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Kognitives Lernen: Ein pädagogischer Leitfaden

Kognitives Lernen ist grundlegend für unser Leben. Wir lernen durch Erfahrungen, Emotionen, durch unsere Beziehung zu Menschen und durch vieles mehr… Die Erziehung die wir erfahren und die Lernprozesse die wir durchlaufen, definieren wer wir sind. In dem folgenden Artikel werden die Entdeckungen über das Gehirn auf die Erziehung und Pädagogik angewendet. 

Neurodidaktik: Verstehen wie das Gehirn funktioniert, um besser lernen und lehren zu können. In diesem Artikel finden sich die verschiedenen Formen des kognitiven Lernens. 

Kognitives Lernen

In der Schule wird einem oft beigebracht Daten immer wieder zu wiederholen, bis man geschafft hat, sich die Informationen zu merken. Aber wie lernt unser Gehirn eigentlich? Informationen auswendig zu lernen hilft uns weder dabei uns in der Welt zurecht zu finden, noch unser Potential und unsere Persönlichkeit zu entfalten oder dabei bestimmte Herausforderungen anzugehen.

Unsere Erziehung und das was wir lernen, definiert wer wir sind. Aber trotz der Fortschritte und Entdeckungen die im Bereich “kognitives Lernen” beim Menschen gemacht werden, sind diese noch nicht in die Pädagogik und den Unterricht integriert. Wir müssen lernen die Charakteristika unseres Verstandes zu beachten, um so unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Erfolgreiches kognitives Lernen geschieht mithilfe von Emotionen, Überraschung, Bewegung und spezifischen neuroedukativen Programmen, welche die individuelle kognitive Entwicklung begünstigen.

Kognitives Lernen: Der Begriff Lernen bezieht sich darauf, sich Wissen oder Fähigkeiten durch aktives Lernen oder Erfahrungen anzueignen. “Kognitiv” bezieht sich auf die “Kognition”. Das ist die Fähigkeit, Dinge mittels der Wahrnehmung und mentaler Prozesse kennen zu lernen. Das Konzept “kognitives Lernen” definiert die Prozesse der Informationsverarbeitung und beginnt bei der sensorischen Wahrnehmung, über das kognitive System bis hin zur produzieren Antwort.

Lernen ist vielleicht der Begriff, der die menschliche Spezies im Laufe ihrer Entwicklung am meisten geprägt hat. Wir sind der lebende Beweis dafür, dass kontinuierliches Lernen das menschliche Leben zu dem gemacht hat, was es heute ist. 

Unser Gehirn führt und leitet unsere Lernprozesse.

Je weiter wir Menschen vorankommen, desto mehr Wissen sammeln wir an. “Wir machen uns laufend intelligenter”. Das könnte uns zu dem Schluss kommen lassen, dass unser Gehirn sich immer weiter verfeinert, je weiter wir uns entwickeln – dem ist jedoch nicht so. Das was sich verändert ist die Form des Lernens. Da wir mittlerweile mehr darüber wissen, wie unser Gehirn funktioniert, können wir davon profitieren und das Potential des Gehirns besser ausschöpfen.

Lernformen

1. Implizites Lernen

Das implizite Lernen ist ein “blinder” Lernprozess, weil wir uns nicht darüber bewusst sind, dass wir lernen.

Das wichtigste Merkmal dieser Form des kognitiven Lernens ist, dass dieses nicht-intentional geschieht. Die lernende Person hat kein Bewusstsein darüber, dass sie gerade lernt. Zudem äußert sich das Erlernte durch eine automatische Ausführung motorischen Verhaltens.

Bestimmte Aktivitäten verlangen ein nicht-intentionales Lernen, wie beispielsweise das Sprechen oder Laufen. Vieles von dem was wir Lernen, tun wir auf implizite und unbewusste Art.

2. Explizites Lernen

Dem impliziten Lernen gegenüber steht das explizite Lernen, welches sich dadurch auszeichnet, dass es beabsichtigt und mit Bewusstsein über den Lernprozess geschieht. Für das kognitive Lernen in dieser Form gibt es viele Beispiele, unter anderem ist das Lesen dieses Artikels ein Beispiel für explizites Lernen, da eine Absicht zu Lernen dahinter steckt.

Da es sich beim expliziten Lernen um einen beabsichtigten Lernprozess handelt, braucht dieser Daueraufmerksamkeit. Also eine Anstrengung, um die Absicht zu lernen aufrecht zu erhalten.

3. Kollaboratives oder kooperatives Lernen 

Das kooperative Lernen ist eine Lernform in der Gruppe. Ein Schüler lernt beispielsweise zusammen mit seinen Klassenkameraden. Das Ziel dieser Lernform ist, dass jedes Gruppenmitglied in Abhängigkeit seiner Fähigkeiten lernt und außerdem die Arbeit in der Gruppe gefördert wird.

Die vier Grundpfeiler, die diese Form des kognitiven Lernens stützen, sind die positive Interdependenz, die persönliche Verantwortung, die ausgeglichene Beteiligung und die simultane Interaktion.

Eine Lernform, die dieser ähnlich ist (aber nicht identisch), ist das kollaborative Lernen. Bei dieser Lernform ist in der Regel eine Person (Lehrkraft oder Erzieher), die nicht zur Gruppe gehört, diejenige die ein Thema vorschlägt, das im Anschluss in der Gruppe entwickelt wird.

In Gruppen lernt es sich besser

4. Kumulatives Lernen

Bei dieser Lernform wird die kognitive, emotionale und emotionale Ebene angesprochen. Dieser Lernform liegt ein Prozess der Organisation der zu lernenden Informationen zugrunde. Zudem wird zwischen der neuen Information eine Verbindung zu Wissen und vorherigen Erfahrungen hergestellt. Die neue Information wird also in Zusammenhang mit unserer bisherigen Erfahrung gebracht. Das führt dazu, dass das neu erlangte Wissen für jede Person einzigartig wird, da jede Person es mit eigenen Erfahrungen verknüpft.

5. Assoziatives Lernen 

Wem die Hunde von Pavlov etwas sagen, der weiß vielleicht, worum es sich bei dieser Lernform handelt. Kognitives Lernen kann auch assoziativ geschehen. Diese Lernform zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Verbindung zwischen einem bestimmten Reiz und einem präzisen Verhalten gibt. Im Falle des Experiments von Pavlov ist dies das Klingeln einer Glocke und die Fütterung. Dies führt dazu, dass die Hunde noch bevor das Essen kommt bereits beginnen Speichel abzusondern, sobald sie die Klingel hören.

6. Habituation und Sensibilisierung: Nicht-assoziatives Lernen

Diese beiden Prozesse gehören zur gleichen Lernform, dem nicht-assoziativen Lernen. Diese Lernform definiert eine Veränderung gegenüber eines kontinuierlichen Reizes.

Die Habituation ist eine primitive Lernform, die uns erlaubt uns an die Umwelt anzupassen. Sie ist ein alltägliches Phänomen. Dieser Prozess findet statt, wenn wir aufhören einem Reiz Aufmerksamkeit zu schenken, da dieser zu keiner relevanten Veränderung führt (die Reaktion auf den Reiz verringert sich). Ein Beispiel hierfür findet sich bei den Menschen, die an einer lauten Straße wohnen. Am ersten Tag hören sie den Straßenlärm, doch nach einiger Zeit sind sie in der Lage diesen gut auszublenden.

Dem gegenüber steht die Sensibilisierung als Lernform: Unsere Reaktion steigt durch die wiederholte Präsentierung des Reizes. Je öfter uns dieser Reiz präsentiert wird, desto häufiger werden wir die gleiche Reaktion zeigen. Die Sensibilisierung ist eine sehr adaptive und primitive Lernform.

7. Lernen durch entdecken

Wenn aktiv nach Informationen gesucht wird und das was uns antreibt die Neugierde ist, lernen wir durch Entdecken. Das kognitive Lernen in dieser Form zeichnet sich dadurch aus, dass das Individuum interessiert ist, entdeckt, lernt, Konzepte verknüpft und das Gelernte an das eigene kognitiven Schema anpasst.

8. Imitationslernen oder Lernen durch Beobachtung 

Bei dieser Lernform, wird eine Handlung bei einem Modell beobachtet, die im Anschluss imitiert wird. Kognitives Lernen in dieser Form hat einen engen Zusammenhang zu den Spiegelneuronen. Die Imitation, auch Modelllernen genannt ist eine sehr wichtige Lernform.

9. Emotionales Lernen

Das Kognitive Lernen impliziert in diesem Fall eine emotionale Entwicklung des Individuums. Die emotionale Intelligenz entwickelt sich von dieser Lernform ausgehend, welche erlaubt, die eigenen Emotionen zu regulieren(Test zur emotionalen Intelligenz).

Außerdem spielt die Emotion eine entscheidende Rolle bei der Lernform, die später erläutert wird.

10. Erfahrungsbasiertes Lernen 

Aus den Erfahrungen die wir im Laufe unseres Lebens machen, lernen wir unsere Lektionen. Durch unsere Erfahrungen lernen wir am besten. Das kognitive Lernen in dieser Form ist sehr stark, aber auch sehr subjektiv. Denn jeder Mensch macht seine eigenen Erfahrungen und interpretiert diese auch auf persönliche Weise.

11. Auswendiglernen 

Das Auswendiglernen ist eine Form des kognitiven Lernens bei der wir versuchen uns bestimmte Daten einzuprägen und zu merken. Im Gegensatz zum kumulativen Lernen zeichnet unser Gedächtnis einfach nur Informationen auf, ohne dass die betreffende Person zwangsläufig verstehen muss was sie lernt.

12. Rezeptives Lernen 

Kognitives Lernen in dieser Form ist rein passiv, die Person empfängt dabei nur die Information, die zu lernen ist. Ein Beispiel hierfür ist der Vortrag einer Lehrkraft, während die Schüler sitzen und zuhören.

13. Metakognitive Strategien

Es ist wichtig, diese Lernstrategie zu erwähnen, um unsere Art zu Lernen besser zu verstehen. Diese Strategien setzen die Kenntnis über den eigentlichen Lernprozess voraus. Das Lernen zu lernen.

Kenne Dich selbst und deine eigenen Einstellungen und Fähigkeiten, um zu wissen wie Du selbst am besten Lernen kannst.

Jede Person ist einzigartig. Es gibt keine ideale Lernmethode, die für alle Menschen am besten funktioniert. Deshalb ist es ein großer Vorteil beim Lernen, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen.

Kognitives Lernen: Wie lassen sich die Kenntnisse über das Gehirn auf die Pädagogik übertragen?

Obwohl die Erkenntnisse über das Gehirn und wie dieses lernt in den letzten 30 Jahren deutlich zugenommen haben, basieren die allermeisten Bildungssysteme auf einem fehlerhaften Lernmodell. Zu Lesen und sich Sätze aus einem Buch zu merken ist nicht der richtige Weg um zu Lernen. Die Studienlage ist klar: andere Dinge wie Sport, Emotionen, Überraschung, Experimentieren sind wichtige Faktoren, wenn es darum geht sich Wissen anzueignen.

Kognitives Lernen: Die Bedeutung der Emotionen

Emotionen sind die Basis, um sich erinnern zu können. Die Information, die wir über unsere Sinne aufnehmen, passiert das limbische System, bevor sie in der Hirnrinde landet. Im limbischen System befindet sich eine der primitivsten Teile unseres Organismus, die Amygdala. Diese wird in Situationen aktiviert, die als wichtig für das Überleben wahrgenommen werden. Die Amygdala ist elementar wichtig für die Gedächtniskonsolidierung.

Man erinnert sich wahrscheinlich besser an seinen letzten Geburtstag, als an den Arbeits- oder Schultag von vor zwei Wochen.

Kognitives Lernen: Sport machen und Lernen 

Studien haben gezeigt, dass Sport nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit stärkt, sondern auch die Leistungen des kognitiven Lernens verbessert. Durch Sport werden bestimmte Proteine freigesetzt, welche die Gehirnplastizität fördern. Dadurch werden neue Neuronen, Synapsen und Verbindungen generiert.

Körperliche Betätigung erhält und verbessert Aspekte, die mit der kognitiven Leistung und der mentalen Gesundheit zusammenhängen.

Unter den vielen Vorteilen von sportlicher Betätigung, ergeben sich auf kognitiver Ebene folgende:

– Eine bessere akademische Leistung und eine bessere Aufmerksamkeitskapazität

– Ein niedrigeres Risiko beispielsweise an Depressionen oder Angststörungen zu leiden.

– Eine bessere Laune und eine höhere emotionale Stabilität.

Sich zu bewegen ist wichtig, um zu Lernen.

Neben körperlicher Aktivität kann auch aktives Gehirntraining die Gehirnplastizität anregen und die kognitiven Fähigkeiten verbessern. Das kognitive Stimulationsprogramm von CogniFit bietet personalisierte Trainingseinheiten an, um schwächer ausgeprägte Fähigkeiten individuell zu fördern.

Neuronales Fenster

Wenn vom Lernen gesprochen wird, darf das neuronalen Fenster nicht unerwähnt bleiben. Dieses beschreibt die Zeitfenster, in denen bestimmte neuronale Entwicklungsprozesse ablaufen. Diese Zeiträume sind kritische Phasen der Entwicklung, in denen bestimmte Dinge schneller und besser gelernt werden können, als zu anderen Zeitpunkten.

Im Prinzip können wir das Sprechen in jedem Alter erlernen, jedoch ist zwischen dem 1 und dem 3 Lebensjahr der optimale Zeitpunkt. Das Sprechen später zu erlernen ist viel mühsamer und es ist unmöglich die gleichen Lernergebnisse zu erzielen.

Es ist bekannt, dass es sich negativ auf das Gehirn auswirkt, Kinder von Klein auf still in einem Klassenzimmer sitzen zu lassen. Entdecke hier die Entwicklungsstufen von Piaget.

Fehler in unserem Bildungssystem

Missachtung des neuronalen Fensters

Wenn man bedenkt, was über das Gehirn und optimale Lernstrategien bekannt ist, müsste man meinen, dass im Bildungssystem bereits grundlegende Reformen durchgeführt wurden. Das ist jedoch nicht der Fall. Wir lehren falsch. Wenn man die neuronalen Fenster beachten würde, säßen keine kleinen Kinder still auf dem Stuhl. Um zu lernen ist es für sich nämlich wichtig sich zu bewegen. Ebenso wenig gäbe es trockenen Physikunterricht für Jugendliche, denn deren Gehirn ist in diesem Alter sehr emotional.

