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Was ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung? Merkmale, Ursachen und Behandlung

Zwischen 1,6% und 5,9% der Bevölkerung leiden an der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Symptome entwickeln sich in der Regel zu Beginn des Erwachsenenalters, doch bereits in der Jugend weisen Betroffene emotionale Instabilität, Kontrollverlust und eine hohe Impulsivität auf. Viele bekannte Persönlichkeiten leiden oder litten unter diese Störung. Zu ihnen zählen beispielsweise Amy Winehouse, Angelina Jolie, Jim Carrey oder Winona Ryder. Willst du mehr über diese Störung erfahren?

Borderline-Persönlichkeitsstörung

Einordnung: Die Persönlichkeitsstörungen

Als Menschen leben wir mit anderen Menschen auf dieser Welt zusammen und schreiben unbewusst unsere ganz eigene Geschichte. Eingebettet in einen sozialen Kontext generieren wir in den ersten Jahren anhaltende Muster, die unsere Wahrnehmung, unser Verhalten und die Art mit anderen und uns selbst umzugehen, bestimmen. Diese Muster werden auch als Persönlichkeitsmerkmale bezeichnet.

Laut DSM (dem diagnostischen Leitfaden psychischer Störungen) definieren sich die Persönlichkeitsstörungen durch ein überdauerndes und maladaptives Muster der Persönlichkeitsmerkmale. Das innere Erleben und Verhalten ist durch diese Persönlichkeitsmerkmale dahingegend beeinflusst, dass diese deutlich von den Erwartungen der soziokulturellen Umgebung abweichen. Davon werden mindestens zwei der folgenden Bereiche beeinflusst: die Kognition (Wahrnehmung), die Affektivität (emotionales Erleben und Reaktionen), die Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen und die Impulskontrolle. Das Persönlichkeitsmuster ist bei diesen Störungen sehr inflexibel und erstreckt sich über viele soziale Situationen und löst ein klinisch relevantes Leiden aus. Dadurch kommt es zu Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen und anderen relevanten Lebensbereichen.

Im DSM werden die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen in Abhängigkeit ihrer Merkmale in verschiedene Cluster unterteilt.

  • Cluster A: umfasst die schizophrenienahen Persönlichkeitsstörungen. Das sind solche, bei denen die Betroffenen exzentrisch, sonderbar, misstrauisch und affektarm wirken.
  • Cluster B : in dieser Gruppe befinden sich die Persönlichkeitsstörungen bei denen die Personen sich dramatisch, emotional und irritierbar zeigen. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird zu diesem Cluster gezählt.
  • Cluster C: hierunter fallen die Persönlichkeitsstörungen bei welchen sich  die Betroffenen als ängstlich, vermeidend und furchtsam beschreiben lassen.

Was ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird zum Cluster B der Persönlichkeitsstörungen gezählt (zum Cluster B zählen ebenfalls die histrionische Persönlichkeitsstörung, die narzisstische Persönlichkeitsstörung und die antisoziale Persönlichkeitsstörung).

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch ein überdauerndes und unflexibles Muster der Persönlichkeitsmerkmale aus. Zu diesen Mustern zählt beispielsweise die Instabilität zwischenmenschlicher Beziehungen, die Instabilität des Selbstbildes und der Affektivität (die Gefühle und Emotionen). Außerdem weisen die Betroffenen eine hohe Impulsivität in ihrem Verhalten auf.

Marsha M. Linehan, eine US-amerikanische Psychologin und Expertin der Borderline-Persönlichkeitsstörung beschreibt Betroffene als “Personen mit emotionalen Unregelmäßigkeiten die aus einer nicht wertschätzenden Umgebung stammen“.

Das folgende Video zeigt die Geschichte von Personen, die an der Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden und wie ihr Leben dadurch beeinflusst wird.

Merkmale der Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Durch was zeichnen sich Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung aus? Im folgenden werden die Hauptsymptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung beschrieben:

  • Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung zeigen sehr intensive emotionale Reaktionen. Dabei verfügen sie nicht über die Fähigkeit diese Emotionen zu identifizieren und richtig auszudrücken, was zu einem großen Leiden führt und sich deutlich auf ihre Lebensqualität auswirkt.
  • Ein weiteres Merkmal ist, dass Betroffene sehr instabile Gemütszustände haben. Dabei kommt es vor, dass die Personen in kürzester Zeit (Stunden oder Tagen) von einem tief depressiven Zustand in einen Zustand hoher Aufregung oder Wut wechseln. Unangemessene intensive Wut und Schwierigkeiten diese unter Kontrolle zu bekommen ist ebenso eine Charakteristik für diese Störung, wie eine fehlende Selbstkontrolle, schlechte Laune oder die Verwickelung in Streitereien.
  • Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung fühlen sich oft leer und haben unkontrollierbare Angst davor verlassen zu werden, was dazu führt, dass sie sich verzweifelt bemühen das Verlassenwerden zu verhindern (sei  diese Annahme real oder eingebildet).
  • Betroffene drohen häufig ihren Suizid an und zeigen selbstverletzendes Verhalten, welches Ausmaße annehmen kann, die einem Suizidversuch gleichkommen. Das selbstverletztende Verhalten tritt häufig in Momenten auf in denen die Person dissoziiert. Es hilft den Betroffenen Schuldgefühle zu verringern oder gibt ihnen die Fähigkeit sich und ihren Körper zu spüren und so das Gefühl zu erlangen, dass dieser ihnen gehört. Ein Auslöser für dieses Verhalten kann vermeintliche Ablehnung sein. Beispielsweise wenn jemand ein Treffen absagt, sich verspätet oder die Partnerin/ der Partner eine Reise unternehmen muss oder die behandelnde Psychologin die Sitzung beendet.
  • Betroffene weisen sehr impulsive Verhaltensweisen auf, die schädlich für sie selbst sind. Beispielsweise äußern sie häufig ein impulsives Sexualverhalten, geben viel Geld aus oder haben ein exzessives Essverhalten. Ebenfalls zeigen sie Risikoverhalten in Form von rücksichtslosem Fahren oder Substanzmissbrauch von Kokain, Alkohol oder anderen Drogen.
  • Eine weitere Besonderheit der Personen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist, dass diese oft das Gefühl haben, dass sich ihre Identität wandelt. Das bedeutet, dass das Bild und das Gefühl, was sie von sich selbst haben instabil ist und sich leicht verändert.
  • In Stresssituationen haben Betroffene oft paranoide Züge, sie fühlen ungerecht behandelt oder gequält. Ebenfalls kann es zu schweren dissoziativen Symptomen kommen. Hierbei entsteht das Gefühl, dass ihr Körper nicht ihnen gehört, dass die Umgebung nicht real ist oder sie nicht mit dieser verbunden sind.
  • Aus all diesen Gründen haben Betroffene instabile und intensive zwischenmenschliche Beziehungen, wobei hier das Gegenüber in einem Moment idealisiert und in einem anderen komplett abgewertet wird. Die Meinung die Erkrankte über Menschen aus ihrem Umfeld haben ändert sich demnach ständig.

Ursachen der Borderline-Persönlichkeitsstörung

Statt von Ursachen sollte man besser von Risikofaktoren sprechen. Die Forschung hat gezeigt, dass sowohl genetische als auch familiäre Faktoren im Zusammenhang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung stehen.

