{"id":17144,"date":"2017-09-13T16:06:26","date_gmt":"2017-09-13T16:06:26","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.cognifit.com\/?p=17144\/"},"modified":"2023-03-06T16:26:03","modified_gmt":"2023-03-06T16:26:03","slug":"trauer-verarbeiten-tipps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/trauer-verarbeiten-tipps\/","title":{"rendered":"Leitfaden \u00fcber Trauer: Symptome, Arten und Tipps"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, k\u00f6nnen uns alle m\u00f6glichen negativen Gef\u00fchle und Emotionen widerfahren. Trauer ist ein normaler Prozess, wenn wir etwas verlieren, das uns wichtig ist. Aber es gibt Momente da erscheint es besonders kompliziert, das Leben geregelt weiterzuf\u00fchren. Entdecke hier einen n\u00fctzlichen Leitfaden: <strong>Was ist Trauer, ihre Eigenschaften, was sind die Stadien und Phasen der Trauer, Arten, Symptome und wie sie sich ausdr\u00fcckt, Diagnose der pathologischen Trauer, Tipps f\u00fcr die \u00dcberwindung oder Bew\u00e4ltigung der Trauer<\/strong>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist die Trauer?: Konzept der Trauer<\/h2>\n\n\n\n<p>Was ist die Trauer? Trauer kann als &#8220;eine emotionale Reaktion auf den Verlust von etwas, das uns wichtig ist&#8221; definiert werden. Es ist eine normale und notwendige Reaktion, in der der Mensch sein Leben daran anpassen muss, ohne das zu leben, was er gerade verloren hat. Es kann der Tod eines geliebten Menschen sein, das Ende einer Beziehung, der Verlust des Arbeitsplatzes, usw&#8230; Trauer kann auch durch bedeutende Ver\u00e4nderungen im Leben entstehen, wie eine chronische Krankheit oder durch den Verlust einer biologischen oder k\u00f6rperlichen Funktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Mensch steht dem Verlust eines geliebten Menschen anders gegen\u00fcber. Trauer ist ein notwendiger Prozess im Angesicht eines Verlustes. Wenn man seine Gef\u00fchle versteht, von nahe stehenden Menschen Unterst\u00fctzung erf\u00e4hrt und sich um sich k\u00fcmmert, kann man sie \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Trauer nach Verlust einer geliebten Person<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eigenschaften &amp; Merkmale<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Trauer beinhaltet zuerst eine emotionale Verweigerung des Verlustes. Zun\u00e4chst wird bestritten, dass die verlorene Person nicht wieder &#8220;hergestellt werden kann&#8221;.<\/li><li>Es werden Wut, tiefe Traurigkeit und depressive Symptome zum Ausdruck gebracht.<\/li><li>Es besteht die Notwendigkeit, eine Art innere Beziehung zu dem Verstorbenen wiederherzustellen.<\/li><li>Routine, Br\u00e4uche und \u00fcbliche Aktivit\u00e4ten werden unterbrochen.<\/li><li>Oft besteht bei Betroffenen die Notwendigkeit ihre \u00dcberzeugungen und Einstellungen dem Leben gegen\u00fcber zu \u00fcberdenken und neu zu strukturieren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Mehr \u00fcber den Trauerprozess und die spezifischen Phasen der Trauer im folgenden Video:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die 5 Phasen der Trauer\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Q5B_tiS6w9k?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Phasen der Trauer<\/h2>\n\n\n\n<p>Die folgenden Phasen der Trauer wurden von John Bowlby, einem britischen Psychologen und Psychiater, lange vor dem bekannten 5-Stufen-Modell von K\u00fcbler-Ross (das Modell, welches im Video erkl\u00e4rt wird) vorgestellt. Bowlby war bekannt f\u00fcr seine Bindungstheorien, dieses Wissen \u00fcbertrug er auf die Trauer.