Faulheit und Bequemlichkeit schaden dem Selbstbewusstsein

 

Faulheit, Bequemlichkeit, Müßiggang…? Wer kennt nicht das zunächst verlockende Gefühl den ganzen Tag auf der Couch zu liegen und nichts tun zu wollen? Die eigentlichen Pläne aufgeben und uns der Prokrastination und dem Müßiggang hingeben. Morgen beginne ich die Aufgabe, die ich noch erledigen möchte… Morgen beginne ich Sport zu treiben, höre ich mit dem Rauchen auf, fange ich an eine neue Sprache zu lernen, lernen ich für die Prüfung, gehe ich einkaufen, putze ich die Wohnung. Es ist eigentlich egal, um welche Aufgabe es sich handelt. Die Faulheit und Bequemlichkeit lauert uns immer auf. Sie lenken uns von der Aufgabe weg, die wir eigentlich machen sollten, so dass wir uns ganz der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung hingeben. 

Entdecke in diesem Artikel die Auswirkungen, die Faulheit und Bequemlichkeit in deinem Gehirn haben. Faul zu sein führt zu einem Gefühl der Nutzlosigkeit und Ineffizienz, ohne dass wir uns dessen zwangsläufig bewusst sind. Das wirkt sich auf unser Selbstbewusstsein aus und kann uns bis in die Depression treiben. Wenn du die Risiken der Faulheit kennen lernen willst, dann lies weiter! Im Folgenden werden ein paar Tipps vorgestellt, die helfen diese Faulheit zu überwinden

Faulheit

Wie lässt sich die Faulheit überwinden?

Ab und zu brauchen wir alle Momente oder Tage des Nichtstuns. Es ist gut, Inne zu halten, Routinen in den wir uns befinden zu durchbrechen. Es hilft uns, Kraft zu schöpfen, um anschließend unsere Aufgaben mit mehr Energie anzugehen. Aber es gibt auch Situationen in welchen die Faulheit uns komplett einnimmt. 

Faulheit an sich ist nicht wirklich unangenehm. Sie ist bequem. Wir verbrauchen kaum Energie und müssen uns nicht anstrengen. Kurzfristig ist sie also sehr belohnend. Sie hilft uns ebenfalls unangenehme oder anstrengende Dinge zu umgehen.

Wenn wir jemanden als faul bezeichnen, heißt das nicht, dass diese Person wirklich gar nichts tut. Normalerweise macht sie schon etwas, es handelt sich dabei aber um unproduktive Sachen: Fernsehn gucken, Videospiele spielen… Die Faulheit bezieht sich darauf, dass wir Aktivitäten ausüben, die keine Anstrengung benötigen und in der Regel Spaß machen.

Trotzdem befinden wir uns in der Regel in einer Umgebung die uns Impulse gibt oder sogar fordert, dass wir produktiv sind. Aus diesem Grund führt Faulheit mittelfristig zu Schuldgefühlen, dem Gefühl der Unproduktivität und einem schwindenden Selbstwertgefühl. 

Das Nichtstun, die Unsicherheit und das schwindende Selbstwertgefühl sind grundlegende Komponenten einer Depression.

Um eine Depression zu diagnostizieren und zu behandeln, benötigt man von einem Spezialisten durchgeführte ausführliche neuropsychologische Bewertung der Depression. Es gibt ebenfalls neurokognitive Stimulationsprogramme, welche die kognitive Beeinträchtigung lindern und rehabilitieren, die mit der Depression einhergeht.

Gründe für Faulheit und Bequemlichkeit

    • Es ist schwierig sich für langfristige Ziele anzustrengen, die uns nicht unmittelbare Befriedigung verschaffen. Unsere Vorfahren haben im Hier und Jetzt gelebt, unsere heutige Welt ist dagegen ganz anders strukturiert. Damit jemand ein Projekt in Angriff nimmt, muss man das spätere Resultat im Vorhinein bewerten und gucken, ob es sich für den zu erbringenden Aufwand die Kosten und Schwierigkeiten lohnt. Wenn wir unsichere Persönlichkeiten sind, wird es uns schwerer fallen Projekte anzugehen, bei denen wir nicht wissen, ob wir unser Ziel erreichen werden und zusätzlich der Gewinn sehr weit weg ist, was es schwieriger macht nicht bequem und faul zu werden.
    • Angst und Verzweiflung kann uns zur Faulheit führen. Für Leute die Angst vor dem Erfolg haben oder ein geringes Selbstvertrauen, dient die Faulheit als Ausrede dazu, nichts zu tun. Diese Leute sehen sich unfähig, bestimmte Dinge in Angriff zu nehmen, was den Beginn noch schwieriger macht.
    • Die Angst vor dem Versagen führt ebenfalls dazu, dass wir nicht handeln und die Faulheit und Bequemlichkeit siegt. Es gibt Personen die es lieber erst gar nicht versuchen, statt es auszuprobieren und womöglich zu scheitern.
    • Andere Leute sind faul, weil sie der Meinung sind, dass ihre Situation keinen Ausweg hat und sie an keine mögliche Lösung denken können. Die Negativität der Gedanken ist sehr schädlich und blockiert uns, was uns weiter von unseren Zielen, und dem was wir eigentlich erreichen wollen, entfernt. Finde hier ein paar Tipps der positiven Psychologie.
    • Unsere Kultur ist sehr hedonistisch aufgebaut. Wir wollen Dinge sofort und ohne viel Aufwand. Diese Tatsache förder die Faulheit und Bequemlichkeit. Das führt dazu, dass wir uns jedes Mal weniger anstrengen wollen, um etwas zu erreichen. Und wenn etwas mehr Aufwand bedarf, als wir gewohnt sind, geben wir auf.
    • Die Faulheit und Bequemlichkeit ist eine Form der Vermeidung von Erfahrungen, mit Ähnlichkeiten zu dem Phänomen, was bei Phobien auftritt und zur Aufrechterhaltung des Problems beiträgt. Wenn das Denken an eine bestimmte Aktivität in uns Angst oder Furcht auslöst, dann vermeiden wir diese. Dadurch verringern wir unsere Angst und die Vermeidung der Situation wird verstärkt. Dadurch gelangen wir in einen Teufelskreislauf der Vermeidung und des Nichtstuns.
    • Fehlen von emotionaler Unterstützung. Es gibt Situationen, in denen wir nicht über ein unterstützendes Umfeld aus uns nahestehenden Personen verfügen, die uns animieren Dinge zutun oder Projekte anzugehen. In diesen Fällen ist es gut möglich, dass uns die Motivation fehlt, diese Dinge zu tun. Viele von uns brauchen eine externe Verstärkung und Anerkennung, um zu handeln. Die externe Motivation ist das, was sie theoretisch antreibt. Das kann problematisch sein.

