Niedriges Selbstwertgefühl: Gründe, Folgen und Test – Was kann ich tun?

Niedriges Selbstwertgefühl? Es ist viel schwieriger als es aussieht zu lernen „Ich liebe mich“ anstelle von „Ich liebe dich“ zu sagen. Stell dich auf die Probe. In diesem Artikel zeigt dir die Neuropsychologin Cristina Martínez de Toda die Schlüssel zur Entwicklung eines ausgeglichenen und gesunden Selbstkonzeptes und infolgedessen wirst du lernen, besser mit deinem niedrigen Selbstwertgefühl umzugehen.

“Verlieb dich in dich selbst, ins das Leben, in deine Umgebung, in das, was du machst, und wer du bist. Walter Riso”

Niedriges Selbstwertgefühl

Niedriges Selbstwertgefühl

Was ist das Selbstwertgefühl? Das Selbstwertgefühl ist die Bewertung oder die Auffassung, die wir von uns selbst haben. Es baut sich anhand der Erfahrungen, sowohl den negativen als auch den positiven, auf, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben. Vom Selbstwertgefühl hängen die Erwartungen ab, die wir an uns selbst stellen und unser eigenes Wertekonzept oder Selbstkonzept.

Deswegen ist ein positives Selbstwertgefühl und Selbstliebe unabdingbar für den Erfolg im Leben. Wir wissen alle vom Wert der Selbstachtung, aber nur wenige von uns wissen, wie man für sie sorgt, sie verwöhnt und erhält.

“Der Unterschied zwischen dem, wo du gestern warst und dem, wo du morgen sein wirst, liegt in dem, was du HEUTE denkst, sagst du und tust.”

Gründe für ein niedriges Selbstwertgefühl – Warum ist mein Selbstwertgefühl so niedrig?

Ein niedriges Selbstwertgefühl ist ein Problem, dass einen großen Teil der Bevölkerung betrifft, aber estaunlicherweise ist sich die Mehrheit dessen gar nicht bewusst. Wenn wir wegen Angst- und Depressionsproblemen zum Psychologen gehen, liegt diesen Pathologien oft ein niedriges Selbstwertgefühl zugrunde, aber wir sind uns dessen oder dessen Folgen für unsere psychische Gesundheit für gewöhnlich nicht bewusst.

Beim Aufbau unseres eigenen Selbstwertgefühls durchläuft jedes menschliche Wesen einen einzigartigen und unvergleichbaren Weg. Das Selbstwertgefühl baut sich allmählich auf, und auch wenn persönliche Eigenschaften einen Einfluss auf diesen Prozess haben, sind die erlebten Erfahrungen und die Menschen, mit denen du in Kontakt trittst, ein entscheidender Faktor. Dies führt zu dem Ergebnis einer subjektiven Empfindung von persönlichem Wert oder im Gegensatz, von Unfähigkeit.

Die ersten Lebensjahre sind grundlegend für die Bildung eines hohen oder niedrigen Selbstwertgefühls, aber auch die Erfahrungen, die wir als Erwachsene erleben, können es verändern. Unter den zahlreichen Gründen für ein niedriges Selbstwertgefühl können wir die folgenden hervorheben:

–          Körperlicher, sexueller oder emotionaler Missbrauch, vor allem in jungem Alter.

–          Der Erwartungsgrad unserer Eltern und Lehrer, dem wir in der Kindheit ausgesetzt            waren.

–          Unter Diskrimination jeder Art leiden.

–          Belästigung oder Mobbing erleiden.

–          Den Verlust eines geliebten Menschens erleiden.

–          Soziale Ausgrenzung

–          Arbeitslosigkeit oder prekäre Arbeitssituationen

Wenn eine Person schwierige Zeiten durchläuft, bildet sie sich, fast ohne es zu merken, negative Überzeugungen über sich selbst. Sei es über ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihr Aussehen oder ihre Fähigkeiten, Erfolg im Leben zu haben.

Genau so wichtig wie unsere Erlebnisse sind die Interpretation, die wir ihnen geben.

Das Wichtige am niedrigen Selbstwertgefühl ist, dass es sich im Allgemeinen auf Überzeugungen und nicht auf Tatsachen stützt, und das Glaubenssystem der Menschen lässt sich formen und modifizieren.

So ist die Erhöhung unseres Selbstwertgefühls ein Schlüsselfaktor, um uns mit uns selbst wohl zu fühlen.

