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Der Hippocampus: das Tor zum Gedächtnis

Hippocampus. Ein bekanntes Gefühl: auf einmal hat man einen Blackout und weiß nicht mehr, was man eigentlich sagen wollte. Unser Gehirn ist voller wichtiger Informationen und Daten, die wir über die Jahre dort abspeichern. Ab und zu haben wir so viel Informationen zur Verfügung, dass unser Gehirn einige davon ignoriert oder löscht.

Der Gehirnteil, der für solch wichtige Prozesse wie dem Lernen und Gedächtnis verantwortlich ist, heißt Hippocampus. Ohne diese Gehirnstruktur wäre es unmöglich sich an Dinge zu erinnern und die assoziierten Gefühle der Erinnerungen zu spüren. Im Folgenden wird erklärt, wie er, obwohl er so klein ist, eine so große Rolle für uns spielt.

Der Hippocampus: eine grundlegende Struktur im Gehirn

Was ist der Hippocampus?

Er verdankt seinen Namen dem Anatom Giulio Cesare Aranzio, der diese Hirnstruktur im 16 Jahrhundert entdeckte, die in ihrer Form einem Seepferdchen ähnlich sieht. Der Name stammt aus dem Griechischen und wird aus dem Wörtern Hippos (Pferd) und Kampos (Seeungeheuer) zusammengesetzt.

Bei seiner Entdeckung wurde dieser Gehirnteil mit dem Geruchssinn assoziiert und man ging davon aus, dass seine Hauptfunktion die Verarbeitung olfaktorischer Reize ist. Diese Annahme wurde bis zum Jahre 1890 verteidigt. In diesem Jahr konnte Vladimir Béjterev zeigen, dass die wahre Funktion des Hippocampus mit dem Gedächtnis und den kognitiven Prozessen zusammenhängt.

Der Hippocampus ist einer der wichtigsten Gehirnteile, weil er sehr weitläufig mit den Funktionsweisen des Gedächtnis und den Emotionen verbunden ist. Es handelt sich um ein kleines Organ welches im Temporallappen zu finden ist, das mit verschieden Teilen des Kortex kommuniziert.

Der Hippocampus  ist erwiesenermaßen die Hauptstruktur des Gedächtnisses.

Es handelt sich um ein kleines längliches und kurviges Organ. Im inneren unseres Gehirns haben wir zwei Hippocampi, einen in jeder Hemisphäre (linken und rechten).

Wo befindet sich der Hippocampus?

Er hat eine gute Lage, in welcher er mit verschiedenen Regionen des Gehirns verbunden ist. Er befindet sich im medialen Temporallappen.

Zusammen mit anderen Gehirnstrukturen, wie der Amygdala und dem Hypothalamus formt er das limbische System, welches die primitiven physiologischen Reaktionen reguliert.

Sie gehören zu den “ältesten, tiefen und primitiven” Teilen des Gehirns, welche auch als Archicortex bekannt ist und die älteste menschliche Gehirnregion darstellt und vor Millionen von Jahren in unseren Vorfahren erschien, um deren grundlegende Bedürfnisse erfüllen zu können.

Der Hippocampus befindet sich im mittleren Temporallappen

Wozu dient der Hippocampus?

Zu seinen Hauptfunktionen zählen die Gedächtnisprozesse, die mit der Konsolidierung von Erinnerungen, Lernprozessen und räumlicher Orientierung zusammenhängen. Zentral ist auch die Regulation und Produktion von emotionalen ZuständenWie lernt das Gehirn?

Einige Untersuchungen sehen ebenfalls einen Zusammenhang dieser Hirnstruktur mit der Inhibition von Verhalten, welcher aber noch nicht endgültig bestätigt werden konnte, da diese Befunde relativ neu sind.

Hippocampus und Gedächtnis

Er ist vor allem mit dem emotionalen Gedächtnis und dem deklarativen Gedächtnis verbunden.

Er erlaubt es uns Gesichter zu erkennen, Dinge zu beschreiben und positive oder negative Gefühle mit den Erinnerungen von erlebten Ereignissen in Zusammenhang zu bringen.

Der Hippocampus greift sowohl bei der Bildung von episodischen und autobiografischen Erinnerungen ein. Als Basis dienen die Erfahrungen, die wir erleben. Um all die Informationen über Jahre hinweg abzuspeichern benötigt unser Gehirn “Platz”. Aus diesem Grund überträgt der Hippocampus temporäre Erinnerungen an andere Gehirnbereiche, wo diese im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden.

Wenn der Hippocampus beschädigt wird, verliert sich die Fähigkeit zu lernen und Informationen im Gedächtnis zu behalten. Neben der Übertragung der Informationen ins Langzeitgedächtnis, verbindet der Hippocampus die Gedächtnisinhalte mit den positiven oder negativen Bewertungen. Dies geschieht in Abhängigkeit davon ob die Erinnerungen mit guten oder schlechten Erfahrungen assoziiert sind.

Es gibt viele verschiedene Gedächtnisformen: das semantische Gedächtnis, das episodische Gedächtnis, das prozedurale Gedächtnis, das implizite Gedächtnis, das deklarative Gedächtnis… Im Falle des Hippocampus ist er konkret für das deklarativen Gedächtnis (umfasst unsere persönlichen Erfahrungen und Wissen über die Welt) zuständig und verwaltet die Inhalte, die verbal ausgedrückt werden können. Die verschiedenen Gedächtnisformen werden nicht nur vom Hippocampus beherrscht, sondern sind ebenfalls mit anderen Hirnregionen verbunden. Der Hippocampus ist nicht für alle mit Gedächtnisverlust assoziierten Prozesse verantwortlich, umfasst aber einen großen Teil davon.

Hippocampus und Lernen

Diese Gehirnstruktur ermöglicht das Lernen und das Behalten von Information, da es sich um eine der wenigen Gehirnregion handelt, in welcher Neurogenese das gesamte Leben lang stattfindet. Der Hippocampus besitzt die Fähigkeit, neue Neuronen zu produzieren und neue Verbindungen zwischen ihnen herzustellen – das ganze Leben lang.

Damit die neuen Informationen im Gedächtnis gefestigt (konsolidiert) werden können, müssen neue Verbindungen zwischen Neuronen entstehen. Aus diesem Grund spielt diese Gehirnstruktur eine entscheidende Rolle in Lernprozessen.

Kuriosität: Stimmt es, dass der Hippocampus von Taxifahrern in London größer beziehungsweise besser entwickelt ist? Weshalb? Taxifahrer in London müssen für ihre Lizenz eine schwierige Prüfung bestehen, bei der sie 25.000 Straßen und 20.000 Sehenswürdigkeiten auswendig kennen müssen. Im Jahre 2000 führten Maguire et al. eine Studie mit Londoner Taxifahrer durch. Es zeigte sich, dass ihr posteriorer Hippocampus vergrößert war. Dabei war die Größe des Hippocampus direkt proportional zu der Anzahl von Jahren, welche die Teilnehmer bereits als Taxifahrer arbeiteten. Das lässt sich darauf zurückführen, dass der Trainingseffekt, das Lernen und die Erfahrung das Gehirn verändern und modellieren.

Räumliche Orientierung und der Zusammenhang mit dem Hippocampus

Eine weitere wichtige Funktion, bei welcher diese Hirnstruktur eine Rolle spielt, ist die räumliche Orientierung.

Die räumliche Orientierung hilft uns, unseren Körper in einem dreidimensionalen Raum zu koordinieren. Dadurch können wir uns bewegen und mit der Welt um uns herum in Verbindung treten.

Unterschiedliche Studien mit Nagetieren haben gezeigt, dass der Hippocampus ein Gehirnareal ist, das von lebenswichtiger Bedeutung für die Orientierung und das räumliche Gedächtnis ist. Dank seiner korrekten Funktionsweise sind wir in der Lage uns an verschiedene Orte zu bewegen oder uns in Städten zurecht zu finden, die wir nicht kennen… Allerdings sind die Informationen in Bezug auf Befunde mit Menschen sehr limitiert. Hierzu muss weiter geforscht werden.

Was passiert, wenn sich der Hippocampus verändert?

Eine Läsion des Hippocampus kann zu Problemen führen, neue Gedächtnisinhalte zu generieren. Eine Läsion kann zu einer Amnesie führen, bei der die spezifischen Erinnerungen betroffen sind, jedoch das Erlernen von Fertigkeiten und Kapazitäten intakt bleibt.

Läsionen im Hippocampus können anterograde oder retrograde Amnesien auslösen . Diese beziehen sich auf die Erstellung oder dem Abruf von deklarativen Erinnerungen. Das non-deklarative Gedächtnis bleibt in diesen Fällen entsprechend unbeeinträchtigt und ohne Läsionen. Eine Person mit hippocampalen Schädigungen kann danach also beispielsweise lernen Fahrrad zu fahren, sich aber nicht daran erinnern jemals ein Fahrrad gesehen zu haben. Das bedeutet, Fähigkeiten sind weiterhin erlernbar, die betroffene Person wird sich jedoch nicht an den Prozess des Lernens erinnern können.

Die anterograde Amnesie ist ein Gedächtnisverlust, der sich auf Begebenheiten nach der Läsion bezieht. Es können also keine neuen Erinnerungen generiert werden. Im Gegensatz dazu können bei der retrograden Amnesie Dinge vor der Läsion nicht mehr erinnert werden.

An diesem Punkt stellt sich die Frage, wieso der Hippocampus geschädigt ist, wenn Amnesien auftreten. Das ist einfach: dieser Teil des Gehirns agiert wie eine Eingangstor zu den zerebralen Mustern. Diese speichern einen Teil der Ereignisse, bis diese in den Frontallappen übergehen.  Er spielt eine Schlüsselfunktion bei der Gedächtniskonsolidierung, in dem er die Gedächtnisinhalte von dem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis überträgt. Wenn dieses “Tor” beschädigt ist und dadurch eine Abspeicherung der Informationen nicht möglich ist, können keine langfristigen Erinnerungen generiert oder abgerufen werden.

Neben dem Verlust der Fähigkeit Dinge zu erinnern, kann es auch passieren, dass es bei Schädigungen des Hippocampus zum Verlust der Fähigkeit kommt, die Emotionen zu verspüren, die mit den Erinnerungen assoziiert sind. Das bedeutet, dass man unfähig ist, die Erinnerungen mit den dazugehörigen Emotionen in Verbindung zu bringen.

Wieso entstehen Schäden im Hippocampus?

Die Großzahl der Veränderungen, die in diesem Hirnareal auftreten können sind Konsequenzen des Älterwerdens und der neurodegenerativen Erkrankungen, Stress, Schlaganfällen, Epilepsie, Aneurysmen, Enzephalitis, Schizophrenie….

Alterungsprozess und Demenzen

Beim Alterungsprozess allgemein und bei Demenzen wie der Alzheimer-Krankheit im speziellen ist der Hippocampus eine der Hirnregionen, die als erste betroffen ist. Neue Erinnerungen zu generieren oder relativ neue biografische Erinnerungen abzurufen ist schwierig, da sich diese Fähigkeit beeinträchtigt sieht. Die Gedächtnisprobleme sind in diesem Fall mit dem Tod der Neuronen im Hippocampus assoziiert. Wie kann man der Demenz entgegenwirken?

Die Mehrheit von uns kennt irgendeine Person, die an einer Form von Demenz leidet oder gelitten hat und bei der es zu Gedächtnisverlust gekommen ist. Dabei ist es interessant, dass die Erinnerungen, die bei diesen Menschen am ehesten erhalten bleiben, jene aus der Kindheit oder der Jugend sind. Wie kann das sein, wenn der Hippocampus beschädigt ist?

Selbst wenn diese Gehirnstruktur stark beschädigt ist (aufgrund von Demenz oder einer anderen Krankheit), sind die Erinnerungen die vorherrschen, die Ältesten und Relevantesten aus dem Leben der Person. Das hängt damit zusammen, dass sich diese Erinnerungen im Laufe der Zeit “unabhängig” vom Hippocampus gemacht haben. Sie werden Teil anderer Strukturen, die mit dem Langzeitgedächtnis assoziiert sind.

Hippocampus und Stress

Diese Hirnregion ist gegenüber Episoden von Stress sehr empfindlich, da der Stress die Neuronen im Hippocampus inhibiert und verkümmern lässt.

Vielleicht ist es schon einmal aufgefallen: Wenn wir sehr gestresst sind und tausend Dinge zutun haben, verspüren wir Gedächtnisprobleme.

