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Intrinsische Motivation: Was uns antreibt, unsere Ziele zu verwirklichen

Was bringt uns dazu gerne zu Fotografieren oder uns in einem Tanzkurs anzumelden? Wieso beschäftigen sich manche Menschen mit Dingen, aus denen sie keinerlei finanziellen Nutzen ziehen? Und was gibt uns die Energie unsere Ziele zu verfolgen? Eine wichtige Rolle spielt die intrinsische Motivation. In dem folgenden Artikel wird über diese antreibende Kraft gesprochen. Sie trägt dazu bei, dass wir nicht aufgeben, um unsere persönlichen Ziele zu erreichen. 

intrinsische Motivation

Was ist die intrinsische Motivation?

Motivation ist ein psychischer Prozess, der es uns ermöglicht nach einer bestimmten Art und Weise zu handeln. Wir können motiviert sein an einem Wettbewerb teilzunehmen, einen Mittagsschlaf zu machen oder vor einer unangenehmen Situation zu fliehen. Die Motivation hilft uns, uns an die Umwelt anzupassen und den Herausforderungen unterschiedlicher Situationen zu begegnen.

Gründe für die motivationalen Prozesse sind hierbei je nach Person sehr verschieden. Auch innerhalb einer Person variieren diese je nach Situation und Umständen.

Definition Motivation

Es lassen sich zwei grundlegende Arten der Motivation unterscheiden, die intrinsische Motivation und die extrinsische Motivation.

Die intrinsische Motivation hat ihren Ursprung in unserem Inneren, wenn wir wirklich Interesse haben uns auf eine bestimmte Weise zu verhalten ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. Ein Beispiel der intrinsischen Motivation wäre es, unsere Zeit einer NGO zu widmen, obwohl diese Tätigkeit weder vergütet ist noch sonst irgendeinen Vorteil für uns bringt – abgesehen von der persönlichen Zufriedenheit.

Im Gegensatz dazu ist die extrinsische Motivation auf äußere Anreize (oder der Vermeidung von Bestrafung) zurückzuführen. Ein Beispiel dafür ist eine hart arbeitende Person, die so eine Gehaltserhöhung bekommt.

Es gibt zahlreiche Unterschiede zwischen der extrinsischen und intrinsischen Motivation, der Hauptunterschied liegt aber darin, dass die extrinsischen Motivation an die Erwartung einer Belohnung oder die Vermeidung einer Bestrafung geknüpft ist.

Ein und dieselbe Aufgabenausführung kann sowohl durch extrinsische als auch intrinsische Gründe motiviert sein. So kann jemand regelmäßig ins Fitnessstudio gehen um eine Belohnung wie Gewichtsverlust zu erhalten, andere Leute treiben hingegen Sport des Sportes Willens.

Im Folgenden wird auf die intrinsische Motivation genauer eingegangen. Dabei werden die zentralen Aspekte beleuchtet und gezeigt, wie sich diese Art der Motivation erhöhen lässt.

