helfen, Gedächtnisprobleme zu verringern. Die Antioxidantien, die wir in diesen Lebensmitteln finden, können uns dabei helfen, unsere Neuronen zu beschützen. Entdecke die besten Vitamine für das Gehirn.
  • Erhole dich angemessen: Eine angemessene Erholung ist unabdingbar für das optimale Funktionieren des Gedächtnisses.
  • Plane deine Aktivitäten und mach Listen: Manche Menschen finden, dass sie sich besser an die Dinge erinnern, wenn sie Listen mit allen ausstehenden Tätigkeiten machen.
  • Weitere Empfehlungen: Wenn du lernen möchtest, dich besser zu erinnern und deine Gedächtnisprobleme zu verringern, entdecke in diesem Artikel, wie du dein Gedächtnis verbessern kannst.

Du brauchst nur Geduld, Motivation, Mühe und stetige Übung. Wenn du erst einmal merkst, wie deine Gedächtnisprobleme beginnen zu verschwinden, wird sich deine Stimmung verbessern und so wirst du dich besser fühlen und gleichzeitig weniger dazu neigen, die Dinge zu vergessen. “Wir sind, was wir erinnern und erinnern, was wir sind”.

Neuroplastizität und Gedächtnisprobleme

Wenn die Ursache unserer Gedächtnisprobleme reversibel und spezifisch ist, müssen wir uns keine Sorgen machen. Wenn wir dagegen nach einer Bewertung eines spezialisierten Experten eine Diagnose für eine mögliche Demenz oder eine mögliche kognitive Beeinträchtigung erhalten, sollten wir etwas unternehmen, um die Auswirkungen zu verlangsamen und daran denken, dass nicht alles verloren ist. Dank der Neurowissenschaft und der Neuropsychologie hat man das Konzept der Neuroplastizität entdeckt.

Im Großen und Ganzen und nach aktuellen Untersuchungen können wir sagen, dass die neuronale Plastizität (oder Neuroplastizität) “die Kapazität des Nervensystems zur Veränderung seiner Struktur und seiner Funktionen im Laufe des Lebens, als Reaktion auf die Umgebung” ist.

Diese Kapazität des Gehirns ermöglicht es, die Evolution der Krankheit zu verzögern und für längere Zeit die kognitiven Fähigkeiten der Person zu erhalten und somit ihre Lebensqualität zu verbessern.

 

Vielen Dank fürs Lesen, du kannst deine Kommentare, Zweifel und Fragen gerne hinterlassen.

 

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.