Genetische Faktoren: Es hat sich gezeigt, dass bei Verwandten ersten Grades von Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung ein fünffach erhöhtes Risiko besteht, die Störung ebenfalls zu entwickeln. Für Menschen die Familienmitglieder haben, die an Substanzabhängigkeit, Depression, der bipolaren Störung oder der dissozialen Persönlichkeitsstörung leiden, ist die Prävalenz für die Borderline-Persönlichkeitsstörung ebenfalls erhöht.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung wird deutlich häufiger bei Frauen (75%) als bei Männern diagnostiziert.

Ebenfalls scheint die Beziehung zu den primären Bezugspersonen aus der Kindheit eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Persönlichkeitsstörung zu spielen, dabei vor allem die Beziehung zur Mutter.

Die Merkmale der Borderline-Persönlichkeitsstörung werden als Konsequenz des dysfunktionalen Musters gesehen, welches wenig adaptiv ist und während der Kindheit nicht in die familiären Beziehungen integriert wurde, woraus sich ein entsprechender Bindungsstil entwickelt.

Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Gibt es eine Heilung? 

Von allen Persönlichkeitsstörungen gibt es für die Borderline Störung am meisten wirksame psychologische Behandlungsformen.

Die derzeit im Zusammenhang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung am besten untersuchte und wirksamste Therapieform, ist die von von M.M. Linehan entwickelte Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT, dialektische Verhaltenstherapie). Diese wurde speziell für die Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt. Insbesondere die Behandlung der Suizidalität, des selbstverletzenden Verhaltens und der affektiven Instabilität stehen hier im Mittelpunkt.

Die Therapie besteht aus verschiedenen Techniken, die darauf ausgerichtet sind Fertigkeiten zur Emotionsregulation, Akzeptanz und Achtsamkeit (Mindfulness) zu verbessern. Ebenfalls werden Strategien zur Verbesserung der sozialen Fertigkeiten und zwischenmenschlichen Beziehungen erlernt. Auch wird an der Frustrationstoleranz und dem Unwohlsein gearbeitet.

Personen, die sich in psychotherapeutischer Behandlung befinden zeigen gelegentlich Verbesserungen im ersten Jahr. Die Tendenz zu extremen Emotionen, zur Impulsivität und Instabilität ist jedoch überdauernd.

Es kann also nicht von einer Heilung gesprochen werden, vielmehr geht es für Betroffene darum die Störung zu akzeptieren und Strategien zu lernen und zu assimilieren, welche die Lebensqualität verbessern können.

Wie kann man einer Person mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung helfen?

Das  Zusammenleben mit einem Menschen der an der Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet kann für viel Verwirrung und Leiden bei Freunden und Familienmitgliedern führen. Merkmale wie die emotionale Instabilität oder Impulsivität werden oftmals mit exzentrischem, egoistischem, launischem und chaotischem Verhalten verwechselt. Die plötzlichen und abrupten Stimmungsschwankungen können zu großen Konflikten sowohl bei den Betroffenen und deren Angehörigen führen.
Die folgenden Empfehlungen können dabei helfen das Zusammenleben mit Menschen mit dieser Störung zu erleichtern. Wie unterstützt und hilft man Personen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung? Mit diesen Tipps lässt sich die Beziehung zu ihnen verbessern:
  • Betroffene sind sehr extrem und impulsiv. Für sie sind die Dinge “schwarz oder weiß”. Aus diesem Grund kann es für Angehörige hilfreich sein, dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht zu unterstützen und nicht das andere Extrem zu verkörpern. Wenn eine betroffene Person beispielsweise sagt “ich halte es nicht aus“, “ich kann nicht mehr“, “ich schaffe das nicht” sollten Angehörige darauf nicht das Gegenteil antworten wie “du überstehst das“, “du kannst das“, “du schaffst das“. In diesen Situationen kann es hilfreicher sein Dinge zu sagen wie “Es ist sehr kompliziert, aber wir glauben an dich, wir werden dir helfen das zu schaffen“. Dadurch hilft man den Betroffenen Facetten wahrzunehmen und aus dem extremen Denken “alles oder nichts”, “gut oder schlecht” herauszukommen.
  • Informationen suchen und dabei helfen eine Diagnose zu erhalten: Wenn man einer Person mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung helfen möchte, ist es sehr wichtig sich über die Störung zu informieren und diese gut zu verstehen. Wenn die betroffene Person noch keine Diagnostik beziehungsweise Therapie erhalten hat, ist es sinnvoll sie in diesem Prozess zu begleiten. Dabei kann man beispielsweise bei der Suche nach einer Expertin oder einem Experten helfen, damit eine angemessene psychotherapeutische Behandlung stattfinden kann. Ebenfalls sollte man emotionale Unterstützung anbieten und sich geduldig und mitfühlend zeigen. Es kann ebenfalls sehr hilfreiche sein zusammen eine Therapie zu machen, da einem dort Empfehlungen für den Umgang mit kritischen Situationen gegeben werden können. Dadurch kann der Umgang untereinander und die Beziehung gemeinsam verbessert werden. Auch wenn es für einen selbst schwierig ist das gezeigte Verhalten zu verstehen oder nachzuvollziehen, darf man nicht vergessen, dass die Menschen mit der Störung selbst am allermeisten unter ihr leiden. Ein Mensch mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet. Emotional instabil zu sein, kann sehr bedrückend sein und im Grunde hegen Betroffene den Wunsch daran zu arbeiten, um nicht leiden zu müssen. Man sollte der betreffenden Person vermitteln, dass man für sie da ist und dass sie Willensstärke für die Veränderung aufbringen sollte.
  • Eine Familientherapie kann hilfreich sein, damit alle Familienmitglieder eine bessere Bindung zu der Patientin oder dem Patienten aufbauen: Informiert zu sein ist sehr wichtig, um die Situation der Patientin oder des Patienten zu verstehen. Das bedeutet nicht, dass man das Verhalten oder Handlungen akzeptieren muss. Wenn die betroffene Person beispielsweise selbstverletzendes Verhalten zeigt oder einen Wutanfall hat kann man versuchen die zugrundeliegende Bedeutung zu verstehen (Wut, Hilferuf, Ärger). Wenn man selbst einige Techniken erlernt, kann man dem Familienmitglied mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung helfen die Emotionen und Gefühle anders Kund zu tun: diese mit Wörtern auszudrücken, die Wut an einem Kissen auszulassen oder Sport zu machen, etc…
  • Es gibt Techniken und Übungen, um die Impulsivität zu kontrollieren: Diese Strategien können Betroffenen helfen weniger impulsive Entscheidungen zu treffen und voreilige Reaktionen zu vermeiden. Die Impulsivität und die Unfähigkeit Frustrationen auszuhalten kann dazu führen, dass die Betroffenen spontan emotionale und wenig rationale Entscheidungen treffen, welche sie selbst verletzten und in Gefahr bringen.
  • Keine Lügen, Erpressung oder Misshandlungen von Seiten der Person mit Borderline-Persönlichkeitsstörung tolerieren: Es ist wichtig, dass die Angehörigen den Personen mit dieser Störung verbalisieren, was ihre Handlungen in ihnen auslösen: Beispielsweise Mitleid, Trauer oder Besorgnis zu zeigen, vermittelt die echte Sorge, die man verspürt, wenn selbstverletzendes oder selbstschädigendes Verhalten gezeigt wird. Wenn eine Krisensituation herrscht ist es wichtig, die Dinge nicht persönlich zu nehmen. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass die betroffene Person nicht so handelt weil sie das so möchte, sondern weil sie dieses Verhalten nicht vermeiden kann. Ebenso wenig sollte man sich jemals für ihr Verhalten verantwortlich fühlen.