Intrinsische Motivation: Charakteristika 

  • Wir können unsere intrinsische Motivation beeinflussen: Ab und zu fällt es uns schwer die Ziele zu identifizieren, bei denen wir das beste von uns geben würden. Nichtsdestotrotz sind wir allgemein in der Lage Tätigkeiten zu finden, die unsere Neugierde wecken.
  • Belohnung kann dazu führen, dass die intrinsische Motivation verschwindet: Es hat sich in mehreren Studien gezeigt, dass in verschiedenen Kulturen die materielle Belohnung bestimmter Tätigkeiten zu einer schlechteren Leistung der Personen führt. Wie ist das möglich? Gemäß der Theorie der Überrechtfertigung sinkt das Interesse für eine bestimmte Aufgabe, wenn man dafür extrinsisch belohnt wird. Wenn jemand gerne zeichnet, dann aber dafür bezahlt wird als Illustratorin zu arbeiten, ist es möglich, dass anschließend das Zeichnen mehr als Pflicht und nicht mehr als Leidenschaft wahrgenommen wird.
  • Ebenfalls gibt es Formen der Belohnung, welche die intrinsische Motivation erhöhen: Im Gegensatz zur eben genannten materiellen Belohnung, können gezeigte soziale Unterstützung oder Anerkennung geschätzter Personen sehr wohl die intrinsische Motivation erhöhen. Eine erwartete materielle Belohnungen ist jedoch das, was uns uns am meisten daran hindert unsere Fähigkeiten zu entwickeln und uns den Aufgaben zu widmen, die uns wirklich begeistern.
  • Der Schwierigkeitsgrad hat Auswirkungen auf die intrinsische Motivation: Unsere Ziele laden uns dazu ein unsere Fähigkeiten maximal zu entwickeln und zu erhalten. Nichtsdestotrotz müssen wir davon überzeugt sein, den entsprechenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Andererseits erscheinen uns zu einfache Aufgaben langweilig und interessieren uns nicht. Wenn wir ein perfektes Gleichgewicht des Schwierigkeitsgrades finden und voll und ganz in unserer Aufgabe aufgehen, dann spricht man vom sogenannten Flow, wie Csikszentmihalyi ungarischer Psychologe, bestätigt.

Intrinsische Motivation: Anwendung und Beispiele

Intrinsische Motivation in der Schule

Während der schulischen Ausbildung werden wir regelmäßig mit Inhalten konfrontiert, die uns langweilig oder sogar unangenehm erscheinen. Doch selbst wenn wir uns dem widmen, was uns wirklich motiviert, stoßen wir auf Hindernisse. Was lässt sich tun, um nicht aufzugeben?

Erst einmal ist es wichtig das Lernverhalten des Kindes zu stärken, ohne dabei direkt auf materielle Verstärkung zurückzugreifen, wenn es beispielsweise die Hausaufgaben erledigt. Eine Bestrafung anzudrohen ist ebenfalls keine wirksame Methode. Grundlegend sollte dem Kind beigebracht werden, dass es sich um eine befriedigende Aktivität handelt und kein Mittel zum Zweck ist. Die Motivation ist im Lernprozess elementar wichtig.

Es ist einfacher signifikativ zu lernen, wenn wir: Wissen wertschätzen; Neugierde fördern; uns hilfreiche Lernmethoden angewöhnen; Verbindungen zwischen Lerninhalten und unserem Alltagsleben herstellen und so entdecken, dass die Lerninhalte eine praktische Relevanz haben, usw.

Intrinsische Motivation bei der Arbeit

Die intrinsische Motivation ist im Arbeitsleben ein Schlüssel zum Erfolg. Wir alle kennen das Gefühl, dass wir ständig auf die Uhr gucken und die Zeit nicht vergeht, weil die Aufgabe, die wir zu erledigen haben uns keinen Spaß macht und wir endlich etwas Schönes unternehmen wollen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir mit diesem Verhalten nicht zu erfolgreichen Ergebnissen kommen. Diese Umstände führen dazu, dass wir noch weniger Lust haben weiterzuarbeiten.

Es ist nicht immer einfach die Möglichkeit zu haben seinen Traumjob auszuüben. Dennoch gibt es Wege, in unserem Arbeitsleben motiviert zu sein: indem wir adäquate Pausen machen; mit unseren Arbeitskollegen eine gute Beziehung aufbauen; nicht in der Routine stecken bleiben, indem wir neue Lösungsansätze für unsere Probleme finden; etc.

Am Arbeitsplatz freiwillig Aufgaben zu übernehmen, kann die allgemeine Arbeitsbereitschaft und Motivation aller Mitarbeiter zur Folge haben. Diese kooperative soziale Verantwortlichkeit erzeugt somit sowohl Vorteile für die Leute die sie empfangen, als auch für die Person, die sie sendet.

Es gibt noch weitere Techniken, die von Unternehmen angewandt werden, um die Motivation ihrer Mitarbeiter zu steigern: von Zeit zu Zeit den Raum für eigens entwickelte Projekte zu bieten; ihre Aus- und Weiterbildungen zu finanzieren und ihre Stärken anzuerkennen. Das ist äußerst nützlich, um zu erreichen, dass die Mitarbeiter zufriedener sind und sich anstrengen – anstatt die Minuten bis zum Feierabend zu zählen.

