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Farbpsychologie: Wie beeinflussen uns Farben und was bedeuten sie?

Die Bedeutung der Farben hat einen großen Einfluss darauf, wie wir bestimmte Dinge in unserem Alltag wahrnehmen. Was ist die Farbpsychologie? Wie beeinflussen die Farben unsere Emotionen? Was vermitteln die einzelnen Farben in unterschiedlichen Kulturen? Wir alle verbinden mit jedem Farbton ein bestimmtes Gefühl und verschiedene Konzepte. In diesem Artikel werden die Grundsätze der Farbpsychologie näher beleuchtet, die Anwendung dieser in der Praxis erklärt und praktische Tipps zur eigenen Anwendung genannt.

Farbpsychologie

Farbpsychologie: Was ist das und wozu ist sie gut?

Die Farbpsychologie untersucht, wie uns die Farben beeinflussen. Farben können die Wahrnehmung verändern, unsere Emotionen beeinflussen, Gefühle in uns auslösen, usw… Farben haben die Macht unsere Aufmerksamkeit und unser Gedächtnis zu verbessern und können uns sogar davon überzeugen, bestimmte Entscheidungen zu treffen. Die Bedeutung der einzelnen Farben zu kennen ist also ein wichtiger Schlüssel, um unser eigenes Verhalten besser zu verstehen.

Der Einfluss der Farben kann komplett unsere Vorstellung zu einem bestimmten Element oder Raum verändern. Stelle dir einmal ein Spielzeug für kleine Kinder vor. Wahrscheinlich denkst du an knallige bunte Farben mit starken Kontrasten, die lebendig und energetisch wirken. Wenn wir uns das gleiche Objekt jetzt komplett schwarz mit silbernen Elementen vorstellen … Stößt uns das vor den Kopf?

Es kann sein. Es gibt für bestimmte Elementgruppen sowas wie einen Farbkodex. Wir knüpfen im Laufe unseres Lebens bestimmte Assoziationen. Dabei stützen wir uns auf das, was wir täglich sehen ohne uns darüber ernsthaft Gedanken zu machen. Wenn wir aber auf einmal eine blaue Banane sehen, gelbe Erbsen oder einen neongelben Baum, können wir nur staunen.

Die Farbpsychologie ist ein Forschungsfeld, das sich ständig weiterentwickelt. Sie zu beherrschen ist wichtig für alle Kreative oder Firmen, wenn sie neue Produkte entwickeln und vermarkten wollen. Die Bedeutung der Farben zu kennen kann aber jedem dabei helfen, nicht in eine spezielle Falle zu tappen, das beste Geschenk für eine Freundin in Abhängigkeit ihrer Persönlichkeit auszusuchen oder um sich in seinem eigenen Zuhause wohlzufühlen.

Farben beeinflussen deine Emotionen und deine Laune. Farbpsychologie: Gehirn und Emotionen.

Wir sind einer großen Menge von Reizen ausgesetzt und führen viele verschiedene Aufgaben aus. Unser Gehirn ist zu jeder Tageszeit mit verschiedensten Herausforderungen konfrontiert. Wir haben dabei nicht die Zeit, all die Reize zu verarbeiten, die wir über unsere Sinnesorgane aufnehmen.

Aus diesem Grund sparen uns die Assoziationen viel Zeit, die wir über so grundlegende Aspekte wie Farben oder Formen entwickeln,  da diese Verarbeitung automatisch geschieht.

Außerdem sind wir unglaublich emotional. Die Farben interagieren mit unserem Gedächtnis, wecken unsere Gefühle und geben der Vernunft eine Richtung. Sie erinnern uns an angenehme Dinge, wie diese knallgelben Gummistiefel, die wir als kleines Kind hatten oder es irritiert uns ein T-Shirt in der Lieblingsfarbe unsere Exfreundin zu sehen.

Es ist gar nicht notwendig die Theorien der Farbpsychologie in aller Tiefe zu kennen, um zu wissen, dass Farben wie rot und rosa mit der romantischen Liebe und Erotik assoziiert werden (wenn der Valentinstag im Anmarsch ist, dominiert diese Farbe jedes Kaufhaus).  Wenn wir eine Einrichtung betreten, welche in diesen Farben dekoriert ist, (in angemessener Form)kann es vorkommen, dass wir uns daran erinnern, wie verliebt wir doch gerade sind und dass wir dieser Person eine Aufmerksamkeit schenken könnten.

Was bedeutet jede einzelne Farbe in der Psychologie?

Über dieses Thema wurden schon hitzige Debatten geführt. Experten wie Psychologinnen, Soziologen, Sprachwissenschaftlerinnen, oder Marktforscher untersuchen und interpretieren die Bedeutung der Farben. Sie untersuchen Ausdrücke wie “grün vor Neid zu sein” oder “das Leben durch eine rosarote Brille zu sehen”. Sie untersuchen die häufigsten Farben für eine bestimmte Produktkategorie oder führen unzählige Studien mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen durch.

Was bedeutet die Farbe Weiß

Die Farbe des Schnees, der Milch, der Baumwolle oder dem Hochzeitskleid. Weiß steht für einen Neuanfang, Leichtigkeit, Perfektion, Reinheit, Frieden, Unschuld, usw.

Im Krankenhaus ist Weiß eine vorherrschende Farbe, sie wirkt steril und vermittelt Ruhe. Die weißen Kittel werden eingesetzt, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Weiß ist eine makellose Farbe, sie ist neutral und sauber.

Ein weißes unbeschriebenes Blatt zu sein eröffnet uns eine Welt voller Möglichkeiten, kann aber auch Unwohlsein auslösen, wenn wir nicht wissen, wie wir es füllen sollen.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Weiß

Was bedeutet die Farbe Gelb?

Die Farbe Gelb wird mit positiven Konzepten wie Optimismus, Jugend, Vertrauen und Kreativität assoziiert. Lächelnde Gesichter wie das Smiley sind gelb und es ist unwahrscheinlich, dass wir uns an einem traurigen Tag ein gelbes T-Shirt anziehen. Es ist die Farbe der Sonne, des Goldes, oder liebenswerter Tiere wie Giraffen oder Küken.

Gleichzeitig ist Gelb aber auch eine widersprüchlich Farbe. Sie ist mit Verrat, Habsucht, Lügen, Verrücktheit oder Warnungen assoziiert. Die Farbe wurde außerdem mit aus der Gesellschaft ausgeschlossenen und verstoßenen Gruppen in Verbindung gebracht, wie den Juden oder Prostituierten. In China jedoch ist Gelb die Farbe, welche am meisten wertgeschätzt wird, weshalb sie hier so gut wie keine negative Bedeutungen hat.

Was bedeutet die Farbe Orange?

Die Farbe Orange erregt sofort Aufmerksamkeit. Diese Farbe findet sich einigen Früchten und Gemüsesorten und erscheint uns bei Rothaarigen auch so besonders.

Viele Dinge, die wir als rot bezeichnen sind eigentlich orange, wie das Feuer oder Dächer. Laut der Farbpsychologie steht Orange für Extravaganz, Energie, Transformation und das Einzelne.

Was bedeutet die Farbe Rot?

Rot ist die leidenschaftlichste aller Farben, sie alarmiert uns und zieht unmittelbar die Aufmerksamkeit auf sich. Gemäß der Farbpsychologie wird Rot mit Liebe, Blut, der Freude, Strafen, der Nähe, Krieg oder dem Verbotenen verbunden. Sie erscheint auf den Ampeln, den Rabattschildern auf den Preisschildern, oder dem Essen. Sie ist die Farbe des Notfalls.

Es ist unmöglich ihr zu entgehen, wir können die Korrekturen in einer Aufgabe nicht übersehen und nicht verhindern einem roten Lippenstift Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn du eine unfehlbare Nachricht verbreiten willst und Aufmerksamkeit erlangen willst, nutze die Farbe Rot. Sich in dieser Farbe zu kleiden zieht ebenfalls mehr Blicke auf sich und beeinflusst die sexuelle Anziehungskraft, sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Was bedeutet die Farbe Rosa?

Laut der Farbpsychologie steht Rosa für Weiblichkeit, Zärtlichkeit, Feinheit, Sanftheit, Sensibilität, Höflichkeit, Freude, Erotik, usw. Sie kann auch infantil wirken und mit der Kindheit und Jugend in Verbindung gebracht werden. 

Von einer großen Anzahl an Personen wird Rosa geradezu geliebt, diese Leute kaufen sich alles was sie nur können in dieser Farbe, andere wiederum verabscheuen die Farbe, sehen sie als irritierend, sexistisch oder kitschig an.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Rosa

Was bedeutet die Farbe Violett

Die Farbe Violett ist unüblich und rätselhaft. Der Farbpsychologie zur Folge, wird diese Farbe der Luxuswelt, der Religion und der Sexualität zugeschrieben. Violette Gegenstände strahlen etwas attraktives und ambivalentes aus. Es ist keine sehr häufige Farbe in der Natur und steht bei richtiger Verwendung über dem Rest.

Die Farbe wurde mit Homosexualität assoziiert und vom Feminismus adaptiert. Sie reflektiert Nostalgie, Phantasie, Banalität, Ehrgeiz, Eitelkeit, Unbeständigkeit, usw. Wie man sehen kann handelt es sich um eine Farbe mit vielen ambivalenten Bedeutungen, was ihr viel Potential verleiht, wenn man sie kreativ nutzen möchte.

Was bedeutet die Farbe Blau

Blau ist die Farbe, die am häufigsten als Lieblingsfarbe genannt wird. Laut der Farbpsychologie symbolisiert Blau Harmonie, Treue, Sympathie, Frieden, Fassung, Vertrauen, Ehrlichkeit, Kommunikation, usw. Es sollte einen also nicht verwundern, dass viele soziale Netzwerke und Firmen diese Farbe in ihrem Logo tragen.

Aber es gibt auch negative Konnotationen, so scheint Blau kalt und distanziert. Die Farbe ist für Essen beispielsweise unangebracht und lässt uns misstrauisch werden. Die meisten Menschen würden darauf verzichten ein blaues Püree zu essen. Trotzdem erscheint die Farbe für viele Dinge sehr geeignet, wie beispielsweise seine Wand in einem beruhigenden blauen Farbton zu streichen.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Blau

Was bedeutet die Farbe Grün

Grün ist die Farbe die am meisten mit der Natur in Verbindung steht. Sie erinnert uns an Gras, Jugend, Hoffnung, Gesundheit, Fruchtbarkeit, Geld, usw. Gemäß der Farbpsychologie ist Grün frisch und harmonisch, strahlt Jugend, Ruhe und Frieden aus. Leute mit einem Umweltbewusstsein bezeichnen sich als “grün”.

Es ist aber auch keine komplett unschuldige Farbe, so wird sie mit Gift assoziiert (giftgrün), die meisten Bedeutungen sind jedoch durchaus positiv.

Was bedeutet die Farbe Braun

Braun steht für Faulheit, Schmutz, Vulgarität, Hässlichkeit. Braun kann fad und altmodisch wirken. Braun ist eine der am wenigsten wertgeschätzten Farben.

Nichtsdestotrotz steht Braun auch für Holz und den Herbst, die Farbe erinnert uns an gemütliche, warme und angenehme Orte. Die Farbe findet sich auch in Lebensmitteln wieder, wie Schokolade oder Fleisch. Im Sommer gebräunt zu sein ist auch gerade sehr angesagt. Braun ist eine Farbe, die in unserer Umgebung sehr präsent ist und verschiedenste Assoziationen auslöst.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Braun

Was bedeutet die Farbe Grau

In der Farbpsychologie repräsentiert Grau hauptsächlich Alter und Nüchternheit. Sie kann dunkel sein, für Mittelmaß stehen und Dinge verbergen wie die “Grauzone”. Andererseits erinnert uns die Farbe auch an die “graue Substanz” oder die Eleganz in der Mode.

Was bedeutet die Farbe Schwarz

Genau wie bei der Farbe Weiß gibt es eine offene Debatte darüber, ob Schwarz überhaupt eine Farbe ist oder nicht. Laut der Farbpsychologie steht Schwarz in Verbindung mit der Nacht, Macht und dem Tod. Sie steht für Ablehnung, Mysterium, Trauer, Hass, Grausamkeit, usw. Die Leute assoziieren schwarze Katzen mit Pech und niemand hat gerne einen schwarzen Tag. Schwarz steht für ein schweres und gewaltvolles Ende.

Trotzdem ist Schwarz eine grundlegende Farbe in jedem Kleiderschrank und umgibt uns überall. Die Farbe ist sehr praktisch für eine Abendveranstaltung, oder um elegant zu wirken.

Farbpsychologie: Was bedeutet die Farbe Schwarz

In dem Buch Wie Farben wirken von Eva Heller werden die Bedeutungen der Farben sehr detailliert beschrieben. Es diente auch als Grundlage für diesen Artikel. 

Die Bedeutung der Farben in den verschiedenen Kulturen

Es gibt Untersuchungen dazu, ob die Einteilung der Farben etwas natürliches ist oder durch die Gesellschaft definiert wird. Berlin und Kay kommen nach Untersuchungen in verschiedenen Kulturen zu dem Schluss, dass es allgemeine Tendenzen in allen Kulturen gibt, die Farben zu kategorisieren. Es wird davon ausgegangen, dass es 6 Grundfarben gibt, um die sich die restlichen gruppieren. Bei den Grundfarben herrscht Einigkeit, bei der Anordnung der weiteren Farben gibt es jedoch Unterschiede.

Bezüglich der Bedeutung von Farben ist es beispielsweise in unserem Kulturkreis nicht gut angesehen mit knalligen oder hellen Farben auf eine Beerdigung zu gehen. In Asien hingegen ist die Farbe der Trauer Weiß. Diese Farbe passt besser zur Vorstellung der Wiedergeburt. Doch auch in Europa wurde diese Farbe vor vielen Jahren bei Frauen verwendet, die sich in große weiße Gewänder hüllten.

Auch in unserer eigenen Kultur sind die Bedeutungen von Farben nicht unumstößlich. Die Tradition, das Mädchen in Rosa und Jungs als Babys in Hellblau gekleidet werden, begann erst etwa 1920. In den letzten Jahren wird dieser Brauch deutlich kritisiert. Im Laufe der Zeit werden die Bedeutungen von Farben neu definiert und neue Konventionen entstehen, die eines Tages vielleicht in Vergessenheit geraten oder sich je in Abhängigkeit der aktuellen Mode verändern.

Die Bedeutung der Farben variiert auch zwischen den einzelnen Personen. Wir können eine Farbe auf eine bestimmte Art wahrnehmen oder auf eine andere. Das hängt von aktuellen Trends, unserem emotionalen Zustand oder der Lebensphase in der wir uns gerade befinden, ab. Die Farbe Schwarz gut zu finden nimmt mit dem Alter ab (ohne kleine Kinder mitzuzählen), da diese im Laufe der Zeit immer mehr mit Negativem assoziiert wird.

Nicht alle sehen wir die Farben gleich. Man darf die Menschen nicht vergessen die eine Farbfehlsichtigkeit besitzen oder jene, die auch die kleinsten Farbnuancen unterscheiden. Es gibt auch Menschen mit Synästhesie, die Farben “hören” oder “schmecken” können. Das bedeutet aber nicht, dass die Farbpsychologie besonders variabel oder subjektiv ist. Wenn man den Kontext gut analysiert, kann sie sehr hilfreich sein.

Farbpsychologie: Ihre Anwendung

Farben wurden verwendet, um Krankheiten zu heilen; sie sind Teil von fast allen Beschreibungen, die wir machen und es wurde viel darüber spekuliert, welche Beziehung es zwischen Farben und der Persönlichkeit gibt. Tatsächlich tendieren wir dazu Farben auszuwählen, die im Einklang mit unserer aktuellen Stimmung sind und bei denen wir glauben, dass sie uns repräsentieren. Im Folgenden wird die alltägliche und professionelle Anwendung erläutert.

Die Bedeutung der Farben für Kreative

Es ist möglich, dass die ersten Berufe die uns einfallen, wenn wir an Farben und Farbpsychologie denken, mit der Kreativität zusammenhängen. Designer (Grafikdesigner, Modedesigner, Innenarchitekt, Produktdesigner, usw.) Künstler, Leute aus der Werbebranche, usw. Bei all diesen ist es wichtig, zu wissen wie die Leute ticken, um ihre Aufmerksamkeit zu erlangen und mit ihnen zu kommunizieren. Die visuellen Kommunikationsmittel sind voller Beispiele. Es ist nicht schwer zu erkennen, dass sich die Farben eines Nachrichtenprogramms von denen unterscheiden, die für eine Sendung für Kinder verwendet wird.

In einer Gesellschaft herauszustechen, die so Reiz überflutet ist, ist eine schwierige Mission. Dank der Farbpsychologie ist es jedoch möglich sich besser mit seinem Publikum in Verbindung zu setzen und Emotionen in ihm auszulösen. Die Reaktionen des Publikums zu bestimmten Farben hervorzusagen ist unabdingbar, um eine Nachricht richtig und effektiv zu überbringen. Wenn du über die Prävention von Autounfällen sprechen wollen würdest, welche Farbe würdest du verwenden?

Die Bedeutung der Farben für Unternehmen

Das Image eines Unternehmens ist grundlegend für dessen Erfolg. Wenn man von einem Erfrischungsgetränk und der Farbe rot spricht, brauchen wir keine weiteren Hinweise, um zu wissen welche Marke gemeint ist. Um ein kohärentes Bild abzugeben und sich in unser Gehirn einzubrennen, repräsentieren Marken in ihrem Logo und den restlichen visuellen Elementen ihre Persönlichkeit mithilfe von Farben. Diese sind grundlegend für Marketingstrategien.

Man stelle sich vor eine Restaurantkette würde auf Unternehmensfarben verzichten und sich in jedem Restaurant anders präsentieren, unsere Erinnerung an diese Kette wäre viel schwächer und unorganisierter. Folglich würden sie viele Möglichkeiten verpassen neue Kunden zu gewinnen und zu halten. Das Image ist nicht alles, aber es hilft auf jeden Fall. Gerade in der heutigen wettbewerbsstarken und sich rasant ändernden Zeit.

Tatsächlich verändern auch einige Unternehmen ihre Farben, in Abhängigkeit von dem Zielpublikum und den aktuellen sozialen Tendenzen. Es ist kein Zufall, dass einige Marken ihre gewöhnlichen Farben zu Grün hin verändern, die Farbe die wie keine andere für ökologisch, gesund und umweltbewusst steht.