Gerne kannst Du weitere Ratschläge für den Umgang mit Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung vorschlagen. Zögere nicht, deine Fragen, Vorschläge oder Kommentare unter dem Artikel zu posten.

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Rosa Calderón Vicente, Psychologin bei CogniFit.

Dysmorphophobie: die körperdysmorphe Störung. Das verzerrte Körperbild

Die körperdysmorphe Störung – An ihr leidende Personen, sind davon überzeugt, dass ein bestimmter Teil ihres Körpers verformt und hässlich ist. Sie wollen diesen verändern – koste es was es wolle. “Sind meine Brüste zu klein?”, “Meine Lippen zu schmal?”, Oder meine Oberarme zu unmuskulös?”… Im Folgenden findet sich ein komplettes Manual zur Dysmorphophobie: Was genau diese Störung ist, ihre Ursachen, Symptome, Folgen, die Behandlungsmöglichkeiten und Ratschläge.  

Fast jeder war schon einmal mit einem Teil seines Körpers unzufrieden. In den meisten Fällen lernt man jedoch mit den Stellen, die einem nicht gefallen umzugehen und sie bereiten einem dementsprechend keine großen Probleme. Personen die an der körperdysmorphen Störung leiden haben jedoch wiederkehrende Gedanken, die sich auf diesen Körperteil beziehen, was bei den Betroffenen viel Stress auslöst und ihr Leben stark einschränkt. Viele von ihnen suchen Schönheitskliniken auf, doch nur selten stellen die Operationen sie wirklich zufrieden.

Was ist die Dysmorphophobie?
Definition

Die Dysmorphophobie, auch körperdysmorphische Störung, Körperbildstörung oder Missgestaltsfurcht genannt, ist eine Störung bei welcher Betroffene sich übermäßige Sorgen bezüglich eines Körperteils, beziehungsweise eines Aspekts ihrer äußeren Erscheinung machen. Dabei bilden sie sich den Defekt entweder komplett ein, oder es ist ein minimaler Defekt, dem sie übertriebene Aufmerksamkeit schenken.

Was ist die Dysmorphophobie? Die Personen sind davon überzeugt, einen körperlichen Defekt zu besitzen. An der körperlichen Dysmorphie Erkrankte leben mit der beständigen Überzeugung eine hässliche Stelle am Körper zu haben: Sie nehmen eine Körperstelle als nicht perfekt, deformiert oder unproportional wahr oder schreiben ihr ein anderes Defizit zu.

Betroffene sind davon überzeugt, dass die Wahrnehmung, die sie von ihrem Körper und ihrem “körperlichen Defekt” haben absolut objektiv ist und sich nicht infrage stellen lässt. Auch wenn ihr Umfeld anderer Meinung ist und das Gegenteil behauptet, glauben sie, dass die Beurteilung der Anderen nicht objektiv ist. Sie gehen davon aus, dass diese ihren Defekt herunterspielen, um sie trösten oder täuschen zu wollen. Beispielsweise kann jemand davon überzeugt sein, dass seine kleine Narbe einen großen Defekt darstellt und andere diese fixieren und anstarren. Die betroffene Person sieht sich selbst sehr negativ, auch wenn andere ihr Komplimente machen.

Normalerweise zeigen Menschen mit der körperdysmorphischen Störung ritualisierte Verhaltensweisen: sie überprüfen ihre Erscheinung im Spiegel, machen sich aufwändige Frisuren oder schminken sich stark, vergleichen sich mit anderen oder suchen die Bestätigung durch andere.

Ungefähr eine von Hundert Personen leidet an dieser Störung, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Die Dysmorphophobie tritt meistens in der Pubertät, beziehungsweise im Jugendalter auf.

Stellen des Körpers, die typischerweise von Betroffenen der körperdysmorphischen Störung als hässlich wahrgenommen werden sind folgende:

  • Eine nicht makellose Haut: Falten, Narben, Pickel und andere Abdrücke.
  • Die Haare: kann sowohl das Haupthaar betreffen, die Körperbehaarung oder das Fehlen von Haaren.
  • Gesichtszüge: häufig ist die Nase das als defekt wahrgenommene Körperteil, es kann aber die Form oder Größe jeden Gesichtszugs betroffen sein.
  • Körpergewicht: viele sind mit ihrem Gewicht oder ihrer Muskelverteilung nicht zufrieden.
  • Asymmetrie: manche Betroffene nehmen bestimmte Asymmetrien wahr. Sie glauben beispielsweise, dass eine Hand größer ist als die andere, oder ein Ohr kleiner als das andere, etc.

Die Sorgen können sich beispielsweise auch auf die Größe des Penis, der Muskeln, der Brüste, der Oberschenkel, des Hintern oder auch auf bestimmte Körpergerüche beziehen.

Die körperdysmorphische Störung steht in enger Verbindung zu Angstsymptomen, einer gedrückten Stimmung, sozialer Ängstlichkeit, Neurotizismus (emotionaler Instabilität), Perfektionismus, Introvertiertheit und einem niedrigen Selbstwertgefühl.

Muskeldysmorphie

Eine Form der Dysmorphophobie ist die muskeldysmorphe Störung oder Muskeldysmorphie, die häufiger bei Männern als bei Frauen vorkommt. Betroffene glauben ihr Körper sei zu klein, nicht muskulös oder definiert genug. Das glauben sie, obwohl sie einen normalen oder sogar muskulösen Körper besitzen. Nicht alle, aber viele der Betroffenen machen Diäten, Übungen und oder exzessiven Kraftsport, was dem Körper schaden kann. Einige nehmen Anabolika oder andere Steroide ein, die stark gesundheitsgefährdend sind.

Wahnhafte Dsymorphophobie

Betroffene können sich entweder darüber bewusst sein, dass ihre Sorgen grundlos sind, oder nicht. In der Regel ist die Einsicht sehr gering. Die Betroffenen haben teilweise wahnhafte Überzeugungen, bei denen sie keinen Anhaltspunkt dafür haben, dass diese wahr sind. Auch wenn man versucht sie vom Gegenteil zu überzeugen, rücken sie nicht von ihrer Vorstellung ab und sind überzeugt von diesem Gedanken.

Wie lässt sich die körperdysmorphische Störung von anderen Störungen unterscheiden?

Einige Eigenschaften der Dysmorphophobie sind auch bei Essstörungen oder der Zwangsstörung vorhanden. Mit den Essstörungen hat sie die Sorge um das eigene Körperbild gemeinsam. Bei Essstörungen bezieht sich diese Sorge jedoch auf die Form und das Gewicht des gesamten Körpers, während sich bei der Dysmorphophobie die Sorge auf einen ganz bestimmten Körperteil richtet.

Personen mit einer Zwangsstörung haben Stress auslösende wiederkehrende Gedanken, Ängste oder Bilder (Zwangsgedanken), die sie nicht kontrollieren können. Aufgrund dieser führen sie entsprechende Zwangshandlungen aus, um ihre Angst zu verringern (ritualartige, sich wiederholende Verhaltensweisen). Personen mit der körperdysmorphischen Störung führen ebenfalls Rituale durch, indem sie sich beispielsweise ständig im Spiegel betrachten oder schminken. Im Gegensatz zur Zwangsstörung beschränken sich die Zwangsgedanken jedoch auf den Körper und das äußere Erscheinungsbild und die Zwangshandlungen dienen alleinig dem Zweck, die wahrgenommenen Defekte zu kaschieren.
Ebenfalls kann die körperdysmorphische Störung mit der Sozialphobie verwechselt werden, da bei beiden Störungen soziale Kontakte gemieden werden. Bei der Dysmorphophobie ist der Grund hierfür jedoch die Angst, dass die anderen ihren Defekt wahrnehmen und sie deswegen abweisen könnten. Bei der Sozialphobie besteht die Angst vielmehr darin allgemein bewertet und verurteilt zu werden.

