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Intrinsische Motivation: Was uns antreibt, unsere Ziele zu verwirklichen

Was bringt uns dazu gerne zu Fotografieren oder uns in einem Tanzkurs anzumelden? Wieso beschäftigen sich manche Menschen mit Dingen, aus denen sie keinerlei finanziellen Nutzen ziehen? Und was gibt uns die Energie unsere Ziele zu verfolgen? Eine wichtige Rolle spielt die intrinsische Motivation. In dem folgenden Artikel wird über diese antreibende Kraft gesprochen. Sie trägt dazu bei, dass wir nicht aufgeben, um unsere persönlichen Ziele zu erreichen. 

intrinsische Motivation

Was ist die intrinsische Motivation?

Motivation ist ein psychischer Prozess, der es uns ermöglicht nach einer bestimmten Art und Weise zu handeln. Wir können motiviert sein an einem Wettbewerb teilzunehmen, einen Mittagsschlaf zu machen oder vor einer unangenehmen Situation zu fliehen. Die Motivation hilft uns, uns an die Umwelt anzupassen und den Herausforderungen unterschiedlicher Situationen zu begegnen.

Gründe für die motivationalen Prozesse sind hierbei je nach Person sehr verschieden. Auch innerhalb einer Person variieren diese je nach Situation und Umständen.

Definition Motivation

Es lassen sich zwei grundlegende Arten der Motivation unterscheiden, die intrinsische Motivation und die extrinsische Motivation.

Die intrinsische Motivation hat ihren Ursprung in unserem Inneren, wenn wir wirklich Interesse haben uns auf eine bestimmte Weise zu verhalten ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. Ein Beispiel der intrinsischen Motivation wäre es, unsere Zeit einer NGO zu widmen, obwohl diese Tätigkeit weder vergütet ist noch sonst irgendeinen Vorteil für uns bringt – abgesehen von der persönlichen Zufriedenheit.

Im Gegensatz dazu ist die extrinsische Motivation auf äußere Anreize (oder der Vermeidung von Bestrafung) zurückzuführen. Ein Beispiel dafür ist eine hart arbeitende Person, die so eine Gehaltserhöhung bekommt.

Es gibt zahlreiche Unterschiede zwischen der extrinsischen und intrinsischen Motivation, der Hauptunterschied liegt aber darin, dass die extrinsischen Motivation an die Erwartung einer Belohnung oder die Vermeidung einer Bestrafung geknüpft ist.

Ein und dieselbe Aufgabenausführung kann sowohl durch extrinsische als auch intrinsische Gründe motiviert sein. So kann jemand regelmäßig ins Fitnessstudio gehen um eine Belohnung wie Gewichtsverlust zu erhalten, andere Leute treiben hingegen Sport des Sportes Willens.

Im Folgenden wird auf die intrinsische Motivation genauer eingegangen. Dabei werden die zentralen Aspekte beleuchtet und gezeigt, wie sich diese Art der Motivation erhöhen lässt.

Intrinsische Motivation: Charakteristika 

  • Wir können unsere intrinsische Motivation beeinflussen: Ab und zu fällt es uns schwer die Ziele zu identifizieren, bei denen wir das beste von uns geben würden. Nichtsdestotrotz sind wir allgemein in der Lage Tätigkeiten zu finden, die unsere Neugierde wecken.
  • Belohnung kann dazu führen, dass die intrinsische Motivation verschwindet: Es hat sich in mehreren Studien gezeigt, dass in verschiedenen Kulturen die materielle Belohnung bestimmter Tätigkeiten zu einer schlechteren Leistung der Personen führt. Wie ist das möglich? Gemäß der Theorie der Überrechtfertigung sinkt das Interesse für eine bestimmte Aufgabe, wenn man dafür extrinsisch belohnt wird. Wenn jemand gerne zeichnet, dann aber dafür bezahlt wird als Illustratorin zu arbeiten, ist es möglich, dass anschließend das Zeichnen mehr als Pflicht und nicht mehr als Leidenschaft wahrgenommen wird.
  • Ebenfalls gibt es Formen der Belohnung, welche die intrinsische Motivation erhöhen: Im Gegensatz zur eben genannten materiellen Belohnung, können gezeigte soziale Unterstützung oder Anerkennung geschätzter Personen sehr wohl die intrinsische Motivation erhöhen. Eine erwartete materielle Belohnungen ist jedoch das, was uns uns am meisten daran hindert unsere Fähigkeiten zu entwickeln und uns den Aufgaben zu widmen, die uns wirklich begeistern.
  • Der Schwierigkeitsgrad hat Auswirkungen auf die intrinsische Motivation: Unsere Ziele laden uns dazu ein unsere Fähigkeiten maximal zu entwickeln und zu erhalten. Nichtsdestotrotz müssen wir davon überzeugt sein, den entsprechenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Andererseits erscheinen uns zu einfache Aufgaben langweilig und interessieren uns nicht. Wenn wir ein perfektes Gleichgewicht des Schwierigkeitsgrades finden und voll und ganz in unserer Aufgabe aufgehen, dann spricht man vom sogenannten Flow, wie Csikszentmihalyi ungarischer Psychologe, bestätigt.

Intrinsische Motivation: Anwendung und Beispiele

Intrinsische Motivation in der Schule

Während der schulischen Ausbildung werden wir regelmäßig mit Inhalten konfrontiert, die uns langweilig oder sogar unangenehm erscheinen. Doch selbst wenn wir uns dem widmen, was uns wirklich motiviert, stoßen wir auf Hindernisse. Was lässt sich tun, um nicht aufzugeben?

Erst einmal ist es wichtig das Lernverhalten des Kindes zu stärken, ohne dabei direkt auf materielle Verstärkung zurückzugreifen, wenn es beispielsweise die Hausaufgaben erledigt. Eine Bestrafung anzudrohen ist ebenfalls keine wirksame Methode. Grundlegend sollte dem Kind beigebracht werden, dass es sich um eine befriedigende Aktivität handelt und kein Mittel zum Zweck ist. Die Motivation ist im Lernprozess elementar wichtig.

Es ist einfacher signifikativ zu lernen, wenn wir: Wissen wertschätzen; Neugierde fördern; uns hilfreiche Lernmethoden angewöhnen; Verbindungen zwischen Lerninhalten und unserem Alltagsleben herstellen und so entdecken, dass die Lerninhalte eine praktische Relevanz haben, usw.

Intrinsische Motivation bei der Arbeit

Die intrinsische Motivation ist im Arbeitsleben ein Schlüssel zum Erfolg. Wir alle kennen das Gefühl, dass wir ständig auf die Uhr gucken und die Zeit nicht vergeht, weil die Aufgabe, die wir zu erledigen haben uns keinen Spaß macht und wir endlich etwas Schönes unternehmen wollen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir mit diesem Verhalten nicht zu erfolgreichen Ergebnissen kommen. Diese Umstände führen dazu, dass wir noch weniger Lust haben weiterzuarbeiten.

Es ist nicht immer einfach die Möglichkeit zu haben seinen Traumjob auszuüben. Dennoch gibt es Wege, in unserem Arbeitsleben motiviert zu sein: indem wir adäquate Pausen machen; mit unseren Arbeitskollegen eine gute Beziehung aufbauen; nicht in der Routine stecken bleiben, indem wir neue Lösungsansätze für unsere Probleme finden; etc.

