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Das Prämenstruelle Syndrom (PMS): Das Leiden vor der Periode

Das prämenstruelle Syndrom (PMS): gehört haben fast alle schon mal davon. Doch oft wird das Leiden der Betroffenen belächelt, da “ja nur die Hormone ein bisschen verrückt spielen”. Bei einigen Frauen ist das prämenstruelle Syndrom jedoch so stark ausgeprägt, dass man hier besser von der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) sprechen sollte. Eine Störung, die es bis jetzt noch nicht in das in Deutschland verwendete Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen ICD geschafft hat und auch in den USA erst seit kurzer Zeit als eigenständige Störung im dortigen DSM zu finden ist. Im Folgenden wird erklärt, was das prämenstruelle Syndrom bzw. die prämenstruelle dysphorische Störung eigentlich ist, welche Symptome die Betroffenen zeigen, welche Ursachen dahinter stecken und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt. 

Das prämenstruelle-Syndrom: psychische und/oder körperliche Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte

Während der Periode klagen Frauen häufig über Bauchkrämpfe oder müssen sich zumindest mit lästigen Hygieneartikeln wie Binden und Tampons herumschlagen (ein Hoch auf die Menstruationstasse als Alternative). Doch nicht nur das. Bereits vor der Menstruation leiden zahlreiche Frauen an körperlichen und psychischen Beschwerden: dem prämenstruellen Syndrom (PMS) – auch bekannt als die “Tage vor den Tagen”.

Was ist das Prämenstruelle Syndrom (PMS)?

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) zeichnet sich durch akute körperliche und psychische Beschwerden aus, die bei einer Frau unmittelbar vor ihrer Regelblutung auftreten. Fast die Hälfte aller Frau nimmt Veränderungen in der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, wahr. Wie ausgeprägt diese Veränderungen sind, und ob diese mehr psychischer oder physischer Natur sind, variiert hierbei sehr zwischen den betroffenen Frauen. Etwa 35% aller Frauen berichten davon, Anzeichen von PMS zu verspüren und etwa 5% leiden so sehr darunter, dass sie sich in ihrem Alltag stark beeinträchtigt fühlen. Da jedoch nicht genau festgelegt ist, welche Beschwerden nun das prämenstruelle Syndrom definieren, gibt es sehr verschiedene Zahlen darüber, wie viele Frauen betroffen sind.

Fest steht, dass einige Frauen lediglich über leichte Stimmungsveränderungen, Wassereinlagerungen oder Heißhunger klagen, während andere unter starken psychischen Symptomen leiden. Betroffene Frauen haben auch nicht zwangsläufig jeden Zyklus diese Beschwerden und leiden nicht unbedingt jedes Mal unter den gleichen Symptomen. Die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms verschwinden normalerweise beim Eintreten der Monatsblutung und sind somit von den Beschwerden der Menstruation abzugrenzen. Es ist jedoch auch möglich, dass die Symptome darüber hinaus anhalten. Unter dem prämenstruellen Syndrom leiden am häufigsten Frauen zwischen 30 und 40 Jahren. Die Symptome verstärken sich später bis hin zu den Wechseljahren, nach Ausbleiben der Regelblutung verschwinden diese dann vollständig.

Prämenstruelles Syndrom (PMS) Symptome

Die Symptome sind sehr vielfältig und auch die Symptomstärke variiert von Frau zu Frau. Die Dauer dieser Symptome unterscheidet sich ebenfalls zwischen den Betroffenen. Einige Frauen klagen nur wenige Tage über zwei bis drei Beschwerden, andere leiden die gesamte zweite Zyklushälfte unter einer Reihe von Symptomen. Die geläufigsten Beschwerden lassen sich grob in die folgenden körperlichen und psychischen Symptome unterteilen:

  • Körperliche Beschwerden: Gewichtszunahme; Veränderungen der Haut (bspw. Akne); Wassereinlagerungen im Körper; Magen-Darm-Beschwerden; Durchfall; Unterleibskrämpfe; Müdigkeit, Erschöpfungssymptome, Abgeschlagenheit; Übelkeit und Kreislaufbeschwerden; Rücken- und Kopfschmerzen; Völlegefühl; Migräne; Extreme Sensibilität der Brüste,…
Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen können physische Symptome von PMS sein.
  • Psychische Beschwerden: Stimmungsschwankungen; Antriebslosigkeit; Konzentrationsprobleme; Interessenverlust; Hyperaktivität oder Ruhelosigkeit; Depressionen; Gefühl des Kontrollverlusts; geringes Selbstwertgefühl; Reizbarkeit; Aggressivität; Angstzustände; Heißhunger oder Appetitlosigkeit; grundloses Lachen oder Weinen,…

