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Heuristik – Die Basis für schnelle Entscheidungen in komplexen Umwelten

Jeden Tag müssen wir unzählige Entscheidungen treffen, oft ohne viel Zeit zu haben über sie nachzudenken. Doch welche Strategie wenden wir an, um uns in diesen Fällen zu entscheiden? Oft nutzen wir dafür eine sogenannte Heuristik. Umgangssprachlich als Daumenregel oder Faustregel bezeichnet, bieten diese heuristischen Strategien die Möglichkeit schnell und adaptiv auf die Umwelt reagieren zu können. Im folgenden Artikel wird erklärt, was eine Heuristik ist, Beispiele genannt und welche Vor- und Nachteile durch Heuristiken entstehen können.

Heuristik – Die Basis für schnelle Entscheidungen in komplexen Umwelten

Stellen wir uns einmal vor, wir stehen auf einem Platz und spielen Baseball. Das Gegenüber schießt den Ball hoch in die Luft – ein sogenannter Flyball –  daraufhin rennen wir über den Platz und fangen den Ball auf. Doch wie machen wir das? Berechnen wir die komplexe mathematische Flugkurve des Balles in unserem Gehirn in Sekunden schnelle? Nein, das tun wir nicht.

Die Lösung: eine Heuristik

Wir nutzen eine Heuristik – eine mentale Daumenregel – um den Ball zu fangen. In diesem Fall fixieren wir den Ball mit unseren Augen hoch oben am Himmel und rennen los. Dabei laufen wir so schnell, dass der Blickwinkel zwischen Auge und Ball gleich bleibt. Wenn wir sehen, dass der Ball sich nach unten bewegt, laufen wir nach vorne. Bewegt sich der Ball nach oben, laufen wir rückwärts. Dabei passen wir die Laufgeschwindigkeit so lange an, bis sich der Ball scheinbar nicht mehr bewegt und nur noch größer wird. Tun wir das kommen wir nämlich genau dort an, wo der Ball aufkommt und können ihn auffangen. Die Blick-Heuristik hat in diesem Fall geholfen die richtige Entscheidung zu treffen (uns in eine bestimmte Richtung zu bewegen) und das Ziel zu erreichen (den Ball aufzufangen).

Wir haben es geschafft mithilfe weniger Informationen (wir wissen weder wie viele Meter unser Gegenüber entfernt steht, noch den Abschusswinkel, die Geschwindigkeit des Balles oder den genauen Luftwiderstand) eine adäquate Lösung für unser Problem zu finden. Dank einer Heuristik!

Definition Heuristik

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie auffinden oder entdecken und bezeichnet die Fähigkeit mit unvollständigen Informationen, begrenztem Wissen und wenig Zeit oder Motivation dennoch zu einer guten und passenden Entscheidung zu kommen. In der Psychologie werden einfache aber effiziente Regeln als Heuristik bezeichnet.

Heuristiken kommen eben dann zum Einsatz, wenn wir nicht alle Informationen über die Situation kennen und es somit unmöglich ist, eine perfekte Entscheidung zu treffen. Im Alltag haben wir so gut wie nie die Möglichkeit alle Handlungsalternativen abzuwägen oder alle Informationen über unsere Umwelt zu sammeln, sondern müssen spontan und schnell handeln. Eine Heuristik liefert uns in den meisten dieser Fälle ein gutes Ergebnis. Durch die Verwendung von Heuristiken können aber auch systematisch verzerrte Schlussfolgerungen entstehen.

Eigenschaften von Heuristiken

Wodurch zeichnen sich Heuristiken aus?

  1. Eine Heuristik nutzt intuitive oder erlernte kognitive Fähigkeiten. Das bedeutet, dass eine Heuristik einfach anzuwenden ist, weil sie auf einer individuell und evolutionär erworbenen Fähigkeit basiert. Beispielsweise ist es für uns Menschen verhältnismäßig einfach ein Objekt mit unseren Augen zu verfolgen. Diese Fähigkeit ist die Grundlage der Blick-Heuristik.
  2. Eine Heuristik macht sich die Struktur der Umwelt zu Nutze. Eine Heuristik ist nicht entweder gut oder schlecht, sondern funktioniert in Abhängigkeit der gegebenen Umwelt. Sie sind nicht per se rational, sondern ökologisch rational. Heuristiken lassen sich nur für bestimmte Situationen gut anwenden und sind bis zu einem bestimmten Punkt bereichsspezifisch.
  3. Durch Heuristiken lässt sich Verhalten vorhersagen. Würde man davon ausgehen, dass die Person die Flugbahn berechnet, um den Ball fangen, würde sich die Person in direktem Weg zu der Aufschlagstelle begeben, um dort auf den Ball zu warten. Bei der Verwendung der Blick-Heuristik ist die Grundlage jedoch die Konstanthaltung des Blickwinkels was zur Folge hat, dass der Ball im Laufen gefangen wird. Diese Annahme entspricht dem real gezeigten Verhalten.

Heuristiken sind sowohl mit der Umwelt, als auch mit unserem Gehirn und unseren kognitiven Fähigkeiten verbunden.

Heuristiken Beispiele

Im folgenden Abschnitt werden zwei bekannte und intensiv erforschte Heuristiken vorgestellt. Zusätzlich werden die kognitiven Verzerrungen (systematischen Fehler), die im Zusammenhang mit ihrer Verwendung häufig auftreten anhand von Beispielen erläutert.

Die Verfügbarkeitsheuristik

Diese Heuristik wird verwendet, um die Häufigkeit oder Wichtigkeit eines Ereignisses zu schätzen, wenn nicht auf statistische Daten zurückgegriffen wird. Die Entscheidung wird in diesem Fall auf Basis der Verfügbarkeit eines Ereignisses in unserem Gedächtnis getroffen. Ereignisse, die wir schnell aus unserem Gedächtnis abrufen können, oder bei denen wir eine hohe Anzahl an Beispielen kennen, erscheinen uns wahrscheinlicher als solche, an die wir uns nur mit Mühe erinnern, oder wir nur wenige Beispiele kennen. Für Schlussfolgerungen ziehen wir also bevorzugt die Ereignisse heran, die wir besonders leicht aus unserem Gedächtnis abrufen können.

Möglicher systematischer Fehler: Durch persönliche Erfahrungen oder den Konsum von Medien kann es dazu kommen, dass wir die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses über- oder unterschätzen.

