{"id":16377,"date":"2017-07-17T09:00:02","date_gmt":"2017-07-17T09:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.cognifit.com\/?p=16377\/"},"modified":"2023-03-06T16:30:34","modified_gmt":"2023-03-06T16:30:34","slug":"panikattacke-symptome-ursachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/panikattacke-symptome-ursachen\/","title":{"rendered":"Panikattacke: Symptome und Ursachen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8220;Ich kann nicht atmen&#8221;, &#8220;meine F\u00fc\u00dfe und H\u00e4nde werden taub&#8221;, &#8220;ich werde ohnm\u00e4chtig&#8221;, &#8220;ich verliere die Kontrolle&#8221;, &#8220;mein Herz schl\u00e4gt so schnell, dass ich einen Herzinfarkt bekommen werde&#8221;, &#8220;ich werde sterben&#8221;&#8230;. Hast Du schon einmal diese Gedanken und Gef\u00fchle gehabt? Oft wissen Personen, die eine Panikattacke erleiden nicht, was ihnen passiert. Im folgenden Artikel wird erkl\u00e4rt, was eine Panikattacke ist, welches ihre Symptome sind und welche Ursachen es f\u00fcr die Panikst\u00f6rung gibt und wieso sie auftritt.\u00a0<\/em><\/p>\n<h2>Was ist eine Panikattacke?<\/h2>\n<p><strong>Panikattacken<\/strong>\u00a0treten in der Regel unerwartet und ohne offensichtlichen Ausl\u00f6ser auf. Bei diesen Episoden empfindet die betroffene Person ein starkes Unwohlsein und unkontrollierbare Angst, wodurch es zu Verzweiflung kommen kann. Eine Panikattacke dauert in der Regel etwa 10 Minuten (diese Minuten erscheinen f\u00fcr die Betroffenen jedoch unendlich). Einige der Symptome k\u00f6nnen\u00a0sich auf etwa 20 Minuten oder l\u00e4nger ausweiten.<\/p>\n<p>Eine Panikattacke ist eine sehr starke Angstreaktion, bei\u00a0der es zu einem Gef\u00fchl des kompletten Kontrollverlusts kommt. Es handelt sich um eine schreckliche und sehr unangenehme Erfahrung, bei welchen die Betroffenen teilweise davon \u00fcberzeugt sind in diesem Moment zu sterben. W\u00e4hrend einer Panikattacke kommt es zu starken k\u00f6rperlichen Symptomen: Das Atmen f\u00e4llt schwer, Schwindel tritt auf, Betroffene zittern, schwitzen und versp\u00fcren einen Schmerz in der Brust, spannen ihre Muskulatur an und es kann zu \u00dcbelkeit kommen. Das Gef\u00fchl dieser Situation physisch nicht entkommen zu k\u00f6nnen, generiert eine extreme Angst in den Betroffenen, wodurch die erlebten Panik-Symptome noch st\u00e4rker werden.<\/p>\n<p>Eine Panikattacke kann in verschiedensten Situationen auftreten (auf der Stra\u00dfe, im Kino, beim Auto fahren, im Supermarkt, auf der Arbeit). Situationen die entsprechend vermieden werden, um auf jeden Fall zu verhindern, dass diese in uns eine neue Panikattacke ausl\u00f6sen. Das Vermeidungsverhalten, also das Handeln einzuschr\u00e4nken und bestimmte Situationen zu vermeiden, kann dazu f\u00fchren, dass eine Agoraphobie entwickelt wird.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.cognifit.com\/de\/gehirn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gehirn<\/a> besitzt die F\u00e4higkeit eine Situation schnell wahrzunehmen und zu analysieren. Dabei werden wie bei einem Computer \u00c4hnlichkeiten dieser Situation mit anderen gespeicherten &#8220;schon erlebten&#8221; Situationen gesucht. Wenn dabei \u00e4hnliche Erfahrungen gefunden werden, so wird gleich gehandelt.