Bei etwa 3-8% der Frauen sind die psychischen Beschwerden sehr extrem ausgeprägt. Diese Frauen leiden unter der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

Die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)

Die schwerste Form des prämenstruellen Syndroms wird als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet. Im Gegensatz zu dem PMS gilt die PMDS als generell behandlungsbedürftig. Denn hier sind die psychischen Symptome Wut, Aggressivität, Reizbarkeit, Depression und Angst so massiv, dass sie die betroffenen Frauen sowohl sozial, familiär und beruflich belasten und einschränken.

In dem für Deutschland gängigen diagnostischen Klassifikiationssystem ICD-10 ist die prämenstruelle dysphorische Störung bislang nicht aufgeführt. Aus diesem Grund ist der Begriff PMDS in Deutschland bislang auch weitgehend unbekannt, was gerade für Betroffene problematisch sein kann. Das im Jahre 2013 veröffentlichte DSM-5 (der in den USA von der Amerikanischen psychiatrischen Gesellschaft herausgegebene diagnostische und statistische Leitfaden psychischer Störungen) listet zum ersten mal die prämenstruelle dysphorische Störung als eigene Störung auf.

Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) nach DSM-5

Im DSM-5 ist die PMDS folgendermaßen definiert:

A.
Während mindestens neun der vergangenen zwölf Zyklen bestanden wenigstens fünf der folgenden Symptome (und mindestens eines der Beschwerden eins bis vier) an den meisten Tagen der letzten Woche vor der Menstruation, während sie in der ersten Zyklushälfte nicht vorhanden waren:

  1. Depressive Verstimmungen, Selbstzweifel, Hoffnungslosigkeit
  2. Angst, innere Anspannung, Gereiztheit
  3. Plötzliches, grundloses Weinen, extreme Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisungen
  4. Andauernde Wut, aggressives Verhalten
  5. Kaum Interesse für übliche Aktivitäten (Freizeit, Beruf, Schule, Familie, Freunde)
  6. Subjektives Gefühl der Konzentrationsschwäche
  7. Lethargie, Energieverlust
  8. Starke Veränderung des Appetits (unter anderem Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln)
  9. Änderung des Schlafverhaltens (Schlafstörungen, deutlich gesteigertes Schlafbedürfnis)
  10. Subjektive Empfindung, außer Kontrolle zu geraten, Überwältigungsgefühl
  11. Körperliche Symptome wie Brustspannen, Kopfschmerzen, Ödeme, Gewichtszunahme

B.
Die Symptome führen zu einem deutlichen beruflichen oder schulischen Leistungsabfall, soziale und andere Aktivitäten werden vermieden.

C.
Die Symptome sind nicht nur eine Verstärkung einer anderen bestehenden psychischen Erkrankung, etwa einer Major Depression, einer Angst- oder einer Persönlichkeitsstörung.

D.
Anhand einer täglichen Einschätzung mithilfe eines PMS-Kalenders über mindestens zwei Menstruationszyklen werden die Punkte A, B und C überprüft.

Mithilfe eines Symptom-Kalenders werden die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms dokumentiert

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Ursachen

Die Ursachen für das prämenstruelle Syndrom (PMS) und der prämenstruellen dysphorische Störung (PMDS) sind nicht vollständig geklärt.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Geschlechtshormone

Fest steht, dass die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen eine Rolle spielen, denn Frauen, welche diese Hormone nicht produzieren (etwa nach den Wechseljahren, nach einer Entfernung der Eierstöcke), zeigen auch keine PMS oder PMDS Symptomatik. Frauen während der Schwangerschaft ebenso wenig.

Doch die Hormonkonzentration von Progesteron und Östrogen alleine kann die Störung ebenfalls nicht erklären, denn symptomfreie Frauen weisen die gleichen hormonellen Schwankungen auf, wie es Betroffene tun. Denkbar ist, dass betroffene Frauen sensibler auf die natürlichen hormonellen Schwankungen im Zyklus reagieren.