Farben sind nicht nur für das Publikum wichtig. Auch Mitarbeiter können ihr Wohlbefinden und ihre Produktivität steigern, wenn sie an einem Ort arbeiten, an dem sie sich wohl fühlen. Ein geschlossener Ort mit viel Schwarz und wenig Licht kann dazu führen, dass sich die Leute eingeengt fühlen und so wenig Zeit wie nur möglich an diesem Schreibtisch verbringen möchten.

Wenn man diese Wände aber weiß streicht und ein paar grüne, blaue und noch warme Farbreflexe hinzufügt, wird es vielleicht zu einem gemütlicheren Ort.

Die Bedeutung der Farben im Alltag

Farben beeinflussen uns auch bei unseren ganz alltäglichen Entscheidungen. Seit wir klein sind, werden wir nach unserer Lieblingsfarbe gefragt und jeder hat dabei seine eigenen Präferenzen. Die meisten Objekte und Gegenstände sind in mehreren Farben verfügbar. Das heißt wenn wir beispielsweise eine Tasse kaufen wollen, ist es wahrscheinlich, dass wir ohne groß zu zögern die nehmen, deren Farbe uns am besten gefällt.

In anderen Situationen müssen wir aber mehrere Variablen beachten. Wenn wir ein Auto kaufen, sollten wir sicher gehen die richte Entscheidung zu treffen. Wir werden es wahrscheinlich lange benutzen und viel Zeit mit ihm verbringen. Es kann sein, dass wir etwas Gewagtes wollen wie Orange, dann ist es aber möglich, dass es uns irgendwann nicht mehr gefällt und wir ganz verrückt werden, wenn wir das Auto sehen.

Andererseits kann ein Auto in einer diskreteren Farbe wie Schwarz oder Dunkelblau Nachts schlechter gesehen werden. Bei einem weißen Auto bemerkt man sofort das kleinste bisschen Schmutz und vielleicht wollen wir doch lieber etwas fröhlicheres? Über dieses Dilemma wird sich meistens lange der Kopf zerbrochen und das Thema mit Freunden und Familie ausdiskutiert.

Nützliche Empfehlungen für die Anwendung der Farbpsychologie

1 Unsere Lieblingsfarbe ist nicht immer die Beste für alles

Es kann sein, dass uns Violett unglaublich gut gefällt, wir uns aber irgendwann unwohl in unserem Zimmer fühlen, wenn so gut wie alles darin Violett ist. Bei der Kleidung hingegen kann man mit Violett auf jeden Fall Aufmerksamkeit erregen. Vor allem dann, wenn man sie mit Komplementärfarben wie Orange kombiniert. Man sollte sich überlegen, welche Funktion das besagte Objekt oder der Raum haben wird, bevor man eine Farbe wählt.

2 Der Kontext ist enorm wichtig, um Farben auszuwählen und zu interpretieren

Wir wissen nun bei der Farbauswahl von kulturellen Faktoren und den Umständen einer Situation. Einen Kandidaten für eine Stelle als Anwalt in einem knall-grünen Anzug zum Vorstellungsgespräch erscheinen zu sehen, könnte uns komisch vorkommen. Trotzdem kann man neue Farbkombinationen oder gewagtere und extravagantere Farben ausprobieren.

3 Der Schlüssel liegt in der Kombination einzelner Farben

Vielleicht müssen wir einen Brief schicken oder ein Schild gestalten und haben alle Elemente der Farbpsychologie bereits beachtet. Doch noch weitere Aspekte müssen gut abgewogen werden, beispielsweise den Effekt die bestimmte Farben haben, wenn man sie kombiniert. Braun zusammen mit Gold, Gelb oder Orange repräsentiert den Herbst. Wenn man Braun jedoch mit Grau und Schwarz kombiniert, verwandelt es sich in eine trostlose, wenig ausdrucksstarke und konservative Farbe.

4 Farben müssen auch funktional sein

Wer hat es nicht schon mal bereut mit dem neuen weißen Oberteil Spaghetti Bolognese zu essen? Es gibt Farben die sind resistenter gegenüber Schmutz, andere angebrachter bei Hitze und wiederum andere so unauffällig, dass man mit ihnen in der Masse untertauchen kann.

Wenn wir beispielsweise ein Schild gestalten oder einen Brief schreiben, müssen wir uns vergewissern, dass die Schrift auf dem ausgewählten Hintergrund gut lesbar ist. Auch wenn es uns wunderschön erscheint mit hellrosa Schrift auf einem weißen Blatt zu schreiben, so lässt sich eine gelbe Schrift auf schwarzem Hintergrund tausend Mal besser lesen. Das ist übrigens die Kombination, die sich am allerbesten wahrnehmen lässt.

5 Verwende Farben, um dein Gedächtnis zu verbessern

Wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und dabei nicht weiß, wie man sich diese langweilige Liste merken soll, versuche mal jeden Abschnitt mit einer bestimmten Farbe in Verbindung zu bringen. Eselsbrücken und Assoziationen sind die Basis für unser Lernen. Wenn du beispielsweise eine Präsentation machst, kannst du mithilfe von Farben auch die Erinnerungen deines Publikums verbessern. Nutze die Farbpsychologie, um Wichtiges hervorzuheben und bringe einzelne Farben mit einer bestimmen Bedeutung in Verbindung.

6 Sei kohärent

Wenn du ein Unternehmen hast oder darüber nachdenkst eines zu gründen, überlege dir gut, was du vermitteln möchtest. Wenn du das gut analysiert hast, evaluiere, was deine Marke tun muss, um dies zu erreichen. Es ist wichtig, dass all deine Markenelemente untereinander kohärent sind. Ein professioneller Designer, welcher diese Aspekte beachtet, kann dabei helfen eine Geschäftsidee erfolgreich in die Tat umzusetzen.

Vielen Dank für das Lesen des Artikels. Bei Fragen und Anregungen kann gerne ein Kommentar hinterlassen werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Ainhoa Arranz Aldana, Autorin bei CogniFit.

Asperger-Syndrom bei Kindern: Ratschläge für Eltern

Sobald man Kinder bekommt verändern sich die eigenen Prioritäten schlagartig. Tag und Nacht dreht sich alles um die Kinder. Dabei kann gerade nachts die Elternrolle am schwersten fallen: wenn man mitten in der Nacht aufstehen muss, um sein weinendes Kind zu trösten. In diesen Momenten kann es manchmal vorkommen, dass man sich wünscht, das eigene Kind würde nicht so viel Aufmerksamkeit und Zuneigung einfordern. Aber was passiert, wenn dieser Wunsch auf extreme Weise zur Realität wird? Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich dadurch, dass die Kinder einzelgängerisch sind und Probleme haben ihre Gefühle auszudrücken und Zuneigung zu zeigen. Das kann für die jeweiligen Eltern sehr schwierig sein kann.

Asperger-Syndrom bei Kindern

Wir sprechen hier von Kindern mit Eigenschaften aus dem autistischen Spektrum, die sich vor allem durch Defizite in der Entwicklung der Sozialkompetenzen bemerkbar machen. Die Eltern nehmen in der Regel bereits im Babyalter wahr, dass sich ihr Kind anders entwickelt. Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich zunächst dadurch, dass sie kaum Blickkontakt zu anderen aufbauen, keine Aufmerksamkeit schenken, wenig Ausdruck im Gesicht zeigen, etc.

Das Asperger-Syndrom bei Kindern macht sich aber vor allem ab der Schule deutlich bemerkbar. Sobald sie dort hingehen zeigen sich die Unterschiede im Sozialverhalten im Vergleich zu den Mitschülern noch deutlicher, da letztere in diesem Alter neue soziale Fähigkeiten erlernen. Kinder mit Asperger-Syndrom spielen lieber alleine, hören bei Themen nicht zu, wenn sie diese nicht interessieren und reagieren in bestimmten Situationen unangemessen oder reagieren über. Diese Verhaltensweisen sind aber nicht ausschlaggebend dafür, wie sich das Kind später entwickelt. Das wichtigste hierbei ist die Unterstützung und die Erziehung, die das Kind in seiner Familie und seinem Umfeld erhält. Hierfür geben wir im folgenden ein paar Tipps, die helfen können mit dem Asperger-Syndrom bei Kindern und ihren Besonderheiten besser umzugehen und bestimmte Probleme bewältigen zu können.

Asperger-Syndrom bei Kindern: Wie kann ich mein Kind zuhause unterstützten?

  • Es ist wichtig seinem Kind von Klein auf ein gutes Erziehungs- und Lernumfeld zu schaffen. Im schulischen Bereich ist es sinnvoll das Lernmaterial an die Bedürfnisse von Kindern mit Asperger-Syndrom anzupassen, da sich diese Kinder sehr schnell langweilen und eine niedrige Toleranzgrenze besitzen, wodurch es zu Aufmerksamkeitsproblemen kommen kann. Beispielsweise kann man beim Beibringen der Vokale diese zusammen mit dem Kind aufmalen und ausschneiden und jedem Vokal anschließend eine Stimme und eine Farbe zuordnen.
  • In der Schule und bei Aufgaben im Haushalt ist es sinnvoll Routinen einzuhalten, da das Wohlbefinden des Kindes sehr von der Sicherheit abhängt, die es verspürt. Das Asperger-Syndrom bei Kindern zeigt sich auch dadurch, dass sie diese Sicherheit durch Routine erlangen, da sie so wissen was passiert und sie alles unter Kontrolle haben.
  • Kinder mit Asperger-Syndrom sind häufig sehr perfektionistisch und haben eine niedrige Toleranzschwelle, wenn sie scheitern. Aus diesem Grund kann es sein, dass sie sich schnell frustriert zeigen und ihr Selbstwertgefühl sinkt, wenn sie eine neue Aufgabe nicht richtig ausführen können. Um das zu vermeiden ist es wichtig die Aufgabenschwierigkeit Stück für Stück zu steigern und Aufgaben zu vermeiden, die zu schwierig sein könnten.
  • Auch die Familie muss sich anpassen und die Situation ihres Kindes verstehen. Die Eltern von autistischen Kindern haben oft Schwankungen in ihrem Wohlbefinden, da ihr Kind ihnen wenig oder keine Zuneigung schenkt. Es kann sein, dass das Kind einem nicht immer signalisiert, dass es einen liebt. Wichtig ist hier, dass man nicht vergisst, dass das mit den Einschränkungen zutun hat, die auf das Asperger-Syndrom zurückzuführen sind.
  • Obwohl das eigene Kind das Asperger-Syndrom hat, sollte man es auf keinen Fall unterschätzen. Im Gegenteil, man sollte es immer motivieren. Ihm Raum geben, es ermutigen und das Beste von ihm erwarten: dass es seine Kapazitäten maximal entwickeln können wird. Man darf dabei nicht vergessen, dass das Kind, obwohl es Konzentrationsprobleme hat, durchaus die Fähigkeit hat zu Lernen.
  • Auch wenn man mit Kindern mit Asperger-Syndrom viel Arbeit hat, sollte man die Gefühle und Bedürfnisse des Partners und der anderen Kinder nicht vernachlässigen. Dabei kann man sich in Erinnerung rufen, dass autistische Kinder ebenfalls ihren eigenen persönlichen Raum benötigen und es deshalb nicht notwendig ist, den ganzen Tag hinter ihnen her zu sein.
  • Man sollte sich positive Unterstützung bei Freunden und Verwandten suchen. Eltern von autistischen Kindern müssen ab und zu auch selbst ermutigt werden, weshalb man sich sowohl Freunde als auch professionell Hilfe suchen sollte, mit denen man die eigenen Erfahrungen teilen und sich Ratschläge geben lassen kann. Es ist wichtig positiv und optimistisch zu sein, um das eigene Kind unterstützen zu können. Dabei muss man ruhig bleiben und manche Dinge mit Humor nehmen und über bestimmte Dinge einfach lachen, um Stress und Unwohlsein zu vermeiden.
  • Wichtig ist es ebenso dem Kind ein paar Fähigkeiten beizubringen, damit es sich sozial integrieren kann: dabei kann es sehr hilfreich sein, dem Kind Techniken zu zeigen, mit denen es an einem Gespräch teilnehmen kann. Ebenfalls können dem Kind Sätze beigebracht werden, um mit anderen in Kontakt zu treten wie “Kann ich dir helfen?”, oder “Darf ich mitspielen?”. Das sind ein paar einfache Tricks, die autistischen Kindern dabei helfen, Kontakt zu anderen aufzubauen.
  • Ebenso sollte man sein Kind dazu animieren, das Verhalten anderer Kinder zu beobachten: Viele Erwachsene mit Asperger-Syndrom können gut sozial interagieren, da sie die sozialen Verhaltensweisen von anderen beobachten und imitieren. Die Kinder können dabei das gleiche tun und durch die Beobachtung lernen Augenkontakt zu halten, aufmerksam zuzuhören oder mit anderen zu spielen. Diese Vorgehensweise ist sehr nützlich, da Kinder mit Asperger-Syndrom oft nicht das notwendige soziale Verständnis haben, um intuitiv an sozialen Geschehnissen teilzunehmen.
  • Man sollte aufmerksam die Situationen identifizieren, in welchen das Kind von sich aus auf natürliche Weise soziale Fähigkeiten zeigt: dieses Verhalten sollte man durch Lob verstärken, indem man dem Kind sagt, dass es sehr aufmerksam war oder dass es eine große Hilfe für eine andere Person ist.
  • Ebenfalls ist es wichtig dem Kind zu helfen, seine persönlichen Gefühle und Gedanken zu formen: dabei ist es ratsam mit dem Kind darüber zu sprechen, wie es sich in einer bestimmten Situation gefühlt hat und auch über das, was man selbst in bestimmten Situationen über sein Verhalten denkt und wie man sich diesbezüglich fühlt. Das hilft, dass sich das Kind und die Eltern gegenseitig besser verstehen.
  • Dem Kind sollten Metaphern und rhetorische Figuren beigebracht werden: Kinder mit Asperger-Syndrom verstehen Dinge meist wortwörtlich, weshalb bestimmte Redensarten sie sehr verwirren können. Ihnen die Bedeutung dieser Sätze zu erklären, kann dabei von Hilfe sein.
  • Es sollte ein Sicherheitssatz mit dem Kind vereinbart werden: man kann mit seinem Kind einen Sicherheitssatz ausmachen, den es sagen kann wenn es verwirrt ist oder sich unwohl fühlt. Es kann etwas einfaches sein wie “ich weiß nicht genau, was ich jetzt machen soll” oder “ich verstehe nicht genau, was du sagen möchtest”. Diesen Satz zuhause zu üben, kann helfen die Angst zu verringern, die das Kind in bestimmten sozialen Situationen verspürt, die es nicht versteht.
  • Kinder mit Asperger-Syndrom können Probleme damit haben zu lernen ihre Emotionen zu kontrollieren. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern sie leiten und ihnen beibringen ihre Impulse zu kontrollieren und ihren Ärger durch Worte auszudrücken und nicht durch gewalttätige Reaktionen. Ebenfalls hilft es das Kind toben zu lassen, damit es so seine Energie auf lustige Weise mit Spielen und körperlichen Aktivitäten raus lässt, um anschließend ruhiger zu sein. Das Kind Aufgaben im Haushalt übernehmen zu lassen kann ebenfalls hierzu beitragen.
  • Man darf nicht vergessen ehrlich mit sich und den eigenen Gefühlen zu sein, es ist unmöglich immer die perfekten Eltern zu sein. Wie alle anderen Eltern auch kann man sich ab und zu irren, frustriert oder traurig sein. Das passiert allen und aus Fehlern lernt man schließlich. Man darf mit sich selbst nicht zu streng sein und sich gut behandeln, zurückzublicken und sich vor Augen zu führen, was man schon alles erreicht hat.
  • Zum Schluss nun der beste Ratschlag, den man Eltern von Kindern mit Asperger-Syndrom machen kann: Akzeptiert das Kind so wie es ist. Wenn ein Kind Defizite bei sozialen Fähigkeiten hat bedeutet das nicht, dass es seine Eltern oder andere Menschen um es herum nicht liebt. Die Etappe der Kindheit kann für die Eltern sehr schwierig sein, aber mit Anstrengungen und Konstanz, können diese Kinder zu Erwachsene werden, die in der Lage sind soziale Fähigkeiten zu erlernen. Sie zeigen sich von Mal zu Mal weniger gezwungen sozial interaktiv und können dann all die Zuneigung zurückzugeben, die ihnen die Eltern in der Kindheit geschenkt haben.

Asperger-Syndrom bei Kindern

Das folgende Video zeigt eine Frau, die von ihren Brüdern erzählt und erklärt, dass es teilweise schwierig ist autistische Kinder zu erziehen, diese aber wunderbare Personen sind, von denen wir selbst ganz viel lernen können.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Borja Echeverría, Autor bei CogniFit.

Emotionaler Missbrauch: Wie erkennt man ihn und was sollte man tun?

Obwohl er nicht so offensichtlich ist wie die körperliche Misshandlung, kann emotionaler Missbrauch große Schäden anrichten, die oftmals genauso schlimm oder sogar noch schlimmer sind. Emotionaler Missbrauch wirkt sich auf die Gefühle, Gedanken und das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben aus. Psychische Gewalt kann dazu führen, dass man sich in seiner Umgebung, sogar zuhause, unsicher fühlt. Emotionaler Missbrauch kann Beziehungen oder Freundschaften und sogar die Beziehung zu sich selbst zerstören. In diesem Artikel wird erklärt, was emotionaler Missbrauch ist, wie dieser verhindert werden kann und wie man sich von ihm befreien kann. 

Emotionaler Missbrauch hinterlässt unsichtbare Wunden

Emotionaler Missbrauch ist meistens schwieriger zu erkennen als körperlicher Missbrauch. Körperliche Gewalt wird in den meisten Fällen von psychischer Gewalt begleitet. Sowohl die Opfer als auch die misshandelnde Person können eine Weile brauchen, bis sie bemerken was passiert, da es keine äußerlich sichtbaren Wunden gibt. Selbstverständlich gibt es aber Anzeichen, die helfen können psychische Gewalt und emotionalen Missbrauch zu erkennen.

In jeder Altersklasse und jeder Art von Beziehung kann es zu emotionalem Missbrauch kommen. Hervorzuheben sind Partnerschaften, aber auch in Freundschaften, auf der Arbeit (hier bekannt als Mobbing), zwischen Eltern und Kindern und in jeglicher Familienkonstellation kann es zu psychischer Gewalt kommen. Es sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen und auch bei älteren Menschen kommt dies vor.