    Wie kann man die Faulheit bekämpfen?

    Die unmittelbare Bedürfnisbefriedigung ist der “Instinkt” unseres Gehirns, jedoch schätzen wir uns selbst mehr wert, wenn wir weniger angenehme Aufgaben angehen und erfolgreich ausführen.

    1. Visualisiere dein Ziel

    Denke daran, was du in deinem Leben erreichen willst. Nimm dir ein Ziel vor, unabhängig davon, ob du dich in der Lage siehst es erreichen zu können oder nicht. Frage dich, wo du dich gerne in Zukunft sehen würdest. Wie möchtest du in Erinnerung bleiben? Willst du eine große Firma leiten? Willst du mit Kindern arbeiten? Oder anderen Menschen helfen? Dabei ist alles gut, solange es das ist, was du wirklich möchtest und nicht das was deine Eltern oder dein Umfeld von dir erwarten.

    2. Mach einen Plan

    Eine gute Strategie die Bequemlichkeit und Faulheit zu besiegen ist es, an all die Schritte zu denken, die du tun musst, um dein Ziel zu erreichen. Unterteile dein Ziel in kleine Handlungsschritte. Wenn du beispielsweise einen Job finden willst, sollte dein Ziel nicht nur heißen “Arbeit finden”. Unterteile diese Ziel: Einen Lebenslauf schreiben, Stellenangebote suchen, Kontakte knüpfen, Bewerbungen abschicken, Vorstellungsgespräche vorbereiten… Über den eigenen Tellerrand zu schauen ist einfach, wenn du weißt wie.

    3. Mach einen Schritt nach dem nächsten

    Die einzige Möglichkeit sich von der Faulheit zu befreien ist es, anzufangen Dinge zu tun. Man kann am Anfang mit kleinen einfachen Aufgaben beginnen. Man wird sich schnell darüber bewusst, dass es nicht so schwierig ist 10 oder 15 Minuten etwas zu tun.

    4. Suche Herausforderungen

    Löse dich von der Vorstellung, dass du es nicht schaffen kannst. Sehr häufig lernen wir etwas durch Trial and Error (Versuchen und Scheitern). Wenn man sich das vor Augen führt, merkt man, dass man auch schwierige Aufgaben schaffen kann.

    5. Führe ein Tagebuch mit deinen Erfolgen

    Schreibe deine Erfolge jeden Tag auf, dadurch kannst du die Faulheit besiegen. Es ist einfacher unseren Plan zu verfolgen, wenn wir uns über unsere Fortschritte bewusst werden, die uns unserem Ziel näher bringen.

    6. Gehe Verpflichtungen mit anderen ein

    Mach deine Verpflichtungen öffentlich, um dein Ziel oder dein Vorhaben zu erreichen. Dadurch ensteht eine Motivation, die dein Umfeld generiert und dir somit helfen kann dein Ziel zu erreichen und dich zu unterstützen, die Faulheit zu überwinden.

    7. Akzeptiere eine Erhöhung der Schwierigkeit

    Du brauchst keine Bequemlichkeit und unmittelbare Belohnung. Das führt nur dazu, dass wir nur einfache Aufgaben angehen. Wir machen es uns bequem und verfolgen unsere eigentlichen Ziele nicht mehr und verwandeln uns in faule und bequemliche Personen. Löse dich von diesen Vorstellungen und konzentriere dich auf deine langfristigen Ziele.

    8. Belohne dich

    Die Erholung unterscheidet sich von der Faulheit dadurch, dass sie das Schaffen einer Aufgabe belohnt.  Erlaube dir dich auszuruhen, sobald du dich eine Zeit richtig angestrengt hast.

    9. Pflege dein Selbstbewusstsein

    Oft kommt die Faulheit durch einen Mangel an Selbstbewusstsein. Wir fühlen uns nicht in der Lage eine Aufgabe anzugehen oder irgendetwas zu machen.

    10. Löse dich von negativen Gedanken

    An Negatives zu denken, führt dazu, dass wir uns nicht sehr gut fühlen. Oft sind wir davon überzeugt, dass wir einfach realistisch denken – das ist aber nicht immer der Fall. Zu denken, dass alles schlecht laufen wird, dass wir unfähig sind – das blockiert uns und führt dazu, dass wir beginnen uns auf unbewusste Art und Weise zu sabotieren, um unsere negativen Gedanken und Annahmen zu bestätigen.

    Übersetzt aus dem Spanischen. Original: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

Als klinische Psychologin interessiere ich mich insbesondere für das Gehirn und seine veränderten Funktionen im Zusammenhang mit psychischen Störungen. Um der Leserschaft diese Themen näher bringen zu können, informiere ich mich stetig über neue und interessante Informationen in diesem Bereich.

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