Möglich ist auch, dass die Bindungsstellen des Östrogens an den Nervenzellen bei den betroffenen Frauen defekt sind. Das würde zu einer gestörten Signalübertragung zwischen einzelnen Nervenzellen führen. Somit wäre kein hormonelles Ungleichgewicht für die Beschwerden verantwortlich, sondern eine gestörte Übertragung der Informationen. Das würde auch in Einklang mit den Befunden stehen, dass symptomfreie Frauen den gleichen hormonellen Schwankungen unterliegen wie betroffene Frauen.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Der Einfluss des Serotoninspiegels

Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass die Hormone Progesteron und Östrogen einen Einfluss auf den Neurotransmitter Serotonin haben. Die genauen Zusammenhänge zu dem PMS und der PMDS sind jedoch weiterhin unklar. Es wird aber aus diesem Grund gemutmaßt, dass ein gestörter Serotoninstoffwechsel die psychischen Symptome des PMS und PMDS auslöst. Dieser spielt auch bei anderen affektiven Störungen wie der Depression eine wichtige Rolle. Neben einigen Untersuchungen stützt vor allem die Wirkung bestimmter Antidepressiva bei PMS und PMDS, die den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, diese These.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – weitere Einflussfaktoren

Neben den Geschlechtshormonen und dem Serotoninspiegel gibt es weitere Faktoren, die einen Einfluss auf das Auftreten der PMS/PMDS-Symptomatik haben können:

Langanhaltender Stress und eine psychische Belastung können die Symptomatik verstärken und zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt der Frauen führen.

Ebenso haben die Ernährung und der Verzehr von Alkohol und Nikotin eine Auswirkung. Eine schlechte Ernährung kann bestimmte Symptome verschlimmern (Beispielsweise kann eine sehr salzhaltiger Ernährung die Wassereinlagerungen verstärken). Der Konsum von Alkohol und Nikotin kann dazu führen, dass die Symptome wie Angstzustände oder Kopfschmerzen stärker werden.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) – Behandlung

Für die Behandlung des prämenstruellen Syndroms gibt es keine spezifische Medikation. Da die Ursachen und Zusammenhänge nicht vollständig geklärt sind und ebenfalls verschiedene Auslöser auf komplexe Weise zusammenhängen zu scheinen, erfolgt die Behandlung individuell in Abhängigkeit der jeweiligen Symptome.

Bei weniger starken Beschwerden lassen sich die körperlichen Symptome des prämenstruellen Syndroms oft bereits durch Verhaltensänderungen deutlich lindern. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin in der zweiten Zyklushälfte, eine ausgewogene gesunde Ernährung, sowie körperliche Bewegung und viel frische Luft können das Wohlbefinden deutlich verbessern. Ein geregelter Schlafrhythmus ist ebenfalls förderlich. Bei leichten Beschwerden helfen außerdem Entspannunsübungen, autogenes Training, Yoga oder Massagen.

Auch kognitives Training kann helfen Symptome wie Konzentrationsprobleme oder andere Einschränkungen, die mit depressiver Symptomatik einhergehen können, zu bekämpfen. CogniFit bietet zahlreiche Trainingsprogramme, unter anderem eine neurokognitive Stimulation zur Behandlung von Depressionen. Das kann dabei helfen, die psychischen Beschwerden durch PMS zu lindern.

Medikamentöse Behandlung des prämenstruellen Syndroms:

Am häufigsten werden PMS-typische Symptome mit hormonellen Verhütungsmitteln, wie beispielsweise der Pille, behandelt. Welche dieser Präparate bei PMS wirklich helfen können ist nicht ausreichend erforscht. In den meisten Fällen verschreibt die zuständige Frauenärztin oder der Frauenarzt eine der verfügbaren Pillen mit einer bestimmten Hormonkombination, welche die betroffene Frau dann einfach ausprobiert und guckt, ob die Symptome dadurch nachlassen. Doch auch die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel haben Nebenwirkungen und kommen für Frauen mit Kinderwunsch beispielsweise nicht infrage.

Bei Kopf- Rücken- oder Bauchschmerzen kommen in der Regel klassische nicht-rezeptpflichtige Schmerzmittel zum Einsatz. Klassischerweise sind das Ibuprofen oder Aspirin, die beide schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.

Bei sehr starken Wassereinlagerungen und Spannungsgefühlen in der Brust können auch Diuretika (entwässernde Medikamente) eingenommen werden. Aufgrund von bestimmten Nebenwirkungen und einem Gewöhnungseffekt sollte die Einnahme jedoch unbedingt zuvor mit einem Arzt abgeklärt werden.