Anwendung der immer gleichen Lernformen

Es scheint, als wären die dominierenden Lernformen in der Schule weiterhin das rezeptive Lernen und das Auswendiglernen. Die Pädagogik fördert also weiterhin hauptsächlich mechanische und passive Lernformen und macht sich die Art wie wir wirklich lernen nicht zu Nutzen.

Wie sollten wir lernen?

Das ist eine gute Frage. Es ist ganz klar, dass viele der nötigen Veränderungen schwer umzusetzen sind. Jedoch lassen sich mit dem Wissen darüber wie das Gehirn funktioniert, bereits viele Dinge in Angriff nehmen.

Die Bewegung, Emotionen und die Überraschung zu nutzen, um das Interesse im Kopf der Schüler zu wecken, hilft ungemein. Wir haben in den letzten Jahren viel über unser Gehirn gelernt. Es wird Zeit, das Gelernte anzuwenden und unser Gehirn richtig zu unterrichten.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Die Mutter-Kind-Bindung. Wieso ist sie so wichtig?

Beeinflusst die Mutter-Kind-Bindung die Entwicklung des Kindes für den Rest des Lebens? Welche positive Auswirkung hat die Mutter-Kind-Bindung auf die Mutter? Diesen Fragen gehen viele Psychologen und Wissenschaftler schon lange nach und finden immer wieder überraschende Erkenntnisse.

Für die Mutter-Kind-Bindung wichtig: Blickkontakt

Was ist Bindung?

Die Bindung, im englischen auch “Attachment” genannt, bezeichnet die spezielle Verbindung zwischen Eltern und ihrem neugeborenen Kind. Durch die Formung der emotionalen Bindung können die Grundbedürfnisse des Neugeborenen befriedigt werden. Diese Bedürfnisse sind auch der Antrieb der nachfolgenden sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung. Die frühen Erfahrungen des Säuglings stimulieren das Wachstum neuronaler Pfade, die einen Einfluss darauf haben, wie das Kind später auf viele Dinge reagiert.

Die Bindungserfahrung hat auch im Sinne der Sicherheit einen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung. Forschung hat ergeben, dass der Mangel an Bindung in frühen Lebensmonaten die Fähigkeit stabile Beziehungen einzugehen, ein Leben lang beeinflusst. In den meisten Fällen entsteht eine unmittelbare Bindung zwischen Eltern und Kind, diese verlieben sich direkt, wenn sie ihr Neugeborenes zum ersten mal sehen.

Mutter-Kind-Bindung: Unsicherer und sichererer Bindungsstil

Die Bindungsstile sind wichtig, um zu verstehen weshalb die Bindung zum Kind eine so große Bedeutung hat. Ein sicherer Bindungsstil von Kindern zeichnet sich dadurch aus, dass diese Unwohlsein empfinden, wenn die Eltern das Kind alleine lassen. Gleichzeitig sind sie aber in der Lage sich zu entspannen und abzulenken, mit dem Wissen, dass die Eltern zurückkehren. Kinder mit einem sicheren Bindungsstil zu ihren Eltern fühlen sich beschützt, weil sie sich darauf verlassen können, dass ihre Eltern zurückkehren. Diese Bindungsstile werden von Geburt an bis in die frühe Kindheit hinein geformt.

Ein Kind mit einem unsicheren Bindungsstil wird die Eltern vermeiden oder ignorieren und wenige Emotionen zeigen, wenn die Eltern gehen oder zurückkehren. Diese Kinder neigen dazu Ärger, Angstsymptome oder Furcht zu zeigen. Es kann sein, dass sie andere Leute ab und zu vermeiden und sich weigern mit anderen in Kontakt zu treten. Dieser Bindungsstil wirkt sich negativ auf die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes aus.

Wie kommt es zur Mutter-Kind-Bindung?

• Die Berührungen der Haut ist eine der ersten “Sprachen” für ein Kind, da es auf den Haut-zu-Haut-Kontakt reagiert, was beruhigend auf das Baby und die Eltern wirkt.
• Durch das Füttern des Babys.
• Das Baby in den Schlaf schaukeln oder wippen.
• Dem Baby vorsingen, die Stimme der Eltern wirkt meistens sehr tröstend und beruhigend.

Körperkontakt stärkt die Mutter-Kind-Bindung

Wie profitierst du von der Mutter-Kind-Bindung?

Es gibt viele Vorteil mit einem Neugeborenen eine Bindung aufzubauen. Inwiefern profitieren die Eltern, in den folgenden Beispielen vor allem die Mutter, von dieser Bindung?

Studien zufolge ist das Stillen nicht nur für das Neugeborene von Vorteil, sondern auch für die Mutter. Das Baby profitiert allgemein von der körperlichen Nähe beim Stillen. Bei der Mutter werden durch das Stillen Hormone ausgeschüttet, die mütterliches Verhalten fördern.

Es ist gut bekannt, dass beim Stillen die Stimulation der Brustwarze dafür sorgt, dass das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, welches wiederum dafür sorgt, dass die Milch ausgestoßen wird. Oxytocin ist auch als “Liebeshormon” bekannt, da es auch während des Orgasmus und anderen innigen Momenten produziert wird. Oxytocin wirkt dabei im Gehirn genauso wie es Morphium tut, es lindert Schmerzen, führt zu Wohlbefinden und hat als Konsequenz, dass wir dieses emotionale Hoch wieder erleben wollen. Mütter die nicht stillen, sondern das Fläschchen geben, produzieren dennoch Oxytocin, indem sie während dem Füttern Blickkontakt mit dem Baby aufbauen oder anschließend mit dem Baby kuscheln.

Das Stillen ist eine der ersten Formen der Bindung, welche die Neugeborenen kennenlernen.

Was passiert, wenn keine Bindung aufgebaut wird?

Rund 20% der Eltern bilden keine emotionale Bindung zu ihrem Neugeborenen. Das ist okay und passiert manchmal. Wichtig ist, sich Zeit zu lassen und sich nicht schuldig zu fühlen!

Eine Bindung aufzubauen kann für Mütter die einen Kaiserschnitt hatten oder ihr Kind nicht direkt nach der Geburt sehen konnten schwierig sein. Ebenfalls schwierig ist es oft, wenn das Kind als Frühchen zur Welt gekommen ist und einige Zeit im Brutkasten verbringen musste, oder wenn es sich um ein adoptiertes Kind handelt.

Nach vielen Schmerzen und der Erschöpfung durch die Geburt, sind viele Mütter überwältigt von einem neugeborenen Baby. Hormonveränderungen können Symptome der postpartalen Depression auslösen, die verhindern dass die Mutter eine richtige Bindung zu ihrem Baby aufbauen kann. Während der Schwangerschaft steigt der Hormonspiegel von Östrogen und Progesteron im Körper signifikant an. In den ersten 24 Stunden nach der Geburt sinkt der Hormonspiegel wieder auf sein Ausgangsniveau zurück. Forscher glauben, dass diese schnelle Veränderung eine Depression auslösen kann.

Tipps wie eine sichere Mutter-Kind-Bindung aufgebaut werden kann

1. Während der ersten 6 Lebensmonaten sollte es eine einzelne primäre Bezugsperson für das Baby geben. Obwohl die Mutter in den meisten Fällen die erste Bezugsperson des Neugeborenen ist, ist die Wahrscheinlichkeit eine sichere Bindung aufzubauen bei einer anderen Person, die sich durchgängig und liebevoll um das Baby kümmert, genauso groß. Eine durchgängige primäre Bezugsperson führt zu einer sichereren Bindung, als wenn die Fürsorge auf mehrere Personen wie Mutter, Vater, Großeltern und Babysitter aufgeteilt wird.
2. Synchronisierte Essens-, Schlafens- und Interaktions-Routinen vor allem während der ersten Monate. Die Schlaf- und Essenszeiten sollten in den ersten sechs Monaten an den Rhythmus des Babys angepasst werden.
3. Zeige dich deinem Baby gegenüber liebevoll, durch Lächeln und Berührungen. Das berühmte Experiment von Harry Harlow mit Rhesus Affen zeigt, dass die Babyaffen ein Stofftier als Mutter bevorzugen und sich diesem eher annähern als einer Drahtfigur. Und das, selbst wenn die Drahtfigur diejenige ist, die sie mit Futter versorgt. Futter ist also nicht wichtiger, als die Berührungen die zwischen einer Mutterfigur und dem Baby stattfinden.

4. Reagiere auf das Unwohlsein deines Babys mit konstantem Trost, Wärme und mit Kompetenz. Forschungen haben ergeben, dass wenn überfürsorgliche Eltern unmittelbar auf jedes Quengeln, Jammern und jeden Schluckauf reagieren, diese Kinder einen weniger sicheren Bindungsstil entwickelten. Überfürsorge behindert Kinder darin selbständig zu werden und ihre Selbstregulation auszubilden.

Bei Anregungen und Fragen kann gerne ein Kommentar unter dem Artikel hinterlassen werden.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Jennifer Burgos, Psychologin bei CogniFit.

 

References:

Forming a Bond with Your Baby — Why It Isn’t Always Immediate. Retrieved from http://www.webmd.com/parenting/baby/forming-a-bond-with-your-baby-why-it-isnt-always-immediate#3

Attachment Security: Born or Made? January 06, 2009. Retrieved from https://www.psychologytoday.com/blog/family-affair/200901/attachment-security-born-or-made

Depression during and after pregnancy fact sheet. Retrieved from https://www.womenshealth.gov/publications/our-publications/fact-sheet/depression-pregnancy.html

Five Ways to Create a Secure Attachment with You Baby, Without Sharing Your Bed. Retrieved from https://psychcentral.com/lib/five-ways-to-create-a-secure-attachment-with-your-baby-without-sharing-your-bed/

Sprech- und Sprachstörungen: Welche gibt es, wie diagnostiziert und behandelt man sie?

Was sind Sprachstörungen? Sprachstörungen, Sprechstörungen oder Sprachbehinderungen beziehen sich auf Probleme der Kommunikation oder andere Bereiche, wie beispielsweise die oralen motorischen Funktionen, die ebenfalls mit der Sprache zusammenhängen. Sprech- und Sprachstörungen können sehr unterschiedliche Symptome aufweisen und reichen von Verständnisproblemen bis hin zu Logorrhoe. Außerdem können sie von Geburt an, oder erst im Erwachsenenalter in Erscheinung treten.

Ursachen von Sprech- oder Sprachstörungen

Es gibt diverse Ursachen für Sprech- oder Sprachstörungen. Wir können die Ursachen je nach Auslöser der Störung unterscheiden. Bei organischen Ursachen, welche sich auf jegliches für die Funktionsweise der Sprache wichtige Organ beziehen können, lassen sich folgende Ursachen unterscheiden:

  • Erbliche Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen von den Eltern geerbt werden.
  • Angeborene Ursachen: Wenn die Sprech- oder Sprachstörungen durch den Gebrauch von Pharmazeutika oder Komplikationen während der Schwangerschaft auftreten.
  • Perinatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen durch Komplikationen während der Geburt
  • Postnatale Ursachen: Die Sprech- oder Sprachstörungen entstehen nach der Schwangerschaft, ein Beispiel sind die Sprech- oder Sprachstörungen, die durch eine Frühgeburt verursacht werden.

Zusätzlich zu den organischen Ursachen gibt es die funktionellen Ursachen, welche auf eine pathologische Funktionsweise der Organe zurückzuführen sind, die in die Sprache verwickelt sind. Ebenfalls gibt es hormonelle Ursachen, die vor allem die psychomotorische Entwicklung des Kindes beeinflussen. Ökologische Ursachen sind auch ein Faktor, der Einfluss auf die Sprache nehmen kann, das Umfeld kann hierbei die sprachlichen Fähigkeiten eines Individuums beeinflussen. Abschließend spielen die psychosomatischen Ursachen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Sprachstörungen, da unser Denken einen großen Einfluss auf uns hat und es so zu einem anormalen Sprachgebrauch kommen kann. In gleicher Weise können Sprachschwierigkeiten auch unsere Gedanken beeinflussen. Beides kann die Fähigkeit des korrekten mündlichen Ausdrucks und Verständnisses erschweren.

Symptome von Sprech- oder Sprachstörungen

Verschiedene Symptome können eine mögliche Sprach- oder Sprechstörung, abhängig von der Störung und der betroffenen Sprachzone, vorhersagen. In der folgenden Klassifikation lassen sich verschiedene Symptome der allgemeinen Sprach- und Sprechstörungen unterscheiden:

  • Symptome einer Störung in der Ausdrucksentwicklung: Diese Störungen lassen sich beispielsweise durch einen extrem begrenzten Wortschatz erkennen, durch Schwierigkeiten beim Wörtermerken oder bei der Generierung von langen Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer Mischstörung der expressiv-rezeptiven Sprache: Hierbei zeigen sich die gleichen Symptome wie im vorherigen Abschnitt des Ausdrucks. Zusätzlich treten Probleme bei dem Sprachempfang auf, wie zum Beispiel das Verständnis von Wörtern oder Sätzen (Sprachstörung).
  • Symptome einer phonologischen Störung: Die Betroffenen zeichnen sich durch die Unfähigkeit aus, gewisse Sprachlaute verwenden zu können. Ebenfalls machen sie Fehler bei der Erzeugung, Darstellung und/oder Verwendung von Lauten (Sprechstörung).

Die Redeflussstörungen zeichnen sich durch Unterbrechungen, Pausen, Wiederholungen oder Einschübe aus. Zu diesen Störungen gehört das Stottern, eine der bekanntesten Sprechstörungen, bei der es zu einer Störung des Redeflusses und der Organisation der Worte kommt.