Stress und insbesondere Cortisol (ein Hormon, das bei Stress ausgeschüttet wird) schädigt die Gehirnstrukturen, was zum Tod von Neuronen führen kann. Dieses Phänomen kann auch bei der posttraumatischen Belastungsstörung eine Rolle spielen. In Alltagssituation ist es wichtig zu lernen, die Ruhe zu bewahren und unsere Emotionen zu verwalten, um zu gewährleisten, dass unser Hippocampus stark und leistungsfähig bleibt.

Weiteres…

Wen das Thema interessiert: im Film “Momento” leidet der Protagonist an einer anterograden Amnesie, gegen die er während des Films ankämpft, um das was ihm widerfährt nicht zu vergessen.

Bei Fragen oder Anregungen kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Noradrenalin: Alles rund um das “Stresshormon”

Wenn unser Puls steigt, spielt die Substanz Noradrenalin eine wichtige Rolle. Generell ist dieser Stoff in Prozesse der Aktivierung des Organismus eingebunden. Aber wieso schlägt unser Herz auf einmal ganz schnell, wenn wir nervös werden? 

Entdecke im folgenden Artikel alles Wichtige über Noradrenalin: Was es ist, welche Funktion es hat, wie es wirkt, welche psychischen Störungen mit diesem Stoff assoziiert sind und was Noradrenalin mit Sport zutun hat. Wenn man in einer unangenehmen Situation das Bedürfnis verspürt wegrennen zu wollen und plötzlich voller Energie steckt – dann sind das Effekte, die auf die Wirkung des Noradrenalin in unserem Organismus zurückzuführen sind.

Noradrenalin

Im Folgenden findet sich die wichtigste Information zu dieser chemischen Substanz, ihre Funktionen, wie sie uns beeinflusst und ein paar ihrer Besonderheiten.

Was ist Noradrenalin?

Noradrenalin gehört zur Gruppe der Katecholamine, das sind Moleküle, die aus der Aminosäure L-Tyrosin durch chemische Synthetisierung entstehen.

Es kann als Hormon (es wird als Stresshormon bezeichnet) und als Neurotransmitter wirken und dadurch physiologische und homeostatische Funktionen erfüllen.

Noradrenalin wird auch als Norepinephrin bezeichnet. Der Ursprung der ersten Bezeichnung stammt aus dem Latein und die Zweite aus dem Griechischen. Der Unterschied ist, dass die Bezeichnung Norepinephrin in der Regel für synthetisch hergestelltes Noradrenalin in der Pharmakologie verwendet wird, wohingegen Noradrenalin sich auf den körpereigenen Stoff bezieht.

Im Körper wird Noradrenalin im Nebennierenmark (Wirkung als Hormon) und im Locus caeruleus (Wirkung als Neurotransmitter) hergestellt. Es wird anschließend in den Organismus abgegeben und führt zur Aktivierung diesen und bereitet ihn auf eine Antwort vor (Fluchtreflex).

Die Wirkung von Noradrenalin

Wie bereits erwähnt wurde, kann es als Neurotransmitter oder als Hormon wirken. Von was hängt das ab?

Noradrenalin als Neurotransmitter

Es befindet sich in den Neuronenverbindungen des Nervensystems. Als Neurotransmitter überträgt es Informationen in Form von elektrischen Impulsen zu verschiedenen Teilen des Organismus.

Noradrenalin wird von adrenergen Neuronen ausgeschüttet. Diese Neuronen befinden sich in Teilen des zentralen Nervensystem (ZNS), dem Thalamus, Cerebellum, dem Rückenmark und vor allem in dem Bereich des Locus Coeruleus im Hirnstamm.

Der Locus Coeruleus ist die Hauptproduktionsstätte von Noradrenalin im ZNS. Doch nicht nur im ZNS finden wir adrenerge Neuronen, auch im autonomen Nervensystem (ANS), in welchem sich unsere Körperaktivität in Zusammenhang mit der Angst entwickelt, befinden sich solche.

Noradrenalin als Hormon

Es wird auch als Stresshormon bezeichnet. Nachdem es aus der Aminosäure Tyrosin im Nebennierenmark synthetisiert wurde, erfolgt die Ausschüttung ins Blut. Die Nebennieren befinden sich, wie der Name nahe legt, oberhalb der Nieren. Zu den Funktionen des Noradrenalins als Neurotransmitter gehören die Anregung der Adrenalinproduktion im Körper, was zu einer erhöhten Vigilanz führt. Diese erleichtert die fokussierte Aufmerksamkeit und verbessert die Fähigkeit adäquates Verhalten in gefährlichen Situationen zu zeigen.

Noradrenalin Funktion

Noradrenalin erfüllt verschiedene Funktionen:

1- Es spielt eine grundlegende Rolle in der Fight-or-Flight Reaktion (Kampf oder Flucht):

  • Erhöht die Herzfrequenz
  • Verengt oder erweitert die Pupillen.
  • Erhöht den Glukosegehalt im Blut, indem es Energiereserven anbricht.
  • Erhöht den Blutfluss in die Skelettmuskeln und die Sauerstoffversorgung des Gehirns, um eine schnelle Reaktionsfähigkeit zu ermöglichen.

2- Herz und Herzfrequenz: Wenn es zu einem Anstieg des Noradrenalingehalts im Körper kommt, hat das einen Anstieg der Herzfrequenz zur Folge. Ein Beispiel hierfür, könnte aus einer klassischen Szene einer Krankenhausserie stammen: “Der Patient erleidet einen Herzstillstand, woraufhin die Ärztin den Assistenten nach Norepinephrin bittet. Pi-pi-pi-pi. Stabiler Puls. Wir haben das Leben des Patienten gerettet.” Kommt diese Szene bekannt vor? Diese Substanz stabilisiert in diesem Fall die Herzfrequenz.

3- Es bereitet uns auf eine Reaktion vor: Eine weitere Funktion des Noradrenalins ist die Steigerung der Effekte der extrinsischen und intrinsischen Motivation, ebenso wie die Bereitschaft in stressigen Situationen schnell handeln zu können.

4- Beeinflusst die Alarmbereitschaft und die Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus.

5- Reguliert das Sexualverhalten.

Lässt sich der Noradrenalinspiegel erhöhen?

Die nichtessenzielle Aminosäure Tyrosin wird benötigt, um Noradrenalin zu synthetisieren.

Das Wort Tyrosin stammt aus dem Griechischen und bedeutet Käse. Die Namensgebung beruht auf der Entdeckung dieser Aminosäure durch den deutschen Chemiker Justus von Liebig, der Tyrosin erstmals aus Käse isolierte. Die Substanz findet sich in großen Mengen in Casein.

Damit unser Körper Noradrenalin herstellen kann, müssen eine Reihe chemischer Prozesse durchlaufen werden, die im Folgenden beschrieben wird:

  1. Wir finden eine Phenylalaninquelle (die essentielle Aminosäure).
  2. Durch eine 4-Hydroxylierung entsteht aus L-Phenylalanin die proteinogene Aminosäure L-Tyrosin. Die Hydroxylierung bedeutet, dass eine OH-Gruppe (Hydrox-Gruppe) hinzugefügt wird. Wieso geschieht das?
  3. Das passiert, um Tyrosin (als Vorstufe von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin) weiter synthetisieren zu können.

Um in unserem Körper die Verfügbarkeit von Noradrenalin in unserem Körper zu erhöhen, müssen wir proteinreiche Nahrung aufnehmen.

Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Käse und Hülsenfrüchte sind Tyrosinquellen.

Durch den Verzehr der oben genannten Produkte und wir zusätzlich noch Äpfel, Bananen, Rote Beete und Wassermelone zu uns nehmen, werden wir ausreichend mit der Aminosäure Tyrosin, die Vorstufe aller Katecholamine, versorgt sein.

Wenn wir diese Nahrungsstoffe zu uns nehmen, baut unser Verdauungstrakt die Proteine in Aminosäuren wie dem L-Tyrosin ab. Aus L-Tyrosin wird Dopamin sekretiert, aus welchem Noradrenalin sekretiert wird. Entdecke hier Nahrungsmittel, die Vitamine enthalten, die wichtig für das Gehirn sind.

Noradrenalin und psychische Störungen

Noradrenalin steht in Zusammenhang mit psychischen Störungen. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der physiologischen Aktivierung und Deaktivierung des Organismus.

1. ADHS und Noradrenalin

Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung charakterisiert sich durch ihren Beginn in der Kindheit und Jugend. Die Störung zeichnet sich durch Impulsivität, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme aus. Betroffene Kinder gelten als unruhig und bewegen sich viel, lassen sich leicht ablenken und haben eine beeinträchtigte Planungsfähigkeit.

Bei Betroffenen kommt es zu einer verringerten Ausschüttung von Dopamin, sodass die neuronalen Verbindungen beeinträchtigt sind. Es wird vermutet, dass auch die Signalübertragung durch Noradrenalin vermindert ist, dies konnte aber noch nicht endgültig nachgewiesen werden. Spezifische Medikamente, welche über adrenerge Rezeptoren wirken, werden aber bei ADHS eingesetzt und zeigen ihre Wirkung.

Die Medikamente, die bei ADHS eingesetzt werden sind Stimulanzien, die den Transport und die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin hemmen und somit deren Verfügbarkeit im synaptischen Spalt erhöhen.

2. Depression und Noradrenalin

Eine Charakteristik der Depression ist der verminderte Antrieb. Die Motivation sinkt, die Latenzzeit bis zur Reaktion auf einen Stimulus vergrößert sich, der Puls fällt ab. Der Körper detektiert, dass etwas nicht in Ordnung ist und versetzt sich in den “Überlebensmodus”, in dem er versucht so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Diese Tatsache ist für den Zusammenhang der Depression mit Noradrenalin verantwortlich.

Bei einem Mangel an Noradrenalin passiert folgendes in unserem Körper:

  • Verringerte physiologische Aktivität
  • Diffuse Aufmerksamkeit oder Aufmerksamkeitsprobleme
  • Verringerung der Herzfrequenz
  • Dysthymia 
  • Verringerung der Motivation
  • Verlängerung der motorischen Reaktionszeit
  • Antriebslosigkeit
  • Apathie (Desinteresse und Fehlen von Enthusiasmus)

Noradrenalin spielt zudem eine Schlüsselfunktion in der Emotionsregulation. Eine Emotion, die sich körperlich stark widerspiegelt ist die Freude, bei ihr kommt es zu einer starken physiologischen Aktivierung.

Im Gegensatz dazu, lässt sich das Fehlen von Freude mit einem Gefühlszustand der Trauer beschreiben, welche zusammen mit der Demotivierung, Antriebslosigkeit, Apathie und weiteren Faktoren den Beginn einer depressiven Episode darstellen kann.

3. Angst und Noradrenalin

Um auf Situationen reagieren zu können, die wir als stressig oder gefährlich interpretieren, schüttet unser Körper Noradrenalin aus. Wenn dies geschieht, ist die Emotion, die wir verspüren, Angst. Es ist aus diesem Grund naheliegend, dass es einen Zusammenhang zwischen den Angststörungen und Noradrenalin gibt.

Die physiologische Reaktion der Angst entspricht dem Verhalten der Flucht oder des Kampfes (Fight-or-Flight) auf die vorhin bereits eingegangen wurde. Einige der Symptome der Angst sind die Pupillenerweiterung, ein höherer Glukosegehalt im Blut, Muskelkontraktion und ein schnellerer Puls. Der Neurotransmitter Noradrenalin sendet Signale durch unseren Körper, sodass wir uns für eine unmittelbare Reaktion bereit machen und aktivieren.

Den Angststörungen eigen sind die Panikattacken, welche mit einem schnellen Anstieg des Neurotransmitters im Körper einhergehen und zu einer erhöhten physiologischen Aktivierung führen, welche sich die Person nicht erklären kann. Durch die Unkenntnis der Ursache steigt die Angst weiter an.

Noradrenalin und Sport

Gemäß der Amerikanische psychologische Gesellschaft APA (American Psychological Association) kann körperliche Aktivität helfen die geistige Gesundheit zu stärken, indem dabei dem Gehirn geholfen wird den Stress besser zu bewältigen.

Es stehen noch viele Forschungsfragen offen, ein Zusammenhang zwischen Noradrenalin und den Emotionen gilt jedoch als gesichert.