Neben diesen Medikamenten kommen teilweise auch Hormonpräparate wie GnRH-Analoga oder Progesteron zum Einsatz. Deren Wirkung bei PMS ist jedoch umstritten, von ihrer Anwendung wird deshalb und auch aufgrund der zahlreichen Nebenwirkungen mittlerweile meistens abgeraten.

Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung:

Bei der prämenstruellen dyphorischen Störung kommen zur Behandlung auch Medikamente infrage, die sonst bei Depression eingesetzt werden: Antidepressiva. Das geschieht oft dann, wenn die psychischen Beschwerden wie Angstgefühle, Verzweiflung und depressive Verstimmungen das Leben der Betroffenen stark einschränken. In der Regel finden hier selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Anwendung. Diese Antidepressiva erhöhen die Verfügbarkeit des Serotonins im Gehirn (genauer im Synaptischen Spalt zwischen den Zellen), indem sie die Wiederaufnahme des Serotonins durch die Zellen hemmen. Man geht davon aus, dass Serotonin die Wirkung anderer Hormone beeinflusst, die in der zweiten Zyklushälfte vermehrt ausgeschüttet werden. Es gilt als wissenschaftlich belegt, dass SSRI bei PMS oder PMDS die psychischen Symptome lindern. Dabei werden SSRI teilweise auch nur gezielt in der zweiten Zyklushälfte eingenommen.

Neben einer medikamentösen Behandlung der prämenstruellen dysphorischen Störung können Betroffene auch psychotherapeutische Unterstützung suchen. Gerade ergänzend mit anderen Maßnahmen kann dies sehr hilfreich sein und außerdem zum Verständnis der Störung beitragen. Da gerade in Deutschland die prämenstruelle dysphorische Störung weniger bekannt ist, oder Betroffene oftmals belächelt werden und “die Hormone wohl einfach nur mal wieder verrückt spielen”, kann es sehr erleichternd für die Frauen sein, die körperlichen und psychischen Veränderungen während ihres Zyklus nachvollziehen und verstehen zu können. Viele Frauen wissen lange nicht, was eigentlich mit ihnen passiert und sind dann froh, diese Veränderungen besser einordnen zu können und eine Erklärung für ihr zyklisch immer wiederkehrendes Leid zu haben.

Wenn man also das Gefühl hat, man könnte an PMDS oder einer schweren PMS leiden und sich dadurch eingeschränkt fühlt, sollte man sich unbedingt Hilfe suchen – gerade auch um etwas gegen die psychischen Beschwerden unternehmen zu können.

Bei Fragen oder Anregungen kann gerne die Kommentarfunktion genutzt werden.

Was ist eine Depression? Wie beeinflusst sie uns?

Jeder von uns hatte schon mal Tage an denen er sehr niedergeschlagen war. Wenn diese Trauer jedoch mehr als ein paar Wochen anhält, ist es möglich, dass die betroffene Person an einer klinisch relevanten Depression leidet. Was ist eine Depression? Eine Depression beeinträchtigt die Betroffenen sowohl psychisch als auch körperlich. Sie kann zu Angst, Schlafstörungen, Appetitverlust und dem Gefühl von Einsamkeit führen.

Lang anhaltende gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und Interessenverlust sind die charakteristischen Symptome einer klinischen Depression. Um sie zu heilen und wieder Fuß zu fassen, können und sollten Betroffene professionelle Hilfe suchen, beispielsweise in Form von einer Therapie.

Was ist eine Depression?

Was ist eine Depression: Faktoren

Eine Depression kann jeden von uns treffen, dabei gibt es zahlreiche auslösende und aufrechterhaltende Faktoren. Beispielsweise können belastende Situationen der Auslöser sein. Der Verlust einer geliebten Person, eine Trennung oder die Kündigung am Arbeitsplatz sind Beispiele für solch ein belastendes Ereignis.

Genauso kann eine Depression aber scheinbar grundlos beginnen. Faktoren, die einzeln betrachtet nicht wichtig erscheinen, kumulieren sich und trüben Schritt für Schritt unsere Stimmung. Dabei können Probleme oder Unzufriedenheit am Arbeitsplatz, Probleme mit Familie oder Freunden oder das Gefühl nicht in sein Umfeld zu passen, Gründe dafür sein sich depressiv zu fühlen.

Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle bei der Entstehung einer Depression. So können Medikamentenmissbrauch, andere schwerwiegende körperliche oder psychische Erkrankungen oder Alkohol- und Drogenmissbrauch eine Depression auslösen (Welche Konsequenzen hat Alkohol für das Gehirn?). Zusätzlich gibt es auch eine genetische Prädisposition. Die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken ist deutlich höher, wenn es weitere Fälle von Depressionen in der Herkunftsfamilie gibt.

Was ist eine Depression: Wie manifestiert sie sich

Symptome von Depressionen zeigen sich bei den Betroffenen auf unterschiedliche Art und Weise. Es gibt Leute, die alle klassischen Symptome einer Depression erfüllen (Antriebslosigkeit, konstant gedrückte Stimmung, Angst, Schlaflosigkeit), andere hingegen zeigen nur einen Teil davon (beispielsweise Leute mit einer High Functioning Depression).  Aus diesem Grund ist es wichtig professionelle Hilfe aufzusuchen, um eine personalisierte Behandlung zu ermöglichen. Dies ist vor allem dann angebracht, wenn die depressive Verstimmung so stark ist, dass sie das Alltagsleben erheblich einschränkt.

Stattdessen zu Alkohol oder Drogen zu greifen, macht das Problem nur größer. Ein bedeutender Schritt ist auch, sich einzugestehen und zu akzeptieren, dass man ein Problem hat und Hilfe benötigt. Eine Depression zu bekämpfen erfordert viel Disziplin und kann durch die Unterstützung von Freunden und vor allem durch die Hilfe eines Therapeuten erleichtert werden. Insbesondere in schweren Fällen ist auch eine begleitende medikamentöse Behandlung sinnvoll. So können die Ursachen und Symptome einer Depression gezielt behandelt werden.

Ursachen der Depression

Wieso eine Depression entsteht ist sehr komplex und kann verschiedene Gründe haben. Es lassen sich zudem Faktoren identifizieren, welche die Entstehung einer Depression begünstigen, die sich wiederum in Umwelt- als auch genetische Faktoren unterteilen lassen, die aber zusätzlich miteinander in einer Gen-Umwelt-Interaktion stehen.

Das Auftreten einer Depression kann demzufolge auf unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden. Es werden prinzipiell drei verschiedene globale Ursachen unterschieden:

  • Die Bekannteste Ursache ist die psychogene Depression, bei der die Ursache der Erkrankung in der Umwelt des Betroffenen zu finden ist. Das bedeutet, dass die Erkrankten im Laufe ihres Lebens einschneidende Erfahrungen gemacht haben, unter einer hohen Belastung stehen oder standen. Für Außenstehende lässt sich die Depression meist leicht nachvollziehen.
  • Dem gegenüber steht die endogene Depression, bei der sich keine erkennbare Ursache in der Lebensgeschichte für die Depression finden lässt.
  • Die dritte Form ist die organische Depression, die durch eine körperliche Ursache entsteht und erklärt werden kann. Beispielsweise ist hier die Störungen der Schilddrüsenfunktion oder eine Erkrankung der Nebennieren eine mögliche Ursache.

Heutzutage werden diese drei Subtypen zwar immer noch in der Differentialdiagnostik einer Depression berücksichtigt, jedoch nicht mehr als eigene Form bezeichnet. Vielmehr wird heutzutage nach dem Schweregrad der Depression (leicht – mittelgradig – schwer) unterschieden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Depression und Traurigkeit?

Wichtig zur Unterscheidung der Traurigkeit von einer Depression ist, dass bei der Depression mindestens zwei der drei Grundsymptome über mindestens 14 Tage anhaltend vorhanden sein müssen.

Diese Grundsymptome sind:

  • der Verlust von Interesse und der Freude an Dingen
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit
  • eine gedrückte depressive Stimmung zur meisten Zeit jeden Tages, die sich durch äußere Faktoren kaum oder gar nicht beeinflussen lässt.

Um die Kriterien einer Depression nach dem Diagnosemanual ICD-10 zu erfüllen, müssen die Betroffenen außerdem mindestens ein weiteres Symptom aufweisen. Unter die weiteren Symptome fallen beispielsweise der Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls, suizidales Verhalten oder suizidale Gedanken, Konzentrations- oder Denkprobleme, Schlafstörungen oder Veränderungen des Appetits.

Diese 10 Tipps können hilfreich sein, um einer Depression vorzubeugen. Sollten sich die depressiven Verstimmungen mithilfe dieser Empfehlungen nicht bewältigen lassen, kann und sollte man jeodch unbedingt professionelle Hilfe aufsuchen.

