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Lerntheorien: Wie lernen wir eigentlich?

Ab dem ersten Tag unseres Lebens beginnen wir zu lernen. Gerade in den ersten Jahren machen wir fast täglich Fortschritte und erweitern unser Können. Doch wie funktioniert das Lernen eigentlich? Es gibt eine Vielzahl an Lerntheorien, welche die Lernvorgänge beschreiben und erklären. Im Folgenden Artikel findet sich eine Übersicht und Zusammenfassung bekannter Lerntheorien.

Lerntheorien: Wie lernen wir?

Definition Lernen

Der Begriff Lernen hat indogermanische Wurzeln, deren Bedeutung “Furche, Spur oder Bahn” ist. Bereits die Wortherkunft deutet also darauf hin, dass Lernen etwas damit zutun hat “Spuren zu hinterlassen”.

Lernen beschreibt den bewussten oder unbewussten Vorgang der Aneignung oder Änderung von kognitiven Strukturen oder Verhaltensweisen. Das Lernen ist also ein Prozess der Verhalten, Denken und Fühlen formt und den Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten beschreibt.

Welche Lerntheorien gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an Modellen und Hypothesen, die versuchen den Prozess des Lernens zu beschreiben. Bei den meisten dieser lerntheoretischen Ansätze wird eine einzelne, besondere Form des Lernens beschrieben und erklärt. Im Folgenden geben wir eine Übersicht über die klassischen Lerntheorien.

Klassische Lerntheorien:

Die klassischen Lerntheorien lassen sich in zwei Hauptzweige unterteilen:

  • Bei den behavioristischen Lerntheorien steht das beobachtbare Verhalten im Vordergrund des Lernprozesses, wobei die mentalen Prozesse im Gehirn nicht von Interesse sind.
  • Dem gegenüber stehen die kognitivistischen Lerntheorien, bei welchen die Kognitionen und Emotionen mit in das Modell des Lernprozesses eingebunden werden.

Im nächsten Abschnitt werden die bekanntesten Lerntheorien des Behaviorismus und Kognitivismus beispielhaft erklärt.

Behavioristische Lerntheorien

Bei diesen lerntheoretischen Ansätzen steht der Mensch, als Ergebnis seiner Umwelt, im Fokus. Es wird zunächst das beobachtet, was das lernende Wesen aufnimmt (einen Reiz) und anschließend die Antwort auf den Reiz in Form von Verhalten. Was dazwischen passiert, also wie der Reiz im Gehirn bearbeitet wird, ist nicht von Bedeutung.

Klassische Konditionierung

Die klassische Konditionierung, die von dem russischen Physiologen Iwan Pawlow begründet wurde, wird auch als Reiz(Stimuli)-Reaktion(Response)-Lernen bezeichnet. Diese Lerntheorie besagt, dass zwei Reize aneinander gekoppelt werden können.

Das Experiment von Iwan Pawlow

Pawlow führte sein Experiment mit Hunden durch. Dabei ließ Pawlow Hunden Essen bringen (US: unconditiones stimulus – Unbedingter Reiz: löst ohne Konditionierung eine Reaktion aus), wodurch diese beim Anblick und Geruch des Essens Speichel produzierten. (UR: unconditioned response – Angeborene Reaktion: wird durch den US ausgelöst). Dieser Reiz ist von Natur aus mit dieser Reaktion verbunden.

Nun wurde das Erklingen eines Glöckchen vor der Essensausgabe hinzugefügt (NS: neutral Stimulus, Neutraler Reiz: zieht keine spezifische Reaktion mit sich). Das Erklingen des Glöckchens löste zu Beginn des Experiments keine Reaktion bei den Hunden aus, sie nahmen das Erklingen der Glocke jedoch wahr. Pawlow wiederholte nun den Ablauf einige Male, zuerst ließ er die Glocke erklingen, dann folgte die Essensausgabe. Nach einiger Zeit begannen die Hunde bereits beim Erklingen der Glocke Speichel zu produzieren. Sie hatten also gelernt, dass auf die Glocke das Essen folgte. Aus dem neutralen Reiz wurde demnach ein bedingter Reiz (CS: conditioned Stimulus: ehemals neutraler Reiz löst durch mehrmalige Koppelung an den US eine Reaktion aus) auf den eine bedingte Reaktion folgte (CR: conditioned response: erlernte Reaktion).

Klein Albert: Das Experiment von J.B Watson

Kurze Zeit nach dem Experiment von Pawlow wurde die klassische Konditionierung erstmals am Menschen untersucht. Das Experiment wurde mit einem 9 Monate alten Jungen namens Albert durchgeführt. Albert wurden mehrere Tiere präsentiert (eine weiße Ratte, ein Kaninchen, ein Affe…) und seine Reaktion beobachtet. Albert zeigte keine Angst und keine besondere Reaktion auf diese Reize (NS). Daraufhin wurde Albert die weiße Ratte in Verbindung mit einem lauten Knall (US) präsentiert, woraufhin Albert sich erschrak und anfing zu weinen (UR). Jedes Mal wenn Albert nach der Ratte griff wurde der laute Knall ausgelöst. Nach dieser Konditionierungsphase wurde Albert die Ratte wieder, diesmal ohne Knallen, präsentiert. Albert begann beim bloßen Anblick der Ratte zu weinen und versuchte sich von ihr zu entfernen. Der vorher neutrale Reiz wurde also zu einem konditionierten Angstreiz (NS-> CS) und löste Furcht (CR) bei Albert aus. Im Anschluss fürchtete sich Albert nicht nur vor der Ratte, sondern vor ähnlichen weißen pelzigen Gegenständen. Die Forscher glaubten, dass sie eine generalisierte Angstreaktion bei dem kleinen Albert konditioniert hatten.

Beispiel Klassischer Konditionierung im Alltag: Beim Anblick einer Zitrone, zieht sich einem der Mund zusammen. Obwohl man nur an etwas Saures denkt oder es sieht, entsteht das Gefühl, etwas Saures zu sich zu nehmen

 

Was kann die klassische Konditionierung nicht erklären? Es kann mithilfe der klassischen Konditionierung nicht die Entstehung von neuen Verhaltensweisen erklärt werden. Ebenso wenig lassen sich Verhaltensänderungen erklären, die unabhängig von vorangehenden Bedingungen des Reizes sind.

Operante Konditionierung

wird auch als Lernen durch Belohnung oder Bestrafung bezeichnet. Bei dieser Lerntheorie werden Reiz-Reaktions-Muster aus zunächst spontanem Verhalten gebildet. Die Häufigkeit des Verhaltens wird durch eine anschließende positive oder negative Konsequenz nachhaltig verändert. Die operante Konditionierung stellt im Vergleich zur klassischen Konditionierung einen selektiven Lernprozess dar. Hierbei können das Verhalten oder Handlungen auf Dauer geändert werden.

Das Experiment von Skinner

Frederik Skinner sperrte jeweils zwei Ratten in seine sogenannte “Skinner-Box”. In dieser Box befand sich ein Hebel und ein Fressnapf. Für beide Ratten hatte der Hebel eine unterschiedliche Funktion. Für die erste Ratte wurde durch das Betätigen des Hebels Futter in den Fressnapf gelassen und die zweite Ratte erhielt durch betätigen des Hebels einen Stromschlag. Die erste Ratte betätigte regelmäßig den Hebel, während die zweite Ratte den Hebel nach anfänglichem Ausprobieren nicht wieder antastete.

Die Ratten hatten also gelernt, dass nach dem Betätigen des Hebels eine Reaktion folgte und wussten dadurch, welche Funktion der Hebel hat. Bei einer positiven Reaktion (Futter) wurde das zunächst spontane Verhalten des Betätigen des Hebels verstärkt, wobei es bei einer negativen Reaktion (Stromschlag) verringert, beziehungsweise unterbunden wurde. Skinner bezeichnet diesen Lerneffekt auch als “Lernen am Erfolg” oder als “Lernen durch Verstärkung”. Der bei der zweiten Ratte ausgelöste Effekt wird auch als bedingte Hemmung bezeichnet.

Kognitivistische Lerntheorien

Zentraler Punkt des Kognitivismus ist die individuelle Informationsverarbeitung der lernenden Person. Dazu gehören sowohl die Verarbeitungs- und Denkprozesse. Die kognitivistischen Lerntheorien nehmen an, dass das Lernen von Prozessen beeinflusst wird, die zwischen dem Reiz und der Reaktion stattfinden. Im Gegensatz zum Behaviorismus sind die mentalen Prozesse und innerpsychischen Vorgänge also von zentraler Bedeutung. Dem Lernenden kommt außerdem eine aktivere Rolle zu. Der Prozess der Imitation hängt stark mit den Spiegelneuronen zusammen.

Die Sozial-kognitive Lerntheorie (Modelllernen)

Die auch Lernen am Modell genannte Lerntheorie von Albert Bandura beschreibt Lernvorgänge, die auf der Verhaltensbeobachtung von Vorbildern (Modellen) beruhen. Bandura spezifiziert in seiner Theorie des Modell-Lernens zwei verschiedene Phasen und vier Prozesse:

1. Aneignungsphase (Kompetenz, Akquisition): 

  • Aufmerksamkeitsprozesse: Die lernende Person richtet ihre Aufmerksamkeit auf die für sie wichtigen Bestandteile des Verhaltens des Modells. Die Aufmerksamkeitsprozesse sind einerseits abhängig von Eigenschaften des Modells (ist es sympathisch? ist die Handlung deutlich? ist die Handlung erfolgreich?) und zudem von Eigenschaften des Beobachters (seinen Fertigkeiten, seinen Erwartungen und seinem Erregungsniveau)
  • Gedächtnisprozesse, Behalten: Die Information wird dabei vom Beobachter sowohl sensorisch als auch symbolisch kodiert. Um diese Information zu behalten wird sie entweder kognitiv oder aktional wiederholt. Die symbolische als auch die motorische Nachahmung des Gelernten ist förderlich für das Erinnern.