Obwohl Sprache an sich ein komplexer Prozess ist und diesbezügliche Störungen divers sind, lassen sich bestimmte Merkmale identifizieren, die eine mögliche Sprachentwicklungsstörungs anzeigen. Bei den Sprachstörungen bei Kindern, lassen sich die folgenden Anzeichen unterscheiden:

  • Die expressive Sprache betreffend: Ein Problem ist dann wahrscheinlich, wenn das Kind einen beschränkten aktiven Wortschatz hat als andere gleichaltrige Kinder, es dem Kind schwer fällt neue Wörter zu lernen, es verbale Zeiten verwechselt, es allgemeine statt spezifische Wörter nutzt, es selten spricht, es -obwohl es Wörter richtig aussprechen kann- sinnlose Sätze sagt, eine begrenzte Satzstruktur verwendet oder häufig bestimmte Phrasen verwendet.
  • Die rezeptive Sprache betreffendZeichen hierfür sind, dass das Kind desinteressiert wirkt wenn Menschen sprechen, es dem Kind schwer fällt bestimmte Anweisungen zu befolgen oder zu verstehen was gesagt/gesagt wird.

Für detaillierte Information über die kindliche Sprachentwicklung ist das untenstehende Video hilfreich:

Sprechstörungen: Klassifizierung und Typen

Die allgemeinen Typen der Sprechstörungen lassen sich folgendermaßen klassifizieren und unterscheiden:

1- Dysartrhien: 

Bei Dysarthrien handelt es sich um eine Reihe von Sprechstörungen, die aufgrund erworbener Hirnschäden bzw. Schädigungen der Hirnnerven und peripheren Gesichtsnerven entstehen. Diese Läsionen können sowohl die Ausführung als auch die Sprechbewegung einschränken.

2- Dyslalien:

Dyslalien umfassen Sprechstörungen der Aussprache beziehungsweise der Artikulation.  Hierbei kommt es zum Auslassen oder dem falschen Einsatz bestimmter Phoneme.

Es gibt hierbei verschiedene Ursachen von Dyslalien:

  • Physiologische Dyslalien: Die Ursache der Fehlartikulation ist, dass die Sprechorgane des Kindes noch nicht komplett ausgebildet sind, um bestimmte Worte zu artikulieren. Bis zu einem bestimmten Alter ist dies ganz normal und ist kein Anlass zur Sorge, insofern sich diese Probleme nicht über einen langen Zeitraum erstrecken.
  • Audiogene Dyslalien: Wie durch den Namen angedeutet, liegt die Ursache der Sprechstörung in einem Defekt im Hörvermögen des Kindes. Dadurch kann das Kind die Wörter nur eingeschränkt erkennen und imitieren, was dazu führt, dass das Kind sich nicht normal ausdrücken kann. Es ist naheliegend, dass wir schlecht sprechen, wenn wir schlecht hören.
  • Funktionelle Dyslalien: Diese Art der Dyslalie kann durch eine physiologische Dyslalie hervorgerufen werden. Hierbei bleibt die Sprechstörung bestehen, obwohl die Sprechorgane des Kindes bereits voll ausgebildet sind. Hierbei handelt es sich um einen Defekt in der Artikulierung der Botschaft.
  • Organische Dyslalien: Diese Art der Dyslalie wird auch Dysglossie genannt und ist auf Defekte der Sprechorgane zurückzuführen.

3- Dysglossien:

Die Dysglossie kann durch verschiedene organische Veränderungen ausgelöst werden. Hierbei kann es folgende Ursachen geben:

  • Labiale Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form der Lippen verursacht. Zwei der bekanntesten Varianten sind die Hasenscharte oder das Lippenbändchen (Frenulum).
  • Mandibulare Dysglossien: Sie werden durch eine Veränderung der Form des Ober- oder/und Unterkiefers hervorgerufen. 
  • Dentale Dysglossien: Diese Art von Sprechstörung wird durch eine Veränderung der Form oder der Position der Zähne verursacht.
  • Linguale Dysglossien: werden durch Veränderungen der Zunge verursacht. Die Zunge ist ein Organ, das eine perfekte Synchronisierung zum Sprechen benötigt. Einige Störungen, die diese Art von Dysglossie auslösen können, sind die Ankyloglosson (angewachsenes Zungenbändchen), die Makroglossie (unverhältnismäßige Größe der Zunge) oder die einseitige oder beidseitige Lähmung der Zunge.
  • Nasale Dysglossien: werden durch Störungen verursacht, die verhindern, dass die Luft normal in die Lungen geleitet werden kann.
  • Palatale Dysglossien: werden durch Veränderungen des Gaumens verursacht.

4- Stottern

Das Stottern ist eine Sprechstörung des Redeflusses, die sich durch Spasmen und Wiederholungen aufgrund einer fehlerhaften Koordination der Ideomotrizität des Gehirns auszeichnet.

Weitere Störungen der Sprache: Klassifizierung und Typen

1- Aphasien

Diese Art der Sprachstörung tritt nach unterschiedlichen Erkrankungen auf, deren Ursache Verletzungen bestimmter Gehirnregionen ist, die mit der Sprache verbunden sind.

  • Broca-Aphasie: Die Borca-Aphasie wird durch eine Verletzung im Gyrus frontalis inferior, dem Broca-Areal und benachbarten Regionen verursacht. Betroffene leiden unter extremen Schwierigkeiten sich zu artikulieren und haben starke Wortfindungsstörungen. Sie sprechen meist in sehr kurzen Sätzen, hingegen bleibt das Verständnis größtenteils unversehrt oder wenig beschädigt.

  • Wernicke-Aphasie: Die Wernicke-Aphasie ist eine Sprachstörung, die durch Verletzungen im linken Temporallappen samt auditivem Cortex entsteht. Diese Störung ist auch als rezeptive Aphasie bekannt und zeichnet sich durch ein relativ flüssiges Sprechen aus, allerdings beinahe ohne informativen Wert. Es kommt zum semantischen Paraphasien (Wörterverwechslungen) und phonematischen Paraphasien (Lautverdrehungen) und Neologismen (Wortneuschöpfungen). Diese Symptome gehen mit Verständnisproblemen einher.

  • Leitungsaphasie: Diese Sprachstörung wird durch eine Verletzung im Fasciculus arcuatus und/oder anderen Verbindungen der Temporal- und Frontallappen verursacht. Diese Störung zeichnet sich durch einen relativ flüssigen spontanen Sprachgebrauch, ein gutes Verständnis aber mit Problemen des Nachsprechens aus. Die Leitungsaphasie beinhaltet manchmal Leseprobleme (verbessert sich beim lauten Vorlesen) und Schreibschwierigkeiten oder unter anderem Bezeichnungsfehler.

  • Transkortikale sensorische Aphasie: Diese Art von Störung wird durch eine Verletzung der Verbindungen zwischen den Parietal- und Temporallappen verursacht und sorgt für Verständnisschwierigkeiten einzelner Wörter, obwohl die Fähigkeit des Nachsprechens relativ intakt bleibt.
  • Anomische Aphasie: Sie wird durch Verletzungen in mehreren Teilen der Temporal- und Parietallappen verursacht und sorgt für Wortfindungsstörungen, wie beispielsweise Schwierigkeiten beim Benennen von Gegenständen. Die Sprache ist jedoch flüssig.
  • Globale Aphasie: Diese Aphasie ist die schwerste Form, es kommt zu Störungen bei allen Sprachfunktionen, sowohl der lautsprachlichen Äußerungen als auch des Sprachverständnisses. Die globale Aphasie wird meistens durch einen Totalinfarkt im Gebiet der Arteria cerebri media verursacht.

2- Legasthenie

Die Legasthenie, ist eine massive Störung des Schriftspracherwerbs. Da sie sehr bekannt ist, wird ihr nur ein kleiner Abschnitt in diesem Artikel gewidmet. Die auch als Lese-Rechtschreib-Schwäche oder LRS bezeichnete Störung  ist eine “Lernstörung des Lesens und Schreibens”, deren Ursprung in einem Problem der Nervenentwicklung des Individuums zu liegen scheint. Aktuell existieren professionelle Werkzeuge zur neuropsychologischen Bewertung der Legasthenie, zur Behandlung der Legasthenie im Klassenraum und Spiele zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Legasthenie.

3- ADHS oder Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität

ADHS ist eine Störung, die Veränderungen der Sprache impliziert und bei den Betroffenen Probleme in zwei Bereichen hervorruft: beim Lernen und bei der Kommunikation. Laut einer Studie weisen Kinder mit ADHS Schwierigkeiten bei der phonologischen Organisation und der Syntax auf. Außerdem zeigen sie Probleme bei der semantischen Organisation und haben ein schlechteres auditives Gedächtnis. Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung von ADHS, Neurowissenschaftliche Werkzeuge zur Behandlung von Lernschwierigkeiten im Klassenraum und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit ADHS.

4- Dyskalkulie

Ebenfalls soll die Dyskalkulie genannt werden, bei der es sich per se nicht um eine Störung der Sprache handelt, die aber das Verständnis einer “anderen Sprache” – der Mathematik – beeinflusst. Diese Störung beeinflusst die Fähigkeit mit Zahlen zu arbeiten und mathematische Konzepte zu verstehen. Diejenigen, die unter ihr leiden, verstehen die Logik mathematischer Prozesse nicht.

Heutzutage gibt es professionelle Werkzeuge für die neuropsychologische Bewertung der Dyskalkulie und Übungen zur kognitiven Stimulation für Kinder mit Dyskalkulie.

Wie Sprech- und Sprachstörungen diagnostiziert werden

Zur Diagnose von Sprachstörungen werden unter Beachtung bestimmter Richtlinien Tests durchgeführt. Bei der Betrachtung von Sprech- und Sprachstörungen bei Kindern müssen eine Reihe von Strategien verfolgt werden, um die Probleme zu identifizieren, die sich zu einer Störung entwickeln könnten.

Für eine professionelle Diagnose von einer Sprech- und Sprachstörung bei Kindern müssen zunächst die Eltern und die Schule beziehungsweise Lehrer befragt werden. Dadurch lassen sich wichtige Informationen zum Verhalten des Kindes und der Tragweite seiner Probleme erkennen. Außerdem muss das Kind selbst befragt werden, wobei hier Aufnahmen und ein Hörtest durchgeführt werden sollte. Um die Diagnose zu vervollständigen sollten sowohl die Eltern als auch die Lehrer spezielle Fragebögen ausfüllen und das Kind spezifische neuropsychologische Test durchgeführen.

Sprech- und Sprachstörungen: Wie man zuhause helfen kann

Wie im Laufe des Artikels deutlich gemacht wurde, gibt es keine allgemeine Symptome, da jede Sprech- beziehungsweise Sprachstörung bei Kindern unterschiedlich verläuft. Ebenfalls äußern sich diese mit verschieden Schweregraden, was jedes Individuum vor spezifische Probleme stellt. Im Folgenden werden einige allgemeine Ratschläge genannt, die befolgt werden können, wenn ein Kind an einer Sprech- oder Sprachstörung leidet.

Wichtig ist, da das Kind an einem Kommunikationsproblem leidet, dafür zu sorgen so viel wie möglich mit ihm zu kommunizieren. Dabei kann Musik gehört oder gesungen werden und dem Kind sollte Zeit gegeben werden seine Sätze beim sprechen selbst zu beenden.

Ebenfalls hilft es, mit dem Kind zu Lesen, dabei ist eine interaktive Gestaltung von Vorteil. Es kann über Inhalte gesprochen, Bilder beschrieben werden oder das Kind gebeten werden sich selbst ein alternatives Ende auszudenken. Diese Übungen helfen der sprachlichen Entwicklung des Kindes.

Wichtig ist ebenfalls, das Problem des Kindes gut zu verstehen. Hierbei ist es ratsam einen Experten aufzusuchen, der bei der Behandlung der spezifischen Störung helfen kann.

Je genauer die Störung des Kindes bekannt ist, desto spezifischere Interventionen können durchgeführt werden. Probleme wie Legasthenie, Dyskalkulie, ADHS oder eine andere spezifische Sprech- oder Sprachstörung besitzen spezielle Behandlungsansätze, die in den beigefügten Links zu finden sind.

Sprachstörungen: Wie kann man in der Schule helfen

Damit sich alle Schüler adäquat entwickeln können, ist es notwendig, Programme zur Erkennung von Sprachschwierigkeiten einzusetzen und zu fördern. Dies ermöglicht bei Bedarf ein frühzeitiges Eingreifen. Es gibt Bildungsplattformen für Schulen und Lehrer, die hierbei sehr nützlich sein können.

Die Rolle des Lehrpersonals spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Kindes. Die Lehrperson hat hierbei eine Vermittlerfunktion im Lernprozess und kann zur Verbesserung des Individuums im Schulleben beitragen.

Sprachstörung: Ein gutes Bildungsprogramm sorgt für ein umfassendes Lernen

Vorschläge des “Leitfaden zur pädagogischen Betreuung von Schülern mit Störungen in der mündlichen und schriftlichen Sprache” sind:

• Das Bildungszentrum sollte für Voraussetzungen sorgen, welche die sprachliche Stimulation und soziale Interaktion fördern.
• Die erzieherische Hilfestellung sollte vom selben Erziehungsteam kommen, das für das Kind zuständig ist.
• Beratungsteams und Beratungsabteilungen sollten diese Funktion unterstützen, aber niemals ersetzen.
• Es sollten mündliche Sprachprogramme sowohl zur Vorbeugung als auch zur Stimulation entwickelt werden.
• Die Organisation des Bildungszentrums sollte garantieren, dass eine Koordinierung zwischen dem unterstützenden Personal, dem Personal für Hör- und Sprachverstehen und dem Rest des erzieherischen Teams möglich ist, damit alle aufeinander abgestimmt und mit derselben Vorgehensweise arbeiten.

Quelle: Mario de Vicente, Psychologe bei CogniFit.

Wie lernt das Gehirn? Faktoren, die den Lernprozess unterstützen

Wie lernt das Gehirn? Neue Lernstrategien können wir dann entwickeln, wenn wir verstehen, wie das Gehirn lernt. Die traditionellen Lehrmethoden sind überholt und es ist Zeit, Alternativen in der Neurodidaktik zu suchen. In diesem Artikel wird erklärt, wie das Gehirn lernt. Außerdem finden sich einige Tipps, die das Lernen vereinfachen können.

Wie das Gehirn lernt. Bild: Natasha Connnell, Unsplash.com

Wie lernt das Gehirn? Immer wieder eine bestimmte Information zu wiederholen, bis wir es schaffen, sie auswendig zu lernen, ist nicht die beste Art zu lernen. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Faktoren wie Überraschung, Motivation, Emotion, Sport, Neuheit oder Teamarbeit unentbehrliche Zutaten zur Unterstützung und Förderung des Lernen und der Kenntnisse sind.