Intrinsische Motivation im Alltag

Es existieren unzählige Alltagsaufgaben die wir um einiges besser ausführen, wenn wir eine intrinsische Motivation verspüren. Wir kochen aufwendiger und besser, wenn uns die Tätigkeit an sich Freude bereitet und nicht ausschließlich dazu dient uns zu ernähren.

Persönliche Beziehungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für unsere intrinsischen Motivation. Eine Verbindung zu Leuten aufzubauen, kann entscheidend dazu beitragen uns für eine bestimmte Aktivität zu motivieren. Mit Freunden zusammen eine Wanderung zu unternehmen oder ins Museum zu gehen, kann unsere Lust nach Bewegung und Kultur deutlich steigern.

Intrinsische Motivation: Vorteile 

  • Steigert unsere Produktivität: Die intrinsische Motivation fördert unsere Assoziationsfähigkeit und Originalität bei der Lösung von Problemen. Das führt dazu, dass wir weniger schnell ermüden und eine positive Einstellung unseren Aufgaben gegenüber aufrechterhalten können.
  • Erhöht das Wohlbefinden: Zu Wissen welche Aufgaben uns Freude bereiten und diesen Zeit widmen zu können, ist eine unversiegbare Quelle persönlicher und professioneller Zufriedenheit.
  • Steigert unser Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit: Der Aufwand, den wir für uns motivierende Aufgaben aufwenden, ist in der Regel durch große Fortschritte gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass wir uns kompetent und zufrieden fühlen. Wen erfüllt es nicht mit Stolz und Freude, wenn er Fortschritte in der Aufgabe macht, die ihm gefällt?
  • Erleichtert die Autonomie: die intrinsische Motivation treibt uns dazu an unser Wissen in den Bereichen zu erweitern die uns interessieren; eine Aufgabe zu bearbeiten ohne dass uns jemand darum bittet; Eigeninitiative zu ergreifen, um eigene Werke zu erschaffen.
  • Ist stabiler als die extrinsische Motivation: Wenn eine Entlohnung für unsere Aufgabe erhalten, hören wir in zahlreichen Fällen auf das Ziel zu verfolgen, das wir hatten. Wenn beispielsweise unser Ziel war, die Biologieprüfung zu bestehen und wir eine 4 als Endnote bekommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir, sobald wir unsere Note erfahren, dieses Fach vergessen. Wenn uns der Inhalt hingegen mitreißt, werden wir versuchen weitere Sachen zu lernen, auch wenn wir keine Prüfungen mehr haben.

Obwohl die intrinsische Motivation positiver erscheint als die extrinsische, ist diese trotzdem notwendig. Es ist beispielsweise nicht möglich, den Mitarbeitern im Unternehmen kein Gehalt mehr auszuzahlen, wenn sich ihre Leistung verringert.

Außerdem ist es möglich, beide Motivationsformen zu kombinieren. Beispielsweise kann es sein, dass wir beginnen in eine Yoga-Klasse zu gehen, um unsere Rückenschmerzen loszuwerden und am Ende gehen wir dorthin, weil es uns unheimlichen Spaß bereitet. Wichtig ist, die externe Belohnung nicht als Hauptziel anzusehen.

Wie lässt sich die intrinsische Motivation entwickeln? 5 grundlegende Tipps

1. Vermeide Routine

Das Gefühl von Monotonie führt zu Müdigkeit und Langeweile. Wenn du beispielsweise gerne morgens joggen gehst um aktiv zu werden, kannst du versuchen deine Route zu variieren und so neue Alternativen zu entdecken. Herausforderungen motivieren uns, Engagement für Aktivitäten aufzubringen, die uns begeistern.

2. Nimm eine positive Haltung ein

Grundlegend ist es wichtig, sich auf den Prozess zu konzentrieren ohne dabei Druck auf sich auszuüben perfekte Ergebnisse erzielen zu müssen. Uns selbst zu vertrauen und uns positiv zu bewerten, ist fundamental für unser Wohlbefinden. Des Weiteren sollten wir nicht vergessen, dass das Ziel der Aufgabe sein sollte, diese ohne Druck und negative Gedanken zu genießen, wenn wir diese durch intrinsische Motivation heraus begonnen haben.