2. Ausführungsphase (Performanz)

  • motorische Reproduktionsprozesse: Die lernende Person erinnert sich an das beobachtete Verhalten und ahmt dabei ihr vorteilhaft erscheinende Verhaltensweisen nach. Wie gut die Nachahmung gelingt hängt von ihren Fähigkeiten ab. Die Einübung des Modellverhaltens erfolgt dabei auch durch Selbstbeobachtung und es erfolgen Korrekturen, die auch von Feedback aus der Umgebung abhängen.
  • Verstärkungs- und Motivationsprozesse: Ob ein Verhalten überhaupt beachtet und imitiert wird, hängt von der Motivation ab. Diese spielt sowohl in der Aneignungs- als auch Ausführungsphase eine Rolle. Nur wenn eine Person davon ausgeht, dass ihr ein Verhalten einen Vorteil bringt, wird sie das entsprechende Verhalten nachahmen. Die Motivation hängt also eng mit der Verstärkung des Verhaltens zusammen. Es lassen sich nach Bandura vier verschiedene Arten der Verstärkung unterscheiden:
    • Externe Verstärkung: Das Verhalten wird belohnt oder dadurch wird einer Bestrafung entgangen.
    • Stellvertretende Verstärkung: Das Modell wurde für sein Verhalten belohnt (Hatte Erfolg). Die beobachtende Person nimmt dies wahr.
    • Direkte Selbstverstärkung: Die beobachtende Person belohnt sich selbst.
    • Stellvertretende Selbstverstärkung: Das Modell belohnt sich selbst für sein Verhalten. Die beobachtende Person nimmt dies wahr.

Im Folgenden Video ist das bekannte Rocky-Experiment von Bandura mit einer Puppe, exemplarisch für das Erlernen von aggressivem Verhalten am Modell, zu sehen.

Lerntheorie: die kognitive Entwicklung nach Piaget

Die Grundlage Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung ist die Annahme zweier angeborener Tendenzen. Piaget geht davon aus, dass der Mensch sich an seine Umgebung anpasst (Adaptation). Um diese Anpassung zu erreichen kann entweder die Umwelt an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden (Assimilation) oder das eigene Verhalten an die Umwelt (Akkomodation). Die zweite Tendenz ist die zur Organisation, also die Einordnung des eigenen Verhaltens in kohärente Systeme. Der Mensch kann also zwei Verhaltensweisen integrieren. Ein Baby kann zunächst ein Objekt angucken oder nach ihm greifen, später kann es diese beiden Prozesse in einen integrieren und beides gleichzeitig ausführen. Menschen streben laut Piaget durch Adaptation und Assimilation ein Gleichgewicht an. Durch die grundlegenden Tendenzen schreitet nach Piagets Theorie die kindliche Entwicklung in Stufen voran. Die Theorie von Piaget kann hier im Detail nachgelesen werden.

Weitere Lerntheorien:

Neben den Lerntheorien des Behaviorismus und des Kognitivismus gibt es weitere lerntheoretische Ansätze, die sich vor allem im pädagogischen Rahmen wiederfinden. Von diesen sind vor allem die beiden folgenden Lerntheorien hervorzuheben:

Instruktionistische Lerntheorie:

Beim Instruktionalismus wird die lernende Person dazu aufgefordert etwas zu tun. Der Person wird Wissen vermittelt, was passiv aufgenommen wird. Das Wissen wird entsprechend durch Üben vertieft. Dabei wird häufig auf Methoden wie “Vormachen, Erklären, Nachmachen, Üben” zurückgegriffen. Die instruktionistische Lerntheorie folgt den Modellen des Behaviorismus. Auf einen bestimmten Reiz folgt eine bestimmte Reaktion. Die Vorteile an dieser Art des Lernens ist die Einfachheit des Prozesses. Es muss kaum Eigenverantwortung getragen werden, der Lernprozess ist vorgegeben und gut kontrollierbar, wovon gerade im akademischen Bereich sehr profitiert wird. Nachteilig an diesem Lernmodell ist, dass individuelle Erfahrungen, Stärken und Vorwissen kaum berücksichtigt werden. Das erlernte Wissen ist also sehr wenig individuell, wodurch es schlechter erinnert werden kann.

Konstruktivistische Lerntheorie:

Beim Konstruktivismus wird das menschliche Lernen als etwas gesehen, das bestimmten Konstruktionsprozessen unterworfen ist. Dabei beeinflussen soziale, neuronale, kognitive und Wahrnehmungs- Prozesse die Konstruktionsprozesse. Die lernende Person erschafft sich von der Welt eine individuelle Repräsentation. Der Lernprozess hängt also, im Gegensatz zum Lernmodell des Instruktionalismus, stark von der lernenden Person und ihren bisherigen Erfahrungen ab. Im Sinne des Konstruktivismus ist Lernen dann am effektivsten, wenn die Lernenden den Lernprozess selbst steuern können.

Konstruktivistische Lerntheorien: Die Lehrkraft berät den Lernprozess

Lerntheorien in der Pädagogik: Anwendung im Unterricht

Das Schulsystem wurde lange Zeit von instruktionistischen Verfahren dominiert. Doch seit Ende des 20. Jahrhunderts finden in Deutschland pädagogische Umstrukturierungen statt, bei welchen konstruktivistische Verfahren in allen Schulfächern und in jedem Schultyp implementiert werden. Der Konstruktivismus plädiert vor allem für Unterrichtsformen in denen die Lehrkraft nicht als bloße Wissensvermittlung dient, sondern vielmehr den Lernprozess berät. Dabei verändert sich die Aufgabe der Lehrkraft dahingehend, dass sich diese, im Vergleich zum Frontalunterricht, eher im Hintergrund hält. Die Lehrkraft soll Lehrangebote und Wissensquellen schaffen, beziehungsweise bereitstellen und den Lernprozess beobachten und unterstützen. Die Schüler lernen durch diese offenen Unterrichtssituationen das selbst konstruierte Wissen zu festigen und vor allem auch zu abstrahieren.

Lernen durch Lehren

Eine sehr bekannte konstruktivistisch Methode, die sich in Deutschland an großer Beliebtheit erfreut und daher redlich Anwendung findet, ist das Lernen durch Lehren. Bei dieser handlungsorientierten Unterrichtsmethode lernen die Schüler indem sie sich den Stoff gegenseitig vermitteln. Hierbei wird der Unterricht so strukturiert, dass sich das Wissen kollektiv konstruiert. Neben dem reinen Wissenserwerb werden durch diese Lernform auch die Empathie und das Miteinander gestärkt.

Umgang mit individuellen Stärken und Schwächen oder Lernschwierigkeiten im Unterricht

Obwohl konstruktivistische Lernverfahren das Lernen im Allgemeinen erleichtern, gibt es verschiedene Lernbehinderungen, durch welche die akademische Leistung einzelner Schüler beeinträchtigt werden kann. Dabei können beispielsweise gerade bei Kindern mit Legasthenie oder Dyskalkulie große Schwierigkeiten auftreten, wenn diese nicht individuell gefördert werden. CogniFit bietet spezielle kognitive Bewertungs- und Stimulationsprogramme an, von denen diese Kinder profitieren können. CogniFit bietet außerdem die Möglichkeit für Schulen und Lehrkräfte die kognitiven Fähigkeiten ihrer Schulklassen zu bewerten und speziell zu trainieren. Als Lehrkraft die Stärken und Schwächen der eigenen Schüler einschätzen zu können, kann helfen auf Grundlage des Konstruktivismus individuelle Lernerfahrungen für die Schüler zu schaffen.

Kognitives Lernen: Ein pädagogischer Leitfaden

Kognitives Lernen ist grundlegend für unser Leben. Wir lernen durch Erfahrungen, Emotionen, durch unsere Beziehung zu Menschen und durch vieles mehr… Die Erziehung die wir erfahren und die Lernprozesse die wir durchlaufen, definieren wer wir sind. In dem folgenden Artikel werden die Entdeckungen über das Gehirn auf die Erziehung und Pädagogik angewendet. 

Neurodidaktik: Verstehen wie das Gehirn funktioniert, um besser lernen und lehren zu können. In diesem Artikel finden sich die verschiedenen Formen des kognitiven Lernens. 

Kognitives Lernen

In der Schule wird einem oft beigebracht Daten immer wieder zu wiederholen, bis man geschafft hat, sich die Informationen zu merken. Aber wie lernt unser Gehirn eigentlich? Informationen auswendig zu lernen hilft uns weder dabei uns in der Welt zurecht zu finden, noch unser Potential und unsere Persönlichkeit zu entfalten oder dabei bestimmte Herausforderungen anzugehen.

Unsere Erziehung und das was wir lernen, definiert wer wir sind. Aber trotz der Fortschritte und Entdeckungen die im Bereich “kognitives Lernen” beim Menschen gemacht werden, sind diese noch nicht in die Pädagogik und den Unterricht integriert. Wir müssen lernen die Charakteristika unseres Verstandes zu beachten, um so unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Erfolgreiches kognitives Lernen geschieht mithilfe von Emotionen, Überraschung, Bewegung und spezifischen neuroedukativen Programmen, welche die individuelle kognitive Entwicklung begünstigen.

Kognitives Lernen: Der Begriff Lernen bezieht sich darauf, sich Wissen oder Fähigkeiten durch aktives Lernen oder Erfahrungen anzueignen. “Kognitiv” bezieht sich auf die “Kognition”. Das ist die Fähigkeit, Dinge mittels der Wahrnehmung und mentaler Prozesse kennen zu lernen. Das Konzept “kognitives Lernen” definiert die Prozesse der Informationsverarbeitung und beginnt bei der sensorischen Wahrnehmung, über das kognitive System bis hin zur produzieren Antwort.

Lernen ist vielleicht der Begriff, der die menschliche Spezies im Laufe ihrer Entwicklung am meisten geprägt hat. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass kontinuierliches Lernen das menschliche Leben zu dem gemacht hat, was es heute ist. 

Unser Gehirn führt und leitet unsere Lernprozesse.