Symptome der Dysmorphophobie

Einige der Symptome, die ein Anzeichen für eine körperdysmorphische Störung sein können sind:

  • Repetitive Verhaltensweisen, die sehr zeitaufwändig sind wie: sich im Spiegel betrachten, der Versuch die wahrgenommenen Defekte mithilfe von Schminke oder Kleidung zu überdecken oder zu verstecken.
  • Die Suche nach Bestätigung durch andere und die Vergewisserung, dass man den Defekt nicht sieht oder dieser nicht sehr auffällt.
  • Die “defekte” Körperstelle wird immer wieder gemessen oder berührt.
  • Aufgrund der Unfähigkeit die Aufmerksamkeit auf etwas anderes als den wahrgenommen Defekt zu richten kommt es zu Problemen auf der Arbeit, in der Schule oder bei sonstigen sozialen Aktivitäten.
  • Ein übermäßiges Bewusstsein des “Defekts”, woraufhin der Kontakt zu anderen vermieden wird oder es in Anwesenheit anderer Personen zu großer Angst kommt.
  • Häufiges Aufsuchen von Ärzten, wie Schönheitschirurgen oder Hautärzten, um Mittel zu finden das äußere Erscheinungsbild zu “verbessern”.

Ursachen der Dysmorphophobie

Wie bei allen psychischen Erkrankungen gibt es keine genaue Ursache, ebenso wenig gibt es in den meisten Fällen eine einzelne Ursache für die Dysmorphophobie. Mehrere Faktoren können eine Rolle spielen.

Häufig trifft die körperdysmorphische Störung zusammen mit anderen psychologischen Störungen, wie der Angststörung oder Major Depression auf. Unter einer dieser Störungen zu leiden erhöht die Vulnerabilität für die Dysmorphophobie.

Andere Faktoren, die einen Einfluss auf das Auftreten dieser Störung haben, sind:

  • Das Erleben traumatischer Ereignisse oder emotionaler Konflikte während der Kindheit, insbesondere Missbrauch und Vernachlässigung.
  • Ein geringes Selbstwertgefühl
  • Eltern oder andere Bezugspersonen, die sich kritisch gegenüber dem Erscheinungsbild äußerten.
  • Der gesellschaftliche Druck eines perfekten Erscheinungsbild und einem bestimmten Schönheitsideal kann ebenfalls einen Risikofaktor für das Auftreten dieser Störung sein.

Behandlung der Dysmorphophobie

Die Behandlung der Dysmorphophobie findet meistens in einer psychologischen Einzeltherapie statt. Das Ziel ist es die Überzeugungen über den Körper zu verändern und das Zwangsverhalten zu reduzieren.

Die Gruppen- oder Familientherapie sind ebenfalls hilfreich. Es ist wichtig, dass die Familie die Störung versteht und ihre Anzeichen und Symptome erkennt. Ebenso ist es wichtig, die familiäre Kommunikationsweise und das Familienklima zu verbessern.

Obwohl es nicht immer notwendig ist, kann eine medikamentöse Behandlung ebenfalls nützlich sein. Hier kommen Antidepressiva und Antipsychotika zum Einsatz.

Die Heilungschancen von Betroffenen sind, bei Behandlung sehr gut. Das ist vor allem dann der Fall, wenn diese über eine hohe soziale Unterstützung verfügen.

Folgen und Komplikationen der Dysmorphophobie

Betroffene isolieren sich sozial oft sehr stark, aufgrund der Angst in die Öffentlichkeit zu gehen. Diese Isolation wirkt sich ebenfalls auf das Berufsleben oder die Schule aus.

Personen mit einer körperdysmorphischen Störung haben eine höhere Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken und dementsprechend auch ein höheres Suizidrisiko.

Es handelt sich ebenfalls um eine Störung welche die Gesundheit gefährdet, da sich viele Betroffene chirurgischen Eingriffen unterziehen.

An Muskeldysmorphie erkrankte Personen konsumieren ebenfalls häufig Produkte, um an Muskelmasse zuzunehmen und erhöhen dadurch ihr Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Was tue ich, wenn ich denke ich könnte an Dysmorphophobie leiden?

Viele Menschen mit Dysmorphophobie suchen keine Hilfe auf, weil sie große Scham verspüren.

Wichtig ist es professionelle Hilfe aufzusuchen, da die Symptome nicht nachlassen, wenn keine Behandlung erfolgt. Außerdem können Komplikationen und andere komborbide Störungen auftreten. Das macht eine Behandlung und Genesung schwieriger und Betroffene auch anfälliger für einen Rückfall.

Du bist dir nicht sicher, ob du an Dysmorphophobie leidest? Nachstehend findest du einige Fragen, die dir helfen können:

  • Machst du dir viele Sorgen um dein Aussehen und wünschst dir, weniger darüber nachzudenken?
  • Fällt es dir deswegen schwer deine Arbeit zu machen oder dich mit Freunden zu treffen?
  • Über welche speziellen Bereiche deiner Erscheinung machst du dir Sorgen?
  • Wie viele Stunden verbringst du an einem durchschnittlichen Tag damit über dein Äußeres nachzudenken?
  • Welche Auswirkungen hat das auf dein Leben?

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Emotionaler Missbrauch: Wie erkennt man ihn und was sollte man tun?

Obwohl er nicht so offensichtlich ist wie die körperliche Misshandlung, kann emotionaler Missbrauch große Schäden anrichten, die oftmals genauso schlimm oder sogar noch schlimmer sind. Emotionaler Missbrauch wirkt sich auf die Gefühle, Gedanken und das Gefühl der Kontrolle über das eigene Leben aus. Psychische Gewalt kann dazu führen, dass man sich in seiner Umgebung, sogar zuhause, unsicher fühlt. Emotionaler Missbrauch kann Beziehungen oder Freundschaften und sogar die Beziehung zu sich selbst zerstören. In diesem Artikel wird erklärt, was emotionaler Missbrauch ist, wie dieser verhindert werden kann und wie man sich von ihm befreien kann. 

Emotionaler Missbrauch hinterlässt unsichtbare Wunden

Emotionaler Missbrauch ist meistens schwieriger zu erkennen als körperlicher Missbrauch. Körperliche Gewalt wird in den meisten Fällen von psychischer Gewalt begleitet. Sowohl die Opfer als auch die misshandelnde Person können eine Weile brauchen, bis sie bemerken was passiert, da es keine äußerlich sichtbaren Wunden gibt. Selbstverständlich gibt es aber Anzeichen, die helfen können psychische Gewalt und emotionalen Missbrauch zu erkennen.

In jeder Altersklasse und jeder Art von Beziehung kann es zu emotionalem Missbrauch kommen. Hervorzuheben sind Partnerschaften, aber auch in Freundschaften, auf der Arbeit (hier bekannt als Mobbing), zwischen Eltern und Kindern und in jeglicher Familienkonstellation kann es zu psychischer Gewalt kommen. Es sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen und auch bei älteren Menschen kommt dies vor.