Beispiele: 

  • Ein Rettungssanitäter wird aufgrund seiner Arbeit die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Unfalls eher überschätzen, ein regulärer Verkehrsteilnehmer diese eher unterschätzen.
  • Nach dem 11 September 2001 wurde die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlags von vielen Menschen aufgrund der enormen Medienpräsenz deutlich überschätzt, sodass viele auf die Alternative Auto umstiegen. In Folge dessen kamen im Jahr nach dem Anschlag über Tausend Menschen mehr in den USA bei Autounfällen ums Leben als das Jahr zuvor.

Die Repräsentativitätsheuristik

Bei dieser Urteilsheuristik wird die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses danach bewertet, wie sehr dieses einem Prototypen entspricht. Auf Grundlage dieser prototypischen Information werden entsprechende Schlussfolgerungen gezogen.

Möglicher systematischer Fehler:  
Da bei Anwendung der Repräsentativitätsheuristik Basisraten und statistische Eintrittswahrscheinlichkeiten missachtet werden, kann es zu Fehleinschätzungen kommen.

Beispiele: 

  • Wenn wir Lotto spielen, erscheint uns die Kombination “12, 5, 33, 26, 17, 1” eine übliche und repräsentative Ziehung. Die Kombination “1, 2, 3, 4, 5, 6” erscheint uns dagegen wenig prototypisch, obwohl ihre Ziehung genauso wahrscheinlich ist. Die letzte Zahlenkombination wird entsprechend auch deutlich seltener getippt.
  • Kahnemann und Tversky (1983) übergaben ihren Probanden eine schriftliche Beschreibung einer Frau, in welcher ihre Tätigkeit als Frauenrechtlerin und ihr Kampf für Emanzipation beschrieben wurde. Im Anschluss mussten die Probanden die Wahrscheinlichkeit angeben, mit welcher sie glaubten, dass die Frau eine Bankangestellte, eine Feministin oder eine Bankangestellte und Feministin sei. Hierbei schätzen die meisten, dass es wahrscheinlicher sei, dass sie Bankangestellte und Feministin ist, als nur Bankangestellte. Dies ist jedoch falsch. Die Wahrscheinlichkeit für zwei gleichzeitig auftretende Ereignisse kann nicht höher sein, als die Eintrittswahrscheinlichkeit für nur eines der beiden Ereignisse.

Heuristik – eine gute Strategie?

Sowohl die Verfügbarkeitsheuristik als auch die Repräsentativitätsheuristik können bei ihrer Anwendung zu kognitiven Verzerrungen führen und somit zu weniger guten Entscheidungen. Die Blick-Heuristik dagegen scheint uns in unserem Beispiel auf effektive und akzeptable Art und Weise zu unserem Ziel zu führen. Diese Beispiele erwecken den Eindruck, dass Heuristiken generell zu einer schlechteren oder höchstens gleich guten Lösung führen, im Gegensatz zu einer Entscheidungsfindung bei der alle verfügbaren Informationen einbezogen werden.

In der Psychologie wurden Heuristiken lange Zeit hauptsächlich als verzerrende und fehleranfällige Daumenregeln angesehen, weil sie einen großen Teil der verfügbaren Information ignorieren. Wie kommt es dann aber dazu, dass wir Menschen im Alltag gut zurechtkommen?

Die Strategie, Informationen zu ignorieren und nur einen Teil dieser in die Entscheidungsfindung einzubeziehen kann mitunter zu besseren Ergebnissen führen.

Gerd Gigerenzer untersucht am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin schnelle und einfache Heuristiken. Die von ihm vorgeschlagene Wiedererkennungsheurisitk verdeutlicht, dass das Fehlen oder Ignorieren bestimmter Informationen sogar zu einer besseren Leistung führen kann.

Die Wiedererkennungsheuristik (Rekognitionsheuristik)

Wir stellen uns einmal vor wir säßen in einer Quizshow und müssten folgende Frage beantworten:

Welche dieser beiden Städte hat mehr Einwohner? San Diego oder San Antonio?

Da diese Städte in Amerika liegen, sollten Amerikaner eine gute Chance haben diese Frage richtig zu beantworten. In der Tat beantworteten etwa zwei Drittel der in einer Studie befragten Studenten aus Chicago diese Frage richtig.

Wie sieht es mit der gleichen Frage in Deutschland aus?

Die meisten Deutschen wissen wenig über San Diego und von San Antonio hat kaum jemand jemals gehört. Das scheint die Chancen auf eine richtige Antwort zu verringern.

Doch das Gegenteil ist der Fall, von den Befragten Deutschen gaben 100% die richtige Antwort – und das obwohl sie es eigentlich nicht wussten. Wie kann das sein?

Die Rekognitionsheuristik: “Wenn von zwei Objekten nur eines wiedererkannt wird, dann hat dieses Objekt einen höheren Wert auf dem Kriterium”

Ganz einfach, sie konnten auf die Rekognitionsheuristik (Wiedererkennungsheuristik) zurückgreifen, die es in dem Fall erlaubt eine richtige Entscheidung zu treffen. Wenn es zwischen dem Wiedererkennen und dem Kriterium (hier Einwohnerzahl) einen positiven Zusammenhang gibt, kann diese Heuristik nützlich sein.

In unserem Beispiel gibt es eindeutig einen positiven Zusammenhang. Je mehr Einwohner eine Stadt hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir von dieser schon einmal gehört haben. Die meisten Amerikaner kennen in diesem Beispiel hingegen beide Orte, sodass sie zur Beantwortung der Frage ein anderes Kriterium heranziehen müssen, wobei es häufiger zu Fehlern kommt oder sie neben der Wiedererkennung keine anderen Kriterien haben und einfach raten müssen.

Fehlende Information kann zu besseren Entscheidungen führen

Gerd Gigerenzer und seine Forschungsgruppe gingen sogar noch einen Schritt weiter: Sie verglichen den Vorhersagewert zu Investitionen an der Börse. Dabei verglichen sie die Prognosen von Straßenpassanten, die einfach ihnen bekannte Börsenunternehmen nannten mit den Prognosen von Finanzexperten und Börsenanalytikern. Es zeigt sich, dass Passanten die Börsenentwicklung besser vorhersagen konnten als die Experten.

Heuristiken ignorieren einen Teil der verfügbaren Informationen

Heuristiken sind Strategien, die dabei helfen, zeitsparend und ohne ohne große Mühe, Entscheidungen zu treffen. Dies geschieht, indem Heuristiken Teile der Informationen ignorieren und sich basale Umwelt- und Gehirnstrukturen zu Nutzen machen. Durch die schnelle Verarbeitung und das Ignorieren von Informationen können kognitive Verzerrungen auftreten, was zu schlechten Entscheidungen führen kann. Andererseits gibt es auch Fälle, in denen Heuristiken zu besseren Ergebnissen führen, als Strategien, die alle verfügbaren Informationen mit einbezieht.