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Phase 1: Benommenheit, Bet\u00e4ubung<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Phase der Trauer ist in der Regel kurz (Stunden, Tage) und dient als eine Art Abwehrmechanismus. Diese Phase impliziert einen Schock der Unwirklichkeit. Es kommt auch zu dem Gef\u00fchl des Nicht-F\u00fchlens und des Nicht-Denkens. In dieser Phase tritt auch k\u00f6rperlicher Stress auf, der zu somatischen Symptomen f\u00fchren kann. Die h\u00e4ufigsten Aussagen sind &#8220;Das ist unm\u00f6glich&#8221;, &#8220;Das kann nicht passiert sein&#8221;, &#8220;Ich bin sicher, das muss ein Fehler sein&#8221;. Das Geschehene zu leugnen ist eine Form sich mehr Zeit f\u00fcr die Bearbeitung des Verlustes zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man nicht zur n\u00e4chsten Phase \u00fcbergeht, wird es schwierig die eigenen Gef\u00fchle zu akzeptieren und zu verstehen, als auch diese auszudr\u00fccken. Man &#8220;verschlie\u00dft&#8221; sich emotional.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Phase 2. Tiefe Traurigkeit und Sehnsucht<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu diesem Zeitpunkt ist man sich bereits \u00fcber die L\u00fccke bewusst, welche durch den Verlust der Person entstanden ist. Die Zukunft, die man sich vorstellte, ist nicht mehr m\u00f6glich. In dieser Phase der Trauer sucht man den Trost, den man mit dem Menschen hatte, der einen verlassen hat. Oft versucht man die Leere der Abwesenheit zu f\u00fcllen. Es kann sein, dass man sich Sorgen um die Person macht, sich weiterhin mit ihr identifiziert und nach dauernden Erinnerungen und Wegen sucht, ihr n\u00e4her zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald man sich der Realit\u00e4t gestellt hat, treten intensive Emotionen wie Trauer, Schmerz, Angst, Wut, Schuldgef\u00fchle und Groll auf. Es ist ganz normal frustriert und w\u00fctend zu sein. Dieser Zorn kann auf sich selbst, auf andere Leute oder sogar auf die Person gerichtet sein, die einen verlassen hat. Man wei\u00df, dass man ihr nicht die Schuld geben kann, auf emotionaler Ebene ist man jedoch w\u00fctend. Gleichzeitig f\u00fchlt man sich schuldig, weil man w\u00fctend ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kann auch passieren, dass man zu sich selbst sagt: &#8220;Was w\u00e4re wenn&#8230;?&#8221;, &#8220;Ich h\u00e4tte es besser machen sollen&#8230;&#8221;, &#8220;Ich habe mich nicht genug um ihn\/sie gek\u00fcmmert.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man in dieser Phase stecken bleibt, versucht man laut Bowlby, die Leere des Verlustes zu f\u00fcllen und diesen geliebten Menschen st\u00e4ndig in seinen Gedanken zu behalten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Phase 3. Desorganisation-Verzweiflung<\/h3>\n\n\n\n<p>In dieser Phase der Trauer wird man sich des Verlustes bewusst und akzeptiert, dass sich alles ver\u00e4ndert hat und nicht mehr so sein wird, wie es war oder wie man es sich vorgestellt hat. Man realisiert, was der Verlust im eigenen Leben bedeutet. Depressive Symptome treten auf, wie Apathie und Desinteresse, anhaltende Traurigkeit, Einsamkeit, k\u00f6rperliche Schw\u00e4che und Ziellosigkeit. Es f\u00fchlt sich an, als w\u00fcrde das Leben niemals wieder besser werden, oder als w\u00fcrde es ohne die Anwesenheit des Verstorbenen nie wieder einen Sinn ergeben. Es kann sogar dazu kommen, dass man sich von anderen distanziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man diese Phase nicht \u00fcberwindet, wird das Leben weiterhin von Trauer und Depression dominiert, und das Lebensgef\u00fchl bleibt negativ und hoffnungslos.