Emotionaler Missbrauch in der Kindheit kann schwerwiegende Folgen haben und stellt ein hohes Risiko für die psychische Entwicklung des Kindes dar. In Fällen von kindlichem emotionalem Missbrauch sollte immer und sofort professionelle Hilfe gesucht werden.

Was ist emotionaler Missbrauch?

Emotionaler Missbrauch zeichnet sich durch ein regelmäßiges Muster verbaler Angriffe, konstanter Kritik, Manipulation und weiteren ähnlichen Verhaltensweisen aus. Hierbei herrscht immer ein Ungleichgewicht zwischen Täter und Opfer.  Der Täter ist in einer übergeordneten Position und verfügt über mehr Macht.

Im folgenden Video erklärt Kati Morton die fünf Anzeichen, mit denen sich emotionaler Missbrauch erkennen lässt. (Im Video lassen sich Untertitel aktivieren).

Um einen Fall von emotionalem Missbrauch zu erkennen, sind die folgenden Aspekte von Bedeutung. So verhält sich jemand Dir gegenüber, der psychische Gewalt ausübt:

Erniedrigung, Kritik

  • Lacht in der Anwesenheit anderer über dich, oder macht sich über dich lustig.
  • Verspottet dich, beschimpft dich und nutzt Sarkasmus um dich zu erniedrigen.
  • Wenn du dich beschwerst, sagt er/sie dir, dass es “ein Witz war” und beschuldigt dich, dass du zu sensibel bist.
  • Sagt dir, dass deine Meinung und Gefühle falsch sind.
  • Ignoriert deine Gefühle, Meinung, Gedanken und Vorschläge.

Dominanz, Kontrolle

  • Du fühlst, dass er/sie dich wie ein Kind behandelt.
  • Korrigiert dich die ganze Zeit, weil dein Verhalten “unangemessen” ist.
  • Du fühlst, dass du um Erlaubnis bitten musst, bevor du ausgehst oder eine kleine Entscheidung treffen kannst.
  • Kontrolliert deine Ausgaben
  • Behandelt dich, als wärst du schlechter als sie/er
  • Gibt dir das Gefühl, dass er/sie immer Recht hat
  • Erinnert dich ständig an deine Fehler
  • Verachtet deine Erfolge, Ziele, Pläne und sogar deine Person.
  • Seine/ihre Blicke und die Art mit dir zu sprechen sind missbilligend, herablassend und abwertend.

Anschuldigungen, Schuld

  • Wirft dir Dinge vor, bei denen du weißt, dass sie nicht stimmen.
  • Ist nicht in der Lage über sich selbst zu lachen.
  • Ist sehr sensibel, wenn jemand ihn/sie verspottet oder einen Kommentar über ihn/sie macht, welcher respektlos erscheinen kann.
  • Ist unfähig sich die eigenen Fehler einzugestehen oder sich zu entschuldigen.
  • Hat nie die Schuld an irgendwas. Die anderen sind Schuld, er/sie trägt nie Verantwortung.
  • Beschuldigt dich für seine/ihre Probleme oder die eigene Unglücklichkeit
  • Überschreitet deine Grenzen und respektiert deine Bitten nicht.

Isolierung und emotionale Distanzierung

  • Wird sauer oder entzieht dir seine/ihre Aufmerksamkeit und Zuneigung.
  • Nutzt als Strafe den Entzug von grundlegenden Bedürfnissen oder die Vernachlässigung und Nachlässigkeit (das passiert vor allem gegenüber Kindern).
  • Bemerkt nicht, oder interessiert sich nicht dafür, wie du dich fühlst.
  • Zeigt keine Empathie und fragt nichts über dich oder wie es dir geht.

Co-Abhängigkeit

  • Statt dich wie eine Person zu behandeln, behandelt er/sie dich, als wärst du Teil von ihm/ihr.
  • Schützt deine persönlichen Grenzen nicht. Gibt Informationen über dich Preis, zu denen du nicht deine Erlaubnis gegeben hast.
  • Respektiert deine Bitten nicht und macht das, was er/sie denkt, was das beste für dich ist.

Profil des Opfers

Es ist ganz wichtig hervorzuheben, dass ein Opfer emotionaler Misshandlung keinerlei Schuld daran trägt, misshandelt zu werden. Die Person hat sich das weder ausgesucht, noch genießt sie es abgewertet oder beschimpft zu werden.

Es ist jedoch der Fall, dass sich die Täter, wenn es Erwachsene sind, meistens Personen als Opfer aussucht, die bestimmte psychologische Eigenschaften haben. Sie nutzen die Leute aus, bei denen sie wissen, dass sie sich nicht wehren werden. Es gibt also eine Gruppe von Menschen, die anfälliger dafür ist, emotionalen Missbrauch zu erfahren. Es ist wichtig, dass wir das in uns selbst und den Personen in unserem Umfeld wahrnehmen, um uns und ihnen helfen zu können, eine mögliche Misshandlung zu erkennen, sich zu verteidigen und sie so zu vermeiden.

Die Personen haben oft einige der folgenden Eigenschaften:

  • Sie haben oft ein niedriges Selbstwertgefühl
  • Fühlen sich nicht in der Lage problematische Situationen zu bewältigen und haben eine geringe Selbstwirksamkeit.
  • Neigen dazu von anderen abzuhängen, um Entscheidungen zu treffen.
  • Sind häufig emotional abhängige Personen.
  • Haben oft einen passiven Kommunikationsstil.
  • Verteidigen ihre Rechte nicht und es fällt ihnen häufig schwer nein zu sagen.
  • Beschuldigen sich oft für die Probleme anderer.

Profil des Täters

Selten sind sich die misshandelnden Personen wirklich darüber bewusst, was sie tun. Sie sehen es als normal an, so mit anderen umzugehen. Sie haben keine gesunden Bewältigungsstrategien gelernt, sondern reagieren schnell aggressiv. Sie haben gelernt auf diese Weise die eigenen Unsicherheiten und Ängste zu kompensieren. Indem sie die anderen misshandeln haben sie das Gefühl der Kontrolle, ein Gefühl, dass sie in anderen Lebensbereichen wahrscheinlich nicht verspüren.

Sie fühlen sich selbst unsicher, und sind deshalb darauf angewiesen, dass ihr Opfer komplett von ihnen abhängt. Jeden Akt des “Protests” sehen sie als eine Bedrohung für ihre privilegierte Situation an.

  • Sind kontrollsüchtig, besitzergreifend und eifersüchtig.
  • Haben eine niedrige Frustrationstoleranz.
  • Beschuldigen andere für ihre Probleme.
  • Sind sich in der Regel nicht darüber bewusst, welchen Schaden sie anrichten, wenn sie sich aber darüber bewusst sind, ist es ihnen egal.
  • Haben wenig Empathie.
  • Können ihre Emotionen schlecht regulieren.
  • Können in verschiedenen Situationen sehr liebenswert und charmant sein.
  • Häufig haben diese Menschen eine Persönlichkeitsstörung. Beispielsweise eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung oder eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.

Das sind Eigenschaften, welche die misshandelnde Person haben kann. Es ist aber wichtig hervorzuheben, dass alle Menschen unterschiedlich sind und deswegen die Profile der Menschen die emotional misshandeln, ebenso unterschiedlich sein können, wie die Personen selbst.