Es ist dementsprechend gut, sich bestimmte Heuristiken bewusst zu machen, um Fehler zu vermeiden. Andererseits verdanken wir Heuristiken die Tatsache, dass wir im Alltag mühelos Entscheidungen treffen können und teilweise mit weniger Information sogar bessere Leistungen erzielen.

Referenzen:

Gigerenzer, Gerd. “Einfache Heuristiken für komplexe Entscheidungen.” (2006).

Gigerenzer, Gerd, Peter M. Todd, and the ABC Research Group. Simple heuristics that make us smart. Oxford University Press, 1999.

Hertwig, Ralph. “Strategien und Heuristiken.” Handbuch der Psychologie. Hogrefe, 2006. 461-469.

Sivak, Michael, and Michael J. Flannagan. “Consequences for road traffic fatalities of the reduction in flying following September 11, 2001.” Transportation Research Part F: Traffic Psychology and Behaviour 7.4 (2004): 301-305.

Tversky, Amos, and Daniel Kahneman. “Extensional versus intuitive reasoning: The conjunction fallacy in probability judgment.” Psychological review 90.4 (1983): 293.

Intrinsische Motivation: Was uns antreibt, unsere Ziele zu verwirklichen

Was bringt uns dazu gerne zu Fotografieren oder uns in einem Tanzkurs anzumelden? Wieso beschäftigen sich manche Menschen mit Dingen, aus denen sie keinerlei finanziellen Nutzen ziehen? Und was gibt uns die Energie unsere Ziele zu verfolgen? Eine wichtige Rolle spielt die intrinsische Motivation. In dem folgenden Artikel wird über diese antreibende Kraft gesprochen. Sie trägt dazu bei, dass wir nicht aufgeben, um unsere persönlichen Ziele zu erreichen. 

intrinsische Motivation

Was ist die intrinsische Motivation?

Motivation ist ein psychischer Prozess, der es uns ermöglicht nach einer bestimmten Art und Weise zu handeln. Wir können motiviert sein an einem Wettbewerb teilzunehmen, einen Mittagsschlaf zu machen oder vor einer unangenehmen Situation zu fliehen. Die Motivation hilft uns, uns an die Umwelt anzupassen und den Herausforderungen unterschiedlicher Situationen zu begegnen.

Gründe für die motivationalen Prozesse sind hierbei je nach Person sehr verschieden. Auch innerhalb einer Person variieren diese je nach Situation und Umständen.

Definition Motivation

Es lassen sich zwei grundlegende Arten der Motivation unterscheiden, die intrinsische Motivation und die extrinsische Motivation.

Die intrinsische Motivation hat ihren Ursprung in unserem Inneren, wenn wir wirklich Interesse haben uns auf eine bestimmte Weise zu verhalten ohne dafür eine Belohnung zu erwarten. Ein Beispiel der intrinsischen Motivation wäre es, unsere Zeit einer NGO zu widmen, obwohl diese Tätigkeit weder vergütet ist noch sonst irgendeinen Vorteil für uns bringt – abgesehen von der persönlichen Zufriedenheit.

Im Gegensatz dazu ist die extrinsische Motivation auf äußere Anreize (oder der Vermeidung von Bestrafung) zurückzuführen. Ein Beispiel dafür ist eine hart arbeitende Person, die so eine Gehaltserhöhung bekommt.

Es gibt zahlreiche Unterschiede zwischen der extrinsischen und intrinsischen Motivation, der Hauptunterschied liegt aber darin, dass die extrinsischen Motivation an die Erwartung einer Belohnung oder die Vermeidung einer Bestrafung geknüpft ist.

Ein und dieselbe Aufgabenausführung kann sowohl durch extrinsische als auch intrinsische Gründe motiviert sein. So kann jemand regelmäßig ins Fitnessstudio gehen um eine Belohnung wie Gewichtsverlust zu erhalten, andere Leute treiben hingegen Sport des Sportes Willens.

Im Folgenden wird auf die intrinsische Motivation genauer eingegangen. Dabei werden die zentralen Aspekte beleuchtet und gezeigt, wie sich diese Art der Motivation erhöhen lässt.

Intrinsische Motivation: Charakteristika 

  • Wir können unsere intrinsische Motivation beeinflussen: Ab und zu fällt es uns schwer die Ziele zu identifizieren, bei denen wir das beste von uns geben würden. Nichtsdestotrotz sind wir allgemein in der Lage Tätigkeiten zu finden, die unsere Neugierde wecken.
  • Belohnung kann dazu führen, dass die intrinsische Motivation verschwindet: Es hat sich in mehreren Studien gezeigt, dass in verschiedenen Kulturen die materielle Belohnung bestimmter Tätigkeiten zu einer schlechteren Leistung der Personen führt. Wie ist das möglich? Gemäß der Theorie der Überrechtfertigung sinkt das Interesse für eine bestimmte Aufgabe, wenn man dafür extrinsisch belohnt wird. Wenn jemand gerne zeichnet, dann aber dafür bezahlt wird als Illustratorin zu arbeiten, ist es möglich, dass anschließend das Zeichnen mehr als Pflicht und nicht mehr als Leidenschaft wahrgenommen wird.
  • Ebenfalls gibt es Formen der Belohnung, welche die intrinsische Motivation erhöhen: Im Gegensatz zur eben genannten materiellen Belohnung, können gezeigte soziale Unterstützung oder Anerkennung geschätzter Personen sehr wohl die intrinsische Motivation erhöhen. Eine erwartete materielle Belohnungen ist jedoch das, was uns uns am meisten daran hindert unsere Fähigkeiten zu entwickeln und uns den Aufgaben zu widmen, die uns wirklich begeistern.
  • Der Schwierigkeitsgrad hat Auswirkungen auf die intrinsische Motivation: Unsere Ziele laden uns dazu ein unsere Fähigkeiten maximal zu entwickeln und zu erhalten. Nichtsdestotrotz müssen wir davon überzeugt sein, den entsprechenden Herausforderungen gewachsen zu sein. Andererseits erscheinen uns zu einfache Aufgaben langweilig und interessieren uns nicht. Wenn wir ein perfektes Gleichgewicht des Schwierigkeitsgrades finden und voll und ganz in unserer Aufgabe aufgehen, dann spricht man vom sogenannten Flow, wie Csikszentmihalyi ungarischer Psychologe, bestätigt.

Intrinsische Motivation: Anwendung und Beispiele

Intrinsische Motivation in der Schule

Während der schulischen Ausbildung werden wir regelmäßig mit Inhalten konfrontiert, die uns langweilig oder sogar unangenehm erscheinen. Doch selbst wenn wir uns dem widmen, was uns wirklich motiviert, stoßen wir auf Hindernisse. Was lässt sich tun, um nicht aufzugeben?