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Phase 4. Reorganisation-Genesung<\/h3>\n\n\n\n<p>Das ist die letzte Phase der Trauer. Sie beginnt dann, wenn der Glaube an das Leben langsam zur\u00fcckkehrt. Hier wird die Realit\u00e4t des Verlustes akzeptiert, aber gleichzeitig wieder Hoffnung gesch\u00f6pft und es kommt zu einer Anpassung an die Realit\u00e4t, neue Ziele werden gesetzt, neue Beziehungen aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Allm\u00e4hlich beginnt man sich wieder aufzubauen und erkennt, dass das Leben auch nach dem Verlust positiv sein kann. Das Vertrauen wird langsam wieder hergestellt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Trauer noch nicht ganz verschwunden, aber der Verlust tritt in den Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Problem der Trauerphasen<\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Phasen sind weder linear noch universell. Jeder Mensch durchl\u00e4uft seinen eigenen Trauerprozess, der sich von dem von anderen unterscheiden kann. Der Prozess des Trauerns ist auch nicht linear, manchmal werden nicht alle Phasen durchlaufen oder in einer anderen Reihenfolge.&nbsp;Es stimmt, dass die Phasen h\u00e4ufig in dieser Form auftreten, aber sie sind auf keinen Fall &#8220;obligatorisch&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher gibt es immer noch viele Zweifel daran, dass es wirklich begrenzte Trauerphasen gibt. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege daf\u00fcr, dass wir alle diese Phasen durchlaufen. M\u00f6glicherweise durchl\u00e4uft man alle, \u00fcberspringt alle bist auf eine oder geht diese Phasen sehr schnell durch und verbleibt in der Akzeptanz. Es kann auch dazu kommen, dass man Phasen wiederholt oder neu kreiert. Die echte Trauer \u00e4hnelt eher einer Achterbahn der Gef\u00fchle als einer Liste geordneter Etappen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus f\u00fchlen sich viele Menschen schlecht oder bestrafen sich selbst daf\u00fcr, dass sie nicht den im Modell vorgegebenen Phasen folgen. Sie sind davon \u00fcberzeugt, dass sie falsch mit der Trauer umgehen. Es gibt in Wahrheit aber nicht nur einen einzigen richtigen oder gesunden Weg, dies zu tun.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Symptome der Trauer<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">K\u00f6rperliche Symptome<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Flaues Gef\u00fchl im Magen<\/li><li>Energiemangel, Ersch\u00f6pfung<\/li><li>Weinen<\/li><li>Schlafst\u00f6rungen (Schlaflosigkeit oder \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Schlaf)<\/li><li>Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust<\/li><li>Spannung auf der Brust<\/li><li>Verlust des sexuellen Verlangens<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Psychische Symptome<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Gef\u00fchl von Fremdheit in der gewohnten Welt<\/li><li>Fassungslosigkeit\/ Ungl\u00e4ubigkeit<\/li><li>Reizbarkeit<\/li><li>Verwirrung<\/li><li>Halluzinationen im Zusammenhang mit dem Verlust<\/li><li>Sorge im Zusammenhang mit dem erlebten Verlust<\/li><li>Verlust der Begeisterung, Desinteresse<\/li><li>Schuldgef\u00fchl und Vorw\u00fcrfe (f\u00fcr begangene Fehler in der Beziehung mit dieser Person, f\u00fcr das Wiedergewinnen der Freude)<\/li><li>Angst<\/li><li>\u00c4rger \u00fcber die \u00c4rzte, Gott, Verwandte&#8230;<\/li><li>Erleichterung, Befreiung<\/li><li>Gef\u00fchl des Verlassenseins<\/li><li>Einsamkeit, vor allem kurz vor bestimmten Tagen im Jahr<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4u\u00dferung der Trauer<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geistige\/gedankliche \u00c4u\u00dferung<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bewusstsein \u00fcber die eigene Endlichkeit<\/li><li>Verlust des Gef\u00fchls der Unsterblichkeit<\/li><li>Suche nach Gott, in Form von Verbitterung, Gleichg\u00fcltigkeit oder Vertrauen.