Emotionaler Missbrauch in der Kindheit kann schwerwiegende Folgen haben und stellt ein hohes Risiko für die psychische Entwicklung des Kindes dar. In Fällen von kindlichem emotionalem Missbrauch sollte immer und sofort professionelle Hilfe gesucht werden.

Was ist emotionaler Missbrauch?

Emotionaler Missbrauch zeichnet sich durch ein regelmäßiges Muster verbaler Angriffe, konstanter Kritik, Manipulation und weiteren ähnlichen Verhaltensweisen aus. Hierbei herrscht immer ein Ungleichgewicht zwischen Täter und Opfer.  Der Täter ist in einer übergeordneten Position und verfügt über mehr Macht.

Im folgenden Video erklärt Kati Morton die fünf Anzeichen, mit denen sich emotionaler Missbrauch erkennen lässt. (Im Video lassen sich Untertitel aktivieren).

Um einen Fall von emotionalem Missbrauch zu erkennen, sind die folgenden Aspekte von Bedeutung. So verhält sich jemand Dir gegenüber, der psychische Gewalt ausübt:

Erniedrigung, Kritik

  • Lacht in der Anwesenheit anderer über dich, oder macht sich über dich lustig.
  • Verspottet dich, beschimpft dich und nutzt Sarkasmus um dich zu erniedrigen.
  • Wenn du dich beschwerst, sagt er/sie dir, dass es “ein Witz war” und beschuldigt dich, dass du zu sensibel bist.
  • Sagt dir, dass deine Meinung und Gefühle falsch sind.
  • Ignoriert deine Gefühle, Meinung, Gedanken und Vorschläge.

Dominanz, Kontrolle

  • Du fühlst, dass er/sie dich wie ein Kind behandelt.
  • Korrigiert dich die ganze Zeit, weil dein Verhalten “unangemessen” ist.
  • Du fühlst, dass du um Erlaubnis bitten musst, bevor du ausgehst oder eine kleine Entscheidung treffen kannst.
  • Kontrolliert deine Ausgaben
  • Behandelt dich, als wärst du schlechter als sie/er
  • Gibt dir das Gefühl, dass er/sie immer Recht hat
  • Erinnert dich ständig an deine Fehler
  • Verachtet deine Erfolge, Ziele, Pläne und sogar deine Person.
  • Seine/ihre Blicke und die Art mit dir zu sprechen sind missbilligend, herablassend und abwertend.

Anschuldigungen, Schuld

  • Wirft dir Dinge vor, bei denen du weißt, dass sie nicht stimmen.
  • Ist nicht in der Lage über sich selbst zu lachen.
  • Ist sehr sensibel, wenn jemand ihn/sie verspottet oder einen Kommentar über ihn/sie macht, welcher respektlos erscheinen kann.
  • Ist unfähig sich die eigenen Fehler einzugestehen oder sich zu entschuldigen.
  • Hat nie die Schuld an irgendwas. Die anderen sind Schuld, er/sie trägt nie Verantwortung.
  • Beschuldigt dich für seine/ihre Probleme oder die eigene Unglücklichkeit
  • Überschreitet deine Grenzen und respektiert deine Bitten nicht.

Isolierung und emotionale Distanzierung

  • Wird sauer oder entzieht dir seine/ihre Aufmerksamkeit und Zuneigung.
  • Nutzt als Strafe den Entzug von grundlegenden Bedürfnissen oder die Vernachlässigung und Nachlässigkeit (das passiert vor allem gegenüber Kindern).
  • Bemerkt nicht, oder interessiert sich nicht dafür, wie du dich fühlst.
  • Zeigt keine Empathie und fragt nichts über dich oder wie es dir geht.

Co-Abhängigkeit

  • Statt dich wie eine Person zu behandeln, behandelt er/sie dich, als wärst du Teil von ihm/ihr.
  • Schützt deine persönlichen Grenzen nicht. Gibt Informationen über dich Preis, zu denen du nicht deine Erlaubnis gegeben hast.
  • Respektiert deine Bitten nicht und macht das, was er/sie denkt, was das beste für dich ist.

Profil des Opfers

Es ist ganz wichtig hervorzuheben, dass ein Opfer emotionaler Misshandlung keinerlei Schuld daran trägt, misshandelt zu werden. Die Person hat sich das weder ausgesucht, noch genießt sie es abgewertet oder beschimpft zu werden.

Es ist jedoch der Fall, dass sich die Täter, wenn es Erwachsene sind, meistens Personen als Opfer aussucht, die bestimmte psychologische Eigenschaften haben. Sie nutzen die Leute aus, bei denen sie wissen, dass sie sich nicht wehren werden. Es gibt also eine Gruppe von Menschen, die anfälliger dafür ist, emotionalen Missbrauch zu erfahren. Es ist wichtig, dass wir das in uns selbst und den Personen in unserem Umfeld wahrnehmen, um uns und ihnen helfen zu können, eine mögliche Misshandlung zu erkennen, sich zu verteidigen und sie so zu vermeiden.

Die Personen haben oft einige der folgenden Eigenschaften:

  • Sie haben oft ein niedriges Selbstwertgefühl
  • Fühlen sich nicht in der Lage problematische Situationen zu bewältigen und haben eine geringe Selbstwirksamkeit.
  • Neigen dazu von anderen abzuhängen, um Entscheidungen zu treffen.
  • Sind häufig emotional abhängige Personen.
  • Haben oft einen passiven Kommunikationsstil.
  • Verteidigen ihre Rechte nicht und es fällt ihnen häufig schwer nein zu sagen.
  • Beschuldigen sich oft für die Probleme anderer.

Profil des Täters

Selten sind sich die misshandelnden Personen wirklich darüber bewusst, was sie tun. Sie sehen es als normal an, so mit anderen umzugehen. Sie haben keine gesunden Bewältigungsstrategien gelernt, sondern reagieren schnell aggressiv. Sie haben gelernt auf diese Weise die eigenen Unsicherheiten und Ängste zu kompensieren. Indem sie die anderen misshandeln haben sie das Gefühl der Kontrolle, ein Gefühl, dass sie in anderen Lebensbereichen wahrscheinlich nicht verspüren.

Sie fühlen sich selbst unsicher, und sind deshalb darauf angewiesen, dass ihr Opfer komplett von ihnen abhängt. Jeden Akt des “Protests” sehen sie als eine Bedrohung für ihre privilegierte Situation an.

  • Sind kontrollsüchtig, besitzergreifend und eifersüchtig.
  • Haben eine niedrige Frustrationstoleranz.
  • Beschuldigen andere für ihre Probleme.
  • Sind sich in der Regel nicht darüber bewusst, welchen Schaden sie anrichten, wenn sie sich aber darüber bewusst sind, ist es ihnen egal.
  • Haben wenig Empathie.
  • Können ihre Emotionen schlecht regulieren.
  • Können in verschiedenen Situationen sehr liebenswert und charmant sein.
  • Häufig haben diese Menschen eine Persönlichkeitsstörung. Beispielsweise eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung oder eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.

Das sind Eigenschaften, welche die misshandelnde Person haben kann. Es ist aber wichtig hervorzuheben, dass alle Menschen unterschiedlich sind und deswegen die Profile der Menschen die emotional misshandeln, ebenso unterschiedlich sein können, wie die Personen selbst.

Folgen emotionalen Missbrauchs

Psychische Folgen 

  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Hilflosigkeit
  • Trauer
  • Reizbarkeit
  • Depressionen
  • Angst

Soziale Folgen

  • Soziale Isolierung
  • Verlust der Kontakte zu Freunden und Verwandten
  • Verlust der sozialen und ökonomischen Unabhängigkeit
  • Verringerte Leistung im akademischen Bereich und auf der Arbeit

Körperliche Folgen

körperliche Störungen, als Folge der Angst:

  • Schlafstörungen
  • Verdauungsprobleme und -beschwerden
  • Kopfschmerzen

Emotionaler Missbrauch: Was tun?

Was sollte ich tun, wenn ich denke, dass ich jemanden misshandle?

Es ist schwierig sein Verhalten zu ändern, das über Jahre hinweg ausgeübt wurde und die einzige bekannte Art ist, mit anderen Menschen zu interagieren. Es ist wichtig zu wissen, dass niemand sich von heute auf morgen ändert, sondern eine Veränderung ein langer Prozess ist. Das Beste ist es, sich psychologische Hilfe zu suchen. Ergänzend können auch die folgenden Ratschläge helfen:

  • Das allerwichtigste ist, zu erkennen was man gemacht hat und sich des angerichteten Schadens bewusst zu werden und als solchen anzuerkennen.
  • Versuche aufzuhören Ausreden zu nennen und andere zu beschuldigen.
  • Versuche den angerichteten Schaden wieder gut zu machen.
  • Trage die Verantwortung, für das was du getan hast. Egal wie schlecht es dir ergangen ist oder wie hart dein Leben war, man hat die Wahl jemanden emotional zu missbrauchen oder es nicht zu tun.
  • Entferne dich von der Person, die du missbrauchst zumindest so lange, bis ein Psychologe dir hilft, mit ihr auf gesunde Weise zu interagieren.

Was sollte ich tun, wenn ich denke, dass ich misshandelt werde? 

  • Sei dir darüber bewusst, dass sich die Täter nicht ändern werden, wenn sie keine professionelle Hilfe aufsuchen, auch wenn sie dir das immer wieder glaubhaft versichern.
  • Umgib dich mit dir nahe stehenden Personen. Baue den Kontakt zu deinen Freunden und Verwandten wieder auf, wenn die misshandelnde Person dich von ihnen entfernt hat.
  • Hör auf die Person zu verteidigen, zu entschuldigen und zu rechtfertigen. Sie selbst ist für ihr Verhalten verantwortlich.
  • Entferne dich von der Person, die dich missbraucht. Brich den Kontakt ab. Diesen Schritt zu gehen ist vielleicht der schwierigste, aber er ist absolut notwendig. Eine schädliche Beziehung aufrechtzuerhalten führt zu nichts. Wenn du die Möglichkeit hast, spare Geld und suche dir einen eigenen Ort zum wohnen.
  • Suche psychologische Hilfe auf, um dein Selbstwertgefühl zu stärken und die Kontrolle über dein Leben zurückzugelangen.
  • Gib dir auf keinen Fall die Schuld für irgendetwas. Du hast keine Schuld dafür, dass er/sie dich misshandelt. Er/sie behandelt dich schlecht, weil er/sie nicht sich selbst schlecht behandeln kann, obwohl das eigentliche Problem in ihm/ihr liegt.

Emotionaler Missbrauch: Wie kann man ihn vorbeugen?

Emotionaler Missbrauch beziehungsweise psychische Gewalt ist eine Form der “Gehirnwäsche”, die Schritt für Schritt den Selbstwert und das Selbstvertrauen des Opfers zerstört. Dadurch kommt es zu emotionalen Narben und emotionalen Schmerzen und Leiden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dagegen anzukämpfen und ihn zu verhindern. Es ist wichtig das eigene Selbstwertgefühl und das der eigenen Kinder zu pflegen. Die eigenen Sozialkompetenzen zu verbessern und Selbstbehauptungstechniken unseren Kindern schon von klein auf beizubringen, kann helfen emotionalen Missbrauch von vorne herein zu vermeiden.

 

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Panikattacke: Symptome und Ursachen

“Ich kann nicht atmen”, “meine Füße und Hände werden taub”, “ich werde ohnmächtig”, “ich verliere die Kontrolle”, “mein Herz schlägt so schnell, dass ich einen Herzinfarkt bekommen werde”, “ich werde sterben”…. Hast Du schon einmal diese Gedanken und Gefühle gehabt? Oft wissen Personen, die eine Panikattacke erleiden nicht, was ihnen passiert. Im folgenden Artikel wird erklärt, was eine Panikattacke ist, welches ihre Symptome sind und welche Ursachen es für die Panikstörung gibt und wieso sie auftritt. 

Panikattacke

Was ist eine Panikattacke?

Panikattacken treten in der Regel unerwartet und ohne offensichtlichen Auslöser auf. Bei diesen Episoden empfindet die betroffene Person ein starkes Unwohlsein und unkontrollierbare Angst, wodurch es zu Verzweiflung kommen kann. Eine Panikattacke dauert in der Regel etwa 10 Minuten (diese Minuten erscheinen für die Betroffenen jedoch unendlich). Einige der Symptome können sich auf etwa 20 Minuten oder länger ausweiten.

Eine Panikattacke ist eine sehr starke Angstreaktion, bei der es zu einem Gefühl des kompletten Kontrollverlusts kommt. Es handelt sich um eine schreckliche und sehr unangenehme Erfahrung, bei welchen die Betroffenen teilweise davon überzeugt sind in diesem Moment zu sterben. Während einer Panikattacke kommt es zu starken körperlichen Symptomen: Das Atmen fällt schwer, Schwindel tritt auf, Betroffene zittern, schwitzen und verspüren einen Schmerz in der Brust, spannen ihre Muskulatur an und es kann zu Übelkeit kommen. Das Gefühl dieser Situation physisch nicht entkommen zu können, generiert eine extreme Angst in den Betroffenen, wodurch die erlebten Panik-Symptome noch stärker werden.

Eine Panikattacke kann in verschiedensten Situationen auftreten (auf der Straße, im Kino, beim Auto fahren, im Supermarkt, auf der Arbeit). Situationen die entsprechend vermieden werden, um auf jeden Fall zu verhindern, dass diese in uns eine neue Panikattacke auslösen. Das Vermeidungsverhalten, also das Handeln einzuschränken und bestimmte Situationen zu vermeiden, kann dazu führen, dass eine Agoraphobie entwickelt wird.

Das Gehirn besitzt die Fähigkeit eine Situation schnell wahrzunehmen und zu analysieren. Dabei werden wie bei einem Computer Ähnlichkeiten dieser Situation mit anderen gespeicherten “schon erlebten” Situationen gesucht. Wenn dabei ähnliche Erfahrungen gefunden werden, so wird gleich gehandelt.

Wie entsteht eine Panikattacke: die Ursachen

Einige Personen sind anfälliger dafür eine Panikattacke zu bekommen als andere. Von Grund auf ängstliche, um ihre Gesundheit besorgte oder nervöse Personen, haben eine größere Wahrscheinlichkeit, eine Panikattacke zu erleiden. Sie treten ebenso häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Die erste Panikattacke steht meistens mit einer psycholgischen Stressreaktion in Zusammenhang (viel Arbeit, ein wichtiger Termin der einen überfordert, Partnerschaftsprobleme, Prüfungsstress, etc.) und/ oder mit körperlichen Symptomen, die zuvor so nicht erlebt wurden und als unangenehm empfunden werden (niedriger Blutdruck, Unterzuckerung, Verdauungsprobleme, Hitzeschlag, etc.)

Der Auslöser einer Panikattacke ist meistens ein unangenehmes körperliches Gefühl (Angstsymptome). Dieses unangenehme körperliche Gefühl ist an sich weder negativ noch gefährlich. Wenn sich die Person jedoch erschrickt dieses zu verspüren (beispielsweise denkt, dass sie ohnmächtig wird oder eine Attacke erleidet), steigt die Angst, was dazu führt, dass der Organismus aktiviert wird und in den “Flight or Fight” (Fliehen oder Kämpfen) Zustand versetzt wird. Katastrophenartige Gedanken lösen die Alarmbereitschaft im Teufelskreis der Angst aus. Dadurch werden, ohne dass sich die Betroffenen darüber bewusst sind, körperliche Veränderungen hervorgerufen: der Adrenalinspiegel steigt, das Herz schlägt schneller, die Körpertemperatur wird höher, das Blut wird schneller durch die Adern gepumpt, etc… Ein Gefühl der extremen Gefahr überkommt die Betroffenen, das Alarmsystem wird aktiviert und dadurch lähmt der Teufelskreis der Angst die Person. Wie sich die Angstgefühle kontrollieren lassen, kann hier nachgelesen werden.

Es gibt drei verschiedene Ebenen, auf denen die Symptomen einer Panikattacke auftreten:

  • Kognitive Symptome einer Panikattacke: bezieht sich auf das, was wir “denken”. Konstante Besorgnis, generalisierte Angst, negative Gedanken, Gefühl der Derealisation, Schwierigkeit sich zu kontrollieren: Beispielsweise “und wenn genau das Thema in der Prüfung dran kommt, das ich nicht gelernt habe?” , “und wenn ich etwas gefragt werde und ins Stocken gerate?”…. etc.
  •  Physiologische Symptome einer Panikattacke: umfasst das, was in unserem Körper passiert: Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Muskelanspannung, Hyperventilation,…
  • Verhaltenssymptome bei einer Panikattacke: Unruhe, Schlafstörungen, Vermeidungsverhalten, etc.

Aufrechterhaltung einer Panikattacke

Wer schon mal eine Panikattacke erlebt hat weiß, was auf ihn zukommt. Deshalb tendieren Betroffene dazu aus der Situation zu fliehen, indem sie beispielsweise den Raum verlassen, Beruhigungsmittel zu sich nehmen, Wasser trinken, etc.

Wer Unwohlsein verspürt und denkt, dass wie in vorherigen Situationen, die Konsequenz eine Panikattacke sein wird, versucht den Prozess zu unterbinden indem er flieht. Doch genau dieses Vermeidungsverhalten ist das, was den Prozess der Panikattacke aufrecht erhält. Beispielsweise: Erhöhter Puls – “ich sterbe” – der Puls steigt weiter→ es kommt zu einer Panikattacke.

Aufgrund der schlechten Erfahrung ergreifen viele Maßnahmen, um das zu vermeiden. Sie hören auf Kaffee zu trinken, Sport zu machen, um vermeintlich einer Angstattacke aus dem Weg zu gehen.

Durch die Unterbrechung diese Prozesses, verlieren die Personen die Möglichkeit zu überprüfen, dass die Angst, nachdem sie ansteigt und einige Zeit gleich bleibt, auch wieder abfällt.

Panikattacke Symptome

Die Angstattacken oder Panikattacken sind Teil der Angststörungen (Reaktion auf kognitiver, physiologischer und motorischer Ebene in bestimmten Situationen, die Unwohlsein auslösen und verschiedene Bereiche des Alltags der Person beeinträchtigen). Wenn sich diese Attacken wiederholen, kann von einer Panikstörung oder von einer Agopraphobie mit Panikattacken gesprochen werden.

ICD-10 Kriterien für eine Panikstörung:

Eine Panikstörung wird diagnostiziert, wenn Betroffene unter wiederholt auftretenden Panikattacken leiden, die weder auf eine spezifische Situation oder ein spezifisches Objekt bezogen sind und unvorhersehbar und spontan auftreten. Dabei treten die Paniksymptome in nicht gefährlichen und nicht lebensbedrohlichen Situationen auf.