Je weiter wir Menschen vorankommen, desto mehr Wissen sammeln wir an. “Wir machen uns laufend intelligenter”. Das könnte uns zu dem Schluss kommen lassen, dass unser Gehirn sich immer weiter verfeinert, je weiter wir uns entwickeln – dem ist jedoch nicht so. Das was sich verändert ist die Form des Lernens. Da wir mittlerweile mehr darüber wissen, wie unser Gehirn funktioniert, können wir davon profitieren und das Potential des Gehirns besser ausschöpfen.

Lernformen

1. Implizites Lernen

Das implizite Lernen ist ein “blinder” Lernprozess, weil wir uns nicht darüber bewusst sind, dass wir lernen.

Das wichtigste Merkmal dieser Form des kognitiven Lernens ist, dass dieses nicht-intentional geschieht. Die lernende Person hat kein Bewusstsein darüber, dass sie gerade lernt. Zudem äußert sich das Erlernte durch eine automatische Ausführung motorischen Verhaltens.

Bestimmte Aktivitäten verlangen ein nicht-intentionales Lernen, wie beispielsweise das Sprechen oder Laufen. Vieles von dem was wir Lernen, tun wir auf implizite und unbewusste Art.

2. Explizites Lernen

Dem impliziten Lernen gegenüber steht das explizite Lernen, welches sich dadurch auszeichnet, dass es beabsichtigt und mit Bewusstsein über den Lernprozess geschieht. Für das kognitive Lernen in dieser Form gibt es viele Beispiele, unter anderem ist das Lesen dieses Artikels ein Beispiel für explizites Lernen, da eine Absicht zu Lernen dahinter steckt.

Da es sich beim expliziten Lernen um einen beabsichtigten Lernprozess handelt, braucht dieser Daueraufmerksamkeit. Also eine Anstrengung, um die Absicht zu lernen aufrecht zu erhalten.

3. Kollaboratives oder kooperatives Lernen 

Das kooperative Lernen ist eine Lernform in der Gruppe. Ein Schüler lernt beispielsweise zusammen mit seinen Klassenkameraden. Das Ziel dieser Lernform ist, dass jedes Gruppenmitglied in Abhängigkeit seiner Fähigkeiten lernt und außerdem die Arbeit in der Gruppe gefördert wird.

Die vier Grundpfeiler, die diese Form des kognitiven Lernens stützen, sind die positive Interdependenz, die persönliche Verantwortung, die ausgeglichene Beteiligung und die simultane Interaktion.

Eine Lernform, die dieser ähnlich ist (aber nicht identisch), ist das kollaborative Lernen. Bei dieser Lernform ist in der Regel eine Person (Lehrkraft oder Erzieher), die nicht zur Gruppe gehört, diejenige die ein Thema vorschlägt, das im Anschluss in der Gruppe entwickelt wird.

In Gruppen lernt es sich besser

4. Kumulatives Lernen

Bei dieser Lernform wird die kognitive, emotionale und emotionale Ebene angesprochen. Dieser Lernform liegt ein Prozess der Organisation der zu lernenden Informationen zugrunde. Zudem wird zwischen der neuen Information eine Verbindung zu Wissen und vorherigen Erfahrungen hergestellt. Die neue Information wird also in Zusammenhang mit unserer bisherigen Erfahrung gebracht. Das führt dazu, dass das neu erlangte Wissen für jede Person einzigartig wird, da jede Person es mit eigenen Erfahrungen verknüpft.

5. Assoziatives Lernen 

Wem die Hunde von Pavlov etwas sagen, der weiß vielleicht, worum es sich bei dieser Lernform handelt. Kognitives Lernen kann auch assoziativ geschehen. Diese Lernform zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Verbindung zwischen einem bestimmten Reiz und einem präzisen Verhalten gibt. Im Falle des Experiments von Pavlov ist dies das Klingeln einer Glocke und die Fütterung. Dies führt dazu, dass die Hunde noch bevor das Essen kommt bereits beginnen Speichel abzusondern, sobald sie die Klingel hören.

6. Habituation und Sensibilisierung: Nicht-assoziatives Lernen

Diese beiden Prozesse gehören zur gleichen Lernform, dem nicht-assoziativen Lernen. Diese Lernform definiert eine Veränderung gegenüber eines kontinuierlichen Reizes.

Die Habituation ist eine primitive Lernform, die uns erlaubt uns an die Umwelt anzupassen. Sie ist ein alltägliches Phänomen. Dieser Prozess findet statt, wenn wir aufhören einem Reiz Aufmerksamkeit zu schenken, da dieser zu keiner relevanten Veränderung führt (die Reaktion auf den Reiz verringert sich). Ein Beispiel hierfür findet sich bei den Menschen, die an einer lauten Straße wohnen. Am ersten Tag hören sie den Straßenlärm, doch nach einiger Zeit sind sie in der Lage diesen gut auszublenden.

Dem gegenüber steht die Sensibilisierung als Lernform: Unsere Reaktion steigt durch die wiederholte Präsentierung des Reizes. Je öfter uns dieser Reiz präsentiert wird, desto häufiger werden wir die gleiche Reaktion zeigen. Die Sensibilisierung ist eine sehr adaptive und primitive Lernform.

7. Lernen durch entdecken

Wenn aktiv nach Informationen gesucht wird und das was uns antreibt die Neugierde ist, lernen wir durch Entdecken. Das kognitive Lernen in dieser Form zeichnet sich dadurch aus, dass das Individuum interessiert ist, entdeckt, lernt, Konzepte verknüpft und das Gelernte an das eigene kognitiven Schema anpasst.

8. Imitationslernen oder Lernen durch Beobachtung 

Bei dieser Lernform, wird eine Handlung bei einem Modell beobachtet, die im Anschluss imitiert wird. Kognitives Lernen in dieser Form hat einen engen Zusammenhang zu den Spiegelneuronen. Die Imitation, auch Modelllernen genannt ist eine sehr wichtige Lernform.

9. Emotionales Lernen

Das Kognitive Lernen impliziert in diesem Fall eine emotionale Entwicklung des Individuums. Die emotionale Intelligenz entwickelt sich von dieser Lernform ausgehend, welche erlaubt, die eigenen Emotionen zu regulieren(Test zur emotionalen Intelligenz).

Außerdem spielt die Emotion eine entscheidende Rolle bei der Lernform, die später erläutert wird.

10. Erfahrungsbasiertes Lernen 

Aus den Erfahrungen die wir im Laufe unseres Lebens machen, lernen wir unsere Lektionen. Durch unsere Erfahrungen lernen wir am besten. Das kognitive Lernen in dieser Form ist sehr stark, aber auch sehr subjektiv. Denn jeder Mensch macht seine eigenen Erfahrungen und interpretiert diese auch auf persönliche Weise.

11. Auswendiglernen 

Das Auswendiglernen ist eine Form des kognitiven Lernens bei der wir versuchen uns bestimmte Daten einzuprägen und zu merken. Im Gegensatz zum kumulativen Lernen zeichnet unser Gedächtnis einfach nur Informationen auf, ohne dass die betreffende Person zwangsläufig verstehen muss was sie lernt.

12. Rezeptives Lernen 

Kognitives Lernen in dieser Form ist rein passiv, die Person empfängt dabei nur die Information, die zu lernen ist. Ein Beispiel hierfür ist der Vortrag einer Lehrkraft, während die Schüler sitzen und zuhören.

13. Metakognitive Strategien

Es ist wichtig, diese Lernstrategie zu erwähnen, um unsere Art zu Lernen besser zu verstehen. Diese Strategien setzen die Kenntnis über den eigentlichen Lernprozess voraus. Das Lernen zu lernen.

Kenne Dich selbst und deine eigenen Einstellungen und Fähigkeiten, um zu wissen wie Du selbst am besten Lernen kannst.

Jede Person ist einzigartig. Es gibt keine ideale Lernmethode, die für alle Menschen am besten funktioniert. Deshalb ist es ein großer Vorteil beim Lernen, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.

Kognitives Lernen: Wie lassen sich die Kenntnisse über das Gehirn auf die Pädagogik übertragen?

Obwohl die Erkenntnisse über das Gehirn und wie dieses lernt in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen haben, basieren die allermeisten Bildungssysteme auf einem fehlerhaften Lernmodell. Zu Lesen und sich Sätze aus einem Buch zu merken ist nicht der richtige Weg um zu Lernen. Die Studienlage ist klar: andere Dinge wie Sport, Emotionen, Überraschung, Experimentieren sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht sich Wissen anzueignen.

Kognitives Lernen: Die Bedeutung der Emotionen

Emotionen sind die Basis, um sich erinnern zu können. Die Information, die wir über unsere Sinne aufnehmen, passiert das limbische System, bevor sie in der Hirnrinde landet. Im limbischen System befindet sich eine der primitivsten Teile unseres Organismus, die Amygdala. Diese wird in Situationen aktiviert, die als wichtig für das Überleben wahrgenommen werden. Die Amygdala ist elementar wichtig für die Gedächtniskonsolidierung.

Man erinnert sich wahrscheinlich besser an seinen letzten Geburtstag, als an den Arbeits- oder Schultag von vor zwei Wochen.

Kognitives Lernen: Sport machen und Lernen 

Studien haben gezeigt, dass Sport nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit stärkt, sondern auch die Leistungen des kognitiven Lernens verbessert. Durch Sport werden bestimmte Proteine freigesetzt, welche die Gehirnplastizität fördern. Dadurch werden neue Neuronen, Synapsen und Verbindungen generiert.

Körperliche Betätigung erhält und verbessert Aspekte, die mit der kognitiven Leistung und der mentalen Gesundheit zusammenhängen.

Unter den vielen Vorteilen von sportlicher Betätigung, ergeben sich auf kognitiver Ebene folgende:

– Eine bessere akademische Leistung und eine bessere Aufmerksamkeitskapazität

– Ein niedrigeres Risiko beispielsweise an Depressionen oder Angststörungen zu leiden.

– Eine bessere Laune und eine höhere emotionale Stabilität.

Sich zu bewegen ist wichtig, um zu Lernen.

Neben körperlicher Aktivität kann auch aktives Gehirntraining die Gehirnplastizität anregen und die kognitiven Fähigkeiten verbessern. Das kognitive Stimulationsprogramm von CogniFit bietet personalisierte Trainingseinheiten an, um schwächer ausgeprägte Fähigkeiten individuell zu fördern.