Was bedeutet Somatisierung? Der Körper spricht, wenn der Geist schweigt.

Somatisierung – der physische Ausdruck psychischen Unwohlseins. Es ist möglich, dass du so einen Fall kennst oder es dir sogar selbst passiert. Schmerzen und körperliches Unwohlsein, die ohne identifizierbare ärztliche Erklärung auftreten. Wiederkehrende und nicht zu rechtfertigende Symptome, die das Leben der Betroffenen negativ beeinflussen. Mairena Vázquez, Psychologin, erklärt was Somatisierung bedeutet, welche Personen anfälliger für Somatisierungsprobleme sind, welche die am häufigsten zu findenden Symptome sind und zuletzt informiert sie dich über einige Schlüssel zur Vermeidung der Somatisierung und über die besten Behandlungsmöglichkeiten. Lies weiter!

“All unsere Emotionen meißeln sich in unseren Körper” (Boris Cyrulnik).

Wenn der Verstand schweigt, spricht der Körper

Was ist Somatisierung?

Wie Juvenalis sagte: “Geistige und körperliche Gesundheit gehen immer Hand in Hand”.

Somatisierung lässt sich als das unfreiwillige Umwandeln von psychischen Problemen in organische Symptome definieren.

Psychosomatische Probleme können durch Stress, emotionale Probleme oder negative Gefühle entstehen.

Heutzutage leben die meisten von uns sehr hektisch, was uns viel Stress bereitet, wir haben oft emotionale Probleme (Nervosität, Depression, familiäre Probleme, …) und wir sind von negativen Gefühlen (Ärger, Eifersucht, Neid, …) umgeben.

Die körperlichen Symptome, die entstehen, wenn wir ein hohes Stresslevel und/oder emotionale Probleme haben, lösen scheinbar unerklärliche Schmerzen in Unterleib oder Kopf aus, Übelkeit, Erbrechen, gastrointestinale Probleme, … die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz und im Sozialleben bereiten. Dies kennt man unter dem Namen Somatisierung.

Somatisierung ist der körperliche Ausdruck des psychischen Unwohlseins. Es ist kein psychisches Problem, sondern eine Folge der Verbindung zwischen Psyche und Körper.

Vielleicht sehen wir uns dazu besser ein Beispiel an:

Versetzen wir uns in die Lage von Tim. Tim verspürt seit einiger Zeit Magenschmerzen, hat Durchfall und Blähungen … besonders in Phasen, in denen er sich durch seine Arbeits- und Familiensituation gestresster fühlt. Er arbeitet Tag und Nacht, um seine Frau und Kinder unterhalten zu können. Außerdem ist seine Familiensituation sehr beeinträchtigt, er hat konstant Streitigkeiten mit seinen Brüder und Eltern, was ihn sehr erschöpft. Er stellt hohe Ansprüche an sich selbst und ist unfähig um Hilfe zu bitten, auch wenn er weiß, dass er nicht mehr kann.

All diese negativen Emotionen beeinflussen Tim Tag für Tag und bewirken, dass ihm die Situation körperliche Symptome, vor allem im Verdauungsbereich, bereitet. (Jeder von uns hat einen wunden Punkt im Körper, und dort greift der Druck an.)

Der Körper kümmert sich darum, die Emotionen auszudrücken, die wir empfinden. Wenn die Emotionen nicht ausgedrückt werden können, werden sie somatisiert.

Somatisierung ist der körperliche Ausdruck des psychischen Unwohlseins

Anders gesagt, der psychische Konflikt wird manchmal auf den Körper umgeleitet, damit er ohne psychisches Leiden gelöst werden kann.

Es ist kompliziert für Menschen zu akzeptieren, dass unsere Psyche diese Störung hervorruft. Das Problem vergrößert sich, wenn die betroffenen Personen diagnostiziert und mit diversen Medikamenten behandelt werden und die wichtige Rolle, die Psychologen bei diesen Beratungen spielen, komplett außer Betracht gelassen wird.

Die Medikamente (Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, …) können Abhängigkeit und psychosomatische Symptome, die das Problem noch vergrößern, bei den Menschen, die unter Somatisierungsstörungen leiden, hervorrufen.

Eine andere Art zu somatisieren entsteht beim Zuhören der ärztlichen Analysen. Auf eine unbewusste Art und Weise werden die Symptome somatisiert und es entsteht eine Krankheit, indem der geistige Konflikt in einen körperlichen verwandelt wird. Roberto Salazar (Arzt) sagte folgendes: “Während sie der Erklärung zuhören, beginnen sie sich Sorgen zu machen und zu glauben, dass ein Risiko der Erkrankung des Organismus besteht, auch wenn es in Wirklichkeit unwahrscheinlich ist, dass sie eine Krankheit bekommen”.