Wenn wir Sport treiben reagiert unser Körper auf sehr ähnliche Weise, wie wenn wir uns aufgrund einer gefährlichen oder stressigen Situation anspannen. Wir bereiten uns darauf vor aufmerksam zu sein und auf effektive Weise reagieren zu können. Man stelle sich die konkrete Situation eines 11-Meters vor: Ein Torwart, der alleine im Tor vor seinem Rivalen steht. Wie wird wohl sein Aktivierungszustand sein? Erregung? Entspannung? Er wird sich in maximaler Alarmbereitschaft befinden, um den Ball so schnell wie nur möglich zu fangen.

Je nach der Intensität der Aktivität die wir ausführen, passt sich der Körper an:

  • Sendet über den Neurotransmitter Noradrenalin Informationen an unsere Skelettmuskulatur, um schnell reagieren zu können.
  • Unsere autonomes Nervensystem (ANS) erhöht die Herzfrequenz, steigert die Schweißproduktion und kontrahiert die Muskulatur.
  • Unsere Leber schüttet vermehrt Glukose in den Blutkreislauf aus, um die motorischen Reaktionen zu verbessern.

Diese Reaktionen hängen aber nicht nur von der Intensität der Aktivität ab, sondern auch von den Umständen. Dabei beeinflussen auch Faktoren, die die Person während des Sports stressen oder beängstigen können.

Gerade in Situationen wie dem erwähnten 11-Meter wird der Torwart deutlich gestresst sein und die Situation als Gefahr einschätzen. In Wettkämpfen spielen ebenfalls situative Einflüsse eine entscheidende Rolle.

Wie beeinflusst Sport die Noradrenalin-Produktion? Ein wichtiges Element des Lernens ist die Wiederholung. “Je öfter wir eine Verhaltensweise wiederholen, desto besser werden wir in ihrer Ausführung.” Aus diesem Grund kann Sport uns helfen stressige Situationen zu bewältigen. Denn wenn wir vom Sport gewöhnt sind uns diesen Situationen auszusetzen und in Folge dessen eine gute Stressbewältigungsstrategie haben, können wir dies auf andere Situationen übertragen.

Schlussfolgerungen

Fassen wir zusammen, was wir in diesem Artikel gelernt haben und konzentrieren uns hierbei auf die wichtigsten Punkte:

  • Noradrenalin: ist ein Hormon, das aus Tyrosin synthetisiert wird und ist gleichzeitig ein Neurotransmitter des ZNS und ANS.
  • Es aktiviert uns physiologisch und bereitet uns auf den Kampf oder die Flucht vor.
  • Ist bei Aufmerksamkeitsprozessen und motorischen Reaktionen beteiligt.
  • Spielt eine wichtige Rolle in psychologischen Störungen, wie der Depression, Angststörungen und vermutlich ADHS.
  • Entsprechend unserer Ernährung können wir dir Verfügbarkeit von Noradrenalin im Körper erhöhen, indem wir Nahrung zu uns nehmen, die reich an Tyrosin ist.
  • Es spielt beim Sport und der körperlichen Aktivierung eine wichtige Rolle.

Falls Fragen oder Anregungen zum Artikel bestehen, kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden. Wir versuchen alle Zweifel und Fragen zu klären.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Patricia Sanchez Seisdedos, Psychologin bei CogniFit

Das Nervensystem: Seine Funktionen, Teile und assoziierte Krankheiten

Hast du Dich schon einmal gefragt, wie das Nervensystem funktioniert? Wie der Körper organisiert ist, wie Du selbst eigentlich wirklich funktionierst? Welche Struktur das Nervensystem aufweist und wo die ganzen Informationen gespeichert werden? In unserem Körper sind lauter Kanäle, die Informationen quer durch den Körper senden, indem sie elektrische Impulse oder chemische Substanzen transportieren. All das durchfließt unseren Körper, in unterschiedlichen Rhythmen und zu verschiedenen Zwecken. 

In diesem Artikel werden die grundlegenden Elemente erklärt, welche helfen die interessante und komplexe Funktionsweise des Menschen zu verstehen.

Das Nervensystem

Jeder Teil des Nervensystems hat seine Funktion, seine Geschwindigkeit und sein Ziel. Zusammengenommen macht es uns zu dem, was wir sind. Um diesen Text hier zu lesen, muss man vorher einige Schritte durchlaufen haben. Man muss den Computer, das Tablet oder Handy in die Hand genommen haben, den Browser geöffnet haben, um die entsprechende Seite aufzurufen. Welche Teile des Nervensystems waren wohl an diesem Prozess beteiligt?

1. Was ist das Nervensystem ?

Das Nervensystem lässt sich als Gruppe von Organen und Strukturen definieren, die aus ektodermem* Nervengewebe bestehen, deren grundlegende Funktionseinheit die Neuronen darstellen.

*ektoderm ist alles, woraus sich das Nervensystem entwickelt, was sich zu Beginn in einem Embryo befindet. Auch die Fingernägel oder Haare sind ektoderm.

Die Hauptfunktion des Nervensystems, ganz grob gesagt, ist es, schnell alle Arten von Signalen (die aus der Umgebung oder dem eigenen Körper stammen) aufzunehmen und zu verarbeiten. Gleichzeitig kontrolliert und koordiniert das Nervensystem dadurch die Organe des Körpers. Mithilfe des Nervensystems erreichen wir eine effiziente, korrekte und geeignete Interaktion mit der Umwelt.

2. Funktionsweise des Nervensystems

Damit die Information in unser Nervensystem gelangen kann, benötigen wir sogenannte Rezeptoren. Die Augen, die Ohren, die Zunge, die Haut… Diese Sinnesorgane nehmen das auf, was wir wahrnehmen und schicken die Daten als elektrische Impulse, mithilfe des Nervensystems, durch unseren Organismus.

Doch wir reagieren nicht nur auf das, was in unserer Umwelt, also außerhalb, passiert. Denn auch unser Herz schlägt, unsere Leber sondert Galle ab, der Magen verdaut das Essen… Um diese internen Prozesse kümmert sich ebenfalls unser Nervensystem.

Wofür ist es noch verantwortlich?

  • Es reguliert unseren Durst und Hunger, den Schlaf-Wach-Zyklus und die Körpertemperatur (durch den Hypothalamus).
  • Die Emotionen (durch das limbische System) und Gedanken.
  • Das Lernen und das Gedächtnis (über den den Hippocampus)
  • Bewegungen, Gleichgewicht und Koordination (durch das Cerebellum)
  • Interpretation der Information, die wir über die Sinnesorgane aufnehmen
  • Funktionen unserer inneren Organe: Puls, Verdauung…
  • Körperliche emotionale Reaktionen

und viele weitere Prozesse.

3. Charakteristika des zentralen Nervensystems

Es lassen sich bestimmte Eigenschaften beobachten, die einzig das zentrale Nervensystem aufweist:

  • Seine Hauptbestandteile sind im inneren des Körpers geschützt. Das Gehirn beispielsweise ist durch drei Membrane geschützt, die sich Hirnhäute nennen. Diese wiederum befinden sich in die knochige und schützende Struktur des Schädels eingebettet. Das Rückenmark ist ebenfalls durch eine knöcherne Struktur geschützt, der Wirbelsäule. Wenn wir uns den menschlichen Körper angucken, sehen wir, dass alle lebenswichtigen Organe in seinem Inneren geschützt sind.
  • Die Zellen, die im zentralen Nervensystem wirken, sind in zwei verschiedenen Strukturen angeordnet, der grauen Substanz und der weißen Substanz.
  • Damit das ZNS seine Hauptfunktion  (Empfangen und Senden von Informationen und Befehlen) ausführen kann, braucht es ein Übertragungsmedium. Sowohl das Gehirn als auch das Rückenmark besitzen Hohlräume die mit CSF (Liquor cerebrospinalis, Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) gefüllt sind. Neben seiner Aufgabe als Übertragungsmedium, ist es außerdem für die Beseitigung von Abfällen verantwortlich und hält die Homöostase aufrecht.

4.- Entwicklung des zentralen Nervensystems

Während sich das zentrale Nervensystem in der embryonalen Phase entwickelt, lassen sich die zwei Folgenden Teile unterscheiden: Gehirn und Rückenmark. Im Folgenden werden beide näher erläutert:

Gehirn

Das Gehirn lässt sich in drei Teilen unterteilen, in Abhängigkeit seiner primitiven Grundfunktionen.

  • Prosencephalon (Vorderhirn): Es lässt sich weiter in das Telencephalon (Endhirn) und Diencephalon (Zwischenhirn) differenzieren, durch die es Funktionen wie das Gedächtnis, Denken, Bewegungskoordination, Sprachbildung, etc. reguliert. Außerdem steuert das Prosencephalon den Appetit, das Durstgefühl, das Schlafverhalten und den Sexualtrieb.
  • Mesencephalon (Mittelhirn): Es bildet einen Teil des Hirnstamms und befindet sich zwischen der Pons (Brücke) und dem Diencephalon. Es ist verantwortlich dafür die motorischen Impulse von der Hirnrinde bis zur Pons zu leiten und sensorische Impulse vom Rückenmark zum Thalamus zu übertragen. Dabei ist es für Aspekte des Sehens, Hörens und des Schlafs verantwortlich.  
  • Rombencephalon (Rautenhirn): Die Pons und die Medulla oblongate (verlängertes Mark) steuern grundlegende überlebenswichtige Funktionen, wie die Atmung, den Blutkreislauf, den Schluckvorgang, den Muskeltonus, die Augenbewegung….

Das Rückenmark

Durch diesen Nervenstrang werden die Nervenimpulse und Informationen aus dem Gehirn an die Muskeln übertragen. Das Rückenmark ist ungefähr 45 cm lang und hat einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter. Es besteht aus einer weißen Masse, die mit einer gewissen Flexibilität ausgestattet ist. Eine Besonderheit ist, dass das Rückenmark die Fähigkeit hat, Reflexe zu erteilen.

Das Rückenmark lässt sich in folgende Bereiche unterteilen: 

  • Hals- oder Zervikalmark (Pars cervicalis)
  • Brust- oder Thorakalmark (Pars thoracica)
  • Lenden- oder Lumbalmark (Pars lumbalis)
  • Kreuz- oder Sakralmark (Pars sacralis)
  • Schwanz- oder Kokzygealmark (Pars coccygis)

5. Klassifikation des Nervensystems 

Die zwei großen Gruppen unseres Nervensystems sind das zentrale Nervensystem (ZNS) und das periphere Nervensystem (PNS).

Grob gesagt lassen sich die beiden Systeme grundlegend durch ihre Funktionen unterscheiden. Das ZNS, das aus dem Gehirn und dem Rückenmark besteht, übernimmt den logistischen Teil des Körpers. Es steuert den Körper, organisiert und sendet Aufträge an unseren Körper. Das PNS ist sozusagen der Nachrichtenüberbringer, der sowohl von innerhalb und außerhalb des Körpers empfangene Signale und Informationen zum ZNS verschickt und vom ZNS in den ganzen Körper weiterleitet. Diese Nachrichtenübertragung findet über unsere Nervenbahnen statt. Das ZNS und PNS kommunizieren demnach ständig und gewährleisten so, dass unser Organismus funktioniert.

Innerhalb des PNS befinden sich weitere Subtypen, wie das somatische Nervensystem und das vegetative Nervensystem. Wie sich die beiden System unterscheiden, wird etwas später im Artikel erklärt.

6. Das zentrale Nervensystem (ZNS)

Ab und zu gibt es Teile des Nervensystems die beeinträchtigt sind, was zu Problemen oder Defiziten bei seiner Funktionsweise führt. Dabei gibt es spezifische Krankheiten jeden Systems, je nachdem welcher Teil beeinträchtigt ist.