Neuronales Fenster

Wenn vom Lernen gesprochen wird, darf das neuronalen Fenster nicht unerwähnt bleiben. Dieses beschreibt die Zeitfenster, in denen bestimmte neuronale Entwicklungsprozesse ablaufen. Diese Zeiträume sind kritische Phasen der Entwicklung, in denen bestimmte Dinge schneller und besser gelernt werden können, als zu anderen Zeitpunkten.

Im Prinzip können wir das Sprechen in jedem Alter erlernen, jedoch ist zwischen dem 1 und dem 3 Lebensjahr der optimale Zeitpunkt. Das Sprechen später zu erlernen ist viel mühsamer und es ist unmöglich die gleichen Lernergebnisse zu erzielen.

Es ist bekannt, dass es sich negativ auf das Gehirn auswirkt, Kinder von Klein auf still in einem Klassenzimmer sitzen zu lassen. Entdecke hier die Entwicklungsstufen von Piaget.

Fehler in unserem Bildungssystem

Missachtung des neuronalen Fensters

Wenn man bedenkt, was über das Gehirn und optimale Lernstrategien bekannt ist, müsste man meinen, dass im Bildungssystem bereits grundlegende Reformen durchgeführt wurden. Das ist jedoch nicht der Fall. Wir lehren falsch. Wenn man die neuronalen Fenster beachten würde, säßen keine kleinen Kinder still auf dem Stuhl. Um zu lernen ist es für sich nämlich wichtig sich zu bewegen. Ebenso wenig gäbe es trockenen Physikunterricht für Jugendliche, denn deren Gehirn ist in diesem Alter sehr emotional.

Anwendung der immer gleichen Lernformen

Es scheint, als wären die dominierenden Lernformen in der Schule weiterhin das rezeptive Lernen und das Auswendiglernen. Die Pädagogik fördert also weiterhin hauptsächlich mechanische und passive Lernformen und macht sich die Art wie wir wirklich lernen nicht zu Nutzen.

Wie sollten wir lernen?

Das ist eine gute Frage. Es ist ganz klar, dass viele der nötigen Veränderungen schwer umzusetzen sind. Jedoch lassen sich mit dem Wissen darüber wie das Gehirn funktioniert, bereits viele Dinge in Angriff nehmen.

Die Bewegung, Emotionen und die Überraschung zu nutzen, um das Interesse im Kopf der Schüler zu wecken, hilft ungemein. Wir haben in den letzten Jahren viel über unser Gehirn gelernt. Es wird Zeit, das Gelernte anzuwenden und unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Sprech- und Sprachstörungen: Welche gibt es, wie diagnostiziert und behandelt man sie?

Was sind Sprachstörungen? Sprachstörungen, Sprechstörungen oder Sprachbehinderungen beziehen sich auf Probleme der Kommunikation oder andere Bereiche, wie beispielsweise die oralen motorischen Funktionen, die ebenfalls mit der Sprache zusammenhängen. Sprech- und Sprachstörungen können sehr unterschiedliche Symptome aufweisen und reichen von Verständnisproblemen bis hin zu Logorrhoe. Außerdem können sie von Geburt an, oder erst im Erwachsenenalter in Erscheinung treten.

Ursachen von Sprech- oder Sprachstörungen

Es gibt diverse Ursachen für Sprech- oder Sprachstörungen. Wir können die Ursachen je nach Auslöser der Störung unterscheiden. Bei organischen Ursachen, welche sich auf jegliches für die Funktionsweise der Sprache wichtige Organ beziehen können, lassen sich folgende Ursachen unterscheiden:

  • Erbliche Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen von den Eltern geerbt werden.
  • Angeborene Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen durch den Gebrauch von Pharmazeutika oder Komplikationen während der Schwangerschaft auftreten.
  • Perinatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen durch Komplikationen während der Geburt
  • Postnatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen nach der Schwangerschaft, ein Beispiel sind die Sprech- oder Sprachstörungen, die durch eine Frühgeburt verursacht werden.

Zusätzlich zu den organischen Ursachen gibt es die funktionellen Ursachen, welche auf eine pathologische Funktionsweise der Organe zurückzuführen sind, die in die Sprache verwickelt sind. Ebenfalls gibt es hormonelle Ursachen, die vor allem die psychomotorische Entwicklung des Kindes beeinflussen. Ökologische Ursachen sind auch ein Faktor, der Einfluss auf die Sprache nehmen kann, das Umfeld kann hierbei die sprachlichen Fähigkeiten eines Individuums beeinflussen. Abschließend spielen die psychosomatischen Ursachen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Sprachstörungen, da unser Denken einen großen Einfluss auf uns hat und es so zu einem anormalen Sprachgebrauch kommen kann. In gleicher Weise können Sprachschwierigkeiten auch unsere Gedanken beeinflussen. Beides kann die Fähigkeit des korrekten mündlichen Ausdrucks und Verständnisses erschweren.

Symptome von Sprech- oder Sprachstörungen

Verschiedene Symptome können eine mögliche Sprach- oder Sprechstörung, abhängig von der Störung und der betroffenen Sprachzone, vorhersagen. In der folgenden Klassifikation lassen sich verschiedene Symptome der allgemeinen Sprach- und Sprechstörungen unterscheiden:

  • Symptome einer Störung in der Ausdrucksentwicklung: Diese Störungen lassen sich beispielsweise durch einen extrem begrenzten Wortschatz erkennen, durch Schwierigkeiten beim Wörtermerken oder bei der Generierung von langen Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer Mischstörung der expressiv-rezeptiven Sprache: Hierbei zeigen sich die gleichen Symptome wie im vorherigen Abschnitt des Ausdrucks. Zusätzlich treten Probleme bei dem Sprachempfang auf, wie zum Beispiel das Verständnis von Wörtern oder Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer phonologischen Störung: Die Betroffenen zeichnen sich durch die Unfähigkeit aus, gewisse Sprachlaute verwenden zu können. Ebenfalls machen sie Fehler bei der Erzeugung, Darstellung und/oder Verwendung von Lauten (Sprechstörung).

Die Redeflussstörungen zeichnen sich durch Unterbrechungen, Pausen, Wiederholungen oder Einschübe aus. Zu diesen Störungen gehört das Stottern, eine der bekanntesten Sprechstörungen, bei der es zu einer Störung des Redeflusses und der Organisation der Worte kommt.

Obwohl Sprache an sich ein komplexer Prozess ist und diesbezügliche Störungen divers sind, lassen sich bestimmte Merkmale identifizieren, die eine mögliche Sprachentwicklungsstörungs anzeigen. Bei den Sprachstörungen bei Kindern, lassen sich die folgenden Anzeichen unterscheiden:

  • Die expressive Sprache betreffend: Ein Problem ist dann wahrscheinlich, wenn das Kind einen beschränkten aktiven Wortschatz hat als andere gleichaltrige Kinder, es dem Kind schwer fällt neue Wörter zu lernen, es verbale Zeiten verwechselt, es allgemeine statt spezifische Wörter nutzt, es selten spricht, es -obwohl es Wörter richtig aussprechen kann- sinnlose Sätze sagt, eine begrenzte Satzstruktur verwendet oder häufig bestimmte Phrasen verwendet.
  • Die rezeptive Sprache betreffendZeichen hierfür sind, dass das Kind desinteressiert wirkt wenn Menschen sprechen, es dem Kind schwer fällt bestimmte Anweisungen zu befolgen oder zu verstehen was gesagt/gesagt wird.

Für detaillierte Information über die kindliche Sprachentwicklung ist das untenstehende Video hilfreich:

Sprechstörungen: Klassifizierung und Typen

Die allgemeinen Typen der Sprechstörungen lassen sich folgendermaßen klassifizieren und unterscheiden:

1- Dysartrhien: 

Bei Dysarthrien handelt es sich um eine Reihe von Sprechstörungen, die aufgrund erworbener Hirnschäden bzw. Schädigungen der Hirnnerven und peripheren Gesichtsnerven entstehen. Diese Läsionen können sowohl die Ausführung als auch die Sprechbewegung einschränken.

2- Dyslalien:

Dyslalien umfassen Sprechstörungen der Aussprache beziehungsweise der Artikulation.  Hierbei kommt es zum Auslassen oder dem falschen Einsatz bestimmter Phoneme.

Es gibt hierbei verschiedene Ursachen von Dyslalien:

  • Physiologische Dyslalien: Die Ursache der Fehlartikulation ist, dass die Sprechorgane des Kindes noch nicht komplett ausgebildet sind, um bestimmte Worte zu artikulieren. Bis zu einem bestimmten Alter ist dies ganz normal und ist kein Anlass zur Sorge, insofern sich diese Probleme nicht über einen langen Zeitraum erstrecken.
  • Audiogene Dyslalien: Wie durch den Namen angedeutet, liegt die Ursache der Sprechstörung in einem Defekt im Hörvermögen des Kindes. Dadurch kann das Kind die Wörter nur eingeschränkt erkennen und imitieren, was dazu führt, dass das Kind sich nicht normal ausdrücken kann. Es ist naheliegend, dass wir schlecht sprechen, wenn wir schlecht hören.
  • Funktionelle Dyslalien: Diese Art der Dyslalie kann durch eine physiologische Dyslalie hervorgerufen werden. Hierbei bleibt die Sprechstörung bestehen, obwohl die Sprechorgane des Kindes bereits voll ausgebildet sind. Hierbei handelt es sich um einen Defekt in der Artikulierung der Botschaft.
  • Organische Dyslalien: Diese Art der Dyslalie wird auch Dysglossie genannt und ist auf Defekte der Sprechorgane zurückzuführen.