<\/li><li>Suche nach dem Sinn des Lebens<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Soziale \u00c4u\u00dferung<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Verbitterung gegen\u00fcber der sozialen Wirklichkeit (alles geht freudig weiter)<\/li><li>Gef\u00fchl der Isolation<\/li><li>Entwicklung einer neuen Identit\u00e4t und \u00dcbernahme neuer sozialer Rollen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was kann den Trauerprozess beeinflussen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht alle Formen der Trauer sind gleich. Es gibt mehrere Faktoren, welche die Schwere der Trauer und die zusammenh\u00e4ngenden Komplikationen bestimmen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Die N\u00e4he zum Verstorbenen. <\/strong>Nat\u00fcrlich ist die Traurigkeit umso gr\u00f6\u00dfer, je n\u00e4her man der Person stand, die man verloren hat.<\/li><li><strong>Die Art der Beziehung zur verstorbenen Person.<\/strong> Es besteht ein gr\u00f6\u00dferes Risiko f\u00fcr eine Komplikation, wenn es sich um eine ambivalente oder Abh\u00e4ngigkeitsbeziehung handelte. Das bedeutet, dass es eine sehr enge aber konfliktreiche Beziehung war. Dies kann Schuldgef\u00fchle ausl\u00f6sen, bestimmte Dinge nicht getan zu haben oder die Beziehung in irgendeiner Weise nicht verbessert zu haben.<\/li><li><strong>Wenig soziale Unterst\u00fctzung.<\/strong>&nbsp;Ein geringer famili\u00e4rer Zusammenhalt oder die Unm\u00f6glichkeit, Gef\u00fchle auszudr\u00fccken, erschwert den Trauerprozess.<\/li><li><strong>Ob man sich darauf vorbereiten konnte oder nicht.<\/strong> Bei chronischen Krankheiten k\u00f6nnen sich die Menschen auf den Verlust vorbereiten, so dass die Trauer meist ertr\u00e4glicher ist. Wenn der Tod pl\u00f6tzlich eintritt, kann es schwieriger sein.<\/li><li><strong>Religi\u00f6se \u00dcberzeugungen.<\/strong>&nbsp;Religiosit\u00e4t, der Glaube an Gott, an die Seele und an einen Ort im &#8220;Jenseits&#8221; kann helfen, dem Tod ins Auge zu sehen. Auch die Kultur kann einen Einfluss darauf haben, wie man den Tod sieht.<\/li><li><strong>Fr\u00fchere psychologische Probleme.<\/strong>&nbsp;Probleme oder psychische St\u00f6rungen zum Zeitpunkt des Verlustes k\u00f6nnen einen Risikofaktor f\u00fcr eine komplizierte Trauerverarbeitung darstellen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Arten von Trauer<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Verz\u00f6gerte Trauer:<\/strong>&nbsp;Hat die Merkmale einer normalen Trauer, erscheint aber mehrere Monate nach dem Tod. Dies kann daran liegen, dass in diesen Monaten die emotionalen Reaktionen aufgrund von bestimmten Umst\u00e4nden (Druck durch die Familie oder Arbeit) unterdr\u00fcckt wurden.<\/li><li><strong>Fehlende Trauer:<\/strong> Es zeigt sich keine emotionale Reaktion, so als sei nichts geschehen. Hinzu kommt ein Prozess der Leugnung aufgrund des traumatischen Verlustes.<\/li><li><strong>Chronische Trauer<\/strong>: Ist ein Kummer, der sich \u00fcber lange Zeit erstreckt, mit Symptomen von Angst und Depression und kontinuierlichen zwanghaften Sorgen um die verstorbene Person. Unbehandelt kann dies zu Depressionen, Drogenmissbrauch, selbstsch\u00e4digendem Verhalten oder sogar Selbstmord f\u00fchren.