Die Erziehungsstrategie, der wir zurzeit folgen, ist nicht die optimalste. Um dabei helfen zu erziehen und besser zu lernen, sollten wir beginnen, in den Schulen die Erkenntnisse darüber, wie unser Gehirn lernt, anzuwenden. Monotone Informationsfolgen lehren uns nicht, wie wir der Welt begegnen sollen. Wir lernen nicht beim Auswendiglernen, sondern beim Erleben, beim Involvieren und beim Üben mit unseren Händen.

Um zu lernen ist es notwendig eine neue Strategie einzuführen, die es schafft die Lethargie aus unseren Köpfen zu vertreiben. So unterstützen wir nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch das Gedächtnis. Die neue und auffallende Information wird tiefer in unserem Gehirn gespeichert. Nach einer Studie des Technologischen Instituts von Massachusetts (MIT) liegt die Gehirnaktivität während einer Unterrichtsstunde im gleichen Bereich wie beim Fernsehen, das heißt, bei praktisch Null. Mit endlosen Vorträgen, bei denen die Schüler mit Information bombardiert werden, erreichen wir den gegenteiligen Effekt zu dem was wir eigentlich suchen.

Laut dem Neuropsychologen J.R. Gamo muss das Gehirn erregt sein, um zu lernen. Wenn das Gehirn neuartige Informationen aufnimmt, verarbeitet dies die rechte Gehirnhälfte (die mit der Intuition, den Bildern und dem kreativen Denken verknüpft ist).

Deswegen spielen die Sprache und der Vortrag, den ein Lehrer seinen Schülern im Unterricht hält, keine wichtige Rolle beim Lernen. Im Gegenteil, er sorgt dafür, dass die Schüler abschalten und sich leicht ablenken lassen.

Um zu verstehen, wie das Gehirn lernt, ist es wichtig zu wissen, wie es fühlt, und wie es Informationen verarbeitet und speichert.

Plattform Neurodidaktik von CogniFit: Wie lernt das Gehirn?

Neuerdings kann man immer häufiger das Präfix “Neuro-” in Verbindung mit verschiedenen Wissenschaften finden. Dies hat die Kreierung neuer Disziplinen wie dem Neuromarketing, der Neurotechnologie, der Neurolinguistik und der Neurodidaktik hervorgebracht. Dies ist so, da die Neurowissenschaft eine immer wichtigere Rolle bei der Erklärung der wissenschaftlichen Realität spielt. Die Funktionsweise des Gehirns zu kennen hilft dabei, Phänomene besser zu verstehen. Beispielsweise das Phänomen, mit dem wir uns gerade beschäftigen: wie das Gehirn lernt.

Die Neurodidaktik vereint die Kenntnisse und Methoden der Neurowissenschaften hin zur Unterstützung des Lernprozesses, um uns dabei zu helfen, besser zu lehren und effizienter zu lernen. Von CogniFit und um die Betreuung von verschiedenen Lernbedürfnisse zu unterstützen, wurde die neurodidaktische Plattform für Schulen und Lehrer gegründet. Es handelt sich um eine Plattform der Neurodidaktik, die von Experten der Neuropsychologie kreiert wurde. Sie hilft Lehrkräften, die nicht in Psychopädagogik spezialisiert sind, die Lernprozesse der Schüler zu bewerten und bessere Resultate bei ihnen zu erzielen.

Faktoren, die das Lernen unterstützen. Lernen zu lernen

1- Wie lernt das Gehirn? Beim Lernen ist ein Bild mehr wert als tausend Worte

In sehr bekannten oder Routine-Situationen wird das Gehirn faul. Der Schlüssel ist es, die Suche nach Neuheit des menschlichen Gehirns zu nutzen. Um zu lernen, benötigt unser Gehirn neue Reize.

Wie lernt das Gehirn? Eine gute Idee besteht darin, im Unterricht vom Linguistischen zum Visuellen zu wechseln. Den theoretischen mündlichen Vortrag durch einen Vortrag, der von Bildern, Concept-Maps, Videos und anderen audiovisuellen Materialien ersetzen, die den Schüler anregen und seine Beteiligung am Lernen unterstützen.

Bei neuartigen Reizen wird der komplette Cortex des Gehirns aktiviert. Es handelt sich um ein physiologisches Merkmal, das dazu dient, jede Art von Reiz, unabhängig seiner Natur, zu bewältigen. Diese Besonderheit kommt unserer Lernfähigkeit zugute. Es ist nicht schwieriger als Veränderungen in unseren Vortrag einzubauen, wie Gesten, Gesichtsausdrücke, Augenkontakt oder Veränderungen in der Intonation. Aber es gibt nichts, was das Gehirn mehr aktiviert als ein neues Bild oder ein unterhaltsames Video. Wenn wir es schaffen, dass der ganze Cortex aktiviert wird, unterstützen wir ein integraleres Denken, das wenig mit dem Zwangsauswendiglernen zu tun hat und stark mit einem effizienten und nachhaltigen Lernen verknüpft ist.

2- Wie lernt das Gehirn? Begeisterung ist wichtig für das Lernvermögen

Wir erinnern uns sicher alle noch an einen Lehrer oder Lehrerin, der oder die uns im Guten oder im Schlechten geprägt hat. Wenn wir berücksichtigen, wie das Gehirn nach der Neurowissenschaft lernt, gibt es dafür eine ganz einfache Erklärung.

Die Emotion und die Erkenntnis sind eng miteinander verknüpft und der anatomische Aufbau des Gehirns steht mit dieser Beziehung im Einklang. Die Information, die wir aufnehmen, reist zunächst durch Systeme wie das limbische System, der primitive oder emotionale Teil des Gehirns. Danach wird sie zum Cortex gesendet, dem analytischsten und phylogenetisch neuesten Teil.

Der emotionale Teil ist mit Strukturen die relevant für das Überleben sind, wie der Amygdala, verknüpft. Aus diesem Grund ist die Amygdala dafür verantwortlich, eine Erinnerung effizienter zu festigen. Es ist wichtig, zu diesem emotionalen Teil zu gelangen, damit die Information bleibt und das Lernen wirkungsvoll ist. Wie das Gehirn lernt: Zum Beispiel ist das Geschichtenerzählen eine wundervolle Art, subkortikale Strukturen zu aktivieren und besser zu lernen.

Diesbezüglich hat der mexikanische Neurologe Jaime Romano ein Modell, das als Neuropyramide bekannt ist, erstellt. Das Modell besteht aus sechs Stufen, auf denen dargestellt wird, was mit der sensoriellen Information geschieht, bis sie sich in etwas Gelerntes umwandelt. Er entdeckte, dass die Informationsverarbeitung stark mit emotionalen Vorgängen zusammenhängt.

Laut Romano: “Wir möchten die emotionalen und mentalen Fähigkeiten der Studenten verbessern, die Rechen- und Verständnisvorgänge und dies wird dazu führen, dass sie besser lernen zu rechnen, zu lesen und Texte zu verstehen, ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu halten.”

2- Wie lernt das Gehirn? Mit anderen zu arbeiten stimuliert

Das Gehirn wird stimuliert, wenn wir mit anderen interagieren und die Motivation steigt. Wenn wir motivierte Schüler haben, haben wir aufmerksame Schüler; und wenn wir aufmerksame Schüler haben, ist es wahrscheinlicher, dass das Gelernte bedeutsam ist und sie es ihr Leben lang erinnern.

Wie das Gehirn lernt: Das kooperative Lernen erweist sich als sehr nützlich bei der Entwicklung von Sozialkompetenz, Gefühle der Selbsteffizienz, Begünstigung des Mitgefühls und der Fähigkeit, zuzuhören, unter anderem. Diese Art von Aufgabe hat viele Vorteile, vorausgesetzt, dass sie von einer kooperativen Perspektive aus erwogen wird und keiner kompetitiven oder individualistischen. Dafür ist es notwendig, dass jeder Einzelne seine Ziele nur dann erreicht, wenn die anderen auch ihre erreichen. Untersuchungen diesbezüglich haben schlussgefolgert, dass kooperative Situationen höher als kompetitive und individualistische stehen.

3- Wie lernt das Gehirn? Die IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie), ein Alliierter beim Lernprozess

Die Informations- und Kommunikationstechnologie fördert die Haltung der Aufmerksamkeit und regt die kreativsten Teile unseres Gehirns an.

Marc Prensky, Fachmann für Bildung, bestätigt, dass das heutige Bildungssystem anachronistisch ist und durch ein anderes Zeitgemäßeres ersetzt werden sollte. Es ist nicht sinnvoll, die Technologie des 21. Jahrhunderts zur Verfügung zu haben und weiterhin wie vor 200 Jahren zu unterrichten.

Wie das Gehirn lernt: Um die Emotionen zu erreichen und Material zu nutzen, dass den Schülern bedeutsam erscheint, ist es unabdingbar, die IKT zu nutzen. Wir müssen uns bewusst darüber sein, dass wir mit Digital Natives arbeiten und somit das digitale Format am attraktivsten erscheinen wird.

Der interaktive Ansatz, den die Informations- und Kommunikationstechnologien verfolgen, unterstützt dabei, dass die Aufmerksamkeit nicht abfällt. Das audiovisuelle Material begünstigt außerdem die Informationsspeicherung.

All dies sind Vorteile, wenn wir die IKT richtig benutzen können, um den Lernprozess im Klassenraum anzuregen und zu ergänzen.

3- Wie lernt das Gehirn? Spielen oder Sport machen ist auch Lernen

Die körperliche Aktivität begünstigt, dass die Muskeln ein Protein absondern, dass im Gehirn die Neuronenplastizität unterstützt. Diese Plastizität schlägt sich in einer Erhöhung der Zahl von Neuronenverbindungen und Synapsen nieder.

Es ist ein Fehler, die Schüler von sportlichen Aktivitäten abzumelden, da diese den Lernprozess und die Speicherung begünstigen. Laut Professor David Bueno von der Universität von Barcelona ist es ebenso notwendig im Klassenraum zu lernen wie der Entwicklung und persönlichen Freizeit Gewicht zu verleihen.

4- Wie lernt das Gehirn? Das Gehirn lernt durch den Kontakt mit der Natur

Es ist problematisch, dass die Schule im Klassenzimmer auf einem Stuhl sitzend stattfindet. Unbeweglich wird auf einem Stuhl gesessen und die Information auf passive Art aufgenommen. Der Schüler sollte aktiv am Lernprozess teilnehmen. Aber genau so wie wir wollen, dass die Schüler intellektuell aktiv sind, ist es auch, dass sie körperlich aktiv sind. Deswegen ist es sehr vorteilhaft, im Rahmen der Möglichkeiten, aus dem Klassenraum zu gehen, um zu lernen. Schon mit dem Verlassen des Klassenraums beginnen wir neue Gehirnstrukturen zu aktivieren, die sehr positiv für den Lernprozess sind. Am idealsten ist es aber dies in der Natur durchzuführen.

Wenn wir darauf achten, wie das Gehirn lernt, ist die Natur die perfekte Umgebung zum Lernen, besonders in jungem Alter.

In der Welt der Natur können wir eine Vielzahl an Reizen finden, in unterschiedlichen Formen, Farben, Bewegung, Tiefen. Diese Unmenge an Eigenschaften, neben dem Vorteil, draußen zu sein, begünstigen das effiziente Lernen. So erreichen wir die besten Ergebnisse im Unterricht mit den geringsten Kosten.

5- Wie lernt das Gehirn? Gute Erholung ist fundamental für den Lernprozess

Gelegentlich übersehen wir die Wichtigkeit einer guten Ernährung für das Gehirn (das Gehirn braucht  Vitamine), oder die einer guten Erholung für den Lernprozess. Die Erholung hängt eng mit den Prozessen zusammen, die so wichtig für den Lernprozess sind, wie die Erinnerung, die Aufmerksamkeit und die Motivation.

Die akademischen Zeiten sind für gewöhnlich am Morgen und sind normalerweise nicht synchron zum biologischen Rhythmus der Schüler. Dies liegt teilweise daran, dass die Gewohnheiten (Fernsehen, Abendessen, Videospiele, spät schlafen gehen) nicht förderlich für die Erholung sind. Vor dem Schlafen Fern zu sehen bedeutet eine hohe Stimulierung des Nervensystems, was den Schlaf erschwert. Dies ist bei Videospielen, Computer, Handy und anderen technologischen Geräten ähnlich. Ein spätes Abendessen kurz vor dem Schlafengehen verhindert eine angemessene Verdauung, was die Erholung erschwert. Und spät schlafen zu gehen bringt weniger Schlaf mit sich und dies schädigt den Körper beim frühen Aufstehen.

So finden wir Schüler, die wie lustlose Zombies zur Schule kommen. Wir können vermeiden, dass es so negativ ist zur Schule zu gehen, indem wir eine Routine vor dem Schlafengehen erschaffen. Exzessive Stimulation, wenig Schlaf oder Essen vorm Schlafengehen sollten vermieden werden.

Danke fürs Lesen! Ich hoffe, dass ihr den Artikel darüber, wie das Gehirn funktioniert, interessant fandet. Zögert nicht, unten eure Kommentare und Fragen zu hinterlassen.

Quelle: Irene García Calvo, Psychologin bei CogniFit.

Verhaltensmodifikation: 5 Techniken ungewolltes Verhalten bei Kindern zu unterbinden

Die Verhaltensmodifikation hat das Ziel, “unangepasste” oder ungehorsame Verhaltensweisen zu minimieren oder zu verändern. Es kommt immer häufiger vor, dass Kinder nicht gehorchen, lügen, beleidigen, sich aggressiv und herausfordernd geben, etc. Diese Verhaltensweisen sind ein klares Zeichen dafür, dass ein Verhaltensproblem existiert. Sowohl als Eltern als auch als Lehrer sollten wir versuchen, diese unsozialen Verhaltensweisen in der Kindheit zu korrigieren und zu kontrollieren, wenn wir nicht wollen, dass sie sich im Jugendalter verstärken. Entdecke diese 5 Techniken und Strategien zur Verhaltensmodifikation, die dir helfen können, aggressives und herausforderndes Verhalten unter Kontrolle zu halten. Wie du von der körperlichen Bestrafung Abstand nimmst und ohne Gewalt erziehst.