Am Arbeitsplatz freiwillig Aufgaben zu übernehmen, kann die allgemeine Arbeitsbereitschaft und Motivation aller Mitarbeiter zur Folge haben. Diese kooperative soziale Verantwortlichkeit erzeugt somit sowohl Vorteile für die Leute die sie empfangen, als auch für die Person, die sie sendet.

Es gibt noch weitere Techniken, die von Unternehmen angewandt werden, um die Motivation ihrer Mitarbeiter zu steigern: von Zeit zu Zeit den Raum für eigens entwickelte Projekte zu bieten; ihre Aus- und Weiterbildungen zu finanzieren und ihre Stärken anzuerkennen. Das ist äußerst nützlich, um zu erreichen, dass die Mitarbeiter zufriedener sind und sich anstrengen – anstatt die Minuten bis zum Feierabend zu zählen.

Intrinsische Motivation im Alltag

Es existieren unzählige Alltagsaufgaben die wir um einiges besser ausführen, wenn wir eine intrinsische Motivation verspüren. Wir kochen aufwendiger und besser, wenn uns die Tätigkeit an sich Freude bereitet und nicht ausschließlich dazu dient uns zu ernähren.

Persönliche Beziehungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für unsere intrinsischen Motivation. Eine Verbindung zu Leuten aufzubauen, kann entscheidend dazu beitragen uns für eine bestimmte Aktivität zu motivieren. Mit Freunden zusammen eine Wanderung zu unternehmen oder ins Museum zu gehen, kann unsere Lust nach Bewegung und Kultur deutlich steigern.

Intrinsische Motivation: Vorteile 

  • Steigert unsere Produktivität: Die intrinsische Motivation fördert unsere Assoziationsfähigkeit und Originalität bei der Lösung von Problemen. Das führt dazu, dass wir weniger schnell ermüden und eine positive Einstellung unseren Aufgaben gegenüber aufrechterhalten können.
  • Erhöht das Wohlbefinden: Zu Wissen welche Aufgaben uns Freude bereiten und diesen Zeit widmen zu können, ist eine unversiegbare Quelle persönlicher und professioneller Zufriedenheit.
  • Steigert unser Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit: Der Aufwand, den wir für uns motivierende Aufgaben aufwenden, ist in der Regel durch große Fortschritte gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass wir uns kompetent und zufrieden fühlen. Wen erfüllt es nicht mit Stolz und Freude, wenn er Fortschritte in der Aufgabe macht, die ihm gefällt?
  • Erleichtert die Autonomie: die intrinsische Motivation treibt uns dazu an unser Wissen in den Bereichen zu erweitern die uns interessieren; eine Aufgabe zu bearbeiten ohne dass uns jemand darum bittet; Eigeninitiative zu ergreifen, um eigene Werke zu erschaffen.
  • Ist stabiler als die extrinsische Motivation: Wenn eine Entlohnung für unsere Aufgabe erhalten, hören wir in zahlreichen Fällen auf das Ziel zu verfolgen, das wir hatten. Wenn beispielsweise unser Ziel war, die Biologieprüfung zu bestehen und wir eine 4 als Endnote bekommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir, sobald wir unsere Note erfahren, dieses Fach vergessen. Wenn uns der Inhalt hingegen mitreißt, werden wir versuchen weitere Sachen zu lernen, auch wenn wir keine Prüfungen mehr haben.

Obwohl die intrinsische Motivation positiver erscheint als die extrinsische, ist diese trotzdem notwendig. Es ist beispielsweise nicht möglich, den Mitarbeitern im Unternehmen kein Gehalt mehr auszuzahlen, wenn sich ihre Leistung verringert.

Außerdem ist es möglich, beide Motivationsformen zu kombinieren. Beispielsweise kann es sein, dass wir beginnen in eine Yoga-Klasse zu gehen, um unsere Rückenschmerzen loszuwerden und am Ende gehen wir dorthin, weil es uns unheimlichen Spaß bereitet. Wichtig ist, die externe Belohnung nicht als Hauptziel anzusehen.

Wie lässt sich die intrinsische Motivation entwickeln? 5 grundlegende Tipps

1. Vermeide Routine

Das Gefühl von Monotonie führt zu Müdigkeit und Langeweile. Wenn du beispielsweise gerne morgens joggen gehst um aktiv zu werden, kannst du versuchen deine Route zu variieren und so neue Alternativen zu entdecken. Herausforderungen motivieren uns, Engagement für Aktivitäten aufzubringen, die uns begeistern.

2. Nimm eine positive Haltung ein

Grundlegend ist es wichtig, sich auf den Prozess zu konzentrieren ohne dabei Druck auf sich auszuüben perfekte Ergebnisse erzielen zu müssen. Uns selbst zu vertrauen und uns positiv zu bewerten, ist fundamental für unser Wohlbefinden. Des Weiteren sollten wir nicht vergessen, dass das Ziel der Aufgabe sein sollte, diese ohne Druck und negative Gedanken zu genießen, wenn wir diese durch intrinsische Motivation heraus begonnen haben.

3. Sei nicht zu anspruchsvoll mit dir selbst 

Uns unerreichbare Ziele zu setzen oder unsere Ergebnisse negativ zu bewerten, ist kontraproduktiv für unsere intrinsische Motivation. Trotzdem ist es gut, kritisch mit uns selbst zu bleiben, wir sollten versuchen uns objektiv zu bewerten. Dabei ist es von Vorteil, sich auf das zu konzentrieren was wir verbessern können und dabei konkrete Bereiche vor Augen haben, anstatt nur an unsere Fehler zu denken und uns für diese zu bestrafen.

4. Belohne deine Fortschritte

Obwohl angemerkt wurde, dass die intrinsische Motivation nicht auf Belohnung beruht, ist es wichtig, dass wir unsere Verdienste anerkennen. Ebenso sollten wir uns für das was wir erreicht haben loben. Dabei können wir uns kleine Pausen oder Gelüste für unsere geleistete Arbeit gewähren.

5. Umgebe dich mit Personen, die ähnliche Interessen haben wie du selbst 

Wenn wir an sich schon gerne Tanzen und zusätzlich aber auch noch einen Freundeskreis haben, der gerne neue Choreographien einstudiert, steigt mit Sicherheit unser Interesse. Es ist wichtig, dass wir unsere Erfahrungen mit Menschen teilen können, die sich für die gleichen Dinge begeistern wie wir. Heutzutage ist es glücklicherweise relativ einfach Leute zu finden, bei denen dies der Fall ist.

Intrinsische Motivation: Autoren

– Abraham Maslow

Maslow ist einer der bekanntesten Theoretiker der Motivationslehre. Dieser humanistische Psychologe ist vor allem für seine Bedürfnispyramide bekannt, in welcher die menschlichen Bedürfnisse hierarchisch angeordnet sind. Die intrinsische Motivation ist hierbei vor allem mit der Spitze der Pyramide assoziiert, basierend auf dem Bedürfnis der Selbstverwirklichung. In der Selbstverwirklichung erreicht unsere Existenz ihren maximalen Sinn und unser gesamtes Potential lässt sich verwirklichen.