<\/p>\n<h2>Wie entsteht eine Panikattacke: die Ursachen<\/h2>\n<p>Einige Personen sind anf\u00e4lliger daf\u00fcr eine Panikattacke zu bekommen\u00a0als andere. Von Grund auf \u00e4ngstliche, um ihre Gesundheit besorgte oder nerv\u00f6se Personen, haben eine gr\u00f6\u00dfere Wahrscheinlichkeit, eine Panikattacke zu erleiden. Sie treten\u00a0ebenso h\u00e4ufiger bei Frauen als bei M\u00e4nnern auf.<\/p>\n<p>Die erste Panikattacke steht meistens mit einer <strong>psycholgischen Stressreaktion<\/strong> in Zusammenhang (viel Arbeit, ein wichtiger Termin der einen \u00fcberfordert, Partnerschaftsprobleme, Pr\u00fcfungsstress, etc.) und\/ oder mit <strong>k\u00f6rperlichen Symptomen<\/strong>, die zuvor so nicht erlebt wurden und als unangenehm empfunden werden (niedriger Blutdruck, Unterzuckerung, Verdauungsprobleme, Hitzeschlag, etc.)<\/p>\n<p>Der Ausl\u00f6ser einer Panikattacke ist meistens ein unangenehmes k\u00f6rperliches Gef\u00fchl (<a href=\"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/angstsymptome\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Angstsymptome<\/a>). Dieses unangenehme k\u00f6rperliche Gef\u00fchl ist\u00a0an sich weder negativ noch gef\u00e4hrlich. Wenn sich die Person jedoch erschrickt dieses zu versp\u00fcren (beispielsweise denkt, dass sie ohnm\u00e4chtig wird oder eine Attacke erleidet), steigt die Angst, was dazu f\u00fchrt, dass der Organismus aktiviert wird und in den &#8220;Flight or Fight&#8221; (Fliehen oder K\u00e4mpfen) Zustand versetzt wird. Katastrophenartige Gedanken l\u00f6sen die Alarmbereitschaft im Teufelskreis der Angst aus. Dadurch werden, ohne dass sich die Betroffenen dar\u00fcber bewusst sind, k\u00f6rperliche Ver\u00e4nderungen hervorgerufen: der Adrenalinspiegel steigt, das Herz schl\u00e4gt schneller, die K\u00f6rpertemperatur wird h\u00f6her, das Blut wird schneller durch die Adern gepumpt, etc&#8230; Ein Gef\u00fchl der extremen Gefahr \u00fcberkommt die Betroffenen, das Alarmsystem wird aktiviert und dadurch l\u00e4hmt der Teufelskreis der Angst die Person. <a href=\"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/entspannen-angstzustaende-progressive-muskelentspannung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wie sich die Angstgef\u00fchle kontrollieren lassen, kann hier nachgelesen werden<\/a>.<\/p>\n<p>Es gibt drei verschiedene Ebenen, auf denen die Symptomen einer Panikattacke auftreten:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kognitive Symptome einer Panikattacke:<\/strong>\u00a0bezieht sich auf das, was wir &#8220;denken&#8221;. Konstante Besorgnis, generalisierte Angst, negative Gedanken, Gef\u00fchl der Derealisation, Schwierigkeit sich zu kontrollieren: Beispielsweise &#8220;und wenn genau das Thema in der Pr\u00fcfung dran kommt, das ich nicht gelernt habe?&#8221; , &#8220;und wenn ich etwas gefragt werde und ins Stocken gerate?&#8221;&#8230;. etc.<\/li>\n<li>\u00a0<strong>Physiologische Symptome einer Panikattacke:<\/strong>\u00a0umfasst das, was in unserem K\u00f6rper passiert: Herzrasen, Schwei\u00dfausbr\u00fcche, Zittern, Schwindel, \u00dcbelkeit, Erbrechen, Muskelanspannung, Hyperventilation,&#8230;<\/li>\n<li><strong>Verhaltenssymptome bei einer Panikattacke<\/strong>: Unruhe, Schlafst\u00f6rungen, Vermeidungsverhalten, etc.