Die Panikattacke selbst zeichnet sich durch folgende Kriterien aus: sie ist eine einzelne Episode intensiver Angst oder Unbehagen und beginnt abrupt. Sie erreicht ihr Maximum nach wenigen Minuten und dauert mindestens ein paar Minuten an. Es müssen mindestens vier der nachstehenden Symptome (davon mindestens ein vegetatives Symptom) in dieser Zeit auftreten:

  • Vegetative Symptome:
    • Schweißausbrüche
    • Herzklopfen, erhöhte Herzfrequenz, Palpitationen
    • Grob- oder feinschlägiger Tremor
    • Mundtrockenheit (nicht als Folge von Medikamenten oder Flüssigkeitsmangel)
  • Symptome in Abdomen oder Thorax:
    • Atembeschwerden
    • Thoraxmissempfindungen oder -schmerzen
    • Beklemmungsgefühl
    • Übelkeit (Nausea) oder abdominelle Missempfindungen
  • Psychische Symptome:
    • Gefühl von Unsicherheit, Schwäche, Schwindel oder Benommenheit
    • Angst davor verrückt zu werden oder auszuflippen, oder vor Kontrollverlust
    • Derealisation (Gefühl, dass Objekte unwirklich sind) oder Depersonalisation (Gefühl nicht man selbst oder nicht wirklich da zu sein)
    • Angst zu sterben
  • Allgemeinsymptome:
    • Taubheitsgefühl oder Gefühle des Kribbelns
    • Kälteschauer oder Hitzewallungen

die Symptome sind nicht die Folge einer körperlichen Störung und lassen sich nicht besser durch eine organische psychische Störung, affektive Störung, Schizophrenie oder somatoforme Störung erklären.

Panikattacke Schlussfolgerungen

  1. Eine Panikattacke zu vermeiden, führt nur zu mehr Leiden: Einige Personen konzentrieren ihr Leben darauf “gefährliche” Situationen zu vermeiden, durch welche eine Attacke ausgelöst werden kann. Dieses Verhalten ist hochgradig schädlich, da immer mehr Situationen oder Aktivitäten gemieden werden. Es ist wichtig zu lernen, die Ruhe zu bewahren und sich den Situationen nicht zu entziehen.
    2. Panikattacken entwickeln sich vor allem durch die Interpretation von dem was wir tun, fühlen oder denken. Bei jedem schlägt das Herz schneller, wenn er nervös ist, sich anstrengt, überrascht wird, etc… Doch wieso löst dieses Gefühl bei einigen Personen eine Panikattacke aus und bei anderen nicht? Das ist auf die Interpretation jedes einzelnen zurückzuführen. Wenn man davon ausgeht, dass der Stich in der Brust auf etwas Luft in der Speiseröhre zurückzuführen ist, ist es sehr viel weniger wahrscheinlich eine Panikattacke zu entwickeln, als wenn man davon ausgeht, dass dieses Gefühl nicht normal ist und das Anzeichen eines Herzinfarkts sein muss. 

Im Folgenden Video wird illustriert, wie eine erste Panikattacke ablaufen kann.

Bei Fragen oder Anregungen, kann gerne ein Kommentar hinterlassen werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Patricia Sanchez Seisdedos, Psychologin bei CogniFit.

Kognitives Lernen: Ein pädagogischer Leitfaden

Kognitives Lernen ist grundlegend für unser Leben. Wir lernen durch Erfahrungen, Emotionen, durch unsere Beziehung zu Menschen und durch vieles mehr… Die Erziehung die wir erfahren und die Lernprozesse die wir durchlaufen, definieren wer wir sind. In dem folgenden Artikel werden die Entdeckungen über das Gehirn auf die Erziehung und Pädagogik angewendet. 

Neurodidaktik: Verstehen wie das Gehirn funktioniert, um besser lernen und lehren zu können. In diesem Artikel finden sich die verschiedenen Formen des kognitiven Lernens. 

Kognitives Lernen

In der Schule wird einem oft beigebracht Daten immer wieder zu wiederholen, bis man geschafft hat, sich die Informationen zu merken. Aber wie lernt unser Gehirn eigentlich? Informationen auswendig zu lernen hilft uns weder dabei uns in der Welt zurecht zu finden, noch unser Potential und unsere Persönlichkeit zu entfalten oder dabei bestimmte Herausforderungen anzugehen.

Unsere Erziehung und das was wir lernen, definiert wer wir sind. Aber trotz der Fortschritte und Entdeckungen die im Bereich “kognitives Lernen” beim Menschen gemacht werden, sind diese noch nicht in die Pädagogik und den Unterricht integriert. Wir müssen lernen die Charakteristika unseres Verstandes zu beachten, um so unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Erfolgreiches kognitives Lernen geschieht mithilfe von Emotionen, Überraschung, Bewegung und spezifischen neuroedukativen Programmen, welche die individuelle kognitive Entwicklung begünstigen.

Kognitives Lernen: Der Begriff Lernen bezieht sich darauf, sich Wissen oder Fähigkeiten durch aktives Lernen oder Erfahrungen anzueignen. “Kognitiv” bezieht sich auf die “Kognition”. Das ist die Fähigkeit, Dinge mittels der Wahrnehmung und mentaler Prozesse kennen zu lernen. Das Konzept “kognitives Lernen” definiert die Prozesse der Informationsverarbeitung und beginnt bei der sensorischen Wahrnehmung, über das kognitive System bis hin zur produzieren Antwort.

Lernen ist vielleicht der Begriff, der die menschliche Spezies im Laufe ihrer Entwicklung am meisten geprägt hat. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass kontinuierliches Lernen das menschliche Leben zu dem gemacht hat, was es heute ist. 

Unser Gehirn führt und leitet unsere Lernprozesse.

Je weiter wir Menschen vorankommen, desto mehr Wissen sammeln wir an. “Wir machen uns laufend intelligenter”. Das könnte uns zu dem Schluss kommen lassen, dass unser Gehirn sich immer weiter verfeinert, je weiter wir uns entwickeln – dem ist jedoch nicht so. Das was sich verändert ist die Form des Lernens. Da wir mittlerweile mehr darüber wissen, wie unser Gehirn funktioniert, können wir davon profitieren und das Potential des Gehirns besser ausschöpfen.

Lernformen

1. Implizites Lernen

Das implizite Lernen ist ein “blinder” Lernprozess, weil wir uns nicht darüber bewusst sind, dass wir lernen.

Das wichtigste Merkmal dieser Form des kognitiven Lernens ist, dass dieses nicht-intentional geschieht. Die lernende Person hat kein Bewusstsein darüber, dass sie gerade lernt. Zudem äußert sich das Erlernte durch eine automatische Ausführung motorischen Verhaltens.

Bestimmte Aktivitäten verlangen ein nicht-intentionales Lernen, wie beispielsweise das Sprechen oder Laufen. Vieles von dem was wir Lernen, tun wir auf implizite und unbewusste Art.

2. Explizites Lernen

Dem impliziten Lernen gegenüber steht das explizite Lernen, welches sich dadurch auszeichnet, dass es beabsichtigt und mit Bewusstsein über den Lernprozess geschieht. Für das kognitive Lernen in dieser Form gibt es viele Beispiele, unter anderem ist das Lesen dieses Artikels ein Beispiel für explizites Lernen, da eine Absicht zu Lernen dahinter steckt.

Da es sich beim expliziten Lernen um einen beabsichtigten Lernprozess handelt, braucht dieser Daueraufmerksamkeit. Also eine Anstrengung, um die Absicht zu lernen aufrecht zu erhalten.

3. Kollaboratives oder kooperatives Lernen 

Das kooperative Lernen ist eine Lernform in der Gruppe. Ein Schüler lernt beispielsweise zusammen mit seinen Klassenkameraden. Das Ziel dieser Lernform ist, dass jedes Gruppenmitglied in Abhängigkeit seiner Fähigkeiten lernt und außerdem die Arbeit in der Gruppe gefördert wird.

Die vier Grundpfeiler, die diese Form des kognitiven Lernens stützen, sind die positive Interdependenz, die persönliche Verantwortung, die ausgeglichene Beteiligung und die simultane Interaktion.

Eine Lernform, die dieser ähnlich ist (aber nicht identisch), ist das kollaborative Lernen. Bei dieser Lernform ist in der Regel eine Person (Lehrkraft oder Erzieher), die nicht zur Gruppe gehört, diejenige die ein Thema vorschlägt, das im Anschluss in der Gruppe entwickelt wird.

In Gruppen lernt es sich besser

4. Kumulatives Lernen

Bei dieser Lernform wird die kognitive, emotionale und emotionale Ebene angesprochen. Dieser Lernform liegt ein Prozess der Organisation der zu lernenden Informationen zugrunde. Zudem wird zwischen der neuen Information eine Verbindung zu Wissen und vorherigen Erfahrungen hergestellt. Die neue Information wird also in Zusammenhang mit unserer bisherigen Erfahrung gebracht. Das führt dazu, dass das neu erlangte Wissen für jede Person einzigartig wird, da jede Person es mit eigenen Erfahrungen verknüpft.

5. Assoziatives Lernen 

Wem die Hunde von Pavlov etwas sagen, der weiß vielleicht, worum es sich bei dieser Lernform handelt. Kognitives Lernen kann auch assoziativ geschehen. Diese Lernform zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Verbindung zwischen einem bestimmten Reiz und einem präzisen Verhalten gibt. Im Falle des Experiments von Pavlov ist dies das Klingeln einer Glocke und die Fütterung. Dies führt dazu, dass die Hunde noch bevor das Essen kommt bereits beginnen Speichel abzusondern, sobald sie die Klingel hören.

6. Habituation und Sensibilisierung: Nicht-assoziatives Lernen

Diese beiden Prozesse gehören zur gleichen Lernform, dem nicht-assoziativen Lernen. Diese Lernform definiert eine Veränderung gegenüber eines kontinuierlichen Reizes.

Die Habituation ist eine primitive Lernform, die uns erlaubt uns an die Umwelt anzupassen. Sie ist ein alltägliches Phänomen. Dieser Prozess findet statt, wenn wir aufhören einem Reiz Aufmerksamkeit zu schenken, da dieser zu keiner relevanten Veränderung führt (die Reaktion auf den Reiz verringert sich). Ein Beispiel hierfür findet sich bei den Menschen, die an einer lauten Straße wohnen. Am ersten Tag hören sie den Straßenlärm, doch nach einiger Zeit sind sie in der Lage diesen gut auszublenden.

Dem gegenüber steht die Sensibilisierung als Lernform: Unsere Reaktion steigt durch die wiederholte Präsentierung des Reizes. Je öfter uns dieser Reiz präsentiert wird, desto häufiger werden wir die gleiche Reaktion zeigen. Die Sensibilisierung ist eine sehr adaptive und primitive Lernform.

7. Lernen durch entdecken

Wenn aktiv nach Informationen gesucht wird und das was uns antreibt die Neugierde ist, lernen wir durch Entdecken. Das kognitive Lernen in dieser Form zeichnet sich dadurch aus, dass das Individuum interessiert ist, entdeckt, lernt, Konzepte verknüpft und das Gelernte an das eigene kognitiven Schema anpasst.

8. Imitationslernen oder Lernen durch Beobachtung 

Bei dieser Lernform, wird eine Handlung bei einem Modell beobachtet, die im Anschluss imitiert wird. Kognitives Lernen in dieser Form hat einen engen Zusammenhang zu den Spiegelneuronen. Die Imitation, auch Modelllernen genannt ist eine sehr wichtige Lernform.

9. Emotionales Lernen

Das Kognitive Lernen impliziert in diesem Fall eine emotionale Entwicklung des Individuums. Die emotionale Intelligenz entwickelt sich von dieser Lernform ausgehend, welche erlaubt, die eigenen Emotionen zu regulieren(Test zur emotionalen Intelligenz).

Außerdem spielt die Emotion eine entscheidende Rolle bei der Lernform, die später erläutert wird.

10. Erfahrungsbasiertes Lernen 

Aus den Erfahrungen die wir im Laufe unseres Lebens machen, lernen wir unsere Lektionen. Durch unsere Erfahrungen lernen wir am besten. Das kognitive Lernen in dieser Form ist sehr stark, aber auch sehr subjektiv. Denn jeder Mensch macht seine eigenen Erfahrungen und interpretiert diese auch auf persönliche Weise.

11. Auswendiglernen 

Das Auswendiglernen ist eine Form des kognitiven Lernens bei der wir versuchen uns bestimmte Daten einzuprägen und zu merken. Im Gegensatz zum kumulativen Lernen zeichnet unser Gedächtnis einfach nur Informationen auf, ohne dass die betreffende Person zwangsläufig verstehen muss was sie lernt.

12. Rezeptives Lernen 

Kognitives Lernen in dieser Form ist rein passiv, die Person empfängt dabei nur die Information, die zu lernen ist. Ein Beispiel hierfür ist der Vortrag einer Lehrkraft, während die Schüler sitzen und zuhören.

13. Metakognitive Strategien

Es ist wichtig, diese Lernstrategie zu erwähnen, um unsere Art zu Lernen besser zu verstehen. Diese Strategien setzen die Kenntnis über den eigentlichen Lernprozess voraus. Das Lernen zu lernen.

Kenne Dich selbst und deine eigenen Einstellungen und Fähigkeiten, um zu wissen wie Du selbst am besten Lernen kannst.

Jede Person ist einzigartig. Es gibt keine ideale Lernmethode, die für alle Menschen am besten funktioniert. Deshalb ist es ein großer Vorteil beim Lernen, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.

Kognitives Lernen: Wie lassen sich die Kenntnisse über das Gehirn auf die Pädagogik übertragen?

Obwohl die Erkenntnisse über das Gehirn und wie dieses lernt in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen haben, basieren die allermeisten Bildungssysteme auf einem fehlerhaften Lernmodell. Zu Lesen und sich Sätze aus einem Buch zu merken ist nicht der richtige Weg um zu Lernen. Die Studienlage ist klar: andere Dinge wie Sport, Emotionen, Überraschung, Experimentieren sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht sich Wissen anzueignen.

Kognitives Lernen: Die Bedeutung der Emotionen

Emotionen sind die Basis, um sich erinnern zu können. Die Information, die wir über unsere Sinne aufnehmen, passiert das limbische System, bevor sie in der Hirnrinde landet. Im limbischen System befindet sich eine der primitivsten Teile unseres Organismus, die Amygdala. Diese wird in Situationen aktiviert, die als wichtig für das Überleben wahrgenommen werden. Die Amygdala ist elementar wichtig für die Gedächtniskonsolidierung.

Man erinnert sich wahrscheinlich besser an seinen letzten Geburtstag, als an den Arbeits- oder Schultag von vor zwei Wochen.

Kognitives Lernen: Sport machen und Lernen 

Studien haben gezeigt, dass Sport nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit stärkt, sondern auch die Leistungen des kognitiven Lernens verbessert. Durch Sport werden bestimmte Proteine freigesetzt, welche die Gehirnplastizität fördern. Dadurch werden neue Neuronen, Synapsen und Verbindungen generiert.

Körperliche Betätigung erhält und verbessert Aspekte, die mit der kognitiven Leistung und der mentalen Gesundheit zusammenhängen.

Unter den vielen Vorteilen von sportlicher Betätigung, ergeben sich auf kognitiver Ebene folgende:

– Eine bessere akademische Leistung und eine bessere Aufmerksamkeitskapazität

– Ein niedrigeres Risiko beispielsweise an Depressionen oder Angststörungen zu leiden.

– Eine bessere Laune und eine höhere emotionale Stabilität.

Sich zu bewegen ist wichtig, um zu Lernen.

Neben körperlicher Aktivität kann auch aktives Gehirntraining die Gehirnplastizität anregen und die kognitiven Fähigkeiten verbessern. Das kognitive Stimulationsprogramm von CogniFit bietet personalisierte Trainingseinheiten an, um schwächer ausgeprägte Fähigkeiten individuell zu fördern.

Neuronales Fenster

Wenn vom Lernen gesprochen wird, darf das neuronalen Fenster nicht unerwähnt bleiben. Dieses beschreibt die Zeitfenster, in denen bestimmte neuronale Entwicklungsprozesse ablaufen. Diese Zeiträume sind kritische Phasen der Entwicklung, in denen bestimmte Dinge schneller und besser gelernt werden können, als zu anderen Zeitpunkten.

Im Prinzip können wir das Sprechen in jedem Alter erlernen, jedoch ist zwischen dem 1 und dem 3 Lebensjahr der optimale Zeitpunkt. Das Sprechen später zu erlernen ist viel mühsamer und es ist unmöglich die gleichen Lernergebnisse zu erzielen.

Es ist bekannt, dass es sich negativ auf das Gehirn auswirkt, Kinder von Klein auf still in einem Klassenzimmer sitzen zu lassen. Entdecke hier die Entwicklungsstufen von Piaget.

Fehler in unserem Bildungssystem

Missachtung des neuronalen Fensters

Wenn man bedenkt, was über das Gehirn und optimale Lernstrategien bekannt ist, müsste man meinen, dass im Bildungssystem bereits grundlegende Reformen durchgeführt wurden. Das ist jedoch nicht der Fall. Wir lehren falsch. Wenn man die neuronalen Fenster beachten würde, säßen keine kleinen Kinder still auf dem Stuhl. Um zu lernen ist es für sich nämlich wichtig sich zu bewegen. Ebenso wenig gäbe es trockenen Physikunterricht für Jugendliche, denn deren Gehirn ist in diesem Alter sehr emotional.

Anwendung der immer gleichen Lernformen

Es scheint, als wären die dominierenden Lernformen in der Schule weiterhin das rezeptive Lernen und das Auswendiglernen. Die Pädagogik fördert also weiterhin hauptsächlich mechanische und passive Lernformen und macht sich die Art wie wir wirklich lernen nicht zu Nutzen.

Wie sollten wir lernen?

Das ist eine gute Frage. Es ist ganz klar, dass viele der nötigen Veränderungen schwer umzusetzen sind. Jedoch lassen sich mit dem Wissen darüber wie das Gehirn funktioniert, bereits viele Dinge in Angriff nehmen.

Die Bewegung, Emotionen und die Überraschung zu nutzen, um das Interesse im Kopf der Schüler zu wecken, hilft ungemein. Wir haben in den letzten Jahren viel über unser Gehirn gelernt. Es wird Zeit, das Gelernte anzuwenden und unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Die Mutter-Kind-Bindung. Wieso ist sie so wichtig?

