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Toxische Beziehung: Lerne, sie zu identifizieren und dich den Personen gegenüber richtig zu verhalten

Kraftlos, demotiviert, mit Kopfschmerzen … so können wir uns fühlen, wenn wir eine toxische Beziehung haben. Eltern, Geschwister, Partner, Freunde, Arbeitskollegen … Jeder von uns kann toxische Personen und somit eine toxische Beziehung haben.

Mairena Vázques, Psychologin, hilft dir, eine toxische Beziehung zu identifizieren, erläutert dir die Charakterzüge von toxischen Personen und zeigt dir die beste Art, ihnen die Stirn zu bieten. Lies weiter!

Toxische Menschen.

Wie identifizieren wir toxische Personen und eine toxische Beziehung?

Laut Stamateas ist eine toxische Person eine Person “die sich den Luxus erlaubt zu beurteilen, was du sagst und tust, und sogar, was du nicht sagst und tust”. Von deinem Partner, deinen Eltern, Geschwistern, Freunden, Arbeitskollegen, Chefs, … bin hin zu dir selbst kann jeder ein toxischer Mensch sein.

Achtung! Alle Menschen können gewisse toxische Züge haben, was nicht bedeutet, dass wir alle “toxische Personen” sind und mit diesen eine toxische Beziehung führen. Der Hauptunterschied besteht darin, dass wir unsere toxischen Gewohnheiten nicht zu unserem Lebensstil machen. Wenn wir wissen, dass es Dinge gibt, die wir machen können und Dinge, die wir nicht machen können, haben wir nicht das Risiko, eine toxische Beziehung zu entwickeln.

Eine toxische Person versucht andere zu kontrollieren und zu beherrschen, indem sie  ihr Opfer einschüchtert, beschuldigt und verachtet. Solche Menschen benutzen die anderen oft als Werkzeuge und stützen sich vor allen Dingen auf Menschen mit wenig Selbstachtung.

Das Wort “toxisch” kommt von “toxon”, was sich früher auf das Gift bezog, womit man die Pfeile einrieb, die man auf die Feinde schoss. Dieses Gift war gefährlich, genau wie die toxischen Personen.

Wenn wir etwas Zeit mit einer toxischen Person verbringen, können wir gewisse Symptome  wie Frustration, Energieverlust und Demotivation, Bauch- oder Kopfschmerzen und sogar Depression und Kummer bemerken. Personen in einer toxischen Beziehung können dir das Gefühl geben, du seist schlecht und egoistisch, sie können dich sogar von deiner Umgebung isolieren und auf deine Persönlichkeit einwirken.

Auch wenn es am Anfang schmerzt, solltest du einsehen, dass eine toxische Person in deiner Umgebung dich nicht respektiert, dich nicht für wichtig hält und dich auch überhaupt nicht liebt und du diese toxische Beziehung besser meiden solltest.

Wie können wir toxische Personen und eine toxische Beziehung erkennen?

Wir können toxischen Menschen in jeder Situation begegnen, denen wir uns Tag für Tag stellen. Von einer toxischen Person können wir nichts Gutes erwarten. Unter den wichtigsten Charaktereigenschaften finden wir:

Toxische Personen sind sehr negative Menschen.

Ihr Motto ist “wenn etwas schiefgehen kann, wird es schiefgehen” und das denken nicht nur sie, sondern sie versuchen außerdem, dich davon zu überzeugen, dasselbe zu denken. “Ah, du fährst in Urlaub? Wozu? Zum Schwitzen, um einen Unfall zu bauen oder dir irgendwas einzufangen?” Zwischen toxischen Menschen kann man häufig beobachten, wie sie darum kämpfen, wer der Unglücklichste oder Gescheitertste ist. Sie führene eine toxische Beziehung.

Toxische Personen beschweren sich über absolut alles.

Sie sind vom Wesen her Nonkonformisten und sehen alles schwarz, auch wenn es scheint, dass die Dinge gut laufen. Damit beeinflussen sie ihr ganzes Umfeld und vergiften es mit Negativität. Obwohl sie sich über alles beschweren, sind sie für gewöhnlich stolz, denn sie müssen auf irgendeine Art ihr Selbstvertrauen erhalten.

Toxische Personen vergleichen sich ständig mit den anderen.

Im Regelfall handelt es sich um Menschen, die frustriert von ihrem Leben sind und deswegen dazu neigen, sich unentwegt mit anderen zu vergleichen, die anderen geringzuschätzen und zu verachten, was diesen das Gefühl gibt, dass sie nichts wert sind. Die toxische Beziehung von toxischen Menschen zeichnet sich dadurch aus, dass sie es lieben im “Mittelpunkt zu stehen” und versuchen dies so oft wie möglich zu erreichen. Deswegen müssen sich die Gespräche immer um sie selbst drehen und in jeder Angelegenheit mit ihnen zusammenhängen.

Wie wir toxische Menschen erkennen können

Toxische Personen haben ein pessimistisches Wesen.

Sie sind nicht mutig genug, um neue Dinge auszuprobieren oder neue Projekte in Angriff zu nehmen. Sie neigen dazu zu denken: Warum sollte ich das tun, wenn es eh nicht funktionieren wird? Sie haben schreckliche Angst, aus ihrer Komfortzone zu treten und zu scheitern.

Sie können dafür sorgen, dass du Mitleid mit ihnen hast, flieh, bevor es zu spät ist!

Toxische Personen sind Schuld an gar nichts, die anderen sind schuld.

Toxische Menschen gehen gegen alles und jeden an, sie haben immer recht (auch wenn sie nicht recht haben) und denk nicht mal daran ihnen einen Tipp zu geben, denn es handelt sich für gewöhnlich um arrogante und überheblich Personen. Gewöhn dich an die Idee, dass der Schuldige einen Namen hat und es tut mir leid, aber das ist deiner (laut ihnen, natürlich).

Toxische Personen sind falscher als ein 3-Euro-Schein.

Diese Art von Menschen liebt es, sich als Opfer zu verkleiden und würde alles tun, damit du der Böse im Film bist. Wie schon das Sprichwort sagt “Herr, erlöse mich von den stillen Wassern, denn von den stürmischen löse ich mich selbst” … Sei besonders vorsichtig mit den “Opfern der Gesellschaft”, unverstanden und angeblich so gute Menschen.

Toxische Beziehung: Toxische Menschen sind unglaublich neidisch und mittelmässig.

Ihre Freizeit verbringen sie damit, das Leben der anderen zu kritisieren, zu vergleichen und zu verurteilen. Das tun sie, da sie so viel Angst haben, für ihr eigenes Leben zu kämpfen und da sie ein Leben frei von Träumen und Hoffnung führen. 

Toxische Personen beißen sich auf die Zunge und speien Gift.

Toxische Menschen sind in der Regel ironisch und sarkastisch, sie schreien gerne um dich unterzujochen und einzuschüchtern.

Wir können sie als Schlangenbeschwörer bezeichnen.

Toxische Personen können Schlangen oder Schlangenbeschwörer sein

Toxische Personen sind für gewöhnlich manipulativ und neurotisch. 

Sie suchen pausenlos nach Zustimmung oder Anerkennung der anderen und so können sie dich manipulieren, bis du kaputt gehst. Sie sind dazu fähig, alles so zu manipulieren, dass sie jede Situation so herumdrehen können, dass du und nur du der Schuldige bist. Du Arme/r, am Ende wirst du dich schlecht fühlen.

Toxische Personen lieben es zu lügen und unfair zu spielen.

Sie lügen mehr als sie sprechen und das Schlimmste ist, dass sie ihre Lügen so begründen können, dass du zweifelst und sie am Ende glaubst. Sie haben kein Problem damit, Dritte ins Spiel zu bringen und Spannungen gegen dich zu schaffen. Sie sind dazu fähig, dass du dich wie die schlechteste Person der Welt fühlst.

Toxische Personen lieben es zu lügen und unfair zu spielen

Wie geht man mit toxischen Menschen um?

Wenn du bis hierhin gekommen bist und denkst, dass sich eine toxische Person in deiner Umgebung befindet, sei es innerhalb einer Familie, der Arbeit … sollte der erste Schritt zur Verbesserung deiner persönlichen und psychischen Gesundheit sein zu FLIEHEN.