 

Gegen das niedrige Selbstwertgefühl kämpfen: Lerne, dich zu lieben

Lerne, dich zu lieben

Die Rosenberg-Skala: Finde heraus, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast

Hast du schon mal innegehalten, um darüber nachzudenken, was du wirklich von dir denkst? Im Folgenden lade ich dich dazu ein, diesen kleinen Test namens Selbstwertskala von Rosenberg zu machen, der dir helfen wird, den Grad der Zufriedenheit mit dir selbst zu messen.

Denk daran, dass dies eine einfache Bewertungs- und Orientierungsübung ist und in keinem Fall eine klinische Diagnose darstellt.

Die Rosenbergskala ist ein Test zum Selbstwertgefühl, das er dir ermöglicht ausfindig zu machen, ob du ein niedriges Selbstwertgefühl hast. Diese Bewertung stützt sich auf 10 Aussagen, die du möglichst ehrlich auf dieser Skala beantworten musst:

1: Gar nicht einverstanden

2: Nicht einverstanden

3: Einverstanden

4: Komplett einverstanden

  1. Ich empfinde mich als gleichwertig mit den anderen.
  2. Im Allgemeinen neige ich dazu zu denken, dass ich eine Enttäuschung bin.
  3. Ich denke, ich habe ein paar gute Eigenschaften.
  4. Ich kann die Dinge genau so gut machen wie die anderen.
  5. Ich glaube, ich habe nicht viel, worauf ich stolz sein kann.
  6. Ich habe mir selbst gegenüber eine positive Haltung.
  7. Im Allgemeinen bin ich mit mir zufrieden.
  8. Ich hätte gern mehr Selbstrespekt.
  9. Ich fühle mich manchmal wirklich nutzlos.
  10. Manchmal denke ich, dass ich nichts wert bin.

Korrektur und Ergebnisse

Von den Sätzen 1 bis 5 zählen die Antworten von 1 bis 4 jeweils 4 bis 1 Punkte. Das heisst, genau umgekehrt. Beispiel: Wenn du bei Satz Nr. 1 4 Punkte gegeben hast, musst du einen Punkt zählen.

Von den Sätzen 6 bis 10, zählen die Antworten 1 bis 4 auch 1 bis 4 Punkte.

Von 30 bis 40 Punkte: Hohes Selbstwertgefühl, als normales Selbstwertgefühl angesehen.

Von 26 bis 29 Punkte: Mittleres Selbstwertgefühl. Dies bedeutet keine schweren Selbstachtungsprobleme, aber eine Verbesserung wäre ratsam.

Weniger als 25 Punkte: Niedriges Selbstwertgefühl. Es gibt bedeutende Selbstachtungsprobleme.

Folgen eines niedrigen Selbstwertgefühls

Ein niedriges Selbstwertgefühl wirkt sich negativ auf alle Bereiche deines Lebens aus. Die Wahrnehmung, die du von dir selbst und deinem Wert oder des Fehlen dieses Wertes hast, hat unvermeidbare Auswirkungen auf deine Arbeitsleistung, deine Beziehungen im Privatleben und die Beziehung mit der Welt und dir selbst haben.

“Wir können andere nicht lieben, wenn wir nicht vorher lernen, uns selbst zu lieben”

Es ist viel komplizierter als es scheint, dich selbst zu lieben. Dich richtig lieben zu können heißt, dich zu akzeptieren, zu respektieren, deinen vitalen Bedürfnisse nachzukommen und dich dafür zu lieben, wer du bist, mit deinen Stärken und Schwächen.

Eine Person, die sich liebt und sich selbst wertschätzt, strahlt positive Vibrationen aus und erweckt Neugierde darauf, sie kennenzulernen. Sie verbreitet Liebe, weil sie sich selbst akzeptiert hat. Und unbewusst nehmen das die anderen wahr.

Gegen das niedrige Selbstwertgefühl kämpfen: Lerne, dich zu lieben

Gegen das niedrige Selbstwertgefühl kämpfen: Lerne, dich zu lieben

Eine Person, die sich nicht liebt und, vor allem, sich nicht respektiert, läuft große Wahrscheinlichkeit, in toxische Beziehungen verwickelt zu werden.

Denk daran, dass Vorbeugung die beste Kur ist …

Schlüssel zur Erhöhung eines niedrigen Selbstwertgefühls

1. Verwandle negative Gedanken ins Positive

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dir selbst unangenehme Botschaften schickst, die reich an „Ich kann nicht“, „Ich bin das nicht wert“, „Ich werde scheitern“, „Ich verdiene keine Liebe“ sind.

Auch wenn du das nicht bewusst machst, präsentieren sich diese Botschaften mehr oder weniger subtil in deinem Alltag und vermindern deine Lust darauf, ein neues Projekt anzugehen und sabotieren letztendlich dein Wohlbefinden.

