{"id":121804,"date":"2017-05-17T06:46:57","date_gmt":"2017-05-17T06:46:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.cognifit.com\/?p=15449\/"},"modified":"2023-03-06T16:36:29","modified_gmt":"2023-03-06T16:36:29","slug":"heuristik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/heuristik\/","title":{"rendered":"Heuristik &#8211; Die Basis f\u00fcr schnelle Entscheidungen in komplexen Umwelten"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:center\"><em>Jeden Tag m\u00fcssen wir unz\u00e4hlige Entscheidungen treffen, oft ohne viel Zeit zu haben \u00fcber sie nachzudenken. Doch welche Strategie wenden wir an, um uns in diesen F\u00e4llen zu entscheiden? Oft nutzen wir daf\u00fcr eine sogenannte Heuristik. Umgangssprachlich als Daumenregel oder Faustregel bezeichnet, bieten diese heuristischen Strategien die M\u00f6glichkeit schnell und adaptiv auf die Umwelt reagieren zu k\u00f6nnen. Im folgenden Artikel wird erkl\u00e4rt, was eine Heuristik ist, Beispiele genannt und welche Vor- und Nachteile durch Heuristiken entstehen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-image-15500 size-large\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cognifitblog.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/thomas-drouault-IBUcu_9vXJc-unsplash-1-640x427.jpg\" alt=\"Heuristik - Die Basis f\u00fcr schnelle Entscheidungen in komplexen Umwelten\" class=\"wp-image-59753\"\/><figcaption>Heuristik &#8211; Die Basis f\u00fcr schnelle Entscheidungen in komplexen Umwelten<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Stellen wir uns einmal vor, wir stehen auf einem Platz und spielen Baseball. Das Gegen\u00fcber schie\u00dft den Ball hoch in die Luft &#8211; ein sogenannter <em>Flyball &#8211; <\/em>&nbsp;daraufhin rennen wir \u00fcber den Platz und fangen den Ball auf. Doch wie machen wir das? Berechnen wir die komplexe mathematische Flugkurve des Balles in unserem Gehirn in Sekunden schnelle? Nein, das tun wir nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die L\u00f6sung: eine Heuristik<\/h2>\n\n\n\n<p>Wir nutzen eine Heuristik &#8211; eine mentale Daumenregel&nbsp;&#8211; um den Ball zu fangen. In diesem Fall fixieren wir den Ball mit unseren Augen hoch oben am Himmel und rennen los. Dabei laufen wir so schnell, dass der Blickwinkel zwischen Auge und Ball gleich bleibt. Wenn wir sehen, dass der Ball sich nach unten&nbsp;bewegt, laufen wir nach vorne. Bewegt sich der Ball nach oben, laufen wir r\u00fcckw\u00e4rts. Dabei passen wir die Laufgeschwindigkeit so lange an, bis sich der Ball scheinbar nicht mehr bewegt und nur noch gr\u00f6\u00dfer wird. Tun wir das kommen wir n\u00e4mlich genau dort an, wo der Ball aufkommt und k\u00f6nnen ihn auffangen. Die <strong>Blick-Heuristik<\/strong> hat in diesem Fall geholfen die richtige Entscheidung zu treffen (uns in eine bestimmte Richtung zu bewegen) und das Ziel zu erreichen (den Ball aufzufangen).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir haben es geschafft mithilfe weniger Informationen<\/strong> (wir wissen weder wie viele Meter unser Gegen\u00fcber entfernt steht, noch den Abschusswinkel, die Geschwindigkeit des Balles oder den genauen Luftwiderstand) <strong>eine ad\u00e4quate L\u00f6sung f\u00fcr unser Problem zu finden.<\/strong> Dank einer Heuristik!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Definition Heuristik<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Begriff stammt aus dem Griechischen&nbsp;und bedeutet so viel wie <em>auffinden<\/em> oder <em>entdecken <\/em>und bezeichnet die F\u00e4higkeit mit unvollst\u00e4ndigen Informationen, begrenztem Wissen und wenig Zeit oder Motivation dennoch zu einer guten und passenden Entscheidung zu kommen.&nbsp;In der Psychologie werden einfache aber effiziente Regeln als Heuristik bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Heuristiken kommen eben dann zum Einsatz, wenn wir nicht&nbsp;alle Informationen \u00fcber die Situation kennen und es somit unm\u00f6glich ist, eine&nbsp;<em>perfekte<\/em> Entscheidung zu treffen. Im Alltag haben wir so gut wie nie die M\u00f6glichkeit alle Handlungsalternativen abzuw\u00e4gen oder alle Informationen \u00fcber unsere Umwelt zu sammeln, sondern m\u00fcssen spontan und schnell handeln. Eine Heuristik liefert uns in den meisten dieser F\u00e4lle ein gutes Ergebnis. Durch die Verwendung von Heuristiken k\u00f6nnen aber auch systematisch verzerrte Schlussfolgerungen entstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eigenschaften von Heuristiken<\/h2>\n\n\n\n<p>Wodurch zeichnen sich Heuristiken aus?