Natürlich ist es nicht dasselbe, vor einer Person in deinem engsten Familienkreis zu fliegen wie vor deinem Nachbarn aus dem 5. Stock, aber jedes Problem hat eine Lösung. Denk daran, dass grosse Übel grosser Heilmittel bedürfen.

Wenn du die toxische Beziehung zu dieser Person aus diversen Gründen nicht abbrechen kannst, flieh nicht, aber bau Distanz auf und setze gewisse Grenzen. Versuch mit dieser Person zu sprechen und zeig ihr, dass sie sich in einem Spinnennetz befindet, das sowohl für die selbst als auch für diejenigen, die ihr nahestehen, zerstörerisch ist.

Es ist ratsam, dass du dir eine Liste mit den möglichen toxischen Personen in deinem Leben machst und nicht zulässt, dass sie Einfluss auf dich haben. Du hast das Glück, so zu sein, wie du bist und solltest nicht zulassen, dass nichts oder niemand dich negativ werden lässt. Du solltest dein Selbstwertgefühl aufbessern und, auch wenn das am Anfang Mühe kostet, ist es die beste Entscheidung dich von den toxischen Menschen in deiner Umgebung zu befreien.

Wenn du einer negativen Person begegnest, solltest du lernen, ihr keine Aufmerksamkeit zu schenken, wenn du siehst, dass sie ihre “toxische Seite” ausspielt. Lerne einige Tricks der Positiven Psychologie, um glücklicher und optimistischer zu werden und wenn du denkst, dass das Gespräch aus dem Ruder läuft, ändere subtil das Thema. Wenn du merkst, dass er/sie beginnt sich aufzuregen, gib ihm/ihr Zeit sich zu beruhigen.

Das Ratsamste ist es, den Kontakt zu toxischen Personen zu reduzieren, das heisst, dich nach und nach von ihnen zu entfernen. Du solltest dich selbst kennen und wissen, was du vom Leben möchtest, was du an deiner Seite haben möchtest und was besser nicht dort sein sollte.

Du kannst Entspannungstechniken wie Achtsamkeit ausprobieren, die dir dabei helfen dich zu beruhigen, den Sinn für Humor behalten und versuchen, netter und selbstsicher zu sein und vor allem, dich mehr selbst zu lieben.

Du kannst dich auch immer an einen Psychologen wenden, um zukünftige Probleme zu vermeiden.

Flieh vor toxischen Personen

Denk immer dran, dass du die Person bist, die die Zügel deines Lebens in der Hand hast und somit frei bist, deine eigenen Entscheidungen zu treffen und dich mit Personen zu umgeben, die ähnlich wie du denken. Wenn sie optimistisch sind und ihre Freude zeigen, noch besser …

Weißt du eigentlich, dass sowohl positive als auch negative Gefühle ansteckend sind? Wenn du glücklich sein willst, umgebe dich mit glücklichen Leuten und sorge so dafür, dass du jeden Tag ein bisschen glücklicher wirst.

Wenn euch das Theme interessiert und ihr mehr darüber erfahren wollt, empfehle ich euch die folgenden Bücher von Bernardo Stamateas:

  • “Toxische Typen: Wenn andere Gift für uns sind und was wir dagegen tun können”.
  • “Toxische Gefühle: Wie wir emotionale Verletzungen heilen können und inneren Frieden finden”.

“Toxische Menschen sind Traumdiebe”.

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Noradrenalin: Alles rund um das “Stresshormon”

Wenn unser Puls steigt, spielt die Substanz Noradrenalin eine wichtige Rolle. Generell ist dieser Stoff in Prozesse der Aktivierung des Organismus eingebunden. Aber wieso schlägt unser Herz auf einmal ganz schnell, wenn wir nervös werden? 

Entdecke im folgenden Artikel alles Wichtige über Noradrenalin: Was es ist, welche Funktion es hat, wie es wirkt, welche psychischen Störungen mit diesem Stoff assoziiert sind und was Noradrenalin mit Sport zutun hat. Wenn man in einer unangenehmen Situation das Bedürfnis verspürt wegrennen zu wollen und plötzlich voller Energie steckt – dann sind das Effekte, die auf die Wirkung des Noradrenalin in unserem Organismus zurückzuführen sind.

Noradrenalin

Im Folgenden findet sich die wichtigste Information zu dieser chemischen Substanz, ihre Funktionen, wie sie uns beeinflusst und ein paar ihrer Besonderheiten.

Was ist Noradrenalin?

Noradrenalin gehört zur Gruppe der Katecholamine, das sind Moleküle, die aus der Aminosäure L-Tyrosin durch chemische Synthetisierung entstehen.

Es kann als Hormon (es wird als Stresshormon bezeichnet) und als Neurotransmitter wirken und dadurch physiologische und homeostatische Funktionen erfüllen.

Noradrenalin wird auch als Norepinephrin bezeichnet. Der Ursprung der ersten Bezeichnung stammt aus dem Latein und die Zweite aus dem Griechischen. Der Unterschied ist, dass die Bezeichnung Norepinephrin in der Regel für synthetisch hergestelltes Noradrenalin in der Pharmakologie verwendet wird, wohingegen Noradrenalin sich auf den körpereigenen Stoff bezieht.

Im Körper wird Noradrenalin im Nebennierenmark (Wirkung als Hormon) und im Locus caeruleus (Wirkung als Neurotransmitter) hergestellt. Es wird anschließend in den Organismus abgegeben und führt zur Aktivierung diesen und bereitet ihn auf eine Antwort vor (Fluchtreflex).

Die Wirkung von Noradrenalin

Wie bereits erwähnt wurde, kann es als Neurotransmitter oder als Hormon wirken. Von was hängt das ab?

Noradrenalin als Neurotransmitter

Es befindet sich in den Neuronenverbindungen des Nervensystems. Als Neurotransmitter überträgt es Informationen in Form von elektrischen Impulsen zu verschiedenen Teilen des Organismus.

Noradrenalin wird von adrenergen Neuronen ausgeschüttet. Diese Neuronen befinden sich in Teilen des zentralen Nervensystem (ZNS), dem Thalamus, Cerebellum, dem Rückenmark und vor allem in dem Bereich des Locus Coeruleus im Hirnstamm.

Der Locus Coeruleus ist die Hauptproduktionsstätte von Noradrenalin im ZNS. Doch nicht nur im ZNS finden wir adrenerge Neuronen, auch im autonomen Nervensystem (ANS), in welchem sich unsere Körperaktivität in Zusammenhang mit der Angst entwickelt, befinden sich solche.

Noradrenalin als Hormon

Es wird auch als Stresshormon bezeichnet. Nachdem es aus der Aminosäure Tyrosin im Nebennierenmark synthetisiert wurde, erfolgt die Ausschüttung ins Blut. Die Nebennieren befinden sich, wie der Name nahe legt, oberhalb der Nieren. Zu den Funktionen des Noradrenalins als Neurotransmitter gehören die Anregung der Adrenalinproduktion im Körper, was zu einer erhöhten Vigilanz führt. Diese erleichtert die fokussierte Aufmerksamkeit und verbessert die Fähigkeit adäquates Verhalten in gefährlichen Situationen zu zeigen.

Noradrenalin Funktion

Noradrenalin erfüllt verschiedene Funktionen:

1- Es spielt eine grundlegende Rolle in der Fight-or-Flight Reaktion (Kampf oder Flucht):

  • Erhöht die Herzfrequenz
  • Verengt oder erweitert die Pupillen.
  • Erhöht den Glukosegehalt im Blut, indem es Energiereserven anbricht.
  • Erhöht den Blutfluss in die Skelettmuskeln und die Sauerstoffversorgung des Gehirns, um eine schnelle Reaktionsfähigkeit zu ermöglichen.

2- Herz und Herzfrequenz: Wenn es zu einem Anstieg des Noradrenalingehalts im Körper kommt, hat das einen Anstieg der Herzfrequenz zur Folge. Ein Beispiel hierfür, könnte aus einer klassischen Szene einer Krankenhausserie stammen: “Der Patient erleidet einen Herzstillstand, woraufhin die Ärztin den Assistenten nach Norepinephrin bittet. Pi-pi-pi-pi. Stabiler Puls. Wir haben das Leben des Patienten gerettet.” Kommt diese Szene bekannt vor? Diese Substanz stabilisiert in diesem Fall die Herzfrequenz.