– Albert Bandura

Dieser Psychologe entwickelte das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung. Es bezeichnet die Idee, dass die Meinung einer Person über eine Aufgabenausführung von der Erfolgserwartung, Ausdauer und wie viel Zeit sie dieser widmet, abhängt. Wenn wir zum Beispiel merken, dass wir durch große Anstrengungen unser Englisch verbessern können, werden wir uns stolzer und fähiger fühlen unsere Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Personen, die an ihre eigenen Kompetenzen glauben, zeigen eine höhere Ausdauer bei der Aufgabenbewältigung.

– Eduard Deci und Richard Ryan

Die von diesen Autoren postulierte Selbstbestimmungstheorie geht davon aus, dass wir uns den Aufgaben widmen die uns interessieren, statt jenen die in uns kein Interesse hervorrufen. Diese Theorie ist besonders für den sportlichen Bereich wichtig. Wir müssen eine gewisse Autonomie besitzen wenn wir unsere Entscheidungen treffen. Unsere Vorlieben sind sehr verschieden und jede Person handelt entsprechend ihrer Präferenzen.

– Mihaly Csikszentmihalyi

Dieser Spezialist der positiven Psychologie untersucht den Zustand des Flows, der entsteht, wenn wir uns in eine Aufgabe vertiefen, die weder zu leicht noch zu schwierig für uns ist. In diesem Zustand konzentrieren wir uns ganz auf die Aufgabe und vergessen die Zeit und alles andere um uns herum. Ein Beispiel können Künstler sein, die in ihre Arbeit versunken ihre Werke erschaffen.

Csikszentmihalyi ist Experte auf dem Gebiet der Kreativität und untersucht mit seiner Forschung den Zustand des Flows. In dem folgenden Video erklärt er einen Teil seiner Entdeckungen und die entscheidende Rolle, welche die intrinsische Motivation darin spielt.

Falls Fragen oder Anmerkungen zum Artikel bestehen, kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Übersetzt aus dem Spanischen: Ainhoa Arranz Aldana, Psychologin bei CogniFit.

Sprech- und Sprachstörungen: Welche gibt es, wie diagnostiziert und behandelt man sie?

Was sind Sprachstörungen? Sprachstörungen, Sprechstörungen oder Sprachbehinderungen beziehen sich auf Probleme der Kommunikation oder andere Bereiche, wie beispielsweise die oralen motorischen Funktionen, die ebenfalls mit der Sprache zusammenhängen. Sprech- und Sprachstörungen können sehr unterschiedliche Symptome aufweisen und reichen von Verständnisproblemen bis hin zu Logorrhoe. Außerdem können sie von Geburt an, oder erst im Erwachsenenalter in Erscheinung treten.

Ursachen von Sprech- oder Sprachstörungen

Es gibt diverse Ursachen für Sprech- oder Sprachstörungen. Wir können die Ursachen je nach Auslöser der Störung unterscheiden. Bei organischen Ursachen, welche sich auf jegliches für die Funktionsweise der Sprache wichtige Organ beziehen können, lassen sich folgende Ursachen unterscheiden:

  • Erbliche Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen von den Eltern geerbt werden.
  • Angeborene Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen durch den Gebrauch von Pharmazeutika oder Komplikationen während der Schwangerschaft auftreten.
  • Perinatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen durch Komplikationen während der Geburt
  • Postnatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen nach der Schwangerschaft, ein Beispiel sind die Sprech- oder Sprachstörungen, die durch eine Frühgeburt verursacht werden.

Zusätzlich zu den organischen Ursachen gibt es die funktionellen Ursachen, welche auf eine pathologische Funktionsweise der Organe zurückzuführen sind, die in die Sprache verwickelt sind. Ebenfalls gibt es hormonelle Ursachen, die vor allem die psychomotorische Entwicklung des Kindes beeinflussen. Ökologische Ursachen sind auch ein Faktor, der Einfluss auf die Sprache nehmen kann, das Umfeld kann hierbei die sprachlichen Fähigkeiten eines Individuums beeinflussen. Abschließend spielen die psychosomatischen Ursachen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Sprachstörungen, da unser Denken einen großen Einfluss auf uns hat und es so zu einem anormalen Sprachgebrauch kommen kann. In gleicher Weise können Sprachschwierigkeiten auch unsere Gedanken beeinflussen. Beides kann die Fähigkeit des korrekten mündlichen Ausdrucks und Verständnisses erschweren.

Symptome von Sprech- oder Sprachstörungen

Verschiedene Symptome können eine mögliche Sprach- oder Sprechstörung, abhängig von der Störung und der betroffenen Sprachzone, vorhersagen. In der folgenden Klassifikation lassen sich verschiedene Symptome der allgemeinen Sprach- und Sprechstörungen unterscheiden:

  • Symptome einer Störung in der Ausdrucksentwicklung: Diese Störungen lassen sich beispielsweise durch einen extrem begrenzten Wortschatz erkennen, durch Schwierigkeiten beim Wörtermerken oder bei der Generierung von langen Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer Mischstörung der expressiv-rezeptiven Sprache: Hierbei zeigen sich die gleichen Symptome wie im vorherigen Abschnitt des Ausdrucks. Zusätzlich treten Probleme bei dem Sprachempfang auf, wie zum Beispiel das Verständnis von Wörtern oder Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer phonologischen Störung: Die Betroffenen zeichnen sich durch die Unfähigkeit aus, gewisse Sprachlaute verwenden zu können. Ebenfalls machen sie Fehler bei der Erzeugung, Darstellung und/oder Verwendung von Lauten (Sprechstörung).

Die Redeflussstörungen zeichnen sich durch Unterbrechungen, Pausen, Wiederholungen oder Einschübe aus. Zu diesen Störungen gehört das Stottern, eine der bekanntesten Sprechstörungen, bei der es zu einer Störung des Redeflusses und der Organisation der Worte kommt.

Obwohl Sprache an sich ein komplexer Prozess ist und diesbezügliche Störungen divers sind, lassen sich bestimmte Merkmale identifizieren, die eine mögliche Sprachentwicklungsstörungs anzeigen. Bei den Sprachstörungen bei Kindern, lassen sich die folgenden Anzeichen unterscheiden:

  • Die expressive Sprache betreffend: Ein Problem ist dann wahrscheinlich, wenn das Kind einen beschränkten aktiven Wortschatz hat als andere gleichaltrige Kinder, es dem Kind schwer fällt neue Wörter zu lernen, es verbale Zeiten verwechselt, es allgemeine statt spezifische Wörter nutzt, es selten spricht, es -obwohl es Wörter richtig aussprechen kann- sinnlose Sätze sagt, eine begrenzte Satzstruktur verwendet oder häufig bestimmte Phrasen verwendet.
  • Die rezeptive Sprache betreffendZeichen hierfür sind, dass das Kind desinteressiert wirkt wenn Menschen sprechen, es dem Kind schwer fällt bestimmte Anweisungen zu befolgen oder zu verstehen was gesagt/gesagt wird.