Verhaltensmodifikation

Eine Verhaltensmodifikation wird nicht durch Gewalt erreicht. Allen Eltern und Lehrern sollte klar sein, dass Gewalt nicht in die Erziehung gehört. Gewalt als disziplinarische Maßnahme ist nutzlos, da sie der Entwicklung des Kindes nur schadet. Die Verhaltensmodifikation wird nur durch “Regeln” erlangt, die den Kindern helfen, sich besser kennenzulernen und zu verstehen, was von ihnen erwartet wird und was sie machen dürfen oder auch nicht.

Die Verhaltensmodifikation strebt eine Verhaltensänderung durch psychologisch Techniken und Strategien an, die auf eine Verbesserung des Verhaltens der Kinder ausgerichtet sind. Dabei basieren die Techniken beispielsweise auf der Desensitivierung, dem operanten Konditionieren, Regellernen, der Verhaltensformung und den Tokenstrategien.

Diese Strategien können dabei helfen, dass die Kleinen ihr ganzes Potenzial entwickeln, die Frustration bewältigen können, sich an Veränderungen anpassen und sinnvolle Verhaltensweisen wählen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Anwendung dieser Methoden, die wir weiter unten auflisten, wird dabei helfen, das Verhalten in der Kindheit zu kontrollieren und das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und die persönliche Kompetenz in der Kindheit zu fördern.

Techniken zur Verhaltensmodifikation

Wenn es darum geht, Verhaltensweisen bei ihren Kindern zu ändern, fühlen sich viele Eltern verloren. Im Folgenden schlagen wir einige nützliche Techniken zur Verhaltensmodifikation vor, die zuhause oder in der Schule angewendet werden können, um zu erreichen, dass die Kindern unsoziale Verhaltensweisen kontrollieren oder korrigieren.

Wenn diese Techniken auf angemessene Art und Weise genutzt werden, können gute Resultate von jungem Alter an erzielt werden. Es ist wichtig auszuwerten, welche Technik in jedem Moment genutzt werden sollte und keine Mischung aus verschiedenen zu machen, ohne an das vorgenommene Ziel zu gelangen. Das Wichtigste bei der Verhaltensmodifikation der Kinder ist es, ihnen so wenig Unzufriedenheit wie möglich zu verschaffen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die von ihren Eltern erbetenen Normen angemessen zu erfüllen, ohne sich durch täglich unterzogene Strafen oder Standpauken entmutigt zu fühlen.

1. “Time-Out”-Technik zur Verhaltensmodifikation

Die erste Technik zur Verhaltensmodifikation ist simpel und leicht anwendbar. Das “Time out” ist eine Technik, die sich anwenden lässt, um viele Verhaltensweisen zu ändern. Die Essenz dieser Technik liegt darin, das Kind an einen Ort zu bringen, der keine positiven Reize für sie/ihn bietet, einen Ort, wo es keine Spiele oder Gesellschaft gibt, mit denen er/sie sich unterhalten kann. Es geht nicht darum, einen feindlichen Ort zu suchen, sondern einen Ort, den er/sie langweilig findet. Wir sollten es schaffen, ihn/sie an diesem Ort des Missfallens für eine Zeit verweilen zu lassen.

Ein Beispiel: Ein Kind sieht schon länger fern, sein Vater beschließt, den Fernseher auszuschalten, woraufhin der Kleine einen Wutanfall bekommt. Wie können wir mit dieser Situation umgehen? Um die Technik des “Time outs” richtig anzuwenden, müssen wir das Kind an einen Ort bringen, der wenig bereichernd für ihn/sie ist. Das machen wir, sobald sich das unerwünschte Verhalten einstellt. Ohne mit ihm zu streiten und auf pausierte und ruhige Art und Weise erklären wir ihm detailliert, dass, wenn es seine Verhaltensweise korrigiert, wir da sein werden, um mit ihm zu spielen oder einer erfüllenden und lustigen Tätigkeit nachzugehen.

Diese Technik zur Verhaltensmodifikation ist sehr einfach, aber sie beinhaltet einen sehr wichtigen, zu berücksichtigenden Faktor, dabei handelt es sich um die Zeit, die das Kind in der “Time-Out”-Situation verbringen sollte. Die Zeit sollte proportional zum Alter des Kindes sein, das heißt, für jedes Jahr, dass das Kind alt ist, wird eine Minute berechnet, somit gilt für 5-jährige Kinder 5 Minuten “Time out”. Diese Information ist sehr wichtig, denn wenn sie nicht auf diese Weise durchgeführt wird, kann die Technik aversiv auf das Kind wirken und somit nicht die Vorteile erbringen, die wir uns von ihr versprechen. Das Alter in der Entwicklung des Kindes spielt eine große Rolle beim Verhalten des Kindes. Entdecke hier die Entwicklungsphasen des Kindes.

2. Technik der “Auslöschung” zur Verhaltensmodifikation

Eine weitere wichtige Technik, die aber normalerweise nicht korrekt angewendet wird, ist die “Auslöschung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die Belohnungen zu streichen, die das Kind sich von seinem Verhalten erwartet. Die meisten von uns schenken Verfehlungen Aufmerksamkeit, wir haben Schwierigkeiten damit, sie zu ignorieren, und die Kleinen wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil. Wenn unser Kind aufmüpfig wird, erhält es unsere Aufmerksamkeit: Wir beginnen eine Diskussion, versuchen, uns zu erklären, es zur Vernunft zu bringen und zu überzeugen … Die Technik der Auslöschung besteht darin, alles zu beseitigen, dass das unerwünschte Verhalten des Kleinen belohnt.

Beispielsweise erpresst ein Kind seine Mutter emotional, um nicht zur Schule zu gehen, mit Kommentaren wie “Du bringst mich zur Schule, um mich loszuwerden”, “Möchtest du etwa keine Zeit mit mir verbringen?”, etc. Bei dieser Gelegenheit wenden wir die Technik zur Auslöschung von Verhaltensweisen an und ersetzen diese Kommentare durch etwas Erfüllendes. Eine angemessene Praktik wäre zum Beispiel, das Kind etwas zu seinen Lieblingszeichentrickfilmen zu fragen und den Kommentar zu ignorieren, den es vorher abgegeben hat. So tun, als ob wir es nicht gehört hätten und ein Gespräch mit ihm beginnen wollten.

Bei der “Auslöschung” ist es sehr wichtig, dass immer ein erfüllender Ersatz gegeben wird, da sich das Kind, wenn diese Technik ohne die Begleitung eines positiven Reizes ausgeführt wird, ignoriert fühlen kann und sich dies negativ auf seine Emotionen niederschlagen kann. Diese Technik sollte nicht bei gefährlichen Verhaltensweisen angewendet werden.

3. Technik der “Modellierung” zur Verhaltensmodifikation

Eine andere sehr nützliche Technik wie Praktik, die in verschiedenen Bereichen angewendet werden kann, ist die “Modellierung”. Diese Technik zur Verhaltensmodifikation besteht darin, die andere Person zu imitieren, indem man das Gleiche macht, was sie zuvor getan hat. Hierbei spielen die Spiegelneuronen eine große Rolle.

Ein nützliches Beispiel, bei dem wir diese Technik der Verhaltensmodifikation verwenden können, ist beim Beibringen einer neuen Fähigkeit, wie zum Beispiel dem Tischdecken. Zunächst sollte die Mutter oder der Vater die Aufgabe durchführen und dabei jeden Schritt erklären, vom Decke auf den Tisch legen bis zum hinsetzen und auf das Essen warten. Die sollte möglichst didaktisch geschehen, damit das Kind aufpasst.

Beispielsweise kann sich ein Kind, das Zeichentrickfilme über Superhelden mag, vorstellen, dass jedes Element, das es auf den Tisch stellt (Gläser, Besteck, Servietten, …) ein Superheld ist, das sich auf der Basis (dem Tisch) mit dem Rest seiner Freunde versammelt. Die Eltern sollten mit derselben Begeisterung dabei sein wie das Kind, damit es unterhaltsamer wird. Sobald der Vater oder die Mutter die Modellierung durchgeführt hat, sollte er oder sie alles aufräumen, was er/sie auf den Tisch gestellt hat und dem Kind überlassen, es nun selbst ohne Hilfe zu wiederholen.

Wenn der/die Kleine sich bei etwas irrt, ist es besser ihn/sie nicht zurechtzuweisen und abzuwarten, ob er/sie sich beim nächsten Mal daran erinnert, was er/sie das letzte Mal nicht gut gemacht hat. Wichtigkeit der Motivation beim Lernen.

4. Technik der “Punkte-Wirtschaft” zur Verhaltensmodifikation

Die “Punkte-Wirtschaft” ist eine weitere Technik zur Verhaltensmodifikation, die sehr unterhaltsam sowohl für Kinder als auch für Erwachsene sein kann. Es geht darum, ein Belohnungssystem aufzustellen, in dem das Kind, um eine Belohnung (Lieblingsessen, Spielzeug, Ausflug, Denkspiele, etc.) zu erhalten, bestimmte erwünschte Verhaltensweisen entwickeln sollte (Hausaufgaben, sein Zimmer aufräumen, Zähne putzen, beim Tischdecken helfen, etc.) und andere lassen sollten, die konkretisiert werden sollten.

Als nützliches Beispiel, jedes Mal, wenn das Kind die erwünschte Verhaltensweise ausführt, gibt man ihm direkt eine Belohnung (Spielstein, Punkt, etc.). Das Kind sammelt diese Belohnungen bis zu einer Zahl, die wir vereinbart haben; in diesem Moment überreichen wir ihm den Endpreis. Das Wichtigste an dieser Strategie zur Verhaltensmodifikation ist, dass das Kind merkt, dass es viel mehr Vorteile und Privilegien erlangt, wenn es sich gut benimmt.

Es ist wichtig, dass wir eine Tafel oder ein Stück Pappe besitzen, dass für alle Familienmitglieder gut sichtbar ist, wo man den Status der wöchentlich erhaltenen Punkte sehen kann. Wir sollten im Voraus festlegen und vereinbaren, welche Preise wir übergeben. Es sollten klare Belohnungen sein, die dem Kind wirklich attraktiv erscheinen, und sie sollten auf der Tafel erscheinen.

Jedes Mal, wenn wir einen Spielstein oder einen Punkt überreichen, sollten wir die Übergabe mit positiven Kommentaren begleiten: “Ich bin sehr zufrieden, weil du dir Mühe gegeben hast”. Entdecke die verschiedenen Formen zu loben, die das Selbstwertgefühl von Kindern steigern.

In diese Technik kann man außerdem den Punkteverlust mit aufnehmen, wenn das Kind das Ziel nicht erreicht, das festgelegt wurde. So kontrolliert man sehr gut, dass das Kind seine Verpflichtungen erfüllt und nicht mit etwas Aversivem bestraft wird, wenn es das nicht tut. Das System ist sehr nützlich in Schulen und in den meisten wird es angewendet, aber es ist auch zuhause sehr effizient.

5. Technik der “paradoxen Absicht” zur Verhaltensmodifikation.

Die letzte Technik der Verhaltensmodifikation, über die wir sprechen werden, ist die der “paradoxen Absicht”. Es ist eine Technik mit sehr guten Resultaten, aber sie ist komplex, da man das Kind darum bittet, genau das zu tun, was wir eigentlich vermeiden wollen.

Zum Beispiel, wenn ein Kind ständig die Anordnung missachtet, sein Spielzeug wegzuräumen, und sich systematisch weigert, aufzuräumen. Das Kind beginnt Tag für Tag eine Dynamik der Provokation. Was würde passieren, wenn die Eltern ihm sagen würden: Heute möchte ich nicht, dass du aufräumst, ich möchte, dass du absolut gar nichts machst.

Das erste Gefühl, was in dem Kind auftauchen wird, wird Zufriedenheit sein, denn es muss sich keine Mühe geben, etwas zu tun, was ihm nicht gefällt. Jedoch sollten die Eltern dann eine lustige Aktivität mit dem Rest der Kinder oder unter ihnen beginnen. Dies könnte zum Beispiel das Kochen eines Rezeptes sein, Geschichten erzählen, viel lachen. Das Kind wird mitmachen wollen, aber die Eltern sollten ihm dies verweigern und ihm sagen, dass es weiter nichts tun soll, da das ja das sei, was es wolle.

Diese Technik hat einige Beschränkungen und sollte vorher auf die Eignung für das Profil des Kindes bewertet werden, da sie die gegensätzliche Handlung verursachen kann und deshalb nicht komplett sinnvoll sein könnte.

Wenn nach dem Anwenden dieser Techniken zur Verhaltensmodifikation das Kind immer noch nicht richtig reagiert, kann man sich immer noch an Experten wenden, damit diese eine komplette neuropsychische Untersuchung durchführen und neurologische Störungen ausschließen können.

Das Wohlbefinden und die Entwicklung des Verhaltens in der Kindheit hängt von den Eltern und Erziehern ab. Die Kinder reagieren nicht wie Erwachsene, weswegen immer alle Verhaltensmodifikationen darauf angepasst werden sollten, was sie brauchen.

Wie Jean Jacques Rousseau sagte:Die Kindheit hat ihre eigene Art zu sehen, zu denken und zu fühlen; es gibt nichts Törichteres, als vorzugeben, sie durch unsere Art ersetzen zu wollen”.

Vielen Dank fürs Lesen, zögere nicht, unten deine Kommentare mit Fragen oder Zweifel oder Techniken zur Verhaltensmodifikation, die bei dir funktionieren, zu hinterlassen 🙂

Quelle: Noemí de la Cruz Belerda, Psychologin bei CogniFit.

Motivation: Was ist das, wie beeinflusst sie das Lernen und 10 Tipps, um sie zu fördern

Die Wichtigkeit der Motivation: Sie ist der Motor, der unsere Welt antreibt. Oft sprechen wir von unseren Kindern und Schülern, die im Unterricht unmotiviert sind. Es fällt ihnen schwer, sich zum Lernen zu bewegen, man muss sie antreiben, damit sie ihre Aufgaben machen, wir kämpfen täglich, damit sie die Lektion lernen … Dennoch lernen sie wie durch ein Wunder die Namen von 300 unterschiedlichen Pokemons. In diesem Artikel erklären wir dir, was die Motivation ist, ihre Bedeutung beim Lernen und in der Erziehung und 10 Tipps, die es ermöglichen, die Motivation im Unterricht zu vergrößern und zu fördern.