3- Es bereitet uns auf eine Reaktion vor: Eine weitere Funktion des Noradrenalins ist die Steigerung der Effekte der extrinsischen und intrinsischen Motivation, ebenso wie die Bereitschaft in stressigen Situationen schnell handeln zu können.

4- Beeinflusst die Alarmbereitschaft und die Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus.

5- Reguliert das Sexualverhalten.

Lässt sich der Noradrenalinspiegel erhöhen?

Die nichtessenzielle Aminosäure Tyrosin wird benötigt, um Noradrenalin zu synthetisieren.

Das Wort Tyrosin stammt aus dem Griechischen und bedeutet Käse. Die Namensgebung beruht auf der Entdeckung dieser Aminosäure durch den deutschen Chemiker Justus von Liebig, der Tyrosin erstmals aus Käse isolierte. Die Substanz findet sich in großen Mengen in Casein.

Damit unser Körper Noradrenalin herstellen kann, müssen eine Reihe chemischer Prozesse durchlaufen werden, die im Folgenden beschrieben wird:

  1. Wir finden eine Phenylalaninquelle (die essentielle Aminosäure).
  2. Durch eine 4-Hydroxylierung entsteht aus L-Phenylalanin die proteinogene Aminosäure L-Tyrosin. Die Hydroxylierung bedeutet, dass eine OH-Gruppe (Hydrox-Gruppe) hinzugefügt wird. Wieso geschieht das?
  3. Das passiert, um Tyrosin (als Vorstufe von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin) weiter synthetisieren zu können.

Um in unserem Körper die Verfügbarkeit von Noradrenalin in unserem Körper zu erhöhen, müssen wir proteinreiche Nahrung aufnehmen.

Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Käse und Hülsenfrüchte sind Tyrosinquellen.

Durch den Verzehr der oben genannten Produkte und wir zusätzlich noch Äpfel, Bananen, Rote Beete und Wassermelone zu uns nehmen, werden wir ausreichend mit der Aminosäure Tyrosin, die Vorstufe aller Katecholamine, versorgt sein.

Wenn wir diese Nahrungsstoffe zu uns nehmen, baut unser Verdauungstrakt die Proteine in Aminosäuren wie dem L-Tyrosin ab. Aus L-Tyrosin wird Dopamin sekretiert, aus welchem Noradrenalin sekretiert wird. Entdecke hier Nahrungsmittel, die Vitamine enthalten, die wichtig für das Gehirn sind.

Noradrenalin und psychische Störungen

Noradrenalin steht in Zusammenhang mit psychischen Störungen. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der physiologischen Aktivierung und Deaktivierung des Organismus.

1. ADHS und Noradrenalin

Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung charakterisiert sich durch ihren Beginn in der Kindheit und Jugend. Die Störung zeichnet sich durch Impulsivität, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme aus. Betroffene Kinder gelten als unruhig und bewegen sich viel, lassen sich leicht ablenken und haben eine beeinträchtigte Planungsfähigkeit.

Bei Betroffenen kommt es zu einer verringerten Ausschüttung von Dopamin, sodass die neuronalen Verbindungen beeinträchtigt sind. Es wird vermutet, dass auch die Signalübertragung durch Noradrenalin vermindert ist, dies konnte aber noch nicht endgültig nachgewiesen werden. Spezifische Medikamente, welche über adrenerge Rezeptoren wirken, werden aber bei ADHS eingesetzt und zeigen ihre Wirkung.

Die Medikamente, die bei ADHS eingesetzt werden sind Stimulanzien, die den Transport und die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin hemmen und somit deren Verfügbarkeit im synaptischen Spalt erhöhen.

2. Depression und Noradrenalin

Eine Charakteristik der Depression ist der verminderte Antrieb. Die Motivation sinkt, die Latenzzeit bis zur Reaktion auf einen Stimulus vergrößert sich, der Puls fällt ab. Der Körper detektiert, dass etwas nicht in Ordnung ist und versetzt sich in den “Überlebensmodus”, in dem er versucht so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Diese Tatsache ist für den Zusammenhang der Depression mit Noradrenalin verantwortlich.

Bei einem Mangel an Noradrenalin passiert folgendes in unserem Körper:

  • Verringerte physiologische Aktivität
  • Diffuse Aufmerksamkeit oder Aufmerksamkeitsprobleme
  • Verringerung der Herzfrequenz
  • Dysthymia 
  • Verringerung der Motivation
  • Verlängerung der motorischen Reaktionszeit
  • Antriebslosigkeit
  • Apathie (Desinteresse und Fehlen von Enthusiasmus)

Noradrenalin spielt zudem eine Schlüsselfunktion in der Emotionsregulation. Eine Emotion, die sich körperlich stark widerspiegelt ist die Freude, bei ihr kommt es zu einer starken physiologischen Aktivierung.

Im Gegensatz dazu, lässt sich das Fehlen von Freude mit einem Gefühlszustand der Trauer beschreiben, welche zusammen mit der Demotivierung, Antriebslosigkeit, Apathie und weiteren Faktoren den Beginn einer depressiven Episode darstellen kann.

3. Angst und Noradrenalin

Um auf Situationen reagieren zu können, die wir als stressig oder gefährlich interpretieren, schüttet unser Körper Noradrenalin aus. Wenn dies geschieht, ist die Emotion, die wir verspüren, Angst. Es ist aus diesem Grund naheliegend, dass es einen Zusammenhang zwischen den Angststörungen und Noradrenalin gibt.

Die physiologische Reaktion der Angst entspricht dem Verhalten der Flucht oder des Kampfes (Fight-or-Flight) auf die vorhin bereits eingegangen wurde. Einige der Symptome der Angst sind die Pupillenerweiterung, ein höherer Glukosegehalt im Blut, Muskelkontraktion und ein schnellerer Puls. Der Neurotransmitter Noradrenalin sendet Signale durch unseren Körper, sodass wir uns für eine unmittelbare Reaktion bereit machen und aktivieren.

Den Angststörungen eigen sind die Panikattacken, welche mit einem schnellen Anstieg des Neurotransmitters im Körper einhergehen und zu einer erhöhten physiologischen Aktivierung führen, welche sich die Person nicht erklären kann. Durch die Unkenntnis der Ursache steigt die Angst weiter an.

Noradrenalin und Sport

Gemäß der Amerikanische psychologische Gesellschaft APA (American Psychological Association) kann körperliche Aktivität helfen die geistige Gesundheit zu stärken, indem dabei dem Gehirn geholfen wird den Stress besser zu bewältigen.

Es stehen noch viele Forschungsfragen offen, ein Zusammenhang zwischen Noradrenalin und den Emotionen gilt jedoch als gesichert.

Wenn wir Sport treiben reagiert unser Körper auf sehr ähnliche Weise, wie wenn wir uns aufgrund einer gefährlichen oder stressigen Situation anspannen. Wir bereiten uns darauf vor aufmerksam zu sein und auf effektive Weise reagieren zu können. Man stelle sich die konkrete Situation eines 11-Meters vor: Ein Torwart, der alleine im Tor vor seinem Rivalen steht. Wie wird wohl sein Aktivierungszustand sein? Erregung? Entspannung? Er wird sich in maximaler Alarmbereitschaft befinden, um den Ball so schnell wie nur möglich zu fangen.

Je nach der Intensität der Aktivität die wir ausführen, passt sich der Körper an:

  • Sendet über den Neurotransmitter Noradrenalin Informationen an unsere Skelettmuskulatur, um schnell reagieren zu können.
  • Unsere autonomes Nervensystem (ANS) erhöht die Herzfrequenz, steigert die Schweißproduktion und kontrahiert die Muskulatur.
  • Unsere Leber schüttet vermehrt Glukose in den Blutkreislauf aus, um die motorischen Reaktionen zu verbessern.

Diese Reaktionen hängen aber nicht nur von der Intensität der Aktivität ab, sondern auch von den Umständen. Dabei beeinflussen auch Faktoren, die die Person während des Sports stressen oder beängstigen können.

