{"id":121810,"date":"2017-06-30T15:09:55","date_gmt":"2017-06-30T15:09:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.cognifit.com\/?p=16097\/"},"modified":"2023-03-06T16:32:22","modified_gmt":"2023-03-06T16:32:22","slug":"kognitive-dissonanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/kognitive-dissonanz\/","title":{"rendered":"Kognitive Dissonanz: warum dem Fuchs die Trauben nicht schmecken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie Ihre kostbare Zeit in einer (wom\u00f6glich kostenpflichtigen) Warteschleife einer Hotline verbringen und es so schwierig ist aufzulegen? Warum finden die meisten Raucher Rauchen gut? Wieso gibt es quasi keine Eltern, die bereuen Kinder bekommen zu haben? Weshalb h\u00f6rt man diesen Satz von Autofahrern so gut wie gar nicht: \u201eIch habe ein schlechtes Auto gekauft.\u201c? Die Antwort ist: kognitive Dissonanz. Doch was ist das?<\/em><\/p>\n<p>In diesem Artikel wird \u00fcbersichtsartig gekl\u00e4rt: 1. kognitive Dissonanz \u2013 was ist das? Beispiele 2. bekannte Experimente in der Forschung zur kognitiven Dissonanz 3. Was bedeutet das Wissen \u00fcber kognitive Dissonanz f\u00fcr mich? 4. kognitive Dissonanz und Freud 5. Fazit zur kognitiven Dissonanz<\/p>\n<h2>Kognitive Dissonanz \u2013 was ist das? Beispiele<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cognifit.com\/de\/kognition\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Kognitionen<\/strong><\/a> im engeren Sinn sind Gedanken. Im weiteren Sinn sind es auch Einstellungen, Wertvorstellungen, Wahrnehmungen, Absichten und Motivationen, also quasi alle inneren mentalen Zust\u00e4nde und Vorg\u00e4nge, die man nicht als Emotion oder Intuition bezeichnen kann. (Im Lateinischen bedeutet <span lang=\"la-VA\"><i>cognoscere<\/i><\/span> \u201eerkennen\u201c, \u201eerfahren\u201c). <strong>Dissonanz<\/strong> kommt aus der Musik und bedeutet das Gegenteil von Konsonanz oder Harmonie, bezeichnet also etwas, das in der Kompositionslehre der Aufl\u00f6sung bedarf. Kognitive Dissonanz k\u00f6nnte man also als <strong>\u201egedanklichen Spannungszustand\u201c<\/strong> \u00fcbersetzen.<\/p>\n<blockquote><p><i><strong>Kognitive Dissonanz<\/strong> ist ein unangenehmer mentaler Spannungszustand, der entsteht, wenn man sich widersprechende Gedanken, Einstellungen oder Motivationen hat.<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Dissonanz ist um so gr\u00f6\u00dfer, je vielz\u00e4hliger oder\/und wichtiger die Kognitionen sind, die sich widersprechen. Nehmen wir das Beispiel Telefonwarteschlange. Sie haben die Kognition(en) \u201eIch rufe da jetzt an und kl\u00e4re mein Problem. Danach gehe ich Einkaufen.\u201c Sie w\u00e4hlen die Nummer und warten, warten und bezahlen. Es l\u00e4uft Wartemusik. Irgendwann taucht eine widerspr\u00fcchliche Kognition auf: \u201eDas dauert zu lange. Die Gesch\u00e4fte schlie\u00dfen um acht.\u201c Wir kennen alle diese unangenehme Gef\u00fchl, das dann entsteht. Wir nennen es gern Ungeduld. Wir sind im Zwiespalt: sollen wir weiter Zeit und Geld investieren oder die Aktion unter \u201esinnlos\u201c verbuchen und abbrechen. Diese Ungeduld gepaart mit diesem Zwiespalt (mache w\u00fcrden sagen: nur dieser Zwiespalt) \u00a0\u2013 das ist die kognitive Dissonanz. Nun gibt es 4 m\u00f6gliche Folgen, wie wir diesen Spannungszustand aufl\u00f6sen:<\/p>\n<ol>\n<li>\u00a0Verhaltens\u00e4nderung: wir legen auf.<\/li>\n<li>Einstellungs\u00e4nderung: Trotzreaktion \u2013 jetzt erst recht!<\/li>\n<li>Addition oder Subtraktion von Kognitionen: \u201eIch muss heute nicht einkaufen.\u201c \u201eEs ist wichtig, dass ich das Problem jetzt l\u00f6se, denn dann wei\u00df ich auch, wie ich mit xy umgehe.