Beeinflusst die Mutter-Kind-Bindung die Entwicklung des Kindes für den Rest des Lebens? Welche positive Auswirkung hat die Mutter-Kind-Bindung auf die Mutter? Diesen Fragen gehen viele Psychologen und Wissenschaftler schon lange nach und finden immer wieder überraschende Erkenntnisse.

Für die Mutter-Kind-Bindung wichtig: Blickkontakt

Was ist Bindung?

Die Bindung, im englischen auch “Attachment” genannt, bezeichnet die spezielle Verbindung zwischen Eltern und ihrem neugeborenen Kind. Durch die Formung der emotionalen Bindung können die Grundbedürfnisse des Neugeborenen befriedigt werden. Diese Bedürfnisse sind auch der Antrieb der nachfolgenden sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung. Die frühen Erfahrungen des Säuglings stimulieren das Wachstum neuronaler Pfade, die einen Einfluss darauf haben, wie das Kind später auf viele Dinge reagiert.

Die Bindungserfahrung hat auch im Sinne der Sicherheit einen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung. Forschung hat ergeben, dass der Mangel an Bindung in frühen Lebensmonaten die Fähigkeit stabile Beziehungen einzugehen, ein Leben lang beeinflusst. In den meisten Fällen entsteht eine unmittelbare Bindung zwischen Eltern und Kind, diese verlieben sich direkt, wenn sie ihr Neugeborenes zum ersten mal sehen.

Mutter-Kind-Bindung: Unsicherer und sichererer Bindungsstil

Die Bindungsstile sind wichtig, um zu verstehen weshalb die Bindung zum Kind eine so große Bedeutung hat. Ein sicherer Bindungsstil von Kindern zeichnet sich dadurch aus, dass diese Unwohlsein empfinden, wenn die Eltern das Kind alleine lassen. Gleichzeitig sind sie aber in der Lage sich zu entspannen und abzulenken, mit dem Wissen, dass die Eltern zurückkehren. Kinder mit einem sicheren Bindungsstil zu ihren Eltern fühlen sich beschützt, weil sie sich darauf verlassen können, dass ihre Eltern zurückkehren. Diese Bindungsstile werden von Geburt an bis in die frühe Kindheit hinein geformt.

Ein Kind mit einem unsicheren Bindungsstil wird die Eltern vermeiden oder ignorieren und wenige Emotionen zeigen, wenn die Eltern gehen oder zurückkehren. Diese Kinder neigen dazu Ärger, Angstsymptome oder Furcht zu zeigen. Es kann sein, dass sie andere Leute ab und zu vermeiden und sich weigern mit anderen in Kontakt zu treten. Dieser Bindungsstil wirkt sich negativ auf die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes aus.

Wie kommt es zur Mutter-Kind-Bindung?

• Die Berührungen der Haut ist eine der ersten “Sprachen” für ein Kind, da es auf den Haut-zu-Haut-Kontakt reagiert, was beruhigend auf das Baby und die Eltern wirkt.
• Durch das Füttern des Babys.
• Das Baby in den Schlaf schaukeln oder wippen.
• Dem Baby vorsingen, die Stimme der Eltern wirkt meistens sehr tröstend und beruhigend.

Körperkontakt stärkt die Mutter-Kind-Bindung

Wie profitierst du von der Mutter-Kind-Bindung?

Es gibt viele Vorteil mit einem Neugeborenen eine Bindung aufzubauen. Inwiefern profitieren die Eltern, in den folgenden Beispielen vor allem die Mutter, von dieser Bindung?

Studien zufolge ist das Stillen nicht nur für das Neugeborene von Vorteil, sondern auch für die Mutter. Das Baby profitiert allgemein von der körperlichen Nähe beim Stillen. Bei der Mutter werden durch das Stillen Hormone ausgeschüttet, die mütterliches Verhalten fördern.

Es ist gut bekannt, dass beim Stillen die Stimulation der Brustwarze dafür sorgt, dass das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, welches wiederum dafür sorgt, dass die Milch ausgestoßen wird. Oxytocin ist auch als “Liebeshormon” bekannt, da es auch während des Orgasmus und anderen innigen Momenten produziert wird. Oxytocin wirkt dabei im Gehirn genauso wie es Morphium tut, es lindert Schmerzen, führt zu Wohlbefinden und hat als Konsequenz, dass wir dieses emotionale Hoch wieder erleben wollen. Mütter die nicht stillen, sondern das Fläschchen geben, produzieren dennoch Oxytocin, indem sie während dem Füttern Blickkontakt mit dem Baby aufbauen oder anschließend mit dem Baby kuscheln.

Das Stillen ist eine der ersten Formen der Bindung, welche die Neugeborenen kennenlernen.

Was passiert, wenn keine Bindung aufgebaut wird?

Rund 20% der Eltern bilden keine emotionale Bindung zu ihrem Neugeborenen. Das ist okay und passiert manchmal. Wichtig ist, sich Zeit zu lassen und sich nicht schuldig zu fühlen!

Eine Bindung aufzubauen kann für Mütter die einen Kaiserschnitt hatten oder ihr Kind nicht direkt nach der Geburt sehen konnten schwierig sein. Ebenfalls schwierig ist es oft, wenn das Kind als Frühchen zur Welt gekommen ist und einige Zeit im Brutkasten verbringen musste, oder wenn es sich um ein adoptiertes Kind handelt.

Nach vielen Schmerzen und der Erschöpfung durch die Geburt, sind viele Mütter überwältigt von einem neugeborenen Baby. Hormonveränderungen können Symptome der postpartalen Depression auslösen, die verhindern dass die Mutter eine richtige Bindung zu ihrem Baby aufbauen kann. Während der Schwangerschaft steigt der Hormonspiegel von Östrogen und Progesteron im Körper signifikant an. In den ersten 24 Stunden nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel wieder auf sein Ausgangsniveau zurück. Forscher glauben, dass diese schnelle Veränderung eine Depression auslösen kann.

Tipps wie eine sichere Mutter-Kind-Bindung aufgebaut werden kann

1. Während der ersten 6 Lebensmonaten sollte es eine einzelne primäre Bezugsperson für das Baby geben. Obwohl die Mutter in den meisten Fällen die erste Bezugsperson des Neugeborenen ist, ist die Wahrscheinlichkeit eine sichere Bindung aufzubauen bei einer anderen Person, die sich durchgängig und liebevoll um das Baby kümmert, genauso groß. Eine durchgängige primäre Bezugsperson führt zu einer sichereren Bindung, als wenn die Fürsorge auf mehrere Personen wie Mutter, Vater, Großeltern und Babysitter aufgeteilt wird.
2. Synchronisierte Essens-, Schlafens- und Interaktions-Routinen vor allem während der ersten Monate. Die Schlaf- und Essenszeiten sollten in den ersten sechs Monaten an den Rhythmus des Babys angepasst werden.
3. Zeige dich deinem Baby gegenüber liebevoll, durch Lächeln und Berührungen. Das berühmte Experiment von Harry Harlow mit Rhesus Affen zeigt, dass die Babyaffen ein Stofftier als Mutter bevorzugen und sich diesem eher annähern als einer Drahtfigur. Und das, selbst wenn die Drahtfigur diejenige ist, die sie mit Futter versorgt. Futter ist also nicht wichtiger, als die Berührungen die zwischen einer Mutterfigur und dem Baby stattfinden.

4. Reagiere auf das Unwohlsein deines Babys mit konstantem Trost, Wärme und mit Kompetenz. Forschungen haben ergeben, dass wenn überfürsorgliche Eltern unmittelbar auf jedes Quengeln, Jammern und jeden Schluckauf reagieren, diese Kinder einen weniger sicheren Bindungsstil entwickelten. Überfürsorge behindert Kinder darin selbständig zu werden und ihre Selbstregulation auszubilden.

Bei Anregungen und Fragen kann gerne ein Kommentar unter dem Artikel hinterlassen werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Jennifer Burgos, Psychologin bei CogniFit.

 

References:

Forming a Bond with Your Baby — Why It Isn’t Always Immediate. Retrieved from http://www.webmd.com/parenting/baby/forming-a-bond-with-your-baby-why-it-isnt-always-immediate#3

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Five Ways to Create a Secure Attachment with You Baby, Without Sharing Your Bed. Retrieved from https://psychcentral.com/lib/five-ways-to-create-a-secure-attachment-with-your-baby-without-sharing-your-bed/

Kognitive Dissonanz: warum dem Fuchs die Trauben nicht schmecken

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie Ihre kostbare Zeit in einer (womöglich kostenpflichtigen) Warteschleife einer Hotline verbringen und es so schwierig ist aufzulegen? Warum finden die meisten Raucher Rauchen gut? Wieso gibt es quasi keine Eltern, die bereuen Kinder bekommen zu haben? Weshalb hört man diesen Satz von Autofahrern so gut wie gar nicht: „Ich habe ein schlechtes Auto gekauft.“? Die Antwort ist: kognitive Dissonanz. Doch was ist das?

In diesem Artikel wird übersichtsartig geklärt: 1. kognitive Dissonanz – was ist das? Beispiele 2. bekannte Experimente in der Forschung zur kognitiven Dissonanz 3. Was bedeutet das Wissen über kognitive Dissonanz für mich? 4. kognitive Dissonanz und Freud 5. Fazit zur kognitiven Dissonanz

Kognitive Dissonanz

Kognitive Dissonanz – was ist das? Beispiele

Kognitionen im engeren Sinn sind Gedanken. Im weiteren Sinn sind es auch Einstellungen, Wertvorstellungen, Wahrnehmungen, Absichten und Motivationen, also quasi alle inneren mentalen Zustände und Vorgänge, die man nicht als Emotion oder Intuition bezeichnen kann. (Im Lateinischen bedeutet cognoscere „erkennen“, „erfahren“). Dissonanz kommt aus der Musik und bedeutet das Gegenteil von Konsonanz oder Harmonie, bezeichnet also etwas, das in der Kompositionslehre der Auflösung bedarf. Kognitive Dissonanz könnte man also als „gedanklichen Spannungszustand“ übersetzen.

Kognitive Dissonanz ist ein unangenehmer mentaler Spannungszustand, der entsteht, wenn man sich widersprechende Gedanken, Einstellungen oder Motivationen hat.

Die Dissonanz ist um so größer, je vielzähliger oder/und wichtiger die Kognitionen sind, die sich widersprechen. Nehmen wir das Beispiel Telefonwarteschlange. Sie haben die Kognition(en) „Ich rufe da jetzt an und kläre mein Problem. Danach gehe ich Einkaufen.“ Sie wählen die Nummer und warten, warten und bezahlen. Es läuft Wartemusik. Irgendwann taucht eine widersprüchliche Kognition auf: „Das dauert zu lange. Die Geschäfte schließen um acht.“ Wir kennen alle diese unangenehme Gefühl, das dann entsteht. Wir nennen es gern Ungeduld. Wir sind im Zwiespalt: sollen wir weiter Zeit und Geld investieren oder die Aktion unter „sinnlos“ verbuchen und abbrechen. Diese Ungeduld gepaart mit diesem Zwiespalt (mache würden sagen: nur dieser Zwiespalt)  – das ist die kognitive Dissonanz. Nun gibt es 4 mögliche Folgen, wie wir diesen Spannungszustand auflösen:

  1.  Verhaltensänderung: wir legen auf.
  2. Einstellungsänderung: Trotzreaktion – jetzt erst recht!
  3. Addition oder Subtraktion von Kognitionen: „Ich muss heute nicht einkaufen.“ „Es ist wichtig, dass ich das Problem jetzt löse, denn dann weiß ich auch, wie ich mit xy umgehe.“
  4. Ersetzen von Kognitionen: „Ich habe jetzt so viel investiert, da muss ich jetzt dranbleiben. Einkaufen kann ich auch morgen.“

Merken Sie was? Wir haben schon rein quantitativ mehr Möglichkeiten, das Problem „innerlich“ zu lösen als „äußerlich“. Und wir alle kennen uns: wir lösen es innerlich und bleiben länger in der Leitung als gut ist. Warum ist das so? Dieses Beispiel zeigt im Kleinen, wie wir auch mit großen Lebensentscheidungen umgehen: Wenn wir einmal etwas investiert haben, soll das nicht umsonst gewesen sein. Wir bleiben länger bei dem Investment, hängen länger an der alten Situation als gut für uns und andere ist. Soll ich mit 40 meinen Job hinschmeißen und noch mal studieren? Oder soll ich die Beziehung nach 16 Jahren und 2 Kindern wirklich beenden? Soll ich in diesem Land bleiben? Wie Engelchen und Teufelchen auf der Schulter tauchen die unterschiedlichsten Kognitionen auf, um diese Dissonanz aufzulösen und in Harmonie umzuwandeln.

Das Paradebeispiel sind dabei die Kognitionen von Rauchern.

Nehmen wir an, Sie rauchen. Warum auch immer (Wahrscheinlich mussten Sie irgendwann mal der Umwelt signalisieren, dass sie alt genug für Sex sind, aber das ist nebensächlich). Sie sind also Raucher. Dann sehen Sie im Kino eine Werbung, dass Rauchen Gehirnzellen tötet oder sehen die schrecklichen Bilder auf den Zigarettenpackungen, die eindeutig zeigen, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist. Sie erleben Dissonanz.

Einerseits haben Sie die Kognition „Rauchen ist cool! Ich bin alt und cool genug zu rauchen!“ andererseits haben Sie nun die Kognition „Rauchen ist ungesund.“ Das erzeugt Spannung. Wieder ist Verhaltensänderung eine Option, die selten gewählt wird. Welcher Raucher hört schon auf, weil er eine Raucherlunge auf der Zigarettenpackung sieht? Viel wahrscheinlicher ist, dass Sie sich „überzeugen“ mit zusätzlichen Kognitionen: „So ungesund kann es gar nicht sein: mein Opa ist über 90 geworden und hat geraucht!“ oder „Rauchen ist ja nicht nur cool, sondern es entspannt auch!“ oder „Mich wird es schon nicht treffen, ich höre irgendwann rechtzeitig auf!“

Ein anderes Beispiel ist die Frau, die 10 Jahre mit dem gleichen Mann zusammen ist und sich nach Abwechslung sehnt.

Die wenigsten wissen, dass das normal ist und als Coolidge-Effekt bekannt. Sie hat die Kognition „Ich bin eine treue Frau.“ und „Ich betrüge meinen Freund nicht.“, andererseits sehnt sie sich nach neuen sexuellen Abenteuern und geht fremd. Hier passt das Verhalten nicht zum Selbstbild und erzeugt die Dissonanz. Was ist der Ausweg? Sie bildet ein neues Wertesystem und damit neue Kognitionen. Sie äußert sich feministisch und polyamor. „Treue ist ein überkommenes, patriarchalisches Konzept zur Unterdrückung der Frau!“ oder „Eifersucht ist eine ungesunde Reaktion des Egos!“ oder „Wer weiß, mit wem mich mein Freund betrügt.“

Und zum Schluss wieder ein Paradebeispiel: der Autokauf.

Viele Autokäufer lesen nach dem Kauf die Werbebroschüren über ihr erworbenes Modell, um sich selbst davon zu überzeugen, dass ihre Entscheidung richtig war. Oder kennen Sie jemanden, der jemals erzählt hätte: „Mein Autokauf war ein Reinfall – ich hätte besser ein anderes Modell gekauft.“? Das gibt es zwar, aber es ist eher der Ausnahmefall und kommt relativ selten vor.

Bekannte Experimente in der Forschung zur kognitiven Dissonanz

Die Theorie der kognitiven Dissonanz stammt von Leon Festinger, Schüler des Psychologiepioniers Kurt Lewin. Was bisher unerwähnt blieb: es ist wichtig, dass die Person, die die Dissonanz erlebt, das Gefühl hat, freiwillig zu entscheiden. Fehlt diese Freiwilligkeit, tritt das Phänomen (in der Psychologie spricht man gern vom „Effekt“) nicht auf. Denn dann kann man seine Kognitionen leicht in ein harmonisches System bringen: „Ich tue das, weil ich muss. Eigentlich will ich etwas anderes, aber die Umstände zwingen mich dazu.“ Das ist zwar auch kein angenehmes Gefühl, aber immerhin angenehmer als die kognitive Dissonanz aufgrund von Widersprüchlichkeiten zwischen Verhalten und Selbstbild oder verschiedenen Kognitionen.

Die frühen Experimente von Festinger in den 50er Jahren liefen folgendermaßen ab:

Studenten wurden gebeten, an einem Experiment teilzunehmen. Die Versuchspersonen bekamen eine langweilige und langwierige Aufgabe. Danach wurden sie gebeten, weitere Studenten von der Teilnahme an dem Experiment zu überzeugen. Aber ein Teil der Studenten bekam für diese „Anwerbung“ 20 Dollar. Der andere Teil bekam einen Dollar. Nun sollten die Studenten noch schnell die Langweiligkeit bzw. die Interessantheit des Experimentes einschätzen.

Und was glauben Sie, wie sich die beiden Gruppen unterschieden, nachdem was Sie über kognitive Dissonanz gelernt haben?

Genau. Die Gruppe, die für die „Anwerbung“ bezahlt wurde, fand das Experiment signifikant langweiliger als die Gruppe, die vergleichsweise wenig bekam. Warum? Die Theorie besagt: Die Studenten, die bezahlt wurden, logen bei ihrer Anwerbung dissonanzfreier als die andere Gruppe. Sie hatten ja einen Grund für ihr Verhalten: die Bezahlung. Die Gruppe, die ohne Bezahlung anwarb, musste eine kognitive Dissonanz bewältigen, nämlich aufgrund der Kognitionen: „Das Experiment war stinklangweilig.“ und „Ich lüge nicht.“ und „Ich muss meine Kommilitonen jetzt überzeugen, daran teilzunehmen.“ Um so interessanter Sie das Experiment fanden, um so weniger logen sie; also fanden sie das Experiment einfach interessanter – unbewusst.

Zahlreiche Experimente beschäftigten sich mit dem Unsinn harter und noch härterer Strafen.

Man denke hier an populistische Forderungen, die immer wieder durch das Netz gejagt werden. Oder gar an die Todesstrafe. Die kognitive Dissonanztheorie sagt: sinnlos. Warum? Weil die Leute eine externe Rechtfertigung haben, warum sie nicht zu schnell fahren, bei der Steuer nicht betrügen, etc. Das bedeutet aber auch: wenn sicher ist, dass sie nicht erwischt werden, machen sie es trotzdem. Haben sie diese Rechtfertigung nicht, müssen sie ihre Einstellung ändern. Sie bauen Kognitionen auf wie „Ich bin ein ehrlicher Mensch.“ oder „Ich bin ein besonnener, vernünftiger Autofahrer.“ Das tun sie bei drakonischen Strafen mit geringerer Wahrscheinlichkeit.