Gerade in Situationen wie dem erwähnten 11-Meter wird der Torwart deutlich gestresst sein und die Situation als Gefahr einschätzen. In Wettkämpfen spielen ebenfalls situative Einflüsse eine entscheidende Rolle.

Wie beeinflusst Sport die Noradrenalin-Produktion? Ein wichtiges Element des Lernens ist die Wiederholung. “Je öfter wir eine Verhaltensweise wiederholen, desto besser werden wir in ihrer Ausführung.” Aus diesem Grund kann Sport uns helfen stressige Situationen zu bewältigen. Denn wenn wir vom Sport gewöhnt sind uns diesen Situationen auszusetzen und in Folge dessen eine gute Stressbewältigungsstrategie haben, können wir dies auf andere Situationen übertragen.

Schlussfolgerungen

Fassen wir zusammen, was wir in diesem Artikel gelernt haben und konzentrieren uns hierbei auf die wichtigsten Punkte:

  • Noradrenalin: ist ein Hormon, das aus Tyrosin synthetisiert wird und ist gleichzeitig ein Neurotransmitter des ZNS und ANS.
  • Es aktiviert uns physiologisch und bereitet uns auf den Kampf oder die Flucht vor.
  • Ist bei Aufmerksamkeitsprozessen und motorischen Reaktionen beteiligt.
  • Spielt eine wichtige Rolle in psychologischen Störungen, wie der Depression, Angststörungen und vermutlich ADHS.
  • Entsprechend unserer Ernährung können wir dir Verfügbarkeit von Noradrenalin im Körper erhöhen, indem wir Nahrung zu uns nehmen, die reich an Tyrosin ist.
  • Es spielt beim Sport und der körperlichen Aktivierung eine wichtige Rolle.

Falls Fragen oder Anregungen zum Artikel bestehen, kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden. Wir versuchen alle Zweifel und Fragen zu klären.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Patricia Sanchez Seisdedos, Psychologin bei CogniFit

12 Angstsymptome: Furcht schärft die Sinne, Angst lähmt sie

Angstsymptome. “Ich mache mir den ganzen Tag Sorgen über alles, was passiert”, “Ich fühle mich unruhig und nervös und habe nachts große Probleme einzuschlafen”, “manchmal verspüre ich einen starken Druck auf der Brust und es ist, als ob mir die Luft zum Atmen abgeschnürt wird”, … dies sind einige der häufigsten Beschwerden oder Symptome, die die Menschen angeben, die Tag für Tag unter Ängsten leiden.

12 Angstsymptome

Wenn man Angst in Maßen empfindet, ist das nützlich, da es dabei hilft in verschiedenen Situationen aufmerksam zu sein. Es beginnt, ein Problem zu werden, wenn die Symptome uns behindern und auf irgendeine Art und Weise Kontrolle über unsere Leben übernehmen. Denkst du, dass du unter Ängsten leidest? Kannst du die Symptome identifizieren? Lies weiter! Mairena Vázquez, Psychologin, informiert dich über die Symptome, unter denen Menschen leiden, die Ängste haben, damit du sie in Schranken halten kannst.

“Die Furcht schärft die Sinne, die Angst lähmt sie” (Kurt Goldstein)

Wenn wir von Angst sprechen, können wir uns auf einen evolutiven Verteidigungsmechanismus, einen physiologischen Aktivierungsprozess oder eine normalerweise unangenehme Emotion beziehen, die in Erscheinung tritt, wenn wir eine Situation als mögliche Bedrohung identifizieren. Diese Reaktion kennt man als “Kampf-oder-Flucht-Reaktion”. 

Wie jede Emotion ist auch diese in unserem Alltag von Nutzen, vorausgesetzt sie ist nicht zu intensiv, denn sie lässt und Vorsicht bei gefährlichen Situationen bewahren, erhöht unsere Konzentration und hilft uns dabei, uns Herausforderungen besser zu stellen.

Das Problem beginnt, wenn wir die Reaktion auf die Angst falsch interpretieren, das heißt, wenn wir, statt die Angst zu kontrollieren, zulassen, dass sie uns kontrolliert und sich so in eine mächtige Leidensquelle verwandelt. Wenn sie sehr intensiv auftritt und lange anhält, lähmt sie uns und gibt uns ein Gefühl der Hilflosigkeit, ab diesem Moment können wir von einer Störung sprechen. Sie tritt häufiger bei Frauen auf und hängt mit dem Stress im Alltag zusammen.

Wir können Ängste bei Problemen auf der Arbeit, Veränderungen unserer Alltagsroutine, neuen Situationen, Situationen, in denen wir uns bedroht fühlen oder in denen uns jemand bewertet, phobischen Situationen, Situationen, in denen wir großen Stress haben, etc. empfinden. Abhängig davon, was für diese Ängste sorgt, sind die Namen unterschiedlich (soziale Angststörung – Angst vor einem Publikum aufzutreten), Zwangsstörung – wiederkehrende Vorstellungen und Zwänge, Panikstörung mit Agoraphobie, Nyktophobie – Angst in der Nacht, und so weiter und so fort.

“Die Angst ist der Verstand, der schneller läuft als das Leben” (Claudio María Domínguez)”

Angstsymptome: Die Angst ist der Verstand, der schneller läuft als das Leben

12 Angstsymptome

Nach Daten der Sociedad Española de Psiquiatría, erleidet rund eine von 10 Personen eine Angstepisode im Laufe ihres Lebens.

Die Symptome, die die von Ängsten Betroffenen aufweisen, können von einer zur anderen Person unterschiedlich sein, das heißt, es gibt so viele Symptome, dass sie unter den Betroffenen stark variieren können. Es gibt viele Angstsymptome und die Tatsache, nur unter einem einzigen Symptom zu leiden, kann schon viel Unwohlgefühl für die Person bedeuten.

Die Angstsymptome variieren in Intensität und Häufigkeit. Je häufiger die Symptome auftauchen, desto mehr Verwirrung und Angst empfindet die betroffene Person und desto höher ist somit der Angstspiegel. Es ist wichtig, dass die Person, die unter den Angstsymptomen leidet, sich nicht auf sie konzentriert, da sie sonst denken kann, dass sie eine schwere Krankheit hat und so kann sich der Angstzustand verschlimmern.

Es gibt unterschiedliche Arten von Angstsymptomen:

  • Körperliche Angstsymptome: Veränderungen, die in unserem Körper auf physiologischem Niveau entstehen (Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit, …)
  • Psychische Angstsymptome: Veränderungen, die in unserem Kopf entstehen (Überlastung, Unsicherheit, Angst vor Kontrollverlust, …)
  • Angstsymptome im Verhalten: Veränderungen in unseren Handlungen, das heißt, Änderungen unseres Verhaltens, das andere bemerken (Blockaden, Impulsivität, Veränderungen bei der Körpersprache,…)
  • Kognitive Angstsymptome: Veränderungen in der Art und Weise, auf die wir nachdenken (Konzentrationsverlust, Grübeln, Empfindsamkeit,…)
  • Soziale Angstsymptome: Veränderungen, die die Art, mit anderen zu kommunizieren oder zu handeln, beeinflussen (Reizbarkeit, Schwierigkeiten, unsere Meinungen auszudrücken, Nachdenklichkeit,…).

Wie bei fast allem ist es unmöglich, über jedes einzelne Angstsymptom zu sprechen, im Folgenden werden wir über die Symptome sprechen, die am häufigsten auftreten.

1. Anhaltende Beunruhigung und innere Unruhe

Die Person mit Ängsten befindet sich für gewöhnlich in einem nervösen Zustand, ohne dass sich ein konkreter Umstand ergibt. Das Gefühl des Unbehagens und der innerlichen Unruhe ist eins der Angstsymptome, die sich bei Personen mit Ängsten am meisten zeigen.

2. Herzklopfen, Herzrasen und Brustschmerzen

Ein weiteres Angstsymptom ist das Herzrasen, wir spüren, das unser Herz schneller schlägt, ohne dass es einen augenscheinlichen Grund dafür gibt. Es handelt sich um ein sehr unangenehmes Symptom, da dieses Symptom die Betroffenen häufig verwirrt, denn in einem nervösen Zustand kann man das Herzrasen mit einem Herzinfarkt verbinden. Wenn wir außerdem leichte Brustschmerzen verspüren, können wir uns vorstellen, dass wir einen Herzinfarkt haben oder sogar, dass wir in diesem Moment sterben werden, was uns in einen größeren Angst- und Nervositätszustand versetzt.