Erst einmal ist es wichtig das Lernverhalten des Kindes zu stärken, ohne dabei direkt auf materielle Verstärkung zurückzugreifen, wenn es beispielsweise die Hausaufgaben erledigt. Eine Bestrafung anzudrohen ist ebenfalls keine wirksame Methode. Grundlegend sollte dem Kind beigebracht werden, dass es sich um eine befriedigende Aktivität handelt und kein Mittel zum Zweck ist. Die Motivation ist im Lernprozess elementar wichtig.

Es ist einfacher signifikativ zu lernen, wenn wir: Wissen wertschätzen; Neugierde fördern; uns hilfreiche Lernmethoden angewöhnen; Verbindungen zwischen Lerninhalten und unserem Alltagsleben herstellen und so entdecken, dass die Lerninhalte eine praktische Relevanz haben, usw.

Intrinsische Motivation bei der Arbeit

Die intrinsische Motivation ist im Arbeitsleben ein Schlüssel zum Erfolg. Wir alle kennen das Gefühl, dass wir ständig auf die Uhr gucken und die Zeit nicht vergeht, weil die Aufgabe, die wir zu erledigen haben uns keinen Spaß macht und wir endlich etwas Schönes unternehmen wollen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir mit diesem Verhalten nicht zu erfolgreichen Ergebnissen kommen. Diese Umstände führen dazu, dass wir noch weniger Lust haben weiterzuarbeiten.

Es ist nicht immer einfach die Möglichkeit zu haben seinen Traumjob auszuüben. Dennoch gibt es Wege, in unserem Arbeitsleben motiviert zu sein: indem wir adäquate Pausen machen; mit unseren Arbeitskollegen eine gute Beziehung aufbauen; nicht in der Routine stecken bleiben, indem wir neue Lösungsansätze für unsere Probleme finden; etc.

Am Arbeitsplatz freiwillig Aufgaben zu übernehmen, kann die allgemeine Arbeitsbereitschaft und Motivation aller Mitarbeiter zur Folge haben. Diese kooperative soziale Verantwortlichkeit erzeugt somit sowohl Vorteile für die Leute die sie empfangen, als auch für die Person, die sie sendet.

Es gibt noch weitere Techniken, die von Unternehmen angewandt werden, um die Motivation ihrer Mitarbeiter zu steigern: von Zeit zu Zeit den Raum für eigens entwickelte Projekte zu bieten; ihre Aus- und Weiterbildungen zu finanzieren und ihre Stärken anzuerkennen. Das ist äußerst nützlich, um zu erreichen, dass die Mitarbeiter zufriedener sind und sich anstrengen – anstatt die Minuten bis zum Feierabend zu zählen.

Intrinsische Motivation im Alltag

Es existieren unzählige Alltagsaufgaben die wir um einiges besser ausführen, wenn wir eine intrinsische Motivation verspüren. Wir kochen aufwendiger und besser, wenn uns die Tätigkeit an sich Freude bereitet und nicht ausschließlich dazu dient uns zu ernähren.

Persönliche Beziehungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für unsere intrinsischen Motivation. Eine Verbindung zu Leuten aufzubauen, kann entscheidend dazu beitragen uns für eine bestimmte Aktivität zu motivieren. Mit Freunden zusammen eine Wanderung zu unternehmen oder ins Museum zu gehen, kann unsere Lust nach Bewegung und Kultur deutlich steigern.

Intrinsische Motivation: Vorteile 

  • Steigert unsere Produktivität: Die intrinsische Motivation fördert unsere Assoziationsfähigkeit und Originalität bei der Lösung von Problemen. Das führt dazu, dass wir weniger schnell ermüden und eine positive Einstellung unseren Aufgaben gegenüber aufrechterhalten können.
  • Erhöht das Wohlbefinden: Zu Wissen welche Aufgaben uns Freude bereiten und diesen Zeit widmen zu können, ist eine unversiegbare Quelle persönlicher und professioneller Zufriedenheit.
  • Steigert unser Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit: Der Aufwand, den wir für uns motivierende Aufgaben aufwenden, ist in der Regel durch große Fortschritte gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass wir uns kompetent und zufrieden fühlen. Wen erfüllt es nicht mit Stolz und Freude, wenn er Fortschritte in der Aufgabe macht, die ihm gefällt?
  • Erleichtert die Autonomie: die intrinsische Motivation treibt uns dazu an unser Wissen in den Bereichen zu erweitern die uns interessieren; eine Aufgabe zu bearbeiten ohne dass uns jemand darum bittet; Eigeninitiative zu ergreifen, um eigene Werke zu erschaffen.
  • Ist stabiler als die extrinsische Motivation: Wenn eine Entlohnung für unsere Aufgabe erhalten, hören wir in zahlreichen Fällen auf das Ziel zu verfolgen, das wir hatten. Wenn beispielsweise unser Ziel war, die Biologieprüfung zu bestehen und wir eine 4 als Endnote bekommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir, sobald wir unsere Note erfahren, dieses Fach vergessen. Wenn uns der Inhalt hingegen mitreißt, werden wir versuchen weitere Sachen zu lernen, auch wenn wir keine Prüfungen mehr haben.

Obwohl die intrinsische Motivation positiver erscheint als die extrinsische, ist diese trotzdem notwendig. Es ist beispielsweise nicht möglich, den Mitarbeitern im Unternehmen kein Gehalt mehr auszuzahlen, wenn sich ihre Leistung verringert.

Außerdem ist es möglich, beide Motivationsformen zu kombinieren. Beispielsweise kann es sein, dass wir beginnen in eine Yoga-Klasse zu gehen, um unsere Rückenschmerzen loszuwerden und am Ende gehen wir dorthin, weil es uns unheimlichen Spaß bereitet. Wichtig ist, die externe Belohnung nicht als Hauptziel anzusehen.

Wie lässt sich die intrinsische Motivation entwickeln? 5 grundlegende Tipps

1. Vermeide Routine

Das Gefühl von Monotonie führt zu Müdigkeit und Langeweile. Wenn du beispielsweise gerne morgens joggen gehst um aktiv zu werden, kannst du versuchen deine Route zu variieren und so neue Alternativen zu entdecken. Herausforderungen motivieren uns, Engagement für Aktivitäten aufzubringen, die uns begeistern.