Investition und kognitive Dissonanz

Ein anderes Experiment (Axsom und Cooper, 1985)  beschäftigt sich mit der Investition und der damit verbundenen kognitiven Dissonanz (siehe Telefonwarteschleife). Es wurde eine Anzeige aufgegeben, dass VersuchspeIrsonen gesucht werden, die eine neuartige Methode ausprobieren könnten, Gewicht zu verlieren. Diejenigen, die sich meldeten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt schwierige, langwierige und komplizierte kognitive Aufgaben (die Psychologie hat davon Batterien voll im Schrank) und Ihnen wurde gesagt, dass die Vermutung bestünde, sie würden dadurch abnehmen, was totaler Quatsch war, aber die Leute glaubten es wohl. Und die andere Gruppe erhielt leichte, kurze Aufgaben, mussten sich also viel weniger anstrengen, viel weniger investieren. Nach 6 Monaten wurde gemessen, ob und wie viel Gewicht die Gruppen verloren hatten und siehe da: die Gruppe mit dem höheren (kognitiven) Aufwand hatte tatsächlich mehr Gewicht verloren. Erklärt wird das so: Sie hatten die größere kognitive Dissonanz, die aus den Kognitionen bestand: „Boah, ist das hier anstrengend!“ und „Ich will Gewicht verlieren.“ Das Ziel, abzunehmen gewann an Bedeutung, man hatte ja investiert. Also blieb man in der Folgezeit auch mehr am Ball.

Was bedeutet das Wissen über kognitive Dissonanz für mich?

Es bedeutet zweierlei: zum einen: seien sie nachsichtig mit ihren Mitmenschen. Üben Sie sich in Toleranz um Empathie, denn die anderen haben – und da können sie sicher sein – ein ausgeklügeltes System von konsonanten Kognitionen, die ihre Einstellungen und ihr Verhalten rechtfertigen, auch wenn Ihnen das schräg und unglaubwürdig vorkommt.

Es gibt in der Politik viele Lügen, aber als der Stasichef Erich Mielke 1989 in der Volkskammer sagte: „Ich liebe doch alle!“, war das wahrscheinlich ernst gemeint. Zu dieser Zeit revoltierten die Ostdeutschen gegen eine Militärdiktatur und einen Bespitzelungsstaat, in dem es extrem gefährlich war, eine von der Norm abweichende Meinung zu vertreten. Niemand konnte sicher sein, dass nicht der beste Freund oder Verwandte für die sogenannte Staatssicherheit (Stasi) arbeitete und Informationen nach „oben“ weitergab. Und der Chef dieser menschenverachtenden Stasi stellte sich hin und sagte, er würde doch alle (auch die Abweichler) lieben. Das erntete viel Hohn und Verachtung in der Bevölkerung. Aber wir können mit einiger Sicherheit sagen, dass Mielke ein ausgeklügeltes System (wirrer) Kognitionen hatte, die diesen Satz mit seinem Selbstbild vereinbaren ließen.

Oder nehmen wir Ihre Eltern. Viele Menschen werfen Ihren Eltern zu Recht vor, Fehler in der Erziehung gemacht zu haben. Aber kommt das bei den Eltern an? Es kann gar nicht ankommen. Ein Leben lang Investitionen, ein über Jahrzehnte geschaffenes Selbstbild können gar nicht umgestoßen werden, ohne dass es für die Eltern lebensbedrohlich wäre, würden sie die kognitive Dissonanz zulassen. Lassen Sie Ihre Eltern leben. Immerhin leben Sie durch sie.

Meinen Sie, der Pharmavertreter hätte nicht seinen Weg aus der kognitiven Dissonanz gefunden, wenn er damit konfrontiert würde, dass bei depressiven Jugendlichen und Kindern einige Antidepressiva die Suizidalität erhöhen können und oft gar keine Hauptwirkung haben? (Bei Erwachsenen dürfte das nicht anders sein.)

Seien Sie also nachsichtig. Zum anderen: seien Sie selbstreflexiv! Beobachten Sie sich! Machen Sie nicht die Fehler Ihrer Eltern. Versuchen Sie, sich bei kognitiver Dissonanzreduktion zu ertappen! Woran hängen Sie, weil sie vermeintlich schon viel investiert haben, was Sie aber zukünftig gesehen nur noch behindert? Seien Sie entscheidungsfroh! Sie werden sich Entscheidungen schon schön reden, um so endgültiger diese sind, um so wahrscheinlicher ist das. Haben Sie den Mut, glücklich zu sein!

Kognitive Dissonanz und Freud

Und noch etwas können Sie aus diesem Artikel mitnehmen: Sie kennen die falschen Namen! Haben Sie schon mal etwas von Kurt Lewin oder Leon Festinger gehört? Nein? Aber von Freud, oder? Lassen Sie die kognitive Dissonanz zu: in einem gerechten Universum wäre das umgekehrt. Warum? Freuds große Leistung besteht unbestritten in der Postulation der verschiedenen Abwehrmechanismen. Leider hört es dann aber auch schon auf.

Der ganze andere theoretische Überbau, das Instanzenmodell der Psyche (Es, Ich und Über-Ich), die Triebtheorie, die Katharsis und Karthexis, dass Träume Wunscherfüllung seien, dass geistige Prozesse Energie verbrauchen, – die Liste ist lang und ebenso unbelegt – ist hoch spekulativ. Seine Theorie ist ebenso populär wie esoterisch. Trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten und Überschneidungen zur kognitiven Dissonanztheorie. Durch Mechanismen wie Rationalisierung, Verdrängung, Projektion und Sublimierung können wir kognitive Dissonanz reduzieren. Und das tun wir auch. Regelmäßig. Behalten Sie also diese 4 Begriffe und vergessen Sie, was Sie sonst von Freud gelernt haben.

Fazit zur kognitiven Dissonanz

Ich hoffe, ich habe sie gleichsam unterhalten und aufklären können mit diesem Artikel. Die Fabel mit dem Fuchs und den Trauben kennen Sie!? Der Fuchs befand sie für zu sauer, nachdem er vegeblich versucht hatte, sie zu ergattern. So sind so manche Trauben, die zu hoch hängen, sauer…

Sie müssen nicht in Allem meiner Meinung sein, ich freue mich über Kritik und andere Meinungen. Lassen Sie Ihrer Reaktanz freien Lauf! Jede Reaktion ist eine gute Reaktion!

Denken Sie daran: Wenn unsere Enkel uns einst fragen werden, wie wir die Überwachung und Einmischung in unsere Selbstbestimmung durch NSA, Google und Facebook dulden konnten, dann werden wir alle eine plausible Ausrede haben – kognitiver Dissonanzreduktion sei Dank!

In diesem Sinne! Es grüßt: Ihr Uwe Krüger.

Mentale Energie: 10 Tipps zur Entfesselung deiner Geisteskraft

Unser Geist ist das Zentrum unseres Lebens. Er ist der “Motor”, der es uns ermöglicht, unsere Lebensziele zu erreichen. Es ist normal, dass wir manchmal etwas weniger energiegeladen sind und bemerken, dass wir Dinge vergessen, dass uns Ausrutscher passieren, dass wir falsche Entscheidungen treffen, nicht klar denken, etc. Die mentale Erschöpfung ist normalerweise von Gefühlen der Traurigkeit, Reizbarkeit, Beklommenheit, Stress und Sorgen begleitet. Diese negativen Gefühle können unseren Alltag beeinträchtigen und für Unzufriedenheit und Unglück sorgen. In diesem Artikel berichten wir dir, wir du deine Geisteskraft fördern kannst. Entdecke diese 10 einfachen Tipps, die dir helfen, deine mentale Energie zu verbessern.

Mentale Energie: 10 Tipps, um deine Geisteskraft zu steigern

Ein hohes Niveau an mentaler Energie kann dir dabei helfen, eine entscheidungsfreudigere, kreative und geistig schnellere Person zu werden. Wenn du deine Geisteskraft steigerst, wirst du dich den verschiedenen Schwierigkeiten und Problemen des Alltags effektiver stellen können.

10 Tipps zur Steigerung deiner mentalen Energie

Wir sind lebendige Wesen. Wir erlangen und erschaffen unsere mentale Energie aus dem Wasser, der Luft, der Sonne, der Nahrung, dem Lachen; aber wir sind auch kulturelle Wesen, die sich von Büchern, sozialen Beziehungen, Reisen und Videospielen ernähren. Dieser Post gibt dir eine Tour um “die elementarsten Quellen” der mentalen Energie, mit denen du dich versorgen kannst. Entdecke 10 Tipps, die dir dabei helfen, deine Geisteskraft zu verbessern:

1. Wasser trinken ist der erste Schritt, um deine mentale Energie zu steigern

Wasser ist eine mentale Energiequelle. 2012 fand man in einer Studie mit Schülern einer Universität aus London heraus, dass die Schüler, die während einer Prüfung Wasser tranken, ihre Noten um 5% gegenüber denen, die kein Wasser tranken, erhöhten.

Wie kannst du deine Geisteskraft erhöhen?

Hab immer eine Flasche Wasser dabei, so kannst du dich einfacher hydratisieren. Wenn du ein wichtiges Meeting oder eine Prüfung hast, oder dich jedweder Situation stellen musst, die hohe mentale Energie erfordert, nimm immer eine Flasche Wasser mit.

2. Verwende deine Atmung auf bewusste Art und Weise

Wir können mithilfe unserer Atmung mentale Energie erhalten. Zum Beispiel, wenn du Angstzustände, Stress oder Beunruhigung fühlst, ist die Atmung eine Hilfe zur Selbstkontrolle, die, mit ein bisschen Übung, vermeidet, dass deine Energie in kritischen Situationen kollabiert.

Wie kannst du deine mentale Energie verbessern? Lege deine Hände mit geradem Rückenauf deinen Bauch und blase ihn mit jeder Einatmung auf. Das Ziel ist es, den Luftfluss, der sich im Brustkorb stauen kann, zum Unterbauch fliessen zu lassen. Versuche, die Dauer jeder Ein- und Ausatmung gleichmässig zu gestalten.

3. Nutze das Sonnenlicht als natürliche Energiequelle

Hast du dich schon einmal gefragt, wie dein Gehirn unter dem Einfluss des Sonnenlichts reagiert? In deinem Inneren produziert das Sonnenlicht eine Erhöhung der metabolischen Energie, es ist eine natürlich Quelle von Vitamin D (das die Geschwindigkeit der Neuronenverbindungen beeinflusst) und “schaltet” die Schlafneuronen, die für Schläfrigkeit sorgen, aus. Hast du bemerkt, wie deine mentale und körperliche Energie im Sommer steigt und zu Beginn des Herbstes sinkt? Das ist so, weil zum Beispiel das direkte und intensive Licht uns aktiver macht, uns uns mehr bewegen lässt oder uns mehr Ausdauer gibt. Und hast du bemerkt, was in einem Raum mit warmer Beleuchtung oder im Dämmerlicht passiert? In diesen Situationen entspannt sich unser Körper, wir sprechen weniger und die Gesprächslautstärke sinkt. Laut diesem Experiment der Universidad Autónoma de México stimuliert das Licht die rechte Gehirnhälfte besonders positiv: die Denkgeschwindigkeit erhöht sich, nachdenklichere und tiefgeherende Gedanken entstehen und die Kreativität wird stimuliert.

Sich zu sonnen, erhöht die Geisteskraft. Widme eine Zeit des Tages, 15 bis 20 Minuten, dem Baden im Sonnenlicht. Wenn möglich in Kontakt mit der Natur, wie in einem Park. Es wird dir auch helfen, an offenen Plätzen reich an natürlichem Licht, zu arbeiten oder zu essen. Triff geeignete Vorsichtsmassnahmen, wenn die Sonne deine Haut oder Augen schädigen könnte.

Sich zu sonnen erhöht deine Geisteskraft.

4. Erhalte mehr Energie durch deine Ernährung

Folge einer vernünftigen Ernährung mit allen notwendigen Nährstoffen. Es ist klar, dass ein großer Teil der Energie, die wir erhalten, von unserer Ernährung stammt. Es gibt einige Lebensmittel, die sehr empfehlenswert für die Pflege und Funktion unseres Gehirns ist, wie die, die reich an Omega-3-Fettsäuren, pflanzlichen Fetten, Vitamin B, besonders Folsäure, Vitamin D, Antioxidantien oder Phosphor sind. Welche Vitamine vor allem für das Gehirn wichtig sind, erfährst du hier.

Wenn du deine Geisteskraft erhöhen möchtest, finde dich nicht damit ab, nur gut zu essen: interessiere dich für die Lebensmittel, die du kaufst, ihre Bestandteile und Nährstoffe, organisiere deine wöchentliche Diät und beteilige dich an ihrer Zubereitung, indem du dich an neue Rezepte traust. Kreativ zu sein (in der Küche) ist auch eine sehr starke mentale und konstruktive Energie.

5. Lachen stimuliert deine positive mentale Energie

Man sagt oft, es gebe keine bessere Medizin als das Lachen. Dies ist eine Quelle der körperlichen Gesundheit (z.B. auf den Blutdruck), der psychischen Gesundheit (auf die Stimmung) und der sozialen Gesundheit (es verbessert die zwischenmenschlichen Beziehungen). Manche Untersuchungen zeigen, dass das Lachen geistige Prozesse fördert, die gegensätzlich zu psychischen Problemen wie Depression oder Schlaflosigkeit sind.

Fördere deine Geisteskraft und triff dich mit Freunden. Es ist verboten, über Dinge zu sprechen, die nicht lustig sind! Um das Eis zu brechen, kannst du die positiven Erlebnisse der letzten Tage/Wochen kommentieren und einige Gesichtsübungen durchführen, um die Lachmuskeln zu aktivieren; ein Lachen zu simulieren kann schliesslich ein echtes und witziges Lachen hervorrufen.

6. Bücher zu lesen hilft dir zu wachsen und hat eine heilende Wirkung

Die Lektüre, mal abgesehen vom Vergnügen, das sie verursacht, stimuliert und entwickelt unser Gehirn. Ein Buch, eine Geschichte, ein Gedicht … zu lesen, ermöglicht es uns oft, die Realität zu begreifen, uns an andere Perspektiven als die unsere anzunähern oder neue Kenntnisse zu erlangen.

Bücher zu lesen “energetisiert” deinen Geist. Greif auf Bücher zurück, um neue Erfahrungen zu bekommen und deine mentale Energie zu erneuern; aber das beschränkt sich nicht nur auf Literatur: Museen besuchen, Musik hören, Filme sehen, Tanz, Theater, Bilder, Architektur und viele andere kulturelle Artefakte sind unerschöpfliche Quellen reicher mentaler Energie für das Gehirn.

7. Persönliche Beziehungen sind eine Quelle emotionaler Energie

Die Quantität ist nicht so wichtig wie die Qualität der Beziehungen. Die Studien über Freundschaftsnetze online beweisen, dass eine grosse Anzahl von Freunden unserem Ego soziale und gruppale Vorteile bietet, wie das Gefühl der Zugehörigkeit, einer Wahrnehmung von sozialer Unterstützung und mehr Status. Aber, hast du wirklich so viele Freunde?

Wie kannst du deine mentale Energie erhöhen? Behalte dir einen Teil deiner Zeit dafür vor, mit Freunden und/oder Familie zusammen zu sein, auch wenn ihr nichts Besonderes macht. Es ist nicht einmal notwendig, Geld auszugeben oder einer Tätigkeit nachzugehen, die das Stresslevel anhebt. Zusammen zu sein und dieses Gefühl von wirklicher Unterstützung entstehen zu lassen sollte genug sein.

8. Reisen: Erfrische deinen Geist und erneuere deine mentale Energie

Andere Städte, Länder und Menschen kennenzulernen ist eine Art, über den Tellerrand hinauszuschauen und mit der Routine zu brechen. Neue Gesichter, neue Kleidung, neue Gebäude, neue Landschaften … das Gehirn ernährt sich von attraktiven Reizen und erschafft neue Neuronenverbindungen. Ausserdem stärkt Reisen deine persönliche Identität und macht dich zufriedener mit dir selbst.

Täglich spazieren zu gehen erhöht die mentale Energie und nähert dich deiner Umwelt an

9. Täglich spazieren zu gehen erhöht die mentale Energie und nähert sich deiner Umwelt an

Wenn du mehr gehst und weniger Transportmittel wie Auto oder Metro benutzt, verschaffst du dir Vorteile für deine körperliche Gesundheit (z.B. verringert sich das Risiko für Herz-Gefäss-Probleme) und du erzeugst positive mentale Energie. Wenn du zu denjenigen gehörst, die durch die Stadt laufen, wirst du tagsüber in positiverer Stimmung sein, als wenn du dich im Auto im Verkehr bewegst. Eine holländische Studie, die 2015 im Geographical Journal veröffentlicht wurde mit dem Thema, wie die Interaktionen mit der Umwelt unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit beeinflussen, gab an, dass die Menschen bei der Fortbewegung zu Fuss von einem Ort zum anderen ein höheres Empfinden der Autonomie hatten, mehr Lust darauf hatten mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und sich integrierter in ihrer Umgebung fühlten.

10. Denkspiele oder “Gehirnjogging-Spiele” werden deine geistige Kraft und Energie steigern

Heutzutage kennen wir schon die Wichtigkeit, aktiv auf unsere kognitiven Funktionen und Fähigkeiten einzuwirken. Denn man kann das Gehirn trainieren, um mehr mentale Energie zu erhalten. Von dieser Perspektive aus äussert sich das in besseren Fähigkeiten, höherer Verarbeitungsgeschwindigkeit, Plastizität, Flexibilität der Gedanken, Fähigkeit, die Information zu aktualisieren, Reaktionsgeschwindigkeit ..

Die Nutzung von Videospielen wurde lange in Erziehung und Klinik erprobt, im Bereich der kognitiven Rehabilitation. CogniFit ist das führende kognitive Trainingsprogramm auf internationalem Niveau und validiert von der wissenschaftlichen Gemeinde.

 

Quelle: Pablo García Bartolomé, Psychologe bei CogniFit.

Niedriges Selbstwertgefühl: Gründe, Folgen und Test – Was kann ich tun?