Für detaillierte Information über die kindliche Sprachentwicklung ist das untenstehende Video hilfreich:

Sprechstörungen: Klassifizierung und Typen

Die allgemeinen Typen der Sprechstörungen lassen sich folgendermaßen klassifizieren und unterscheiden:

1- Dysartrhien: 

Bei Dysarthrien handelt es sich um eine Reihe von Sprechstörungen, die aufgrund erworbener Hirnschäden bzw. Schädigungen der Hirnnerven und peripheren Gesichtsnerven entstehen. Diese Läsionen können sowohl die Ausführung als auch die Sprechbewegung einschränken.

2- Dyslalien:

Dyslalien umfassen Sprechstörungen der Aussprache beziehungsweise der Artikulation.  Hierbei kommt es zum Auslassen oder dem falschen Einsatz bestimmter Phoneme.

Es gibt hierbei verschiedene Ursachen von Dyslalien:

  • Physiologische Dyslalien: Die Ursache der Fehlartikulation ist, dass die Sprechorgane des Kindes noch nicht komplett ausgebildet sind, um bestimmte Worte zu artikulieren. Bis zu einem bestimmten Alter ist dies ganz normal und ist kein Anlass zur Sorge, insofern sich diese Probleme nicht über einen langen Zeitraum erstrecken.
  • Audiogene Dyslalien: Wie durch den Namen angedeutet, liegt die Ursache der Sprechstörung in einem Defekt im Hörvermögen des Kindes. Dadurch kann das Kind die Wörter nur eingeschränkt erkennen und imitieren, was dazu führt, dass das Kind sich nicht normal ausdrücken kann. Es ist naheliegend, dass wir schlecht sprechen, wenn wir schlecht hören.
  • Funktionelle Dyslalien: Diese Art der Dyslalie kann durch eine physiologische Dyslalie hervorgerufen werden. Hierbei bleibt die Sprechstörung bestehen, obwohl die Sprechorgane des Kindes bereits voll ausgebildet sind. Hierbei handelt es sich um einen Defekt in der Artikulierung der Botschaft.
  • Organische Dyslalien: Diese Art der Dyslalie wird auch Dysglossie genannt und ist auf Defekte der Sprechorgane zurückzuführen.

3- Dysglossien:

Die Dysglossie kann durch verschiedene organische Veränderungen ausgelöst werden. Hierbei kann es folgende Ursachen geben:

  • Labiale Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form der Lippen verursacht. Zwei der bekanntesten Varianten sind die Hasenscharte oder das Lippenbändchen (Frenulum).
  • Mandibulare Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form des Ober- oder/und Unterkiefers hervorgerufen. 
  • Dentale Dysglossien: Diese Art von Sprechstörung wird durch eine Veränderung der Form oder der Position der Zähne verursacht.
  • Linguale Dysglossien: werden durch Veränderungen der Zunge verursacht. Die Zunge ist ein Organ, das eine perfekte Synchronisierung zum Sprechen benötigt. Einige Störungen, die diese Art von Dysglossie auslösen können, sind die Ankyloglosson (angewachsenes Zungenbändchen), die Makroglossie (unverhältnismäßige Größe der Zunge) oder die einseitige oder beidseitige Lähmung der Zunge.
  • Nasale Dysglossien: werden durch Störungen verursacht, die verhindern, dass die Luft normal in die Lungen geleitet werden kann.
  • Palatale Dysglossien: werden durch Veränderungen des Gaumens verursacht.

4- Stottern

Das Stottern ist eine Sprechstörung des Redeflusses, die sich durch Spasmen und Wiederholungen aufgrund einer fehlerhaften Koordination der Ideomotrizität des Gehirns auszeichnet.

Weitere Störungen der Sprache: Klassifizierung und Typen

1- Aphasien

Diese Art der Sprachstörung tritt nach unterschiedlichen Erkrankungen auf, deren Ursache Verletzungen bestimmter Gehirnregionen ist, die mit der Sprache verbunden sind.

  • Broca-Aphasie: Die Borca-Aphasie wird durch eine Verletzung im Gyrus frontalis inferior, dem Broca-Areal und benachbarten Regionen verursacht. Betroffene leiden unter extremen Schwierigkeiten sich zu artikulieren und haben starke Wortfindungsstörungen. Sie sprechen meist in sehr kurzen Sätzen, hingegen bleibt das Verständnis größtenteils unversehrt oder wenig beschädigt.

  • Wernicke-Aphasie: Die Wernicke-Aphasie ist eine Sprachstörung, die durch Verletzungen im linken Temporallappen samt auditivem Cortex entsteht. Diese Störung ist auch als rezeptive Aphasie bekannt und zeichnet sich durch ein relativ flüssiges Sprechen aus, allerdings beinahe ohne informativen Wert. Es kommt zum semantischen Paraphasien (Wörterverwechslungen) und phonematischen Paraphasien (Lautverdrehungen) und Neologismen (Wortneuschöpfungen). Diese Symptome gehen mit Verständnisproblemen einher.

  • Leitungsaphasie: Diese Sprachstörung wird durch eine Verletzung im Fasciculus arcuatus und/oder anderen Verbindungen der Temporal- und Frontallappen verursacht. Diese Störung zeichnet sich durch einen relativ flüssigen spontanen Sprachgebrauch, ein gutes Verständnis aber mit Problemen des Nachsprechens aus. Die Leitungsaphasie beinhaltet manchmal Leseprobleme (verbessert sich beim lauten Vorlesen) und Schreibschwierigkeiten oder unter anderem Bezeichnungsfehler.

  • Transkortikale sensorische Aphasie: Diese Art von Störung wird durch eine Verletzung der Verbindungen zwischen den Parietal- und Temporallappen verursacht und sorgt für Verständnisschwierigkeiten einzelner Wörter, obwohl die Fähigkeit des Nachsprechens relativ intakt bleibt.
  • Anomische Aphasie: Sie wird durch Verletzungen in mehreren Teilen der Temporal- und Parietallappen verursacht und sorgt für Wortfindungsstörungen, wie beispielsweise Schwierigkeiten beim Benennen von Gegenständen. Die Sprache ist jedoch flüssig.
  • Globale Aphasie: Diese Aphasie ist die schwerste Form, es kommt zu Störungen bei allen Sprachfunktionen, sowohl der lautsprachlichen Äußerungen als auch des Sprachverständnisses. Die globale Aphasie wird meistens durch einen Totalinfarkt im Gebiet der Arteria cerebri media verursacht.

2- Legasthenie

Die Legasthenie, ist eine massive Störung des Schriftspracherwerbs. Da sie sehr bekannt ist, wird ihr nur ein kleiner Abschnitt in diesem Artikel gewidmet. Die auch als Lese-Rechtschreib-Schwäche oder LRS bezeichnete Störung  ist eine “Lernstörung des Lesens und Schreibens”, deren Ursprung in einem Problem der Nervenentwicklung des Individuums zu liegen scheint. Aktuell existieren professionelle Werkzeuge zur neuropsychologischen Bewertung der Legasthenie, zur Behandlung der Legasthenie im Klassenraum und Spiele zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Legasthenie.

