Konzentrationsprobleme: Definition, Symptome, Ursachen und 11 Tipps

 

Sicher haben wir alle schon einmal irgendwann Konzentrationsprobleme gehabt. Fehlende Konzentration betrifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Entdecke in diesem Artikel alles, was du über Konzentrationsprobleme wissen musst: Wie man sie identifiziert, Symptome einer geringen Konzentrationsfähigkeit, mögliche Ursachen. Sollten wir uns Sorgen machen? 11 Tipps, die uns bei der Lösung von Konzentrationsproblemen helfen können.

Alles über Konzentrationsprobleme

Konzentration und Gehirn. Bild: My SPECT study from Amen Clinic

Konzentrationsprobleme oder Konzentrationsstörungen treten häufig auf und können sich in jedem Alter entwickeln. Bei Kindern spiegeln sich diese Probleme häufig in den Noten wider. Erwachsene bemerken es in ihrer Arbeitsleistung und ihrem Familienleben. Konzentrationsschwierigkeiten sind sehr störend und haben einen negativen Einfluss auf unseren Alltag. Sie können sogar unsere schulischen, sozialen und Arbeitsbeziehungen beeinträchtigen. Deswegen ist es notwendig, Maßnahmen zu treffen, um unsere Konzentrationswerte zu verbessern, wenn sich diese verschlechtern.

Was sind Konzentrationsprobleme?

Man kann die Konzentration als die Fähigkeit bezeichnen, unsere Aufmerksamkeit effizient auf die durchzuführende Aufgabe zu richten. Bei guter Konzentration können wir außerdem auftretende störende Elemente ausblenden, wie irrelevante Geräusche oder unsere eigenen Gedanken.

Wenn sich unsere Konzentrationswerte im Optimalzustand befinden, empfinden wir unsere Arbeit als einfacher, erinnern uns schneller, brauchen weniger Zeit und begehen weniger Fehler.

Konzentrationsprobleme und Konzentrationsstörungen beschreiben die Unfähigkeit, uns zu konzentrieren und auf den Reiz einzugehen, den wir bearbeiten sollen. Vielleicht lenkt uns der Lärm ab, das Handy, oder aber unsere Gedanken schweifen ab und wir erledigen unsere Aufgabe nicht mehr.

Die Konzentrationsfähigkeit einer Person hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Hingabe oder Bindung an die Aufgabe
  • Interesse an der Aufgabe
  • Fähigkeit zur Erledigung der Aufgabe
  • Körperlicher und emotionaler Zustand
  • Eine passende Umgebung mit wenig Störfaktoren

Wenn diese Faktoren im Gleichgewicht sind, ist es einfacher für den Verstand, die Aufmerksamkeit auf die gewählten Reize zu lenken und unerwünschte oder irrelevante Gedanken auszublenden.

Konzentrationsprobleme

Konzentrationsprobleme

Symptome einer niedrigen Konzentrationsfähigkeit

Konzentrationsprobleme bei Kindern

Kinder haben nicht dieselbe Konzentrationsfähigkeit wie Erwachsene, da ihr Gehirn noch nicht komplett entwickelt ist. Im Allgemeinen sind Kinder nicht dazu in der Lage, die Aufmerksamkeit oder Konzentration über eine Stunde hinweg in einer langweiligen Unterrichtsstunde zu halten. Und das bedeutet nicht, dass sie unter einer Störung leiden. Wir erwarten oft zu viel von unseren Kindern. Kinder müssen spielen und ausprobieren. Der Unterricht sollte dynamisch und lustig sein. So können sie die ganze Stunde lang aufpassen. Entdecke die Wichtigkeit der Motivation.

Wenn ein Kind sich im Klassenraum nicht konzentrieren kann und keine Probleme in anderen Bereichen hat, ist das Problem für gewöhnlich der Aufbau der Klasse und die Unterrichtsform des Lehrers, der sich nicht an das Alter und die Bedürfnisse der Schüler anpasst.