\u201c<\/li>\n<li>Ersetzen von Kognitionen: \u201eIch habe jetzt so viel investiert, da muss ich jetzt dranbleiben. Einkaufen kann ich auch morgen.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Merken Sie was? Wir haben schon rein quantitativ mehr M\u00f6glichkeiten, das Problem \u201einnerlich\u201c zu l\u00f6sen als \u201e\u00e4u\u00dferlich\u201c. Und wir alle kennen uns: wir l\u00f6sen es innerlich und bleiben l\u00e4nger in der Leitung als gut ist. Warum ist das so? Dieses Beispiel zeigt im Kleinen, wie wir auch mit gro\u00dfen Lebensentscheidungen umgehen: Wenn wir einmal etwas investiert haben, soll das nicht umsonst gewesen sein. Wir bleiben l\u00e4nger bei dem Investment, h\u00e4ngen l\u00e4nger an der alten Situation als gut f\u00fcr uns und andere ist. Soll ich mit 40 meinen Job hinschmei\u00dfen und noch mal studieren? Oder soll ich die Beziehung nach 16 Jahren und 2 Kindern wirklich beenden? Soll ich in diesem Land bleiben? Wie Engelchen und Teufelchen auf der Schulter tauchen die unterschiedlichsten Kognitionen auf, um diese Dissonanz aufzul\u00f6sen und in Harmonie umzuwandeln.<\/p>\n<h3><strong>Das Paradebeispiel sind dabei die Kognitionen von Rauchern.<\/strong><\/h3>\n<p>Nehmen wir an, Sie rauchen. Warum auch immer (Wahrscheinlich mussten Sie irgendwann mal der Umwelt signalisieren, dass sie alt genug f\u00fcr Sex sind, aber das ist nebens\u00e4chlich). Sie sind also Raucher. Dann sehen Sie im Kino eine Werbung, dass Rauchen Gehirnzellen t\u00f6tet oder sehen die schrecklichen Bilder auf den Zigarettenpackungen, die eindeutig zeigen, dass Rauchen gesundheitssch\u00e4dlich ist. <strong>Sie erleben Dissonanz<\/strong>.<\/p>\n<p>Einerseits haben Sie die Kognition \u201eRauchen ist cool! Ich bin alt und cool genug zu rauchen!\u201c andererseits haben Sie nun die Kognition \u201eRauchen ist ungesund.\u201c Das erzeugt Spannung. Wieder ist Verhaltens\u00e4nderung eine Option, die selten gew\u00e4hlt wird. Welcher Raucher h\u00f6rt schon auf, weil er eine Raucherlunge auf der Zigarettenpackung sieht? Viel wahrscheinlicher ist, dass Sie sich \u201e\u00fcberzeugen\u201c mit zus\u00e4tzlichen Kognitionen: \u201eSo ungesund kann es gar nicht sein: mein Opa ist \u00fcber 90 geworden und hat geraucht!\u201c oder \u201eRauchen ist ja nicht nur cool, sondern es entspannt auch!\u201c oder \u201eMich wird es schon nicht treffen, ich h\u00f6re irgendwann rechtzeitig auf!\u201c<\/p>\n<h3>Ein anderes Beispiel ist die Frau, die 10 Jahre mit dem gleichen Mann zusammen ist und sich nach Abwechslung sehnt.<\/h3>\n<p>Die wenigsten wissen, dass das normal ist und als<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Coolidge-Effekt\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\"> Coolidge-Effekt<\/a> bekannt. Sie hat die Kognition \u201eIch bin eine treue Frau.\u201c und \u201eIch betr\u00fcge meinen Freund nicht.\u201c, andererseits sehnt sie sich nach neuen sexuellen Abenteuern und geht fremd. Hier passt das Verhalten nicht zum Selbstbild und erzeugt die Dissonanz. Was ist der Ausweg? Sie bildet ein neues Wertesystem und damit neue Kognitionen. Sie \u00e4u\u00dfert sich feministisch und polyamor. \u201eTreue ist ein \u00fcberkommenes, patriarchalisches Konzept zur Unterdr\u00fcckung der Frau!\u201c oder \u201eEifersucht ist eine ungesunde Reaktion des Egos!\u201c oder \u201eWer wei\u00df, mit wem mich mein Freund betr\u00fcgt.\u201c<\/p>\n<h3>Und zum Schluss wieder ein Paradebeispiel: der Autokauf.<\/h3>\n<p>Viele Autok\u00e4ufer lesen nach dem Kauf die Werbebrosch\u00fcren \u00fcber ihr erworbenes Modell, um sich selbst davon zu \u00fcberzeugen, dass ihre Entscheidung richtig war. Oder kennen Sie jemanden, der jemals erz\u00e4hlt h\u00e4tte: \u201eMein Autokauf war ein Reinfall \u2013 ich h\u00e4tte besser ein anderes Modell gekauft.