Folgen emotionalen Missbrauchs

Psychische Folgen 

  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Hilflosigkeit
  • Trauer
  • Reizbarkeit
  • Depressionen
  • Angst

Soziale Folgen

  • Soziale Isolierung
  • Verlust der Kontakte zu Freunden und Verwandten
  • Verlust der sozialen und ökonomischen Unabhängigkeit
  • Verringerte Leistung im akademischen Bereich und auf der Arbeit

Körperliche Folgen

körperliche Störungen, als Folge der Angst:

  • Schlafstörungen
  • Verdauungsprobleme und -beschwerden
  • Kopfschmerzen

Emotionaler Missbrauch: Was tun?

Was sollte ich tun, wenn ich denke, dass ich jemanden misshandle?

Es ist schwierig sein Verhalten zu ändern, das über Jahre hinweg ausgeübt wurde und die einzige bekannte Art ist, mit anderen Menschen zu interagieren. Es ist wichtig zu wissen, dass niemand sich von heute auf morgen ändert, sondern eine Veränderung ein langer Prozess ist. Das Beste ist es, sich psychologische Hilfe zu suchen. Ergänzend können auch die folgenden Ratschläge helfen:

  • Das allerwichtigste ist, zu erkennen was man gemacht hat und sich des angerichteten Schadens bewusst zu werden und als solchen anzuerkennen.
  • Versuche aufzuhören Ausreden zu nennen und andere zu beschuldigen.
  • Versuche den angerichteten Schaden wieder gut zu machen.
  • Trage die Verantwortung, für das was du getan hast. Egal wie schlecht es dir ergangen ist oder wie hart dein Leben war, man hat die Wahl jemanden emotional zu missbrauchen oder es nicht zu tun.
  • Entferne dich von der Person, die du missbrauchst zumindest so lange, bis ein Psychologe dir hilft, mit ihr auf gesunde Weise zu interagieren.

Was sollte ich tun, wenn ich denke, dass ich misshandelt werde? 

  • Sei dir darüber bewusst, dass sich die Täter nicht ändern werden, wenn sie keine professionelle Hilfe aufsuchen, auch wenn sie dir das immer wieder glaubhaft versichern.
  • Umgib dich mit dir nahe stehenden Personen. Baue den Kontakt zu deinen Freunden und Verwandten wieder auf, wenn die misshandelnde Person dich von ihnen entfernt hat.
  • Hör auf die Person zu verteidigen, zu entschuldigen und zu rechtfertigen. Sie selbst ist für ihr Verhalten verantwortlich.
  • Entferne dich von der Person, die dich missbraucht. Brich den Kontakt ab. Diesen Schritt zu gehen ist vielleicht der schwierigste, aber er ist absolut notwendig. Eine schädliche Beziehung aufrechtzuerhalten führt zu nichts. Wenn du die Möglichkeit hast, spare Geld und suche dir einen eigenen Ort zum wohnen.
  • Suche psychologische Hilfe auf, um dein Selbstwertgefühl zu stärken und die Kontrolle über dein Leben zurückzugelangen.
  • Gib dir auf keinen Fall die Schuld für irgendetwas. Du hast keine Schuld dafür, dass er/sie dich misshandelt. Er/sie behandelt dich schlecht, weil er/sie nicht sich selbst schlecht behandeln kann, obwohl das eigentliche Problem in ihm/ihr liegt.

Emotionaler Missbrauch: Wie kann man ihn vorbeugen?

Emotionaler Missbrauch beziehungsweise psychische Gewalt ist eine Form der “Gehirnwäsche”, die Schritt für Schritt den Selbstwert und das Selbstvertrauen des Opfers zerstört. Dadurch kommt es zu emotionalen Narben und emotionalen Schmerzen und Leiden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dagegen anzukämpfen und ihn zu verhindern. Es ist wichtig das eigene Selbstwertgefühl und das der eigenen Kinder zu pflegen. Die eigenen Sozialkompetenzen zu verbessern und Selbstbehauptungstechniken unseren Kindern schon von klein auf beizubringen, kann helfen emotionalen Missbrauch von vorne herein zu vermeiden.

 

Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Facebook = Face-Boost? Wie stark wirkt sich unser virtuelles auf unser echtes Sozialleben aus?

Facebook = Face-Boost? Welchen Einfluss haben die Interaktionen mit unseren Freunden bei Facebook auf unser echtes Sozialleben?

Die meisten von uns können spontan mindestens drei gute Gründe für die Nutzung von Facebook nennen:

Mit alten SchulfreundInnen und Urlaubsbekanntschaften in Kontakt bleiben, aktuelle Themen und witzige Videos mit den FreundInnen teilen usw. Und auch der Begriff „Jäger und Sammler“ hat dank Facebook eine neue Bedeutung bekommen. 1.000 FreundInnen und mehr ist heute keine Seltenheit. Doch wie stark wirkt sich unser virtuelles Sozialleben auf unser echtes aus? Und welche Rolle spielen dabei die Quantität und Qualität der FreundInnen? Diesen Fragen sind Wissenschaftler aus Innsbruck nachgegangen.

Sozialleben? Facebook gehört bei vielen längst zum Alltag

Das Aufrechterhalten von Freundschaften und der regelmäßige Austausch mit FreundInnen sind zwei schlagkräftige Gründe für das beliebte soziale Netzwerk. Dies gilt vor allem bei den jungen Facebook-NutzerInnen. Und von ihnen gibt es reichlich: 55% der Internet-UserInnen sind es- um genau zu sein. Facebook gehört bei vielen längst zum Alltag. Aber neben den positiven Interaktionseffekten mit den Facebook-FreundInnen werden auch verstärkt Erfahrungen der Isolation und Zurückweisung gemacht. Erfahrungen, wie das „unfrienden“ rufen negative Emotionen hervor, die sogar an den grundlegenden Bedürfnissen wie Zugehörigkeit, Anerkennung, Kontrolle und einem positiven Selbstbild rütteln können.

„Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen“

So formulierte es die Welt Kompakt einmal sehr treffend. Ihr Ziel dabei war es, den Fokus weg von den quantitativ hohen und frei zugänglichen Medien im Internet und hin auf die Qualität gedruckter Printmedien zu lenken. Auch in der psychologischen Forschung wurde darauf hingewiesen, dass es nicht allein die Anzahl der FreundInnen in den sozialen Netzwerken ist, die das Selbstbild boostet. Eine Forschungsgruppe der Universität Innsbruck hat diese Erkenntnis nun aufgegriffen. Außerdem hat sie sie um die Annahme erweitert, dass vor allem die Qualität, also die Aufgeschlossenheit im Antwortverhalten der FreundInnen, positiv zur Bedürfnisbefriedigung beiträgt.

ForscherInnen untersuchen die Auswirkungen der Facebook-Nutzung auf das Gefühl von Zugehörigkeit und das Selbstwertgefühl

Hierfür wurden zwei Versuche durchgeführt. Die erste Studie untersuchte dabei, ob es einen Unterschied in der Bedürfnisbefriedigung zwischen der Quantität und der Qualität gibt. Die Quantität meint dabei die Anzahl der FreundInnen. Unter Qualität sind die FreundInnen gemeint, die auf Posts, Geburtstage, etc. antworten. Studierende wurden gebeten, die Anzahl der GratulantInnen ihres letzten Geburtstages zu zählen. Anschließend beantworteten sie unter anderem Fragen zu ihren aktuellen Emotionen, ihrem Selbstwertgefühl und dem Gefühl von Einsamkeit. Die Ergebnisse bestätigten die Annahme, dass das Antwortverhalten der FreundInnen eine eindeutige Auswirkung auf die Gefühle und Bedürfnislage der Studierenden hat. Die reine Anzahl an Facebook-FreundInnen wirkte sich hingegen nicht automatisch positiv auf die eigenen Emotionen aus.