3. Sei nicht zu anspruchsvoll mit dir selbst 

Uns unerreichbare Ziele zu setzen oder unsere Ergebnisse negativ zu bewerten, ist kontraproduktiv für unsere intrinsische Motivation. Trotzdem ist es gut, kritisch mit uns selbst zu bleiben, wir sollten versuchen uns objektiv zu bewerten. Dabei ist es von Vorteil, sich auf das zu konzentrieren was wir verbessern können und dabei konkrete Bereiche vor Augen haben, anstatt nur an unsere Fehler zu denken und uns für diese zu bestrafen.

4. Belohne deine Fortschritte

Obwohl angemerkt wurde, dass die intrinsische Motivation nicht auf Belohnung beruht, ist es wichtig, dass wir unsere Verdienste anerkennen. Ebenso sollten wir uns für das was wir erreicht haben loben. Dabei können wir uns kleine Pausen oder Gelüste für unsere geleistete Arbeit gewähren.

5. Umgebe dich mit Personen, die ähnliche Interessen haben wie du selbst 

Wenn wir an sich schon gerne Tanzen und zusätzlich aber auch noch einen Freundeskreis haben, der gerne neue Choreographien einstudiert, steigt mit Sicherheit unser Interesse. Es ist wichtig, dass wir unsere Erfahrungen mit Menschen teilen können, die sich für die gleichen Dinge begeistern wie wir. Heutzutage ist es glücklicherweise relativ einfach Leute zu finden, bei denen dies der Fall ist.

Intrinsische Motivation: Autoren

– Abraham Maslow

Maslow ist einer der bekanntesten Theoretiker der Motivationslehre. Dieser humanistische Psychologe ist vor allem für seine Bedürfnispyramide bekannt, in welcher die menschlichen Bedürfnisse hierarchisch angeordnet sind. Die intrinsische Motivation ist hierbei vor allem mit der Spitze der Pyramide assoziiert, basierend auf dem Bedürfnis der Selbstverwirklichung. In der Selbstverwirklichung erreicht unsere Existenz ihren maximalen Sinn und unser gesamtes Potential lässt sich verwirklichen.

– Albert Bandura

Dieser Psychologe entwickelte das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung. Es bezeichnet die Idee, dass die Meinung einer Person über eine Aufgabenausführung von der Erfolgserwartung, Ausdauer und wie viel Zeit sie dieser widmet, abhängt. Wenn wir zum Beispiel merken, dass wir durch große Anstrengungen unser Englisch verbessern können, werden wir uns stolzer und fähiger fühlen unsere Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Personen, die an ihre eigenen Kompetenzen glauben, zeigen eine höhere Ausdauer bei der Aufgabenbewältigung.

– Eduard Deci und Richard Ryan

Die von diesen Autoren postulierte Selbstbestimmungstheorie geht davon aus, dass wir uns den Aufgaben widmen die uns interessieren, statt jenen die in uns kein Interesse hervorrufen. Diese Theorie ist besonders für den sportlichen Bereich wichtig. Wir müssen eine gewisse Autonomie besitzen wenn wir unsere Entscheidungen treffen. Unsere Vorlieben sind sehr verschieden und jede Person handelt entsprechend ihrer Präferenzen.

– Mihaly Csikszentmihalyi

Dieser Spezialist der positiven Psychologie untersucht den Zustand des Flows, der entsteht, wenn wir uns in eine Aufgabe vertiefen, die weder zu leicht noch zu schwierig für uns ist. In diesem Zustand konzentrieren wir uns ganz auf die Aufgabe und vergessen die Zeit und alles andere um uns herum. Ein Beispiel können Künstler sein, die in ihre Arbeit versunken ihre Werke erschaffen.

Csikszentmihalyi ist Experte auf dem Gebiet der Kreativität und untersucht mit seiner Forschung den Zustand des Flows. In dem folgenden Video erklärt er einen Teil seiner Entdeckungen und die entscheidende Rolle, welche die intrinsische Motivation darin spielt.