Wenn sich der Bereich beeinträchtigt sieht, der Informationen empfängt und verarbeitet, um anschließend kontrolliert auf die Körperfunktionen zu antworten – dann spricht man von Krankheiten des ZNS. Dabei gibt es unter anderem Folgende:

Krankheiten

  • Multiple Sklerose. Ist eine Krankheit, bei der die Markscheiden (Myelinscheiden) im ZNS angegriffen werden. Das führt zur Verringerung der Impulse des Nervensystems, gleichzeitig schwindet die Übertragungsgeschwindigkeit, oder kommt ganz zum Erliegen. Die Konsequenzen sind spastische Tonuserhöhungen der Muskeln, Gleichgewichtsstörungen und Probleme mit der Sprache und dem Sehen.
  • Meningitis: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Hirnhäute (Hirnhautentzündung). Eine Meningitis kann durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen ausgelöst werden. Einige der Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Somnolenz, Verlieren des Bewusstseins und Krampfanfälle. Eine bakteriell verursachte Meningitis kann mit Antibiotika behandelt werden, eine virale Meningitis hingegen nicht, verläuft aber unbehandelt im Gegensatz zur bakteriell verursachten Hirnhautentzündung nur selten tödlich.
  • Parkinson-Krankheit. Für diese chronische Erkrankung des Nervensystem, die durch den Tod der Neuronen im Mesencephalon oder Mittelhirn (das Hirnareal, in welchem Teile der Muskelbewegung übertragen und koordiniert werden) verursacht wird, gibt es keine Heilung. Die Krankheit schreitet mit der Zeit immer weiter fort und lässt sich nicht stoppen. Betroffene leiden unter Tremor (Zittern) und sind bei der Ausführung von willkürlichen Bewegungen verlangsamt.
  • AlzheimerDiese Krankheit verursacht Gedächtnisprobleme, beeinflusst den Charakter und die Art zu denken. Einige der Symptome sind Verwirrtheit, zeitliche und räumliche Desorientierung, dadurch entsteht eine Abhängigkeit in Bezug auf alltägliche Aktivitäten.
  • Enzephalitis. eine Entzündung des Gehirns, die durch Bakterien oder Viren verursacht wird. Zu den Symptomen zählen Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Sprachschwierigkeiten, Sehstörungen, Fieber,… außerdem können auch Krampfanfälle auftreten. Die Krankheit kann bis zum Tod führen.
  • Chorea-Huntington. Hierbei handelt es sich um eine vererbte, neurologische degenerative Störung des Nervensystems. Dabei sind Nervenzellen in allen Teilen des Gehirns betroffen. Es kommt zu einem fortschreitenden Verfall, der zu Problemen in der Motorik führt.
  • Tourette-Syndrom. Diese neurologische Störung zeichnet sich durch repetitive, unfreiwillige und stereotype Bewegungen aus. Zudem stoßen Betroffene lautliche Tics aus.

 7. Das periphere Nervensystem und seine Subtypen

Wie vorhin bereits erwähnt wurde, ist das PNS dafür verantwortlich die Informationen über die Rückenmarksnerven (Spinalnerven) zu versenden. Diese Nerven befinden sich außerhalb des ZNS und dienen dazu, die beiden Systeme miteinander zu verbinden. Genau wie beim ZNS gibt es spezifische Krankheiten des PNS, je nachdem welcher Bereich betroffen ist.

Das somatische Nervensystem

Ist dafür verantwortlich den Organismus mit der Umgebung zu verbinden. Einerseits erhält dieses System elektrische Impulse, um willkürliche Bewegungen der Skelettmuskulatur auszuführen. Andererseits überträgt es sensorische Information aus dem Körper ans ZNS. Es können unter anderen folgende Krankheiten in diesem System auftreten:

  • Radialislähmung: Der Schaden produziert sich im Nervus radialis (ein Nerv des Armnervengeflächts), der bei der Armstreckung eine Rolle spielt. Diese Lähmung führt dazu, dass der Arm nicht gestreckt werden kann. Umgangssprachlich ist sie als “Parkbanklähmung” bekannt.
  • Das Karpaltunnelsyndrom: Es handelt sich um eine Beeinträchtigung des Nervus medianus in der Handwurzel. Dadurch wird die Mobilität und Sensibilität in bestimmten Bereichen der Hand beeinträchtigt. Die typischen Symptome sind Schmerzen im Handgelenk und Unterarm, Krämpfe und Taubheit.
  • Das Guillain-Barré-Syndrom: Bei dieser Störung attackiert das Immunsystem des Körpers fälschlicherweise das Nervensystem. Betroffen sind insbesondere Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmark entspringen. Die Konsequenz sind Entzündungen der Nerven, was zu Muskelschwäche und anderen Symptomen führt.
  • Neuralgie: ist eine Krankheit die Nervenschmerzen verursacht, die im peripheren Nervensystem auftritt. Die peripheren Nerven werden in diesem Fall geschädigt, was zu Symptomen wie akuten starken Schmerzen und Hypersensibilität der Haut führt.

Autonomes/ vegetative Nervensystem

Dieses System reguliert automatisch ablaufende Vorgänge des Körperinneren, der Organe. Dieses System agiert unabhängig von der kortikalen Kontrolle. Es enthält seine Informationen aus den Eingeweiden und reguliert seine Tätigkeiten. Beispielsweise ist es für die körperliche Reaktionen der Emotionen verantwortlich. Das autonome Nervensystem ist in das sympathische und parasympathische Nervensystem unterteilt. Beide Systeme interagieren mit den gleichen Organen, auch die Funktionen sind gleich- jedoch antagonistisch. Bezüglich dieses Systems kann es zu beispielsweise zu folgenden Krankheiten kommen.

  • Arterielle Hypotonie: Der Druck, der das Blut durch die Arterien pumpt, ist gering und fast nicht ausreichend, um in angemessener Weise alle Organe des Körpers mit Sauerstoff zu versorgen. Dabei treten folgende Symptome auf.
    • Schwindel
    • Somnolenz und Konzentrationsschwäche
    • Kollapsneigung
    • Zittern, rasche Ermüdbarkeit
  • Arterielle Hypertonie: wird auch als Bluthochdruck bezeichnet. Bei dieser Krankheit ist der arterielle Druck in den Arterien chronisch erhöht, was zu einer höheren Belastung der Gefäße und der Organe, insbesondere dem Herzen, führt. Folgen können beispielsweise koronare Herzkrankheiten sein. Die Hypertonie verläuft oft ohne merkbare Symptome. Es kann jedoch zu Schwindel, Übelkeit, Nasenbluten, Schlaflosigkeit und Abgeschlagenheit kommen.
  • Morbus Hirschsprung: hierbei handelt es sich um eine angeboren Störung des autonomen Nervensystems, welche die Darmfunktionen beeinflusst. Durch das Fehlen von neuronalen Zellen im Dickdarm, kommt es zu Darmverschluss. Wenn sich der Darm füllt, werden keine Signale der Darmentleerung an das Gehirn übermittelt, sodass es zu Verstopfungen kommt. Es kommt zu Stuhlinkontinenz oder auch Erbrechen. Die Krankheit wird chirurgisch behandelt, oft wird ein künstlicher Darmausgang gelegt.

Wie bereits erwähnt, wird zwischen zwei Formen des autonomen Nervensystems unterschieden:

  1. Sympathisches Nervensystem: Kommt zum Tragen, wenn es um die Aktivierung des Körpers geht. Seine Funktion ist es, Energie zu liefern, um lebenswichtige Ziele zu verfolgen, den so genannten Flight or Fight. Dabei reguliert dieses Nervensystem beispielsweise die Verengung der Pupillen, inhibiert die Speichelproduktion, steigert den Puls und entspannt die Blase
  2. Parasympathische Nervensystem: Wird aktiviert, wenn der Körper in einen Ruhezustand versetzt werden soll, der Körper also in einem Zustand der Erholung ist. Dabei werden die Pupillen erweitert, die Speichelproduktion angeregt, der Puls gesenkt und die Blase kontrahiert.

Doch wie kann es sein, dass beispielsweise die Kontraktion der Blase mit dem Ruhezustand zu tun haben kann und die Inhibition des Speichelflusses mit Phasen der Aktivierung zusammenhängt? Es geht bei diesen Verhaltensweisen nicht darum, ob diese Energie benötigen oder nicht, sondern es sind die Konsequenzen die in einer Situation auftreten, die uns aktiviert. Wenn wir beispielsweise auf der Straße angegriffen werden:

  • Steigt unser Puls an und wir bekommen einen trockenen Mund und wenn wir sehr viel Angst haben, kann es sogar dazu kommen, dass wir uns in die Hose machen. Denn wie wäre es, eine volle Blase zu haben, wenn man den Angreifer bekämpfen oder vor ihm fliehen muss?
  • Wenn wir der Attacke unbeschädigt entkommen sind, beginnen wir uns wieder zu entspannen und unser parasympathisches Nervensystem wird aktiviert. Die Pupillen nehmen wieder eine normale Größe an, der Puls sinkt und unsere Blase wird wieder normal kontrahiert.

8. Schlussfolgerungen

Wie wir im Laufe des Artikels sehen konnten, ist unser Organismus außergewöhnlich komplex. Er ist voller Strukturen, Teilen, Organen, Typen und Subtypen.

Aber es könnte auch nicht anders sein. Die menschliche Spezies ist sehr weit entwickelt, was dazu führt, dass wir nicht nur aus simplen Strukturen bestehen können.

Die hier präsentierten Schemata enthalten bei weitem nicht alle Informationen und Systeme über uns, sondern sind ein grober Überblick, die unsere basale Funktionsweise zusammenfasst.

Bei Fragen oder Anregungen, hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Artikel.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Patricia Sanchez Seisdedos, Psychologin bei CogniFit.

Alles über Serotonin: Welche Funktionen erfüllt es im Gehirn?

Was ist Serotonin? Ist es das Glückshormon? Diese vom Körper produzierte Substanz, wird als verantwortlich für unser Glück und unsere Stimmung gesehen. Niedrige Serotoninwerte können zu Depressionen führen. Entdecke alles über diese Substanz: Ihre Funktion; Störungen, die mit einem Mangel an Serotonin zusammenhängen; und wie wir auf natürliche Weise unsere Serotoninwerte erhöhen können.

Was ist Serotonin? Photo by Nighia Le, Unsplash.com

Was ist Serotonin?

Es ist ein Neurotransmitter. Neurotransmitter sind Substanzen, die dabei helfen, chemische Signale von einem Bereich zur anderen im Gehirn zu senden. Es gibt verschiedene Arten von Neurotransmittern mit unterschiedlichen Funktionen in unserem Organismus. Serotonin im Konkreten wird für gewöhnlich mit der Regulierung des Gemütszustandes verbunden. Wie wir im Laufe des Artikels sehen werden, ist seine Funktion recht komplex.

Wie wird Serotonin produziert? Diese Substanz bildet sich durch einen einzigartigen biochemischen Umwandlungsprozess. Die Zellen, die es produzieren, verwenden das Enzym Tryptophan Hydroxylase. Das mit diesem Enzym kombinierte Tryptophan bildet 5-Hydroxytryptophan, auch als Serotonin bekannt.

Es gibt Substanzen, die mit den Rezeptoren interagieren und den selben Effekt erzeugen. LSD oder Lysergsäure hat durch die Interaktion mit Serotonin halluzinogene Wirkungen. Dasselbe geschieht mit anderen Drogen wie MDMA oder Ecstasy. Der Effekt auf das Serotonin ist auch verantwortlich für die kognitiven Defizite, die der Konsum der genannten Drogen auf lange Sicht erzeugen. Fenfluramin ist eine Substanz, die ähnlich mit dem Organismus interagiert. Fenfluramin wird häufig bei der Behandlung von Fettleibigkeit verwendet.

Welche Funktionen hat Serotonin?

Von den 40 Millionen Gehirnzellen werden viele direkt oder indirekt von dieser Substanz beeinflusst.

Es ist in viele gesundheitliche Vorgänge verwickelt: Die Kontrolle des Appetits und des Schlafs, die Regulierung der Stimmung, der Aktivierung, es vermittelt bei der sexuellen Erregung und der Schmerzregulierung.