3- ADHS oder Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität

ADHS ist eine Störung, die Veränderungen der Sprache impliziert und bei den Betroffenen Probleme in zwei Bereichen hervorruft: beim Lernen und bei der Kommunikation. Laut einer Studie weisen Kinder mit ADHS Schwierigkeiten bei der phonologischen Organisation und der Syntax auf. Außerdem zeigen sie Probleme bei der semantischen Organisation und haben ein schlechteres auditives Gedächtnis. Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung von ADHS, Neurowissenschaftliche Werkzeuge zur Behandlung von Lernschwierigkeiten im Klassenraum und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit ADHS.

4- Dyskalkulie

Ebenfalls soll die Dyskalkulie genannt werden, bei der es sich per se nicht um eine Störung der Sprache handelt, die aber das Verständnis einer “anderen Sprache” – der Mathematik – beeinflusst. Diese Störung beeinflusst die Fähigkeit mit Zahlen zu arbeiten und mathematische Konzepte zu verstehen. Diejenigen, die unter ihr leiden, verstehen die Logik mathematischer Prozesse nicht.

Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung der Dyskalkulie und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Dyskalkulie.

Wie Sprech- und Sprachstörungen diagnostiziert werden

Zur Diagnose von Sprachstörungen werden unter Beachtung bestimmter Richtlinien Tests durchgeführt. Bei der Betrachtung von Sprech- und Sprachstörungen bei Kindern müssen eine Reihe von Strategien verfolgt werden, um die Probleme zu identifizieren, die sich zu einer Störung entwickeln könnten.

Für eine professionelle Diagnose von einer Sprech- und Sprachstörung bei Kindern müssen zunächst die Eltern und die Schule beziehungsweise Lehrer befragt werden. Dadurch lassen sich wichtige Informationen zum Verhalten des Kindes und der Tragweite seiner Probleme erkennen. Außerdem muss das Kind selbst befragt werden, wobei hier Aufnahmen und ein Hörtest durchgeführt werden sollte. Um die Diagnose zu vervollständigen sollten sowohl die Eltern als auch die Lehrer spezielle Fragebögen ausfüllen und das Kind spezifische neuropsychologische Test durchgeführen.

Sprech- und Sprachstörungen: Wie man zuhause helfen kann

Wie im Laufe des Artikels deutlich gemacht wurde, gibt es keine allgemeine Symptome, da jede Sprech- beziehungsweise Sprachstörung bei Kindern unterschiedlich verläuft. Ebenfalls äußern sich diese mit verschieden Schweregraden, was jedes Individuum vor spezifische Probleme stellt. Im Folgenden werden einige allgemeine Ratschläge genannt, die befolgt werden können, wenn ein Kind an einer Sprech- oder Sprachstörung leidet.

Wichtig ist, da das Kind an einem Kommunikationsproblem leidet, dafür zu sorgen so viel wie möglich mit ihm zu kommunizieren. Dabei kann Musik gehört oder gesungen werden und dem Kind sollte Zeit gegeben werden seine Sätze beim sprechen selbst zu beenden.

Ebenfalls hilft es, mit dem Kind zu Lesen, dabei ist eine interaktive Gestaltung von Vorteil. Es kann über Inhalte gesprochen, Bilder beschrieben werden oder das Kind gebeten werden sich selbst ein alternatives Ende auszudenken. Diese Übungen helfen der sprachlichen Entwicklung des Kindes.

Wichtig ist ebenfalls, das Problem des Kindes gut zu verstehen. Hierbei ist es ratsam einen Experten aufzusuchen, der bei der Behandlung der spezifischen Störung helfen kann.

Je genauer die Störung des Kindes bekannt ist, desto spezifischere Interventionen können durchgeführt werden. Probleme wie Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS oder eine andere spezifische Sprech- oder Sprachstörung besitzen spezielle Behandlungsansätze, die in den beigefügten Links zu finden sind.

Sprachstörungen: Wie kann man in der Schule helfen

Damit sich alle Schüler adäquat entwickeln können, ist es notwendig, Programme zur Erkennung von Sprachschwierigkeiten einzusetzen und zu fördern. Dies ermöglicht bei Bedarf ein frühzeitiges Eingreifen. Es gibt Bildungsplattformen für Schulen und Lehrer, die hierbei sehr nützlich sein können.

Die Rolle des Lehrpersonals spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Kindes. Die Lehrperson hat hierbei eine Vermittlerfunktion im Lernprozess und kann zur Verbesserung des Individuums im Schulleben beitragen.

Sprachstörung: Ein gutes Bildungsprogramm sorgt für ein umfassendes Lernen

Vorschläge des “Leitfaden zur pädagogischen Betreuung von Schülern mit Störungen in der mündlichen und schriftlichen Sprache” sind:

• Das Bildungszentrum sollte für Voraussetzungen sorgen, welche die sprachliche Stimulation und soziale Interaktion fördern.
• Die erzieherische Hilfestellung sollte vom selben Erziehungsteam kommen, das für das Kind zuständig ist.
• Beratungsteams und Beratungsabteilungen sollten diese Funktion unterstützen, aber niemals ersetzen.
• Es sollten mündliche Sprachprogramme sowohl zur Vorbeugung als auch zur Stimulation entwickelt werden.
• Die Organisation des Bildungszentrums sollte garantieren, dass eine Koordinierung zwischen dem unterstützenden Personal, dem Personal für Hör- und Sprachverstehen und dem Rest des erzieherischen Teams möglich ist, damit alle aufeinander abgestimmt und mit derselben Vorgehensweise arbeiten.

Quelle: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Verhaltensmodifikation: 5 Techniken ungewolltes Verhalten bei Kindern zu unterbinden

Die Verhaltensmodifikation hat das Ziel, “unangepasste” oder ungehorsame Verhaltensweisen zu minimieren oder zu verändern. Es kommt immer häufiger vor, dass Kinder nicht gehorchen, lügen, beleidigen, sich aggressiv und herausfordernd geben, etc. Diese Verhaltensweisen sind ein klares Zeichen dafür, dass ein Verhaltensproblem existiert. Sowohl als Eltern als auch als Lehrer sollten wir versuchen, diese unsozialen Verhaltensweisen in der Kindheit zu korrigieren und zu kontrollieren, wenn wir nicht wollen, dass sie sich im Jugendalter verstärken. Entdecke diese 5 Techniken und Strategien zur Verhaltensmodifikation, die dir helfen können, aggressives und herausforderndes Verhalten unter Kontrolle zu halten. Wie du von der körperlichen Bestrafung Abstand nimmst und ohne Gewalt erziehst.

Verhaltensmodifikation

Eine Verhaltensmodifikation wird nicht durch Gewalt erreicht. Allen Eltern und Lehrern sollte klar sein, dass Gewalt nicht in die Erziehung gehört. Gewalt als disziplinarische Maßnahme ist nutzlos, da sie der Entwicklung des Kindes nur schadet. Die Verhaltensmodifikation wird nur durch “Regeln” erlangt, die den Kindern helfen, sich besser kennenzulernen und zu verstehen, was von ihnen erwartet wird und was sie machen dürfen oder auch nicht.

Die Verhaltensmodifikation strebt eine Verhaltensänderung durch psychologisch Techniken und Strategien an, die auf eine Verbesserung des Verhaltens der Kinder ausgerichtet sind. Dabei basieren die Techniken beispielsweise auf der Desensitivierung, dem operanten Konditionieren, Regellernen, der Verhaltensformung und den Tokenstrategien.