Niedriges Selbstwertgefühl? Es ist viel schwieriger als es aussieht zu lernen “Ich liebe mich” anstelle von “Ich liebe dich” zu sagen. Stell dich auf die Probe. In diesem Artikel zeigt dir die Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda die Schlüssel zur Entwicklung eines ausgeglichenen und gesunden Selbstkonzeptes und infolgedessen wirst du lernen, besser mit deinem niedrigen Selbstwertgefühl umzugehen.

“Verlieb dich in dich selbst, ins das Leben, in deine Umgebung, in das, was du machst, und wer du bist. Walter Riso”

Niedriges Selbstwertgefühl

Was ist das Selbstwertgefühl? Das Selbstwertgefühl ist die Bewertung oder die Auffassung, die wir von uns selbst haben. Es baut sich anhand der Erfahrungen, sowohl den negativen als auch den positiven, auf, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben. Vom Selbstwertgefühl hängen die Erwartungen ab, die wir an uns selbst stellen und unser eigenes Wertekonzept oder Selbstkonzept.

Deswegen ist ein positives Selbstwertgefühl und Selbstliebe unabdingbar für den Erfolg im Leben. Wir wissen alle vom Wert der Selbstachtung, aber nur wenige von uns wissen, wie man für sie sorgt, sie verwöhnt und erhält.

“Der Unterschied zwischen dem, wo du gestern warst und dem, wo du morgen sein wirst, liegt in dem, was du HEUTE denkst, sagst du und tust.”

Gründe für ein niedriges Selbstwertgefühl – Warum ist mein Selbstwertgefühl so niedrig?

Ein niedriges Selbstwertgefühl ist ein Problem, dass einen großen Teil der Bevölkerung betrifft, aber estaunlicherweise ist sich die Mehrheit dessen gar nicht bewusst. Wenn wir wegen Angst- und Depressionsproblemen zum Psychologen gehen, liegt diesen Pathologien oft ein niedriges Selbstwertgefühl zugrunde, aber wir sind uns dessen oder dessen Folgen für unsere psychische Gesundheit für gewöhnlich nicht bewusst.

Beim Aufbau unseres eigenen Selbstwertgefühls durchläuft jedes menschliche Wesen einen einzigartigen und unvergleichbaren Weg. Das Selbstwertgefühl baut sich allmählich auf, und auch wenn persönliche Eigenschaften einen Einfluss auf diesen Prozess haben, sind die erlebten Erfahrungen und die Menschen, mit denen du in Kontakt trittst, ein entscheidender Faktor. Dies führt zu dem Ergebnis einer subjektiven Empfindung von persönlichem Wert oder im Gegensatz, von Unfähigkeit.

Die ersten Lebensjahre sind grundlegend für die Bildung eines hohen oder niedrigen Selbstwertgefühls, aber auch die Erfahrungen, die wir als Erwachsene erleben, können es verändern. Unter den zahlreichen Gründen für ein niedriges Selbstwertgefühl können wir die folgenden hervorheben:

–          Körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch, vor allem in jungem Alter.

–          Der Erwartungsgrad unserer Eltern und Lehrer, dem wir in der Kindheit ausgesetzt            waren.

–          Unter Diskrimination jeder Art leiden.

–          Belästigung oder Mobbing erleiden.

–          Den Verlust eines geliebten Menschens erleiden.

–          Soziale Ausgrenzung

–          Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitssituationen

Wenn eine Person schwierige Zeiten durchläuft, bildet sie sich, fast ohne es zu merken, negative Überzeugungen über sich selbst. Sei es über ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihr Aussehen oder ihre Fähigkeiten, Erfolg im Leben zu haben.

Genau so wichtig wie unsere Erlebnisse sind die Interpretation, die wir ihnen geben.

Das Wichtige am niedrigen Selbstwertgefühl ist, dass es sich im Allgemeinen auf Überzeugungen und nicht auf Tatsachen stützt, und das Glaubenssystem der Menschen lässt sich formen und modifizieren.

So ist die Erhöhung unseres Selbstwertgefühls ein Schlüsselfaktor, um uns mit uns selbst wohl zu fühlen.

 

Lerne, dich zu lieben

Die Rosenberg-Skala: Finde heraus, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast

Hast du schon mal innegehalten, um darüber nachzudenken, was du wirklich von dir denkst? Im Folgenden lade ich dich dazu ein, diesen kleinen Test namens Selbstwertskala von Rosenberg zu machen, der dir helfen wird, den Grad der Zufriedenheit mit dir selbst zu messen.

Denk daran, dass dies eine einfache Bewertungs- und Orientierungsübung ist und in keinem Fall eine klinische Diagnose darstellt.

Die Rosenbergskala ist ein Test zum Selbstwertgefühl, das er dir ermöglicht ausfindig zu machen, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast. Diese Bewertung stützt sich auf 10 Aussagen, die du möglichst ehrlich auf dieser Skala beantworten musst:

1: Gar nicht einverstanden

2: Nicht einverstanden

3: Einverstanden

4: Komplett einverstanden

  1. Ich empfinde mich als gleichwertig mit den anderen.
  2. Im Allgemeinen neige ich dazu zu denken, dass ich eine Enttäuschung bin.
  3. Ich denke, ich habe ein paar gute Eigenschaften.
  4. Ich kann die Dinge genau so gut machen wie die anderen.
  5. Ich glaube, ich habe nicht viel, worauf ich stolz sein kann.
  6. Ich habe mir selbst gegenüber eine positive Haltung.
  7. Im Allgemeinen bin ich mit mir zufrieden.
  8. Ich hätte gern mehr Selbstrespekt.
  9. Ich fühle mich manchmal wirklich nutzlos.
  10. Manchmal denke ich, dass ich nichts wert bin.

Korrektur und Ergebnisse

Von den Sätzen 1 bis 5 zählen die Antworten von 1 bis 4 jeweils 4 bis 1 Punkte. Das heisst, genau umgekehrt. Beispiel: Wenn du bei Satz Nr. 1 4 Punkte gegeben hast, musst du einen Punkt zählen.

Von den Sätzen 6 bis 10, zählen die Antworten 1 bis 4 auch 1 bis 4 Punkte.

Von 30 bis 40 Punkte: Hohes Selbstwertgefühl, als normales Selbstwertgefühl angesehen.

Von 26 bis 29 Punkte: Mittleres Selbstwertgefühl. Dies bedeutet keine schweren Selbstachtungsprobleme, aber eine Verbesserung wäre ratsam.

Weniger als 25 Punkte: Niedriges Selbstwertgefühl. Es gibt bedeutende Selbstachtungsprobleme.

Folgen eines niedrigen Selbstwertgefühls

Ein niedriges Selbstwertgefühl wirkt sich negativ auf alle Bereiche deines Lebens aus. Die Wahrnehmung, die du von dir selbst und deinem Wert oder des Fehlen dieses Wertes hast, hat unvermeidbare Auswirkungen auf deine Arbeitsleistung, deine Beziehungen im Privatleben und die Beziehung mit der Welt und dir selbst haben.

“Wir können andere nicht lieben, wenn wir nicht vorher lernen, uns selbst zu lieben”

Es ist viel komplizierter als es scheint, dich selbst zu lieben. Dich richtig lieben zu können heißt, dich zu akzeptieren, zu respektieren, deinen vitalen Bedürfnisse nachzukommen und dich dafür zu lieben, wer du bist, mit deinen Stärken und Schwächen.

Eine Person, die sich liebt und sich selbst wertschätzt, strahlt positive Vibrationen aus und erweckt Neugierde darauf, sie kennenzulernen. Sie verbreitet Liebe, weil sie sich selbst akzeptiert hat. Und unbewusst nehmen das die anderen wahr.

Gegen das niedrige Selbstwertgefühl kämpfen: Lerne, dich zu lieben

Eine Person, die sich nicht liebt und, vor allem, sich nicht respektiert, läuft große Wahrscheinlichkeit, in toxische Beziehungen verwickelt zu werden.

Denk daran, dass Vorbeugung die beste Kur ist …

Schlüssel zur Erhöhung eines niedrigen Selbstwertgefühls

1. Verwandle negative Gedanken ins Positive

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dir selbst unangenehme Botschaften schickst, die reich an “Ich kann nicht”, “Ich bin das nicht wert”, “Ich werde scheitern”, “Ich verdiene keine Liebe” sind.

Auch wenn du das nicht bewusst machst, präsentieren sich diese Botschaften mehr oder weniger subtil in deinem Alltag und vermindern deine Lust darauf, ein neues Projekt anzugehen und sabotieren letztendlich dein Wohlbefinden.

Mach eine Liste von deinen am meisten wiederkehrenden negativen Gedanken und schreib daneben eine Ermutigung, die du wiederholen kannst, wenn das Negative erscheint.

Zum Beispiel: Für den Satz “Ich bin nicht dafür gemacht” wäre der Gegengedanke “Ich kann das problemlos in Angriff nehmen”. Jedes Mal, wenn der negative Gedanke auftaucht, halt inne und biete ihm mit dem positiven Denken die Stirn.. Am Anfang wird dir das schwer fallen, aber wenn du es regelmäßig machst, wir sich dieses Verhalten automatisieren.

Was du dir selbst sagst, kann dir Macht geben oder wegnehmen, und nur du kannst die Worte wählen …

2. Hast du ein geringes Selbstwertgefühl? Mach eine Liste deiner Erfolge

Für gewöhnlich neigen wir dazu, unsere Niederlagen und Fehler grösser zu machen und das Gute, was in unserem Leben geschieht, für einen glücklichen Zufall zu halten.

Das ist ein unverzeihlicher Fehler. Sicher hast du in deinem Leben schon sehr interessante Erfolge geerntet, denen du jetzt nicht mehr den Wert gibst, den sie verdienen.

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, gibt es eine gute Übung, die darin besteht, eine Liste mit den persönlichen Erfolgen zu erstellen, auf die du am stolzesten bist.

Zum Beispiel:

–          Ich habe das Studium geschafft

–          Ich habe Padel-Spielen gelernt

–          Ich habe eine zweite Sprache gelernt

–          Ich bin Vater/Mutter geworden

–          Ich habe die Arbeit bei dieser Firma bekommen

Kleb dir diese Liste an den Kühlschrank oder irgendwohin, wo du sie oft siehst. Diese Liste wird dich daran erinnern, dass du die nötigen Fähigkeiten hast, zu erreichen, was du dir vornimmt.

3. Akzeptiere dich genau so, wie du bist

Mit deinen Stärken und Schwächen. So klar und schwierig. Sei realistisch, versuche nicht, das Unmögliche zu ändern, und sei dir deinen Schwächen und Stärken bewusst. Eine gute Kenntnis deiner selbst ist das wirkungsvolle Werkzeug, um Erfolg in deinem Leben zu haben und dein emotionales Wohlgefühl zu entwickeln.

“Es ist viel schwieriger, sich selbst zu beurteilen, als die anderen zu beurteilen. Wenn du es schaffst, dich selbst richtig zu beurteilen, bist du wirklich weise.” Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz.”

4. Vergiss die Vergleiche, um dein niedriges Selbstwertgefühl nicht zu nähren

Vergleiche sind widerlich und ergeben selten etwas Positives. Einzig und allein, wenn dieser Vergleich als intrinsische Motivation für eine Verbesserung genutzt wird, wird sie dir etwas Positives bringen und du wirst ein Gefühl von Bewunderung und nicht von Neid empfinden.

Wenn du dich minderwertig fühlst oder dich dafür verachtest, nicht das Eine oder das Andere in deinem Leben zu haben, denk daran, dass viele Leute gerne das hätten, was du hast, oder sein würden, wer du bist. Sei dankbar für deine persönlichen Stärken, anstatt dich beim Versuch zu erfüllen, was die Gesellschaft dir auferlegt, fertigzumachen.

Sei kritisch mit deinen persönlichen Forderungen und schätze nicht gering, was du schon besitzt.

5. Finde die Ursache für dein niedriges Selbstwertgefühl

Ein grundlegender Schritt für die Lösung eines jeden Problems besteht darin, die Wurzel der Angelegenheit zu identifizieren. Oft versuchen wir, das Symptom zu beseitigen, statt die Krankheit in Angriff zu nehmen. Dies kann uns kurzfristige Erleichterung verschaffen, aber wenn wir nicht die wirkliche Ursache der Krankheit bekämpfen, kann sich das Symptom im Laufe unserer Leben auf verschiedene Arten wiederholen.

Wenn du Schwierigkeiten bei diesem Schritt hast, rate ich dir, dich an einen Experten zu wenden. Ein Termin bei einem in dieser Angelegenheit qualifizierten Psychologen kann dich dazu leiten, das wirkliche Problem zu identifizieren.

Um zum Ende zu kommen, möchte ich euch ein interessantes Video über Tipps zum Stärken des Selbstwertgefühls zeigen.

“Das Selbstwertgefühl ist keine so verwerfliche Sünde wie die eigene Geringschätzung. William Shakespeare”

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.

Wie verbessere ich meine Laune? 10 Tricks für den Alltag

Oft ist unsere Stimmung nicht ganz so gut, wie sie sein könnte. Viele Situationen, die wir im Alltag erleben, überladen unser Gehirn, was uns Stress, Erschöpfung und schlechte Laune bereitet. Unsere Laune hängt stark von unseren Handlungen und unseren Gewohnheiten ab und darf nicht ignoriert werden, denn von ihr hängt unser Wohlbefinden ab. Für diese “niedergeschlagenen” Tage und depressiven Momente, haben wir dir hier 10 Tipps für das Verbessern deiner Laune zusammengestellt.

Wie die Laune verbessern

 1. Achte auf deine Gesundheit!

Im Laufe dieses Artikels werden wir einige Tipps dazu sehen, wie du deine Laune heben kannst. Aber vielleicht ist dieser erst der offensichtlichste und wichtigste: Achte auf deine Gesundheit! Es ist wichtig, dass du sowohl körperlich als auch emotional auf dich achtest. Körper und Verstand sind bidirektional und symbiotisch miteinander verbunden, sie zu misshandeln kann sehr negative Auswirkungen haben. Ein ungepflegter Körper kommt in einem erschöpfteren und weniger wachen Verstand zum Ausdruck.

Eine Veränderung unserer Gewohnheiten kann der erste Schritt zu einer Veränderung in unserem Kopf sein.

2. Sport verbessert unsere Stimmung

Sport zu machen ist eine gute Art unsere Laune zu heben. Jede körperliche Aktivität ist gut, nicht nur für unseren Körper, auch für unseren Verstand. Im Allgemeinen haben Menschen, die regelmässig irgendeine Art von körperlicher Aktivität ausführen, bessere Laune in ihrem Alltag.

Vielleicht ist es eher ein langfristiges Ziel Sport zu machen, aber dafür ist es sehr effektiv. Sport zu machen verbessert deine Gesundheit, was sich auf deinen Verstand auswirkt, es erhöht die Bereitschaft neue soziale Beziehungen einzugehen, beschäftigt deinen Verstand, erhöht den Optimismus und positive Gedanken, setzt Endorphine frei, löst Spannungen usw.

Obwohl es vielleicht im ersten Moment nicht wie eine erstrebenswerte Idee wirkt, vor allem wenn du bisher nicht gewohnheitsmässig Sport machst, ist das ein Ziel, dass uns helfen kann, unsere körperliche und geistige Gesundheit zu verbessern.

3. Einen Freund anrufen, der uns aufmuntern kann

Etwas sehr Empfehlenswertes, wenn man keine gute Laune hat, ist einen Freund oder eine Freundin anzurufen. Es wurden zahlreiche Korrelationen von psychologischem Wohlbefinden und dem Kontakt zu anderen Menschen gefunden. Ein reiches und qualitativ hochwertiges Sozialleben ist Medizin gegen psychologisches Unwohlsein. Soziale Kontakte und Unterstützung verschaffen uns eine wichtige Stütze, da sie sich dank der Bindungen, die die Gruppe bietet, positiv auf Gefühle der Selbstakzeptanz auswirken.

Das Alleinsein wird zum Feind, wenn wir deprimiert sind, deshalb ist es in solchen Situationen ideal, gute Gesellschaft zu suchen.

 

Wie die Laune heben? Freunde sind eine wichtige Unterstützung

4. Gut schlafen 

Vielleicht löst die Tatsache des Schlafens unsere Probleme nicht und verbessert unsere Stimmung genauso wenig. Aber es ist wahr, dass es schwere Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn wir unsere Schlafenszeiten vernachlässigen. Obwohl jeder Mensch eine individuelle Menge an Schlaf braucht, rechnet man, dass eine Abweichung vom Durchschnitt von 7-8 Stunden Schlaf zu Unwohlsein führt.
Viele Situationen im Alltang vermindern unsere Erholungszeit und, obwohl dies vielleicht auf den ersten Blick keine Folgen zu haben scheint, verschlechtert Schlafmangel unseren körperlichen und seelischen Zustand.

Die Studie “Schlaf und Lebensqualität” der Universität von Granada deckt die Folgen von Schlafdefizit auf. Eine unzureichende Erholungsphase kann von einem höheren Prozentsatz an depressiven Störungen und Angststörungen bis du einer höheren Zahl an Unfällen führen.

5. Analysiere dein Problem

Oft wissen wir noch nicht einmal, was mit uns los ist. Diese Situationen, in denen man auf dem Bett liegst, ohne Lust auf gar nichts zu haben. Das Problem zu entdecken ist der grundlegende Schritt um es zu lösen, und, obwohl das offensichtlich erscheint, geben wir uns dabei manchmal keine Mühe.

Um psychologisches Wohlbefinden zu erreichen und unsere Laune heben zu können, müssen wir einen Punkt zwischen unseren externen Bedürfnissen und unseren internen Motivationen (was wir wollen) finden. Häufig schreiben wir eine negative Situation einem externen Faktor zu, wenn in Wirklichkeit in unserem Kopf etwas schiefläuft.

Wir ein bekanntes Sprichwort sagt: “Nicht der ist glücklich, der am meisten hat, sondern der, der am wenigsten braucht”. Wie wir im nächsten Absatz sehen, kann ein schlechtes Ehrgeizmanagement zu Stress führen, was wiederum ein grosser Ballast für unsere Gemütslage ist.

6. Es gibt bessere und schlechtere Leute als dich. Entscheide, mit wem du dich vergleichst

Obwohl das nicht so schön klingt, ist es wahr, dass der soziale Vergleich ein entscheidendes Element für unsere Persönlichkeitsbildung, unser Selbstwertgefühl und unsere Stimmung ist. Meistens vergleichen wir uns unbewusst mit Menschen, denen es schlechter geht als uns, um unsere Handlungen zu unterlegen (eine Art fiktives Rückenklopfen, um zu wissen, dass es “uns gut geht”). Aber manchmal legen wir unser Augenmerk wegen schlechterer Laune auf Dinge, auf die wir nicht achten sollten. Ein Vergleich nach oben kann uns frustrieren und uns somit deprimieren und unsere Laune verschlechtern.