2. Nimm eine positive Haltung ein

Grundlegend ist es wichtig, sich auf den Prozess zu konzentrieren ohne dabei Druck auf sich auszuüben perfekte Ergebnisse erzielen zu müssen. Uns selbst zu vertrauen und uns positiv zu bewerten, ist fundamental für unser Wohlbefinden. Des Weiteren sollten wir nicht vergessen, dass das Ziel der Aufgabe sein sollte, diese ohne Druck und negative Gedanken zu genießen, wenn wir diese durch intrinsische Motivation heraus begonnen haben.

3. Sei nicht zu anspruchsvoll mit dir selbst 

Uns unerreichbare Ziele zu setzen oder unsere Ergebnisse negativ zu bewerten, ist kontraproduktiv für unsere intrinsische Motivation. Trotzdem ist es gut, kritisch mit uns selbst zu bleiben, wir sollten versuchen uns objektiv zu bewerten. Dabei ist es von Vorteil, sich auf das zu konzentrieren was wir verbessern können und dabei konkrete Bereiche vor Augen haben, anstatt nur an unsere Fehler zu denken und uns für diese zu bestrafen.

4. Belohne deine Fortschritte

Obwohl angemerkt wurde, dass die intrinsische Motivation nicht auf Belohnung beruht, ist es wichtig, dass wir unsere Verdienste anerkennen. Ebenso sollten wir uns für das was wir erreicht haben loben. Dabei können wir uns kleine Pausen oder Gelüste für unsere geleistete Arbeit gewähren.

5. Umgebe dich mit Personen, die ähnliche Interessen haben wie du selbst 

Wenn wir an sich schon gerne Tanzen und zusätzlich aber auch noch einen Freundeskreis haben, der gerne neue Choreographien einstudiert, steigt mit Sicherheit unser Interesse. Es ist wichtig, dass wir unsere Erfahrungen mit Menschen teilen können, die sich für die gleichen Dinge begeistern wie wir. Heutzutage ist es glücklicherweise relativ einfach Leute zu finden, bei denen dies der Fall ist.

Intrinsische Motivation: Autoren

– Abraham Maslow

Maslow ist einer der bekanntesten Theoretiker der Motivationslehre. Dieser humanistische Psychologe ist vor allem für seine Bedürfnispyramide bekannt, in welcher die menschlichen Bedürfnisse hierarchisch angeordnet sind. Die intrinsische Motivation ist hierbei vor allem mit der Spitze der Pyramide assoziiert, basierend auf dem Bedürfnis der Selbstverwirklichung. In der Selbstverwirklichung erreicht unsere Existenz ihren maximalen Sinn und unser gesamtes Potential lässt sich verwirklichen.

– Albert Bandura

Dieser Psychologe entwickelte das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung. Es bezeichnet die Idee, dass die Meinung einer Person über eine Aufgabenausführung von der Erfolgserwartung, Ausdauer und wie viel Zeit sie dieser widmet, abhängt. Wenn wir zum Beispiel merken, dass wir durch große Anstrengungen unser Englisch verbessern können, werden wir uns stolzer und fähiger fühlen unsere Sprachkenntnisse zu perfektionieren. Personen, die an ihre eigenen Kompetenzen glauben, zeigen eine höhere Ausdauer bei der Aufgabenbewältigung.

– Eduard Deci und Richard Ryan

Die von diesen Autoren postulierte Selbstbestimmungstheorie geht davon aus, dass wir uns den Aufgaben widmen die uns interessieren, statt jenen die in uns kein Interesse hervorrufen. Diese Theorie ist besonders für den sportlichen Bereich wichtig. Wir müssen eine gewisse Autonomie besitzen wenn wir unsere Entscheidungen treffen. Unsere Vorlieben sind sehr verschieden und jede Person handelt entsprechend ihrer Präferenzen.

– Mihaly Csikszentmihalyi

Dieser Spezialist der positiven Psychologie untersucht den Zustand des Flows, der entsteht, wenn wir uns in eine Aufgabe vertiefen, die weder zu leicht noch zu schwierig für uns ist. In diesem Zustand konzentrieren wir uns ganz auf die Aufgabe und vergessen die Zeit und alles andere um uns herum. Ein Beispiel können Künstler sein, die in ihre Arbeit versunken ihre Werke erschaffen.

Csikszentmihalyi ist Experte auf dem Gebiet der Kreativität und untersucht mit seiner Forschung den Zustand des Flows. In dem folgenden Video erklärt er einen Teil seiner Entdeckungen und die entscheidende Rolle, welche die intrinsische Motivation darin spielt.

Falls Fragen oder Anmerkungen zum Artikel bestehen, kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Übersetzt aus dem Spanischen: Ainhoa Arranz Aldana, Psychologin bei CogniFit.

Schneller auswendig lernen: 6 unfehlbare Strategien

Auswendig lernen. Die Fähigkeit, uns etwas merken zu können, ist sehr wichtig für uns: Wir benutzen unser Gedächtnis, um unser Studium erfolgreich abzuschließen, besser in unserer Arbeit zu werden und fast bei jeder Aktivität unseres täglichen Lebens. Es gibt einige Glückspilze, die mit der Fähigkeit, sich an alles zu erinnern, geboren werden, jedoch gilt für den Rest der Sterblichen: Die Erinnerung ist eine Fähigkeit, die man verbessern kann, wenn man sie richtig trainiert.

Durch Gehirntraining und die Verwendung von Erinnerungstechniken machst du aus deinem Gehirn deinen besten Alliierten. In diesem Artikel lädt dich Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda dazu ein, die neuesten Untersuchungen zur Erinnerungsfähigkeit zu entdecken und zeigt dir einige intelligente Strategien, um dafür zu sorgen, dass du schneller auswendig lernen kannst. Bist du bereit? Los geht’s!

Wie man schneller auswendig lernt

Als Allererstes musst du beachten, dass das Gedächtnis kein Element an sich ist, sondern ein sehr komplexes Konstrukt ist, das einen Teil unserer kognitiven Fähigkeitn bildet. So kann man den Begriff Gedächtnis nicht ohne eine Reihe von Fähigkeiten, aus denen es besteht, verstehen. Das Gedächtnis setzt sich aus einer Reihe von Hirnfunktionen zusammen, die sich gegenseitig ergänzen und sich untereinander verbinden, um für den Erinnerungsprozess zu sorgen.

Elemente wie das Sprachgedächtnis, die Benennungsfähigkeit, das visuelle Gedächtnis, das auditive Gedächtnis, das Arbeitsgedächtnis, das Kontextgedächtnis, die geteilte, selektive, gehaltene und freiwillige Aufmerksamkeit, die Fokussierung und die Planung sind fundamental für die richtige Funktionsweise unseres Gedächtnisses im Allgemeinen und eines guten Erinnerungsprozesses im Speziellen.