Diese Strategien können dabei helfen, dass die Kleinen ihr ganzes Potenzial entwickeln, die Frustration bewältigen können, sich an Veränderungen anpassen und sinnvolle Verhaltensweisen wählen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Anwendung dieser Methoden, die wir weiter unten auflisten, wird dabei helfen, das Verhalten in der Kindheit zu kontrollieren und das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die persönliche Kompetenz in der Kindheit zu fördern.

Techniken zur Verhaltensmodifikation

Wenn es darum geht, Verhaltensweisen bei ihren Kindern zu ändern, fühlen sich viele Eltern verloren. Im Folgenden schlagen wir einige nützliche Techniken zur Verhaltensmodifikation vor, die zuhause oder in der Schule angewendet werden können, um zu erreichen, dass die Kindern unsoziale Verhaltensweisen kontrollieren oder korrigieren.

Wenn diese Techniken auf angemessene Art und Weise genutzt werden, können gute Resultate von jungem Alter an erzielt werden. Es ist wichtig auszuwerten, welche Technik in jedem Moment genutzt werden sollte und keine Mischung aus verschiedenen zu machen, ohne an das vorgenommene Ziel zu gelangen. Das Wichtigste bei der Verhaltensmodifikation der Kinder ist es, ihnen so wenig Unzufriedenheit wie möglich zu verschaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die von ihren Eltern erbetenen Normen angemessen zu erfüllen, ohne sich durch täglich unterzogene Strafen oder Standpauken entmutigt zu fühlen.

1. “Time-Out”-Technik zur Verhaltensmodifikation

Die erste Technik zur Verhaltensmodifikation ist simpel und leicht anwendbar. Das “Time out” ist eine Technik, die sich anwenden lässt, um viele Verhaltensweisen zu ändern. Die Essenz dieser Technik liegt darin, das Kind an einen Ort zu bringen, der keine positiven Reize für sie/ihn bietet, einen Ort, wo es keine Spiele oder Gesellschaft gibt, mit denen er/sie sich unterhalten kann. Es geht nicht darum, einen feindlichen Ort zu suchen, sondern einen Ort, den er/sie langweilig findet. Wir sollten es schaffen, ihn/sie an diesem Ort des Missfallens für eine Zeit verweilen zu lassen.

Ein Beispiel: Ein Kind sieht schon länger fern, sein Vater beschließt, den Fernseher auszuschalten, woraufhin der Kleine einen Wutanfall bekommt. Wie können wir mit dieser Situation umgehen? Um die Technik des “Time outs” richtig anzuwenden, müssen wir das Kind an einen Ort bringen, der wenig bereichernd für ihn/sie ist. Das machen wir, sobald sich das unerwünschte Verhalten einstellt. Ohne mit ihm zu streiten und auf pausierte und ruhige Art und Weise erklären wir ihm detailliert, dass, wenn es seine Verhaltensweise korrigiert, wir da sein werden, um mit ihm zu spielen oder einer erfüllenden und lustigen Tätigkeit nachzugehen.

Diese Technik zur Verhaltensmodifikation ist sehr einfach, aber sie beinhaltet einen sehr wichtigen, zu berücksichtigenden Faktor, dabei handelt es sich um die Zeit, die das Kind in der “Time-Out”-Situation verbringen sollte. Die Zeit sollte proportional zum Alter des Kindes sein, das heißt, für jedes Jahr, dass das Kind alt ist, wird eine Minute berechnet, somit gilt für 5-jährige Kinder 5 Minuten “Time out”. Diese Information ist sehr wichtig, denn wenn sie nicht auf diese Weise durchgeführt wird, kann die Technik aversiv auf das Kind wirken und somit nicht die Vorteile erbringen, die wir uns von ihr versprechen. Das Alter in der Entwicklung des Kindes spielt eine große Rolle beim Verhalten des Kindes. Entdecke hier die Entwicklungsphasen des Kindes.

2. Technik der “Auslöschung” zur Verhaltensmodifikation

Eine weitere wichtige Technik, die aber normalerweise nicht korrekt angewendet wird, ist die “Auslöschung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die Belohnungen zu streichen, die das Kind sich von seinem Verhalten erwartet. Die meisten von uns schenken Verfehlungen Aufmerksamkeit, wir haben Schwierigkeiten damit, sie zu ignorieren, und die Kleinen wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil. Wenn unser Kind aufmüpfig wird, erhält es unsere Aufmerksamkeit: Wir beginnen eine Diskussion, versuchen, uns zu erklären, es zur Vernunft zu bringen und zu überzeugen … Die Technik der Auslöschung besteht darin, alles zu beseitigen, dass das unerwünschte Verhalten des Kleinen belohnt.

Beispielsweise erpresst ein Kind seine Mutter emotional, um nicht zur Schule zu gehen, mit Kommentaren wie “Du bringst mich zur Schule, um mich loszuwerden”, “Möchtest du etwa keine Zeit mit mir verbringen?”, etc. Bei dieser Gelegenheit wenden wir die Technik zur Auslöschung von Verhaltensweisen an und ersetzen diese Kommentare durch etwas Erfüllendes. Eine angemessene Praktik wäre zum Beispiel, das Kind etwas zu seinen Lieblingszeichentrickfilmen zu fragen und den Kommentar zu ignorieren, den es vorher abgegeben hat. So tun, als ob wir es nicht gehört hätten und ein Gespräch mit ihm beginnen wollten.

Bei der “Auslöschung” ist es sehr wichtig, dass immer ein erfüllender Ersatz gegeben wird, da sich das Kind, wenn diese Technik ohne die Begleitung eines positiven Reizes ausgeführt wird, ignoriert fühlen kann und sich dies negativ auf seine Emotionen niederschlagen kann. Diese Technik sollte nicht bei gefährlichen Verhaltensweisen angewendet werden.

3. Technik der “Modellierung” zur Verhaltensmodifikation

Eine andere sehr nützliche Technik wie Praktik, die in verschiedenen Bereichen angewendet werden kann, ist die “Modellierung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die andere Person zu imitieren, indem man das Gleiche macht, was sie zuvor getan hat. Hierbei spielen die Spiegelneuronen eine große Rolle.

Ein nützliches Beispiel, bei dem wir diese Technik der Verhaltensmodifikation verwenden können, ist beim Beibringen einer neuen Fähigkeit, wie zum Beispiel dem Tischdecken. Zunächst sollte die Mutter oder der Vater die Aufgabe durchführen und dabei jeden Schritt erklären, vom Decke auf den Tisch legen bis zum hinsetzen und auf das Essen warten. Die sollte möglichst didaktisch geschehen, damit das Kind aufpasst.

Beispielsweise kann sich ein Kind, das Zeichentrickfilme über Superhelden mag, vorstellen, dass jedes Element, das es auf den Tisch stellt (Gläser, Besteck, Servietten, …) ein Superheld ist, das sich auf der Basis (dem Tisch) mit dem Rest seiner Freunde versammelt. Die Eltern sollten mit derselben Begeisterung dabei sein wie das Kind, damit es unterhaltsamer wird. Sobald der Vater oder die Mutter die Modellierung durchgeführt hat, sollte er oder sie alles aufräumen, was er/sie auf den Tisch gestellt hat und dem Kind überlassen, es nun selbst ohne Hilfe zu wiederholen.