3- Dysglossien:

Die Dysglossie kann durch verschiedene organische Veränderungen ausgelöst werden. Hierbei kann es folgende Ursachen geben:

  • Labiale Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form der Lippen verursacht. Zwei der bekanntesten Varianten sind die Hasenscharte oder das Lippenbändchen (Frenulum).
  • Mandibulare Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form des Ober- oder/und Unterkiefers hervorgerufen. 
  • Dentale Dysglossien: Diese Art von Sprechstörung wird durch eine Veränderung der Form oder der Position der Zähne verursacht.
  • Linguale Dysglossien: werden durch Veränderungen der Zunge verursacht. Die Zunge ist ein Organ, das eine perfekte Synchronisierung zum Sprechen benötigt. Einige Störungen, die diese Art von Dysglossie auslösen können, sind die Ankyloglosson (angewachsenes Zungenbändchen), die Makroglossie (unverhältnismäßige Größe der Zunge) oder die einseitige oder beidseitige Lähmung der Zunge.
  • Nasale Dysglossien: werden durch Störungen verursacht, die verhindern, dass die Luft normal in die Lungen geleitet werden kann.
  • Palatale Dysglossien: werden durch Veränderungen des Gaumens verursacht.

4- Stottern

Das Stottern ist eine Sprechstörung des Redeflusses, die sich durch Spasmen und Wiederholungen aufgrund einer fehlerhaften Koordination der Ideomotrizität des Gehirns auszeichnet.

Weitere Störungen der Sprache: Klassifizierung und Typen

1- Aphasien

Diese Art der Sprachstörung tritt nach unterschiedlichen Erkrankungen auf, deren Ursache Verletzungen bestimmter Gehirnregionen ist, die mit der Sprache verbunden sind.

  • Broca-Aphasie: Die Borca-Aphasie wird durch eine Verletzung im Gyrus frontalis inferior, dem Broca-Areal und benachbarten Regionen verursacht. Betroffene leiden unter extremen Schwierigkeiten sich zu artikulieren und haben starke Wortfindungsstörungen. Sie sprechen meist in sehr kurzen Sätzen, hingegen bleibt das Verständnis größtenteils unversehrt oder wenig beschädigt.

  • Wernicke-Aphasie: Die Wernicke-Aphasie ist eine Sprachstörung, die durch Verletzungen im linken Temporallappen samt auditivem Cortex entsteht. Diese Störung ist auch als rezeptive Aphasie bekannt und zeichnet sich durch ein relativ flüssiges Sprechen aus, allerdings beinahe ohne informativen Wert. Es kommt zum semantischen Paraphasien (Wörterverwechslungen) und phonematischen Paraphasien (Lautverdrehungen) und Neologismen (Wortneuschöpfungen). Diese Symptome gehen mit Verständnisproblemen einher.

  • Leitungsaphasie: Diese Sprachstörung wird durch eine Verletzung im Fasciculus arcuatus und/oder anderen Verbindungen der Temporal- und Frontallappen verursacht. Diese Störung zeichnet sich durch einen relativ flüssigen spontanen Sprachgebrauch, ein gutes Verständnis aber mit Problemen des Nachsprechens aus. Die Leitungsaphasie beinhaltet manchmal Leseprobleme (verbessert sich beim lauten Vorlesen) und Schreibschwierigkeiten oder unter anderem Bezeichnungsfehler.

  • Transkortikale sensorische Aphasie: Diese Art von Störung wird durch eine Verletzung der Verbindungen zwischen den Parietal- und Temporallappen verursacht und sorgt für Verständnisschwierigkeiten einzelner Wörter, obwohl die Fähigkeit des Nachsprechens relativ intakt bleibt.
  • Anomische Aphasie: Sie wird durch Verletzungen in mehreren Teilen der Temporal- und Parietallappen verursacht und sorgt für Wortfindungsstörungen, wie beispielsweise Schwierigkeiten beim Benennen von Gegenständen. Die Sprache ist jedoch flüssig.
  • Globale Aphasie: Diese Aphasie ist die schwerste Form, es kommt zu Störungen bei allen Sprachfunktionen, sowohl der lautsprachlichen Äußerungen als auch des Sprachverständnisses. Die globale Aphasie wird meistens durch einen Totalinfarkt im Gebiet der Arteria cerebri media verursacht.

2- Legasthenie

Die Legasthenie, ist eine massive Störung des Schriftspracherwerbs. Da sie sehr bekannt ist, wird ihr nur ein kleiner Abschnitt in diesem Artikel gewidmet. Die auch als Lese-Rechtschreib-Schwäche oder LRS bezeichnete Störung  ist eine “Lernstörung des Lesens und Schreibens”, deren Ursprung in einem Problem der Nervenentwicklung des Individuums zu liegen scheint. Aktuell existieren professionelle Werkzeuge zur neuropsychologischen Bewertung der Legasthenie, zur Behandlung der Legasthenie im Klassenraum und Spiele zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Legasthenie.

3- ADHS oder Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität

ADHS ist eine Störung, die Veränderungen der Sprache impliziert und bei den Betroffenen Probleme in zwei Bereichen hervorruft: beim Lernen und bei der Kommunikation. Laut einer Studie weisen Kinder mit ADHS Schwierigkeiten bei der phonologischen Organisation und der Syntax auf. Außerdem zeigen sie Probleme bei der semantischen Organisation und haben ein schlechteres auditives Gedächtnis. Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung von ADHS, Neurowissenschaftliche Werkzeuge zur Behandlung von Lernschwierigkeiten im Klassenraum und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit ADHS.

4- Dyskalkulie

Ebenfalls soll die Dyskalkulie genannt werden, bei der es sich per se nicht um eine Störung der Sprache handelt, die aber das Verständnis einer “anderen Sprache” – der Mathematik – beeinflusst. Diese Störung beeinflusst die Fähigkeit mit Zahlen zu arbeiten und mathematische Konzepte zu verstehen. Diejenigen, die unter ihr leiden, verstehen die Logik mathematischer Prozesse nicht.

Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung der Dyskalkulie und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Dyskalkulie.

Wie Sprech- und Sprachstörungen diagnostiziert werden

Zur Diagnose von Sprachstörungen werden unter Beachtung bestimmter Richtlinien Tests durchgeführt. Bei der Betrachtung von Sprech- und Sprachstörungen bei Kindern müssen eine Reihe von Strategien verfolgt werden, um die Probleme zu identifizieren, die sich zu einer Störung entwickeln könnten.

Für eine professionelle Diagnose von einer Sprech- und Sprachstörung bei Kindern müssen zunächst die Eltern und die Schule beziehungsweise Lehrer befragt werden. Dadurch lassen sich wichtige Informationen zum Verhalten des Kindes und der Tragweite seiner Probleme erkennen. Außerdem muss das Kind selbst befragt werden, wobei hier Aufnahmen und ein Hörtest durchgeführt werden sollte. Um die Diagnose zu vervollständigen sollten sowohl die Eltern als auch die Lehrer spezielle Fragebögen ausfüllen und das Kind spezifische neuropsychologische Test durchgeführen.

Sprech- und Sprachstörungen: Wie man zuhause helfen kann

Wie im Laufe des Artikels deutlich gemacht wurde, gibt es keine allgemeine Symptome, da jede Sprech- beziehungsweise Sprachstörung bei Kindern unterschiedlich verläuft. Ebenfalls äußern sich diese mit verschieden Schweregraden, was jedes Individuum vor spezifische Probleme stellt. Im Folgenden werden einige allgemeine Ratschläge genannt, die befolgt werden können, wenn ein Kind an einer Sprech- oder Sprachstörung leidet.

Wichtig ist, da das Kind an einem Kommunikationsproblem leidet, dafür zu sorgen so viel wie möglich mit ihm zu kommunizieren. Dabei kann Musik gehört oder gesungen werden und dem Kind sollte Zeit gegeben werden seine Sätze beim sprechen selbst zu beenden.

Ebenfalls hilft es, mit dem Kind zu Lesen, dabei ist eine interaktive Gestaltung von Vorteil. Es kann über Inhalte gesprochen, Bilder beschrieben werden oder das Kind gebeten werden sich selbst ein alternatives Ende auszudenken. Diese Übungen helfen der sprachlichen Entwicklung des Kindes.

Wichtig ist ebenfalls, das Problem des Kindes gut zu verstehen. Hierbei ist es ratsam einen Experten aufzusuchen, der bei der Behandlung der spezifischen Störung helfen kann.

Je genauer die Störung des Kindes bekannt ist, desto spezifischere Interventionen können durchgeführt werden. Probleme wie Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS oder eine andere spezifische Sprech- oder Sprachstörung besitzen spezielle Behandlungsansätze, die in den beigefügten Links zu finden sind.

Sprachstörungen: Wie kann man in der Schule helfen

Damit sich alle Schüler adäquat entwickeln können, ist es notwendig, Programme zur Erkennung von Sprachschwierigkeiten einzusetzen und zu fördern. Dies ermöglicht bei Bedarf ein frühzeitiges Eingreifen. Es gibt Bildungsplattformen für Schulen und Lehrer, die hierbei sehr nützlich sein können.

Die Rolle des Lehrpersonals spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Kindes. Die Lehrperson hat hierbei eine Vermittlerfunktion im Lernprozess und kann zur Verbesserung des Individuums im Schulleben beitragen.

Sprachstörung: Ein gutes Bildungsprogramm sorgt für ein umfassendes Lernen

Vorschläge des “Leitfaden zur pädagogischen Betreuung von Schülern mit Störungen in der mündlichen und schriftlichen Sprache” sind:

• Das Bildungszentrum sollte für Voraussetzungen sorgen, welche die sprachliche Stimulation und soziale Interaktion fördern.
• Die erzieherische Hilfestellung sollte vom selben Erziehungsteam kommen, das für das Kind zuständig ist.
• Beratungsteams und Beratungsabteilungen sollten diese Funktion unterstützen, aber niemals ersetzen.
• Es sollten mündliche Sprachprogramme sowohl zur Vorbeugung als auch zur Stimulation entwickelt werden.
• Die Organisation des Bildungszentrums sollte garantieren, dass eine Koordinierung zwischen dem unterstützenden Personal, dem Personal für Hör- und Sprachverstehen und dem Rest des erzieherischen Teams möglich ist, damit alle aufeinander abgestimmt und mit derselben Vorgehensweise arbeiten.