<\/li><li><strong>Ungehemmte Trauer:<\/strong> Unf\u00e4higkeit, die Traurigkeit und den Kummer aufgrund pers\u00f6nlicher oder sozialer Einschr\u00e4nkungen richtig zum Ausdruck zu bringen. Oft \u00e4u\u00dfern sich diese Emotionen dann k\u00f6rperlich, beispielsweise durch Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder andere Krankheiten&#8230;<\/li><li><strong>Unerlaubtes Trauern:<\/strong> Tritt auf, wenn die Umgebung das Zeigen der Trauer nicht legitimiert. Es kann sein, dass Umstehende die Bedeutung des Verlustes kleinreden. Dies kann beim Tod von Haustieren, Freunden oder dem Partner geschehen (besonders wenn die Beziehung schlecht war oder die verstorbene Person den trauernden Menschen schlecht behandelt hat).<\/li><li><strong>Kumulative Trauer:<\/strong> Dies tritt auf, wenn es in kurzer Zeit zu mehreren Verlusten kommt. Die Person hat keine Zeit, den einen Todesfall ausreichend zu verarbeiten, da verstirbt bereits eine andere nahe stehende Person.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist pathologische Trauer?<\/h2>\n\n\n\n<p>Obwohl es stark von der Person abh\u00e4ngt, dauert ein normaler Trauerprozess in der Regel zwischen 3 und 6 Monaten. Es kann jedoch Leute geben, die deutlich mehr Zeit brauchen. Die Zeit, welche sie ben\u00f6tigen, um &#8220;gesund zu werden&#8221; h\u00e4ngt sehr stark von den Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen, dem Unterst\u00fctzungsnetzwerk, dem Alter, den \u00dcberzeugungen, usw&#8230; ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Trauer beginnt dann problematisch zu werden, wenn der Betroffene im Trauerprozess steckenbleibt und nicht in der Lage ist, zur n\u00e4chsten Phase \u00fcberzugehen. Die betroffene Person f\u00fchlt weiterhin einen tiefen emotionalen Schmerz, der nie aufh\u00f6rt. In diesen F\u00e4llen ist es m\u00f6glich, dass es sich um einen Fall pathologischer Trauer handelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Diagnose der Trauer<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gibt keine einheitlichen Diagnosekriterien f\u00fcr pathologische Trauer, eine Reihe von Kriterien werden aber vorgeschlagen:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kriterium A<\/h4>\n\n\n\n<p>Stress durch die emotionale Trennung, die der Todesfall mit sich bringt. Dazu m\u00fcssen die folgenden vier Symptome t\u00e4glich oder drei von vier Symptomen sehr intensiv vorhanden sein:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Intrusive und sich wiederholende Gedanken \u00fcber den Verstorbenen<\/li><li>Sehnsucht nach dem Verstorbenen (sich mit gro\u00dfer und tiefer Traurigkeit an seine Abwesenheit erinnern)<\/li><li>Suche nach dem Verstorbenen (auch wenn man wei\u00df, dass er tot ist)<\/li><li>Gef\u00fchle der Einsamkeit durch den Todesfall<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kriterium B<\/h4>\n\n\n\n<p>Stress durch das psychologische Trauma, das der Verlust ausgel\u00f6st hat (4 der 8 Symptome)<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Fehlen von Zielen und\/oder das Gef\u00fchl, dass alles hinsichtlich der Zukunft nutzlos ist<\/li><li>Subjektives Gef\u00fchl von K\u00e4lte, Gleichg\u00fcltigkeit oder fehlender emotionaler Reaktion (emotionale Blockade)<\/li><li>Schwierigkeit, die Realit\u00e4t des Todes zu akzeptieren<\/li><li>Gef\u00fchle der Leere und dass das Leben keinen Sinn hat<\/li><li>Das Gef\u00fchl, dass ein Teil von einem selbst auch gestorben ist<\/li><li>\u00dcbernahme von unangemessenen Symptomen und Verhaltensweisen des Verstorbenen oder Dinge die mit dem Verstorbenen im Zusammenhang stehen<\/li><li>\u00dcberm\u00e4\u00dfige Reizbarkeit, Verbitterung und\/oder Wut gegen\u00fcber dem Tod<\/li><li>Ver\u00e4nderungen in der Weltanschauung und der Interpretation der Welt<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kriterium C<\/h4>\n\n\n\n<p>Dauer der Symptome \u00fcber mindestens 6 