Wenn der/die Kleine sich bei etwas irrt, ist es besser ihn/sie nicht zurechtzuweisen und abzuwarten, ob er/sie sich beim nächsten Mal daran erinnert, was er/sie das letzte Mal nicht gut gemacht hat. Wichtigkeit der Motivation beim Lernen.

4. Technik der “Punkte-Wirtschaft” zur Verhaltensmodifikation

Die “Punkte-Wirtschaft” ist eine weitere Technik zur Verhaltensmodifikation, die sehr unterhaltsam sowohl für Kinder als auch für Erwachsene sein kann. Es geht darum, ein Belohnungssystem aufzustellen, in dem das Kind, um eine Belohnung (Lieblingsessen, Spielzeug, Ausflug, Denkspiele, etc.) zu erhalten, bestimmte erwünschte Verhaltensweisen entwickeln sollte (Hausaufgaben, sein Zimmer aufräumen, Zähne putzen, beim Tischdecken helfen, etc.) und andere lassen sollten, die konkretisiert werden sollten.

Als nützliches Beispiel, jedes Mal, wenn das Kind die erwünschte Verhaltensweise ausführt, gibt man ihm direkt eine Belohnung (Spielstein, Punkt, etc.). Das Kind sammelt diese Belohnungen bis zu einer Zahl, die wir vereinbart haben; in diesem Moment überreichen wir ihm den Endpreis. Das Wichtigste an dieser Strategie zur Verhaltensmodifikation ist, dass das Kind merkt, dass es viel mehr Vorteile und Privilegien erlangt, wenn es sich gut benimmt.

Es ist wichtig, dass wir eine Tafel oder ein Stück Pappe besitzen, dass für alle Familienmitglieder gut sichtbar ist, wo man den Status der wöchentlich erhaltenen Punkte sehen kann. Wir sollten im Voraus festlegen und vereinbaren, welche Preise wir übergeben. Es sollten klare Belohnungen sein, die dem Kind wirklich attraktiv erscheinen, und sie sollten auf der Tafel erscheinen.

Jedes Mal, wenn wir einen Spielstein oder einen Punkt überreichen, sollten wir die Übergabe mit positiven Kommentaren begleiten: “Ich bin sehr zufrieden, weil du dir Mühe gegeben hast”. Entdecke die verschiedenen Formen zu loben, die das Selbstwertgefühl von Kindern steigern.

In diese Technik kann man außerdem den Punkteverlust mit aufnehmen, wenn das Kind das Ziel nicht erreicht, das festgelegt wurde. So kontrolliert man sehr gut, dass das Kind seine Verpflichtungen erfüllt und nicht mit etwas Aversivem bestraft wird, wenn es das nicht tut. Das System ist sehr nützlich in Schulen und in den meisten wird es angewendet, aber es ist auch zuhause sehr effizient.

5. Technik der “paradoxen Absicht” zur Verhaltensmodifikation.

Die letzte Technik der Verhaltensmodifikation, über die wir sprechen werden, ist die der “paradoxen Absicht”. Es ist eine Technik mit sehr guten Resultaten, aber sie ist komplex, da man das Kind darum bittet, genau das zu tun, was wir eigentlich vermeiden wollen.

Zum Beispiel, wenn ein Kind ständig die Anordnung missachtet, sein Spielzeug wegzuräumen, und sich systematisch weigert, aufzuräumen. Das Kind beginnt Tag für Tag eine Dynamik der Provokation. Was würde passieren, wenn die Eltern ihm sagen würden: Heute möchte ich nicht, dass du aufräumst, ich möchte, dass du absolut gar nichts machst.

Das erste Gefühl, was in dem Kind auftauchen wird, wird Zufriedenheit sein, denn es muss sich keine Mühe geben, etwas zu tun, was ihm nicht gefällt. Jedoch sollten die Eltern dann eine lustige Aktivität mit dem Rest der Kinder oder unter ihnen beginnen. Dies könnte zum Beispiel das Kochen eines Rezeptes sein, Geschichten erzählen, viel lachen. Das Kind wird mitmachen wollen, aber die Eltern sollten ihm dies verweigern und ihm sagen, dass es weiter nichts tun soll, da das ja das sei, was es wolle.

Diese Technik hat einige Beschränkungen und sollte vorher auf die Eignung für das Profil des Kindes bewertet werden, da sie die gegensätzliche Handlung verursachen kann und deshalb nicht komplett sinnvoll sein könnte.

Wenn nach dem Anwenden dieser Techniken zur Verhaltensmodifikation das Kind immer noch nicht richtig reagiert, kann man sich immer noch an Experten wenden, damit diese eine komplette neuropsychische Untersuchung durchführen und neurologische Störungen ausschließen können.

Das Wohlbefinden und die Entwicklung des Verhaltens in der Kindheit hängt von den Eltern und Erziehern ab. Die Kinder reagieren nicht wie Erwachsene, weswegen immer alle Verhaltensmodifikationen darauf angepasst werden sollten, was sie brauchen.

Wie Jean Jacques Rousseau sagte:Die Kindheit hat ihre eigene Art zu sehen, zu denken und zu fühlen; es gibt nichts Törichteres, als vorzugeben, sie durch unsere Art ersetzen zu wollen”.

Vielen Dank fürs Lesen, zögere nicht, unten deine Kommentare mit Fragen oder Zweifel oder Techniken zur Verhaltensmodifikation, die bei dir funktionieren, zu hinterlassen 🙂

Quelle: Noemí de la Cruz Belerda, Psychologin bei CogniFit.

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder? Fälle von Kindern, die von Tieren aufgezogen wurden

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder? … Kannst du dir vorstellen, wie es wäre, von Wölfen, Affen, Hunden oder andere Tieren aufgezogen worden zu sein? Wie es wäre, mit ihnen aufzuwachsen? Wenn dir jetzt irgendein Disney-Film in den Kopf kommt, liegst du ganz schön falsch. Die wahren Geschichten von Wolfskindern oder wilden Kindern haben nichts mit den Zeichentrickfilmen zu tun. Finde in diesem Artikel heraus, wie sich Kinder entwickeln, die von Tieren aufgezogen wurden und lerne mehr über einige Geschichten und echte Fälle.

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder?

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder?

Die “Wolfskinder” sind jene Kinder, die ohne jeglichen menschlichen Kontakt aufgewachsen sind, auch wenn sie vielleicht mit anderen Tieren zusammengelebt haben (Affen, Wölfe, …). Die “wilden Kinder” sind jene Kinder, die ebenso wie die “Wolfskinder” keinen Kontakt zu Menschen hatten, aber auch nicht von Tieren aufgezogen worden sind, sondern in Einsamkeit und Isolation gelebt haben.

Man kennt sie unter dem Begriff “wild”, denn wenn man sie findet und nachdem sie so lange fern von jeglichen sozialen Kontakten gelebt haben, wirken sie nicht mehr wie Menschen, sondern wie Raubtiere.