Man kann all dies erklären, der Schmerz in der Brust entsteht dadurch, dass wir den Luftgehalt in unseren Lungenflügeln erhöhen, diese sich erweitern und die Rippen berühren, was dafür sorgt, dass wir einen leichten Druck und eine Muskelspannung empfinden. Wenn dieser Druck anhält, ermüden die Muskeln und sorgen für Stiche oder Schmerzen in der Brust. In dieser Situation empfehlen sich Rücken-, Schulter- und Brustmassagen, um die Muskeln zu entspannen.

3. Schwierigkeiten zu atmen und Erstickungsgefühl

Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, keine Luft zu bekommen oder hast du dich sogar so gefühlt, als ob du nicht atmen kannst? Kannst du dir vorstellen, wie unangenehm es sein muss, wenn dir jemand ein Kissen auf das Gesicht drückt, um dich am Atmen zu hindern? Dieses Angstsymptom ist ein sehr unangenehmes und beängstigendes Gefühl, aber zur gleichen Zeit gibt es auch eine Erklärung dafür.

Der Körper reguliert die Menge an Luft, die wir eintreten und austreten lassen. Wenn wir nervös sind, nehmen wir eine Menge an Sauerstoff auf, die Organismus nicht absorbiert, da sie zu hoch ist. In diesem Moment müssen wir aufhören, die Luft anzusammeln, damit der Sauerstoffspiegel ausgeglichen wird. Wie macht unser Körper das? Er unterbricht die Kontrolle über die Atmung für kurze Zeit, das heißt, wir hören auf zu atmen oder atmen sehr langsam.

Zusätzlich können wir das Gefühl haben, einen “Kloss im Hals” zu haben und uns fühlen, als ob wir nicht schlucken könnten oder einen trockenen Mund haben. Obwohl dies sehr unangenehm ist, ist es besser, nicht daran zu denken und ihm kaum Glaubwürdigkeit zu schenken.

4. Übelkeit und Blässe

Dieses Angstsymptom kann sich in Schwindelgefühlen oder Gleichgewichtsstörungen ausdrücken, was zu Angst vor Ohnmacht führt. Die Schwindelgefühle sind das Ergebnis der Hyperventilation und der Verengung der Kehle als Reaktion auf die erlebte Situation.

Für all jene Menschen, die fürchterliche Angst davor haben, in den Situationen in Ohnmacht zu fallen, in denen sie Angst verspüren – sie sollten wissen, dass es praktisch unmöglich ist, dass die eintritt. Und du fragst dich, was der Grund dafür ist, richtig? Du fällst in Ohnmacht, wenn eine Senkung des Blutdrucks stattfindet. Aber in Angstsituationen steigt der Blutdruck für gewöhnlich. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir in Ohnmacht fallen, wenn wir Angst haben.

Ein anderes Angstsymptom, das auftauchen kann, ist die Blässe der Haut, da in Angstmomenten das Blut der Blutgefäße in die Muskeln geleitet wird. Vor allem ist es wichtig, dies nicht zu wichtig zu nehmen und natürlich zu handeln und die Situation zu normalisieren.

5. Bedenken

Dieses Angstsymptom bezieht sich auf eine unkontrollierte, häufige und exzessive Besorgnis im Bezug auf zukünftiges Unheil, das geschehen könnte.

Durch das konstante Nachdenken über die schlechten Dinge, die passieren könnten, kann sich die Person “am Limit” ihrer Stärke fühlen, was ihre Beziehungen und die Art, mit täglichen Erlebnissen umzugehen, beeinträchtigt.

6. Niedriges Selbstwertgefühl und Depression

Bei Menschen, die unter Ängsten leiden, ist es normal, häufig Symptome der konstanten Besorgnis, Erschöpfung, Reizbarkeit etc. anzutreffen. Das niedrige Selbstwertgefühl, unter dem sie leiden, führt sie zur Depression, deswegen sind Depressionen und Angststörungen eng miteinander verbunden.

Was die Angstprobleme verschlimmert ist, dass durch die Depression und die Probleme mit dem Selbstwertgefühl manchmal das suizide Verhalten und die suizide Ideation steigt (obwohl dies nur bei einer geringen Zahl von Menschen geschieht).

Niedriges Selbstwertgefühl und Depression sind Angstsymptome

7. Schlafprobleme

Eins der Symptome, die bei Menschen mit Angstzuständen in größerem Maße auftauchen, sind Schlafprobleme wie Schlaflosigkeit und Albträume.

Wenn uns etwas Sorgen macht oder Druck in uns erzeugt, neigen wir zum “Grübeln”, das heißt, wir denken so oft darüber nach, dass es uns buchstäblich den Schlaf raubt. Es ist wichtig, nicht zu frustrieren, da das kontraproduktiv ist und je mehr du darüber nachdenkst, das du nicht schlafen kannst, desto weniger wirst du es schaffen.

Außerdem ist es sehr üblich, Albträume davon zu haben, was uns so sehr besorgt, weil die Albträume für gewöhnlich imitieren, was in unserem Alltag passiert. Es ist klar, dass Albträume sehr unangenehm sind, aber denke vor allem daran, sie sind harmlos.

8. Schwitzen und Zittern.

Wenn wir Angst haben oder in sonstigen Momenten, bereitet unser Körper sich auf eine Handlung vor, sei es fliehen oder kämpfen. Unsere Körpertemperatur steigt, deswegen sondern wir Schweiß durch die Schweißdrüsen ab, um der Hitze entgegenzuwirken, mit dem Ziel, die Temperatur zu verringern und den Körper abzukühlen.
Je mehr die Angst nachlässt, desto mehr kehrt das Schweißlevel in den Normalzustand zurück.

Genau wie das Schwitzen ist auch das Zittern eine normale Reaktion unseres Körpers, wenn wir nervös werden, wenn uns etwas Angst macht, wenn unsere Körpertemperatur sinkt und uns kalt ist … deswegen ist es normal, dass wir in Angstmomenten Zittern in unserem Körper verspüren, das wahrscheinlich zurückgeht, wenn die Angstsymptome verschwinden.

9. Körperstarre und Anspannung

Wenn der Körper den ganzen Tag leidet und angespannt ist, kommt ein Punkt, indem er nachgibt und es können verschiedene Dinge auftreten: Kopfschmerzen, Unfähigkeit zu entspannen, Rückenschmerzen, Unruhe, …

Häufig treten Symptome wie Schulter- und Nackenschmerzen oder sogar Betäubung des Kopfs oder des Gesichts auf. Warum in diesen Bereichen? In Stress- und Angstmomenten zeigt sich meistens zuerst in diesen Bereichen die Anspannung. Es kann uns sehr besorgen, wenn wir Betäubung oder Starre im Gesicht spüren, aber im Allgemeinen ist es nicht notwendig, sich wegen dieses Symptoms Sorgen zu machen, da es das Ergebnis der angesammelten Anspannung ist und nicht mehr spürbar sein wird, wenn die Situation sich normalisiert.

Ein anderes Angstsymptom ist ein gewisses Kribbeln in Händen und/oder Füssen zu spüren, da sich das Kohlendioxid des Blutes für gewöhnlich in den Extremitäten sammelt. Es ist wichtig, dass man aus diesen Symptomen nicht herausliest, dass es sich um einen Schlaganfall oder eine andere Art von neurologischer Betroffenheit handelt, damit keine Panik ausbricht. Diese Symptome sind überhaupt nicht schädlich und, wie alle anderen auch, gehen sie zurück, wenn der Sturm vorbei ist.

10.  Epigastrische Beschwerden, Hautausschlag und hormonelle Probleme

Wenn wir unter Ängsten leiden, haben wir für gewöhnlich Beschwerden im Verdauungstrakt wie Durchfall, Verdauungsschwierigkeiten, Verstopfung, Übelkeit oder Sodbrennen.