\u201c? Das gibt es zwar, aber es ist eher der Ausnahmefall und kommt relativ selten vor.<\/p>\n<h2>Bekannte Experimente in der Forschung zur kognitiven Dissonanz<\/h2>\n<p>Die Theorie der kognitiven Dissonanz stammt von Leon Festinger, Sch\u00fcler des Psychologiepioniers Kurt Lewin. Was bisher unerw\u00e4hnt blieb: es ist wichtig, dass die Person, die die Dissonanz erlebt, das Gef\u00fchl hat, freiwillig zu entscheiden. Fehlt diese <strong>Freiwilligkeit<\/strong>, tritt das Ph\u00e4nomen (in der Psychologie spricht man gern vom \u201eEffekt\u201c) nicht auf. Denn dann kann man seine Kognitionen leicht in ein harmonisches System bringen: \u201eIch tue das, weil ich muss. Eigentlich will ich etwas anderes, aber die Umst\u00e4nde zwingen mich dazu.\u201c Das ist zwar auch kein angenehmes Gef\u00fchl, aber immerhin angenehmer als die kognitive Dissonanz aufgrund von Widerspr\u00fcchlichkeiten zwischen Verhalten und Selbstbild oder verschiedenen Kognitionen.<\/p>\n<h3>Die fr\u00fchen Experimente von <strong>Festinger<\/strong> in den 50er Jahren liefen folgenderma\u00dfen ab:<\/h3>\n<p>Studenten wurden gebeten, an einem Experiment teilzunehmen. Die Versuchspersonen bekamen eine langweilige und langwierige Aufgabe. Danach wurden sie gebeten, weitere Studenten von der Teilnahme an dem Experiment zu \u00fcberzeugen. Aber ein Teil der Studenten bekam f\u00fcr diese \u201eAnwerbung\u201c 20 Dollar. Der andere Teil bekam einen Dollar. Nun sollten die Studenten noch schnell die Langweiligkeit bzw. die Interessantheit des Experimentes einsch\u00e4tzen.<\/p>\n<p><strong>Und was glauben Sie, wie sich die beiden Gruppen unterschieden, nachdem was Sie \u00fcber kognitive Dissonanz gelernt haben?<\/strong><\/p>\n<p>Genau. Die Gruppe, die f\u00fcr die \u201eAnwerbung\u201c bezahlt wurde, fand das Experiment signifikant langweiliger als die Gruppe, die vergleichsweise wenig bekam. Warum? Die Theorie besagt: Die Studenten, die bezahlt wurden, logen bei ihrer Anwerbung dissonanzfreier als die andere Gruppe. Sie hatten ja einen Grund f\u00fcr ihr Verhalten: die Bezahlung. Die Gruppe, die ohne Bezahlung anwarb, musste eine kognitive Dissonanz bew\u00e4ltigen, n\u00e4mlich aufgrund der Kognitionen: \u201eDas Experiment war stinklangweilig.\u201c und \u201eIch l\u00fcge nicht.\u201c und \u201eIch muss meine Kommilitonen jetzt \u00fcberzeugen, daran teilzunehmen.\u201c Um so interessanter Sie das Experiment fanden, um so weniger logen sie; also fanden sie das Experiment einfach interessanter \u2013 unbewusst.<\/p>\n<h3>Zahlreiche Experimente besch\u00e4ftigten sich mit dem Unsinn harter und noch h\u00e4rterer Strafen.<\/h3>\n<p>Man denke hier an populistische Forderungen, die immer wieder durch das Netz gejagt werden. Oder gar an die Todesstrafe. Die kognitive Dissonanztheorie sagt: sinnlos. Warum? Weil die Leute eine externe Rechtfertigung haben, warum sie nicht zu schnell fahren, bei der Steuer nicht betr\u00fcgen, etc. Das bedeutet aber auch: wenn sicher ist, dass sie nicht erwischt werden, machen sie es trotzdem. Haben sie diese Rechtfertigung nicht, m\u00fcssen sie ihre Einstellung \u00e4ndern. Sie bauen Kognitionen auf wie \u201eIch bin ein ehrlicher Mensch.\u201c oder \u201eIch bin ein besonnener, vern\u00fcnftiger Autofahrer.\u201c Das tun sie bei drakonischen Strafen mit geringerer Wahrscheinlichkeit.<\/p>\n<h3>Investition und kognitive Dissonanz<\/h3>\n<p>Ein anderes\u00a0<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/223471272_Cognitive_Dissonance_and_Psychotherapy_The_Role_of_Effort_Justification_in_Inducing_Weight_Loss\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Experiment (Axsom und Cooper, 1985) <\/a>\u00a0besch\u00e4ftigt sich mit der Investition und der damit verbundenen kognitiven Dissonanz (siehe Telefonwarteschleife). Es wurde eine Anzeige aufgegeben, dass VersuchspeIrsonen gesucht werden, die eine neuartige Methode ausprobieren k\u00f6nnten, Gewicht zu verlieren. Diejenigen, die sich meldeten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt schwierige, langwierige und komplizierte kognitive Aufgaben (die Psychologie hat davon Batterien voll im Schrank) und Ihnen wurde gesagt, dass die Vermutung best\u00fcnde, sie w\u00fcrden dadurch abnehmen, was totaler Quatsch war, aber die Leute glaubten es wohl. Und die andere Gruppe erhielt leichte, kurze Aufgaben, mussten sich also viel weniger anstrengen, viel weniger investieren. Nach 6 Monaten wurde gemessen, ob und wie viel Gewicht die Gruppen verloren hatten und siehe da: die Gruppe mit dem h\u00f6heren (kognitiven) Aufwand hatte tats\u00e4chlich mehr Gewicht verloren. Erkl\u00e4rt wird das so: Sie hatten die gr\u00f6\u00dfere kognitive Dissonanz, die aus den Kognitionen bestand: \u201eBoah, ist das hier anstrengend!\u201c und \u201eIch will Gewicht verlieren.\u201c Das Ziel, abzunehmen gewann an Bedeutung, man hatte ja investiert. Also blieb man in der Folgezeit auch mehr am Ball.<\/p>\n<h2>Was bedeutet das Wissen \u00fcber kognitive Dissonanz f\u00fcr mich?<\/h2>\n<p>Es bedeutet zweierlei: zum einen: seien sie nachsichtig mit ihren Mitmenschen. \u00dcben Sie sich in <strong>Toleranz um Empathie<\/strong>, denn die anderen haben \u2013 und da k\u00f6nnen sie sicher sein \u2013 ein ausgekl\u00fcgeltes System von konsonanten Kognitionen, die ihre Einstellungen und ihr Verhalten rechtfertigen, auch wenn Ihnen das schr\u00e4g und unglaubw\u00fcrdig vorkommt.<\/p>\n<p>Es gibt in der Politik viele L\u00fcgen, aber als der Stasichef Erich Mielke\u00a01989 in der Volkskammer sagte: \u201eIch liebe doch alle!\u201c, war das wahrscheinlich ernst gemeint. Zu dieser Zeit revoltierten die Ostdeutschen gegen eine Milit\u00e4rdiktatur und einen Bespitzelungsstaat, in dem es extrem gef\u00e4hrlich war, eine von der Norm abweichende Meinung zu vertreten. Niemand konnte sicher sein, dass nicht der beste Freund oder Verwandte f\u00fcr die sogenannte Staatssicherheit (Stasi) arbeitete und Informationen nach \u201eoben\u201c weitergab. Und der Chef dieser menschenverachtenden Stasi stellte sich hin und sagte, er w\u00fcrde doch alle (auch die Abweichler) lieben. Das erntete viel Hohn und Verachtung in der Bev\u00f6lkerung. Aber wir k\u00f6nnen mit einiger Sicherheit sagen, dass Mielke ein ausgekl\u00fcgeltes System (wirrer) Kognitionen hatte, die diesen Satz mit seinem Selbstbild vereinbaren lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Oder nehmen wir Ihre Eltern. Viele Menschen werfen Ihren Eltern zu Recht vor, Fehler in der Erziehung gemacht zu haben. Aber kommt das bei den Eltern an? Es kann gar nicht ankommen. Ein Leben lang Investitionen, ein \u00fcber Jahrzehnte geschaffenes Selbstbild k\u00f6nnen gar nicht umgesto\u00dfen werden, ohne dass es f\u00fcr die Eltern lebensbedrohlich w\u00e4re, w\u00fcrden sie die kognitive Dissonanz zulassen. Lassen Sie Ihre Eltern leben. Immerhin leben Sie durch sie.<\/p>\n<p>Meinen Sie, der Pharmavertreter h\u00e4tte nicht seinen Weg aus der kognitiven Dissonanz gefunden, wenn er damit konfrontiert w\u00fcrde, dass bei depressiven\u00a0Jugendlichen und Kindern einige<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007%2Fs00115-006-2109-8?LI=true\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">\u00a0Antidepressiva die Suizidalit\u00e4t erh\u00f6hen<\/a> k\u00f6nnen und oft gar keine <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/gesundheit\/2016-06\/depression-studie-antidepressiva-kinder-jugendliche-wirkung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hauptwirkung<\/a> haben? (Bei Erwachsenen d\u00fcrfte das nicht anders sein.)<\/p>\n<p>Seien Sie also nachsichtig. Zum anderen: seien Sie<strong> selbstreflexiv<\/strong>! Beobachten Sie sich! Machen Sie nicht die Fehler Ihrer Eltern. Versuchen Sie, sich bei kognitiver Dissonanzreduktion zu ertappen! Woran h\u00e4ngen Sie, weil sie vermeintlich schon viel investiert haben, was Sie aber zuk\u00fcnftig gesehen nur noch behindert? Seien Sie <strong>entscheidungsfroh<\/strong>! Sie werden sich Entscheidungen schon sch\u00f6n reden, um so endg\u00fcltiger diese sind, um so wahrscheinlicher ist das. Haben Sie den Mut, gl\u00fccklich zu sein!<\/p>\n<h2>Kognitive Dissonanz und Freud<\/h2>\n<p>Und noch etwas k\u00f6nnen Sie aus diesem Artikel mitnehmen: Sie kennen die falschen Namen! Haben Sie schon mal etwas von <strong>Kurt Lewin<\/strong> oder <strong>Leon Festinger<\/strong> geh\u00f6rt? Nein? Aber von Freud, oder? Lassen Sie die kognitive Dissonanz zu: in einem gerechten Universum w\u00e4re das umgekehrt. Warum? Freuds gro\u00dfe Leistung besteht unbestritten in der Postulation der verschiedenen Abwehrmechanismen. Leider h\u00f6rt es dann aber auch schon auf.<\/p>\n<p>Der ganze andere theoretische \u00dcberbau, das Instanzenmodell der Psyche (Es, Ich und \u00dcber-Ich), die Triebtheorie, die Katharsis und Karthexis, dass Tr\u00e4ume Wunscherf\u00fcllung seien, dass geistige Prozesse Energie verbrauchen, &#8211; die Liste ist lang und ebenso unbelegt \u2013 ist hoch spekulativ. Seine Theorie ist ebenso popul\u00e4r wie esoterisch. Trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten und \u00dcberschneidungen zur kognitiven Dissonanztheorie. Durch Mechanismen wie <strong>Rationalisierung, Verdr\u00e4ngung, Projektion<\/strong> und <strong>Sublimierung<\/strong> k\u00f6nnen wir kognitive Dissonanz reduzieren. Und das tun wir auch. Regelm\u00e4\u00dfig. Behalten Sie also diese 4 Begriffe und vergessen Sie, was Sie sonst von Freud gelernt haben.<\/p>\n<h2>Fazit zur kognitiven Dissonanz<\/h2>\n<p>Ich hoffe, ich habe sie gleichsam unterhalten und aufkl\u00e4ren k\u00f6nnen mit diesem Artikel. Die Fabel mit dem Fuchs und den Trauben kennen Sie!? Der Fuchs befand sie f\u00fcr zu sauer, nachdem er vegeblich versucht hatte, sie zu ergattern. So sind so manche Trauben, die zu hoch h\u00e4ngen, sauer&#8230;<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen nicht in Allem meiner Meinung sein, ich freue mich \u00fcber Kritik und andere Meinungen. Lassen Sie Ihrer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reaktanz_(Psychologie)\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Reaktanz<\/a> freien Lauf! Jede Reaktion ist eine gute Reaktion!<\/p>\n<p>Denken Sie daran: Wenn unsere Enkel uns einst fragen werden, wie wir die \u00dcberwachung und Einmischung in unsere Selbstbestimmung durch NSA, Google und Facebook dulden konnten, dann werden wir alle eine plausible Ausrede haben \u2013 kognitiver Dissonanzreduktion\u00a0sei <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/trotz-protesten-bundestag-erlaubt-grossflaechigen-einsatz-von-staatstrojanern-1706-128537.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dank<\/a>!<\/p>\n<p>In diesem Sinne! Es gr\u00fc\u00dft: Ihr <strong>Uwe Kr\u00fcger<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie Ihre kostbare Zeit in einer (wom\u00f6glich kostenpflichtigen) Warteschleife einer Hotline verbringen und es so schwierig ist aufzulegen? Warum finden die meisten Raucher Rauchen gut? Wieso gibt es quasi keine Eltern, die bereuen Kinder bekommen zu haben? 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