Einige Merkmale der Wolfskinder. Entwicklungsprobleme

Fehlen von der dem menschlichen Wesen eigenen Sozialkompetenz.

Da sie ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen sind, hatten sie keine soziale Stimulierung und beweisen deshalb ein Verhalten, das typisch für Tiere ist.

Fehlen der Sprache.

Wie wir alle wissen, ist die Sprache die Grundlage der Integration und Kommunikation. Eins der größten Hindernisse für die Anpassung der Wolfskinder ist ihre Unfähigkeit sich auszudrücken.

Warum? Ohne den sozialen Faktor ist es unmöglich, das Sprechen zu erlernen, und wenn man nicht frühzeitig sprechen lernt (mit 0-3 Jahren), ist es schwierig, dass sich dies noch ergibt.

Hochentwickelte Sinne.

Gehör, Nachtsicht und Geruchssinn sind hoch entwickelt, sie riechen an allem, was sie auf ihrem Weg finden. Was den Geschmackssinn angeht, passen sie sich der Ernährung der Tiere an, mit denen sie zusammenleben (zum Beispiel rohes Fleisch). Bezüglich des Tastsinns haben sie kein Gespür für Kälte, Regen oder Hitze.

Fähigkeit, das Verhalten der Tiere, mit denen sie zusammengelebt haben, zu wiederholen und zu imitieren.

Zum Beispiel neigen die Kinder, die mit Wölfen zusammengelebt haben, dazu zu heulen, rohes Fleisch zu essen … Deswegen sind sie auch nicht dazu fähig, aufrecht zu gehen. Sie gehen für gewöhnlich wie Tiere und besitzen eine unglaubliche Fähigkeit dazu, sehr schnell zu rennen.

Warum geschieht das mit den “Wolfskindern” oder “wilden Kindern”?

Diese Phänomene spielen sich in der Kindesentwicklung ab und fallen mit den sogenannten “kritischen Phasen” zusammen.

Die kritischen Phasen sind Momente, in denen das Nervensystem sensibler für das Lernen ist. Diese treten ab 2 Jahren bis zur Pubertät auf. Wenn in diesem Moment keine angemessene Stimulierung über die Umwelt stattfindet, ist ein späteres Erlernen dieses Verhaltens kompliziert. Die intellektuellen Funktionen, das Sozialverhalten und die Persönlichkeit werden am meisten durch die Umweltdeprivation geschädigt.

Kritische Phasen bei Wolfskindern oder wilden Kindern

Laut Itard: “Unsere Spezies ist besonders, weil sich ihre Mitglieder untereinander brauchen”. Wenn das Kind isoliert oder ohne Stimulierung aufwächst, schwächen sich seine Hirn- und Entwicklungsfunktionen und Folgendes kann geschehen:

  1. Das Gehirn wächst nicht und so verkümmert der Körper. Es entsteht ein Fehlen an Materie im Gehirn.
  2. Dies beeinflusst die Art, in der sie die Information verarbeiten, wie zum Beispiel, wenn sie Leute sprechen hören oder Dinge sehen, die sich bewegen.
  3. Sie sind nicht dazu fähig, zu handeln wie sie nach den Anforderungen ihrer Umgebung sollten.
  4. Wenn sie sich bewusst werden, dass sie nicht so reagieren, wie sie sollen, können sie aggressiv werden oder im Gegensatz dazu, verstummen.
  5. All diese Umstände lösen negative Gefühle und sowohl emotionale Probleme als auch Verhaltensprobleme in ihnen aus.

Echte Fälle von Wolfskindern und wilden Kindern

Im Laufe der Geschichte sind viele Fälle von Wolfskindern beschrieben worden, darunter befinden sich sowohl reale als auch erfundene.

Ja, ich weiss, dass all dies unglaublich erscheint, deshalb werde ich euch stark zusammengefasst einige Fälle zeigen, die wirklich passiert sind, so unglaubwürdig sie auch erscheinen.

Die Geschichte von Viktor von Aveyron, dem kleinen Wilden

Französischer wilder Jugendlicher, der in der Nähe der Pyrenäen von drei Jägern entdeckt wurde. Der Doktor Itard übernahm das Studium seiner Entwicklung und seines Verhaltens. Obwohl er intensiv mit ihm arbeitete, gelangen ihm keine großen Fortschritte und man schaffte es nicht, ihm ein mehr oder weniger zivilisiertes Verhalten beizubringen. Er starb mit etwa 40 Jahren.

Die Geschichte von Kamala und Amala, den “Wolfsmädchen”

Man kennt sie als zwei Mädchen (keine Schwestern, da man sagt, dass sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurden), die um 1920 von einem Wolfsrudel in Indien aufgezogen wurden. Als man sie entdeckte, war ihr Verhalten dem der Wölfe ähnlich, sie heulten, hatten hochentwickelte Sinne und Schwierigkeiten, aufrecht zu gehen und waren außerdem nicht fähig zu sprechen. Man beobachtete, dass sie sich sogar die Kleidung mithilfe ihrer Münder auszogen.

Die Geschichte, von Genie, dem wilden Mädchen

Im Fall von Genie handelt es sich um ein “wildes Mädchen“, das nicht von Tieren aufgezogen wurde, sondern seine Kindheit in Isolation unter schrecklichen Bedingungen und vom Vater misshandelt verbrachte. Als man sie fand, entdeckte man, dass sie nur unter großen Schwierigkeiten gehen konnte, einen Wortschatz von etwa 20 Wörtern hatte und sich wie ein Tier verhielt (sie spuckte, kratzte, etc …).

Ist die Rehabilitation von Wolfskindern oder wilden Kindern möglich?

Die Herausforderungen für die Rehabilitation der Wolfskinder oder wilden Kinder sind sehr groß. Man versucht sie, wieder in die Gesellschaft einzugliedern, aber es ist kompliziert, ihnen das Sprechen und das “zivilisierte” Zusammenleben beizubringen.

Aus all dem kann man schliessen, dass wir sind, was wir erleben, und von den Situationen, die Teil unseres Lebens sind, geformt werden.

Beziehungen zu anderen Menschen in den ersten Lebensjahren sind unerlässlich, um alle Fähigkeiten zu erlernen, die unsere Umwelt von uns für unser Überleben fordert.

Daher rührt die Wichtigkeit des Lebens in Gemeinschaft und der Kultur, um uns als Personen zu bilden. “Wir sind Menschen, weil wir in Gesellschaft leben”.

Oder mit Aristoteles Worten: “Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen und der Asoziale von Natur aus und nicht aus Zufall ist entweder ein schlechter Mensch oder mehr als menschlich … Die Gesellschaft ist natürlich und geht dem Individuum voraus … derjenige, der nicht in Gesellschaft leben kann oder nichts zu seiner eigenen Hinlänglichkeit braucht, ist kein Mitglied der Gesellschaft, sondern eine Bestie oder ein Gott”.

Wenn euch das interessant erscheint, liste ich hier einige Filme auf, damit ihr eure eigenen Schlüsse ziehen könnt:

  • Tarzan
  • Das Dschungelbuch
  • Wolfsbrüder (2010)
  • Der Wolfsjunge
  • Mama (2013)

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.