Falls Fragen oder Anmerkungen zum Artikel bestehen, kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Übersetzt aus dem Spanischen: Ainhoa Arranz Aldana, Psychologin bei CogniFit.

Motivation: Was ist das, wie beeinflusst sie das Lernen und 10 Tipps, um sie zu fördern

Die Wichtigkeit der Motivation: Sie ist der Motor, der unsere Welt antreibt. Oft sprechen wir von unseren Kindern und Schülern, die im Unterricht unmotiviert sind. Es fällt ihnen schwer, sich zum Lernen zu bewegen, man muss sie antreiben, damit sie ihre Aufgaben machen, wir kämpfen täglich, damit sie die Lektion lernen … Dennoch lernen sie wie durch ein Wunder die Namen von 300 unterschiedlichen Pokemons. In diesem Artikel erklären wir dir, was die Motivation ist, ihre Bedeutung beim Lernen und in der Erziehung und 10 Tipps, die es ermöglichen, die Motivation im Unterricht zu vergrößern und zu fördern.

Die Wichtigkeit der Motivation

Was ist die Motivation?

Sie ist ein interner Impuls, der der Handlung einem Zweck zuweist. Sie unterliegt einer Handlung und leitet diese Handlung. Ohne Motivation ensteht keine Handlung.

Die Motivation ist sehr wichtig, weil sie uns dazu führt, aktiv Mittel zu suchen, um unsere Existenz zu sichern. Wir sind dazu motiviert, Nahrung zu suchen und zu essen und einen Sexualpartner zu suchen. Dies sind die grundlegenden Motive, die angeboren sind und sich unabhängig von der Kultur zeigen.

Aber wir können auch motiviert sein, unseren Neigungen und Lieblingsaktivitäten nachzugehen und zu lernen. Dies sind die sekundären Motive, die von der Kultur abhängen.

Wir sind nicht dazu motiviert, alles zu lernen. Es kann sein, dass uns die Themen der Schule/Universität nicht motivieren, aber selbstverständlich gibt es Dinge, die unser Lernen motivieren, sei es das Leben der Delfine, ein neues Kochrezept oder einen Autoreifen zu wechseln.

Vielleicht kommt die Motivation von unserem eigenen Interesse am Thema oder weil wir das Wissen für etwas brauchen (für unsere Arbeit oder für das eigene Überleben, wie man einen Autoreifen wechselt).

In diesem Sinne können wir zwei Arten von Motivation unterscheiden: die intrinsische und die extrinsische. Diese Motivationsarten sind mehr als zwei Gegensätze auf einem Kontinuum und treten selten “pur intrinsisch” oder “pur extrinsisch” auf.

  • Intrinsische Motivation: ergibt sich, wenn die Menschen intrinsisch dazu motiviert sind, etwas zu machen, weil wir denken, dass es wichtig ist oder es uns Vergnügen bereitet. Die Schüler auf diese Art motiviert sind, sind gespannt darauf, ihre Aufgaben zu erledigen, weil sie die Herausforderung genießen, die ihnen ihre Erledigung bringt, mehr als jeder Reiz oder jede Belohnung. Die intrinsische Motivation lässt oft nach, je höher die Jahrgangsstufe des Schülers ist. Um diese zu vergrößern, kann man das abstrakte Material konkreter gestalten und es in einem Kontext verwenden.
  • Extrinsische Motivation: Erscheint, wenn ein Schüler eine Aufgabe aus externen Gründen erledigen möchte, wie Belohnungen oder Bestrafung. Jedoch hat man herausgefunden, dass Strafen mehr Schaden als Vorteile verursachen und Belohnungen ein Abhängigkeitspotenzial haben. Deswegen ist es besser, die Belohnungen nach und nach zu verringern und sie zu einer intrinsischeren Motivation überzuleiten.

Die Wichtigkeit der Motivation in der Erziehung

Sie ist der Impuls, der uns dazu bringt, zu handeln und zu schaffen, was wir uns vornehmen.