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Aufrechterhaltung einer Panikattacke<\/h3>\n<p>Wer schon mal eine Panikattacke erlebt hat wei\u00df, was auf ihn zukommt. Deshalb tendieren Betroffene dazu aus der Situation zu fliehen, indem sie beispielsweise den Raum verlassen, Beruhigungsmittel zu sich nehmen, Wasser trinken, etc.<\/p>\n<p>Wer Unwohlsein versp\u00fcrt und denkt, dass wie in vorherigen Situationen, die Konsequenz eine Panikattacke sein wird, versucht den Prozess zu unterbinden indem er flieht. Doch genau dieses Vermeidungsverhalten ist das, was den Prozess der Panikattacke aufrecht erh\u00e4lt. Beispielsweise: Erh\u00f6hter Puls &#8211; &#8220;ich sterbe&#8221; &#8211; der Puls steigt weiter\u2192 es kommt zu einer Panikattacke.<\/p>\n<p>Aufgrund der schlechten Erfahrung ergreifen viele Ma\u00dfnahmen, um das zu vermeiden. Sie h\u00f6ren auf Kaffee zu trinken, Sport zu machen, um vermeintlich einer Angstattacke aus dem Weg zu gehen.<\/p>\n<p>Durch die Unterbrechung diese Prozesses, verlieren die Personen die M\u00f6glichkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen, dass die Angst, nachdem sie ansteigt und einige Zeit gleich bleibt, auch wieder abf\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Panikattacke\u00a0Symptome<\/h2>\n<p>Die Angstattacken oder Panikattacken sind Teil der Angstst\u00f6rungen (Reaktion auf kognitiver, physiologischer und motorischer Ebene in bestimmten Situationen, die Unwohlsein ausl\u00f6sen und verschiedene Bereiche des Alltags der Person beeintr\u00e4chtigen). Wenn sich diese Attacken wiederholen, kann von einer Panikst\u00f6rung oder von einer Agopraphobie\u00a0mit Panikattacken gesprochen werden.<\/p>\n<p><strong>ICD-10 Kriterien f\u00fcr eine Panikst\u00f6rung:<\/strong><\/p>\n<p>Eine Panikst\u00f6rung wird diagnostiziert, wenn Betroffene unter wiederholt auftretenden Panikattacken leiden, die weder auf eine spezifische Situation oder ein spezifisches Objekt bezogen sind und unvorhersehbar und spontan auftreten. Dabei treten die Paniksymptome in nicht gef\u00e4hrlichen und nicht lebensbedrohlichen Situationen auf.<\/p>\n<p>Die Panikattacke selbst zeichnet sich durch folgende Kriterien aus: sie ist eine einzelne Episode intensiver Angst oder Unbehagen und beginnt abrupt. Sie\u00a0erreicht ihr Maximum nach wenigen Minuten und dauert mindestens ein paar Minuten an. Es m\u00fcssen mindestens <strong>vier der nachstehenden Symptome<\/strong> (davon mindestens ein vegetatives Symptom) in dieser Zeit auftreten:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Vegetative Symptome:<\/b>\n<ul>\n<li>Schwei\u00dfausbr\u00fcche<\/li>\n<li>Herzklopfen, erh\u00f6hte Herzfrequenz, Palpitationen<\/li>\n<li>Grob- oder feinschl\u00e4giger Tremor<\/li>\n<li>Mundtrockenheit (nicht als Folge von Medikamenten oder Fl\u00fcssigkeitsmangel)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Symptome in Abdomen oder Thorax:<\/b>\n<ul>\n<li>Atembeschwerden<\/li>\n<li>Thoraxmissempfindungen oder -schmerzen<\/li>\n<li>Beklemmungsgef\u00fchl<\/li>\n<li>\u00dcbelkeit (Nausea)\u00a0oder abdominelle Missempfindungen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Psychische Symptome:<\/b>\n<ul>\n<li>Gef\u00fchl von Unsicherheit, Schw\u00e4che, Schwindel oder