Jeder Mensch ist einzigartig und somit ist es auch unser Erinnerungsprozess. Es gibt Menschen, die eine Information behalten können, wenn sie sie nur im Radio hören. Andere, im Gegensatz dazu, bevorzugen es, die Information aufzuschreiben, die sie speichern wollen, oder sie laut zu wiederholen. Einige andere wählen Schemata und Farben, um in ihrem Gedächtnis wichtige Informationen zu speichern.

Der erste Schritt, den du machen solltest, wenn du lernen möchtest, schneller auswendig zu lernen, ist deinen Erinnerungsstil zu finden und zu definieren. Das heisst, du musst lernen zu erkennen, was deine Stärke beim Auswendiglernen ist, mit dem Ziel, die Techniken zu lernen, die an deinen Erinnerungsstil angepasst sind. Schreibst du eher aus oder läufst durch das Wohnzimmer und wiederholst laut, was du auswendig lernen möchtest?

“Das Gedächtnis ist der Wächter des Gehirns. William Shakespeare”

Es gibt so viele Erinnerungsstile wie Menschen. Ich erinnere mich an eine Kommilitonin aus der Universität, die die Themen von ihr gelesen auf einem Aufnahmegerät aufnahm und sie immer im Haus anmachte, während sie die Hausarbeiten erledigte. Sie versicherte, dass das super für sie funktionierte.

Vielleicht entdeckte sie, dass ihr Gedächtnis besser funktionierte und effizienter und müheloser die Informationen behielt, indem sie sie durch den auditiven Kanal leitete, das heisst, indem sie zuhörte und ihre Aufmerksamkeit auf das Gehörte richtete.

Wie man schneller auswendig lernt: Die besten Strategien

Deshalb gibt es keine universellen Tricks, um schneller auswendig zu lernen, da das Gedächtnis jeder Person ein einzigartiger und persönlicher Vorgang ist. Aber es gibt eine Reihe von wissenschaftlich abgesicherten Methoden, damit du deine Erinnerungsfähigkeit steigern kannst und demzufolge weisst, wie man schneller auswendig lernt.

Die Konzentration ist auch ein wichtiges Element beim schneller Auswendiglernen. Wenn du deine Konzentration verbessern willst, lade ich dich dazu ein, meinen Artikel zu lesen: Denkspiele: 10 unabdingbare Übungen für deinen Alltag.

Schneller auswendig lernen: 6 intelligente Strategien

Strategie 1: Die außerirdische Puppe, eine Spitzenuntersuchung, um alles Mögliche schneller auswendig zu lernen

Vor knapp zwei Monaten wurde eine Studie in der Zeitschrift Psychological Science veröffentlicht, in der zwei Forscher anscheinend die effizienteste Methode zur Steigerung deiner Erinnerungsfähigkeit entdeckt haben und sie setzen auf die ausserirdische Puppe.

Diese Forscher führten eine Feldstudie in einem Café in de Vereinigten Staaten durch, bei dem sie der Hälfte der Kunden einen Rabatt auf ihre nächste Bestellung in den folgenden Tagen gaben. Der Hälfte von diesen sagte man, dass an den Bezahlkassen eine Puppe des Films Toy Story ausgestellt sein würde, das außerirdische Plüschtier, den anderen gab man einfach das Rabatt-Ticket, ohne etwas zu sagen.

Überraschenderweise forderten von den Kunden, denen man von dem außerirdischen Plüschtier erzählt hatte, weitaus mehr den Rabatt ein als von denen, denen man einfach nur das Ticket gegeben hatte.

Die Schlussfolgerung dieses Experiments ist, dass die beste Art, deine Erinnerung zu steigern in der Verwendung von Erinnerungsassoziationen liegt.

Wie können wir diese Daten anwenden und in unserem Alltag schneller auswendig lernen?

Die Versuchsleiter ermutigen dich dazu, mit jedem Reiz zu spielen, der relevant für dich ist: ein Geruch, ein Bild, ein Geräusch … (Denk an deine Stärken), um eine Assoziation zu dem, an was wir uns erinnern wollen, zu schaffen, wenn dieser Reiz auftritt. Je ungewöhnlicher er ist, desto besser.

So kannst du alle alten Gewohnheiten loswerden, wie dir Dinge auf die Hand zu schreiben, Handywecker oder die Tausenden von Post-Its, die deinen Schreibtisch überfluten.

Traust du dich, das auszuprobieren?

Strategie 2: Schneller auswendig lernen mit der Technik des Chunking

Die Technik des Chunking besteht darin, komplexe Informationen in kleine Gruppen oder Einheiten aufzuteilen und auswendig zu lernen. Sie ist besonders nützlich beim Merken von Zahlen, und eher nicht so sehr bei komplexen Konzepten oder Texten.

Das visuelle Gruppieren von Zahlen macht ihr Behalten und das spätere Abrufen einfacher.

Beispiel: Die Nummer des Weißen Hauses ist für das Auswendiglernen in Gruppen optimiert; das Chunking ist 202, 456 und 1111, statt einer einzelnen, weitaus komplizierteren Zahl: 2, 024, 561, 111

Strategie 3: Schneller auswendig lernen mit der Kettentechnik

Wenn du eine Reihe von Konzepten auswendig lernen musst, die nichts miteinander zu tun haben, ist diese Technik ideal.

Sie besteht in der Gruppierung aus sehr unterschiedlichen Konzepten mithilfe der Formulierung eines Satzen, damit du mit dem Auswendiglernen dieses Satzes jedes dieser Konzepte behalten kannst, ohne auch nur ein einziges zu vergessen.

Das Lustige ist, dass, je merkwürdiger der Satz ist, den du dir ausdenkst, desto höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass du ihn dir merkst.

Strategie 4: Schneller auswendig lernen mit der mnemotechnischen Techniken

Eine mnemotechnische Regel besteht darin, ein Wort mit den Initialen oder ersten Silben des auswendig zu lernenden Materials zu bilden. Es ist die perfekte Technik, um Listen von Wörtern auswendig zu lernen.

Beispiel: Wenn du die Einkaufsliste auswendig lernen musst, und du Suppe, Parfüm, Erdnüsse, Marmelade, Rosinen, Klopapier und Tee kaufen musst, ist es so einfach wie das Wort SU-P-ER-MA-R-K-T zu bilden.

Das wird dir die Erinnerung erleichtern, wenn du im Supermarkt herumläufst. Versuche es doch mal!

Strategie 5: Wiederholungstechnik, um schneller auswendig zu lernen

Wiederhole, was du auswendig lernen musst. Bis du die Nase voll hast.