Quelle: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Verhaltensmodifikation: 5 Techniken ungewolltes Verhalten bei Kindern zu unterbinden

Die Verhaltensmodifikation hat das Ziel, “unangepasste” oder ungehorsame Verhaltensweisen zu minimieren oder zu verändern. Es kommt immer häufiger vor, dass Kinder nicht gehorchen, lügen, beleidigen, sich aggressiv und herausfordernd geben, etc. Diese Verhaltensweisen sind ein klares Zeichen dafür, dass ein Verhaltensproblem existiert. Sowohl als Eltern als auch als Lehrer sollten wir versuchen, diese unsozialen Verhaltensweisen in der Kindheit zu korrigieren und zu kontrollieren, wenn wir nicht wollen, dass sie sich im Jugendalter verstärken. Entdecke diese 5 Techniken und Strategien zur Verhaltensmodifikation, die dir helfen können, aggressives und herausforderndes Verhalten unter Kontrolle zu halten. Wie du von der körperlichen Bestrafung Abstand nimmst und ohne Gewalt erziehst.

Verhaltensmodifikation

Eine Verhaltensmodifikation wird nicht durch Gewalt erreicht. Allen Eltern und Lehrern sollte klar sein, dass Gewalt nicht in die Erziehung gehört. Gewalt als disziplinarische Maßnahme ist nutzlos, da sie der Entwicklung des Kindes nur schadet. Die Verhaltensmodifikation wird nur durch “Regeln” erlangt, die den Kindern helfen, sich besser kennenzulernen und zu verstehen, was von ihnen erwartet wird und was sie machen dürfen oder auch nicht.

Die Verhaltensmodifikation strebt eine Verhaltensänderung durch psychologisch Techniken und Strategien an, die auf eine Verbesserung des Verhaltens der Kinder ausgerichtet sind. Dabei basieren die Techniken beispielsweise auf der Desensitivierung, dem operanten Konditionieren, Regellernen, der Verhaltensformung und den Tokenstrategien.

Diese Strategien können dabei helfen, dass die Kleinen ihr ganzes Potenzial entwickeln, die Frustration bewältigen können, sich an Veränderungen anpassen und sinnvolle Verhaltensweisen wählen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Anwendung dieser Methoden, die wir weiter unten auflisten, wird dabei helfen, das Verhalten in der Kindheit zu kontrollieren und das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die persönliche Kompetenz in der Kindheit zu fördern.

Techniken zur Verhaltensmodifikation

Wenn es darum geht, Verhaltensweisen bei ihren Kindern zu ändern, fühlen sich viele Eltern verloren. Im Folgenden schlagen wir einige nützliche Techniken zur Verhaltensmodifikation vor, die zuhause oder in der Schule angewendet werden können, um zu erreichen, dass die Kindern unsoziale Verhaltensweisen kontrollieren oder korrigieren.

Wenn diese Techniken auf angemessene Art und Weise genutzt werden, können gute Resultate von jungem Alter an erzielt werden. Es ist wichtig auszuwerten, welche Technik in jedem Moment genutzt werden sollte und keine Mischung aus verschiedenen zu machen, ohne an das vorgenommene Ziel zu gelangen. Das Wichtigste bei der Verhaltensmodifikation der Kinder ist es, ihnen so wenig Unzufriedenheit wie möglich zu verschaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die von ihren Eltern erbetenen Normen angemessen zu erfüllen, ohne sich durch täglich unterzogene Strafen oder Standpauken entmutigt zu fühlen.

1. “Time-Out”-Technik zur Verhaltensmodifikation

Die erste Technik zur Verhaltensmodifikation ist simpel und leicht anwendbar. Das “Time out” ist eine Technik, die sich anwenden lässt, um viele Verhaltensweisen zu ändern. Die Essenz dieser Technik liegt darin, das Kind an einen Ort zu bringen, der keine positiven Reize für sie/ihn bietet, einen Ort, wo es keine Spiele oder Gesellschaft gibt, mit denen er/sie sich unterhalten kann. Es geht nicht darum, einen feindlichen Ort zu suchen, sondern einen Ort, den er/sie langweilig findet. Wir sollten es schaffen, ihn/sie an diesem Ort des Missfallens für eine Zeit verweilen zu lassen.

Ein Beispiel: Ein Kind sieht schon länger fern, sein Vater beschließt, den Fernseher auszuschalten, woraufhin der Kleine einen Wutanfall bekommt. Wie können wir mit dieser Situation umgehen? Um die Technik des “Time outs” richtig anzuwenden, müssen wir das Kind an einen Ort bringen, der wenig bereichernd für ihn/sie ist. Das machen wir, sobald sich das unerwünschte Verhalten einstellt. Ohne mit ihm zu streiten und auf pausierte und ruhige Art und Weise erklären wir ihm detailliert, dass, wenn es seine Verhaltensweise korrigiert, wir da sein werden, um mit ihm zu spielen oder einer erfüllenden und lustigen Tätigkeit nachzugehen.

Diese Technik zur Verhaltensmodifikation ist sehr einfach, aber sie beinhaltet einen sehr wichtigen, zu berücksichtigenden Faktor, dabei handelt es sich um die Zeit, die das Kind in der “Time-Out”-Situation verbringen sollte. Die Zeit sollte proportional zum Alter des Kindes sein, das heißt, für jedes Jahr, dass das Kind alt ist, wird eine Minute berechnet, somit gilt für 5-jährige Kinder 5 Minuten “Time out”. Diese Information ist sehr wichtig, denn wenn sie nicht auf diese Weise durchgeführt wird, kann die Technik aversiv auf das Kind wirken und somit nicht die Vorteile erbringen, die wir uns von ihr versprechen. Das Alter in der Entwicklung des Kindes spielt eine große Rolle beim Verhalten des Kindes. Entdecke hier die Entwicklungsphasen des Kindes.

2. Technik der “Auslöschung” zur Verhaltensmodifikation

Eine weitere wichtige Technik, die aber normalerweise nicht korrekt angewendet wird, ist die “Auslöschung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die Belohnungen zu streichen, die das Kind sich von seinem Verhalten erwartet. Die meisten von uns schenken Verfehlungen Aufmerksamkeit, wir haben Schwierigkeiten damit, sie zu ignorieren, und die Kleinen wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil. Wenn unser Kind aufmüpfig wird, erhält es unsere Aufmerksamkeit: Wir beginnen eine Diskussion, versuchen, uns zu erklären, es zur Vernunft zu bringen und zu überzeugen … Die Technik der Auslöschung besteht darin, alles zu beseitigen, dass das unerwünschte Verhalten des Kleinen belohnt.

Beispielsweise erpresst ein Kind seine Mutter emotional, um nicht zur Schule zu gehen, mit Kommentaren wie “Du bringst mich zur Schule, um mich loszuwerden”, “Möchtest du etwa keine Zeit mit mir verbringen?”, etc. Bei dieser Gelegenheit wenden wir die Technik zur Auslöschung von Verhaltensweisen an und ersetzen diese Kommentare durch etwas Erfüllendes. Eine angemessene Praktik wäre zum Beispiel, das Kind etwas zu seinen Lieblingszeichentrickfilmen zu fragen und den Kommentar zu ignorieren, den es vorher abgegeben hat. So tun, als ob wir es nicht gehört hätten und ein Gespräch mit ihm beginnen wollten.

Bei der “Auslöschung” ist es sehr wichtig, dass immer ein erfüllender Ersatz gegeben wird, da sich das Kind, wenn diese Technik ohne die Begleitung eines positiven Reizes ausgeführt wird, ignoriert fühlen kann und sich dies negativ auf seine Emotionen niederschlagen kann. Diese Technik sollte nicht bei gefährlichen Verhaltensweisen angewendet werden.

3. Technik der “Modellierung” zur Verhaltensmodifikation

Eine andere sehr nützliche Technik wie Praktik, die in verschiedenen Bereichen angewendet werden kann, ist die “Modellierung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die andere Person zu imitieren, indem man das Gleiche macht, was sie zuvor getan hat. Hierbei spielen die Spiegelneuronen eine große Rolle.

Ein nützliches Beispiel, bei dem wir diese Technik der Verhaltensmodifikation verwenden können, ist beim Beibringen einer neuen Fähigkeit, wie zum Beispiel dem Tischdecken. Zunächst sollte die Mutter oder der Vater die Aufgabe durchführen und dabei jeden Schritt erklären, vom Decke auf den Tisch legen bis zum hinsetzen und auf das Essen warten. Die sollte möglichst didaktisch geschehen, damit das Kind aufpasst.

Beispielsweise kann sich ein Kind, das Zeichentrickfilme über Superhelden mag, vorstellen, dass jedes Element, das es auf den Tisch stellt (Gläser, Besteck, Servietten, …) ein Superheld ist, das sich auf der Basis (dem Tisch) mit dem Rest seiner Freunde versammelt. Die Eltern sollten mit derselben Begeisterung dabei sein wie das Kind, damit es unterhaltsamer wird. Sobald der Vater oder die Mutter die Modellierung durchgeführt hat, sollte er oder sie alles aufräumen, was er/sie auf den Tisch gestellt hat und dem Kind überlassen, es nun selbst ohne Hilfe zu wiederholen.

Wenn der/die Kleine sich bei etwas irrt, ist es besser ihn/sie nicht zurechtzuweisen und abzuwarten, ob er/sie sich beim nächsten Mal daran erinnert, was er/sie das letzte Mal nicht gut gemacht hat. Wichtigkeit der Motivation beim Lernen.

4. Technik der “Punkte-Wirtschaft” zur Verhaltensmodifikation

Die “Punkte-Wirtschaft” ist eine weitere Technik zur Verhaltensmodifikation, die sehr unterhaltsam sowohl für Kinder als auch für Erwachsene sein kann. Es geht darum, ein Belohnungssystem aufzustellen, in dem das Kind, um eine Belohnung (Lieblingsessen, Spielzeug, Ausflug, Denkspiele, etc.) zu erhalten, bestimmte erwünschte Verhaltensweisen entwickeln sollte (Hausaufgaben, sein Zimmer aufräumen, Zähne putzen, beim Tischdecken helfen, etc.) und andere lassen sollten, die konkretisiert werden sollten.