Monate<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kriterium D<\/h4>\n\n\n\n<p>Beeintr\u00e4chtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Bereichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es m\u00fcssen alle&nbsp;<span style=\"font-size: 0.95em;\">Kriterien A, B, C und D erf\u00fcllt sein, um als pathologische oder komplizierte Trauer gesehen zu werden. Das hei\u00dft, es kann in keinem Fall von pathologischer Trauer gesprochen werden, wenn es zu keinen Beeintr\u00e4chtigungen im sozialen und beruflichen Leben kommt. Diese Bereiche m\u00fcssen betroffen sein. Wenn die Person auch mit Schmerzen ihr Leben vern\u00fcnftig weiterf\u00fchren kann, ist die Trauer nicht als kompliziert anzusehen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Fall h\u00e4ngt es sehr von der Person und der Situation ab, weshalb es notwendig ist, eine gute erste Beurteilung der Situation vorzunehmen, um die Trauer nicht unn\u00f6tig zu pathologisieren, denn diese ist etwas Unvermeidliches und Nat\u00fcrliches im Leben der Menschen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wann sucht man Hilfe?<\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist immer gut, Menschen um sich zu haben, die einem nahe stehen und helfen k\u00f6nnen, mit der eigenen Trauer umzugehen. Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist ebenfalls immer m\u00f6glich. Diese kann dabei helfen, die Trauer besser zu ertragen. Es ist vor allem dann besonders ratsam Hilfe zu suchen, wenn man das Gef\u00fchl hat, dass man keine Fortschritte macht, und die Trauer einen nicht losl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image size-large wp-image-17156\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.cognifit.com\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Trauer-2-1024x819.jpeg\" alt=\"Trauer\" class=\"wp-image-17156\"\/><figcaption><span style=\"color: #999999;\">Wenn man trauert, sollte man nicht z\u00f6gern Hilfe zu suchen<\/span><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Man sollte professionelle Hilfe aufsuchen, wenn:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>man M\u00fche hat, die Alltagsroutine aufrecht zu erhalten, zur Arbeit zu gehen, Hausarbeiten zu tun,&#8230;<\/li><li>Bei Gef\u00fchlen der <a href=\"https:\/\/www.cognifit.com\/de\/depression\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Depression<\/a><\/li><li>Bei Selbstverletzung oder dem Gedanken, dass das Leben nicht lebenswert ist<\/li><li>Wenn man nicht in der Lage ist aufzuh\u00f6ren, sich selbst zu beschuldigen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie kann man die Trauer \u00fcberwinden?<\/h2>\n\n\n\n<p>Manchmal wei\u00df man nicht, wie man mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen soll. Im folgenden finden sich deshalb ein paar Tipps und Techniken, mit der Trauer umzugehen, die hilfreich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Den Versuch die Emotionen durch Drogen, Alkohol, Essen oder Arbeit zu steuern vermeiden.<\/strong>&nbsp;Das sind Formen, um sich von seinen eigenen Gef\u00fchlen zu entfernen und zu vermeiden sich der Trauer \u00fcber den Verlust zu stellen. Diese Strategien helfen nicht dabei, sich langfristig besser zu f\u00fchlen.<\/li><li><strong>Sich Zeit lassen.<\/strong>&nbsp;Man sollte es nicht \u00fcbertreiben und denken: &#8220;Ich h\u00e4tte dar\u00fcber hinwegkommen sollen&#8221;. Jeder ben\u00f6tigt seine Zeit und seinen eigenen Prozess. Man sollte seine Gef\u00fchle akzeptieren.<\/li><li><strong>Mit anderen Leuten dar\u00fcber reden.