Die Motivation spielt eine wichtige Rolle beim Lernen. Laut einer Studie beeinflusst sie unsere Leistungen in Mathematik mehr als unser Intelligenzquotient.

Konkret fanden die Forscher heraus, dass die Intelligenz stark mit den Leistungen der Schüler in Mathematik zusammenhing, aber nur bei der anfänglichen Entwicklung der Kompetenz in der Materie. Die Wichtigkeit der Motivation und die Lernfähigkeiten waren die bedeutendsten Faktoren bei der Entwicklung der nachfolgenden Kompetenzen in Mathematik. Die Schüler, die sich kompetent fühlten, waren intrinsisch motiviert, nutzten Fähigkeiten wie Erklären, Zusammenfassen, Verbindungen zu anderen Materialen schaffen, vermieden das Lernen durch Auswendiglernen und wiesen eine größere Entwicklung in Mathematik auf als diejenigen, die sich nicht motiviert fühlten. Im Gegensatz dazu hing die Intelligenz der Schüler nicht mit der Entwicklung in Mathematik zusammen.

Warum ist es wichtig, dass die Kinder motiviert bleiben zu lernen?

Die Motivation:

  • erhöht ihr Anstrengung und Ausdauer bei der Aufgabe
  • erhöht ihre Initiative
  • verbessert ihre kognitiven Verarbeitungsfähigkeiten
  • verbessert ihre allgemeine Leistung

Wie können wir erkennen, ob unsere Kinder oder Schüler motiviert sind?

Laut Rodríguez Moneo  kann das Verhalten der Menschen als eine Anzeige zur Messung der Motivation dienen. Es ist eine ziemlich vertrauenswürdige Anzeige, die die Lehrer nutzen können, um die Motivation der Schüler einzuschätzen und danach zu handeln.

  • Die Präferenz oder Wahl einer Aktivität gegenüber einer anderen. Wenn ich es wähle, fernzusehen statt meine Hausaufgabe zu machen, spiegelt meine Wahl meine Motivation wider.
  • Die Latenz, das heißt, die Zeit, die ich benötige, um eine Reaktion zu zeigen, von dem Zeitpunkt an, an dem der Reiz erscheint. Je länger wir dazu brauchen, die Arbeit zu erledigen, die uns aufgetragen wurde, desto weniger Motivation für die Aufgabe haben wir.
  • Die Mühe, je größer die physischen und kognitiven Mittel sind, die bei der Entwicklung einer Aufgabe eingesetzt werden, desto mehr Motivation gibt es.
  • Die Ausdauer bei der Aufgabe. Es gibt mehr Motivation, je größer die Zeitspanne zwischen dem Beginn und der Beendigung einer Aufgabe ist. Je früher wir bei der Aufgabe aufgeben, desto weniger motiviert sind wir.
  • Die Anzeigen der Emotionsausdrücke. Die Handlungen, die wir durchführen, werden für gewöhnlich von emotionalen Ausdrücken begleitet, die das Vergnügen oder das Missfallen anzeigen, das die Aktivität in uns hervorruft. Wenn wir auf die Ausdrücke unserer Schüler achten, erhalten wir viel Information über deren Motivation.
Wir können wir erkennen, ob unsere Kinder motiviert sind?

Wie können wir die Motivation im Unterricht fördern?

1. Die Einstellung beeinflusst die Motivation

Die Forschung hat gezeigt, dass die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler wichtiger für den Lernprozess als strukturelle Faktoren, wie erzieherische Mittel und die Klassengröße, ist. Diese Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist nicht nur in den ersten Schuljahren wichtig, sondern auch später, wenn die Herausforderungen größer werden.

Nach einer Studie der Universität von Ostfinnland erhöht eine vom Lehrer geschaffene positive und warme Atmosphäre die Motivation des Kindes zu lernen.

Eine empathische Einstellung auf Seiten des Lehrers schützt nicht nur das Bild, das die Kinder von sich selbst als Schüler haben, sondern hilft auch gegen die soziale Ausgrenzung seitens ihrer Mitschüler.