Als nützliches Beispiel, jedes Mal, wenn das Kind die erwünschte Verhaltensweise ausführt, gibt man ihm direkt eine Belohnung (Spielstein, Punkt, etc.). Das Kind sammelt diese Belohnungen bis zu einer Zahl, die wir vereinbart haben; in diesem Moment überreichen wir ihm den Endpreis. Das Wichtigste an dieser Strategie zur Verhaltensmodifikation ist, dass das Kind merkt, dass es viel mehr Vorteile und Privilegien erlangt, wenn es sich gut benimmt.

Es ist wichtig, dass wir eine Tafel oder ein Stück Pappe besitzen, dass für alle Familienmitglieder gut sichtbar ist, wo man den Status der wöchentlich erhaltenen Punkte sehen kann. Wir sollten im Voraus festlegen und vereinbaren, welche Preise wir übergeben. Es sollten klare Belohnungen sein, die dem Kind wirklich attraktiv erscheinen, und sie sollten auf der Tafel erscheinen.

Jedes Mal, wenn wir einen Spielstein oder einen Punkt überreichen, sollten wir die Übergabe mit positiven Kommentaren begleiten: “Ich bin sehr zufrieden, weil du dir Mühe gegeben hast”. Entdecke die verschiedenen Formen zu loben, die das Selbstwertgefühl von Kindern steigern.

In diese Technik kann man außerdem den Punkteverlust mit aufnehmen, wenn das Kind das Ziel nicht erreicht, das festgelegt wurde. So kontrolliert man sehr gut, dass das Kind seine Verpflichtungen erfüllt und nicht mit etwas Aversivem bestraft wird, wenn es das nicht tut. Das System ist sehr nützlich in Schulen und in den meisten wird es angewendet, aber es ist auch zuhause sehr effizient.

5. Technik der “paradoxen Absicht” zur Verhaltensmodifikation.

Die letzte Technik der Verhaltensmodifikation, über die wir sprechen werden, ist die der “paradoxen Absicht”. Es ist eine Technik mit sehr guten Resultaten, aber sie ist komplex, da man das Kind darum bittet, genau das zu tun, was wir eigentlich vermeiden wollen.

Zum Beispiel, wenn ein Kind ständig die Anordnung missachtet, sein Spielzeug wegzuräumen, und sich systematisch weigert, aufzuräumen. Das Kind beginnt Tag für Tag eine Dynamik der Provokation. Was würde passieren, wenn die Eltern ihm sagen würden: Heute möchte ich nicht, dass du aufräumst, ich möchte, dass du absolut gar nichts machst.

Das erste Gefühl, was in dem Kind auftauchen wird, wird Zufriedenheit sein, denn es muss sich keine Mühe geben, etwas zu tun, was ihm nicht gefällt. Jedoch sollten die Eltern dann eine lustige Aktivität mit dem Rest der Kinder oder unter ihnen beginnen. Dies könnte zum Beispiel das Kochen eines Rezeptes sein, Geschichten erzählen, viel lachen. Das Kind wird mitmachen wollen, aber die Eltern sollten ihm dies verweigern und ihm sagen, dass es weiter nichts tun soll, da das ja das sei, was es wolle.

Diese Technik hat einige Beschränkungen und sollte vorher auf die Eignung für das Profil des Kindes bewertet werden, da sie die gegensätzliche Handlung verursachen kann und deshalb nicht komplett sinnvoll sein könnte.

Wenn nach dem Anwenden dieser Techniken zur Verhaltensmodifikation das Kind immer noch nicht richtig reagiert, kann man sich immer noch an Experten wenden, damit diese eine komplette neuropsychische Untersuchung durchführen und neurologische Störungen ausschließen können.

Das Wohlbefinden und die Entwicklung des Verhaltens in der Kindheit hängt von den Eltern und Erziehern ab. Die Kinder reagieren nicht wie Erwachsene, weswegen immer alle Verhaltensmodifikationen darauf angepasst werden sollten, was sie brauchen.

Wie Jean Jacques Rousseau sagte:Die Kindheit hat ihre eigene Art zu sehen, zu denken und zu fühlen; es gibt nichts Törichteres, als vorzugeben, sie durch unsere Art ersetzen zu wollen”.

Vielen Dank fürs Lesen, zögere nicht, unten deine Kommentare mit Fragen oder Zweifel oder Techniken zur Verhaltensmodifikation, die bei dir funktionieren, zu hinterlassen 🙂

Quelle: Noemí de la Cruz Belerda, Psychologin bei CogniFit.

Motivation: Was ist das, wie beeinflusst sie das Lernen und 10 Tipps, um sie zu fördern

Die Wichtigkeit der Motivation: Sie ist der Motor, der unsere Welt antreibt. Oft sprechen wir von unseren Kindern und Schülern, die im Unterricht unmotiviert sind. Es fällt ihnen schwer, sich zum Lernen zu bewegen, man muss sie antreiben, damit sie ihre Aufgaben machen, wir kämpfen täglich, damit sie die Lektion lernen … Dennoch lernen sie wie durch ein Wunder die Namen von 300 unterschiedlichen Pokemons. In diesem Artikel erklären wir dir, was die Motivation ist, ihre Bedeutung beim Lernen und in der Erziehung und 10 Tipps, die es ermöglichen, die Motivation im Unterricht zu vergrößern und zu fördern.

Die Wichtigkeit der Motivation

Was ist die Motivation?

Sie ist ein interner Impuls, der der Handlung einem Zweck zuweist. Sie unterliegt einer Handlung und leitet diese Handlung. Ohne Motivation ensteht keine Handlung.

Die Motivation ist sehr wichtig, weil sie uns dazu führt, aktiv Mittel zu suchen, um unsere Existenz zu sichern. Wir sind dazu motiviert, Nahrung zu suchen und zu essen und einen Sexualpartner zu suchen. Dies sind die grundlegenden Motive, die angeboren sind und sich unabhängig von der Kultur zeigen.

Aber wir können auch motiviert sein, unseren Neigungen und Lieblingsaktivitäten nachzugehen und zu lernen. Dies sind die sekundären Motive, die von der Kultur abhängen.

Wir sind nicht dazu motiviert, alles zu lernen. Es kann sein, dass uns die Themen der Schule/Universität nicht motivieren, aber selbstverständlich gibt es Dinge, die unser Lernen motivieren, sei es das Leben der Delfine, ein neues Kochrezept oder einen Autoreifen zu wechseln.

Vielleicht kommt die Motivation von unserem eigenen Interesse am Thema oder weil wir das Wissen für etwas brauchen (für unsere Arbeit oder für das eigene Überleben, wie man einen Autoreifen wechselt).

In diesem Sinne können wir zwei Arten von Motivation unterscheiden: die intrinsische und die extrinsische. Diese Motivationsarten sind mehr als zwei Gegensätze auf einem Kontinuum und treten selten “pur intrinsisch” oder “pur extrinsisch” auf.

  • Intrinsische Motivation: ergibt sich, wenn die Menschen intrinsisch dazu motiviert sind, etwas zu machen, weil wir denken, dass es wichtig ist oder es uns Vergnügen bereitet. Die Schüler auf diese Art motiviert sind, sind gespannt darauf, ihre Aufgaben zu erledigen, weil sie die Herausforderung genießen, die ihnen ihre Erledigung bringt, mehr als jeder Reiz oder jede Belohnung. Die intrinsische Motivation lässt oft nach, je höher die Jahrgangsstufe des Schülers ist. Um diese zu vergrößern, kann man das abstrakte Material konkreter gestalten und es in einem Kontext verwenden.
  • Extrinsische Motivation: Erscheint, wenn ein Schüler eine Aufgabe aus externen Gründen erledigen möchte, wie Belohnungen oder Bestrafung. Jedoch hat man herausgefunden, dass Strafen mehr Schaden als Vorteile verursachen und Belohnungen ein Abhängigkeitspotenzial haben. Deswegen ist es besser, die Belohnungen nach und nach zu verringern und sie zu einer intrinsischeren Motivation überzuleiten.

Die Wichtigkeit der Motivation in der Erziehung

Sie ist der Impuls, der uns dazu bringt, zu handeln und zu schaffen, was wir uns vornehmen.

Die Motivation spielt eine wichtige Rolle beim Lernen. Laut einer Studie beeinflusst sie unsere Leistungen in Mathematik mehr als unser Intelligenzquotient.

Konkret fanden die Forscher heraus, dass die Intelligenz stark mit den Leistungen der Schüler in Mathematik zusammenhing, aber nur bei der anfänglichen Entwicklung der Kompetenz in der Materie. Die Wichtigkeit der Motivation und die Lernfähigkeiten waren die bedeutendsten Faktoren bei der Entwicklung der nachfolgenden Kompetenzen in Mathematik. Die Schüler, die sich kompetent fühlten, waren intrinsisch motiviert, nutzten Fähigkeiten wie Erklären, Zusammenfassen, Verbindungen zu anderen Materialen schaffen, vermieden das Lernen durch Auswendiglernen und wiesen eine größere Entwicklung in Mathematik auf als diejenigen, die sich nicht motiviert fühlten. Im Gegensatz dazu hing die Intelligenz der Schüler nicht mit der Entwicklung in Mathematik zusammen.

Warum ist es wichtig, dass die Kinder motiviert bleiben zu lernen?

Die Motivation:

  • erhöht ihr Anstrengung und Ausdauer bei der Aufgabe
  • erhöht ihre Initiative
  • verbessert ihre kognitiven Verarbeitungsfähigkeiten
  • verbessert ihre allgemeine Leistung

Wie können wir erkennen, ob unsere Kinder oder Schüler motiviert sind?

Laut Rodríguez Moneo  kann das Verhalten der Menschen als eine Anzeige zur Messung der Motivation dienen. Es ist eine ziemlich vertrauenswürdige Anzeige, die die Lehrer nutzen können, um die Motivation der Schüler einzuschätzen und danach zu handeln.