Besonders nützlich, wenn du Probleme mit den Namen der Menschen hast, die dir gerade vorgestellt wurden.

Zum Beispiel, wenn du Schwierigkeiten auf einer Party hast, bei der dir gerade 7 Personen in 10 Minuten vorgestellt wurden, ist der Schlüssel, den Namen der Person zu wiederholen, wenn sie dir vorgestellt wurde, während du ihr fest ins Gesicht schaust. “Schön, dich kennenzulernen, Maria” “Und du, Maria, was machst du so?” “Wie findest du die Party, Maria?”

Zusätzlich zur Erleichterung deiner Erinnerung, kann das beim-Namen-nennen dieser Person deine gerade geknüpfte Beziehung zu dieser Person verbessern, da die Person sich bewusst ist, dass sie deine Aufmerksamkeit erregt hat.

Eine weitere kuriose Technik zum Merken eines kurzen Namen oder eines Wortes ist, das Wort dreimal zu wiederholen und deinen Kopf zu bewegen: nachdem du das Wort gesagt hast, den Kopf nach links drehen. Dreimal. (Wenn dir das auf einer Party passiert, mach es irgendwo, wo du nicht gesehen wirst …)

Strategie 6: Trainiere dein Gedächtnis mit CogniFit, um schneller auswendig zu lernen

Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen den kostenlosen Denkspielen, die das aktive Gedächtnis weder auswerten noch trainieren und den Gehirnspielen online, die wissenschaftlich erstellt wurden und wirklich effizient sind.

Es ist auch wichtig, ein Programm zu verwenden, das verschiedene Gedächtnistypen trainieren kann und nicht nur einen.

CogniFit ist das führende Programm zur kognitiven Bewertung und Gehirnstimulation. Es ist durch die wissenschaftliche Gemeinde validiert und wird von Schulen, Universitäten und Krankenhäusern auf der ganzen Welt verwendet. CogniFit ermöglicht es, professionell und vertrauenswürdig die Konzentrationsfähigkeit, das Aufmerksamkeitsniveau und viele andere fundamentale kognitive Bereiche des Merkprozesses zu messen und trainieren.

Die Gedächtnisübungen CogniFit stehen online zur Verfügung, damit du sofort dein aktuelles Gedächtnisniveau entdecken kannst und ein besseres Verständnis deines aktuellen kognitiven Niveaus erhalten kannst.

Nach dem Spielen der Gedächtnisspiele zeigt dir CogniFit eine Graphik mit deinen Ergebnissen und deiner Entwicklung. Du kannst nicht nur dein Gedächtnis trainieren und verbessern, sondern auch viele andere kognitive Fähigkeiten.

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Wenn du zudem noch mehr über das Thema herausfinden möchtest, verpass meinen Artikel nicht: Wie man intelligenter wird: 10 Strategien, die du noch nicht kennst.

 

“Lebe deine Erinnerung und staune. Jack Kerouac”

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.

Jeder spricht davon: Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie?

 Die Achtsamkeit (engl. Mindfulness) ist eine Technik, die in den letzten Jahren sehr beliebt geworden ist, aber es gibt immer noch viele Fragen dazu, was sie wirklich bedeutet und wie sie uns in unserem täglichen Leben helfen kann. In diesem Artikel geben wir dir Tipps zum Praktizieren und erzählen dir, wie sie uns helfen kann, ein erfüllteres und glücklicheres Leben zu führen. Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie?

Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie?

Was ist Achtsamkeitsmeditation?

Die gegenwärtige Gesellschaft ist eine Gesellschaft der Unmittelbarkeit, der hektischen Lebensrhythmen. Je mehr wir an einem Tag machen können, desto besser, je mehr wir schaffen können, desto erfolgreicher werden wir. Zeit ist Geld. Wir wollen es alle, sofort, unverzüglich.

Wir leben unsere Leben an das Nächstzuerledigende denkend und nicht an das, was wir jetzt tun. Wir gehen auf Autopilot durch die Welt, besorgt darum, was passieren wird, ohne die Aufmerksamkeit darauf zu richten, was wir im Hier und Jetzt tun.

Diese so westliche Lebensphilosophie geht auf Kosten der Lebensqualität und des Wohlbefindens und kann eine Vielzahl an Pathologien und psychischen Problemen verursachen. Hier kann uns die Achtsamkeitsmeditation helfen.

Diese Art von Meditation hat ihren Ursprung in buddhistischen Traditionen, aber ihre Ausübung ist unabhängig von Religion und Spiritualität. Es ist nicht mehr als die Fokussierung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment, ohne ihn zu verändern oder zu beurteilen, ihn einfach nur zu akzeptieren, wie er ist.

Die Achtsamkeitsmeditation bringt uns eine Menge Vorteile. Sie verringert unsere Stress- und Nervositätsgefühle, verbessert unsere Aufmerksamkeit, reduziert die intrusiven, immer wiederkehrenden Gedanken (die, die wir nicht wollen, die uns uns schlecht fühlen lassen und nicht leicht verschwinden). Es ist eine Technik, die sich als wirkungsvoll bei der Behandlung von Nervosität, Depression und einigen Phobien (wie der Agoraphobie) erwiesen hat. Ausserdem hören wir im Laufe der Übung auf, uns mit unseren Gedanken und Gefühlen zu identifizieren und betrachten sie auf eine objektivere Art. Wir sind weder unsere Gedanken, noch sind wir verantwortlich dafür, was wir denken, sondern dafür, was wir machen.

Wie praktiziert man Achtsamkeitsmeditation?

Die Achtsamkeitsmeditation kann man auf viele Arten praktizieren oder üben, zum Beispiel durch die bewusste Atmung, den Body Scan (auch Körperreise genannt), bewusstes Gehen, Yoga … Aber wir können sie auch in den Alltag einbinden, in die kleinen täglichen Routinen, sobald wir uns mit der Praxis vertraut gemacht haben.

Was ist Achtsamkeitsmeditation und wie praktiziert man sie? Ein paar Beispiele

1. Finde einen Moment am Tag und einen ruhigen und bequemen Ort.

Als Erstes müssen wir einen Moment am Tag finden, an dem wir uns ein paar Minuten uns selbst widmen können. Ideal ist dieser Moment entweder, wenn wir aufstehen, bevor wir mit unserer Alltagsroutine beginnen (das kann uns helfen, den Tag mit einer positiven Einstellung zu beginnen), oder auch bevor wir schlafen gehen, als eine Art Beruhigung des Geistes nach einem Arbeitstag (was uns helfen wird zu entspannen und unsere Schlafqualität zu verbessern). Ausserdem ist der Vorteil von einem dieser Momente, dass es dann im Haus meistens ruhiger ist, besonders, wenn wir Kinder haben. Unabhängig vom Moment, den wir für die Übung finden können, ist es wichtig, dass diese ohne Unterbrechungen durchgeführt werden kann.