Ein Beispiel, um es besser zu verstehen …

Stell dir vor, du hast etwas gegessen, das dir nicht gut bekommen ist und du beginnst, Übelkeit, Durchfall und Magenschmerzen zu verspüren. Du fängst an, Information darüber, was du im Moment fühlst, zu suchen und findest eine Unmenge an Krankheiten. Automatisch nimmt deine Psyche auf, dass du eine Krankheit hast und du merkst, wie du dich körperlich immer schlechter fühlst. In diesem Moment sagt dir dein Kopf, dass du krank bist und du glaubst es.

Somatisierung. Medikamente können Abhängigkeit erzeugen.

Welche Menschen anfälliger für Somatisierung sind

Es gibt einige Persönlichkeitsmerkmale und bestimmte Situationen, die bewirken, dass einige Menschen dazu neigen, mehr Somatisierungsprobleme als andere zu haben. Unter diesen können wir finden:

  • Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie eine hohe negative Affektivität (Personen, die anfällig für Ängste und persönliche Unzufriedenheit sind), egozentrische und in sozialen Beziehungen abhängige Personen.
  • Meistens sind es negative, pessimistische Menschen mit einer Tendenz zur Schwarzmalerei.
  • Es kommt häufiger bei Frauen vor, obwohl dies kulturabhängig ist.
  • Somatisierung und Stress sind oft miteinander verbunden.
  • Es kann bei Personen mit schwachem Immunsystem auftreten, denn sie können sich so fühlen, als ob sie keine Kontrolle über ihren Körper haben und das macht sie anfälliger für Krankheiten.
  • Es wurden viele Fälle von Somatisierung beobachtet, bei denen die Betroffenen unter einer psychischen Störung wie Angst und/oder Depression litten.
  • Frustration nach mehrmaligen Diagnoseversuchen und Behandlungen ohne Erklärung des Problems.

Persönlichkeitsmerkmale Somatisierungsprobleme

Somatisierung: Was sind die Symptome

Laut diversen Untersuchungen kommen Hunderte von Menschen mit verschiedenen gastrointestinalen oder sexuellen Problemen und Problemen des Atmungsapparates und sogar neurologischen Problemen, die durch Somatisierung verursacht wurden, ins Krankenhaus. Für diese Personen gibt es weder ein genaues Krankheitsbild noch haben sie Infektionserreger, aber sie weisen Symptome auf, die ihnen Unwohlsein und vor allem Sorgen bereiten.

Die Personen, die Somatisierungsproblem haben, leiden unter vielfältigen Symptomen. Einige sind so schwer, dass sie körperliche Probleme wie folgende auslösen können:

  • Gastrointestinale Symptome: Durchfall, Aufgeblasenheit, Lebensmittelunverträglichkeiten, Unterleibsschmerzen, Blähungen, Darm- und Magengeschwüre, …
  • Sexuelle Symptome: Sexuelle Unlust, Anorgasmie, Libidoverlust, Impotenz, Unregelmässigkeiten bei der Menstruation …
  • Atmungs- und Kardiosymptome: Atmungsschwierigkeiten, Schwindelgefühle, Schmerzen in Brust und Rücken, Tachykardie, arterieller Bluthochdruck, Gefühl des Ertrinkens und Erstickens …
  • Neurologische Symptome: Muskelschwäche, Krämpfe, Amnesie, Ohnmacht, einseitige Kephalgie …

Somatisierungsprobleme.

Wie hört man auf, Probleme zu somatisieren?

Man sagt, dass der menschliche Körper eine perfekte Maschine ist. Deshalb sendet er uns Signale, wenn es eine Schwierigkeit in unserem Inneren gibt, damit wir darauf aufmerksam werden. Was können wir tun, wenn unser Körper uns Signale sendet?