Ein Kind hat Konzentrationsprobleme, wenn:

  • Es ihm schwer fällt, im Unterricht aufzupassen.
  • Es sich nicht auf seine Hausaufgaben konzentrieren kann.
  • Es scheint, als ob es dir nicht zuhört, wenn du sprichst.
  • Es bei einem Film nicht aufpassen kann.
  • Es ihm schwer fällt, sich auf eine angenehme Tätigkeit zu konzentrieren.
  • Es abgelenkt ist.
  • Es unstrukturiert spielt.
  • Es scheint, als ob es im Wachzustand träumt.

Wenn all diese Symptome auftreten, haben wir einen Fall vor uns bei dem es möglich ist, dass ein Risiko für ADHS besteht.

Konzentrationsprobleme bei Erwachsenen

Ein Erwachsener hat Konzentrationsprobleme, wenn:

  • Er Dinge vergisst.
  • Er eine Aufgabe, die länger dauert, nicht durchführen kann.
  • Es ihm schwer fällt, einer Lektüre zu folgen.
  • Er das Gefühl hat, stumpfsinnig zu sein.
  • Er sich abgelenkt fühlt, wenn jemand mit ihm spricht.
  • Er durch alles Mögliche einfach abgelenkt wird.
  • Er zu lange braucht, um Aufgaben zu beenden.

Konzentrationsprobleme: Ursachen

Es ist wichtig, die Ursachen für unseren Konzentrationsmangel zu kennen, denn in einigen Fällen ist das Optimalste, zunächst den Hauptgrund zu behandeln.

  • Erschöpfung und emotionaler Stress können Konzentrationsprobleme hervorrufen.
  • Hormonale Veränderungen, zum Beispiel in den Wechseljahren oder der Schwangerschaft, können unsere kognitiven Funktionen beeinträchtigen.
  • Einige körperliche oder psychische Vorbedingungen werden mit Konzentrationsschwierigkeiten in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel die Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
  • Schlaf- und Ruhedefizit. Wenn wir dem Gehirn nicht die Entspannung geben, das es benötigt, sei es wegen Zeitmangel oder Stress, funktioniert es schlechter. Eins der klarsten Symptome des Schlafmangels sind Konzentrationsprobleme.
  • Hunger und eine falsche Ernährung können auch für Konzentrationsprobleme sorgen. Hunger ist ein sehr unangenehmes Gefühl, das unser Körper verwendet, um uns mitzuteilen, dass uns Nährstoffe und Energie fehlen. Dieses Gefühl wird fast alle unsere kognitiven Ressourcen beschäftigen und es uns erschweren, uns auf etwas anderes konzentrieren zu können. Das Fehlen von Nährstoffen beeinträchtigt auch das richtige Funktionieren unseres Gehirns.
  • Exzessive Sorgen. Wir erleben alle, dass es uns schwer fällt, uns auf etwas anderes zu konzentrieren, wenn wir uns Sorgen machen. Dies ist normalerweise vorübergehend. Dennoch gibt es Menschen, die ständig exzessiv verängstigt und besorgt sind, was sie daran hindert, sich auf etwas anderes konzentrieren zu können. Entdecke die Angstsymptome.
  • Körperlicher Schmerz. Unsere Konzentration kann sich verringern, wenn wir einen andauernden Schmerz erleiden, weil wir uns verletzt haben oder unter chronischem Schmerz oder Fibromyalgie leiden.
  • Medikamente und Drogen. Einige Medikamente können für Konzentrationsmangel sorgen. Drogen schädigen unseren kognitiven Funktionen und unserem Gehirn, wobei die Aufmerksamkeit die Funktion ist, die am meisten beeinträchtigt wird.
  • Die Umgebung, in der wir uns aufhalten, kann unsere Aufmerksamkeit auch beeinträchtigen. Wenn es viele störende Elemente gibt, wie Lärm, Menschen, Multimediageräte, etc., ist es wahrscheinlicher, dass wir uns ablenken und die Konzentration verlieren.
  • Unsere persönliche Konzentrationsfähigkeit. Es gibt Menschen, die sich besser konzentrieren können als andere, genau wie es Menschen gibt, die flexibler sind als andere. Das heißt nicht, dass sich dies nicht verbessern ließe. Die Konzentration ist wie ein Muskel, den man trainieren kann.