Wie können wir die Motivation fördern? Zeige eine positive Einstellung und Stimmung. Schaffe eine Bindung zu den Schülern. Zeige ihnen, dass du dich persönlich um sie und um ihren Lernprozess sorgst. Mach dich nie lustig, wenn sie etwas nicht wissen oder verstehen. Zeig dich empathisch und verständnisvoll ihnen gegenüber. Benutze Humor und lockere, entspannte Aktivitäten.

2. Schätze die Anstrengung

Es ist viel wichtiger, die Anstrengung zu schätzen als das Endprodukt. Wenn man das Ergebnis viel mehr schätzt, werden sie sich darauf konzentrieren und vergessen, dass man für ein gutes Produkt Mühe braucht. Außerdem hängt das Ergebnis oft von anderen Faktoren, wie dem Glück ab.

Wie kann man die Motivation fördern?: Konzentriere dich auf den Lernprozess der Kinder, ermutige sie, sich Mühe zu geben und belohne die, die sich sehr anstrengen: “Du bist sehr konzentriert, man merkt, dass du es genießt” oder “Du gibst dir Mühe, du wirst einen Haufen lernen”.

3. Beziehe die Kinder mit ein

Wenn die Kinder sich nützlich fühlen und Verantwortung übernehmen, werden sie sehr viel motivierter sein.

Wie kann man die Motivation fördern?: Gib den Schülern Verantwortung, mach die Teilnahme am Unterricht zu etwas Lustigem. Schreibe jedem eine Aufgabe zu, wie beispielsweise das Klassenzimmer ordentlich zu halten, die Tafel wischen, Material verteilen … wenn sie in Gruppen arbeiten, muss jeder eine Sache übernehmen.

4. Verwende Anreize

Auch wenn es wichtiger ist, die Anstrengung zu fördern und zu belohnen, brauchen Kinder gewisse greifbare Belohnungen für ein gutes Ergebnis. Kinder können die langfristigen Vorteile davon, gute Noten zu bekommen und zu lernen, nicht sehen, sie brauchen sofortigere Belohnungen. Die Anreize motivieren sie dazu, zu arbeiten und sich zu bemühen, indem sie ein Ziel vor Augen haben.

Wie kann man die Motivation fördern?: Denke dir kleine Belohnungen, je nach Erfolgen der Kinder aus, dies können spezielle Privilegien oder kleine Dinge, die Kinder lieben (wie Sticker) sein. Aber es ist nicht nötig, sie mit Belohnungen zu sättigen, da sie so ihren Wert verlieren. Ideal ist es, eine gewisse Zeit zwischen einer Belohnung und der nächsten vergehen zu lassen. Je älter die Kinder sind, desto leichter wird es ihnen fallen, sich ein Ziel auf lange Sicht vorzustellen. Wenn es Kinder in der ersten Klasse sind, ist eine Belohnung pro Klasse pro Tag angemessen. Für ältere Kinder ist eine Belohnung pro Woche gut. Optimal wäre es, diese Art von Belohnungen nach und nach zu reduzieren und sie durch soziale Ermunterungen wie Lob, Lächeln, ermutigende Worte zu ersetzen, da, wie gesagt, die Kinder sonst von ihnen abhängig werden.

 

 

5. In der Abwechslung liegt der Spaß

Kinder langweilen sich schnell, wenn es keine angemessene Stimulation im Klassenraum gibt. Und umso mehr in dieser technischen Welt, in der sie an eine massive Stimulation von Tablets und Smartphones gewohnt sind. Sogar viele Eltern nutzen die Technik, um die Kinder zu beruhigen. Deswegen muss man im Klassenzimmer vermeiden, in Routine zu verfallen.

Wie fördert man die Motivation?: Sei kreativ. Nutze unterschiedliche Strukturen im Unterricht. Unterrichte mit Spielen und Diskussionen, damit der Unterricht dynamisch wird und die Kinder miteinbezogen werden. Das passive Lernen, bei der die Kinder nur Informationen erhalten und sie nicht weiterentwickeln, ist nicht nur ineffektiver, sondern zerstört auch die Motivation. Man kann auch unterschiedliche Materialien verwenden, wie Wandbilder, Fotografien, Videos oder Filme …

6. Erkläre “Was soll ich damit?”

Oft verlieren wir die Motivation, wenn wir den Zweck in der “realen” Welt von dem, was wir gerade lernen, nicht verstehen. Deshalb ist es wichtig, das zu betonen.