<\/strong>&nbsp;Man sollte Zeit mit seinen Liebsten, der Familie und Freunden verbringen. Manchmal braucht man eine Umarmung. Man sollte keine Angst haben danach zu fragen. Isolation ist in dieser kritischen Zeit sehr sch\u00e4dlich und kann depressive Symptome verst\u00e4rken.<\/li><li><strong>Sich um sich selbst k\u00fcmmern<\/strong>.&nbsp;Sport treiben, schlafen und gut essen. Manchmal hilft es eine Routine aufzunehmen, um wieder zum Leben zur\u00fcckzukehren. Es ist wichtig, sich nicht zu vernachl\u00e4ssigen, denn das kann den Trauerprozess verschlimmern.<\/li><li><strong>Hobbys wieder aufnehmen.<\/strong>&nbsp;Wenn man nach dem Verlust bestimmte Aktivit\u00e4ten oder Hobbys vernachl\u00e4ssigt hat, die einem Spa\u00df machten, sollte man sie unbedingt wieder aufnehmen. So kann man die eigene Stimmung und das Wohlbefinden verbessern, sich aktivieren und motivieren.<\/li><li><strong>Einer Selbsthilfegruppe beitreten.<\/strong>&nbsp;Es kann helfen mit anderen zu sprechen, die durch eine Trauerphase gehen. Erfahrungen auszutauschen und sich mit anderen zu verbinden, kann f\u00fcr jeden sehr hilfreich sein.<\/li><li><strong>Man sollte es vermeiden, den Raum oder das Eigentum der verstorbenen Person so zu lassen, wie sie es verlassen hat.<\/strong> Diesen Ort wie ein Mausoleum aufrecht zu erhalten kann den Prozess der Akzeptanz des Verlustes verlangsamen. Um sich an die Person zu erinnern, k\u00f6nnen Fotos oder pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde aufbewahrt werden. Das restliche Eigentum sollte man loswerden oder spenden. Das hilft voranzukommen, sich nach vorne zu richten und nicht in der Vergangenheit zu leben.<\/li><li><strong>Man sollte keine radikalen Ver\u00e4nderungen in seinem Lebensstil vornehmen.<\/strong>&nbsp;Manchmal glauben Leute, dass es ihnen hilft den Verlust zu \u00fcberwinden, wenn sie &#8220;sich von allem losrei\u00dfen&#8221; und alles vermeiden, was mit dem Toten zusammenh\u00e4ngt. Diese radikalen Ver\u00e4nderungen im Leben sind jedoch eine emotionale Vermeidung. Es ist nicht falsch Dinge zu ver\u00e4ndern, jedoch sollte das allm\u00e4hlich geschehen. Man muss zun\u00e4chst in der Lage sein, die eigenen Emotionen zu &#8220;verdauen&#8221;.<\/li><li><strong>Das&nbsp;Selbstwertgef\u00fchl und Selbstbewusstsein f\u00f6rdern.<\/strong> Manchmal f\u00fchlt man sich nutzlos und hilflos, wenn man einen geliebten Menschen verliert, gerade dann wenn man in einer gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeit stand. Man sollte daher darauf achten, sein Selbstwertgef\u00fchl zu verbessern.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>\u00dcbersetzt aus dem Spanischen. Original:\u00a0Andrea Garc\u00eda Cerd\u00e1n, Psychologin bei CogniFit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, k\u00f6nnen uns alle m\u00f6glichen negativen Gef\u00fchle und Emotionen widerfahren. Trauer ist ein normaler Prozess, wenn wir etwas verlieren, das uns wichtig ist. Aber es gibt Momente da erscheint es besonders kompliziert, das Leben geregelt weiterzuf\u00fchren. Entdecke hier einen n\u00fctzlichen Leitfaden: Was ist Trauer, ihre Eigenschaften, was sind die Stadien &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":58512,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_genesis_block_theme_hide_title":false,"footnotes":""},"categories":[2820],"tags":[],"class_list":{"0":"post-17144","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","6":"hentry","7":"category-news-de","9":"with-featured-image"},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17144"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17144\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/58512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cognifit.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}