Depersonalisation und Derealisation: Den Kontakt zur Realität verlieren

Hast du dich schon einmal distanziert oder unverbunden mit der Realität gefühlt? Die Depersonalisation und die Derealisation sind Störungen, in denen man das Gefühl hat, sich in einem fremden Umfeld zu befinden, wie in einem Traum oder Film. In diesem Artikel berichten wir dir darüber.

Depersonalisation und Derealisation

Depersonalisation und Derealisation: Dissoziative Störungen

Die Depersonalisation und die Derealisation sind Störungen, bei denen sich die Person fremd und abgetrennt von der Realität fühlt. Es kommt oft vor, dass Symptome dieser Art bei Personen mit Angststörungen oder Schizophrenie auftreten, obwohl sie jeder in einem Moment großen Stresses oder vorübergehenden Krisen erleben kann. Es ist nicht unüblich, dass sie in Verbindung mit Unfällen oder Terror-Anschlägen auftreten, die sich heutzutage leider ereignen. In manchen seltenen Fällen kann man sie als eigene psychische Störung bezeichnen.

Diese Pathologien gehören zu den dissoziativen Störungen, die aus Unterbrechungen oder Abbrüchen der Erinnerungs-, Bewusstseins-, Identitäts- oder Wahrnehmungsprozesse bestehen.

Was ist die Depersonalisation

Bei der Depersonalisationsstörung entwickelt sich eine Verzerrung in der Wahrnehmung des eigenen Körpers, der Gefühle und der Gedanken. Die Person fühlt sich ihrem Körper fremd, als ob er nicht zu ihr gehöre. Oft wird der Körper als eine Maschine oder ein Roboter wahrgenommen, als ob die Person ihn von außen betrachten würde, wie in einem Traum oder einem Film.

Was ist die Derealisation

Bei der Derealisationsstörung erlebt die Person die Welt oder die Umgebung, als wäre sie fremd und irreal, als ob sie in einem Traum wäre. Manchmal werden Veränderungen in der Form und der Größe der Objekte wahrgenommen und manchmal werden andere Leute als seltsam oder fremd angesehen. Es kann auch eine Abänderung in der subjektiven Zeitgeschwindigkeitswahrnehmung stattfinden.

Bei beiden Störungen bleibt das Wissen um die wirkliche Zeit erhalten, das heißt, sie wissen, dass es eine Illusion ist und, dass sie nicht wirklich in einem Traum oder Maschinen sind.

Man hält diese Symptome weder für schwer noch für gefährlich, aber trotzdem sind sie lästig und verwirrend für Personen, die unter ihnen leiden. Sie haben Angst „verrückt“ zu werden. Normalerweise halten sie einige Stunden an, aber es gibt einige seltene Fälle, in denen sie chronisch (auf lange Zeit, nicht rückgängig zu machen) werden können, und somit die Lebensqualität der Personen schwer schädigen.

Depersonalisation und Derealisation

Depersonalisation: Verzerrung der Selbstwahrnehmung

Ursachen für die Depersonalisierung oder Derealisation

Man weiß bisher wenig über die Ursachen dieser Störungen, obwohl sie sowohl durch Umweltfaktoren als auch durch psychologische oder biologische Faktoren hervorgerufen werden können. Wie bei anderen dissoziativen Störungen können sie nach einem stressigen oder traumatischen Ereignis entstehen, wie Kriegssituationen, Missbrauch, Unfälle … Außerdem können sie nach der Einnahme von Substanzen, Drogen oder Pharmazeutika, auftreten. In diesen Fällen sind die Symptome vorübergehend.

Diagnose der Störungen

Laut dem Diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen (DSM-5), müssen folgende Symptome auftreten, um eine „chronische“ Depersonalisierungs- oder Derealisationsstörung zu diagnostizieren:

  • Vorkommen von andauernden oder wiederkehrenden Erfahrungen der Depersonalisation, Derealisation oder beiden:
    • Depersonalisation: Erfahrungen von Irrealität, Distanzierung oder das Gefühl, ein außenstehender Beobachter in Bezug auf Gedanken, Gefühle, Empfindungen, den Körper oder sich selbst zu sein.
    • Derealisation: Erfahrungen von Irrealität oder Distanzierung in Bezug auf die Umgebung.
  • Während dieser Erfahrungen bleibt das Wissen um die Realität intakt.
  • Die Symptome verursachen klinisch bedeutendes Unwohlsein oder Verschlechterung im Sozialen, bei der Arbeit oder anderen wichtigen Leistungsbereichen.
  • Die Störung ist nicht auf physiologische Effekte einer Substanz oder ein medizinisches Leiden zurückzuführen.
  • Die Störung kann nicht durch eine andere psychische Störung wie die Schizophrenie, die Panikstörung, das posttraumatische Stresssyndrom oder eine andere dissoziative Störung erklärt werden.

    Depersonalisation und Derealisation

    Die Depersonalisation und die Derealisation können von Traumata kommen

Was kann man machen, wenn man unter Depersonalisation oder Derealisation leidet?

Dissoziative Erfahrungen wie die Depersonalisation oder die Derealisation können sehr beängstigend sein. Wenn sie jedoch in einem konkreten Moment der Unruhe oder des Stresses auftreten, sind sie nicht von größerer Bedeutung.

Das Problem kommt, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder als Symptom einer schwereren Störung wie die generalisierte Angststörung, Depression, Phobien oder Schizophrenie erscheint, in deren Fällen die dissoziativen Symptome normalerweise von alleine verschwinden, wenn die Hauptstörung behandelt wird. In diesen Fällen ist es besser, einen Spezialisten zu kontaktieren, der dir helfen wird, die richtige Behandlung zu finden.

Es ist wichtig zu wissen, dass, obwohl die Depersonalisationsstörung als eine unabhängige Pathologie gilt, die Behandlungen und Therapien, die heutzutage existieren, sie nicht beseitigen, sondern helfen mit der Störung auf die bestmögliche Art zu leben.

 

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit

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