  • Regulierung der Stimmung. Ein Serotoinmangel sorgt dafür, dass wir uns mehr ärgern. Man nimmt an, dass bei sogenannten “Morgenmuffeln” ein Abfall des Serotoninspiegels am morgen für die schlechte Laune verantwortlich ist.
  • Kontrolle des Appetits.  Bei angemessenen Serotoninwerten fühlen wir Sättigung und hören auf zu essen. Wenn die Werte dagegen niedrig sind, fühlen wir das Bedürfnis, Kohlenhydrate und andere kalorienreiche Lebensmittel zu uns zu nehmen.
  • Reguliert den Schlaf. Der Biorhythmus wird durch Serotonin, welches die Produktion von Melatonin reguliert, gesteuert. Ein Gleichgewicht der Werte ist hierbei angemessen, andernfalls entstehen Schlafstörungen.
  • Vermittler beim sexuellen Verlangen. Das Serotonin hat eine direkt proportionale Beziehung zum sexuellen Verlangen. Wenn ein Serotoninmangel besteht, verringert sich das sexuelle Verlangen, während die Libido bei einem hohen Serotoninspiegel steigt.
  • Schmerzregulierung. Das Gefühl von Schmerzen mit Serotonin zu assoziierten scheint erstmal kontraintuitiv. Diese Substanz erzeugt Hyperalgesie, ein sehr starkes Schmerzgefühl; gleichzeitig vermittelt es chronische Schmerzen. Bis jetzt haben wir Serotonin hauptsächlich mit dem Vergnügen assoziiert, allerdings ist es auch bei der neuronalen Signalübertragung von Schmerzen beteiligt.
  • Serotonin und Mutterschaft. Forscher haben Nachweise für eine Verbindung des Serotonins mit der Produktion von Muttermilch gefunden. Zudem kann der Mangel an Serotonin, neben anderen Ursachen, mit dem plötzlichen Kindstod zusammenhängen.

Die Verbindung zwischen Serotonin und psychischen Krankheiten

Dank seiner Eigenschaften, die für Wohlbefinden sorgen, das Selbstwertgefühl verbessern und für Entspannung und Konzentration sorgen wird Serotonin auch als “Glückshormon” bezeichnet. Schwankungen des Serotoninspiegels haben verschiedenste Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit. Medikamente, die mit dieser Substanz interagieren, werden bei einer Vielzahl an Störungen verwendet. Einige dieser Störungen sind: Depression, Soziale Phobie, Zwangsstörung, Panikstörung, Störungen der Impulskontrolle, Demenz und das Serotoninsyndrom.

Depression und Serotonin

Man glaubt, dass die Ursache der Depression ein Ungleichgewicht in den Serotoninwerten ist. Der verantwortliche Prozess ist die Neuronenerneuerung, in dem Serotonin eine wichtige Rolle spielt. Laut dem Neurologen Barry Jacobs entstehen Depressionen, wenn die Neuronen nicht genügend erneuert werden. Die Antidepressiva SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) helfen dabei, neue Gehirnzellen zu produzieren und die Stimmung zu heben. Obwohl es ideal wäre, den Serotoninspiegel im Gehirn messen zu können, ist dies nicht möglich. Die Werte lassen sich jedoch im Blut messen und es hat sich gezeigt, dass Betroffenen einer Depression geringere Werte aufweisen. Selbst wenn der Serotoninspiegel im Gehirn messbar wäre, wüssten wir nicht ob dies der Auslöser oder die Folge der Depression ist. Es ist jedoch bestätigt, dass die Antidepressiva SSRI und SSNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) funktionieren, man weiss nur nicht genau warum.

Soziale Phobie und Serotonin

Ein Ungleichgewicht in den Serotoninwerten kann das Entstehen von angstbezogenen Störungen auslösen. Einige Beispiele sind: Panikstörung, Zwangsstörung, Soziale Angststörung oder Soziale Phobie, Generalisierte Angststörung, etc. Es ist nicht klar, ob die Angstsymptome durch einen Mangel oder Überschuss am Neurotransmitter Serotonin ausgelöst werden. Bis jetzt glaubte man, dass niedrige Serotoninwerte die Ursache seien, aber aktuelle Untersuchungen scheinen dies zu widerlegen. JAMA Psychiatry hat eine Studie veröffentlicht die zeigen konnte, dass Menschen mit Sozialer Phobie erhöhte Serotoninwerte haben. Eine andere Studie der Universität Uppsala fand heraus, dass es bei Patienten mit sozialer Phobie in der Amygdala (eine an der Angst beteiligte Gehirnstruktur) zu einem Überschuss an Serotonin kommt. Noch ist nicht bekannt, ob diese Befunde exklusiv für die soziale Phobie gelten, hier sind weitere Studien notwendig.

Zwangsstörung und Serotonin

Aufgrund der Verbesserung der Zwangssymptome bei der Gabe von den Antidepressiva SSRI, weiss man dass es eine Verbindung zwischen der Zwangsstörung und Serotonin geben muss. Die SSRI sind Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, welche die Serotoninverfügbarkeit erhöhen und somit die Werte des Neurotransmitters nicht zu sehr sinken. Da jedoch bei einer Erkältung die Ursache nicht ein Acetylsalicylsäuremangel (Aspirin) im Körper ist, können wir nicht bestätigen, dass die Zwangsstörung durch einen Mangel an Serotonin entsteht. Dennoch scheint es eine Funktion im Verlauf dieser Störung zu haben. Serotonin würde dementsprechend bei Symptomen wie schlechter Laune, Impulsivität und Aggressivität helfen.

Panikstörung und Serotonin 

Die Ursache der Panikstörung ist, ebenso wie die der Zwangsstörung, unbekannt. Obwohl man niedrige Serotoninwerte bei Patienten mit Panikattacken gefunden hat, weiss man nicht, was Ursache und was Konsequenz ist. Das einzige was auch in diesem Fall gilt, ist die Tatsache, dass auch bei Menschen mit Panikstörungen die Gabe von SSRI hilft. Bis es weitere Untersuchungen in diesem Bereich gibt, können wir nur sagen, dass Psychopharmaka, die den Serotoninspiegel erhöhen, dazu beitragen Angstsymptome zu lindern.

Störungen der Impulskontrolle und Serotonin

Störungen der Impulskontrolle zeichnen sich durch unbegründete Wutausbrüche aus. Der Neurotransmitter Serotonin hilft die Stimmung zu regulieren und trägt dazu bei, diese Ausbrüche in Zahl und Intensität zu verringern. Bei der medikamentösen Behandlung dieser Störungen werden die Antidepressiva SSRI verwendet, die mit dem Serotonin interagieren. Man nimmt an, dass Störungen der Impulskontrolle ohnehin nicht gut heilbar sind. Aber man kann den Patienten mithilfe von Psychotherapie und Medikamenten behandeln, sodass sich das aggressives Verhalten und die Gefühl von Frustration verringern lassen.

Demenz und Serotonin 

Als Folge des Alters findet eine kognitive Beeinträchtigung statt, die mit dem Verlust von Neuronenverbinungen einhergeht. Die Aktivität der Neurotransmittern, die für die Übertragung der neuronalen Informationen verantwortlich ist, wird reduziert. Das Altern ist kein Synonym für Demenz, auch wenn es Fälle gibt, in denen eine bedeutende kognitive Beeinträchtigung zu beobachten ist. Die bekannteste Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. In einer internationalen Studie aus dem Jahre 2006 fanden Wissenschaftler auf der ganzen Welt einen Serotoninmangel bei Alzheimer-Patienten. Sie stellten die Hypothese auf, dass die Gedächtnisprobleme bei Alzheimer durch eine Fehlfunktion der Serotoninrezeptoren entstünden. Die Rezeptoren sind die Zellen, die dazu fähig sind, die Übertragungen der Neurotransmitter zu empfangen. Es gibt keine Belege dafür, dass eine Erhöhung der Serotoninwerte Alzheimer verhindert oder verzögert. Dennoch ist es wichtig in diesem Bereich weiter zu forschen, um einer Lösung zur Bekämpfung der Demenz näher zu kommen. Wie man Demenz vorbeugt.

Serotoninsyndrom

Ein Überschuss an Serotonin kann schädlich sein. Die Antidepressiva SSRI werden zwar prinzipiell als sicher beurteilt, dennoch können sie das Serotoninsyndrom aufgrund erhöhter Konzentration dieses Neurotransmitters auslösen. Dies geschieht für gewöhnlich, wenn zwei Medikamente gleichzeitig angewendet werden, die in den Serotoninhaushalt eingreifen. Die Probleme treten zu Beginn der Behandlung oder bei Erhöhung der Dosis des Medikaments auf; wenn MAOIs (Monaminooxidase-Hemmer, welche den Abbau von Serotonin durch Enzyme hemmen) mit SSRI verwendet werden; oder beim Konsum von LSD oder Ecstasy. Die Symptome sind Unruhe, Halluzinationen, Erhöhung der Körpertemperatur, Herzrasen, Schwitzen, Koordinationsverlust, Spasmen, Schwindel, Erbrechen, Durchfall und Veränderungen des Blutdrucks. Es wird nicht als gefährlich betrachtet, sollte aber behandelt werden, falls sich der medizinische Zustand sehr verschlechtert. Die Behandlung besteht aus dem Entzug des Medikaments, Muskelrelaxantient auf intravenösem Wege und Hemmern der Serotoninproduktion.

Können wir unsere Serotoninwerte verändern?

Wenn du denkst: Wie kann ich es vermeiden, chronisch niedrige Serotoninwerte zu haben? zeigen wir dir im Folgenden mehrere natürliche Arten, deine Serotoninwerte zu erhöhen.

Ernährung

Das Serotonin kommt in keinem Nahrungsmittel vor. Um seine Werte zu erhöhen, müssen wir auf das Tryptophan zurückgreifen. Dies ist die Aminosäure, aus der Serotonin produziert wird. Eine tryptophanreiche Ernährung erhöht die Werte dieses Stoffes. Es wird nicht von unserem Körper hergestellt, deshalb müssen wir es in unsere Ernährung aufnehmen. Ergänzungsmittel dieser Aminosäure sind ein guter Zusatz, aber niemals ein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Lebensmittel wie Soja, mageres Fleisch (Pute und Hähnchen), Thunfisch, Lachs, Ananas, Banane, Artischocke, Ei, Schokolade und Käse liefern eine notwendige Tryptophanquelle, um die Serotoninwerte zu erhöhen. Eine andere Art, zur Erhöhung der Werte beizutragen ist Vitamin B-6. Vitamin B-6 kann Einfluss auf die Geschwindigkeit haben, mit der sich das Tryptophan in Serotonin umwandelt. Lebensmittel, die reich an Vitamin B-6 sind, sind Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Hähnchen, Pute, Thunfisch und Lachs. Vitamine für das Gehirn.

Bewegung

Sport ist ein Hebel für die Serotoninwerte. Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Bewegung so effektiv sein kann wie eine psychopharmazeutische oder psychotherapeutische Behandlung gegen Depressionen. Man glaubte, dass es notwendig wäre, über mehrere Wochen hinweg Sport zu treiben, um die antidepressive Wirkung von Serotonin beobachten zu können. Jedoch hat nach einer Studie der Universität von Texas in Austin schon eine Zeitspanne von 40 Minuten einen positiven Effekt auf die Gemütslage. Auch wenn man den Mechanismus dafür nicht kennt, scheint das Serotonin eine Rolle zu spielen. Wie man beginnt, Sport zu machen.

Entspanne dich und meditiere

Genauso wichtig wie es ist, den Körper zu bewegen um die Serotoninwerte zu erhöhen, ist es den Verstand zu beruhigen und Inne zu halten. Yoga oder Meditation sind zwei Praktiken, die dazu beitragen, die Stimmung zu verbessern und zusätzlich zu entspannen. Was ist Achtsamkeitsmeditation?

Starte neue Projekte

Es hat einen positiven Effekt auf das serotoninerge System, Neuigkeiten in unser Leben zu bringen. Wenn wir ein neues Projekt beginnen, fühlen wir uns motivierter und besser gelaunt. Diesen angenehmen Effekt auf unser Nervensystem produziert das Serotonin. Wie man über den eigenen Tellerrand schaut.

Gute Laune herbeiführen

Die Verbindung des Serotonins mit der Stimmung ist doppelseitig. Wir können unsere Stimmung verbessern, indem wir das Serotonin erhöhen, aber auch umgekehrt. Das Herbeiführen von guter Laune durch Psychotherapie ist üblich, die Lachtherapie ist vielleicht die Bekannteste. Eine Alternative sind Theaterstunden, Treffen mit Freunden, eine Comedysendung zu sehen oder sich an angenehme Ereignisse zu erinnern.

Serotonin bei Männern und Frauen

Nach aktuellen Studien haben Männer eine höhere Menge an Serotonin im Organismus als Frauen. Dieser Unterschied ist so klein, dass er kaum von Bedeutung ist.