Die Wichtigkeit der Motivation

Was ist die Motivation?

Sie ist ein interner Impuls, der der Handlung einem Zweck zuweist. Sie unterliegt einer Handlung und leitet diese Handlung. Ohne Motivation ensteht keine Handlung.

Die Motivation ist sehr wichtig, weil sie uns dazu führt, aktiv Mittel zu suchen, um unsere Existenz zu sichern. Wir sind dazu motiviert, Nahrung zu suchen und zu essen und einen Sexualpartner zu suchen. Dies sind die grundlegenden Motive, die angeboren sind und sich unabhängig von der Kultur zeigen.

Aber wir können auch motiviert sein, unseren Neigungen und Lieblingsaktivitäten nachzugehen und zu lernen. Dies sind die sekundären Motive, die von der Kultur abhängen.

Wir sind nicht dazu motiviert, alles zu lernen. Es kann sein, dass uns die Themen der Schule/Universität nicht motivieren, aber selbstverständlich gibt es Dinge, die unser Lernen motivieren, sei es das Leben der Delfine, ein neues Kochrezept oder einen Autoreifen zu wechseln.

Vielleicht kommt die Motivation von unserem eigenen Interesse am Thema oder weil wir das Wissen für etwas brauchen (für unsere Arbeit oder für das eigene Überleben, wie man einen Autoreifen wechselt).

In diesem Sinne können wir zwei Arten von Motivation unterscheiden: die intrinsische und die extrinsische. Diese Motivationsarten sind mehr als zwei Gegensätze auf einem Kontinuum und treten selten “pur intrinsisch” oder “pur extrinsisch” auf.

  • Intrinsische Motivation: ergibt sich, wenn die Menschen intrinsisch dazu motiviert sind, etwas zu machen, weil wir denken, dass es wichtig ist oder es uns Vergnügen bereitet. Die Schüler auf diese Art motiviert sind, sind gespannt darauf, ihre Aufgaben zu erledigen, weil sie die Herausforderung genießen, die ihnen ihre Erledigung bringt, mehr als jeder Reiz oder jede Belohnung. Die intrinsische Motivation lässt oft nach, je höher die Jahrgangsstufe des Schülers ist. Um diese zu vergrößern, kann man das abstrakte Material konkreter gestalten und es in einem Kontext verwenden.
  • Extrinsische Motivation: Erscheint, wenn ein Schüler eine Aufgabe aus externen Gründen erledigen möchte, wie Belohnungen oder Bestrafung. Jedoch hat man herausgefunden, dass Strafen mehr Schaden als Vorteile verursachen und Belohnungen ein Abhängigkeitspotenzial haben. Deswegen ist es besser, die Belohnungen nach und nach zu verringern und sie zu einer intrinsischeren Motivation überzuleiten.

Die Wichtigkeit der Motivation in der Erziehung

Sie ist der Impuls, der uns dazu bringt, zu handeln und zu schaffen, was wir uns vornehmen.

Die Motivation spielt eine wichtige Rolle beim Lernen. Laut einer Studie beeinflusst sie unsere Leistungen in Mathematik mehr als unser Intelligenzquotient.

Konkret fanden die Forscher heraus, dass die Intelligenz stark mit den Leistungen der Schüler in Mathematik zusammenhing, aber nur bei der anfänglichen Entwicklung der Kompetenz in der Materie. Die Wichtigkeit der Motivation und die Lernfähigkeiten waren die bedeutendsten Faktoren bei der Entwicklung der nachfolgenden Kompetenzen in Mathematik. Die Schüler, die sich kompetent fühlten, waren intrinsisch motiviert, nutzten Fähigkeiten wie Erklären, Zusammenfassen, Verbindungen zu anderen Materialen schaffen, vermieden das Lernen durch Auswendiglernen und wiesen eine größere Entwicklung in Mathematik auf als diejenigen, die sich nicht motiviert fühlten. Im Gegensatz dazu hing die Intelligenz der Schüler nicht mit der Entwicklung in Mathematik zusammen.

Warum ist es wichtig, dass die Kinder motiviert bleiben zu lernen?

Die Motivation:

  • erhöht ihr Anstrengung und Ausdauer bei der Aufgabe
  • erhöht ihre Initiative
  • verbessert ihre kognitiven Verarbeitungsfähigkeiten
  • verbessert ihre allgemeine Leistung

Wie können wir erkennen, ob unsere Kinder oder Schüler motiviert sind?

Laut Rodríguez Moneo  kann das Verhalten der Menschen als eine Anzeige zur Messung der Motivation dienen. Es ist eine ziemlich vertrauenswürdige Anzeige, die die Lehrer nutzen können, um die Motivation der Schüler einzuschätzen und danach zu handeln.

  • Die Präferenz oder Wahl einer Aktivität gegenüber einer anderen. Wenn ich es wähle, fernzusehen statt meine Hausaufgabe zu machen, spiegelt meine Wahl meine Motivation wider.
  • Die Latenz, das heißt, die Zeit, die ich benötige, um eine Reaktion zu zeigen, von dem Zeitpunkt an, an dem der Reiz erscheint. Je länger wir dazu brauchen, die Arbeit zu erledigen, die uns aufgetragen wurde, desto weniger Motivation für die Aufgabe haben wir.
  • Die Mühe, je größer die physischen und kognitiven Mittel sind, die bei der Entwicklung einer Aufgabe eingesetzt werden, desto mehr Motivation gibt es.
  • Die Ausdauer bei der Aufgabe. Es gibt mehr Motivation, je größer die Zeitspanne zwischen dem Beginn und der Beendigung einer Aufgabe ist. Je früher wir bei der Aufgabe aufgeben, desto weniger motiviert sind wir.
  • Die Anzeigen der Emotionsausdrücke. Die Handlungen, die wir durchführen, werden für gewöhnlich von emotionalen Ausdrücken begleitet, die das Vergnügen oder das Missfallen anzeigen, das die Aktivität in uns hervorruft. Wenn wir auf die Ausdrücke unserer Schüler achten, erhalten wir viel Information über deren Motivation.

Wir können wir erkennen, ob unsere Kinder motiviert sind?

Wie können wir die Motivation im Unterricht fördern?

1. Die Einstellung beeinflusst die Motivation

Die Forschung hat gezeigt, dass die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler wichtiger für den Lernprozess als strukturelle Faktoren, wie erzieherische Mittel und die Klassengröße, ist. Diese Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ist nicht nur in den ersten Schuljahren wichtig, sondern auch später, wenn die Herausforderungen größer werden.

Nach einer Studie der Universität von Ostfinnland erhöht eine vom Lehrer geschaffene positive und warme Atmosphäre die Motivation des Kindes zu lernen.

Eine empathische Einstellung auf Seiten des Lehrers schützt nicht nur das Bild, das die Kinder von sich selbst als Schüler haben, sondern hilft auch gegen die soziale Ausgrenzung seitens ihrer Mitschüler.

Wie können wir die Motivation fördern? Zeige eine positive Einstellung und Stimmung. Schaffe eine Bindung zu den Schülern. Zeige ihnen, dass du dich persönlich um sie und um ihren Lernprozess sorgst. Mach dich nie lustig, wenn sie etwas nicht wissen oder verstehen. Zeig dich empathisch und verständnisvoll ihnen gegenüber. Benutze Humor und lockere, entspannte Aktivitäten.

2. Schätze die Anstrengung

Es ist viel wichtiger, die Anstrengung zu schätzen als das Endprodukt. Wenn man das Ergebnis viel mehr schätzt, werden sie sich darauf konzentrieren und vergessen, dass man für ein gutes Produkt Mühe braucht. Außerdem hängt das Ergebnis oft von anderen Faktoren, wie dem Glück ab.

Wie kann man die Motivation fördern?: Konzentriere dich auf den Lernprozess der Kinder, ermutige sie, sich Mühe zu geben und belohne die, die sich sehr anstrengen: “Du bist sehr konzentriert, man merkt, dass du es genießt” oder “Du gibst dir Mühe, du wirst einen Haufen lernen”.

3. Beziehe die Kinder mit ein

Wenn die Kinder sich nützlich fühlen und Verantwortung übernehmen, werden sie sehr viel motivierter sein.

Wie kann man die Motivation fördern?: Gib den Schülern Verantwortung, mach die Teilnahme am Unterricht zu etwas Lustigem. Schreibe jedem eine Aufgabe zu, wie beispielsweise das Klassenzimmer ordentlich zu halten, die Tafel wischen, Material verteilen … wenn sie in Gruppen arbeiten, muss jeder eine Sache übernehmen.

4. Verwende Anreize

Auch wenn es wichtiger ist, die Anstrengung zu fördern und zu belohnen, brauchen Kinder gewisse greifbare Belohnungen für ein gutes Ergebnis. Kinder können die langfristigen Vorteile davon, gute Noten zu bekommen und zu lernen, nicht sehen, sie brauchen sofortigere Belohnungen. Die Anreize motivieren sie dazu, zu arbeiten und sich zu bemühen, indem sie ein Ziel vor Augen haben.

Wie kann man die Motivation fördern?: Denke dir kleine Belohnungen, je nach Erfolgen der Kinder aus, dies können spezielle Privilegien oder kleine Dinge, die Kinder lieben (wie Sticker) sein. Aber es ist nicht nötig, sie mit Belohnungen zu sättigen, da sie so ihren Wert verlieren. Ideal ist es, eine gewisse Zeit zwischen einer Belohnung und der nächsten vergehen zu lassen. Je älter die Kinder sind, desto leichter wird es ihnen fallen, sich ein Ziel auf lange Sicht vorzustellen. Wenn es Kinder in der ersten Klasse sind, ist eine Belohnung pro Klasse pro Tag angemessen. Für ältere Kinder ist eine Belohnung pro Woche gut. Optimal wäre es, diese Art von Belohnungen nach und nach zu reduzieren und sie durch soziale Ermunterungen wie Lob, Lächeln, ermutigende Worte zu ersetzen, da, wie gesagt, die Kinder sonst von ihnen abhängig werden.

 

 

5. In der Abwechslung liegt der Spaß

Kinder langweilen sich schnell, wenn es keine angemessene Stimulation im Klassenraum gibt. Und umso mehr in dieser technischen Welt, in der sie an eine massive Stimulation von Tablets und Smartphones gewohnt sind. Sogar viele Eltern nutzen die Technik, um die Kinder zu beruhigen. Deswegen muss man im Klassenzimmer vermeiden, in Routine zu verfallen.

Wie fördert man die Motivation?: Sei kreativ. Nutze unterschiedliche Strukturen im Unterricht. Unterrichte mit Spielen und Diskussionen, damit der Unterricht dynamisch wird und die Kinder miteinbezogen werden. Das passive Lernen, bei der die Kinder nur Informationen erhalten und sie nicht weiterentwickeln, ist nicht nur ineffektiver, sondern zerstört auch die Motivation. Man kann auch unterschiedliche Materialien verwenden, wie Wandbilder, Fotografien, Videos oder Filme …

6. Erkläre “Was soll ich damit?”

Oft verlieren wir die Motivation, wenn wir den Zweck in der “realen” Welt von dem, was wir gerade lernen, nicht verstehen. Deshalb ist es wichtig, das zu betonen.

Wie kann man die Motivation fördern?: Du kannst einen Abschnitt zu Beginn jedes Themas schaffen, in dem der Sinn des Lernens ebendieses Themas erklärt wird. Mach ihn so praktisch wie möglich. Wenn du Algebra erklärst, widme der Untersuchung, wofür man diese Kenntnisse braucht, zum Beispiel im Ingenieurswesen, etwas Zeit. Zu wissen, dass diese Kenntnisse jetzt gerade wirkliche Menschen bei ihrer Arbeit nutzen, erhöht die bewusste Bedeutung dieser Materie und motiviert sie zu lernen.

7. Geringschätze sie nicht

Die Kinder gering zu schätzen und ihnen Etiketten wie “langsam”, “faul”, “dumm” zu geben, zerstört ihre Motivation nur. Es lässt sie sich fühlen, als ob sie nichts können und es keine Heilung für sie gibt.

Wie fördert man die Motivation?: Vermeide Disqualifizierungen und negative Etiketten. Stattdessen hebe ihre Stärken, Fähigkeiten und positiven Eigenschaften hervor. Erhöhe ihre Mentalität des Wachstums, lass sie wissen, dass sie, obwohl sie etwas nicht so gut können, alles mit der Übung schaffen werden. Steigere ihr Selbstvertrauen. Lerne hier, wie du Kinder lobst, um ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

8. Benutze CogniFit, das führende Programm in Neurodidaktik

Die Neurodidaktik basiert auf einer neuen Perspektive der Erziehung, die die Kenntnisse über das Gehirn nutzt, um die Lernprozesse bei Schülern zu analysieren und zu verbessern. CogniFit ist die führende Plattform für Neurodidaktik. Dieses Programm ist ein professionelles Instrument, das von Spezialisten für kindliche Neuropsychologie geschaffen wurde.

Die Technologie von CogniFit basiert auf der Neuroplastizität. Dieses Programm ist sehr einfach zu verwenden. Es besteht aus verschiedenen klinischen Spielen, die vom Computer aus gespielt werden können, und ermöglicht es, Lehrern, die nicht auf Psychopädagogik spezialisiert sind, die Lernprozesse zu analysieren und das Potenzial jeden Schülers zu entwickeln.

Wie fördert man die Motivation?: CogniFit identifiziert mit wissenschaftlicher Objektivität die kognitiven Schwächen und Stärken der Schüler und erstellt einen Zusammenhang ihrer schulischen Leistung, Verhalten und Motivation und ermöglicht es, personalisierte Lehrstrategien einzuleiten.

9. Hilf ihnen, ihre Angst zu regulieren

Vielen Kindern fällt es schwer, motiviert zu bleiben, weil sie viel Angst haben, sich vor dem Scheitern und dem Nicht-Erreichen der gewünschten Ergebnisse fürchten.