Wie gesagt, wenn wir Angst verspüren, verteilt der Körper das Blut in die Muskeln, um ihnen mehr Sauerstoff zuzuführen und so zu helfen, bei bedrohlichen Situationen zu fliehen oder anzugreifen.

Da sich das Blut in den Muskeln befindet, mangelt es in diesem Fall dem Verdauungstrakt an der Menge an Blut, die er benötigt, um die Nähstoffe der Lebensmittel aufzunehmen und deshalt entstehen gewisse epigastrische Beschwerden.

Zusätzlich können Angst und Stress Veränderungen in unserem Körper hervorrufen, wie verschiedene Hautausschläge (Trockenheit, Ekzeme auf der Stirn, Wange oder Nase), die verschwinden, wenn die Angst und/oder der Stress zurückgeht.

Was die hormonellen Probleme angeht, beeinträchtigt die Angst auch das endokrine System. Da sich das zerebrale Nervensystem um die Sekretion der chemischen Substanzen und den Hormonspiegel kümmert und in Unordnung ist, können Störungen im Menstruationszyklus der Frauen und Störungen beim Testosteronspiegel der Männer auftreten.

11. Zwanghafte Gedanken und ein Gefühl der Bedrohung.

Die Menschen, die unter Ängsten leiden, haben oft wiederkehrende negative Gedanken, fühlen sich, als ob sie die Kontrolle über ihre Umwelt verlieren und die sorgt dafür, dass ihre Wahrnehmung derselbigen verändert wird. Wenn man unter Ängsten leidet, neigt man dazu, die Welt als einen schrecklichen Ort anzusehen und als gefährlicher, als sie wirklich ist.

Manchmal können sie sich sogar so fühlen, als ob es sich bei dem Leben, das sie in der Realität leben, um einen Traum handelt. Die Menschen, die das empfinden, verlieren das Konzept der “Realität” vollkommen. Dies sorgt dafür, dass sich das Gefühl, verrückt zu werden, erhöht, was dazu führt, das die Symptome sich verstärken.

12. “Ich werde verrückt …”

Nach einer gewissen Zeit mit Angst und unabhängig von den Symptomen, die du hast, wird ein Moment kommen, in dem dein Gehirn erschöpft und müde ist. Das wird dazu führen, dass du denkst, du wirst verrückt und kommst nicht mehr mit der Situation klar, die du erlebst. Aber ganz ruhig, natürlich wirst du nicht verrückt, deine Gedanken werden nur durch deine Stimmung beeinträchtigt und du denkst, dass du die Kontrolle über die Situation verlierst.

Dies führt dazu, dass du dich reizbarer fühlst, vielleicht sogar das Bedürfnis hast, die Situationen zu vermeiden, von denen du glaubst, dass sie die Ängste erzeugen, dich verwirrt fühlst und manchmal hyperaktiv handelst und Dinge tust, die du zu anderen Gelegenheiten nicht getan hättest, …

In den extremsten Fällen kann es zur “Derealisierung” oder “Depersonalisierung” kommen, das heißt, zum Gefühl, das alles, was dich umgibt, nicht real ist.

“Auch wenn die Angst ein Teil deines Lebens ist, lass nie zu, dass sie deine Bewegungen kontrolliert”

(Paulo Coelho in “Die Schriften von Accra”)

Ich hoffe, dir geholfen zu haben. Wenn du möchtest, kannst du einen Kommentar hinterlassen und deine Angstsymptome erklären, gleich hier unten. 😉

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Wie verbessere ich meine Laune? 10 Tricks für den Alltag

Oft ist unsere Stimmung nicht ganz so gut, wie sie sein könnte. Viele Situationen, die wir im Alltag erleben, überladen unser Gehirn, was uns Stress, Erschöpfung und schlechte Laune bereitet. Unsere Laune hängt stark von unseren Handlungen und unseren Gewohnheiten ab und darf nicht ignoriert werden, denn von ihr hängt unser Wohlbefinden ab. Für diese “niedergeschlagenen” Tage und depressiven Momente, haben wir dir hier 10 Tipps für das Verbessern deiner Laune zusammengestellt.

Wie die Laune verbessern

 1. Achte auf deine Gesundheit!

Im Laufe dieses Artikels werden wir einige Tipps dazu sehen, wie du deine Laune heben kannst. Aber vielleicht ist dieser erst der offensichtlichste und wichtigste: Achte auf deine Gesundheit! Es ist wichtig, dass du sowohl körperlich als auch emotional auf dich achtest. Körper und Verstand sind bidirektional und symbiotisch miteinander verbunden, sie zu misshandeln kann sehr negative Auswirkungen haben. Ein ungepflegter Körper kommt in einem erschöpfteren und weniger wachen Verstand zum Ausdruck.

Eine Veränderung unserer Gewohnheiten kann der erste Schritt zu einer Veränderung in unserem Kopf sein.

2. Sport verbessert unsere Stimmung

Sport zu machen ist eine gute Art unsere Laune zu heben. Jede körperliche Aktivität ist gut, nicht nur für unseren Körper, auch für unseren Verstand. Im Allgemeinen haben Menschen, die regelmässig irgendeine Art von körperlicher Aktivität ausführen, bessere Laune in ihrem Alltag.

Vielleicht ist es eher ein langfristiges Ziel Sport zu machen, aber dafür ist es sehr effektiv. Sport zu machen verbessert deine Gesundheit, was sich auf deinen Verstand auswirkt, es erhöht die Bereitschaft neue soziale Beziehungen einzugehen, beschäftigt deinen Verstand, erhöht den Optimismus und positive Gedanken, setzt Endorphine frei, löst Spannungen usw.

Obwohl es vielleicht im ersten Moment nicht wie eine erstrebenswerte Idee wirkt, vor allem wenn du bisher nicht gewohnheitsmässig Sport machst, ist das ein Ziel, dass uns helfen kann, unsere körperliche und geistige Gesundheit zu verbessern.

3. Einen Freund anrufen, der uns aufmuntern kann

Etwas sehr Empfehlenswertes, wenn man keine gute Laune hat, ist einen Freund oder eine Freundin anzurufen. Es wurden zahlreiche Korrelationen von psychologischem Wohlbefinden und dem Kontakt zu anderen Menschen gefunden. Ein reiches und qualitativ hochwertiges Sozialleben ist Medizin gegen psychologisches Unwohlsein. Soziale Kontakte und Unterstützung verschaffen uns eine wichtige Stütze, da sie sich dank der Bindungen, die die Gruppe bietet, positiv auf Gefühle der Selbstakzeptanz auswirken.

Das Alleinsein wird zum Feind, wenn wir deprimiert sind, deshalb ist es in solchen Situationen ideal, gute Gesellschaft zu suchen.

 

Wie die Laune heben? Freunde sind eine wichtige Unterstützung

4. Gut schlafen 

Vielleicht löst die Tatsache des Schlafens unsere Probleme nicht und verbessert unsere Stimmung genauso wenig. Aber es ist wahr, dass es schwere Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn wir unsere Schlafenszeiten vernachlässigen. Obwohl jeder Mensch eine individuelle Menge an Schlaf braucht, rechnet man, dass eine Abweichung vom Durchschnitt von 7-8 Stunden Schlaf zu Unwohlsein führt.
Viele Situationen im Alltang vermindern unsere Erholungszeit und, obwohl dies vielleicht auf den ersten Blick keine Folgen zu haben scheint, verschlechtert Schlafmangel unseren körperlichen und seelischen Zustand.

Die Studie “Schlaf und Lebensqualität” der Universität von Granada deckt die Folgen von Schlafdefizit auf. Eine unzureichende Erholungsphase kann von einem höheren Prozentsatz an depressiven Störungen und Angststörungen bis du einer höheren Zahl an Unfällen führen.

5. Analysiere dein Problem

Oft wissen wir noch nicht einmal, was mit uns los ist. Diese Situationen, in denen man auf dem Bett liegst, ohne Lust auf gar nichts zu haben. Das Problem zu entdecken ist der grundlegende Schritt um es zu lösen, und, obwohl das offensichtlich erscheint, geben wir uns dabei manchmal keine Mühe.

Um psychologisches Wohlbefinden zu erreichen und unsere Laune heben zu können, müssen wir einen Punkt zwischen unseren externen Bedürfnissen und unseren internen Motivationen (was wir wollen) finden. Häufig schreiben wir eine negative Situation einem externen Faktor zu, wenn in Wirklichkeit in unserem Kopf etwas schiefläuft.