Dennoch wurde 2007 eine Studie veröffentlicht, die versucht diesem Befund nachzugehen. Eine Studie der Zeitschrift Biological Psychiatry zeigte, dass es Geschlechtsunterschiede darin gibt, wie auf einen Serotoninmangel reagiert wird. Bei einer Reduzierung des Neurotransmitters im Gehirn handeln Männer für gewöhnlich impulsiver und zeigen seltener depressive Symptome. Frauen hingegen erleben häufiger eine depressive Stimmungslage und werden in der Regel vorsichtiger. Dieser Unterschied könnte für die Tatsache verantwortlich sein, dass Frauen eher an Depressionen erkranken. Gleichzeitig könnte dies auch die Ursache dafür sein, weshalb Frauen häufiger unter Stimmungsstörungen (Angst und/oder Depression) leiden, während Männer anfälliger für Alkoholismus, ADHS und Störungen der Impulskontrolle sind (alle hängen mit der Impulsivität zusammen).

Es gibt Belege dafür, dass die Hormone, welche mit den oben beschriebenen Merkmalen zusammenhängen, mit dem Serotonin interagieren. Diese Interaktion kann die Ursache dafür sein, dass depressive Symptome und die Stimmung sich in bestimmten Phasen verschlimmern. Phasen wie vor der Menstruation, nach der Geburt und in den Wechseljahren sind Zeitspannen, in denen die Hormone Veränderungen unterliegen. Dagegen erleben Männer bis zum mittleren Alter konstante Werte der Hormonsekretion.

Serotonin könnte die Geduld erhöhen

Aktuelle Studien der Stiftung Champalimaud von Lissabon zeigen, dass eine mögliche Funktion des Serotonins eine Erhöhung der Geduld sein könnte. Dies bedeutet eine wichtige Wendung im Konzept, das man bisher von diesem Neurotransmitter hatte.

Nach einer in der Zeitschrift Current Biology veröffentlichten Studie, gibt es einen grösseren Zusammenhang zwischen Serotonin mit der Geduld als mit dem Wohlbefinden. Durch eine an Mäusen durchgeführten Untersuchung gelangen die Wissenschaftler zu diesen Erkenntnissen. Die Mäuse mussten in der Untersuchung eine Zeit lang warten, bevor sie eine Belohnung erhielten. Unter dem Effekt von Serotonin, warteten die Mäuse länger.

Laut Zachary Mainen, der die Untersuchung leitet: “Es herrscht die allgemeine Annahme, dass Serotonin Glück verursacht, aber unsere Untersuchungen zeigen, dass diese Aussage widersprüchlich ist”.

Momentan gilt es weitere Untersuchungen abzuwarten, um die genauen Effekte des Serotonins besser zu verstehen und ob dieser Neurotransmitter eher mit dem Glück selbst, oder der Geduld in Verbindung gebracht werden kann.

Quelle: Irene García Calvo, Psychologin bei CogniFit.

Kognitive Reserve: Definition, Zusammenhang mit dem Altern und Alzheimer und wie man sie verbessert

Der Begriff kognitive Reserve erklärt, weshalb Menschen durch Gehirntraining den mentalen Verfall im Alter oder Krankheiten wie Alzheimer oder andere Demenzen minimieren können. Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, können den Schaden im Gehirn mit der Verwendung von alternativen neuronalen Netzwerken “ausgleichen” und so ermöglichen, dass das Gehirn trotz des erlittenen Schadens oder der Degenerierung normal funktioniert.

Die kognitive Reserve wird mithilfe von Gehirntraining und dem Bewahren von gesunden geistigen Gewohnheiten erworben. Entdecke in diesem Artikel, was die kognitive Reserve ist, wie wir sie messen und verbessern können und welchen Zusammenhang sie mit dem Altern und mit Alzheimer und anderen Demenzen hat.

Kognitive Reserve

Im Laufe der Zeit und entsprechend unserem Alter verschlechtern sich unsere Neuronen. Wenn die Neuronen keine Reize von ihren Nachbarzellen empfangen, werden sie geschwächt und sterben. Aber es ist nicht alles verloren. In unserem Gehirn können wir etwas finden, was sich kognitive Reserve nennt und uns dabei hilft, die Verluste auszugleichen, die wir erleiden. Dank der kognitiven Reserve und der Neuroplastizität können wir die mit der Alterung und anderen neurodegenerativen Erkrankungen verknüpfte kognitive Beeinträchtigung bremsen oder verlangsamen.

Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, zeigen später Symptome kognitiven Verfalls oder neurodegenerativer Erkrankungen als diejenigen, deren kognitive Kapazität geringer ist. Das heißt, wenn wir zwei Personen vergleichen, die den gleichen Gehirnschaden aufweisen, wird die Person, die eine größere kognitive Reserve besitzt, weniger Symptome kognitiver Beeinträchtigung, höhere Vitalität und mentale Klarheit vorzeigen.

Kognitive Reserve: Definition

Zusätzlich zu den genetischen Faktoren, sammeln wir im Laufe unseres Lebens kulturelle Kenntnisse, akademisches Wissen, intellektuelle und sportliche Tätigkeiten, welche in ihrer Gesamtheit die kognitive Reserve bilden.

Man kann die kognitive Reserve folgendermaßen definieren: Es ist die Fähigkeit unseres Gehirns, verschiedene Schädigungen oder durch Erkrankungen oder einfach nur durch die natürliche Alterung entstandene Abnutzung zu bewältigen, und so einige Funktionen erhalten zu können.

Das Konzept der kognitiven Reserve entstand mit dem Ziel zu erklären, warum einige Menschen mit den gleichen neuronalen Schäden und im gleichen Alter nicht die gleichen Symptome oder die gleichen kognitiven Beeinträchtigungen aufwiesen.

Stellt euch beispielsweise einmal zwei 80-jährige Personen mit den gleichen neuronalen Schäden vor. Der Unterschied zwischen den beiden ist, dass eine von ihnen Demenzsymptome aufweist und die andere nicht. Als sie versterben, wird eine Autopsie vorgenommen und man entdeckt, dass beide Alzheimer hatten. Wir fragen uns: Warum wies eine Person die Symptome auf und die andere nicht, wenn beide von ihnen unter der gleichen Krankheit litten? Die Antwort können wir in der kognitiven Reserve finden. Auch wenn das Gehirn geschädigt ist, zeigt die Person kein Krankheitssymptom. Warum? Vielleicht, weil die kognitive Reserve die kognitive Beeinträchtigung ausgleicht.

Die kognitive Reserve beginnt in den ersten Tagen unseres Lebens. Laut Wolf Singer (Neurobiologe) bildet das Gehirn in der Entwicklungsphase Verbindungen dank der Einflüsse der Umgebung. Ebenso bestätigt Harry Chugani (pädiatrischer Neurobiologe), dass die Erlebnisse aus der Kindheit so stark sind, dass sie einen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Kindes haben, indem sie Charaktermerkmale wie die Intelligenz oder Persönlichkeitsmerkmale bestimmen.

Trotzdem sollten wir wissen, dass jeder von uns die Macht hat, das Gehirn zu stimulieren, um die kognitive Reserve zu vergrößern und zu bereichern, im Laufe der Zeit und nicht nur in der Kindheit oder Jugend. Unser Gehirn ist plastisch und deshalb erzeugt die intellektuelle Aktivität zahlreiche Vorzüge, unabhängig vom Alter oder sogar, wenn das Gehirn beschädigt ist.

An diesem Punkt fragst du dich wahrscheinlich, ob es eine Möglichkeit gibt, unsere kognitive Reserve zu messen. Ja. Wir können unsere kognitive Reserve durch neuropsychologische Bewertungen schätzen, die auf klinischen Proben basieren, die verschiedene Variabeln messen (Bildung, sportliche Aktivität, …), genetische Studien und Studien zur Neuroimaging, die dabei helfen, die Anzeichen zu identifizieren, die auf eine Erkrankung hinweisen.

Einflussfaktoren auf die kognitive Reserve

Es gibt verschiedene Faktoren, die die kognitive Reserve unseres Gehirns zu beeinflussen scheinen, wie zum Beispiel das Gehirnvolumen oder die Verbindungen zwischen Neuronen.

Im Allgemeinen ist der wichtigste Faktor für den Erhalt einer guten kognitiven Reserve, das Gehirn zu trainieren. Nach einer in Frontiers in Aging Neuroscience veröffentlichten Studie verhilft es zu einem gesunden Leben im Alter, wenn man das Gehirn über die Jahre hinweg aktiv hält.

 “Die kognitive Reserve wird durch die Gehirnaktivität geprägt, die wir im Laufe unseres Lebens erbracht haben”.

Im Laufe dieser letzten Jahre wurde viel darüber geforscht, welche Faktoren die kognitive Reserve am meisten beeinflussen, wie genetische Prädispositionen und angeborene Fähigkeiten, körperliche Aktivität, kulturelles Niveau, sozial-wirtschaftliche Faktoren, Einflüsse seit unserer Geburt, etc. Unter den wichtigsten Faktoren, die man in Zusammenhang mit der kognitiven Reserve gefunden hat, können wir folgende hervorheben:

  • Intelligenzquotient, Bildung und kulturelles Niveau. Der Intelligenzquotient (IQ) hängt von Faktoren wie den Genen, der Bildung und dem kulturellen Niveau ab. Es wurde festgestellt, dass die Menschen, die einen höheren IQ haben, eine größere kognitive Reserve, höhere Reife und ein größeres Gehirn aufweisen. Laut verschiedenen Studien schützt ein höheres kulturelles Niveau das Gehirn vor der leichten kognitiven Beeinträchtigung. Man hat beobachtet, dass ein niedriges Bildungsniveau einer der wichtigsten Risikofaktoren für Demenz ist. Dies kann daran liegen, dass Menschen mit einem höheren kulturellen Niveau häufig gesündere Lebensgewohnheiten haben, was eine bessere Konnektivität zwischen den Nervenzellen begünstigt. Dies sorgt dafür, dass die Neuronen stärker stimuliert werden und mit einem größeren Wachstum das Risiko für Gehirnschaden oder Demenz verringern. Es wurde auch beobachtet, dass die Menschen mit Berufen, die mehr logisches Denken erfordern, die mit Mathematik und Sprachen arbeiten, mit geringerer Wahrscheinlichkeit an Demenz erkranken. Manchmal steht die Bildung und der Beruf der Person im Zusammenhang mit dem sozial-wirtschaftlichen Niveau, weswegen es angemessen wäre zu erforschen, welchen Einfluss dieses auf die kognitive Reserve hat. Aber Achtung! Mit einem hohen kulturellen Niveau beziehe ich mich nicht nur auf das Bildungsniveau, denn es gibt Menschen, die wegen verschiedener Umstände kein hohe Bildungsniveau erreichen konnten, aber ein hohes kulturelles Niveau besitzen. Tipps zur Vorbeugung von Demenz.
  • Freizeit und soziale Beziehungen. Man hat herausgefunden, dass ältere Menschen, die Freizeitaktivitäten nachgehen und mehr Zeit mit Gleichaltrigen verbringen, 38% weniger Risiko für eine Demenz aufweisen. Deswegen ist es zu empfehlen, Dinge in der Natur zu unternehmen, neue Leute kennenzulernen, verschiedenen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen etc. Wenn die Menschen miteinander interagieren, aktivieren sich verschiedene Fähigkeiten und Ressourcen, um eine gute Kommunikation und Beziehung zu fördern, was die kognitive Reserve begünstigt.
  • Körperliche Bewegung: Es ist erwiesen, dass bei älteren Menschen mehr körperliche Bewegung für eine geringere Wahrscheinlichkeit der kognitiven Beeinträchtigung sorgt. Bewegung schützt vor der mit dem Alter verknüpften Beeinträchtigung und der Entwicklung von Demenzen, verringert einige Risikofaktoren wie den Oxidationsstress, erhöht die Neuronenproduktion und Neuroplastizität etc. Wenn wir Sport machen, verbessern wir unser Gehirn, da wir die Durchblutung des ganzen Körpers unterstützen, die Wahrscheinlichkeit, eine Herzgefäßerkrankung zu erleiden, verringern, unser Gehirn mit Nährstoffen versorgen, was das Neuronenwachstum fördert, etc. Entdecke einige Tipps, um mit Sport zu beginnen.
  • Geistige Übungen. Tätigkeiten wie lesen, ein Instrument spielen, Sprachen lernen (Vorteile der Zweisprachigkeit), versuchen, eine Aufgabe anders zu erledigen, als wir gewohnt sind, … jede Aktivität, die intellektuelle Beanspruchung erfordert und uns dazu verpflichtet, aktiv zu bleiben, ist gut, um unsere kognitive Reserve zu stärken und die Symptome von Beeinträchtigung herauszuzögern. Diese Aktivitäten dienen als Schutzfaktor, unabhängig vom Alter der Person, die sie ausführt. Es ist nie zu spät. Es ist sehr empfehlenswert, dieser Art von Tätigkeiten nachzugehen, da es erwiesen ist, dass sie bis zu 50% der Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Demenz verringern können. Zusätzlich gibt es spezialisierte Programme, die darauf ausgerichtet sind, das Gehirn auf professionelle Art und Weise zu stimulieren und dabei zu helfen, die kognitive Reserve zu verbessern. Wenn du mehr Information darüber möchtest, empfehle ich dir CogniFit. Das führende Programm für Bewertung und kognitiver Stimulierung.