Wenn der Moment einmal gewählt ist, setzen oder legen wir uns an einen gemütlichen Ort, ruhig, mit gedämmtem Licht und geschlossenen Augen (wenn der Gegenstand, auf den wir unsere Aufmerksamkeit richten, nicht visuell ist). Wenn wir sitzen, ist es besser, den Rücken abstützen zu können, aufrecht, ohne in der Haltung zusammenzusinken.

2. Wähle ein Element, auf das du deine Aufmerksamkeit richtest

Das kann die Atmung sein: Wir konzentrieren uns auf all die Empfindungen, die von ihr ausgehen, ohne sie irgendwie zu verändern. Zum Beispiel können wir auf den Eintritt der Luft durch unsere Nasenflügel achten, auf ihre Temperatur, wie sich die Lungen aufblasen und wie die Luft aus ihnen heraustritt, wie sich unser Zwerchfell ausdehnt … und während die Gedanken auftauchen, schieben wir sie weg ohne sie zuende zu denken oder zu verurteilen und fokussieren uns wieder auf die Atmung.

Oder es kann unser Körper sein: Wir richten die Aufmerksamkeit auf jeden Körperteil einzeln, ohne ihn zu verändern, indem wir auf seine Gespanntheit oder Entspannung achten, seine Temperatur, seine Lage, die Berührung mit der Umgebung …

Es können Yogaübungen oder das Gehen sein. Man kann sich auf einen Klang konzentrieren, auf eine Kerze, ein Satz, der uns inspiriert wie ein Mantra …

3. Lass die Gedanken los, sobald sie auftauchen.

Egal welches Element wir wählen, das Essenzielle ist, die Aufmerksamkeit darauf zu richten, ohne es zu verändern oder es als schlecht oder gut zu bewerten, es einfach nur zu betrachten, so, wie es ist. Der Geist wird sich ablenken, das liegt in seiner Natur. Aber sobald wir das merken, sollten wir uns wieder unserem gewählten Objekt zuwenden, ohne weder uns dafür zu verurteilen, diesen Gedanken gehabt zu haben, noch den Gedanken selbst.

Dieser Zyklus wird so oft wie nötig durchgeführt, jedes Mal, wenn ein Gedanke auftaucht, lassen wir ihn stehen und richten die Aufmerksamkeit wieder auf unser Objekt. Ein Trick ist, unsere Gedanken als Wolken zu betrachten, die kommen und gehen. Wir steigen nicht auf die Wolke, wir verwickeln uns nicht in den Gedanken, sondern wir sehen sie kommen und wieder gehen.

Am Anfang ist das nicht einfach, es wird dich anstrengen, die Aufmerksamkeit mehr als 10 Sekunden zu halten, aber wie alles wird es sich mit der Übung verbessern. Das Wichtigste ist, nicht den Mut zu verlieren und uns nicht zu verurteilen.

Es ist wichtig, dass wir die Form der Übung wählen, die uns am meisten bringt. Dies sind nur Richtlinien, aber das Wichtigste ist, dass wir uns wohl fühlen, vor allem, wenn wir die Praxis verstärken wollen.

Wie lange muss ich meditieren?

Die Meditationsdauer hängt natürlich von jeder Person und der Zeit, die sie ihr widmen kann, ab.

Am Anfang ist es ideal, mit 5 Minuten zu beginnen und die Zeit auf 10 zu steigern. Wenn wir einmal eine gewisse Gewohnheit geschaffen haben, führt eine Meditation von 20 bis 30 Minuten täglich zu grossen Vorteilen für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Im Internet können wir eine Vielzahl an Mitteln finden, die uns bei der Praxis helfen können. Wenn wir “geführte Achtsamkeitsmeditation” suchen, werden eine Menge an Audiodateien erscheinen, die uns als Leitfaden dienen können.

Im nächsten Video zeigen wir euch ein Beispiel von geführter Meditation, das euch helfen kann.

https://youtu.be/vExs8zdUxtE

Achtsamkeit im Alltag anwenden

Die Achtsamkeit ist eine Technik oder eine Übung, aber sie ist auch eine Lebensart. Sie erlaubt uns, jeden Moment zu kosten, als wäre es das erste Mal, mit dieser Neugierde, die Kinder auszeichnet.

Wir müssen nicht alles, was wir tun, bewusst tun, aber wenn wir mehr darauf achten, was wir Tag für Tag in unserem Leben machen, wird dieses deutlich erfüllter werden.

Zum Beispiel, wenn du dir nächstes Mal die Zähne putzt, konzentrier dich auf die Bewegungen, die du machst, wie sich die Bürste auf den Zähnen und dem Zahnfleisch anfühlt, den Geschmack der Zahnpasta, wie sie deinen Mund füllt. Und das Gleiche, wenn du zur Arbeit gehst, oder wenn du frühstückst oder zu Mittag isst.

Oder mit einem Freund sprichst. Du wirst ihm besser zuhören und ihn besser verstehen können.

Du wirst merken, wie gut es dir tut, solche Pausen in der Hektik des Alltags zu machen. Stell dir mal vor, wie herrlich es wäre, wenn du das Gleiche mit den schönen Dingen, die dir im Leben passieren, machen würdest.

Den Wissenschaftlern vom Zweig der Positiven Psychologie ist es ganz klar. Wir konzentrieren uns häufig zu sehr auf die negativen Emotionen, diese beschäftigen unseren Geist am meisten, die, die uns warnen, dass etwas nicht gut läuft. Und bis zu einem gewissen Punkt hat das einen evolutiven Vorteil für das Überleben der Spezies. Man muss auf Bedrohungen reagieren. Nichtsdestotrotz sind diese Bedrohungen in der Welt, in der die meisten von uns leben, psychischer Natur und oft erschaffen wir sie selbst.

Deswegen ist es wichtig, den positiven Ereignissen die Bedeutsamkeit zu geben, die sie verdienen. Sie auszukosten, sie mit vollem Bewusstsein zu erleben.

Genauso müssen wir negative Ereignisse, die in unserem Leben auftauchen, als Gedanken betrachten, die zu uns gelangen und nicht willkommen sind. Sie sind Wolken, die kommen und gehen. Obwohl sie auch Gelegenheiten dafür sind, zu lernen und als Person zu wachsen.

Vielen Dank, dass du diesen Post gelesen hast und bis hier gekommen bist. Wenn du eine Frage hast, stell sie mir bitte unten. Ich beantworte sie sehr gern!
Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.