Wie kann man Konzentrationsprobleme lösen? 11 Tipps

1. Du brauchst keine Nahrungsergänzungsmittel, um deine Konzentration zu verbessern

Einige Nahrungsergänzungsmittel, die versprechen, Konzentrationsprobleme zu lösen, sind teuer und wirken nicht. Häufig enthalten sie ein Vitamin oder einen Nährstoff, den du ganz einfach in jedem anderen Nahrungsmittel, höher konzentriert und sehr viel billiger, finden kannst. Deswegen brauchst du keinen Zusatz, um deine Konzentration, Aufmerksamkeit oder Erinnerungsfähigkeit zu verbessern. Nur in dem Fall, in dem dein Arzt dir ein Medikament verschrieben hat, weil dein Fall sehr schwer ist, solltest du es auch nehmen. Entdecke die Mineralien und Vitamine, die dir dabei helfen können, dein Gehirn zu verbessern und in welchen Lebensmitteln du sie findest.

2. Verwende CogniFit, das führende Programm zur kognitiven Bewertung und Stimulierung für Kinder und Erwachsene

Die Konzentration ist ein kognitiver Vorgang, der verbessert werden kann, wenn man ihn angemessen trainiert. Die klinische Übungsbatterie von CogniFit ist ein professionelles Werkzeug für alle. CogniFit ermöglicht es, durch einfache klinische Spiele, die online gespielt werden können, die Hirnfunktionen, die mit Konzentrationsproblemen zusammenhängen, zu bewerten und zu trainieren.

Die Forschung im Gebiet der Gehirnplastizität hat uns gelehrt, dass je mehr wir einen neuronalen Kreislauf nutzen, er umso stärker wird. Und dies kann man auf die neuronalen Netzwerke anwenden, die auf die Konzentrationsfähigkeit einwirken: Die geteilte Aufmerksamkeit, die gehaltene Aufmerksamkeit, kognitive Flexibilität und Inhibition.

Das Programm zur kognitiven Stimulierung von CogniFit für Gedächtnisprobleme wurde von einem kompletten Team von Wissenschaftlern, Neurologen und kognitiven Psychologen erschaffen. Das Programm bewertet zunächst präzise die Konzentrationsprobleme und andere grundlegende kognitive Funktionen und auf der Basis der erhaltenen Resultate bietet es automatisch ein vollständiges personalisiertes kognitives Trainingsprogramm  an. Auf dieses Programm kann online zugegriffen werden.

Die verschiedenen interaktiven Übungen sind in unterhaltsame Gedächtnistrainings-Spiele verpackt, die am Computer gespielt werden können. Nach jeder Sitzung präsentiert CogniFit eine detaillierte Graphik mit der Entwicklung des kognitiven Zustands. Du musst dich nur registrieren!

3. Entspannungsprogramm zur Verringerung von Konzentrationsproblemen

Die Konzentration wird oft durch Erschöpfung und geistige Überbelastung beeinträchtigt. Beim Ausführen von Aufgaben, die einen großen mentalen Aufwand erfordern, wie lernen oder arbeiten, leidet die Konzentration, wenn man keine Pausen macht. Erholungspausen von 10 Minuten pro Stunde oder pro anderthalb Stunden zu programmieren, wird die dabei helfen, die Aufgabe mit neuen Kräften wieder aufzunehmen. Du kannst diese Minuten dazu nutzen, dich zu dehnen, einen Spaziergang zu machen, auf Toilette zu gehen, die eine Tasse Kaffee zu machen, …

4. Begib dich in die Natur

Durch Waldgebiete spazieren zu gehen, kann unsere Konzentrationswerte beträchtlich verbessern. In der Natur gibt es weniger Reizwerte und weniger Dinge, auf die man achten muss, was unserem Geist Ruhe verschafft. In Stadtgebieten passiert das Gegenteil, dort haben wir stets Leute um uns herum, den Verkehr … was uns dazu verpflichtet, ständig aufmerksam zu sein. In Kontakt mit der Natur zu treten hilft uns dabei, uns zu entspannen und abzuschalten, was unsere kognitiven Leistungen verbessert, wie diese Studie bestätigt. Deshalb solltest du versuchen, eine längere Pause in Wäldern oder Parks zu machen, wo es viel Vegetation gibt.