In der zweiten Studie wurde zusätzlich die Art und Weise der Antwort untersucht. Dafür wurden die Studierenden gebeten, die Kommentare ihrer FreundInnen zu ihren eigenen letzten drei Posts in negativ und positiv zu unterteilen. Ob die Antwort eher negativ oder positiv war, wirkte sich zwar auch auf den User und seine Emotionen aus, allerdings nicht in großem Maße- getreu dem Motto: „Hauptsache ich bekomme irgendeine Antwort.“

Zusammengefasst – Was kann ich tun?

Die Auswirkung virtueller Interaktionen auf das Sozialleben eines Einzelnen sind also nicht zu unterschätzen. Deswegen sollten wir uns der Konsequenzen unserer Handlungen im Internet genauso bewusst sein, als würde wir unseren FreundInnen auf der Straße treffen. Aber eins hat die Studie noch gezeigt: Effekte realer Begegnungen sind deutlich stärker als die, der virtuellen Zusammentreffen. Sie können daher auch negative Gefühle verbessern. Vielleicht sollten wir daher beim nächsten Geburtstag eines Freundes/ einer Freundin unsere Anerkennung lieber gleich durch einen Blumenstrauß zum Ausdruck bringen. …denn Blumen sagen bekanntlich mehr als 1.000 Facebook-Kommentare.

 

Referenz:

Greitemeyer, T., Mügge, D. O., & Bollermann, I. (2014). Having responsive Facebook friends affects the satisfaction of psychological needs more than having many Facebook friends. Basic and Applied Social Psychology36(3), 252-258.

Niedriges Selbstwertgefühl: Gründe, Folgen und Test – Was kann ich tun?

Niedriges Selbstwertgefühl? Es ist viel schwieriger als es aussieht zu lernen “Ich liebe mich” anstelle von “Ich liebe dich” zu sagen. Stell dich auf die Probe. In diesem Artikel zeigt dir die Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda die Schlüssel zur Entwicklung eines ausgeglichenen und gesunden Selbstkonzeptes und infolgedessen wirst du lernen, besser mit deinem niedrigen Selbstwertgefühl umzugehen.

“Verlieb dich in dich selbst, ins das Leben, in deine Umgebung, in das, was du machst, und wer du bist. Walter Riso”

Niedriges Selbstwertgefühl

Was ist das Selbstwertgefühl? Das Selbstwertgefühl ist die Bewertung oder die Auffassung, die wir von uns selbst haben. Es baut sich anhand der Erfahrungen, sowohl den negativen als auch den positiven, auf, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben. Vom Selbstwertgefühl hängen die Erwartungen ab, die wir an uns selbst stellen und unser eigenes Wertekonzept oder Selbstkonzept.

Deswegen ist ein positives Selbstwertgefühl und Selbstliebe unabdingbar für den Erfolg im Leben. Wir wissen alle vom Wert der Selbstachtung, aber nur wenige von uns wissen, wie man für sie sorgt, sie verwöhnt und erhält.

“Der Unterschied zwischen dem, wo du gestern warst und dem, wo du morgen sein wirst, liegt in dem, was du HEUTE denkst, sagst du und tust.”

Gründe für ein niedriges Selbstwertgefühl – Warum ist mein Selbstwertgefühl so niedrig?

Ein niedriges Selbstwertgefühl ist ein Problem, dass einen großen Teil der Bevölkerung betrifft, aber estaunlicherweise ist sich die Mehrheit dessen gar nicht bewusst. Wenn wir wegen Angst- und Depressionsproblemen zum Psychologen gehen, liegt diesen Pathologien oft ein niedriges Selbstwertgefühl zugrunde, aber wir sind uns dessen oder dessen Folgen für unsere psychische Gesundheit für gewöhnlich nicht bewusst.

Beim Aufbau unseres eigenen Selbstwertgefühls durchläuft jedes menschliche Wesen einen einzigartigen und unvergleichbaren Weg. Das Selbstwertgefühl baut sich allmählich auf, und auch wenn persönliche Eigenschaften einen Einfluss auf diesen Prozess haben, sind die erlebten Erfahrungen und die Menschen, mit denen du in Kontakt trittst, ein entscheidender Faktor. Dies führt zu dem Ergebnis einer subjektiven Empfindung von persönlichem Wert oder im Gegensatz, von Unfähigkeit.

Die ersten Lebensjahre sind grundlegend für die Bildung eines hohen oder niedrigen Selbstwertgefühls, aber auch die Erfahrungen, die wir als Erwachsene erleben, können es verändern. Unter den zahlreichen Gründen für ein niedriges Selbstwertgefühl können wir die folgenden hervorheben:

–          Körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch, vor allem in jungem Alter.

–          Der Erwartungsgrad unserer Eltern und Lehrer, dem wir in der Kindheit ausgesetzt            waren.

–          Unter Diskrimination jeder Art leiden.

–          Belästigung oder Mobbing erleiden.

–          Den Verlust eines geliebten Menschens erleiden.

–          Soziale Ausgrenzung

–          Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitssituationen

Wenn eine Person schwierige Zeiten durchläuft, bildet sie sich, fast ohne es zu merken, negative Überzeugungen über sich selbst. Sei es über ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihr Aussehen oder ihre Fähigkeiten, Erfolg im Leben zu haben.

Genau so wichtig wie unsere Erlebnisse sind die Interpretation, die wir ihnen geben.

Das Wichtige am niedrigen Selbstwertgefühl ist, dass es sich im Allgemeinen auf Überzeugungen und nicht auf Tatsachen stützt, und das Glaubenssystem der Menschen lässt sich formen und modifizieren.

So ist die Erhöhung unseres Selbstwertgefühls ein Schlüsselfaktor, um uns mit uns selbst wohl zu fühlen.

 

Lerne, dich zu lieben

Die Rosenberg-Skala: Finde heraus, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast

Hast du schon mal innegehalten, um darüber nachzudenken, was du wirklich von dir denkst? Im Folgenden lade ich dich dazu ein, diesen kleinen Test namens Selbstwertskala von Rosenberg zu machen, der dir helfen wird, den Grad der Zufriedenheit mit dir selbst zu messen.

Denk daran, dass dies eine einfache Bewertungs- und Orientierungsübung ist und in keinem Fall eine klinische Diagnose darstellt.

Die Rosenbergskala ist ein Test zum Selbstwertgefühl, das er dir ermöglicht ausfindig zu machen, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast. Diese Bewertung stützt sich auf 10 Aussagen, die du möglichst ehrlich auf dieser Skala beantworten musst:

1: Gar nicht einverstanden

2: Nicht einverstanden

3: Einverstanden

4: Komplett einverstanden

  1. Ich empfinde mich als gleichwertig mit den anderen.
  2. Im Allgemeinen neige ich dazu zu denken, dass ich eine Enttäuschung bin.
  3. Ich denke, ich habe ein paar gute Eigenschaften.
  4. Ich kann die Dinge genau so gut machen wie die anderen.
  5. Ich glaube, ich habe nicht viel, worauf ich stolz sein kann.
  6. Ich habe mir selbst gegenüber eine positive Haltung.
  7. Im Allgemeinen bin ich mit mir zufrieden.
  8. Ich hätte gern mehr Selbstrespekt.
  9. Ich fühle mich manchmal wirklich nutzlos.
  10. Manchmal denke ich, dass ich nichts wert bin.