Wie kann man die Motivation fördern?: Du kannst einen Abschnitt zu Beginn jedes Themas schaffen, in dem der Sinn des Lernens ebendieses Themas erklärt wird. Mach ihn so praktisch wie möglich. Wenn du Algebra erklärst, widme der Untersuchung, wofür man diese Kenntnisse braucht, zum Beispiel im Ingenieurswesen, etwas Zeit. Zu wissen, dass diese Kenntnisse jetzt gerade wirkliche Menschen bei ihrer Arbeit nutzen, erhöht die bewusste Bedeutung dieser Materie und motiviert sie zu lernen.

7. Geringschätze sie nicht

Die Kinder gering zu schätzen und ihnen Etiketten wie “langsam”, “faul”, “dumm” zu geben, zerstört ihre Motivation nur. Es lässt sie sich fühlen, als ob sie nichts können und es keine Heilung für sie gibt.

Wie fördert man die Motivation?: Vermeide Disqualifizierungen und negative Etiketten. Stattdessen hebe ihre Stärken, Fähigkeiten und positiven Eigenschaften hervor. Erhöhe ihre Mentalität des Wachstums, lass sie wissen, dass sie, obwohl sie etwas nicht so gut können, alles mit der Übung schaffen werden. Steigere ihr Selbstvertrauen. Lerne hier, wie du Kinder lobst, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

8. Benutze CogniFit, das führende Programm in Neurodidaktik

Die Neurodidaktik basiert auf einer neuen Perspektive der Erziehung, die die Kenntnisse über das Gehirn nutzt, um die Lernprozesse bei Schülern zu analysieren und zu verbessern. CogniFit ist die führende Plattform für Neurodidaktik. Dieses Programm ist ein professionelles Instrument, das von Spezialisten für kindliche Neuropsychologie geschaffen wurde.

Die Technologie von CogniFit basiert auf der Neuroplastizität. Dieses Programm ist sehr einfach zu verwenden. Es besteht aus verschiedenen klinischen Spielen, die vom Computer aus gespielt werden können, und ermöglicht es, Lehrern, die nicht auf Psychopädagogik spezialisiert sind, die Lernprozesse zu analysieren und das Potenzial jeden Schülers zu entwickeln.

Wie fördert man die Motivation?: CogniFit identifiziert mit wissenschaftlicher Objektivität die kognitiven Schwächen und Stärken der Schüler und erstellt einen Zusammenhang ihrer schulischen Leistung, Verhalten und Motivation und ermöglicht es, personalisierte Lehrstrategien einzuleiten.

9. Hilf ihnen, ihre Angst zu regulieren

Vielen Kindern fällt es schwer, motiviert zu bleiben, weil sie viel Angst haben, sich vor dem Scheitern und dem Nicht-Erreichen der gewünschten Ergebnisse fürchten.

Wie fördert man die Motivation?: Vermittle ihnen Ruhe und lass sie wissen, dass das Scheitern nichts Negativen ist. Sich zu irren hilft uns dabei, mehr und besser zu lernen und zu wissen, was wir nicht machen sollten. Wenn die Angst sehr groß ist, kann man im Unterricht Entspannungsübungen ausprobieren.

10. Bring ihnen bei, sich selbst zu motivieren

Es ist sehr gut, die Kinder zu motivieren, aber sie müssen auch lernen, ihre eigene Motivation zu finden und sie selbst regulieren können.

Wie fördert man die Motivation?: Hilf ihnen, Gründe zu überlegen, wofür ihnen das, was sie lernen, dienen könnte. Wird es ihnen helfen, ihre Umgebung besser zu verstehen? Dient es ihnen, wenn sie zur Universität gehen? Hilft es ihnen in ihrem Alltag?

Wichtigkeit der Motivation bei der Erziehung: Schätze sie nicht gering

 

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.