<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li style=\"text-align: left;\"><strong>Eine Heuristik nutzt intuitive oder erlernte <a href=\"https:\/\/www.cognifit.com\/de\/wissenschaft\/kognitive-fahigkeiten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">kognitive F\u00e4higkeiten<\/a>.<\/strong> Das bedeutet, dass eine Heuristik einfach anzuwenden ist, weil sie auf einer individuell und evolution\u00e4r erworbenen F\u00e4higkeit basiert. Beispielsweise ist es f\u00fcr uns Menschen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einfach ein Objekt mit unseren Augen zu verfolgen. Diese F\u00e4higkeit ist die Grundlage der&nbsp;Blick-Heuristik.<\/li><li style=\"text-align: left;\"><strong>Eine Heuristik macht sich die Struktur der Umwelt zu Nutze<\/strong>. Eine Heuristik ist nicht entweder gut oder schlecht, sondern funktioniert in Abh\u00e4ngigkeit der gegebenen Umwelt. Sie sind nicht per se rational, sondern <em>\u00f6kologisch rational<\/em>. Heuristiken lassen sich nur f\u00fcr bestimmte Situationen gut anwenden und sind bis zu einem bestimmten Punkt bereichsspezifisch.<\/li><li style=\"text-align: left;\"><strong>Durch Heuristiken l\u00e4sst sich Verhalten vorhersagen.<\/strong>&nbsp;W\u00fcrde man davon ausgehen, dass die Person die Flugbahn berechnet, um den&nbsp;Ball fangen, w\u00fcrde sich die Person in direktem Weg zu der Aufschlagstelle begeben, um dort auf den Ball zu warten. Bei der Verwendung der Blick-Heuristik ist die Grundlage jedoch die Konstanthaltung des Blickwinkels was zur Folge hat, dass der Ball im Laufen gefangen wird. Diese Annahme entspricht dem real gezeigten Verhalten.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Heuristiken sind sowohl mit der Umwelt, als auch mit unserem Gehirn und unseren kognitiven F\u00e4higkeiten verbunden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Heuristiken Beispiele<\/h2>\n\n\n\n<p>Im folgenden Abschnitt werden zwei bekannte und intensiv erforschte Heuristiken vorgestellt. Zus\u00e4tzlich werden die kognitiven Verzerrungen (systematischen Fehler), die im Zusammenhang mit ihrer Verwendung h\u00e4ufig auftreten anhand von&nbsp;Beispielen erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Verf\u00fcgbarkeitsheuristik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Heuristik wird verwendet, um die H\u00e4ufigkeit oder Wichtigkeit eines Ereignisses zu sch\u00e4tzen, wenn nicht auf&nbsp;statistische Daten zur\u00fcckgegriffen wird. Die Entscheidung wird in diesem Fall auf Basis der Verf\u00fcgbarkeit eines Ereignisses in unserem Ged\u00e4chtnis getroffen. Ereignisse, die wir schnell aus unserem Ged\u00e4chtnis abrufen k\u00f6nnen, oder bei denen wir eine hohe Anzahl an Beispielen kennen, erscheinen uns wahrscheinlicher als solche, an die wir uns nur mit M\u00fche erinnern, oder wir nur wenige Beispiele kennen. F\u00fcr Schlussfolgerungen ziehen wir also bevorzugt die Ereignisse heran, die wir besonders leicht aus unserem Ged\u00e4chtnis abrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6glicher systematischer Fehler:&nbsp;<\/strong>Durch pers\u00f6nliche Erfahrungen oder den Konsum von Medien kann es dazu kommen, dass wir die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses \u00fcber- oder untersch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiele<\/strong>:<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li style=\"text-align: left;\">Ein Rettungssanit\u00e4ter wird aufgrund seiner Arbeit die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Unfalls eher \u00fcbersch\u00e4tzen, ein regul\u00e4rer Verkehrsteilnehmer diese eher untersch\u00e4tzen.<\/li><li style=\"text-align: left;\">Nach dem 11 September 2001 wurde die Wahrscheinlichkeit eines Terroranschlags von vielen Menschen aufgrund der enormen Medienpr\u00e4senz deutlich \u00fcbersch\u00e4tzt, sodass viele auf die Alternative Auto umstiegen. In Folge dessen kamen im Jahr nach dem Anschlag \u00fcber Tausend Menschen mehr in den USA bei Autounf\u00e4llen ums Leben als das Jahr zuvor.