{"id":16245,"date":"2017-07-11T13:10:05","date_gmt":"2017-07-11T13:10:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.cognifit.com\/?p=16245\/"},"modified":"2023-03-06T16:30:43","modified_gmt":"2023-03-06T16:30:43","slug":"sozialleben-facebook-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/sozialleben-facebook-2\/","title":{"rendered":"Facebook = Face-Boost? Wie stark wirkt sich unser virtuelles auf unser echtes Sozialleben aus?"},"content":{"rendered":"<h3>Die meisten von uns k\u00f6nnen spontan mindestens drei gute Gr\u00fcnde f\u00fcr die Nutzung von Facebook nennen:<\/h3>\n<p>Mit alten SchulfreundInnen und Urlaubsbekanntschaften in Kontakt bleiben, aktuelle Themen und witzige Videos mit den FreundInnen teilen usw. Und auch der Begriff \u201eJ\u00e4ger und Sammler\u201c hat dank Facebook eine neue Bedeutung bekommen. 1.000 FreundInnen und mehr ist heute keine Seltenheit. Doch wie stark wirkt sich unser virtuelles Sozialleben auf unser echtes aus? Und welche Rolle spielen dabei die Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der FreundInnen? Diesen Fragen sind\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/01973533.2014.900619\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Wissenschaftler aus Innsbruck\u00a0nachgegangen<\/a>.<\/p>\n<h3>Sozialleben? Facebook geh\u00f6rt bei vielen l\u00e4ngst zum Alltag<\/h3>\n<p>Das Aufrechterhalten von Freundschaften und der regelm\u00e4\u00dfige Austausch mit FreundInnen sind zwei schlagkr\u00e4ftige Gr\u00fcnde f\u00fcr das beliebte soziale Netzwerk. Dies gilt vor allem bei den jungen Facebook-NutzerInnen. Und von ihnen gibt es reichlich: 55% der Internet-UserInnen sind es- um genau zu sein. Facebook geh\u00f6rt bei vielen l\u00e4ngst zum Alltag. Aber neben den positiven Interaktionseffekten mit den Facebook-FreundInnen werden auch verst\u00e4rkt Erfahrungen der Isolation und Zur\u00fcckweisung gemacht. Erfahrungen, wie das \u201eunfrienden\u201c rufen negative Emotionen hervor, die sogar an den grundlegenden Bed\u00fcrfnissen wie Zugeh\u00f6rigkeit, Anerkennung, Kontrolle und einem positiven Selbstbild r\u00fctteln k\u00f6nnen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort f\u00fcr die echten brauchen\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>So formulierte es\u00a0die Welt Kompakt einmal sehr treffend. Ihr Ziel dabei war es, den Fokus weg von\u00a0den quantitativ hohen und frei zug\u00e4nglichen Medien im Internet und hin auf die Qualit\u00e4t gedruckter Printmedien zu lenken. Auch in der psychologischen Forschung wurde darauf hingewiesen, dass es nicht allein die Anzahl der FreundInnen in den sozialen Netzwerken ist, die das Selbstbild boostet. Eine Forschungsgruppe der Universit\u00e4t Innsbruck hat diese Erkenntnis nun aufgegriffen. Au\u00dferdem hat sie sie um die Annahme erweitert, dass vor allem die Qualit\u00e4t, also die Aufgeschlossenheit im Antwortverhalten der FreundInnen, positiv zur Bed\u00fcrfnisbefriedigung beitr\u00e4gt.<\/p>\n<h3>ForscherInnen untersuchen die Auswirkungen der Facebook-Nutzung auf das Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit und das <a href=\"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/niedriges-selbstwertgefuehl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Selbstwertgef\u00fchl<\/a><\/h3>\n<p>Hierf\u00fcr wurden zwei Versuche durchgef\u00fchrt. Die erste Studie untersuchte dabei, ob es einen Unterschied in der Bed\u00fcrfnisbefriedigung zwischen der Quantit\u00e4t und der Qualit\u00e4t gibt. Die Quantit\u00e4t meint dabei die\u00a0Anzahl der FreundInnen. Unter Qualit\u00e4t sind die FreundInnen gemeint, die auf Posts, Geburtstage, etc. antworten. Studierende wurden gebeten, die Anzahl der GratulantInnen ihres letzten Geburtstages zu z\u00e4hlen. Anschlie\u00dfend beantworteten sie unter anderem Fragen zu ihren aktuellen Emotionen, ihrem Selbstwertgef\u00fchl\u00a0und dem Gef\u00fchl von Einsamkeit. Die Ergebnisse best\u00e4tigten die Annahme, dass das Antwortverhalten der FreundInnen eine eindeutige Auswirkung auf die Gef\u00fchle und Bed\u00fcrfnislage der Studierenden hat. Die reine Anzahl an Facebook-FreundInnen wirkte sich hingegen nicht automatisch positiv auf die eigenen Emotionen aus.<\/p>\n<p>In der zweiten Studie wurde zus\u00e4tzlich die Art und Weise der Antwort untersucht. Daf\u00fcr wurden die Studierenden gebeten, die Kommentare ihrer FreundInnen zu ihren eigenen letzten drei Posts in negativ und positiv zu unterteilen. Ob die Antwort eher negativ oder positiv war, wirkte sich zwar auch auf den User und seine Emotionen aus, allerdings nicht in gro\u00dfem Ma\u00dfe- getreu dem Motto: \u201eHauptsache ich bekomme irgendeine Antwort.\u201c<\/p>\n<h3>Zusammengefasst &#8211; Was kann ich tun?<\/h3>\n<p>Die Auswirkung virtueller Interaktionen auf das Sozialleben\u00a0eines Einzelnen sind also nicht zu untersch\u00e4tzen. Deswegen sollten wir uns der Konsequenzen unserer Handlungen im Internet genauso bewusst sein, als w\u00fcrde wir unseren FreundInnen auf der Stra\u00dfe treffen. Aber eins hat die Studie noch gezeigt: Effekte realer Begegnungen sind deutlich st\u00e4rker als die, der virtuellen Zusammentreffen. Sie k\u00f6nnen daher auch negative Gef\u00fchle verbessern. Vielleicht sollten wir daher beim n\u00e4chsten Geburtstag eines Freundes\/ einer Freundin unsere Anerkennung lieber gleich durch einen Blumenstrau\u00df zum Ausdruck bringen. &#8230;denn Blumen sagen bekanntlich mehr als 1.000 Facebook-Kommentare.<\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Referenz:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Greitemeyer, T., M\u00fcgge, D. O., &amp; Bollermann, I. (2014). Having responsive Facebook friends affects the satisfaction of psychological needs more than having many Facebook friends.\u00a0<i>Basic and Applied Social Psychology<\/i>,\u00a0<i>36<\/i>(3), 252-258.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten von uns k\u00f6nnen spontan mindestens drei gute Gr\u00fcnde f\u00fcr die Nutzung von Facebook nennen: Mit alten SchulfreundInnen und Urlaubsbekanntschaften in Kontakt bleiben, aktuelle Themen und witzige Videos mit den FreundInnen teilen usw. 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