Wie fördert man die Motivation?: Vermittle ihnen Ruhe und lass sie wissen, dass das Scheitern nichts Negativen ist. Sich zu irren hilft uns dabei, mehr und besser zu lernen und zu wissen, was wir nicht machen sollten. Wenn die Angst sehr groß ist, kann man im Unterricht Entspannungsübungen ausprobieren.

10. Bring ihnen bei, sich selbst zu motivieren

Es ist sehr gut, die Kinder zu motivieren, aber sie müssen auch lernen, ihre eigene Motivation zu finden und sie selbst regulieren können.

Wie fördert man die Motivation?: Hilf ihnen, Gründe zu überlegen, wofür ihnen das, was sie lernen, dienen könnte. Wird es ihnen helfen, ihre Umgebung besser zu verstehen? Dient es ihnen, wenn sie zur Universität gehen? Hilft es ihnen in ihrem Alltag?

Wichtigkeit der Motivation bei der Erziehung: Schätze sie nicht gering

 

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

 

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder? Fälle von Kindern, die von Tieren aufgezogen wurden

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder? … Kannst du dir vorstellen, wie es wäre, von Wölfen, Affen, Hunden oder andere Tieren aufgezogen worden zu sein? Wie es wäre, mit ihnen aufzuwachsen? Wenn dir jetzt irgendein Disney-Film in den Kopf kommt, liegst du ganz schön falsch. Die wahren Geschichten von Wolfskindern oder wilden Kindern haben nichts mit den Zeichentrickfilmen zu tun. Finde in diesem Artikel heraus, wie sich Kinder entwickeln, die von Tieren aufgezogen wurden und lerne mehr über einige Geschichten und echte Fälle.

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder?

Was sind Wolfskinder oder wilde Kinder?

Die “Wolfskinder” sind jene Kinder, die ohne jeglichen menschlichen Kontakt aufgewachsen sind, auch wenn sie vielleicht mit anderen Tieren zusammengelebt haben (Affen, Wölfe, …). Die “wilden Kinder” sind jene Kinder, die ebenso wie die “Wolfskinder” keinen Kontakt zu Menschen hatten, aber auch nicht von Tieren aufgezogen worden sind, sondern in Einsamkeit und Isolation gelebt haben.

Man kennt sie unter dem Begriff “wild”, denn wenn man sie findet und nachdem sie so lange fern von jeglichen sozialen Kontakten gelebt haben, wirken sie nicht mehr wie Menschen, sondern wie Raubtiere.

Einige Merkmale der Wolfskinder. Entwicklungsprobleme

Fehlen von der dem menschlichen Wesen eigenen Sozialkompetenz.

Da sie ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen sind, hatten sie keine soziale Stimulierung und beweisen deshalb ein Verhalten, das typisch für Tiere ist.

Fehlen der Sprache.

Wie wir alle wissen, ist die Sprache die Grundlage der Integration und Kommunikation. Eins der größten Hindernisse für die Anpassung der Wolfskinder ist ihre Unfähigkeit sich auszudrücken.

Warum? Ohne den sozialen Faktor ist es unmöglich, das Sprechen zu erlernen, und wenn man nicht frühzeitig sprechen lernt (mit 0-3 Jahren), ist es schwierig, dass sich dies noch ergibt.

Hochentwickelte Sinne.

Gehör, Nachtsicht und Geruchssinn sind hoch entwickelt, sie riechen an allem, was sie auf ihrem Weg finden. Was den Geschmackssinn angeht, passen sie sich der Ernährung der Tiere an, mit denen sie zusammenleben (zum Beispiel rohes Fleisch). Bezüglich des Tastsinns haben sie kein Gespür für Kälte, Regen oder Hitze.

Fähigkeit, das Verhalten der Tiere, mit denen sie zusammengelebt haben, zu wiederholen und zu imitieren.

Zum Beispiel neigen die Kinder, die mit Wölfen zusammengelebt haben, dazu zu heulen, rohes Fleisch zu essen … Deswegen sind sie auch nicht dazu fähig, aufrecht zu gehen. Sie gehen für gewöhnlich wie Tiere und besitzen eine unglaubliche Fähigkeit dazu, sehr schnell zu rennen.

Warum geschieht das mit den “Wolfskindern” oder “wilden Kindern”?

Diese Phänomene spielen sich in der Kindesentwicklung ab und fallen mit den sogenannten “kritischen Phasen” zusammen.

Die kritischen Phasen sind Momente, in denen das Nervensystem sensibler für das Lernen ist. Diese treten ab 2 Jahren bis zur Pubertät auf. Wenn in diesem Moment keine angemessene Stimulierung über die Umwelt stattfindet, ist ein späteres Erlernen dieses Verhaltens kompliziert. Die intellektuellen Funktionen, das Sozialverhalten und die Persönlichkeit werden am meisten durch die Umweltdeprivation geschädigt.

Kritische Phasen bei Wolfskindern oder wilden Kindern

Laut Itard: “Unsere Spezies ist besonders, weil sich ihre Mitglieder untereinander brauchen”. Wenn das Kind isoliert oder ohne Stimulierung aufwächst, schwächen sich seine Hirn- und Entwicklungsfunktionen und Folgendes kann geschehen:

  1. Das Gehirn wächst nicht und so verkümmert der Körper. Es entsteht ein Fehlen an Materie im Gehirn.
  2. Dies beeinflusst die Art, in der sie die Information verarbeiten, wie zum Beispiel, wenn sie Leute sprechen hören oder Dinge sehen, die sich bewegen.
  3. Sie sind nicht dazu fähig, zu handeln wie sie nach den Anforderungen ihrer Umgebung sollten.
  4. Wenn sie sich bewusst werden, dass sie nicht so reagieren, wie sie sollen, können sie aggressiv werden oder im Gegensatz dazu, verstummen.
  5. All diese Umstände lösen negative Gefühle und sowohl emotionale Probleme als auch Verhaltensprobleme in ihnen aus.

Echte Fälle von Wolfskindern und wilden Kindern

Im Laufe der Geschichte sind viele Fälle von Wolfskindern beschrieben worden, darunter befinden sich sowohl reale als auch erfundene.

Ja, ich weiss, dass all dies unglaublich erscheint, deshalb werde ich euch stark zusammengefasst einige Fälle zeigen, die wirklich passiert sind, so unglaubwürdig sie auch erscheinen.

Die Geschichte von Viktor von Aveyron, dem kleinen Wilden

Französischer wilder Jugendlicher, der in der Nähe der Pyrenäen von drei Jägern entdeckt wurde. Der Doktor Itard übernahm das Studium seiner Entwicklung und seines Verhaltens. Obwohl er intensiv mit ihm arbeitete, gelangen ihm keine großen Fortschritte und man schaffte es nicht, ihm ein mehr oder weniger zivilisiertes Verhalten beizubringen. Er starb mit etwa 40 Jahren.

Die Geschichte von Kamala und Amala, den “Wolfsmädchen”

Man kennt sie als zwei Mädchen (keine Schwestern, da man sagt, dass sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgenommen wurden), die um 1920 von einem Wolfsrudel in Indien aufgezogen wurden. Als man sie entdeckte, war ihr Verhalten dem der Wölfe ähnlich, sie heulten, hatten hochentwickelte Sinne und Schwierigkeiten, aufrecht zu gehen und waren außerdem nicht fähig zu sprechen. Man beobachtete, dass sie sich sogar die Kleidung mithilfe ihrer Münder auszogen.

Die Geschichte, von Genie, dem wilden Mädchen

Im Fall von Genie handelt es sich um ein “wildes Mädchen“, das nicht von Tieren aufgezogen wurde, sondern seine Kindheit in Isolation unter schrecklichen Bedingungen und vom Vater misshandelt verbrachte. Als man sie fand, entdeckte man, dass sie nur unter großen Schwierigkeiten gehen konnte, einen Wortschatz von etwa 20 Wörtern hatte und sich wie ein Tier verhielt (sie spuckte, kratzte, etc …).

Ist die Rehabilitation von Wolfskindern oder wilden Kindern möglich?

Die Herausforderungen für die Rehabilitation der Wolfskinder oder wilden Kinder sind sehr groß. Man versucht sie, wieder in die Gesellschaft einzugliedern, aber es ist kompliziert, ihnen das Sprechen und das “zivilisierte” Zusammenleben beizubringen.

Aus all dem kann man schliessen, dass wir sind, was wir erleben, und von den Situationen, die Teil unseres Lebens sind, geformt werden.

Beziehungen zu anderen Menschen in den ersten Lebensjahren sind unerlässlich, um alle Fähigkeiten zu erlernen, die unsere Umwelt von uns für unser Überleben fordert.

Daher rührt die Wichtigkeit des Lebens in Gemeinschaft und der Kultur, um uns als Personen zu bilden. “Wir sind Menschen, weil wir in Gesellschaft leben”.

Oder mit Aristoteles Worten: “Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen und der Asoziale von Natur aus und nicht aus Zufall ist entweder ein schlechter Mensch oder mehr als menschlich … Die Gesellschaft ist natürlich und geht dem Individuum voraus … derjenige, der nicht in Gesellschaft leben kann oder nichts zu seiner eigenen Hinlänglichkeit braucht, ist kein Mitglied der Gesellschaft, sondern eine Bestie oder ein Gott”.

Wenn euch das interessant erscheint, liste ich hier einige Filme auf, damit ihr eure eigenen Schlüsse ziehen könnt:

  • Tarzan
  • Das Dschungelbuch
  • Wolfsbrüder (2010)
  • Der Wolfsjunge
  • Mama (2013)

Quelle: Mairena Vázquez, Psychologin bei CogniFit.

Zweisprachigkeit bei Kindern. Vorteile für zweisprachige Kinder

Welchen Einfluss hat Zweisprachigkeit bei Kindern? Könnte das Aufwachsen mit zwei Muttersprachen die Sprachentwicklung von Kindern schädigen und den Spracherwerb verzögern? Ist es ein Vorteil oder Nachteil Kinder zweisprachig zu erziehen? In diesem Artikel beseitigen wir all deine Zweifel

Zweisprachigkeit bei Kindern

Noch vor kurzer Zeit nahm man an, dass das Aufwachsen mit zwei Muttersprachen die Sprachentwicklung der Kinder schädigen könnte. Mit zwei Wortschätzen zu lernen könnte den Spracherwerb verzögern.

Nichtsdestotrotz hat sich herausgestellt, dass dem nicht so ist. Zweisprachigkeit bei Kindern kann dazu führen, dass diese Aufgaben besser erfüllen, die Aufmerksamkeit, Zurückhaltung oder Impulskontrolle und das Kurzzeitgedächtnis erfordern. Trotz vieler Untersuchungen bis heute, ist es nicht klar, ob dieser “Vorteil” wirklich existiert. Dennoch werden wir versuchen das Thema in diesem Artikel mithilfe der aktuellsten Forschung bis heute zu erläutern.

Welchen Einfluss hat Zweisprachigkeit bei Kindern?

1. Zweisprachigkeit bei Kindern verbessert ihre exekutiven Funktionen

Um dieses Thema zu erläutern haben Forscher am medizinischen Zentrum der Universität Georgetown eine Studie durchgeführt. Darin wird der Umfang der grauen Gehirnsubstanz von zweisprachigen und einsprachigen Erwachsenen verglichen. Es stellte sich heraus, dass Zweisprachige eine größere Menge an grauer Substanz am Frontal- und Parietallappen besitzen, zwei Zonen, die für die exekutiven Funktionen zuständig sind.

Die graue Hirnmasse bildet sich aus Nervenzellkörpern, im Gegensatz zur weißen Substanz, die aus Nervenfasern besteht, die die Information zwischen den Hirnarealen transportiert. Diese graue Substanz unterscheidet sich von einer Person zur anderen, je nach den Erfahrungen und Erlebnissen der Personen. Zum Beispiel fand man in einer bekannten Studie heraus, dass Londons Taxifahrer einen größeren Umfang an grauer Substanz in den Bereichen der räumlichen Verarbeitung hatten.

Was sind exekutive Funktionen? Exekutive Funktionen sind die Hirnfunktionen, die für die Steuerung der Aufmerksamkeit, das Kurzzeitgedächtnis, die Planung und die Impulskontrolle zuständig sind.

Eine neue Studie zeigt, dass sich Unterschiede in der Hirnfunktion schon im Alter von 11 Monaten bemerkbar machen. Im Unterschied zur vorher erwähnten Studie hat man in dieser die Hirnaktivität und nicht den Umfang gemessen. Die Ergebnisse zeigen eine höhere Aktivität des Frontallappens (zuständig für die exekutiven Funktionen) bei zweisprachigen als bei einsprachigen Kindern.

Man glaubt, dass sich dies darin begründet, dass zweisprachige Personen von einer Sprache zur anderen wechseln müssen, ohne sich zu irren oder die Sprachen zu vermischen.

Weitere interessante Daten, vor allem für die Eltern, sind folgende:

  • Alle Kinder zeigten neuronale Sensibilität für beide Sprachen, die sie lernten, in diesem Fall für Englisch und Spanisch. Dies lässt vermuten, dass sie beide wirklich lernten.
  • Die Kinder zeigten die gleiche Sensibilität für die englische Sprache wie einsprachige englischsprachige Kinder. Das heißt, sie lernten Englisch mit der gleichen Geschwindigkeit wie nicht zweisprachige Kinder.

Diesen Experten nach sind sehr kleine Kinder dazu fähig mehrere Sprachen zu lernen und außerdem ist die Kindheit der beste Moment um zu beginnen.

Welche Auswirkungen hat Zweisprachigkeit bei Kindern?

2. Zweisprachigkeit bei Kindern verbessert ihr Überzeugungssystem

Nicht nur kognitive Fähigkeiten, auch Überzeugungen verändern sich mit der Zweisprachigkeit. Laut einer Studie denken Kinder, die in einem zweisprachigen Umfeld aufgewachsen sind, dass uns das Erlernte mehr als das Angeborene zu dem macht, was wir sind.