Auch die Bedeutung der genetischen Faktoren und der Biomarker sollte nicht vergessen werden, sowie eine richtige Ernährung, bei der wir Lebensmittel zu uns nehmen, die Vitamine für das Gehirn enthalten, gemäßigte körperliche Bewegung, nicht rauchen oder exzessiv trinken (Gehirn und Alkohol) sind Faktoren, die mit einer höheren kognitiven Reserve im Zusammenhang stehen.

Wir können unsere kognitive Reserve durch klinische Bewertungen, genetische Studien und Studien des Neuroimaging schätzen

Kognitive Reserve und Alterung

Verschiedene Studien behaupten, dass die kognitive Reserve ein Schutzfaktor für die kognitive Alterung und die mit dem Alter zusammenhängenden neurodegenerativen Erkrankungen sein kann.

Die kognitive Reserve schützt das Gehirn vor der Alterung und der Hirnschädigung. Die Menschen, die eine größere kognitive Reserve haben, weisen eventuell die Symptome für den Abbau kognitiver Fähigkeiten später auf. “Eine größere kognitive Reserve zeigt sich in einer effektiveren Verwendung zerebraler Netzwerke oder alternativen kognitiven Strategien, was eine effizientere Leistung über längere Zeit hinweg ermöglicht.”

Kognitive Reserve und Alterung: Mit dem Erlernen von neuen Dingen stimulieren und stärken wir unser Gehirn und vergrößern unsere kognitive Reserve. Wir verzögern den mit der Alterung verbundenen Abbau kognitiver Fähigkeiten und helfen dabei, die Erscheinung von Demenz zu verlangsamen und sie sogar zu verhindern. Weiter unten geben wir dir ein paar Tipps, wie du deine kognitive Reserve verbessern kannst.

Kognitive Reserve und die Alzheimer-Krankheit

Warum weisen einige Menschen erst später Alzheimer-Symptome auf? Kognitive Reserve und Alzheimer: Wie wir zuvor erwähnt haben, spielt die kognitive Reserve eine wichtige Rolle bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit und anderen Demenzen.

Die kognitive Reserve ermöglicht es, die Alzheimersymptome zu verzögern, dafür zu sogen, dass die Symptome der Erkrankung erst später in Erscheinung treten, sie kann sogar für eine Verhinderung der Krankheit sorgen und es schaffen, dass sich die Symptome nie zeigen.

Laut Stern (Leiter der Abteilung Kognitive Neurowissenschaft des Sergievsky Center und des Taub Institutes): “Die epidemiologischen Beweise zeigen, dass diejenigen mit geringeren beruflichen oder schulischen Erfolgen, niedrigeren kulturellen Werten oder einem niedrigeren Intelligenzquotienten klinische Merkmale der Alzheimerkrankheit mit einem histopathologisch geringeren Grad aufweisen als Menschen mit einer höheren Reserve.” 

Nicht nur in der Aktualität und in den letzten Jahren, in denen das Konzept der kognitiven Reserve bekannter wurde, findet Forschung in diesem Bereich statt, sondern schon seit einiger Zeit. Es ist sogar praktisch unmöglich, von der kognitiven Reserve zu sprechen, ohne David Snowdon zu erwähnen (Doktor der Epidemiologie und Neurologie-Professor an der Universität von Kentucky).

David Snowdon führte 1986 eine Studie durch, an der 678 katholische Nonnen aus den USA teilnahmen. Das Ziel der Studie war der Versuch zu bestimmen, ob die kognitive Reserve auf irgendeine Art die Alzheimer-Krankheit beeinflusst.

Snowdon verwendete einen so konkreten Teil der Bevölkerung, weil er ein homogenes Kollektiv mit den gleichen persönlichen Merkmalen (der gleiche Lebensstil, die gleichen Gewohnheiten, die gleiche Ernährung, etc.) beobachten wollte. Über 17 Jahre hinweg machten die Nonnen kognitive Tests, psychologische Prüfungen, gaben genetische Proben und außerdem spendeten alle von ihnen ihre Gehirne nach ihrem Tod zur Untersuchung der Beziehung zwischen der Alzheimerkrankheit, ihrer kognitiven Reserve und den Verletzungen, die in den Gehirnen aufgefunden worden.

Auf eine faszinierende Weise stach Schwester Bernadette hervor, die an einem Herzinfarkt mit 85 Jahren starb. Als die zerebrale Autopsie vorgenommen wurde, beobachtete man klare Anzeichen einer schweren Alzheimererkrankung, obwohl sie zu Lebzeiten keine Symptome zeigte. Wie konnte es sein, dass ihr Gehirn die Alzheimer-Krankheit anzeigte, wenn sie doch nie ein Symptom gezeigt hatte?

Später entdeckte man mit der Unterstützung von Jim Mortimer (Leiter der Untersuchung in Altersheilkunde in einer medizinischen Einrichtung in Minneapolis), dass das Gehirn von Bernadette auf irgendweine Art die durch die Alzheimer-Krankheit hervorgerufenen pathologischen Veränderung ausgeglichen hatte.

Man verglich alle durchgeführten Tests und studierte sogar einige Autobiographien, die jede von ihnen in ihrer Jugend geschrieben hatte, bevor sie in den religiösen Orden eintraten (in Zusammenarbeit mit Susan Kemper, Psycholinguistin, um die Sprache zu analysieren). In den Autobiographien beobachtete man den Gebrauch von einsilbigen und multisyllabischen Wörtern, die Frequenz, mit der ungewöhnliche Worte verwendet wurden, die grammatikalische Komplexität, etc.

In dieser Analyse beobachtete man, dass die gesunde Gruppe einen reicheren Wortschatz hatte und vielleicht in der Kindheit mehr gelesen hatte (was die kognitive Reserve beeinflusst).

Nachdem alle Resultate analysiert worden waren, beobachtete man, wie es ein Gehirn mit der Alzheimer-Krankheit durch eine gute kognitive Reserve schaffen kann, keine Symptome zu zeigen. Die kognitive Reserve kann die Bildung von neuen Verbindungen zwischen den Neuronen fördern, die die durch die Alzheimerkrankheit verursachten Schäden ausgleichen kann. Außerdem wurde in dieser Studie ermittelt, dass “die Alzheimerkrankheit keine Krankheit ist, die man hat oder nicht, sondern ein komplexer Vorgang, der sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt  und durch eine Vielzahl an unter anderem biologischen, intellektuellen, emotionalen, sozialen und kulturellen Faktoren beeinflusst wird.” Deswegen kann man, laut dieser Studie, die Alzheimerkrankheit als eine Krankheit betrachten, die sich nach einem langen Prozess und als Folge der Gesamtheit der erlebten Ereignisse des Gehirns entwickelt.

Den Funden von David Snowdon und anderen aktuelleren Untersuchungen zufolge, wird die Idee aufrechterhalten, dass die Aktivitäten, die es ermöglichen, den Verstand und seine intellektuellen Funktionen zu stimulieren und zu trainieren, dabei helfen können, das Gehirn gesund zu halten und neurodegenerativen Krankheiten vorzubeugen, wie es der Fall bei der Alzheimerkrankheit ist.

Können wir unsere kognitive Reserve verbessern?

Jeder Mensch kann, wenn er es sich vornimmt, Skulpteur seines eigenen Gehirns sein” 

(Santiago Ramón y Cajal)

Wie wir schon erwähnt haben, existieren bestimmte Faktoren, die einen Einfluss auf die kognitive Reserve unseres Gehirns haben. Ein gesundes Leben zu führen und ausgeglichene und gesunde Gewohnheiten zu haben, kann uns dabei helfen, unsere kognitive Reserve und Gehirngesundheit zu verbessern. Deshalb wird eine gute Ernährung, nicht zu rauchen, nicht übermäßig zu trinken, etc. empfohlen.

Gehirntraining ist von vitaler Bedeutung und heutzutage können wir dies mit einer Vielzahl an erreichbaren Aktivitäten tun, wie zum Beispiel Lesen, ins Kino oder ins Theater gehen, uns mit unseren Freunden und der Familie treffen, tanzen … All diese Tätigkeiten erfordern, dass unsere kognitiven Ressourcen richtig funktionieren und mit ihnen sind wir fähig, unser Gehirn zu trainieren. Das Wichtigste ist, das Gehirn und den Verstand so lange wie möglich beschäftigt und aktiv zu halten.

Heutzutage existieren technologische Werkzeuge im Bereich der Innovation-Gesundheit, die es ermöglichen, auf professionelle Art und Weise die kognitive Reserve einer jeden Person zu verbessern. CogniFit ist die führende Plattform in kognitiver Bewertung und zerebralen Stimulierung: Um das Gehirn über den Verlauf der Jahre aktiv zu halten, verfügt CogniFit über eine online verfügbare Technologie, die es erlaubt, die fundamentalen kognitiven Fähigkeiten aller Menschen zu messen und zu verbessern, von den Kleinsten (Kindern ab 6 Jahren) bis zu den älteren Erwachsenen (kognitive Stimulation Alzheimer).

CogniFit ist ein führendes Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulierung, es ist die meistverwendete nicht medikamentöse Behandlung bei Fällen von Gedächtnisproblemen, leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenzen im Frühstadium. Die Technologie von CogniFit wurde wissenschaftlich normiert und validiert und fokussiert sich auf die Neuroplastizität.

Und du, was machst du, um deine kognitive Reserve zu vergrößern? Du kannst deinen Kommentar und deine Vorschläge unten hinterlassen. Ich freue mich darauf, sie zu lesen. 😉

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Neurotransmitter: Welche gibt es? Welche Funktionen erfüllen sie?

Sicher hast du dich schon mehr als einmal deprimiert oder kraftlos gefühlt und weißt, dass die Neurotransmitter Serotonin und Dopamin für deine Stimmung eine Rolle spielen. Doch welcher Mechanismus liegt dem zugrunde und welche Funktionen führen die Neurotransmitter in deinem Organismus genau aus? In diesem Artikel erklärt die die Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda die bedeutendsten Arten von Neurotransmittern für den menschlichen Körper und ihre Verbindung mit dem Nervensystem.

Was sind Neurotransmitter? 

Teste zunächst dein Wissen

Was weißt du bereits über Neurotransmitter?

1. Für welchen Neurotransmitter gibt es im Körper 5 verschiedene Rezeptoren?
  • Dopamin hat 5 verschiedene Rezeptoren, welche die Namen D1, D2, D3, D4 und D5 tragen. Die unterschiedlichen Rezeptoren befinden sich in verschiedenen Teilen des Gehirns. Dadurch kann der Neurotransmitter auf viele verschiedene Arten genutzt werden. Wenn Dopamin beispielsweise mit dem D1-Rezeptor des limbischen Systems interagiert, hat das Auswirkungen auf der Verhaltensebene.

2. Welcher Neurotransmitter wird auch 5-Hydroxytryptamin oder 5-HT genannt?
  • Serotonin ist auch als 5-Hydroxytryptamin beziehungsweise 5-HT bekannt. Das ist der Fall, da der Neurotransmitter aus der Aminosäure Tryptophan besteht. Tryptophan findet sich in Nahrungsmitteln wie Getreide, Fleisch und Milchprodukten. Ein Mangel an Tryptohan kann dementsprechend zu einem geringeren Serotoninlevel führen.

3. Welcher der folgenden Neurotransmitter ist inhibitorisch?
  • GABA ist ein inhibitorischer Neurotransmitter, was bedeutet, dass es dem nachfolgenden Neuron mitteilt, kein Aktionspotential abzufeuern. Exzitatorische Neurotransmitter wie Adrenalin oder Noradrenalin hingegen aktivieren das Neuron, sodass Aktionspotentiale ausgelöst werden, was in der Regel dazu führt, dass noch mehr Neurotransmitter ausgeschüttet werden.