  • Einen Blick zurückwerfen und nachdenken, wie wir uns fühlen und warum wir uns so fühlen. Vielleicht können wir so die Dinge aus einer Perspektive sehen, die uns hilft “den Konflikt zu lösen”.
  • Es ist wichtig, in Worte zu fassen, wie wir uns in jedem Moment fühlen. Wenn wir jedes Ding beim Namen nennen, wissen wir, was mit uns los ist und fühlen uns indirekt physisch und psychisch besser.
  • Verabschiede dich von den negativen Gefühlen. Lerne aufzuhören, negativ zu denken und negative Emotionen zu erkennen, wie zum Beispiel Unmut oder Groll. Eine der besten Techniken dafür ist die Vergebung. Natürlich ist es manchmal kompliziert zu verzeihen, aber denk daran, dass du dich besser mit dir selbst fühlen wirst, befreiter, wenn du es machst. Denk immer daran, dass du deine Gefühle kontrollierst, nicht umgekehrt.
  • Vermeide Situationen, die dir Stress und Unwohlsein bereiten. Du hast schon gemerkt, dass Stress deinen seelischen Zustand beeinflusst. Beobachte die Situationen, die ein Stressgefühl in dir auslösen und versuch sie so gut wie möglich zu vermeiden. Wer den Stein vermeidet, vermeidet es zu stolpern. Finde heraus, wie Stress unser Gehirn beeinflusst und welche Stressformen und – symptome existieren.
  • Verändere Gewohnheiten, ändere deinen Lebensstil: Wenn du weißt, dass bestimmte Dinge dir Stress bereiten, vermeide sie. Versuche mehr mit deinem Freundeskreis auszugehen, die soziale Unterstützung ist sehr wichtig. Sport und der Kontakt mit der Natur können von großer Hilfe sein.
  • Sprich dich aus und wenn du weinen musst, weine: Mit den nahestehenden Personen über unsere Probleme und Sorgen sprechen ist sehr ratsam. Und wenn du das Bedürfnis zu weinen verspürst, tu es. Unterdrück deine Gefühle nicht. Weinen hat viele psychologische Vorteile.
  • Das Leben lebt sich besser mit einer positiven Einstellung: Wusstest du, dass die Entwicklung einer jeden Krankheit oder eines Leidens durch die Haltung, die wir einnehmen, beeinflusst wird? Wenn wir eine negative Einstellung haben und denken, dass alles Schlechte immer uns passiert, werden unsere Chancen auf Besserung weniger. Deshalb bewirkt eine positive Haltung, dass unser Herzrhythmus sich reguliert und sogar, dass wir einige Probleme und Schmerzen vergessen.

Was tun, um Somatisierung zu vermeiden? Gesunder Geist in gesundem Körper.

Behandlung Somatisierung

Wir können das Erleiden einer Krankheit als Signal sehen, das uns der Körper sendet, damit wir unsere Verhaltensweisen und Gewohnheiten ändern. Man kann dies wie ein Fehlersignal eines Fahrzeuges oder Haushaltsgerätes interpretieren, die anzeigen, das etwas repariert werden muss oder aufgehört hat zu funktionieren.

Deshalb sollte man als Erstes die Situation ausfindig machen, die nicht gelöst werden konnte und dann Lösungsformen suchen. Es ist notwendig, das Leiden der Person zu verstehen, denn obwohl ihre Haltung übertrieben scheinen kann, ist das Leiden echt.

Bei vielen Gelegenheiten versucht man nur sich nur um die körperlichen Symptome zu kümmern und falsche Diagnosen werden gestellt, was wiederum zu schädlichen Behandlungen führt. Die richtige Behandlung ist sehr schwierig, denn derjenige, der an Somatisierung leidet fühlt sich meistens frustriert, wenn man ihm sagt, dass das Problem eher psychologischen Ursprungs ist. Deswegen ist die empfehlenswerteste Behandlung die jenige, die sich aus Arzt – Psychologe – Patient zusammensetzt.

Die Rolle der Psychologen bei Krankheiten und psychosomatischen Problemen ist lebenswichtig. Es wurde festgestellt, dass die kognitive Verhaltenstherapie der Schlüssel für gute Ergebnisse ist.

Ein wichtiger Teil der Behandlung beruht auf der Psychoedukation, die der Psychologe mit dem Patienten durchführen sollte. Es ist wichtig, die Überzeugungen und die damit verbundenen Verhaltensweisen ausfindig machen zu können, damit die Person dazu fähig ist, sich den Ursachen zu stellen, von denen das Problem herrührt. Außerdem ist Entspannungstraining und Arbeit daran, sich dem Problem zu stellen und es zu lösen, sehr wichtig.

Zu guter Letzt ist es grundlegend, an der Vorbeugung für mögliche Rückfälle zu arbeiten und eine Zeit lang Überwachung durchzuführen.

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.