Korrektur und Ergebnisse

Von den Sätzen 1 bis 5 zählen die Antworten von 1 bis 4 jeweils 4 bis 1 Punkte. Das heisst, genau umgekehrt. Beispiel: Wenn du bei Satz Nr. 1 4 Punkte gegeben hast, musst du einen Punkt zählen.

Von den Sätzen 6 bis 10, zählen die Antworten 1 bis 4 auch 1 bis 4 Punkte.

Von 30 bis 40 Punkte: Hohes Selbstwertgefühl, als normales Selbstwertgefühl angesehen.

Von 26 bis 29 Punkte: Mittleres Selbstwertgefühl. Dies bedeutet keine schweren Selbstachtungsprobleme, aber eine Verbesserung wäre ratsam.

Weniger als 25 Punkte: Niedriges Selbstwertgefühl. Es gibt bedeutende Selbstachtungsprobleme.

Folgen eines niedrigen Selbstwertgefühls

Ein niedriges Selbstwertgefühl wirkt sich negativ auf alle Bereiche deines Lebens aus. Die Wahrnehmung, die du von dir selbst und deinem Wert oder des Fehlen dieses Wertes hast, hat unvermeidbare Auswirkungen auf deine Arbeitsleistung, deine Beziehungen im Privatleben und die Beziehung mit der Welt und dir selbst haben.

“Wir können andere nicht lieben, wenn wir nicht vorher lernen, uns selbst zu lieben”

Es ist viel komplizierter als es scheint, dich selbst zu lieben. Dich richtig lieben zu können heißt, dich zu akzeptieren, zu respektieren, deinen vitalen Bedürfnisse nachzukommen und dich dafür zu lieben, wer du bist, mit deinen Stärken und Schwächen.

Eine Person, die sich liebt und sich selbst wertschätzt, strahlt positive Vibrationen aus und erweckt Neugierde darauf, sie kennenzulernen. Sie verbreitet Liebe, weil sie sich selbst akzeptiert hat. Und unbewusst nehmen das die anderen wahr.

Gegen das niedrige Selbstwertgefühl kämpfen: Lerne, dich zu lieben

Eine Person, die sich nicht liebt und, vor allem, sich nicht respektiert, läuft große Wahrscheinlichkeit, in toxische Beziehungen verwickelt zu werden.

Denk daran, dass Vorbeugung die beste Kur ist …

Schlüssel zur Erhöhung eines niedrigen Selbstwertgefühls

1. Verwandle negative Gedanken ins Positive

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dir selbst unangenehme Botschaften schickst, die reich an “Ich kann nicht”, “Ich bin das nicht wert”, “Ich werde scheitern”, “Ich verdiene keine Liebe” sind.

Auch wenn du das nicht bewusst machst, präsentieren sich diese Botschaften mehr oder weniger subtil in deinem Alltag und vermindern deine Lust darauf, ein neues Projekt anzugehen und sabotieren letztendlich dein Wohlbefinden.

Mach eine Liste von deinen am meisten wiederkehrenden negativen Gedanken und schreib daneben eine Ermutigung, die du wiederholen kannst, wenn das Negative erscheint.

Zum Beispiel: Für den Satz “Ich bin nicht dafür gemacht” wäre der Gegengedanke “Ich kann das problemlos in Angriff nehmen”. Jedes Mal, wenn der negative Gedanke auftaucht, halt inne und biete ihm mit dem positiven Denken die Stirn.. Am Anfang wird dir das schwer fallen, aber wenn du es regelmäßig machst, wir sich dieses Verhalten automatisieren.

Was du dir selbst sagst, kann dir Macht geben oder wegnehmen, und nur du kannst die Worte wählen …

2. Hast du ein geringes Selbstwertgefühl? Mach eine Liste deiner Erfolge

Für gewöhnlich neigen wir dazu, unsere Niederlagen und Fehler grösser zu machen und das Gute, was in unserem Leben geschieht, für einen glücklichen Zufall zu halten.

Das ist ein unverzeihlicher Fehler. Sicher hast du in deinem Leben schon sehr interessante Erfolge geerntet, denen du jetzt nicht mehr den Wert gibst, den sie verdienen.

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, gibt es eine gute Übung, die darin besteht, eine Liste mit den persönlichen Erfolgen zu erstellen, auf die du am stolzesten bist.

Zum Beispiel:

–          Ich habe das Studium geschafft

–          Ich habe Padel-Spielen gelernt

–          Ich habe eine zweite Sprache gelernt

–          Ich bin Vater/Mutter geworden

–          Ich habe die Arbeit bei dieser Firma bekommen

Kleb dir diese Liste an den Kühlschrank oder irgendwohin, wo du sie oft siehst. Diese Liste wird dich daran erinnern, dass du die nötigen Fähigkeiten hast, zu erreichen, was du dir vornimmt.

3. Akzeptiere dich genau so, wie du bist

Mit deinen Stärken und Schwächen. So klar und schwierig. Sei realistisch, versuche nicht, das Unmögliche zu ändern, und sei dir deinen Schwächen und Stärken bewusst. Eine gute Kenntnis deiner selbst ist das wirkungsvolle Werkzeug, um Erfolg in deinem Leben zu haben und dein emotionales Wohlgefühl zu entwickeln.

“Es ist viel schwieriger, sich selbst zu beurteilen, als die anderen zu beurteilen. Wenn du es schaffst, dich selbst richtig zu beurteilen, bist du wirklich weise.” Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz.”

4. Vergiss die Vergleiche, um dein niedriges Selbstwertgefühl nicht zu nähren

Vergleiche sind widerlich und ergeben selten etwas Positives. Einzig und allein, wenn dieser Vergleich als intrinsische Motivation für eine Verbesserung genutzt wird, wird sie dir etwas Positives bringen und du wirst ein Gefühl von Bewunderung und nicht von Neid empfinden.

Wenn du dich minderwertig fühlst oder dich dafür verachtest, nicht das Eine oder das Andere in deinem Leben zu haben, denk daran, dass viele Leute gerne das hätten, was du hast, oder sein würden, wer du bist. Sei dankbar für deine persönlichen Stärken, anstatt dich beim Versuch zu erfüllen, was die Gesellschaft dir auferlegt, fertigzumachen.

Sei kritisch mit deinen persönlichen Forderungen und schätze nicht gering, was du schon besitzt.

5. Finde die Ursache für dein niedriges Selbstwertgefühl

Ein grundlegender Schritt für die Lösung eines jeden Problems besteht darin, die Wurzel der Angelegenheit zu identifizieren. Oft versuchen wir, das Symptom zu beseitigen, statt die Krankheit in Angriff zu nehmen. Dies kann uns kurzfristige Erleichterung verschaffen, aber wenn wir nicht die wirkliche Ursache der Krankheit bekämpfen, kann sich das Symptom im Laufe unserer Leben auf verschiedene Arten wiederholen.

Wenn du Schwierigkeiten bei diesem Schritt hast, rate ich dir, dich an einen Experten zu wenden. Ein Termin bei einem in dieser Angelegenheit qualifizierten Psychologen kann dich dazu leiten, das wirkliche Problem zu identifizieren.

Um zum Ende zu kommen, möchte ich euch ein interessantes Video über Tipps zum Stärken des Selbstwertgefühls zeigen.

“Das Selbstwertgefühl ist keine so verwerfliche Sünde wie die eigene Geringschätzung. William Shakespeare”

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.