4. Der Bereich in welchen die Neurotransmitter von einer Zelle ausgeschüttet werden, um mit einer anderen Zelle zu kommunizieren, nennt sich _____
  • Die Synapse, beziehungsweise der Synaptische Spalt ist der Ort, an dem alles passiert. Die Neurotransmitter werden am synaptischen Endknöpfchen Enden der Zelle ausgeschüttet, um mit den Rezeptoren der Dendriten der nachfolgenden Zelle zu interagieren.

5. Wenn es zu einem neurochemischen Ungleichgewicht kommt, wodurch eine Krankheit oder Beschwerden entstehen, können Wissenschaftler Medikamente entwickeln, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Was muss bei der Entwicklung dieser Medikamente, welche die Chemie des Gehirns beeinflussen, unbedingt beachtet werden?
  • Während all diese Dinge wichtige Faktoren sind, ist das größte Hindernis die Blut-Hirn-Schranke, wenn es um die Entwicklung von Medikamenten geht. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine sehr selektive Grenze, welche nur bestimmten Substanzen und Nährstoffen den Durchgang erlaubt. Dadurch wird das Gehirn vor möglichen gefährlichen Substanzen geschützt.

Was sind die Neurotransmitter?

Die Neurotransmitter wurden 1921 vom Biologen Otto Loewi entdeckt, der später den Nobelpreis für seine Arbeiten gewann. Bis dahin glaubte man, dass die interneuronale Kommunikation (zwischen Neuronen) über elektrische Kommunikationsmittel stattfindet. Loewi entdeckte, dass dieses Konzept falsch ist, indem er zeigte, dass die Neuronen untereinander durch die Freisetzung von chemischen Substanzen kommunizierten, die man Neurotransmitter nennt. Von 1921 bis heute wurden mehr als 60 verschiedene Arten von Neurotransmittern entdeckt.

Neurotransmitter sind notwendige Biomoleküle, die für den Transport der Information von einem Neuron zum anderen durch den synaptischen Vorgang zuständig sind. Sie agieren als Botenstoffe im Gehirn.

Neurotransmitter kommunizieren indem sie entweder chemisch oder elektrisch wirken. Kleine Pakete, die sogenannten Vesikel, befinden sich im Synaptischen-Endknöpfchen jedes Neurons. In diesen Vesikeln werden die Neurotransmitter gelagert, die sich öffnen und die Neurotransmitter freigeben, wenn ein elektrischer Impuls, ein Aktionspotential, die Zelle stimuliert. Sobald das Neuron das Signal erhält, wandern die Vesikel zum Zellmembran und schütten die Neurotransmitter in den synaptischen Spalt. Das ist der Bereich zwischen den Dendriten eines Neurons und der präsynaptischen Endigung eines anderen Neurons.

Neurotransmitter interagieren mit den Rezeptoren der Dendriten des nachfolgenden Neurons, nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Sie besitzen eine spezielle Oberfläche und Form, mit dem sie wie ein Schlüssel an einen bestimmten Rezeptor andocken können. Sobald der Neurotransmitter an den Rezeptor angedockt hat und mit diesem verbunden ist, wird -je nach Rezeptortyp- die nachfolgende Zelle inhibiert oder durch ein Aktionspotential erregt. Wenn das Neuron das Signal bekommt zu feuern, findet der ganze Prozess von vorne statt.

Das korrekte Funktionieren unserer Neurotransmitter sorgt für ein Gleichgewicht in allen Funktionen unseres Nervensystems. Es kann durch genetische Prädispositionen oder Einflüsse der Umwelt zu einer falschen oder mangelhaften Synthetisierung oder Produktion bestimmter Neurotransmitter kommen. Dies führt zu Unordnung und kann eine körperliche oder psychische Störung zur Folge haben.

Im Folgenden werden die Beziehung zwischen diversen Krankheiten genauer betrachtet und der enge Zusammenhang mit den unterschiedlichen Arten von Neurotransmittern beleuchtet.

Arten von Neurotransmittern und ihre Funktionen

Im Folgenden werden wir eine Übersicht von den wichtigsten Arten von Neurotransmittern und ihren Funktionen erstellen. Gruppierung von Neurotransmittern:

1- Acetylcholin (ACh)

Hauptfunktionen des Acetylcholins und Handlungsmechanismen: Unter den unterschiedlichen Arten von Neurotransmittern ist das Acetylcholin der Neurotransmitter, der unter anderem für die Muskelreize verantwortlich ist. Er kümmert sich um die Aktivierung der motorischen Neuronen und beteiligt sich an diversen Zonen des Gehirns, die für das Lernen, die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis oder die Erregung zuständig sind. Außerdem erachtet man das Acetylcholin als wichtige Substanz zur Bekämpfung des neurologischen Abbaus.

Die Hauptfunktion des Acetylcholin ist die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten. Es ist grundlegend bei der Bildung von Erinnerungen, der Konzentrationsfähigkeit und dem logischen Denken. Zudem kümmert es sich um den Übergang vom Wachzustand zum Schlaf.

Wo befindet sich das Acetylcholin? Das Acetylcholin befindet sich in unterschiedlichen Teilen des zentralen Nervensystems (ZNS) und in den Synapsen der Drüsen und Muskeln.

Funktionsstörungen, die mit einem Defizit an Acetylcholin zusammenhängen: Die Alzheimerkrankheit und Morbus Parkinson hängen mit einem Mangel an Acetylcholin zusammen. Bei Alzheimerpatienten beobachtet man einen Verlust von bis zu 90% von Acetylcholin im Gehirn.

2- Dopamin

Hauptfunktionen des Dopamins und Handlungsmechanismen: Was ist Dopamin und welche Funktionen hat es? Das Dopamin wird als Neurotransmitter des Vergnügens erachtet, man verbindet es mit dem Vergnügen und Entspannungsgefühl.

Unter den Hauptfunktionen des Dopamins können wir die Verbindung mit der Lernfähigkeit finden, konkreter die Verbindung zu den kognitiven Prozessen, der Regulierung des Gedächtnisses. Es spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle bei der Entscheidungsfindung. Die Motivation und die Neugierde scheinen auch mit diesem Neurotransmitter in Verbindung.

Es sorgt für die Regulierung der angenehmen Emotionen. Wenn wir eine Droge gewohnheitsmäßig konsumieren, wie Nikotin oder Alkohol, steigen die Dopaminwerte in unserem Körper und es entsteht dieses angenehme und entspannte Gefühl.

Wo befindet sich das Dopamin? Dieser Neurotransmitter befindet sich im vegetativen Nervensystem (VNS)

Funktionsstörungen oder Krankheiten, die mit einem Defizit an Dopamin zusammenhängen: Das Dopamin steht mit der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) in Verbindung, da der Mangel an diesem Neurotransmitter Konzentrationsprobleme und – Defizite erzeugt. In Verbindung mit der bipolaren Störung wurde ein Anstieg von Dopamin in den manischen und hypomanischen Phasen nachgewiesen. Die Schizophrenie und Morbus Parkinson hängen ebenfalls mit Dopamin zusammen. Im Fall von der Schizophrenie entsteht ein Überschuss an Dopamin in den Frontallappen und im Fall von Morbus Parkinson ein Mangel an Dopamin in den motorischen Zonen, die für unkontrollierbares Zittern verantwortlich sind.

3- Noradrenalin

Hauptfunktionen des Noradrenalins und Handlungsmechanismen: Man kennt Noradrenalin auch unter dem Namen Stresshormon. Das liegt an seiner Doppelfunktion, als Hormon und als Neurotransmitter.

Noradrenalin ist eine Art von Neurotransmitter mit erregender Funktion, der für die Aktivierung des sympathischen Nervensystems sorgt.

Das Noradrenalin wird mit der Herzfrequenz assoziiert und greift in die Gehirnvorgänge der Aufmerksamkeit und Reaktionserzeugung ein. Unter seinen Hauptfunktionen sind die Regulierung des Gemütszustands und die körperliche und geistige Erregung.

Wo befindet sich das Noradrenalin? Diese Art von Neurotransmitter befindet sich hauptsächlich im zentralen Nervensystem (ZNS) und in einigen Zonen des Sympathikus des vegetativen Nervensystems (VNS).

Funktionsstörungen oder Krankheiten, die mit einem Mangel an Noradrenalin zusammenhängen: Ein Defizit an dieser Art von Neurotransmitter steht im Zusammenhang mit depressiven und affektiven Störungen. Stress erschöpft unsere Reserven häufig, während einige Drogen wie Amphetamine oder Speed die Noradrenalin-Werte drastisch ansteigen lässt.

Ein niedriger Noradrenalin-Wert sorgt für einen Rückgang des sexuellen Verlangens.

4- γ-Aminobuttersäure: GABA

Hauptfunktionen des Neurotransmitters GABA und Handlungsmechanismen: GABA besitzt eine hemmende Funktion im Nervensystem, er verhindert, dass wir uns übermäßig aufregen und verhindert Panik- oder Angstreaktionen. Alkohol und Drogen können die Funktion des Neurotransmitters GABA beeinflussen und ein subjektives Gefühl der Kontrolle erzeugen.

Er spielt eine wichtig Rolle bei der Kontrolle der motorischen Tätigkeiten und der Sicht, des Verhaltens, und den Stressreaktionen. Außerdem ist er ein essentieller Schutzfaktor bei der Panikkontrolle.

Wo befindet sich der Neurotransmitter GABA? Im Gehirn und der Hirnrinde

Funktionsstörungen oder Krankheiten, die mit einem Mangel am Neurotransmitter GABA zusammenhängen: Wenn wir geringe Werte des Neurotransmitters GABA aufweisen, können wir in unserem Körper unter Angststörungen leiden, und seine vollständige Abwesenheit korreliert mit epileptischen Phasen.

Sehr geringe GABA-Werte können zu Wahn und Panikattacken führen.

5- Serotonin

Hauptfunktionen des Serotonins und Handlungsmechanismen: Das Serotonin ist auch als Glückshormon bekannt und wird häufig mit 5-HT abgekürzt. Es erfüllt zwei Funktionen in unserem Organismus; als Hormon und als Neurotransmitter.

Es spielt eine wichtige Rolle beim Prozess der Verdauung, der Regulierung der Körpertemperatur und hat einen großen Einfluss auf das sexuelle Verlangen. Außerdem scheint es die Aggressivität bedeutend zu verringern.

Wo befindet sich das Serotonin? Diese Art von Neurotransmitter befindet sich in verschiedenen Regionen des zentralen Nervensystems.

Funktionsstörungen oder Krankheiten, die mit einem Mangel an Serotonin zusammenhängen: Ein Mangel an Serotonin in unserem Organismus hängt mit Krankheiten wie Depressionen, Zwangsstörungen (OCD), Aggressivität, Drogen- oder Alkoholabhängigkeit, Essstörungen und Schlaflosigkeit zusammen.

6- Glutamat

Hauptfunktionen des Glutamats und Handlungsmechanismen: Das Glutamat hängt mit dem Neurotransmitter GABA zusammen und ist das am häufigsten vorkommende im zentralen Nervensystem (ZNS). Es ist fundamental für die Prozesse der Erinnerung. Ein Überschuss an Glutamat toxische Effekte auf unseren Organismus und sorgt für Nerventod.

Diese Art von Neurotransmitter ist mit Erinnerungs- und Lernfunktionen verbunden und mit den komplexesten kognitiven Funktionen. So kann ein Ungleichgewicht des Neurotransmitters Glutamat für neurodegenerative Pathologien sorgen.

Wo befindet sich das Glutamat? In diversen Bereichen des zentralen Nervensystems

Funktionsstörungen oder Krankheiten, die mit einem Mangel an Glutamat zusammenhängen: Niedrige Werte an Glutamat hängen mit Krankheiten der motorischen Neuronen zusammen. Die am häufigsten assoziierte Krankheit ist die Exzitose, ein Vorgang, bei dem die Neuronen durch eine Überaktivierung stark geschädigt oder zerstört werden. Die Exzitose korreliert mit neurodegenerativen Krankheiten wie unter anderem der Huntington-Krankheit, der Alzheimer-Krankheit und Parkinson.

Hohe Glutamat-Werte in unserem Organismus korrelieren mit epileptischen Phasen.

Vielen Dank fürs Lesen, zögere nicht, deine Kommentare und Fragen unten zu hinterlassen.

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.