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Repr\u00e4sentativit\u00e4tsheuristik<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei dieser Urteilsheuristik wird die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses danach bewertet, wie sehr dieses einem Prototypen entspricht. Auf Grundlage dieser prototypischen Information werden entsprechende Schlussfolgerungen gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6glicher systematischer Fehler: &nbsp;<\/strong><br>Da bei Anwendung der Repr\u00e4sentativit\u00e4tsheuristik Basisraten und statistische Eintrittswahrscheinlichkeiten missachtet werden, kann es zu Fehleinsch\u00e4tzungen kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiele:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li style=\"text-align: left;\">Wenn wir Lotto spielen, erscheint uns die Kombination &#8220;12, 5, 33, 26, 17, 1&#8221; eine \u00fcbliche und repr\u00e4sentative Ziehung. Die Kombination &#8220;1, 2, 3, 4, 5, 6&#8221; erscheint uns dagegen wenig prototypisch, obwohl ihre Ziehung genauso wahrscheinlich ist. Die letzte Zahlenkombination wird entsprechend auch deutlich seltener getippt.<\/li><li style=\"text-align: left;\">Kahnemann und Tversky (1983) \u00fcbergaben ihren Probanden eine schriftliche Beschreibung einer Frau, in welcher ihre T\u00e4tigkeit als Frauenrechtlerin und ihr Kampf f\u00fcr Emanzipation beschrieben wurde. Im Anschluss mussten die Probanden die Wahrscheinlichkeit angeben, mit welcher sie glaubten, dass die Frau <em>eine Bankangestellte, eine Feministin<\/em>&nbsp;oder <em>eine Bankangestellte und Feministin<\/em>&nbsp;sei. Hierbei sch\u00e4tzen die meisten, dass es wahrscheinlicher sei, dass sie <em>Bankangestellte und Feministin<\/em>&nbsp;ist, als nur <em>Bankangestellte<\/em>. Dies ist jedoch falsch. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr zwei gleichzeitig auftretende Ereignisse kann nicht h\u00f6her sein, als die Eintrittswahrscheinlichkeit f\u00fcr nur eines der beiden Ereignisse.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Heuristik &#8211; eine gute Strategie?<\/h2>\n\n\n\n<p>Sowohl die Verf\u00fcgbarkeitsheuristik als auch die Repr\u00e4sentativit\u00e4tsheuristik k\u00f6nnen bei ihrer Anwendung zu kognitiven Verzerrungen f\u00fchren und somit zu weniger guten Entscheidungen. Die Blick-Heuristik dagegen scheint uns in unserem Beispiel auf effektive und akzeptable Art und Weise&nbsp;zu unserem Ziel zu f\u00fchren. Diese Beispiele erwecken den Eindruck, dass Heuristiken generell zu einer schlechteren oder h\u00f6chstens gleich guten L\u00f6sung f\u00fchren, im Gegensatz zu einer Entscheidungsfindung bei der alle verf\u00fcgbaren&nbsp;Informationen einbezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Psychologie wurden Heuristiken lange Zeit haupts\u00e4chlich als verzerrende und fehleranf\u00e4llige Daumenregeln angesehen, weil sie einen gro\u00dfen Teil der verf\u00fcgbaren Information ignorieren. Wie kommt es dann aber dazu, dass wir Menschen im Alltag gut zurechtkommen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Strategie, Informationen zu ignorieren und nur einen Teil dieser in die Entscheidungsfindung einzubeziehen kann mitunter zu besseren Ergebnissen f\u00fchren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerd Gigerenzer untersucht am&nbsp;Max-Planck-Institut f\u00fcr Bildungsforschung in Berlin schnelle und einfache Heuristiken. Die von ihm vorgeschlagene Wiedererkennungsheurisitk verdeutlicht, dass das Fehlen oder Ignorieren bestimmter Informationen sogar zu einer besseren Leistung f\u00fchren kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Wiedererkennungsheuristik (Rekognitionsheuristik)<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir stellen uns einmal vor wir s\u00e4\u00dfen in einer Quizshow und m\u00fcssten folgende Frage beantworten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Welche dieser beiden St\u00e4dte hat mehr Einwohner? San Diego oder San Antonio?<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da diese St\u00e4dte in Amerika liegen, sollten Amerikaner eine gute Chance haben diese Frage richtig zu beantworten. In der Tat beantworteten etwa zwei Drittel der in einer Studie befragten Studenten aus Chicago diese Frage richtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sieht es mit der gleichen Frage in Deutschland aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Deutschen wissen wenig \u00fcber San Diego und von San Antonio hat kaum jemand jemals geh\u00f6rt. Das scheint die Chancen auf eine richtige Antwort zu verringern.