Du darfst nicht enttäuscht sein, weil es Leute über dir gibt, es wird immer jemanden über und jemanden unter dir geben. Wie im nächsten Absatz erklärt wird, muss man lernen, sich mit seinen eigenen Ziele zu beschäftigen.

7. Beschäftige dich mit deinen Zielen, um deine Laune zu heben

Wie in den Absätzen oben erwähnt verschlechtert sich unsere Gemütslage oft wegen Stress und Frustration. Diese beiden Begleiter sind so gewöhnlich, dass sie auftauchen, sobald wir deprimiert sind. Häufig setzen wir uns bei der Verfolgung eines Zwecks zu hohe Ziele in einer begrenzten Zeit. Beispielsweise gibt es Menschen, die es deprimiert, Diät zu machen, wenn sie nach einer Woche noch keine Ergebnisse sehen.

Wenn du dich schlecht oder niedergeschlagen fühlst, denk daran, was du machst und an die Ziele, die du dir vorgenommen hast, und gib dir selbst mehr Raum und hab weniger Erwartungen an dich. Manchmal sind wir selbst unsere schlechtesten Chefs.

Die Personen, die am zufriedensten mit ihren Leben sind, sind diejenigen, die kurz- oder mittelfristig leichter erreichbare Ziele haben und somit einfacher unmittelbare Belohnungen bekommen.”.

Achte darauf, wohin du dein Augenmerk legst und schalte einen Gang zurück, sollte es notwendig sein.

8. Hör Musik, um deine Laune zu verbessern

Es hört sich wie ein Mythos an, aber es ist erwiesen, dass die Musik auf einem tiefen emotionellen Niveau mit unserem Verstand verbunden ist. Nach einer Studie der Universität von Murcia bringt uns die Musik im Allgemeinen “zu einer Reharmonisierung unseres Gemütszustandes und unserer Gefühle”.

Die Musik ist dazu fähig, einen bestimmten Gemütszustand in uns zu erwecken und hat eine immense Macht aus diversen Gründen (Musik für das Gehirn). Einerseits assoziieren wir die Musik normalerweise mit einem eigenen Gefühl und genau wie wir in fröhlichen Momenten dieses Gefühl mit einem Musikstil begleiten, gibt diese Assoziation der Musik die Macht, den Prozess umzukehren, und so kann das Hören eines Lieds das gleiche Gefühl entstehen lassen. Andererseits wirken Komponenten der Musik wie Rhythmus, Ton oder Melodie direkt auf uns, ohne dass eine Assoziation notwendig wäre: Sie verringert die Nervosität, die Herzfrequenz, entspannt uns etc.

Es ist unglaublich, was ein bisschen Musik in unserem Kopf anstellen kann.

9. Lebensmittel zur Verbesserung der Laune

Einige Lebensmittel verbessern unsere Laune

Eins darf man nicht verwechseln. Eine schwere Zeit löst sich nicht durch “Essen um des Essens willen”. Kompulsives Essen ist vor allem miserabel für unseren Körper und unseren Verstand. Ausserdem kann die Assoziation des Gemütszustands mit dem Essen Essstörungen (Bulimie, Magersucht etc.) hervorrufen.

Trotzdem gibt es gewisse Lebensmittel, die dank ihrer Beschaffenheit direkt auf unsere Laune wirken:

  • Schokolade: Die verschiedenen Zutaten dieses Lebensmittels bringen uns zahlreiche Vorteile. Schokolade erhöhrt die Serotoninlevel (das Glückshormon), hat einen anregenden Effekt auf den Organismus, dient als natürliches Schmerzmittel, steigert die Leistungsfähigkeit und regt den Kreislauf an. Ausserdem, und daher rührt die Bezeichnung Liebesdroge, erzeugt sie das Hormon, dass sonst nur im Zustand der Erregung freigesetzt wird.
  • Die Banane: Die hohe Zahl an in der Banane enthaltenen Nährstoffen liefert einen Energieanstieg in unserem Körper und ausserdem erhöht sie das Serotoninlevel, wie die Schokolade, und begünstigt eine optimistische Stimmung.

Es gibt noch viele andere Lebensmittel, die unsere Stimmung verbessern (z.B. die Ananas). Die weiter unten erwähnte Studie weist viele Beispiele auf.

10. Schlecht zu essen verschlechtert unsere Laune

Wenn wir von Lebensmitteln, die für eine bessere Stimmung sorgen, sprechen, sollten wir auch auf diejenigen hinweisen, die sie verschlechtern.

Alle verarbeiteten Lebensmittel oder Lebensmitten mit hohem Anteil an gesättigten Fetten etc. hemmen die Dopaminproduktion im Gehirn (“der Motor unseres Organismus”).

Junkfood ist auch verhängnisvoll für unseren Körper und Verstand, aufgrund der Nährstoffe, die es enthält und die wir oben schon erwähnt haben. Unter anderem lässt es uns erschöpft fühlen und macht es uns aufgrund der Hemmung der Dopaminproduktion schwer, positive Gefühle zu empfinden.

Die Studie über Ernährung von der Universidad Nacional Autónoma de México schlägt spezielle Ernährungsformen und Lebensmittel vor, die sich auf unsere Stimmung auswirken.

Die Qualität der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, hat Auswirkungen auf die Qualität unseres Organismus.

 

Quelle: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

 

 

Was bedeutet Somatisierung? Der Körper spricht, wenn der Geist schweigt.

Somatisierung – der physische Ausdruck psychischen Unwohlseins. Es ist möglich, dass du so einen Fall kennst oder es dir sogar selbst passiert. Schmerzen und körperliches Unwohlsein, die ohne identifizierbare ärztliche Erklärung auftreten. Wiederkehrende und nicht zu rechtfertigende Symptome, die das Leben der Betroffenen negativ beeinflussen. Mairena Vázquez, Psychologin, erklärt was Somatisierung bedeutet, welche Personen anfälliger für Somatisierungsprobleme sind, welche die am häufigsten zu findenden Symptome sind und zuletzt informiert sie dich über einige Schlüssel zur Vermeidung der Somatisierung und über die besten Behandlungsmöglichkeiten. Lies weiter!

“All unsere Emotionen meißeln sich in unseren Körper” (Boris Cyrulnik).

Wenn der Verstand schweigt, spricht der Körper

Was ist Somatisierung?

Wie Juvenalis sagte: “Geistige und körperliche Gesundheit gehen immer Hand in Hand”.

Somatisierung lässt sich als das unfreiwillige Umwandeln von psychischen Problemen in organische Symptome definieren.

Psychosomatische Probleme können durch Stress, emotionale Probleme oder negative Gefühle entstehen.

Heutzutage leben die meisten von uns sehr hektisch, was uns viel Stress bereitet, wir haben oft emotionale Probleme (Nervosität, Depression, familiäre Probleme, …) und wir sind von negativen Gefühlen (Ärger, Eifersucht, Neid, …) umgeben.

Die körperlichen Symptome, die entstehen, wenn wir ein hohes Stresslevel und/oder emotionale Probleme haben, lösen scheinbar unerklärliche Schmerzen in Unterleib oder Kopf aus, Übelkeit, Erbrechen, gastrointestinale Probleme, … die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und im Sozialleben bereiten. Dies kennt man unter dem Namen Somatisierung.

Somatisierung ist der körperliche Ausdruck des psychischen Unwohlseins. Es ist kein psychisches Problem, sondern eine Folge der Verbindung zwischen Psyche und Körper.

Vielleicht sehen wir uns dazu besser ein Beispiel an:

Versetzen wir uns in die Lage von Tim. Tim verspürt seit einiger Zeit Magenschmerzen, hat Durchfall und Blähungen … besonders in Phasen, in denen er sich durch seine Arbeits- und Familiensituation gestresster fühlt. Er arbeitet Tag und Nacht, um seine Frau und Kinder unterhalten zu können. Außerdem ist seine Familiensituation sehr beeinträchtigt, er hat konstant Streitigkeiten mit seinen Brüder und Eltern, was ihn sehr erschöpft. Er stellt hohe Ansprüche an sich selbst und ist unfähig um Hilfe zu bitten, auch wenn er weiß, dass er nicht mehr kann.

All diese negativen Emotionen beeinflussen Tim Tag für Tag und bewirken, dass ihm die Situation körperliche Symptome, vor allem im Verdauungsbereich, bereitet. (Jeder von uns hat einen wunden Punkt im Körper, und dort greift der Druck an.)

Der Körper kümmert sich darum, die Emotionen auszudrücken, die wir empfinden. Wenn die Emotionen nicht ausgedrückt werden können, werden sie somatisiert.

Somatisierung ist der körperliche Ausdruck des psychischen Unwohlseins

Anders gesagt, der psychische Konflikt wird manchmal auf den Körper umgeleitet, damit er ohne psychisches Leiden gelöst werden kann.

Es ist kompliziert für Menschen zu akzeptieren, dass unsere Psyche diese Störung hervorruft. Das Problem vergrößert sich, wenn die betroffenen Personen diagnostiziert und mit diversen Medikamenten behandelt werden und die wichtige Rolle, die Psychologen bei diesen Beratungen spielen, komplett außer Betracht gelassen wird.

Die Medikamente (Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, …) können Abhängigkeit und psychosomatische Symptome, die das Problem noch vergrößern, bei den Menschen, die unter Somatisierungsstörungen leiden, hervorrufen.

Eine andere Art zu somatisieren entsteht beim Zuhören der ärztlichen Analysen. Auf eine unbewusste Art und Weise werden die Symptome somatisiert und es entsteht eine Krankheit, indem der geistige Konflikt in einen körperlichen verwandelt wird. Roberto Salazar (Arzt) sagte folgendes: “Während sie der Erklärung zuhören, beginnen sie sich Sorgen zu machen und zu glauben, dass ein Risiko der Erkrankung des Organismus besteht, auch wenn es in Wirklichkeit unwahrscheinlich ist, dass sie eine Krankheit bekommen”.

Ein Beispiel, um es besser zu verstehen …

Stell dir vor, du hast etwas gegessen, das dir nicht gut bekommen ist und du beginnst, Übelkeit, Durchfall und Magenschmerzen zu verspüren. Du fängst an, Information darüber, was du im Moment fühlst, zu suchen und findest eine Unmenge an Krankheiten. Automatisch nimmt deine Psyche auf, dass du eine Krankheit hast und du merkst, wie du dich körperlich immer schlechter fühlst. In diesem Moment sagt dir dein Kopf, dass du krank bist und du glaubst es.

Somatisierung. Medikamente können Abhängigkeit erzeugen.

Welche Menschen anfälliger für Somatisierung sind

Es gibt einige Persönlichkeitsmerkmale und bestimmte Situationen, die bewirken, dass einige Menschen dazu neigen, mehr Somatisierungsprobleme als andere zu haben. Unter diesen können wir finden:

  • Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie eine hohe negative Affektivität (Personen, die anfällig für Ängste und persönliche Unzufriedenheit sind), egozentrische und in sozialen Beziehungen abhängige Personen.
  • Meistens sind es negative, pessimistische Menschen mit einer Tendenz zur Schwarzmalerei.
  • Es kommt häufiger bei Frauen vor, obwohl dies kulturabhängig ist.
  • Somatisierung und Stress sind oft miteinander verbunden.
  • Es kann bei Personen mit schwachem Immunsystem auftreten, denn sie können sich so fühlen, als ob sie keine Kontrolle über ihren Körper haben und das macht sie anfälliger für Krankheiten.
  • Es wurden viele Fälle von Somatisierung beobachtet, bei denen die Betroffenen unter einer psychischen Störung wie Angst und/oder Depression litten.
  • Frustration nach mehrmaligen Diagnoseversuchen und Behandlungen ohne Erklärung des Problems.

Persönlichkeitsmerkmale Somatisierungsprobleme

Somatisierung: Was sind die Symptome

Laut diversen Untersuchungen kommen Hunderte von Menschen mit verschiedenen gastrointestinalen oder sexuellen Problemen und Problemen des Atmungsapparates und sogar neurologischen Problemen, die durch Somatisierung verursacht wurden, ins Krankenhaus. Für diese Personen gibt es weder ein genaues Krankheitsbild noch haben sie Infektionserreger, aber sie weisen Symptome auf, die ihnen Unwohlsein und vor allem Sorgen bereiten.

Die Personen, die Somatisierungsproblem haben, leiden unter vielfältigen Symptomen. Einige sind so schwer, dass sie körperliche Probleme wie folgende auslösen können:

  • Gastrointestinale Symptome: Durchfall, Aufgeblasenheit, Lebensmittelunverträglichkeiten, Unterleibsschmerzen, Blähungen, Darm- und Magengeschwüre, …
  • Sexuelle Symptome: Sexuelle Unlust, Anorgasmie, Libidoverlust, Impotenz, Unregelmässigkeiten bei der Menstruation …
  • Atmungs- und Kardiosymptome: Atmungsschwierigkeiten, Schwindelgefühle, Schmerzen in Brust und Rücken, Tachykardie, arterieller Bluthochdruck, Gefühl des Ertrinkens und Erstickens …
  • Neurologische Symptome: Muskelschwäche, Krämpfe, Amnesie, Ohnmacht, einseitige Kephalgie …

Somatisierungsprobleme.

Wie hört man auf, Probleme zu somatisieren?

Man sagt, dass der menschliche Körper eine perfekte Maschine ist. Deshalb sendet er uns Signale, wenn es eine Schwierigkeit in unserem Inneren gibt, damit wir darauf aufmerksam werden. Was können wir tun, wenn unser Körper uns Signale sendet?

  • Einen Blick zurückwerfen und nachdenken, wie wir uns fühlen und warum wir uns so fühlen. Vielleicht können wir so die Dinge aus einer Perspektive sehen, die uns hilft “den Konflikt zu lösen”.
  • Es ist wichtig, in Worte zu fassen, wie wir uns in jedem Moment fühlen. Wenn wir jedes Ding beim Namen nennen, wissen wir, was mit uns los ist und fühlen uns indirekt physisch und psychisch besser.
  • Verabschiede dich von den negativen Gefühlen. Lerne aufzuhören, negativ zu denken und negative Emotionen zu erkennen, wie zum Beispiel Unmut oder Groll. Eine der besten Techniken dafür ist die Vergebung. Natürlich ist es manchmal kompliziert zu verzeihen, aber denk daran, dass du dich besser mit dir selbst fühlen wirst, befreiter, wenn du es machst. Denk immer daran, dass du deine Gefühle kontrollierst, nicht umgekehrt.
  • Vermeide Situationen, die dir Stress und Unwohlsein bereiten. Du hast schon gemerkt, dass Stress deinen seelischen Zustand beeinflusst. Beobachte die Situationen, die ein Stressgefühl in dir auslösen und versuch sie so gut wie möglich zu vermeiden. Wer den Stein vermeidet, vermeidet es zu stolpern. Finde heraus, wie Stress unser Gehirn beeinflusst und welche Stressformen und – symptome existieren.
  • Verändere Gewohnheiten, ändere deinen Lebensstil: Wenn du weißt, dass bestimmte Dinge dir Stress bereiten, vermeide sie. Versuche mehr mit deinem Freundeskreis auszugehen, die soziale Unterstützung ist sehr wichtig. Sport und der Kontakt mit der Natur können von großer Hilfe sein.
  • Sprich dich aus und wenn du weinen musst, weine: Mit den nahestehenden Personen über unsere Probleme und Sorgen sprechen ist sehr ratsam. Und wenn du das Bedürfnis zu weinen verspürst, tu es. Unterdrück deine Gefühle nicht. Weinen hat viele psychologische Vorteile.
  • Das Leben lebt sich besser mit einer positiven Einstellung: Wusstest du, dass die Entwicklung einer jeden Krankheit oder eines Leidens durch die Haltung, die wir einnehmen, beeinflusst wird? Wenn wir eine negative Einstellung haben und denken, dass alles Schlechte immer uns passiert, werden unsere Chancen auf Besserung weniger. Deshalb bewirkt eine positive Haltung, dass unser Herzrhythmus sich reguliert und sogar, dass wir einige Probleme und Schmerzen vergessen.

Was tun, um Somatisierung zu vermeiden? Gesunder Geist in gesundem Körper.

Behandlung Somatisierung

Wir können das Erleiden einer Krankheit als Signal sehen, das uns der Körper sendet, damit wir unsere Verhaltensweisen und Gewohnheiten ändern. Man kann dies wie ein Fehlersignal eines Fahrzeuges oder Haushaltsgerätes interpretieren, die anzeigen, das etwas repariert werden muss oder aufgehört hat zu funktionieren.

Deshalb sollte man als Erstes die Situation ausfindig machen, die nicht gelöst werden konnte und dann Lösungsformen suchen. Es ist notwendig, das Leiden der Person zu verstehen, denn obwohl ihre Haltung übertrieben scheinen kann, ist das Leiden echt.

Bei vielen Gelegenheiten versucht man nur sich nur um die körperlichen Symptome zu kümmern und falsche Diagnosen werden gestellt, was wiederum zu schädlichen Behandlungen führt. Die richtige Behandlung ist sehr schwierig, denn derjenige, der an Somatisierung leidet fühlt sich meistens frustriert, wenn man ihm sagt, dass das Problem eher psychologischen Ursprungs ist. Deswegen ist die empfehlenswerteste Behandlung die jenige, die sich aus Arzt – Psychologe – Patient zusammensetzt.

Die Rolle der Psychologen bei Krankheiten und psychosomatischen Problemen ist lebenswichtig. Es wurde festgestellt, dass die kognitive Verhaltenstherapie der Schlüssel für gute Ergebnisse ist.

Ein wichtiger Teil der Behandlung beruht auf der Psychoedukation, die der Psychologe mit dem Patienten durchführen sollte. Es ist wichtig, die Überzeugungen und die damit verbundenen Verhaltensweisen ausfindig machen zu können, damit die Person dazu fähig ist, sich den Ursachen zu stellen, von denen das Problem herrührt. Außerdem ist Entspannungstraining und Arbeit daran, sich dem Problem zu stellen und es zu lösen, sehr wichtig.

Zu guter Letzt ist es grundlegend, an der Vorbeugung für mögliche Rückfälle zu arbeiten und eine Zeit lang Überwachung durchzuführen.

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.