Benommenheit<\/li>\n<li>Angst davor verr\u00fcckt zu werden oder auszuflippen, oder vor Kontrollverlust<\/li>\n<li>Derealisation (Gef\u00fchl, dass Objekte unwirklich sind) oder Depersonalisation (Gef\u00fchl nicht man selbst oder nicht wirklich da zu sein)<\/li>\n<li>Angst zu sterben<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Allgemeinsymptome:<\/b>\n<ul>\n<li>Taubheitsgef\u00fchl oder Gef\u00fchle des Kribbelns<\/li>\n<li>K\u00e4lteschauer oder Hitzewallungen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>die Symptome sind\u00a0<b>nicht<\/b>\u00a0die Folge einer k\u00f6rperlichen St\u00f6rung und lassen sich <b>nicht <\/b>besser durch eine organische psychische St\u00f6rung, affektive St\u00f6rung, Schizophrenie oder somatoforme St\u00f6rung erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h2>Panikattacke Schlussfolgerungen<\/h2>\n<ol>\n<li>Eine Panikattacke zu vermeiden, f\u00fchrt nur zu mehr Leiden: Einige Personen konzentrieren ihr Leben darauf &#8220;gef\u00e4hrliche&#8221; Situationen zu vermeiden, durch welche eine Attacke ausgel\u00f6st werden kann. Dieses Verhalten ist hochgradig sch\u00e4dlich, da immer mehr Situationen oder Aktivit\u00e4ten gemieden werden. Es ist wichtig <a href=\"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wie-ruhe-bewahren-10-strategien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zu lernen, die Ruhe zu bewahren<\/a> und sich den Situationen nicht zu entziehen.<br \/>\n2. Panikattacken entwickeln sich vor allem durch die Interpretation von dem was wir tun, f\u00fchlen oder denken. Bei jedem schl\u00e4gt das Herz schneller, wenn er nerv\u00f6s ist, sich anstrengt, \u00fcberrascht wird, etc&#8230; Doch wieso l\u00f6st dieses Gef\u00fchl bei einigen Personen eine Panikattacke aus und bei anderen nicht? Das ist auf die Interpretation jedes einzelnen zur\u00fcckzuf\u00fchren. <em>Wenn man davon ausgeht, dass der Stich in der Brust auf etwas Luft in der Speiser\u00f6hre zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, ist es sehr viel weniger wahrscheinlich eine Panikattacke zu entwickeln, als wenn man davon ausgeht, dass dieses Gef\u00fchl nicht normal ist und das Anzeichen eines Herzinfarkts sein muss.\u00a0<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Im Folgenden Video wird illustriert, wie eine erste Panikattacke ablaufen kann.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Panikattacke Zum Ersten Mal...\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/57rNjqOrAtI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Bei Fragen oder Anregungen, kann gerne ein Kommentar hinterlassen werden.<\/p>\n<p>\u00dcbersetzt aus dem Spanischen. Original:\u00a0Patricia Sanchez Seisdedos, Psychologin bei CogniFit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Ich kann nicht atmen&#8221;, &#8220;meine F\u00fc\u00dfe und H\u00e4nde werden taub&#8221;, &#8220;ich werde ohnm\u00e4chtig&#8221;, &#8220;ich verliere die Kontrolle&#8221;, &#8220;mein Herz schl\u00e4gt so schnell, dass ich einen Herzinfarkt bekommen werde&#8221;, &#8220;ich werde sterben&#8221;&#8230;. Hast Du schon einmal diese Gedanken und Gef\u00fchle gehabt? Oft wissen Personen, die eine Panikattacke erleiden nicht, was ihnen passiert. 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