  • Die Präferenz oder Wahl einer Aktivität gegenüber einer anderen. Wenn ich es wähle, fernzusehen statt meine Hausaufgabe zu machen, spiegelt meine Wahl meine Motivation wider.
  • Die Latenz, das heißt, die Zeit, die ich benötige, um eine Reaktion zu zeigen, von dem Zeitpunkt an, an dem der Reiz erscheint. Je länger wir dazu brauchen, die Arbeit zu erledigen, die uns aufgetragen wurde, desto weniger Motivation für die Aufgabe haben wir.
  • Die Mühe, je größer die physischen und kognitiven Mittel sind, die bei der Entwicklung einer Aufgabe eingesetzt werden, desto mehr Motivation gibt es.
  • Die Ausdauer bei der Aufgabe. Es gibt mehr Motivation, je größer die Zeitspanne zwischen dem Beginn und der Beendigung einer Aufgabe ist. Je früher wir bei der Aufgabe aufgeben, desto weniger motiviert sind wir.
  • Die Anzeigen der Emotionsausdrücke. Die Handlungen, die wir durchführen, werden für gewöhnlich von emotionalen Ausdrücken begleitet, die das Vergnügen oder das Missfallen anzeigen, das die Aktivität in uns hervorruft. Wenn wir auf die Ausdrücke unserer Schüler achten, erhalten wir viel Information über deren Motivation.

Wir können wir erkennen, ob unsere Kinder motiviert sind?

Wie können wir die Motivation im Unterricht fördern?

1. Die Einstellung beeinflusst die Motivation

Die Forschung hat gezeigt, dass die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler wichtiger für den Lernprozess als strukturelle Faktoren, wie erzieherische Mittel und die Klassengröße, ist. Diese Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist nicht nur in den ersten Schuljahren wichtig, sondern auch später, wenn die Herausforderungen größer werden.

Nach einer Studie der Universität von Ostfinnland erhöht eine vom Lehrer geschaffene positive und warme Atmosphäre die Motivation des Kindes zu lernen.

Eine empathische Einstellung auf Seiten des Lehrers schützt nicht nur das Bild, das die Kinder von sich selbst als Schüler haben, sondern hilft auch gegen die soziale Ausgrenzung seitens ihrer Mitschüler.

Wie können wir die Motivation fördern? Zeige eine positive Einstellung und Stimmung. Schaffe eine Bindung zu den Schülern. Zeige ihnen, dass du dich persönlich um sie und um ihren Lernprozess sorgst. Mach dich nie lustig, wenn sie etwas nicht wissen oder verstehen. Zeig dich empathisch und verständnisvoll ihnen gegenüber. Benutze Humor und lockere, entspannte Aktivitäten.

2. Schätze die Anstrengung

Es ist viel wichtiger, die Anstrengung zu schätzen als das Endprodukt. Wenn man das Ergebnis viel mehr schätzt, werden sie sich darauf konzentrieren und vergessen, dass man für ein gutes Produkt Mühe braucht. Außerdem hängt das Ergebnis oft von anderen Faktoren, wie dem Glück ab.

Wie kann man die Motivation fördern?: Konzentriere dich auf den Lernprozess der Kinder, ermutige sie, sich Mühe zu geben und belohne die, die sich sehr anstrengen: “Du bist sehr konzentriert, man merkt, dass du es genießt” oder “Du gibst dir Mühe, du wirst einen Haufen lernen”.

3. Beziehe die Kinder mit ein

Wenn die Kinder sich nützlich fühlen und Verantwortung übernehmen, werden sie sehr viel motivierter sein.

Wie kann man die Motivation fördern?: Gib den Schülern Verantwortung, mach die Teilnahme am Unterricht zu etwas Lustigem. Schreibe jedem eine Aufgabe zu, wie beispielsweise das Klassenzimmer ordentlich zu halten, die Tafel wischen, Material verteilen … wenn sie in Gruppen arbeiten, muss jeder eine Sache übernehmen.

4. Verwende Anreize

Auch wenn es wichtiger ist, die Anstrengung zu fördern und zu belohnen, brauchen Kinder gewisse greifbare Belohnungen für ein gutes Ergebnis. Kinder können die langfristigen Vorteile davon, gute Noten zu bekommen und zu lernen, nicht sehen, sie brauchen sofortigere Belohnungen. Die Anreize motivieren sie dazu, zu arbeiten und sich zu bemühen, indem sie ein Ziel vor Augen haben.

Wie kann man die Motivation fördern?: Denke dir kleine Belohnungen, je nach Erfolgen der Kinder aus, dies können spezielle Privilegien oder kleine Dinge, die Kinder lieben (wie Sticker) sein. Aber es ist nicht nötig, sie mit Belohnungen zu sättigen, da sie so ihren Wert verlieren. Ideal ist es, eine gewisse Zeit zwischen einer Belohnung und der nächsten vergehen zu lassen. Je älter die Kinder sind, desto leichter wird es ihnen fallen, sich ein Ziel auf lange Sicht vorzustellen. Wenn es Kinder in der ersten Klasse sind, ist eine Belohnung pro Klasse pro Tag angemessen. Für ältere Kinder ist eine Belohnung pro Woche gut. Optimal wäre es, diese Art von Belohnungen nach und nach zu reduzieren und sie durch soziale Ermunterungen wie Lob, Lächeln, ermutigende Worte zu ersetzen, da, wie gesagt, die Kinder sonst von ihnen abhängig werden.

 

 

5. In der Abwechslung liegt der Spaß

Kinder langweilen sich schnell, wenn es keine angemessene Stimulation im Klassenraum gibt. Und umso mehr in dieser technischen Welt, in der sie an eine massive Stimulation von Tablets und Smartphones gewohnt sind. Sogar viele Eltern nutzen die Technik, um die Kinder zu beruhigen. Deswegen muss man im Klassenzimmer vermeiden, in Routine zu verfallen.

Wie fördert man die Motivation?: Sei kreativ. Nutze unterschiedliche Strukturen im Unterricht. Unterrichte mit Spielen und Diskussionen, damit der Unterricht dynamisch wird und die Kinder miteinbezogen werden. Das passive Lernen, bei der die Kinder nur Informationen erhalten und sie nicht weiterentwickeln, ist nicht nur ineffektiver, sondern zerstört auch die Motivation. Man kann auch unterschiedliche Materialien verwenden, wie Wandbilder, Fotografien, Videos oder Filme …

6. Erkläre “Was soll ich damit?”

Oft verlieren wir die Motivation, wenn wir den Zweck in der “realen” Welt von dem, was wir gerade lernen, nicht verstehen. Deshalb ist es wichtig, das zu betonen.

Wie kann man die Motivation fördern?: Du kannst einen Abschnitt zu Beginn jedes Themas schaffen, in dem der Sinn des Lernens ebendieses Themas erklärt wird. Mach ihn so praktisch wie möglich. Wenn du Algebra erklärst, widme der Untersuchung, wofür man diese Kenntnisse braucht, zum Beispiel im Ingenieurswesen, etwas Zeit. Zu wissen, dass diese Kenntnisse jetzt gerade wirkliche Menschen bei ihrer Arbeit nutzen, erhöht die bewusste Bedeutung dieser Materie und motiviert sie zu lernen.

7. Geringschätze sie nicht

Die Kinder gering zu schätzen und ihnen Etiketten wie “langsam”, “faul”, “dumm” zu geben, zerstört ihre Motivation nur. Es lässt sie sich fühlen, als ob sie nichts können und es keine Heilung für sie gibt.

Wie fördert man die Motivation?: Vermeide Disqualifizierungen und negative Etiketten. Stattdessen hebe ihre Stärken, Fähigkeiten und positiven Eigenschaften hervor. Erhöhe ihre Mentalität des Wachstums, lass sie wissen, dass sie, obwohl sie etwas nicht so gut können, alles mit der Übung schaffen werden. Steigere ihr Selbstvertrauen. Lerne hier, wie du Kinder lobst, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

8. Benutze CogniFit, das führende Programm in Neurodidaktik

Die Neurodidaktik basiert auf einer neuen Perspektive der Erziehung, die die Kenntnisse über das Gehirn nutzt, um die Lernprozesse bei Schülern zu analysieren und zu verbessern. CogniFit ist die führende Plattform für Neurodidaktik. Dieses Programm ist ein professionelles Instrument, das von Spezialisten für kindliche Neuropsychologie geschaffen wurde.

Die Technologie von CogniFit basiert auf der Neuroplastizität. Dieses Programm ist sehr einfach zu verwenden. Es besteht aus verschiedenen klinischen Spielen, die vom Computer aus gespielt werden können, und ermöglicht es, Lehrern, die nicht auf Psychopädagogik spezialisiert sind, die Lernprozesse zu analysieren und das Potenzial jeden Schülers zu entwickeln.

Wie fördert man die Motivation?: CogniFit identifiziert mit wissenschaftlicher Objektivität die kognitiven Schwächen und Stärken der Schüler und erstellt einen Zusammenhang ihrer schulischen Leistung, Verhalten und Motivation und ermöglicht es, personalisierte Lehrstrategien einzuleiten.

9. Hilf ihnen, ihre Angst zu regulieren

Vielen Kindern fällt es schwer, motiviert zu bleiben, weil sie viel Angst haben, sich vor dem Scheitern und dem Nicht-Erreichen der gewünschten Ergebnisse fürchten.

Wie fördert man die Motivation?: Vermittle ihnen Ruhe und lass sie wissen, dass das Scheitern nichts Negativen ist. Sich zu irren hilft uns dabei, mehr und besser zu lernen und zu wissen, was wir nicht machen sollten. Wenn die Angst sehr groß ist, kann man im Unterricht Entspannungsübungen ausprobieren.

10. Bring ihnen bei, sich selbst zu motivieren

Es ist sehr gut, die Kinder zu motivieren, aber sie müssen auch lernen, ihre eigene Motivation zu finden und sie selbst regulieren können.

Wie fördert man die Motivation?: Hilf ihnen, Gründe zu überlegen, wofür ihnen das, was sie lernen, dienen könnte. Wird es ihnen helfen, ihre Umgebung besser zu verstehen? Dient es ihnen, wenn sie zur Universität gehen? Hilft es ihnen in ihrem Alltag?

Wichtigkeit der Motivation bei der Erziehung: Schätze sie nicht gering

 

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.