Wir ein bekanntes Sprichwort sagt: “Nicht der ist glücklich, der am meisten hat, sondern der, der am wenigsten braucht”. Wie wir im nächsten Absatz sehen, kann ein schlechtes Ehrgeizmanagement zu Stress führen, was wiederum ein grosser Ballast für unsere Gemütslage ist.

6. Es gibt bessere und schlechtere Leute als dich. Entscheide, mit wem du dich vergleichst

Obwohl das nicht so schön klingt, ist es wahr, dass der soziale Vergleich ein entscheidendes Element für unsere Persönlichkeitsbildung, unser Selbstwertgefühl und unsere Stimmung ist. Meistens vergleichen wir uns unbewusst mit Menschen, denen es schlechter geht als uns, um unsere Handlungen zu unterlegen (eine Art fiktives Rückenklopfen, um zu wissen, dass es “uns gut geht”). Aber manchmal legen wir unser Augenmerk wegen schlechterer Laune auf Dinge, auf die wir nicht achten sollten. Ein Vergleich nach oben kann uns frustrieren und uns somit deprimieren und unsere Laune verschlechtern.

Du darfst nicht enttäuscht sein, weil es Leute über dir gibt, es wird immer jemanden über und jemanden unter dir geben. Wie im nächsten Absatz erklärt wird, muss man lernen, sich mit seinen eigenen Ziele zu beschäftigen.

7. Beschäftige dich mit deinen Zielen, um deine Laune zu heben

Wie in den Absätzen oben erwähnt verschlechtert sich unsere Gemütslage oft wegen Stress und Frustration. Diese beiden Begleiter sind so gewöhnlich, dass sie auftauchen, sobald wir deprimiert sind. Häufig setzen wir uns bei der Verfolgung eines Zwecks zu hohe Ziele in einer begrenzten Zeit. Beispielsweise gibt es Menschen, die es deprimiert, Diät zu machen, wenn sie nach einer Woche noch keine Ergebnisse sehen.

Wenn du dich schlecht oder niedergeschlagen fühlst, denk daran, was du machst und an die Ziele, die du dir vorgenommen hast, und gib dir selbst mehr Raum und hab weniger Erwartungen an dich. Manchmal sind wir selbst unsere schlechtesten Chefs.

Die Personen, die am zufriedensten mit ihren Leben sind, sind diejenigen, die kurz- oder mittelfristig leichter erreichbare Ziele haben und somit einfacher unmittelbare Belohnungen bekommen.”.

Achte darauf, wohin du dein Augenmerk legst und schalte einen Gang zurück, sollte es notwendig sein.

8. Hör Musik, um deine Laune zu verbessern

Es hört sich wie ein Mythos an, aber es ist erwiesen, dass die Musik auf einem tiefen emotionellen Niveau mit unserem Verstand verbunden ist. Nach einer Studie der Universität von Murcia bringt uns die Musik im Allgemeinen “zu einer Reharmonisierung unseres Gemütszustandes und unserer Gefühle”.

Die Musik ist dazu fähig, einen bestimmten Gemütszustand in uns zu erwecken und hat eine immense Macht aus diversen Gründen (Musik für das Gehirn). Einerseits assoziieren wir die Musik normalerweise mit einem eigenen Gefühl und genau wie wir in fröhlichen Momenten dieses Gefühl mit einem Musikstil begleiten, gibt diese Assoziation der Musik die Macht, den Prozess umzukehren, und so kann das Hören eines Lieds das gleiche Gefühl entstehen lassen. Andererseits wirken Komponenten der Musik wie Rhythmus, Ton oder Melodie direkt auf uns, ohne dass eine Assoziation notwendig wäre: Sie verringert die Nervosität, die Herzfrequenz, entspannt uns etc.

Es ist unglaublich, was ein bisschen Musik in unserem Kopf anstellen kann.

9. Lebensmittel zur Verbesserung der Laune

Einige Lebensmittel verbessern unsere Laune

Eins darf man nicht verwechseln. Eine schwere Zeit löst sich nicht durch “Essen um des Essens willen”. Kompulsives Essen ist vor allem miserabel für unseren Körper und unseren Verstand. Ausserdem kann die Assoziation des Gemütszustands mit dem Essen Essstörungen (Bulimie, Magersucht etc.) hervorrufen.

Trotzdem gibt es gewisse Lebensmittel, die dank ihrer Beschaffenheit direkt auf unsere Laune wirken:

  • Schokolade: Die verschiedenen Zutaten dieses Lebensmittels bringen uns zahlreiche Vorteile. Schokolade erhöhrt die Serotoninlevel (das Glückshormon), hat einen anregenden Effekt auf den Organismus, dient als natürliches Schmerzmittel, steigert die Leistungsfähigkeit und regt den Kreislauf an. Ausserdem, und daher rührt die Bezeichnung Liebesdroge, erzeugt sie das Hormon, dass sonst nur im Zustand der Erregung freigesetzt wird.
  • Die Banane: Die hohe Zahl an in der Banane enthaltenen Nährstoffen liefert einen Energieanstieg in unserem Körper und ausserdem erhöht sie das Serotoninlevel, wie die Schokolade, und begünstigt eine optimistische Stimmung.

Es gibt noch viele andere Lebensmittel, die unsere Stimmung verbessern (z.B. die Ananas). Die weiter unten erwähnte Studie weist viele Beispiele auf.

10. Schlecht zu essen verschlechtert unsere Laune

Wenn wir von Lebensmitteln, die für eine bessere Stimmung sorgen, sprechen, sollten wir auch auf diejenigen hinweisen, die sie verschlechtern.

Alle verarbeiteten Lebensmittel oder Lebensmitten mit hohem Anteil an gesättigten Fetten etc. hemmen die Dopaminproduktion im Gehirn (“der Motor unseres Organismus”).

Junkfood ist auch verhängnisvoll für unseren Körper und Verstand, aufgrund der Nährstoffe, die es enthält und die wir oben schon erwähnt haben. Unter anderem lässt es uns erschöpft fühlen und macht es uns aufgrund der Hemmung der Dopaminproduktion schwer, positive Gefühle zu empfinden.

Die Studie über Ernährung von der Universidad Nacional Autónoma de México schlägt spezielle Ernährungsformen und Lebensmittel vor, die sich auf unsere Stimmung auswirken.

Die Qualität der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, hat Auswirkungen auf die Qualität unseres Organismus.

 

Quelle: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

 

 

Zweisprachigkeit bei Kindern. Vorteile für zweisprachige Kinder

Welchen Einfluss hat Zweisprachigkeit bei Kindern? Könnte das Aufwachsen mit zwei Muttersprachen die Sprachentwicklung von Kindern schädigen und den Spracherwerb verzögern? Ist es ein Vorteil oder Nachteil Kinder zweisprachig zu erziehen? In diesem Artikel beseitigen wir all deine Zweifel

Zweisprachigkeit bei Kindern

Noch vor kurzer Zeit nahm man an, dass das Aufwachsen mit zwei Muttersprachen die Sprachentwicklung der Kinder schädigen könnte. Mit zwei Wortschätzen zu lernen könnte den Spracherwerb verzögern.

Nichtsdestotrotz hat sich herausgestellt, dass dem nicht so ist. Zweisprachigkeit bei Kindern kann dazu führen, dass diese Aufgaben besser erfüllen, die Aufmerksamkeit, Zurückhaltung oder Impulskontrolle und das Kurzzeitgedächtnis erfordern. Trotz vieler Untersuchungen bis heute, ist es nicht klar, ob dieser “Vorteil” wirklich existiert. Dennoch werden wir versuchen das Thema in diesem Artikel mithilfe der aktuellsten Forschung bis heute zu erläutern.

Welchen Einfluss hat Zweisprachigkeit bei Kindern?

1. Zweisprachigkeit bei Kindern verbessert ihre exekutiven Funktionen

Um dieses Thema zu erläutern haben Forscher am medizinischen Zentrum der Universität Georgetown eine Studie durchgeführt. Darin wird der Umfang der grauen Gehirnsubstanz von zweisprachigen und einsprachigen Erwachsenen verglichen. Es stellte sich heraus, dass Zweisprachige eine größere Menge an grauer Substanz am Frontal- und Parietallappen besitzen, zwei Zonen, die für die exekutiven Funktionen zuständig sind.