Den Glauben, dass unsere Eigenschaften angeboren sind, nennt man Essentialismus. Die Studie bewies, dass zweisprachige Kinder diese Überzeugung nicht aufwiesen, während Einsprachige dachten, dass Charaktereigenschaften angeboren sind. Das heißt, anstatt zu glauben, dass unsere Eigenschaften angeboren sind, denken sie, dass unsere Entwicklung von unseren Erfahrungen abhängt. Ich bin, wie ich bin aufgrund meiner Erlebnisse, ich bin nicht so geboren, sondern meine eigene Erfahrung und das, was ich gelernt habe, hat mich zu dem gemacht, was ich bin.

Diese Entdeckungen sind wichtig, denn es ist wahrscheinlicher, dass Kinder mit dieser Art von Überzeugungen später klischeehafte und vorgefasste Meinungen entwickeln. Deswegen kann der frühe Unterricht in einer Zweitsprache zur Entwicklung einer Akzeptanzhaltung gegenüber der menschlichen Vielfalt beitragen. Außerdem führt das Denken, dass unsere Eigenschaften angeboren und unveränderlich sind dazu, dass wir uns nicht anstrengen, um uns als Personen zu verbessern und so starre und konservative Persönlichkeiten erschaffen.

3. Zweisprachigkeit bei Kindern verzögert die Gehirnalterung

Dein Gehirn zu stimulieren und es aktiv zu halten ist essentiell um die Hirnalterung zu verzögern und neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer, kognitivem Verschleiss sowie Demenzen vorzubeugen.

Nach dieser Studie erschienen bei mit Alzheimer diagnostizierten Personen, die ihr Leben lang konsistent zwei oder mehr Sprachen gesprochen hatten, die Symptome der Krankheit bis zu 5 Jahre später. Außerdem wurde bei diesen Personen durchschnittlich 4,5 Jahre später Krebs diagnostiziert als bei einsprachigen.

Zusätzlich zur Mehrsprachigkeit können andere Faktoren wie eine gesunde Ernährung und kardiovaskuläres Training eine wichtige Rolle dabei spielen, wie das Gehirn dem altersspezifischen kognitiven Verschleiß gegenübertritt.

4. Zweisprachigkeit bei Kindern vereinfacht das Erlernen neuer Sprachen

Laut einigen Studien macht Zweisprachigkeit das Erlernen einer dritten Sprache einfacher. Das kann darin begründet sein, dass Zweisprachigen mehr sprachliche Mittel zur Verfügung stehen, die das Lernen erleichtern und dass diese Personen dem Erlernen verschiedener Sprachen offener gegenüberstehen.

Zweisprachigkeit bei Kindern: Probleme

Es gibt selbstverständlich nicht nur Vorteile. Die Zweisprachigkeit kann auch einige Nachteile haben, obwohl diese unwichtig erscheinen, wenn wir sie mit den großen Vorteilen vergleichen, die durch die Beherrschung von zwei Sprachen erlangt werden.

Diese Kinder beginnen etwas später als einsprachige Kinder zu sprechen, allerdings immer im Rahmen der Normalität, also ist dies nicht wirklich ein Nachteil.

Zweisprachige Personen haben im Allgemeinen einen beschränkteren Wortschatz als Einsprachige.

Außerdem kämpfen sie kontinuierlich gegen die Invasion von einer der beiden Sprachen in die andere, die in dem Moment benutzt wird. Zusätzlich haben zweisprachige Kinder oder Erwachsene oft Schwierigkeiten, das Wort zu finden, das sie benötigen, weil sie ständig von einer Sprache zur anderen wechseln müssen.

Zweisprachigkeit bei Kindern: Ratschläge für die Eltern.

Es gibt viele Situationen, in denen Zweisprachigkeit vorkommt, zum Beispiel wenn beide Eltern eine Sprache sprechen, die sich von der des Ortes, an dem sie leben, unterscheidet, wenn ein Elternteil die Ortssprache spricht und der andere eine andere Sprache …

Das Kind wird die Sprache des Landes, in dem es lebt, ganz einfach lernen und sprechen, es bleibt ihm ja nichts anderes übrig. Aber was passiert, wenn das Kind die Sprache, in der seine Eltern mit ihm sprechen, nicht sprechen möchte? Es ist sehr wichtig, es nicht zu zwingen oder unter Druck zu setzen. Auch wenn das Kind nicht spricht, versteht es, sein Gehirn wird stimuliert und es ist bereit zu sprechen. Um ihm zu helfen, die Sprache zu üben, ist es essentiell, dass das Kind Situationen ausgesetzt wird, in denen es die Sprache benutzen muss, wie zum Beispiel bei einem Besuch des Landes, wo sie gesprochen wird.

Es ist auch wichtig, es zu loben, wenn es die Sprache benutzt, zum Beispiel: “Schön, dass du diese Sprache benutzt, das gefällt mir immer sehr!“

Wenn die Kinder klein sind, vermischen sie beide Sprachen, das ist ganz normal und man sollte sie nicht berichtigen.

Wenn jeder Elternteil eine Sprache spricht, ist es wichtig, dass sie sich darauf einigen, in welcher Sprache jeder konsistent mit dem Kind spricht. So wird das Erlernen beider Sprachen verstärkt. Es kann auch sehr positiv sein, dass die Kinder Bücher lesen oder Filme auf beiden Sprachen sehen, um so beide Sprachen möglichst gleichmäßig zu üben.

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit

Gleichgeschlechtliche Eltern: Diskriminierung vorbeugen – Folgen für das Kind

Gleichgeschlechtliche Eltern: Es ist kaum zu glauben, dass es immer noch Zweifel über die Entwicklung von ihren Kindern gibt. Der Grund für viele falsche Überzeugungen zu diesen Familien ist ganz einfach Unwissenheit. Wie sind diese Kinder? Ist es wahr, dass Kinder, die von schwulen oder lesbischen Eltern erzogen werden, Probleme in der Entwicklung bekommen können? Haben gleichgeschlechtliche Eltern eher Kinder die auch homosexuell werden? Werden ihre Mitschüler über sie lachen und sie verspotten? Hier erklären wir dir, wie Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern sind und widerlegen gewisse Mythen.

Gleichgeschlechtliche Eltern

Als gleichgeschlechtliche Eltern bezeichnet man Eltern, die beide das gleiche Geschlecht haben, das heißt homosexuell (schwul oder lesbisch) sind.  Aber davon abgesehen gibt es viele andere Familienstrukturen: Eine lesbische alleinerziehende Mutter oder ein schwuler Single-Vater, Patchwork-Familie mit gleichgeschlechtlichen Eltern und Kindern aus einer vorhergehenden heterosexuellen Beziehung …

Die Statistiken vermuten, dass 15 % der gleichgeschlechtlichen Paare auf der Welt Kinder haben, seien sie biologisch oder adoptiert.

Die Menschen fragen sich oft, ob Kinder aus diesem Kollektiv (Schwule und Lesben) sich korrekt entwickeln oder ob, im Gegensatz dazu, die Homosexualität der Eltern eine Art von Trauma oder Funktionsstörung in ihnen hervorrufen kann.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Wie sind die Kinder?

Es existieren bereits einige Studien zu diesem Thema. Sie alle deuten darauf hin, dass es keine Unterschiede zwischen Kindern von homosexuellen und denen von heterosexuellen Paaren gibt. Wichtiger als die Familienstruktur sind die intrafamiliären Prozesse und Beziehungen. Das heißt, viel relevanter für eine gute Kindesentwicklung als der Aufbau der Familie ist das Beibringen eines vernünftigen Wertesystems und den Kindern zuas Vermeiden davon, in Fallen zu treten, die aus unserem Kind einen kleinen Straftäter machen könnten, die Kommunikation mit unseren Kindern und der Umgang mit den Gefühlen.

Der Glaube, dass Kinder von homosexuellen Paaren sich schlechter entwickeln und in ihrer Zukunft schlechter anpassen können, entsteht durch Unwissen, aber auch durch das in-Verruf-bringen durch einige religiöse Einrichtungen.

Um zu argumentieren, dass gleichgeschlechtliche Eltern keine guten Eltern sind, wird oft eine Studie unter der Leitung von dem Forscher Mark Regnerus der Universität von Texas aus dem Jahre 2012, zitiert. Diese Studie bestätigte, dass Kinder von homosexuellen Müttern und Vätern sich sozial, emotional und relational schlechter verhielten als Kinder aus “biologisch intakten Familien“. Diese Ergebnisse widersprachen der bisherigen Forschung.

Nichtsdestotrotz analysierten Wissenschaftler in einer aktuelleren Studie von den Universitäten aus Indiana und Connecticut diese Daten und kamen zu einer anderen Schlussfolgerung. Ihnen gemäß ist die beste Art eine Studie zu beurteilen, die Daten neu zu analysieren, besonders, wenn diese umstrittene Ergebnisse aufwirft. Dabei fanden sie Fehler in der Art der Kodifizierung und Klassifikation der Daten. Zum Beispiel hatte ein Viertel der Jugendlichen, die angeblich von gleichgeschlechtlichen Eltern erzogen worden waren, in Wirklichkeit nur ein Jahr oder weniger bei ihnen gelebt. Außerdem fanden sie heraus, dass eine große Anzahl der Antworten in den Fragebögen, auf denen die Daten beruhten, inkonsistent, unlogisch und voller Widersprüche war. Diese hätten von der Analyse ausgeschlossen werden müssen.

Als diese Fehler beglichen waren, fand man heraus, dass die Unterschiede zwischen Kindern, die von gleichgeschlechtlichen Paaren und Kindern, die von heterosexuellen Paaren aufgezogen wurden, sehr klein, praktisch inexistent sind.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Ihre Kinder entwickeln sich genauso wie die von Hetero-Eltern

Eine andere Untersuchung zeigt, dass es zwischen Kindern aus homosexuellen Familien und denen aus heterosexuellen Familien keine Unterschiede im Bezug auf ihre Gesundheit gibt. Aber es finden sich Unterschiede im Familienzusammenhalt. Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern wiesen gleichberechtigteres Verhalten auf als Familien mit heterosexuellen Eltern, wenn es dazu kam, die Hausarbeiten zu verteilen. Zusätzlich ergab die Studie, dass ihre Entscheidungen sowohl im Familienleben als auch bei der Arbeit mehr auf den momentanen Umständen als auf vorgefertigten Geschlechterrollen basierten.

Laut der Studie des Ökonomen Douglas Allen, findet man jedoch Unterschiede in den akademischen Leistungen an der Universität zwischen Kindern von homosexuellen Eltern und Nachkommen von heterosexuellen Eltern. Er erwähnt auch, dass die Söhne von schwulen Vätern bessere Ergebnisse erhalten als die Töchter von schwulen Vätern. Diese Studie war sehr umstritten und wir kennen die Gründe für diese Ergebnisse immer noch nicht, da sie allem widersprechen, was bisher erforscht wurde. Es ist auch möglich, dass sich die Resultate auf Diskriminierung innerhalb der Hörsäle zurückführen lassen. Ohne Frage muss in diesem Bereich noch weiter geforscht werden.

Manche Studien zeigen auch, dass die Kinder, die von schwulen Vätern oder lesbischen Müttern erzogen wurden, eine positivere Einstellung der menschlichen Vielfalt gegenüber haben und offener sind. Außerdem findet man, dass Homosexualität bei Kindern aus homosexuellen Familien genauso oft auftritt wie in heterosexuellen Familien. Der Unterschied ist, dass homosexuelle Familie viel offener und flexibler mit der Sexualität ihrer Kinder umgehen.

Leider müssen diese Familien oft Stigmata und Diskriminierung ertragen. Und es ist erwiesen, dass dies einen negativen Einfluss auf die geistige und emotionale Gesundheit hat, was wiederum häufig zu Verhaltensproblemen führt. Dennoch beweisen einige Studien, dass es keinen Unterschied beim Auftreten von Belästigungsfällen zwischen gleichgeschlechtlichen und heterosexuellen Familien gibt. Personen, die andere belästigen, finden immer einen Grund um zu diskriminieren und zu erniedrigen, sei es, weil du pummelig bist, eine Brille trägst oder deine Eltern homosexuell sind. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass dies eine Bevölkerungsgruppe ist, die dazu neigt und empfindlich dafür ist, unter solchen Verhaltensweisen zu leiden.

Gleichgeschlechtliche Eltern: Wie sollte man der Diskriminierung von Kindern von Schwulen oder Lesben in der Schule vorbeugen und wie die Situation handhaben?

Die Hauptarbeit besteht darin, die Gesellschaft aufmerksam zu machen, zu informieren und zu normalisieren, nicht nur diesen Typ von Familie, sondern alle Familien, die sich von einer „traditionellen“ Familie, in der es eine Mutter und einen Vater gibt, die verheiratet sind und mit ihren Kindern im selben Haushalt leben, unterscheiden. Dennoch muss man auch im intrafamiliären Bereich arbeiten, damit die spärlichen Strategien, die bisher durchgeführt werden, eine große Wirkung auf die Überzeugungen der Gesellschaft haben können.

Das Stigma der sexuellen Orientierung steht immer noch auf der Tagesordnung

Glücklicherweise können wir Strategien entwickeln, um die Auswirkungen der Diskriminierung auf dieses Kollektiv zu verringern.

  • Den Kindern helfen zu verstehen, dass an ihren (schwulen oder lesbischen) Eltern nichts Schlechtes ist. Dass alle Familien auf ihre Art unterschiedlich sind und kein Typ Familie besser ist als der andere.
  • Ihr Selbstvertrauen und ihre sozialen Fähigkeiten. Denn ein selbstsicheres Kind mit Ressourcen kann sich viel besser Situationen der Belästigung oder Stigmatisierung entgegenstellen.
  • Die Kommunikation in der Kernfamilie fördern. Es ist notwendig, dem Kind seine Herkunft oder andere Information nicht zu verschweigen. Wenn eine gute Verbindung aus Zuneigung, Unterstützung, Akzeptanz und guter Kommunikation geschaffen wird, ist es viel einfacher Situationen der Diskriminierung aufzudecken.
  • Den Ausdruck von Gefühlen in den diskriminierenden Situationen unterstützen- Wenn das Kind in der Schule diskriminiert wurde, oder man es belästigt hat, weil es zu einer gleichgeschlechtlichen Familie gehört, ist es sehr wichtig, ihm Raum zu geben, damit es ausdrücken kann, was es fühlt.

Quelle: Andrea García Cerdan, Psychologin bei CogniFit.