5. Achtsamkeit verbessert unsere Konzentration

Studien haben bewiesen, dass die Achtsamkeitsmeditation unsere Aufmerksamkeitswerte verbessert, zusätzlich zur Verringerung unserer Stress-, Angst- und Depressionswerte. Deswegen ist es die ideale Tätigkeit, wenn du deine Konzentration verbessern möchtest. Die Meditation hilft uns dabei, mit unerwünschten Gedanken fertig zu werden, indem sie uns dabei hilft, uns auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Wenn du nur 5 bis 10 Minuten am Tag oder während der Pausen meditierst, wirst du schon eine Verbesserung wahrnehmen. Es gibt auch Achtsamkeitsprogramme für Kinder, die ihre Wirksamkeit nachgewiesen haben.

6. Beseitige die Störelemente

Wenn du zu den Menschen gehörst, die sich leicht ablenken, ist es das Beste, wenn es zur Erledigung von Aufgaben kommt, die Reize zu beseitigen oder zu minimieren, die dich ablenken können. Entferne die elektronischen Geräte, oder wenn du am Computer arbeitest, vermeide es, Seiten zu öffnen, die nichts mit der Aufgabe zu tun haben. Wenn dich Lärm ablenkt, benutze Kopfhörer oder Ohrstöpsel.

7. Priorisiere die Aufgaben

Lege dir die komplizierten Aufgaben in die Zeit, in der du frisch und entspannt bist. So kannst du sie effizienter lösen und später die Einfachen machen. Wenn du dagegen die einfachen zuerst erledigst, wirst du erschöpft sein, wenn du die komplizierteren Tätigkeiten machen möchtest. Aufgabenlisten, auf denen die Aufgaben nach Relevanz und Schwierigkeitsgrad geordnet sind, können die dabei helfen zu priorisieren.

8. Lass eine Lücke, um Nachrichten oder Anrufe zu beantworten

Wir fühlen uns oft Sklaven der E-Mails oder Anrufe. Wir haben die falsche Überzeugung, 24 Stunden am Tag verfügbar sein zu müssen. Und dies, weit entfernt davon, uns zu mehr Produktivität zu verhelfen, beeinträchtigt unsere Konzentration und verringert unsere Leistung. Deswegen ist es am besten, nur einen Moment am Tag zu reservieren, um Nachrichten und Anrufe zu beantworten.

9. Verbessere deine Konzentration, indem du auf dich achtest

Eine der besten Investitionen, die du in die Verbesserung deiner kognitiven Leistungen machen kannst, ist es, deinen Organismus in perfektem Zustand zu halten. Ernähre dich gesund und hungere nicht. Ruhe dich genug aus, zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf sind genug. Widme der Freizeit und der Entspannung Zeit, dies wird dir helfen, deine Stresslevel zu verringern und deine Konzentration zu verbessern.

10. Mach nur eine Sache auf einmal

Das Multitasking, wenn es auch an und für sich nicht negativ ist, kann manchmal unsere Stresswerte und unsere Tendenz zur Ablenkung erhöhen. Deswegen ist es in diesen Fällen besser, nur eine Sache zur Zeit zu erledigen.

11. Spiele, um die Konzentrationsprobleme zu minimieren

Es existieren zahllose Spiele, die du in deinem Alltag spielen kannst und die dir dabei helfen können, deine Konzentrationsprobleme zu verringern. Das Wasserglasspiel, die weiße Wand, der Aromenspaziergang, die Kerze, die Zwei-Minuten-Technik, das Spiel mit der Box und der Zitrone, etc … Entdecke hier all diese Konzentrationsspiele.

Vielen Dank fürs Lesen. Zögere nicht, uns deine Kommentare und Fragen unten zu hinterlassen 🙂

 

Quelle: Andrea García Cerdán, Psychologin bei CogniFit.

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