Die graue Hirnmasse bildet sich aus Nervenzellkörpern, im Gegensatz zur weißen Substanz, die aus Nervenfasern besteht, die die Information zwischen den Hirnarealen transportiert. Diese graue Substanz unterscheidet sich von einer Person zur anderen, je nach den Erfahrungen und Erlebnissen der Personen. Zum Beispiel fand man in einer bekannten Studie heraus, dass Londons Taxifahrer einen größeren Umfang an grauer Substanz in den Bereichen der räumlichen Verarbeitung hatten.

Was sind exekutive Funktionen? Exekutive Funktionen sind die Hirnfunktionen, die für die Steuerung der Aufmerksamkeit, das Kurzzeitgedächtnis, die Planung und die Impulskontrolle zuständig sind.

Eine neue Studie zeigt, dass sich Unterschiede in der Hirnfunktion schon im Alter von 11 Monaten bemerkbar machen. Im Unterschied zur vorher erwähnten Studie hat man in dieser die Hirnaktivität und nicht den Umfang gemessen. Die Ergebnisse zeigen eine höhere Aktivität des Frontallappens (zuständig für die exekutiven Funktionen) bei zweisprachigen als bei einsprachigen Kindern.

Man glaubt, dass sich dies darin begründet, dass zweisprachige Personen von einer Sprache zur anderen wechseln müssen, ohne sich zu irren oder die Sprachen zu vermischen.

Weitere interessante Daten, vor allem für die Eltern, sind folgende:

  • Alle Kinder zeigten neuronale Sensibilität für beide Sprachen, die sie lernten, in diesem Fall für Englisch und Spanisch. Dies lässt vermuten, dass sie beide wirklich lernten.
  • Die Kinder zeigten die gleiche Sensibilität für die englische Sprache wie einsprachige englischsprachige Kinder. Das heißt, sie lernten Englisch mit der gleichen Geschwindigkeit wie nicht zweisprachige Kinder.

Diesen Experten nach sind sehr kleine Kinder dazu fähig mehrere Sprachen zu lernen und außerdem ist die Kindheit der beste Moment um zu beginnen.

Welche Auswirkungen hat Zweisprachigkeit bei Kindern?

2. Zweisprachigkeit bei Kindern verbessert ihr Überzeugungssystem

Nicht nur kognitive Fähigkeiten, auch Überzeugungen verändern sich mit der Zweisprachigkeit. Laut einer Studie denken Kinder, die in einem zweisprachigen Umfeld aufgewachsen sind, dass uns das Erlernte mehr als das Angeborene zu dem macht, was wir sind.

Den Glauben, dass unsere Eigenschaften angeboren sind, nennt man Essentialismus. Die Studie bewies, dass zweisprachige Kinder diese Überzeugung nicht aufwiesen, während Einsprachige dachten, dass Charaktereigenschaften angeboren sind. Das heißt, anstatt zu glauben, dass unsere Eigenschaften angeboren sind, denken sie, dass unsere Entwicklung von unseren Erfahrungen abhängt. Ich bin, wie ich bin aufgrund meiner Erlebnisse, ich bin nicht so geboren, sondern meine eigene Erfahrung und das, was ich gelernt habe, hat mich zu dem gemacht, was ich bin.

Diese Entdeckungen sind wichtig, denn es ist wahrscheinlicher, dass Kinder mit dieser Art von Überzeugungen später klischeehafte und vorgefasste Meinungen entwickeln. Deswegen kann der frühe Unterricht in einer Zweitsprache zur Entwicklung einer Akzeptanzhaltung gegenüber der menschlichen Vielfalt beitragen. Außerdem führt das Denken, dass unsere Eigenschaften angeboren und unveränderlich sind dazu, dass wir uns nicht anstrengen, um uns als Personen zu verbessern und so starre und konservative Persönlichkeiten erschaffen.

3. Zweisprachigkeit bei Kindern verzögert die Gehirnalterung

Dein Gehirn zu stimulieren und es aktiv zu halten ist essentiell um die Hirnalterung zu verzögern und neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer, kognitivem Verschleiss sowie Demenzen vorzubeugen.

Nach dieser Studie erschienen bei mit Alzheimer diagnostizierten Personen, die ihr Leben lang konsistent zwei oder mehr Sprachen gesprochen hatten, die Symptome der Krankheit bis zu 5 Jahre später. Außerdem wurde bei diesen Personen durchschnittlich 4,5 Jahre später Krebs diagnostiziert als bei einsprachigen.

Zusätzlich zur Mehrsprachigkeit können andere Faktoren wie eine gesunde Ernährung und kardiovaskuläres Training eine wichtige Rolle dabei spielen, wie das Gehirn dem altersspezifischen kognitiven Verschleiß gegenübertritt.

4. Zweisprachigkeit bei Kindern vereinfacht das Erlernen neuer Sprachen

Laut einigen Studien macht Zweisprachigkeit das Erlernen einer dritten Sprache einfacher. Das kann darin begründet sein, dass Zweisprachigen mehr sprachliche Mittel zur Verfügung stehen, die das Lernen erleichtern und dass diese Personen dem Erlernen verschiedener Sprachen offener gegenüberstehen.

Zweisprachigkeit bei Kindern: Probleme

Es gibt selbstverständlich nicht nur Vorteile. Die Zweisprachigkeit kann auch einige Nachteile haben, obwohl diese unwichtig erscheinen, wenn wir sie mit den großen Vorteilen vergleichen, die durch die Beherrschung von zwei Sprachen erlangt werden.

Diese Kinder beginnen etwas später als einsprachige Kinder zu sprechen, allerdings immer im Rahmen der Normalität, also ist dies nicht wirklich ein Nachteil.

Zweisprachige Personen haben im Allgemeinen einen beschränkteren Wortschatz als Einsprachige.

Außerdem kämpfen sie kontinuierlich gegen die Invasion von einer der beiden Sprachen in die andere, die in dem Moment benutzt wird. Zusätzlich haben zweisprachige Kinder oder Erwachsene oft Schwierigkeiten, das Wort zu finden, das sie benötigen, weil sie ständig von einer Sprache zur anderen wechseln müssen.

Zweisprachigkeit bei Kindern: Ratschläge für die Eltern.

Es gibt viele Situationen, in denen Zweisprachigkeit vorkommt, zum Beispiel wenn beide Eltern eine Sprache sprechen, die sich von der des Ortes, an dem sie leben, unterscheidet, wenn ein Elternteil die Ortssprache spricht und der andere eine andere Sprache …

Das Kind wird die Sprache des Landes, in dem es lebt, ganz einfach lernen und sprechen, es bleibt ihm ja nichts anderes übrig. Aber was passiert, wenn das Kind die Sprache, in der seine Eltern mit ihm sprechen, nicht sprechen möchte? Es ist sehr wichtig, es nicht zu zwingen oder unter Druck zu setzen. Auch wenn das Kind nicht spricht, versteht es, sein Gehirn wird stimuliert und es ist bereit zu sprechen. Um ihm zu helfen, die Sprache zu üben, ist es essentiell, dass das Kind Situationen ausgesetzt wird, in denen es die Sprache benutzen muss, wie zum Beispiel bei einem Besuch des Landes, wo sie gesprochen wird.

Es ist auch wichtig, es zu loben, wenn es die Sprache benutzt, zum Beispiel: “Schön, dass du diese Sprache benutzt, das gefällt mir immer sehr!“

Wenn die Kinder klein sind, vermischen sie beide Sprachen, das ist ganz normal und man sollte sie nicht berichtigen.

Wenn jeder Elternteil eine Sprache spricht, ist es wichtig, dass sie sich darauf einigen, in welcher Sprache jeder konsistent mit dem Kind spricht. So wird das Erlernen beider Sprachen verstärkt. Es kann auch sehr positiv sein, dass die Kinder Bücher lesen oder Filme auf beiden Sprachen sehen, um so beide Sprachen möglichst gleichmäßig zu üben.

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit