{"id":16178,"date":"2017-07-02T13:55:05","date_gmt":"2017-07-02T13:55:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.cognifit.com\/?p=16178\/"},"modified":"2023-03-06T16:31:56","modified_gmt":"2023-03-06T16:31:56","slug":"mutter-kind-bindung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/mutter-kind-bindung\/","title":{"rendered":"Die Mutter-Kind-Bindung. Wieso ist sie so wichtig?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>Beeinflusst die Mutter-Kind-Bindung die Entwicklung des Kindes f\u00fcr den Rest des Lebens? Welche positive Auswirkung hat die Mutter-Kind-Bindung auf die Mutter? Diesen Fragen gehen viele Psychologen und Wissenschaftler schon lange nach und finden immer wieder \u00fcberraschende Erkenntnisse.<\/em><\/p>\n<h2>Was ist Bindung?<\/h2>\n<p>Die Bindung, im englischen auch <a href=\"https:\/\/blog.cognifit.com\/caregiverchild-relationship-attachment\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;Attachment&#8221;<\/a> genannt, bezeichnet die spezielle Verbindung zwischen Eltern und ihrem neugeborenen Kind. Durch die Formung der emotionalen Bindung k\u00f6nnen die Grundbed\u00fcrfnisse des Neugeborenen befriedigt werden. Diese Bed\u00fcrfnisse sind auch der\u00a0Antrieb der nachfolgenden sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung. Die fr\u00fchen Erfahrungen des S\u00e4uglings stimulieren das Wachstum neuronaler Pfade, die einen Einfluss darauf haben, wie das Kind sp\u00e4ter auf viele Dinge reagiert.<\/p>\n<p>Die Bindungserfahrung hat auch im Sinne der Sicherheit einen Einfluss auf die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung. Forschung hat ergeben, dass der Mangel an Bindung in fr\u00fchen Lebensmonaten die F\u00e4higkeit stabile Beziehungen einzugehen, ein Leben lang beeinflusst. In den meisten F\u00e4llen entsteht eine unmittelbare Bindung zwischen Eltern und Kind, diese verlieben sich direkt, wenn sie ihr Neugeborenes\u00a0zum ersten mal sehen.<\/p>\n<h2>Mutter-Kind-Bindung: Unsicherer und sichererer Bindungsstil<\/h2>\n<p>Die Bindungsstile sind wichtig, um zu verstehen weshalb die Bindung zum Kind eine so gro\u00dfe Bedeutung hat. Ein sicherer Bindungsstil von Kindern zeichnet sich dadurch aus, dass diese Unwohlsein empfinden, wenn die Eltern das Kind alleine lassen. Gleichzeitig sind sie aber in der Lage sich zu entspannen und abzulenken, mit dem Wissen, dass die Eltern zur\u00fcckkehren. Kinder mit einem sicheren Bindungsstil zu ihren Eltern f\u00fchlen sich besch\u00fctzt, weil sie sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass ihre Eltern zur\u00fcckkehren. Diese Bindungsstile werden von Geburt an bis in die fr\u00fche Kindheit hinein geformt.<\/p>\n<p>Ein Kind mit einem unsicheren Bindungsstil wird die Eltern vermeiden oder ignorieren und wenige Emotionen zeigen, wenn die Eltern gehen oder zur\u00fcckkehren. Diese Kinder neigen dazu \u00c4rger, Angstsymptome oder Furcht zu zeigen. Es kann sein, dass sie andere Leute ab und zu vermeiden und sich weigern mit anderen in Kontakt zu treten. Dieser Bindungsstil wirkt sich negativ auf die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes aus.<\/p>\n<h2>Wie kommt es zur Mutter-Kind-Bindung?<\/h2>\n<p>\u2022 Die Ber\u00fchrungen der Haut ist eine der ersten &#8220;Sprachen&#8221; f\u00fcr ein Kind, da es auf den Haut-zu-Haut-Kontakt reagiert, was beruhigend auf\u00a0das Baby und die Eltern wirkt.<br \/>\n\u2022 Durch das F\u00fcttern des Babys.<br \/>\n\u2022 Das Baby in den Schlaf schaukeln oder wippen.<br \/>\n\u2022 Dem Baby vorsingen, die Stimme der Eltern wirkt meistens sehr tr\u00f6stend und beruhigend.<\/p>\n<div id=\"attachment_16181\" style=\"width: 870px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16181\" class=\"Mutter-Kind-Bindung wp-image-16181 size-large\" title=\"Mutter-Kind-Bindung\" src=\"https:\/\/cognifitblog.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Mutter-Kind-Bindung-1-2-1024x683.jpg\" alt=\"Mutter-Kind-Bindung\" width=\"860\" height=\"574\" \/><p id=\"caption-attachment-16181\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">K\u00f6rperkontakt st\u00e4rkt die Mutter-Kind-Bindung<\/span><\/p><\/div>\n<h2>Wie profitierst du von der Mutter-Kind-Bindung?<\/h2>\n<p>Es gibt viele Vorteil mit einem Neugeborenen eine Bindung aufzubauen. Inwiefern profitieren die Eltern, in den folgenden Beispielen vor allem die Mutter, von dieser Bindung?<\/p>\n<p>Studien zufolge ist das Stillen nicht nur f\u00fcr das Neugeborene von Vorteil, sondern auch f\u00fcr die Mutter. Das Baby profitiert allgemein von der k\u00f6rperlichen N\u00e4he beim Stillen. Bei der Mutter werden durch das Stillen Hormone ausgesch\u00fcttet, die m\u00fctterliches Verhalten f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Es ist gut bekannt, dass beim Stillen die Stimulation der Brustwarze daf\u00fcr sorgt, dass das Hormon Oxytocin ausgesch\u00fcttet wird, welches wiederum\u00a0daf\u00fcr sorgt, dass die Milch ausgesto\u00dfen wird. Oxytocin ist auch als &#8220;Liebeshormon&#8221; bekannt, da es auch w\u00e4hrend des Orgasmus und anderen innigen Momenten produziert wird. Oxytocin wirkt dabei im <a href=\"https:\/\/www.cognifit.com\/de\/gehirn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gehirn <\/a>genauso wie es Morphium tut, es lindert Schmerzen, f\u00fchrt zu Wohlbefinden und hat als Konsequenz, dass wir dieses emotionale Hoch wieder erleben wollen. M\u00fctter die nicht stillen, sondern das Fl\u00e4schchen geben, produzieren dennoch Oxytocin, indem sie w\u00e4hrend dem F\u00fcttern Blickkontakt mit dem Baby aufbauen oder anschlie\u00dfend mit dem Baby kuscheln.<\/p>\n<div id=\"attachment_16183\" style=\"width: 693px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16183\" class=\"size-large wp-image-16183\" src=\"https:\/\/cognifitblog.wpengine.com\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Mutter-Kind-Bindung-1-3-683x1024.jpg\" alt=\"Mutter-Kind-Bindung\" width=\"683\" height=\"1024\" \/><p id=\"caption-attachment-16183\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Das Stillen ist eine der ersten Formen der Bindung, welche die Neugeborenen kennenlernen.<\/span><\/p><\/div>\n<h2>Was passiert, wenn keine Bindung aufgebaut wird?<\/h2>\n<p>Rund 20% der Eltern bilden keine emotionale Bindung zu ihrem Neugeborenen. Das ist okay und passiert manchmal. Wichtig ist, sich Zeit zu lassen und sich nicht schuldig zu f\u00fchlen!<\/p>\n<p>Eine Bindung aufzubauen kann f\u00fcr M\u00fctter die einen Kaiserschnitt hatten oder ihr Kind nicht direkt nach der Geburt sehen konnten schwierig sein. Ebenfalls schwierig ist es oft, wenn das Kind als Fr\u00fchchen zur Welt gekommen ist und einige Zeit im Brutkasten verbringen musste, oder wenn es sich um ein adoptiertes Kind handelt.<\/p>\n<p>Nach vielen Schmerzen und der Ersch\u00f6pfung durch die Geburt, sind viele M\u00fctter \u00fcberw\u00e4ltigt von\u00a0einem neugeborenen Baby. Hormonver\u00e4nderungen k\u00f6nnen Symptome der postpartalen Depression ausl\u00f6sen, die verhindern dass die Mutter eine richtige Bindung zu ihrem Baby aufbauen kann. W\u00e4hrend der Schwangerschaft steigt der Hormonspiegel von \u00d6strogen und Progesteron im K\u00f6rper signifikant an. In den ersten 24 Stunden nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel wieder auf sein Ausgangsniveau zur\u00fcck. Forscher glauben, dass diese schnelle Ver\u00e4nderung eine Depression ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n<h2>Tipps wie eine sichere Mutter-Kind-Bindung aufgebaut werden kann<\/h2>\n<p><strong>1. W\u00e4hrend der ersten 6 Lebensmonaten sollte es eine einzelne prim\u00e4re Bezugsperson f\u00fcr das Baby geben.<\/strong>\u00a0Obwohl die Mutter in den meisten F\u00e4llen die erste Bezugsperson des Neugeborenen ist, ist die Wahrscheinlichkeit eine sichere Bindung aufzubauen bei einer anderen Person, die sich durchg\u00e4ngig und liebevoll um das Baby k\u00fcmmert, genauso gro\u00df. Eine durchg\u00e4ngige prim\u00e4re Bezugsperson f\u00fchrt zu einer sichereren Bindung, als wenn die F\u00fcrsorge auf mehrere Personen wie Mutter, Vater, Gro\u00dfeltern und Babysitter aufgeteilt wird.<br \/>\n<strong>2. Synchronisierte Essens-, Schlafens- und Interaktions-Routinen vor allem w\u00e4hrend der ersten Monate.<\/strong>\u00a0Die Schlaf- und Essenszeiten sollten in den ersten sechs Monaten an den Rhythmus des Babys angepasst werden.<br \/>\n<strong>3. Zeige dich deinem Baby gegen\u00fcber liebevoll, durch L\u00e4cheln und Ber\u00fchrungen.<\/strong>\u00a0Das ber\u00fchmte Experiment von Harry Harlow mit Rhesus Affen zeigt, dass die Babyaffen ein Stofftier als Mutter bevorzugen und sich diesem eher ann\u00e4hern als einer Drahtfigur. Und das, selbst wenn die Drahtfigur diejenige ist, die sie mit Futter versorgt. Futter ist also nicht wichtiger, als die Ber\u00fchrungen die zwischen einer Mutterfigur und dem Baby stattfinden.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Harlow&#039;s Rhesus Monkey Experiments and the Attachment Theory - Children&#039;s Rights\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/02r3u59FRPU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>4. Reagiere auf\u00a0das Unwohlsein deines Babys mit konstantem Trost, W\u00e4rme und mit Kompetenz. <\/strong>Forschungen haben ergeben, dass wenn \u00fcberf\u00fcrsorgliche Eltern unmittelbar auf jedes Quengeln, Jammern und jeden Schluckauf reagieren, diese Kinder einen weniger sicheren Bindungsstil entwickelten. \u00dcberf\u00fcrsorge behindert Kinder darin selbst\u00e4ndig zu werden und ihre Selbstregulation auszubilden.<\/p>\n<p>Bei Anregungen und Fragen kann gerne ein Kommentar unter dem Artikel hinterlassen werden.<\/p>\n<p>\u00dcbersetzt aus dem Spanischen. Original:\u00a0Jennifer Burgos, Psychologin bei CogniFit.<\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><strong>References: <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><strong>Forming a Bond with Your Baby &#8212; Why It Isn&#8217;t Always Immediate. Retrieved from <\/strong>http:\/\/www.webmd.com\/parenting\/baby\/forming-a-bond-with-your-baby-why-it-isnt-always-immediate#3<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><strong>Attachment Security: Born or Made? January 06, 2009. Retrieved from <\/strong>https:\/\/www.psychologytoday.com\/blog\/family-affair\/200901\/attachment-security-born-or-made<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><strong>Depression during and after pregnancy fact sheet. Retrieved from <\/strong>https:\/\/www.womenshealth.gov\/publications\/our-publications\/fact-sheet\/depression-pregnancy.html<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><strong>Five Ways to Create a Secure Attachment with You Baby, Without Sharing Your Bed. Retrieved from <\/strong>https:\/\/psychcentral.com\/lib\/five-ways-to-create-a-secure-attachment-with-your-baby-without-sharing-your-bed\/<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beeinflusst die Mutter-Kind-Bindung die Entwicklung des Kindes f\u00fcr den Rest des Lebens? Welche positive Auswirkung hat die Mutter-Kind-Bindung auf die Mutter? Diesen Fragen gehen viele Psychologen und Wissenschaftler schon lange nach und finden immer wieder \u00fcberraschende Erkenntnisse. Was ist Bindung? Die Bindung, im englischen auch &#8220;Attachment&#8221; genannt, bezeichnet die spezielle Verbindung zwischen Eltern und ihrem &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":16182,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_genesis_block_theme_hide_title":false,"footnotes":""},"categories":[2818],"tags":[2824,2854,2856,2834,2865],"class_list":{"0":"post-16178","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","6":"hentry","7":"category-for-babies-de","8":"tag-eltern-sein-de","9":"tag-emotionen-de","10":"tag-gefuehle-de","11":"tag-kinder-de","12":"tag-tipps-de","14":"with-featured-image"},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16178","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16178"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16178\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16182"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16178"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16178"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16178"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}