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Gegenteil ist der Fall, von den Befragten Deutschen gaben 100% die richtige Antwort &#8211; und das obwohl sie es eigentlich nicht wussten. Wie kann das sein?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Die Rekognitionsheuristik:<\/strong> &#8220;Wenn von zwei Objekten nur eines wiedererkannt wird, dann hat dieses Objekt einen h\u00f6heren Wert auf dem Kriterium&#8221;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ganz einfach, sie&nbsp;konnten auf die Rekognitionsheuristik (Wiedererkennungsheuristik) zur\u00fcckgreifen, die es in dem Fall erlaubt eine richtige Entscheidung zu treffen. Wenn es zwischen dem Wiedererkennen und dem Kriterium (hier Einwohnerzahl) einen positiven Zusammenhang gibt, kann diese Heuristik n\u00fctzlich sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Beispiel gibt es eindeutig einen positiven Zusammenhang. Je mehr Einwohner eine Stadt hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir von dieser schon einmal geh\u00f6rt haben. Die meisten Amerikaner kennen in diesem Beispiel hingegen beide Orte, sodass sie zur Beantwortung der Frage ein anderes Kriterium heranziehen m\u00fcssen, wobei es h\u00e4ufiger zu Fehlern kommt oder sie neben der Wiedererkennung keine anderen Kriterien haben und einfach raten m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fehlende Information kann zu besseren Entscheidungen f\u00fchren<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Gerd Gigerenzer und seine Forschungsgruppe gingen sogar noch einen Schritt weiter: Sie verglichen den Vorhersagewert zu Investitionen an der B\u00f6rse. Dabei verglichen sie die Prognosen von Stra\u00dfenpassanten, die einfach ihnen bekannte B\u00f6rsenunternehmen nannten mit den Prognosen von Finanzexperten und B\u00f6rsenanalytikern. Es zeigt sich, dass Passanten die B\u00f6rsenentwicklung besser vorhersagen konnten als die Experten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Heuristiken ignorieren einen Teil der verf\u00fcgbaren Informationen<\/h2>\n\n\n\n<p>Heuristiken sind Strategien, die dabei helfen, zeitsparend und ohne ohne gro\u00dfe M\u00fche, Entscheidungen zu treffen. Dies geschieht, indem Heuristiken Teile der Informationen ignorieren und sich basale Umwelt- und Gehirnstrukturen zu Nutzen machen. Durch die schnelle Verarbeitung und das Ignorieren von Informationen k\u00f6nnen kognitive Verzerrungen auftreten, was zu schlechten Entscheidungen f\u00fchren kann. Andererseits gibt es auch F\u00e4lle, in denen Heuristiken zu besseren Ergebnissen f\u00fchren, als Strategien, die alle verf\u00fcgbaren Informationen mit einbezieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist dementsprechend gut, sich bestimmte Heuristiken bewusst zu machen, um Fehler zu vermeiden. Andererseits verdanken wir Heuristiken die Tatsache, dass wir im Alltag m\u00fchelos&nbsp;Entscheidungen treffen k\u00f6nnen und teilweise mit weniger Information sogar bessere Leistungen erzielen.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color: #808080;\">Referenzen:<\/span><\/h5>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Gigerenzer, Gerd. &#8220;Einfache Heuristiken f\u00fcr komplexe Entscheidungen.&#8221; (2006).<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Gigerenzer, Gerd, Peter M. Todd, and the ABC Research Group. <i>Simple heuristics that make us smart<\/i>. Oxford University Press, 1999.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Hertwig, Ralph. &#8220;Strategien und Heuristiken.&#8221; <i>Handbuch der Psychologie<\/i>. Hogrefe, 2006. 461-469.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Sivak, Michael, and Michael J. Flannagan. &#8220;Consequences for road traffic fatalities of the reduction in flying following September 11, 2001.&#8221; <i>Transportation Research Part F: Traffic Psychology and Behaviour<\/i> 7.4 (2004): 301-305.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Tversky, Amos, and Daniel Kahneman. &#8220;Extensional versus intuitive reasoning: The conjunction fallacy in probability judgment.&#8221; <i>Psychological review<\/i> 90.4 (1983): 293.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeden Tag m\u00fcssen wir unz\u00e4hlige Entscheidungen treffen, oft ohne viel Zeit zu haben \u00fcber sie nachzudenken. Doch welche Strategie wenden wir an, um uns in diesen F\u00e4llen zu entscheiden? Oft nutzen wir daf\u00fcr eine sogenannte Heuristik. 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