Mach eine Liste von deinen am meisten wiederkehrenden negativen Gedanken und schreib daneben eine Ermutigung, die du wiederholen kannst, wenn das Negative erscheint.

Zum Beispiel: Für den Satz „Ich bin nicht dafür gemacht“ wäre der Gegengedanke „Ich kann das problemlos in Angriff nehmen“. Jedes Mal, wenn der negative Gedanke auftaucht, halt inne und biete ihm mit dem positiven Denken die Stirn.. Am Anfang wird dir das schwer fallen, aber wenn du es regelmäßig machst, wir sich dieses Verhalten automatisieren.

Was du dir selbst sagst, kann dir Macht geben oder wegnehmen, und nur du kannst die Worte wählen …

2. Hast du ein geringes Selbstwertgefühl? Mach eine Liste deiner Erfolge

Für gewöhnlich neigen wir dazu, unsere Niederlagen und Fehler grösser zu machen und das Gute, was in unserem Leben geschieht, für einen glücklichen Zufall zu halten.

Das ist ein unverzeihlicher Fehler. Sicher hast du in deinem Leben schon sehr interessante Erfolge geerntet, denen du jetzt nicht mehr den Wert gibst, den sie verdienen.

Wenn du ein niedriges Selbstwertgefühl hast, gibt es eine gute Übung, die darin besteht, eine Liste mit den persönlichen Erfolgen zu erstellen, auf die du am stolzesten bist.

Zum Beispiel:

–          Ich habe das Studium geschafft

–          Ich habe Padel-Spielen gelernt

–          Ich habe eine zweite Sprache gelernt

–          Ich bin Vater/Mutter geworden

–          Ich habe die Arbeit bei dieser Firma bekommen

Kleb dir diese Liste an den Kühlschrank oder irgendwohin, wo du sie oft siehst. Diese Liste wird dich daran erinnern, dass du die nötigen Fähigkeiten hast, zu erreichen, was du dir vornimmt.

3. Akzeptiere dich genau so, wie du bist

Mit deinen Stärken und Schwächen. So klar und schwierig. Sei realistisch, versuche nicht, das Unmögliche zu ändern, und sei dir deinen Schwächen und Stärken bewusst. Eine gute Kenntnis deiner selbst ist das wirkungsvolle Werkzeug, um Erfolg in deinem Leben zu haben und dein emotionales Wohlgefühl zu entwickeln.

“Es ist viel schwieriger, sich selbst zu beurteilen, als die anderen zu beurteilen. Wenn du es schaffst, dich selbst richtig zu beurteilen, bist du wirklich weise.” Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz.”

4. Vergiss die Vergleiche, um dein niedriges Selbstwertgefühl nicht zu nähren

Vergleiche sind widerlich und ergeben selten etwas Positives. Einzig und allein, wenn dieser Vergleich als intrinsische Motivation für eine Verbesserung genutzt wird, wird sie dir etwas Positives bringen und du wirst ein Gefühl von Bewunderung und nicht von Neid empfinden.

Wenn du dich minderwertig fühlst oder dich dafür verachtest, nicht das Eine oder das Andere in deinem Leben zu haben, denk daran, dass viele Leute gerne das hätten, was du hast, oder sein würden, wer du bist. Sei dankbar für deine persönlichen Stärken, anstatt dich beim Versuch zu erfüllen, was die Gesellschaft dir auferlegt, fertigzumachen.

Sei kritisch mit deinen persönlichen Forderungen und schätze nicht gering, was du schon besitzt.

5. Finde die Ursache für dein niedriges Selbstwertgefühl

Ein grundlegender Schritt für die Lösung eines jeden Problems besteht darin, die Wurzel der Angelegenheit zu identifizieren. Oft versuchen wir, das Symptom zu beseitigen, statt die Krankheit in Angriff zu nehmen. Dies kann uns kurzfristige Erleichterung verschaffen, aber wenn wir nicht die wirkliche Ursache der Krankheit bekämpfen, kann sich das Symptom im Laufe unserer Leben auf verschiedene Arten wiederholen.

Wenn du Schwierigkeiten bei diesem Schritt hast, rate ich dir, dich an einen Experten zu wenden. Ein Termin bei einem in dieser Angelegenheit qualifizierten Psychologen kann dich dazu leiten, das wirkliche Problem zu identifizieren.

Um zum Ende zu kommen, möchte ich euch ein interessantes Video über Tipps zum Stärken des Selbstwertgefühls zeigen.

“Das Selbstwertgefühl ist keine so verwerfliche Sünde wie die eigene Geringschätzung. William Shakespeare”

Quelle: Cristina Martínez de Toda, Psychologin bei CogniFit.

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